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 [RoM] MSG-Thread

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Fellknäuel
Der mit dem Pinsel tanzt
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BeitragThema: [RoM] MSG-Thread   Mo 04 Jan 2016, 19:46

25. Juli 2015, New York City

Die Tür schwang weit auf, und Ross Carter trat hindurch, in das Hotelzimmer, das für ihn gebucht worden war. Er war nicht eben bester Laune, denn die Mission, die ihn hierher geführt hatte, war ein Fehlschlag gewesen. Die Person, die er gesucht hatte, war nicht aufzufinden gewesen - selbst wenn man außer acht ließ, daß eine Übernachtung im Marriott Marquis nicht eben billig war, war das ausgesprochen enttäuschend.
Er wußte nicht recht, was schief gelaufen war; war die Information, die ihn hierher geführt hatte, von vornherein falsch gewesen? Oder hatte die gesuchte Person einfach nur bemerkt, daß ihr jemand auf den Fersen war? Die zweite Variante wäre für den erfahrenen Agenten noch unbequemer gewesen als die erste, denn in seinen langen Dienstjahren hatte er gelernt, seine Spuren ausgezeichnet zu verwischen und unentdeckt zu bleiben.
Ross betrat das Wohnzimmer seiner Suite, und sein Blick fiel auf den Laptop, den er heute noch nutzen würde, um einen Bericht abzusetzen. Forlorn würde nicht begeistert sein, doch das war nicht zu ändern. Er seufzte mißmutig und wandte sich dann der Minibar zu, um seine Enttäuschung erst einmal mit einem Drink runter zu spülen.
Er griff gerade danach, als es dunkel um ihn herum wurde. Und zwar vollständig. Das gesamte Zimmer war am hellichten Tag in tiefste Schwärze getaucht. Langsam richtete er sich wieder ganz auf. Womöglich war die Information doch nicht falsch gewesen...
"Okay," sagte er laut und zwang sich dabei, ruhig zu bleiben. "Wie haben sie es geschafft, das Zimmer ungesehen zu betreten?" Er schloß die Augen und konzentrierte sich ganz auf seinen Hörsinn, um die Position seines Gegners bestimmen zu können, falls dieser antworten sollte.
"Ich bin gerade erst herein gekommen," antwortete eine eher dünne Männerstimme von rechts. Carter spannte seine Muskeln an, bereit, nach rechts los zu spurten. "Und zwar mit ihnen zusammen, Agent Carter."
Der Agent hielt verblüfft inne. Diesmal war die Stimme aus seinem Rücken gekommen. Hatten ihn seine Ohren so im Stich gelassen? Oder war es möglich...
"Ich warne Sie sehr eindrücklich, Mr. Carter," fuhr der andere fort, und diesmal hörte der Agent die Stimme von der linken Seite. "Lassen Sie uns in Ruhe. Sie und Ihresgleichen machen einen großen Fehler, wenn Sie uns weiterhin verfolgen." Der Mann klang ziemlich selbstsicher, was aber verständlich war. Vielleicht etwas zu selbstsicher.
"Leute wie Sie sind eine Gefahr für die Menschheit," erwiderte Carter, während er aufmerksam auf jedes Geräusch lauschte, das er wahrnehmen konnte. "Und auch für sich selbst. Wir müssen Sie aus dem Verkehr ziehen, zu ihrem eigenen Schutz."
"Wie arrogant und anmaßend," ätzte der andere. "Wer sind Sie, daß Sie glauben, das beurteilen zu können?" Immer noch dieselbe Position. Hatte der Agent einen wunden Punkt getroffen?
"Ich vertrete die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, aber das wissen Sie sicher."
"Oh ja, ich weiß, für wen Sie arbeiten. Für eine Nation selbstherrlicher Menschen, die sich dem Rest der Welt gegenüber erhaben fühlen." Der Mann schnaubte verächtlich. "Sie glauben, Sie wüßten, was das beste für diese Welt ist, aber..."
Carter fuhr herum und stürmte in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war, im festen Glauben, seinen Gegner überraschen zu können. Doch er bekam niemanden zu fassen - stattdessen bekam er einen heftigen Stoß in den Rücken, der ihn mit noch größerer Wucht vorwärts taumeln ließ. Er prallte gegen das Fenster, das seinem Gewicht nicht gewachsen war und zersplitterte. Verzweifelt versuchte er, sich am Fensterrahmen festzuhalten...

Phileas Baxter sah von seinem Smartphone auf, als ein Tablett vor ihm auf dem Tisch abgestellt wurde, und seine Miene hellte sich schlagartig auf.
"Cool, du hast es geschafft!" rief er erfreut, ignorierte zunächst die beiden Teller mit jeweils einem Stück Kuchen und griff stattdessen nach einem der Kaffeebecher. "Ich hatte schon Angst, du wärst von miesen Schurken entführt worden, Hank."
"Oh, habe ich Seiner Heiligkeit zu lange gebracht?" fragte der angesprochene sarkastisch. "Das tut mir wirklich leid! Nächstes Mal kannst du dich ja mit anstellen, die verdammte Schlange geht mittlerweile fast bis zum Central Park!"
"Wäre es denn dann schneller gegangen?" fragte Phileas verwirrt und nahm einen Schluck von seinem Latte Macchiato. "Hey, der ist ja nur noch lauwarm!" rief er dann halb erstaunt, halb protestierend. Er fing einen weiteren feindseligen Blick von seinem Schulfreund auf und beeilte sich hinzuzufügen: "Naja, das Gute ist, daß ich mir daran nicht mehr die Zunge verbrennen kann!"
Hank setzte sich mit einem resignierenden Seufzen ihm gegenüber und betrachtete beiläufig die Menschenmenge, die sich hier auf dem Times Square tummelte. So furchtbar viele waren es im Grunde gar nicht, aber die Schlange vor dem Straßencafe war trotzdem lang genug gewesen, und auch die Tische waren mittlerweile alle besetzt. Er griff nach seinem Kuchenteller und zog eine Grimasse, als er Phileas schon wieder auf sein Handy glotzen sah.
"Sag mal, Phil, kannst du eigentlich auch nur einmal deinen Blick von dem Ding lösen?"
"Ach Hank, es passieren so viele interessante und erstaunliche Dinge auf der Welt, da muß ich auf dem Laufenden bleiben! Wußtest du z. B., daß sich die Sichtungen von mysteriösen Kreaturen allein in den letzten zwölf Monaten um mindestens das zehnfache erhöht haben?"
"Mysteriöse Kreaturen?" wiederholte Hank, "meinst du damit solche Freaks wie dich?"
"Ich bevorzuge den Begriff 'potentielle Superhelden'! Aber ich meine nicht nur sowas, sondern auch..." er suchte nach dem richtigen Wort "...mythologische Wesen. Big Foot, Vampire, Werwölfe und so'n Kram!"
"Ach, und du glaubst so einen Scheiß?"
Ein schriller Schrei lenkte ihre Aufmerksamkeit zur Seite, und die Köpfe der beiden Teenager folgten einem ausgestreckten Arm gen Himmel. Nun, nicht ganz zum Himmel, sondern nur zu einem Wolkenkratzer auf der anderen Straßenseite, an dessen Außenseite sie einen dunklen Punkt ausmachen konnten, der sich mit beängstigender Geschwindigkeit dem Boden näherte. Und dieser dunkle Punkt schien ein Mensch zu sein!
Mehr aus Reflex als aus einer bestimmten Absicht heraus riß Phileas einen Arm hoch und beschwor die Kraft, die in seinem Inneren ruhte. Mit der ausgestreckten Hand zielte er auf den erstbesten Körperteil der fallenden Gestalt, den er zu fassen bekam, und packte zu. Ruckartig verlangsamte sich ihr Sturz. Dennoch war ihre Fallgeschwindigkeit immer noch hoch genug, daß sie auf dem New Yorker Asphalt zerschellt wäre, wäre nicht ausgerechnet in diesem Moment ein Lastwagen darunter vorbei gefahren, der Schaumstoffmatratzen für ein Möbelhaus geladen hatte.
Der Mann schlug durch die obere Abdeckung und landete in der Fracht, die weich genug war, um seinen bereits ausreichend gedämpften Sturz aufzufangen.
Der LKW hielt an, und schnell entstand um ihn herum eine Traube neugieriger und aufgeregter Menschen. Auch Polizeisirenen waren schnell zu hören.
"Hast du DAS gesehen?" fragte Phileas und strahlte seinen Freund an.
"War nicht zu übersehen, laß uns abhauen, und zwar schnell!" Hank sprang auf und packte Phileas am Arm, um ihn davon zu zerren.
"Aber ich kann doch noch nicht gehen," protestierte dieser und deutete wild gestikulierend auf den Lastwagen. "Ich muß mich doch vergewissern, daß er okay ist!"
"Das kannst du morgen in den Times lesen, okay? Komm jetzt, Mann!"
"Aber ich muß doch meiner Superheldenverantwortung gerecht werden, Hank!"
"Scheiß auf deine Superheldenverantwortung, laß uns endlich sehen, daß wir hier weg kommen!"
Phileas gab auf und ließ sich von Hank mit ziehen, nicht jedoch, ohne sich zuvor noch schnell seinen halbvollen Kaffeebecher zu greifen.
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Mali
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Mo 04 Jan 2016, 21:26

25. Juli 2015, Cardiff, Wales.

Lysander war wie fast jeden tag eine runde Joggen, bevor er sich zu seiner Arbeit begab. Der Tag war friedlich und auch das Wetter spielte mit. Im Park zog er sich die schuhe aus und lief etwas barfuß durch das Gras. Er spürte die Menschen, die durch den park liefen und auch die Hunde, die fröhlich herum tobten. Er lauschte ihren Gesprächen und genoss die Ruhe im Park.


Edinburgh, Schottland.

Allorions sinne regten sich, während ihn die Magie freigab. Zuerst war friedliche Stille um ihn herum, dann vernahm er die ersten Geräusche. Das Zwitschern der Vögel, der Wind, der durch die Bäume blies. Doch was war das für ein lärm? Allorion schlug die Augen auf. Er lag auf dem Boden, es schien eine art Park zu sein. Ein paar Bäume standen zusammen. Doch in der Nähe konnte er Lärm vernehmen.
Seltsame Geräusche, mit denen er nichts anfangen kann. Und Stimmengewirr.
Hatten die Menschen sich so sehr vermehrt? Hatten sie die Frechheit, sich beim Palast niederzulassen? Der Elf erhob sich von dem Boden und bemerkte, das jemand ihn beobachtete. Ein paar junge Menschenmädchen blickten zu ihm und hatten etwas in der Hand, das sie in seine Richtung hielten. Verwirrt blickte er sie an. Diese Menschen sahen so ganz anders aus, als jene die er kannte. Nicht so dunkel, nicht halbnackt und auch nicht mit blauer farbe bemalt. Kelten schienen es ebenfalls nicht zu sein. Ihre Kleidung und ihr ganzes Aussehen war ganz anders. Allorion verließ den Park und blickte sich um. Diese seltsamen Gebilde waren überall. Auf Wegen liefen die Menschen, manche überquerten den Weg dieser Pferdelosen Kutschen. Vermutlich war es sinnvoll, sich einen Führer zu besorgen. Jemand, der ihn durch diese seltsame gegend führte. Er schien weitab des Hofes gelandet zu sein. Dabei stand er immer noch auf dem Hof des Palastes seiner Königin.


Zuletzt von Mali am So 21 Feb 2016, 23:38 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Grim
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Di 05 Jan 2016, 14:01

25. Juli 2015, Washington, D.C.

Die Straßenlaternen tauchten die Straßen in unnatürliches, natriumgelbes Licht als Hope in ihrem Chevrolet Tahoe nach Hause fuhr, doch ansonsten war außer dem gelegentlichen Schein aus einem Fenster oder vereinzelter 24-Stunden-Leuchtreklame kein Licht zu sehen. Außer ihr schien zu diesr Stunde niemand mehr unterwegs zu sein. Es war spät. Zu spät, verdammt nochmal! Sie hätte nicht so lange im Büro bleiben sollen. Wenn sie nach Hause kam war Zoe bestimmt schon im Bett. Jedenfalls hoffte Hope das. Zumindest Daryl sollte aber doch wohl noch wach sein. Und wenn sie Glück hatte, dann hatte er ihr etwas zu Essen gemacht, das sie sich aufwärmen konnte. Sie wäre gern zum gemeinsamen Abendessen zuhause gewesen, aber das war heute unmöglich gewesen. Nicht nach der Sache mit Carter. Hope war nervös. Sie mochte die Stadt nicht, wenn sie so dermaßen verlassen war. Das hatte immer etwas gespenstisches, widernatürliches. Im Grunde nur um die Stille zu vertreiben holte sie ihr Diktiergerät heraus und drückte auf Wiedergabe. Ihre eigene Stimme ertönte. Der Autopsiebericht mit dem damals alles angefangen hatte. Vor fast zwei Jahren. Sie hätte die Worte inzwischen im Schlaf mitsprechen können, so oft hatte sie sie zwischenzeitlich angehört. Aber vielleicht hatten sie genau deshalb etwas beruhigendes.

Autopsiebericht für Subjekt F-4246. Durchführendes Personal: Dr. Hope Forlorn, Untersuchungsleiterin. Daniel Holden, Assistenzarzt. Das Subjekt wurde in Island aufgegriffen und im Zuge der Verhaftung erschossen. Äußerer Befund: augenscheinlich männlich, kleinwüchsig, Körpergröße 114 cm; sehr hager; Körperproportionen wirken fremdartig, Mikrosomie kann vermutlich ausgeschlossen werden. Kopf wirkt überproportional groß, sonstige Proportionen wie bei einem Normalwüchsigen, wenngleich sehr schmal. Starke Körperbehaarung, welche im Vorfeld der Untersuchung entfernt wurde. Beginnen nun mit der Öffnung des Thorax.

...

Thorax und Abdomen mittels Y-Schnitt geöffnet und innere Organe entnommen. Soweit keine Auffälligkeiten auf den erste Blick. Magen und Leber tendenziell überproportional stark ausgeprägt. Weitere Untersuchung beider Organe angeordnet. Gewebeproben sämtlicher Organe entnommen und ans Labor überstellt. Fahren nun fort mit der Öffnung des Craniums.


Hope beendete die Wiedergabe als sie in ihre Straße einbog. Aus dem Wohnzimmerfenster ihres Hauses konnte sie Lichterschein sehen. Also war zumindest Daryl noch wach. Gut! Sie freute sich darauf, endlich nach Hause zu kommen. Und etwas zu essen. Das Garagentor öffnete sich und sie parkte den Chevrolet neben Daryls bedeutend kleinerem Wagen. Es hatte etwas Befriedigendes, den Motor abzustellen und angekommen zu sein. Nach diesem Tag hatte sie sich den freien Sonntag morgen wirklich verdient!

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Lias
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Di 05 Jan 2016, 15:13

Gekonnt gespielte Würgegeräusche stellten derzeit die Geräuschkulisse von Zimmer 342 des Maritim Hotels Atlanta dar. Selbst gedämpft durch eine Türe, die mit Filz verziert war, waren durch das Würgen hindurch noch russische Flüche über das Essen der British Airways-Fluggesellschaft und das schreckliche Schaukeln des Flugzeugs zu hören.
Lieutnant Irina Komarov von der Speznas (offiziell beurlaubt) steckte sich eine Zigarre an. Der tragbare CD-Spieler ließ weiter eine wahre Tirade russischer Schimpfworte los, die im Verlaufe der Aufnahme immer bunter und beschreibender wurden. Die hünenhafte Frau holte ein kleines Gerät aus ihrem Koffer und stellte es auf. Nach dem Umlegen eines Schalters fing es an zu piepen. Es handelte sich dabei um eine Elektronische Gegenmaßnahme, einen kleinen Störsender mit einer Reichweite, die kaum größer war als dieses Apartment. Immerhin gehörte es zwischen den USA und Russland immer noch zum guten Ton, dass man einander im Auge behielt. Und keiner der Geheimdienste würde sich davon beeindrucken lassen, dass sie offiziell im Urlaub war. Irina begann zu summen und bewegte sich tanzend durch das Apartment, hier und dort inne haltend, um dem Signal des Scanners in ihrer Hand zu folgen. Wenig später hielt sie einen an die CIA adressierten Umschlag in der Hand, in dem ein paar Teile sehr teuren Equipments lagen. Man wusste sich ja zu benehmen. Die ganze Angelegenheit war eh lächerlich. Sie hatte eine "Betriebserlaubnis" von seiten der USA erhalten. Immerhin hatte man versprochen die Erkenntnisse durch die Tests des Ulskaya-Prototypen zu teilen.
Der Prototyp befand sich derzeit in einem sehr teuer aussehenden Koffer. Er selbst war etwa rucksackgroß und piepte in eingeschaltetem Zustand ausgesprochen nervtötend. Schon so manches Mal hatte sich Irina gewünscht den verchromten Kasten nicht durch die Gegend schleppen zu müssen. Das Piepen und die leuchtenden Anzeigen, die zwar auch an die Steuereinheit an ihrem Arm gesendet wurden, machten das Ding nicht eben unauffällig. Der Knüller war eigentlich, dass es in regelmäßigen Abständen überhitzte Kühlflüssigkeit ausstieß und neu aufgetankt werden musste. Deswegen gehörte neben Batteriepacks auch ein Kanister mit Wasser zu ihrer Ausrüstung. Leitungswasser würde es zwar auch tun, aber die Eierköpfe in der technischen Abteilungen hatten sie angefleht das vorgeschriebene Wasser zu verwenden.

Immer noch mit tanzenden Bewegungen stellte Irina CD-Spieler und den Störsender ab. Wohltuende Ruhe breitete sich in dem Apartment aus, genau wie der Rauch ihrer Zigarre. Sie hatte seit Jahren keine Probleme mit dem Fliegen mehr. Irina griff nach dem Telefon und wählte die Nummer des benachbarten Zimmers.
"Alistar. Wie wäre es mit...Frühstück? Abendessen?", röhrte Irina in den Hörer und sah verwirrt auf ihre Uhr. Stand die jetzt noch auf Moskau-Zeit oder sogar noch auf Hawaii-Zeit? Fuck.
"...etwas zu Essen?", beendete die Frau ihren Satz nach einer kurzen Pause.

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Shoggoth

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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Di 05 Jan 2016, 16:56

Es war so weit aufzubrechen. Lange genug habe ich verdeckt gegen die Lügen dieser Welt ermittelt, nun würde ich mich aufmachen diese Erde in Namen aller Menschen zurückzuerobern.
Ich nickte und stellte meinen Blogpost online. Meine starren Beine protestierten etwas als ich aufstand, aber mir war klar das es kein Zurück mehr gab. Mit knackenden Gelenken streckte ich mich etwas und machte mich daran meine Sachen zu packen.
Zuerst natürlich packte ich Headset, Maus und Tastatur ein. Ich musste für die Reise zwar mit meinem alten Laptop vorlieb nehmen, aber ich konnte mein Gaming-Equipment nicht einfach liegen lassen. Ich stopfte die Dinge in einen alten Militärrucksack, der in einer Ecke meiner 1-Zimmer Wohnung lag. Dabei guckte ich auch kurz in den Spiegel im Bad und betrachtete mich kritisch.
Mein Witcher-Hoodie hatte noch keine wirklich sichtbaren Flecken und die Hose schien auch noch ok, ich brauchte mich also nicht nochmal umständlich umziehen. Kurz fuhr ich mir nochmal durch die Haare, damit sie vernünftig lagen, dann wandte ich mich wieder dem Packen zu.
Es dauerte nicht lange dann hatte ich die Liste, die ich im Vorfeld angefertigt hatte, abgearbeitet. Zur Sicherheit überprüfte ich noch einmal.

Tastatur (X)
Maus (X)
Headset (X)
Laptop, mit Netzteil (X)
Busfahrplan und Karten (X)
Gasmaske (X)
2x2 Liter Mountain Dew (X)
8x Müsliriegel (X)
7x Nudelsuppe (X)
M9, Schulterholster (X)
Glock (X)
1x Hoodie (X)
2x T-Shirt (X)
1x Hose (X)
2x Boxershorts (X)

Ich war ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Der Rucksack war zwar schwer, aber nicht unmöglich zu tragen. Und alles wichtige hatte ich eingepackt.
Im Spiegel prüfte ich noch einmal den korrekten Sitz meines Fedoras, dabei knisterte die Alufolie ein wenig. Dann zog ich nur noch die schweren Stiefel und den eleganten, langen Mantel an. Ich hatte ihn nun schon eine ganze Weile und ich mochte die Art wie er mein Erscheinungsbild nochmal richtig edel wirken lässt.
Als ich die Haustür hinter mir zuschlug wusste ich, dass ich nicht so schnell wieder kommen würde. Das war auch nicht weiter wichtig, meine Rente wurde direkt abgebucht und meinen Vermieter habe ich schon monatelang nicht mehr gesehen. Das würde niemandem auffallen.
Kurz sah ich nochmal auf meinen Plan. 20 Stunden würde ich bis nach New York brauchen, mit dem Bus. Der war erheblich günstiger als ein Flug, aber viel wichtiger war, dass ich meine Knarren mitnehmen konnte. Ob das wirklich legal war wagte ich zu bezweifeln, aber zumindest gab es keine so scharfen Kontrollen.
Mein endgültiges Ziel würde zwar Europa sein, aber ich musste auch noch Leute für meine Sache gewinnen. Und jemanden mit einem Privatjet finden, denn mit Pistolen im Flugzeug sah ich schwarz. Gerade weil diese Europoors keine anständigen Waffengesetze hatten. Aber auch da hatte ich vorgesorgt, es würde bald ein Treffen meiner Bloganhänger stattfinden, die in und um New York wohnen. Einige würden sich sicher meiner Odyssee anschließen.
Meine Uhr sagte mir das es nun 11 Uhr war, um 12 kam der Bus. Also würde ich Morgen um 8 Uhr in New York sein, da würde ich mein Hotel suchen und mich dann um 16 Uhr mit meinen Fans treffen. Es war der perfekte Plan.
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Dreyri
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Di 05 Jan 2016, 22:58

Gab es irgendetwas schöneres auf diesem Planeten als eine dampfend heisse Dusche, deren Hitze in die Muskeln kroch und sie wohltuend lockerte? Alistair lehnte sich an die kühlen Fliesen der Dusche, betrachtete seine schemenhafte Reflektion und lauschte dem Geräusch des rauschenden Wassers. Er liess es über seinen Rücken fliessen, über seinen Nacken und ein bisschen über sein Gesicht. Er hätte ewig so verharren können, doch letzten Endes beendete er die Dusche auf abrupte Art und Weise, indem er das heisse Wasser ausschaltete und für einige Sekunden nur noch das kalte Wasser laufen liess. Derart erfrischt trat er aus der Dusche, trocknete seinen Körper mit den flauschigen und vorgewärmten Tüchern, die dieses Hotel hier anbot.
Anschliessend streifte er sich einen mindestens so flauschigen Bademantel über und kehrte zurück in den Schlafbereich, wo er sich mit ausgebreiteten Armen auf das weiche Bett fallen liess. Teure Hotels waren super!
Er schloss die Augen, überliess seinen Körper ganz dem Gefühl der Entspannung und fühlte. Er fühlte all die Menschen um sich herum. Es waren schwache Präsenzen, flüchtig wie Schatten, kaum zu greifen, doch sie waren da. Er fühlte sie. Er fühlte ihre Energie. Pulsierend, wellenartig, impulsiv, ruhig, ganz abhängig vom Alter und der Konstitution eines jeden Menschen. Er fühlte was er ihnen entreissen konnte. Diese unnahbare Energie, die jeden einzelnen Menschen, jedes Wesen am Leben erhielt. Er konnte sie ergreifen und aus den Körpern herausreissen. Er konnte ähnlich einem losen Faden daran ziehen und beobachten wie sich das Konstrukt des Lebens allmählich unter seinem Zug auflöste.
Seine philosophischen Gedanken nahmen jäh ein Ende, als der schrille Ton seines Telefons links neben seinem Ohr erklang. Er schlug die Augen auf und setzte sich ruckartig in eine aufrechte Position.
Er zögerte nicht, als er nach dem Telefon griff und sich ans Ohr hielt.
"Gib mir fünf Minuten", antwortete er auf die Frage Irinas. Dann legte er auf und begann sich anzuziehen. Er entschied sich für Hemd und Hose, darüber seine Lederjacke, die der Anziehe etwas von ihrer Formalität nahm.
Es dauerte sieben Minuten, bis er aus seiner Tür trat und beim Nebenzimmer klopfte. Seine Haare waren noch immer feucht, doch es würde wohl kaum lange dauern, bis sie getrocknet waren.

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Lias
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Mi 06 Jan 2016, 18:48

In einem ihrer besten James-Bond-Anzüge (wenn James Bond knapp zwei Meter groß und wie ein Schrank gebaut gewesen wäre) öffnete Irina die Türe und grinste Alistair an, bevor sie mit einer Hand zu den Aufzügen deutete und gleich darauf die Führung übernahm. Inzwischen hatte sie gelernt ihre Schritte an ihre jeweiligen Begleiter anzupassen, wobei sie die Eierköpfe dann doch lieber hinter sich herlaufen ließ. Aber Alistair war sympathisch, weswegen er keine gemeine Sonderbehandlung bekam.
Ding machte der Aufzug und eine mechanisch klingende Stimme wies die verehrten Gäste darauf hin, dass sich auf dieser Ebene das Restaurant befand. Der livrierte Herr an dem kleinen Tischchen setzte sofort eine geschäftig wirkende Miene auf und kam auf die beiden zu.
"Ein Tisch für zwei, bitte. Auf Zimmer 342."
"Sofort. Wenn sie mir bitte folgen würden."
Wenig später saßen die beiden an einem der Tische im zehnten Stock des Hotel Maritim. Weit unten war Atlanta zu sehen. Irina legte ihren Pager auf den Tisch. Es war unwahrscheinlich, dass jetzt schon eine Meldung kommen würde, aber es war nicht unmöglich.
"Die Eierköpfe haben gesagt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis irgendwo ein magisches Wesen auftaucht. Nach Möglichkeit sollen wir es nicht töten, aber zum Angriff provozieren, um die Wirkung des Störsenders dokumentieren zu können. Und wenn wir eine Aufnahme des Kampfes machen könnten, blablabla. Ich nehme den Vitello Tonnato. Wir sollen vorsichtig undsoweiterundsoweiter. Du kennst das. Vielleicht den Krabbenrisotto?"
Ein Kellner brachte einen Aperitif und bedachte sowohl Irinas Haare als auch Alistairs Lederjacke mit einem neugierigen Blick, bevor er wieder verschwand.
"Irgendwelche Fragen, Beschwerden, Wünsche bezüglich des Weins?"

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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Mi 06 Jan 2016, 20:56

Der peitschende Wind riss Vitoria die letzten Reste von Glassplittern aus dem Haar und der Kleidung, sie hasste es wenn solche Angelegenheiten öffentlich wurden... es erregte verdammt viel Aufmerksamkeit und dann war auch noch die Tage etwas in den Nachrichten. Nun, zumindest wäre sie dann wohl längst über alle Berge...
Pater Graham hatte sie auf diesen Abschaum angesetzt, dieser selbsternannte Vampiroberboss... Dabei war es eigentlich nur ein kleiner Fisch der einen Nachtclub "übernommen" hatte und großteils wie die Made im Speck lebte. In dem ominösen Lokal waren Leute verschwunden, laut ihren Nachforschungen war da sogar mehrfach die Polizei im Spiel gewesen hatte aber nichts nachweisen können... Weder Vitoria noch die Abordnung hatten herausfinden können, wer dem untoten Bastard zu einem derartig wasserdichten zivilen Hintergrund verholfen hatte. Aber es spielte jetzt auch keine Rolle mehr...
Mit einem Fußtritt hatte sie die Tür aus den Angeln befördert als sie ihn bis zu seiner Wohnung verfolgt hatte, aber das war das Problem mit den Blutsaugern. Sie waren gerissen... Er hatte sie längst bemerkt gehabt und die Flucht ergriffen. Vica konnte noch sehen wie er einen Taxifahrer aus seinem Wagen riss und sich selbst an das Steuer setzte...
Direkt durch die Verglasung des Appartements gesprungen hatte sie nun selbst erneut die Verfolgung aufgenommen. Die Leute der Kirche mochten zwar etwas seltsam sein... aber das "metallene Pferdchen" welches sie ihr zu Beginn ihrer Arbeit gegeben hatten war großartig. Auch wenn es zu Beginn einiges an Übung gefordert hatte.
Es ging direkt durch die Innenstadt, der Flüchtige schien dabei kein all zu guter Fahrer zu sein, musste immer wieder auf den Bordstein um anderen Wagen auszuweichen und riss dabei Bänke, Mülleimer, Werbetafeln, Zeitungskästen und andere Dinge um. Ganz von den erschrockenen Passanten abgesehen, welche sich teilweise per Sprung und schreiend retten mussten. Vitoria konnte ebenfalls keine Acht auf sie nehmen, aber auf einem Eisenpferdchen hatte sie wesentlich größeren Spielraum... auch wenn sie größere Schneisen fahren musste um nicht über die Bordsteinkante zu scheppern.
Schließlich lenkte der Vampir das verbeulte Taxi mit vollgas in Richtung Hauptstraße... böser Fehler...
Einmal in einem scharfen Manöver zur Seite gelehnt, fand sie den Weg um ein anderes Fahrzeug herum und machte sich den Weg damit frei. Mit einem Wippen des Fußes beförderte Vitoria die V-Max einen Gang tiefer um die Drehzahl besser zu nutzen, jetzt konnte sie die absolute Stärke der Maschine ausschöpfen. Den Drehgriff bis zum Anschlag durchgezogen, schaltete es in den modifizierten V-Boost des Turboladers, deutlich konnte man hören wie die seitlichen Einlässe pfeifend die Luft mit aller Kaft einsaugten, der Motor tief aufschrie und das vordere Rad trotz des Gewichtes der ganzen Maschine etwas anstieg. Eng presste Vitoria ihren Oberkörper auf den Tank, nur noch Augen für ihre vor ihr liegende Beute.
Wie ein Pfeil der auf einen lahmen Esel abgeschossen wurde, näherte sie sich dem Flüchtigen, manövrierte sich nach Links und griff mit der Linken in die Innenseite ihres schwarzen Mantels.
Mit fest umschlossenem Griff, holte Vitoria die modifizierte Winchester hervor und legte an... nur noch ein kleines Stück... freies Schussfeld.
Es gab einen extrem lauten Knall und die Schrotladung ließ das linke Seitenfenster des Taxis regelrecht explodieren. Blut stob im Innenraum umher und deutlich konnte sie den erschrockenen Aufschrei vernehmen... Sah aus und klang ziemlich nach einem Treffer.
Der Wagen kam von der Straße ab, schoss über den Randstein und knallte frontal in eine Ziegelmauer... das Fahrzeug wurde dabei zusammen gedrückt wie eine Ziehharmonika, das Heck verbog sich sogar nach Oben und dann etwas nach Vorne, sodass es aussah als wäre versucht worden das Ding zu falten... Kein Wunder, sie hatten deutlich über 150 Stundenkilometer drauf gehabt
Vitoria zog die Bremse ihres Pferdchens durch, mit roher Gewalt pressten sich die Klötze in die Scheiben und brachten die Maschine mit dem Hinterrad etwas zum schlingern, bis sie nach kurzer Zeit zum stehen kam.
Über die Schulter schauend bemerkte sie wie bereits brennendes Benzin aus dem völlig zerstörten Taxi auslief. Ihr Ziel war hinüber... Erstens hatte sie ihn mit Silberschrot getroffen, Zweitens überlebte niemand so einen Aufprall. Vermutlich würde das Wrack jetzt auch noch ausbrennen bis Einsatzkräfte hier wären. Es würde wohl ausreichen...
Zeit hier zu verschwinden und Bericht zu erstatten, in der Ferne konnte sie die Sirene der Exekutive dieser Zeit bereits leise vernehmen...
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Skorm

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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Do 07 Jan 2016, 19:30

25. Juli 2015, Hannover, Deutschland

Die Geräusche eines vorbei fahrenden LKWs weckten mich. Verschlafen drehte ich mich auf die andere Seite – und stöhnte laut auf, als grelles Tageslicht durch einen Schlitz in den Vorhängen fiel. Verdammt, das war hell! Ich setzte mich mühsam auf, mit dem Rücken zum Fenster. Dann sah ich auf den Digitalwecker, der neben dem Bett stand. 14:13. Mist, hatte ich lange geschlafen. Gut, in den letzten Tagen hatte ich nicht sonderlich viel Schlaf bekommen, immer zu viele Leute in der Nähe. Ich brauchte einen ruhigen Ort zum Schlafen, einen wo mich niemand überraschen konnte...
So wie diese Wohnung. Der Besitzer war wohl im Urlaub oder so, also würde mich die nächsten Tage niemand stören und ich konnte mich ausruhen. So wie die Wohnung aussah, würde ich auch noch ne Weile meine Ruhe haben, alles war gut verpackt und aufgeräumt. Außerdem wirkte die Einrichtung auf mich so, als ob der Kerl es sich leisten konnte eine ziemliche Weile im Urlaub zu verbringen.

Es hatte aber eine ganze Weile gedauert, bis ich hier rein kam. Da ich nicht auf normalem Wege Schlösser knacken konnte, musste ich mich auf meine neu gefundenen Kräfte verlassen und das fiel mir nicht immer leicht. Ich hatte bestimmt zwanzig Minuten im Dunkeln versucht, die verdammte Tür aufzukriegen... Gott sei dank war es Mitten in der Nacht gewesen und es war niemandem aufgefallen, das sich jemand, der dort nichts zu suchen hatte an der Wohnungstür zu schaffen machte. Und ich war auch froh darüber es endlich geschafft zu haben, vorher hatte ich den gleichen Trick bei zwei anderen Wohnungen probiert. Eine Tür hatte ich sogar aufgekriegt, aber schließen hätte ich sie nicht mehr können. Abgesehen davon, dass das „Öffnen“ so einen Krach gemacht hatte, dass ich dort sowieso nicht hätte bleiben können bevor die Polizei aufgetaucht wäre.

Na gut, langsam war es aber an der Zeit aufzustehen…. Ich suchte ein paar Sachen zusammen und begann verschwand dann im Bad. Da ging ich meine morgendliche Routine zu dem auch Rasieren und Duschen gehörte durch. Anschließend zog ich mich an und packte ich meine Sachen. Ich hatte zwar vor, wieder hier her zu kommen, aber ich war mir nicht sicher ob ich nächstes Mal die Tür wieder aufkriegen würde. Außerdem könnte bis heute Abend der Besitzer dieser Wohnung wieder da sein…. Auch wenn ich das bezweifelte.

Als ich dann alles zusammen hatte – die Kleidung, die am Leib trug, ein bisschen Ersatzwäsche die ich aus dem Heim hatte mitgehen lassen, ein paar bescheidende Vorräte ( hauptsächlich Müsliriegel, Tütensuppen und ein paar Flaschen Mineralwasser ), ein bisschen Krimskram den man immer mal gebrauchen konnte und mein letzter kläglicher Rest Bargeld – schulterte ich die alte, große Sporttasche, in der ich den Großteil meiner Besitztümer aufbewahrte und verließ die Wohnung.

Ich lief Richtung Innenstadt, während ich darüber nachdachte, was ich so als Nächstes tun sollte. Einen wirklichen Plan hatte ich nicht, mein knurrender Magen wies mich nur unmissverständlich darauf hin, dass ich bald etwas essen sollte. Ich setzte mich in das nächste Café, was ich finden konnte. Dort suchte ich mir die dunkelste Ecke mit einem verhältnismäßig gutem Blick auf die Tür und bestellte einen schwarzen Kaffe und ein belegtes Brötchen. Während ich wartete, das mir mein Essen gebracht wurde beobachtete ich aufmerksam die anderen Gäste. Viel war hier ja nicht los...


Zuletzt von Skorm am Do 07 Jan 2016, 21:41 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Do 07 Jan 2016, 21:01

Wie so oft überliess Alistair Irina das Reden. Es kam ihm irgendwie entgegen, denn so musste er sich nicht allzu sehr kümmern. Während sie sprach blickte er aus dem Fenster. Der Anblick war atemberaubend. Ja, es war eine gute Entscheidung gewesen diesen Job anzunehmen. Es lebte sich gut, wenn man jede Menge Geld in den Arsch geschoben kriegte.
Schliesslich blickte er kurz in die Karte, über deren Rand hinweg er Irina anschaute. "Also sollen wir einfach abwarten? Wie genau gedenkst du vorzugehen? Atlanta ist gross, wie willst du es hinkriegen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein?"
Er bedachte den Kellner mit einem kurzen Blick und folgte ihm mit den Augen, bis er verschwunden war.
"Wein ...? Nun, ich würde ja den Tolaini Valdisanti vorschlagen. Eine italienische Gaumenfreude ... Aber ich vertraue natürlich auch auf dein Talent immer das richtige auszusuchen."
Er legte die Karte zur Seite.
"Und wenn wir die Kreatur nicht töten sollen ... wie lange sollen wir uns verteidigen?"

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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Do 07 Jan 2016, 21:09

Während Allorion verwundert durch die Stadt wanderte, bemerkte er immer wieder, das die Menschen tuschelten, auf ihn deuteten und irgendwas auf ihn richteten. Das was die Menschen in der hand hielten, kannte er nicht, aber es sah ungefährlich aus und es tat auch nicht weh. Plötzlich standen zwei Mädchen vor ihm und lächelten. "Dürfen wir ein Foto mit ihnen machen?" fragte eines der Mädchen freundlich. Das andere Mädchen hatte ebenfalls so einen seltsamen kleinen eckigen kasten in der hand. Es sah aus wie ein kleines Brett. Kurz hob Allorion eine augenbraue, dann nickte er. Die Mädchen stellten sich links und rechts neben ihn und das Mädchen hielt ihr weisses Brett hoch. Kurz erschien ein helles licht, dann war auch schon alles vorbei. Die Mädchen bedankten sich Artig und bevor sie gehen konnten, wandte er sich ihnen zu. "Wo finde ich den Anführer eures Volkes?" fragte er ruhig. Die Mädchen blickten ihn verwirrt fragend an. "Es tut mir leid, wir verstehen sie nicht," meinte eines der Mädchen. Allorion nickte leicht, dann lächelte er und verneigte sich. Dann ging er weiter in die Richtung, in die er unterwegs gewesen war.


Zuletzt von Mali am Sa 16 Jan 2016, 20:15 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Do 07 Jan 2016, 22:34

25. Juli 2015, Hannover

Tori quetschte ihre Unterlagen in den Rucksack und machte sich auf den Weg nach Hause. Gruppenarbeit. Wer zur Hölle hatte sowas erfunden? Sie würde sich kurz etwas zu essen gönnen und anschließend war es an der Zeit, sich nochmal ihrer Seminararbeit zu widmen. Oder zu lesen, nichts zu tun, völlig gleichgültig. Nur weg von der Uni.
Zum Glück musste sie heute nicht arbeiten.

Während sie durch die Stadt lief, ließ sie ihren Blick immer wieder auf einzelnen Personen ruhen. Manche waren ihr unheimlich – es fiel ihr schwer, ihre Gefühle dazu in Worte zu fassen. Ein allgemeines Unwohlsein, völlig unspezifisch – eine diffuse Angst war es. Keine Formulierung war exakt genug.
Es lag vielleicht auch daran, dass sie sich durch ihr Studium mit den abstrusesten Thesen befasste, wie Menschen und die Welt funktionierten, und dass auch immer wieder jemand mit neuen kruden Ideen ankam – ob man das alles nun als Indigokinder, Magier oder Schamanen bezeichnete, war dabei relativ egal. Vor allem aus der Gothic-Ecke tauchten immer wieder neue, hanebüchene Weltvorstellungen auf. Die Schwarzhaarmädels saßen dann auf ihren unbequemen Unistühlen, vermutlich mit Ratten in der Kapuze, und säuselten ihre Gedanken in die verbrauchte Luft des Seminarraums.
Obwohl sie sich gerne davon abgegrenzt hätte, konnte Tori nicht verhindern, dass sie diese Vorstellungen ebenfalls beschäftigten.

An einem kleinem Café in der Nähe der Uni hielt sie an. Es war günstig und hier waren kaum Studenten unterwegs. Dazu war es zu wenig angesagt.
Nur... dass an ihrem Lieblingsplatz bereits jemand saß. Ein junger Kerl, vielleicht ein künftiger Student. Sie schnaubte und setzte sich achselzuckend an einen anderen Platz, der ebenfalls nicht allzu exponiert lag, einen Tisch neben dem Typen, der scheinbar auf die Bedienung wartete. Wenigstens telefonierte er nicht oder erzählte irgendwelchen Leuten belangloses Zeug.
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Do 07 Jan 2016, 23:11

"Nein, ich glaube ich nehme den Rothschild. Ein 90iger Jahrgang, sowas sieht man nicht alle Tage. Oder möchtest du Fisch? Dann suche ich dir einen Weißen raus", murmelte Irina vor sich hin und blätterte mit einem Finger die Seiten der Weinkarte um. Der Kellner watschelte heran und Irina gab die Bestellung auf. Erst als der Kellner wieder verschwunden war, sprach sie weiter.
"Natürlich ist Atlanta groß, aber wir haben einen heißen Draht direkt zum Notruf. Wenn irgendwo was passiert, dann erfahren wir als erste davon. Hier."
Ein Schlüssel, der unverkennbar das Pferd der Marke Ferrari trug, flog über den Tisch und landete klappernd vor Alistair.
"Die Eierköpfe möchten zwei Minuten Test pro Kreatur, danach dürfen wir vorgehen wie wir wollen. Töten ist nicht erwünscht, aber wenn es sich nicht vermeiden lässt haben wir freie Hand. Übrig gebliebene Teile sollen nach Möglichkeit mitgebracht werden. Der Prototyp und seine Aufzeichnungen sollen in jedem Fall wieder ins Labor gebracht werden. Ah, der Gruß aus der Küche."

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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Fr 08 Jan 2016, 01:47

25. Juli 2015, Hannover

Luke und Asterio sassen ebenfalls in dem kleinen Café, in der nähe zur Uni. Luke schien etwas missmutig zu sein, weil alle Eckplätze bereits besetzt waren, und fragte sich, warum dieser Unispinner ausgerechnet dieses Café als Treffpunkt vorgeschlagen hatte.
Asterio hingegen war guter dinge, sie liebte es von der Farm weg zu kommen und die Stadt zu sehen, auch wenn sie deswegen diese unmodische Kutte tragen musste, welche ihre Flügelarme und Beine verdeckten, aber immerhin konnte sie die Kapuze unten lassen. Mit ihrem gemusterten Stirnband wirkte sie nun eher wie ein Mischung aus Ökofreak, der die letzten modischen Wandlungen der Gesellschaft verschlafen hatte, und einem Mönch aus einem Mittelaltermarkt. Vor ihr auf dem Tisch hatte sie, neben einem grossen Glas Ice-Tea, einen Laptop aufgebaut, welcher gerade hochgefahren hatte und Asterio mitteilte das es im Café öffentliches W-lan gab.
Die Harpyie vertiefte sich sofort in den Weiten des globalen Netzwerks, wie so oft, wenn sie in der Stadt waren und sie gerade nicht Live etwas erleben konnte. Luke hatte sich ebenfalls einen Ice-Tea bestellt, allerdings eine kleinere Glasgrösse gewählt als seine Begleitung. Es dauerte zwar nicht lange, bis ein weiterer Unistudent fortgeschrittenen Semesters das Café betrat, doch Luke waren die Minuten wie Stunden vorgekommen. Luke hatte schon ein paar Übergaben gemacht, doch bisher war das meist gegen Abend gewesen und nicht inmitten der Öffentlichkeit. "Hast dir ja ganz schön zeit gelassen."
Der Student hatte sich nur flüchtig im Café umgeschaut und sich dann an den Tisch zu Luke und Asterio gesetzt. "Tu doch nicht so als hättest du Stunden auf mich warten müssen, ich bin nicht einmal 2 Minuten zu spät und ausserdem wollte ich nicht aussehen als würde ich vom Unigelände fliehen." "Nicht das noch jemand auf uns aufmerksam wird, so inmitten eines öffentlichen Raums..." Die beiden unterhielten sich in einer Lautstärke, die es schwer machte, sie zu belauschen, bei den ganzen Gesprächen an den Nebentischen wäre es ohne Hilfsmittel wohl unmöglich mehr als nur Wortfetzen zu verstehen.
"Ich weis gar nicht was du hast, schau dich doch um, jeder ist mit sich selbst beschäftigt, niemand interessiert sich für uns und in der Menge gehen wir einfach unter. Besser als einen abgelegenen Platz aufzusuchen bei dem jeder der uns sieht sich fragt, was wir da machen." "Wenn du meinst..." "Also... du hast geschrieben, dass du eine ganz frische Probe und noch andere dinge hast?" "Ja Sie hat sich heute morgen ziemlich heftig geschnitten, sollte genug sein für dich, aber sei vorsichtig mit dem Zeugs, wenn du damit mist baust, haben wir beide ärger am hals... mal ganz davon abgesehen, dass sie mich wohl umbringen wird." Dem Student schien bereits ein Spruch auf den Lippen zu liegen, doch der Gesichtsausdruck von Luke machte ihm klar das es keineswegs ironisch gemeint gewesen war, und so schluckte er den Spruch wieder hinunter.
"Und sonst noch?" "Nichts so besonderes wie die Probe... Lamiahaut kennst ja schon, nochmals ne Flasche Minotauren-milch und mir ist es gelungen unserer Spinnerin die Fäden zu entlocken, so wie du sie haben wolltest... hab alles aufgewickelt, verpackt und entsprechend aufgeschrieben... ach ja ein Harpyen-Ei habe ich auch noch dabei, ebenfalls Frisch." Luke hatte während des Gesprächs seine Sporttasche geöffnet und dem Studenten einen Einblick gewährt, allerdings nie etwas herausgenommen und darauf geachtet, dass man von den Nachbartischen nicht in die Tasche sehen konnte. "Das Ding ist grösser als die anderen, etwa..." Die beiden blickten zu Asterio und Luke nickte. Die junge Harpyie schien die Blicke zu bemerken, blickte kurz von ihrem Laptop auf und lief dann rot an, bevor sie sich schnell wieder dem Text auf dem Bildschirm widmete.
"Und nun zu deinem Teil." "Ja was das angeht..." "Hey fang jetzt nicht an zu feilschen klar, ich mach dir hier sowieso schon einen guten Preis, weil du mir mit Inbrunst einen Vortrag über deine Naturwissenschaftliche Studien gehalten hast und was für neue Möglichkeiten und Entdeckungen sich hier bieten und so weiter und so weiter. Ich könnte das Zeugs aus an die Asiaten verticken für ihren esoterischen Quatsch, alleine schon die Lamiaschuppen würden sie mir aus den Händen reissen." "Nein so meinte ich das nicht, es ist nur mühsam das ganze immer in bar bereitzuhaben, gäbe es nicht eine Möglichkeit irgendwie per Überweisung..." "vergiss es, so was kann heutzutage jeder Depp vom anderen Ende der Welt zurückverfolgen, das ist das Letzte, was ich gebrauchen kann." "ok schon gut, hab schon verstanden."
Während Luke die Tasche wieder sorgfältig verschloss, zog der Student einen Umschlag aus seiner Jacke und reichte diesen Luke, welcher wiederum die Tasche zu dem Studenten hinüber schob. "Und nochmals, sei mit der Blutprobe verdammt vorsichtig und lass keinen anderen da dran, in Letzter zeit häufen sich im Netz die Geschichten über Jäger... das alles schwirrt nun schon zulange rum um es als Hirngespinst abzutun."
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Fr 08 Jan 2016, 20:53

Alistair musste schmunzeln und beschloss dann, tatsächlich einfach nicht mehr viel zu sagen. Er bestellte sich sein Essen und liess Irina entscheiden welchen Wein ihm dazu wohl am besten schmecken würde.
Als der Autoschlüssel vor ihm landete, pfiff er anerkennend durch die Zähne. "Uh, nice", grinste er, musterte ihn kurz, um sich zu überzeugen, dass er richtig gesehen hatte, ehe der Schlüssel in seiner Jackentasche verschwand.
"In Ordnung. Den Job werden wir schnell genug erledigt haben. Vielleicht komme ich sogar dazu mir den Wellnessbereich des Hotels anzusehen, bevor wir schon wieder abreisen müssen. Wir haben doch all inclusive, oder?"

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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Sa 09 Jan 2016, 11:39

"Bin wieder da!", rief Hope in den Flur hinein als sie die Haustüre hinter sich schloss und begann, sich aus Mantel und Stiefeln zu schälen.
"Hallo Schatz", kam es aus dem Wohnzimmer zur Antwort. Hope folgte Daryls Stimme, ließ sich neben ihm auf dem Sofa nieder und drückte ihm einen flüchtigen Kuss auf den Mund.
"Du bist spät", stellte Hopes Ehemann halb mitleidig, halb vorwurfsvoll fest, "Zoe war nicht glücklich, ohne ihre Mama ins Bett zu müssen."
"Tut mir leid", erwiderte Hope und verspürte tatsächlich ein schlechtes Gewissen. Sie war keine gute Mutter. Zu viel mit der Arbeit beschäftigt, zu wenig Zeit für die Familie. Nicht das, was sie sich früher einmal vorgestellt hatte. Aber was hätte sie dagegen tun sollen? Das hier war gewissermaßen eine Ausnahmesituation. "Heute war totales Chaos auf der Arbeit. Deshalb haben sie mich ja überhaupt erst am Samstag rein geholt. Es gab wirklich keine Chance, sich eher los zu machen."
Daryl nickte verständnisvoll, fuhr ihr mit der Hand durchs Haar und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. "Es ist noch eine Portion Mac'n'cheese übrig", erklärte er nach einer Weile, "Du wirst sie dir nur wieder warm machen müssen. Inzwischen werden sie kalt sein."
"Mac'n'cheese?", fragte Hope vorwurfsvoll und hob eine Augenbraue.
Daryl zuckte mit den Schultern. "Hat Zoe sich gewünscht."
Hope gab sich damit zufrieden, stand auf und ging in die Küche. Im Moment hätte sie so ziemlich alles gegessen, solange es nur satt machte. Als sie fünf Minuten später mit einem dampfenden Teller voll Macaroni zurück ins Wohnzimmer kam hatte Daryl auf irgendeinen Sender umgeschaltet, auf dem gerade Nachrichten liefen.
"New York: im Stadtteil Queens kam es heute nachmittag zu einem folgenschweren Unfall, bei dem ein Mann ums Leben kam und mehrere Unbeteiligte zum Teil schwer verletzt wurden", verlas die Nachrichtensprecherin nüchtern, "Ein Taxi fuhr mit offenbar stark überhöhter Geschwindigkeit etwa zehn Minuten durch die Stadt, wobei es immer wieder auf Gehsteige auswich. Dabei entstand erheblicher Sachschaden und mehrere Passanten zogen sich Verletzungen zu. Augenzeugen berichten, dass das Taxi von einem Motorrad verfolgt wurde. Offenbar kam es auch zu einem Schusswechsel zwischen den Fahrern, im Zuge dessen das Taxi gegen eine Mauer prallte und in Flammen aufging, wobei der Fahrer ums Leben kam. Vom Fahrer des Motorrads hingegen fehlt jede Spur. Die schweren Verbrennungen des Unfallopfers lassen bisher keine eindeutige Identifikation zu. Ermittlungsbehörden können bisher nicht zweifelsfrei sagen, ob es sich dabei um einen Menschen handelt. Das NYPD hat eine Belohnung für Hinweise ausgeschrieben, die zur Ergreifung des flüchtigen Motorradfahrers führen. Und nun zur Börse..."
Hope folgte der Berichterstattung schweigend, kauend. Ihre Miene verdüsterte sich jedoch zusehens. Vor allem der vorletzte Satz bezüglich der Rasse des Toten bereitete ihr Sorgen. Sollte es sich um einen Nicht-Menschen handeln, dann wäre es nicht unwahrscheinlich, wenn der am Montag bei ihr auf dem Tisch läge.

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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Sa 09 Jan 2016, 17:17

Vitoria entschied sich für den längeren aber ruhigeren Umweg, die Nacht war schön, die Straße weniger befahren und der kühle Wind angenehm. Auf dem Highway war ihr zu viel los... zudem stieg die Chance in eine Kontrolle der Exekutive zu geraten. Der eigentliche Plan wäre es gewesen den Vampir erst zu fangen und dann zu befragen. Er könnte Sterbliche zu Seinesgleichen gemacht haben, oder schlimmer noch zu Guhlen...
Getötet hätte sie ihn ohnehin, allerdings wollte sie bei der Flucht kein Risiko eingehen. Sobald die Jagd öffentlich wurde und so wie vorhin auf der freien Straße stattfand, dann musste es ziemlich schnell gehen. Desto länger sie ab da an brauchte ein Ziel zur Strecke zu bringen, desto riskanter wurde die ganze Angelegenheit.
Eventuell würden sie jetzt nicht darum herum kommen noch weitere Nachforschungen anzustellen... Pater Graham würde sie Morgen bestimmt erneut hinausschicken wollen.
Den Gedanken vorerst verdrängend, gab Vica ihrem metallenen Pferdchen die Sporen und folgte weiterhin dem Weg zu dem kürzlich erst eingerichteten Unterschlupf. Zuerst hatte sie von dem Unterschlupf in Boston aus agiert, dabei hatte aber noch niemand geahnt wie die Lage hier eigentlich war.
Vitoria bog in eine enge Seitengasse ein, schlängelte sich zwischen Müllcontainern hindurch und griff dann in ihre linke Seitentasche ihres Mantels. Den Knopf einer kleinen Fernbedienung betätigt, öffnete sich eines von mehreren Rolltoren rechts vor ihr, durch welches sie dann ihre Maschine hindurch bewegte.
Den Motor abgestellt, begab sie sich vom Sitz und sorgte mit dem Fuß dafür, dass sich die Stütze ausklappte um ein umkippen der schweren V-max zu verhindern.
Es war eine eher kleine Garage, hier hätte bis auf ein ganzes Fahrzeug sonst nicht mehr viel Platz gehabt... Vitoria öffnete einen stählernen Spind und fischte eine metallene Tafel aus einem der Fächer, anschließend kniete sie sich hinter dem Motorrad ab und nahm die nicht registrierte Nummerntafel ab. In ihren Händen hatte sie eine zivile und auch auf ihren falschen Namen gemeldete Nummerntafel aus Boston. So stand es auch in ihren Papieren, Führerschein, Kreditkarte... "Amelia Chase", so hieß sie diesmal. Da sollte man versuchen nicht durcheinander zu kommen.
Die andere Nummerntafel eingeklipst, verließ sie dann die Garage und schloss das Tor wieder hinter sich. Es war eine urbane Gegend, derartig verbaut und verwinkelt, dass es ein Kinderspiel war seine Spuren zu verwischen... eine Ähnlichkeit zu dem großen Unterschlupf in Boston.

Den Block betreten, begab sich Vitoria über zwei Stockwerke nach Oben und betrat das Appartement Nummer 12. Darin erwartete sie ein von einem Buch aufblickender Pater Graham welcher es sich auf dem schwarzen Ledersofa gemütlich gemacht hatte. "Ich habe die Nachrichten gesehen... Ich schätze mal, das warst du.", eröffnete der Geistliche das Gespräch.
Vitoria entgegnete nichts, stattdessen warf sie ihren Schlüssel auf die Anrichte neben der Tür. "Dann weißt du ja bereits alles.", entgegnete sie daraufhin und legte ihren Mantel ab.
Darunter trug sie einen schwarzen Rollkragenpullover, zusammen mit einem Schultergurt welcher mit einem Hüftgurt verbunden war, an welchen sich ein ziemlich beachtliches Arsenal sammelte. Ihre zwei Pistolen über der Hüfte getragen, die zwei Dolche getrennt in Scheiden dahinter. Der Kaliber 12 Winchester Repetierer war im Innenfutter ihres Mantels untergebracht.
Natürlich hatte es Zeugen gegeben, wie sollte es auch anders sein... Mittlerweile war Vaju aus ihrem Schlafzimmer angerannt gekommen und umschmiegte ihre Beine. "Nebenbei danke, dass du sie aus Boston hierher gebracht hast.", bedankte sie sich bei Pater Graham, welcher abwinkte. "Nicht der Rede wert. Wenn ich schon nicht selbst des Nachts hinaus kann, so hatte ich dadurch wenigstens Tags über etwas zu tun."
Vaju war eine schwarze Bombay Katze mit tief gelben Augen... fast wie die ihren, hätte sie nicht ihre Kontaktlinsen getragen. Nicht ganz zwei Jahre war es her, seitdem sie die Katze von ihrem ersten in dieser neuen Welt verdienten Geld gekauft hatte.
Vitoria begab sich zu dem großen Bücherregal aus schwarz lackiertem Holz, jenes konnte man dank Scharnieren zur Seite schwenken. Dahinter befand sich eine Nische in der Wand, gefüllt mit Munitionskisten und einigen weiteren an der Wand hängenden Waffen.
"Ich schätze du hast ihn nicht mehr befragen können.", warf der Pater ein und las dabei weiter in seinem Buch. Die Halbdämonin sagte darauf nichts, stattdessen begann sie damit ihre Waffen zu entladen und sowohl Magazine, Munition als auch die Waffen selbst zu verstauen. "Das einzige was etwas aus ihm herausquetschen konnte, war die Mauer in welche er gerast ist. Es schien als hätte er mich vorher bemerkt.", antwortete sie ihm dann auf seine eher indirekte Frage.
"Oder jemand hat ihn gewarnt.", warf Graham ein und griff zu einem Kristallglas mit Wein darin vor ihm auf dem niedrigen Couchtisch. "Exakt. Ich werde Morgen Abend den Nachtclub aufsuchen und neue Nachforschungen anstellen."
Für Heute war ihre Arbeit erledigt... Tagsüber würde sie sich endlich die Zeit nehmen und sich diesen großen Stadtpark ansehen, sie hatte den Namen vergessen... soll aber sehr bekannt sein.
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Sa 09 Jan 2016, 18:20

Es dämmerte bereits, als Phileas die Tür seines Elternhauses aufschloß. Seinen Schlüssel holte er dazu gar nicht erst heraus, denn ein gewisses Maß an Faulheit gehörte zu seinen Lastern. Schon vor einer ganzen Weile hatte er sich angewöhnt, aus verdichteter Luft innerhalb des Schlosses einen Schlüssel zu formen, mit dem er die Tür aufsperrte. So genau würde schon niemand hinsehen, um das zu bemerken.
Die Tür stieß er in Handarbeit auf, doch kaum hatte er den Flur betreten, flog sie wie von Geisterhand selbständig wieder ins Schloß.
"Bin zuhause, was gibt's zu essen?" rief er, wie üblich, wenn er sein Elternhaus betrat. Er lauschte einen Moment und stellte fest, daß niemand zuhause war. "Die werden doch nicht am Samstag arbeiten..." murmelte er, schlüpfte aus seinen Sneakers und stapfte in die Küche, um dort nach eßbarem zu suchen. In der Mitte des Raumes blieb er stehen und streckte die Hand nach dem Kühlschrank aus, dessen Tür sich umgehend öffnete. Eine Dose Cola flog in seine ausgestreckte Hand und die Kühlschranktür wieder zu. Neben der Mikrowelle entdeckte er einen Teller, den seine Mutter dort für ihn hingestellt haben mußte.
"Gemüseauflauf!" ächzte der Teenager und zog eine Grimasse. "Aber sich beschweren, daß ich nicht zunehme, wie paßt denn das zusammen!" Er seufzte und öffnete den Gefrierschrank, dem er eine Tiefkühlpizza entnahm. "Schon besser," grinste er zufrieden und ließ sich auf einen der Stühle am Küchentisch fallen, während er den Backofen vorheizte und einen großen Schluck aus seiner Coladose nahm.
Sein Blick fiel auf den Küchenfernseher, den er umgehend einschaltete. Die Nachrichten liefen gerade, und Phileas wollte schon weiter zappen, doch dann fiel ihm ein, daß vielleicht etwas über den Vorfall am Times Square laufen würde. Zuerst kam allerdings eine Meldung über einen Autounfall infolge einer Verfolgungsjagd in Queens.
"Klingt übel," murmelte der Junge bedauernd. "Schade, daß ich nicht dort war!"
Er verstummte sofort, als der Bericht über seine Aktion am Times Square folgte. Aus bislang unbekannten Gründen war ein Mann aus einem Zimmer im 20. Stock des Marriott Marquis gestürzt, was er jedoch unter recht mysteriösen Umständen überlebt hatte. Phileas mußte schlucken, als er '20. Stock' hörte. Einen Sturz aus dieser Höhe hätte der Mann zweifellos nicht überlebt...
So aber war er mit ein paar Kratzern, Schnittwunden (welche er sich infolge seines Sturzes durch die zersplitternde Fensterscheibe zugezogen hatte) und Prellungen ausgesprochen glimpflich davon gekommen und ins nächste Krankenhaus eingeliefert worden. Die Polizei untersuchte den Fall bereits, insbesondere ging sie der Frage nach, wie der Mann das ganze überlebt hatte. Es wurde von etlichen Augenzeugen berichtet, die ausgesagt hatten, daß sich sein Fall plötzlich stark verlangsamt haben sollte; einige waren sich sogar sicher, daß da ein Magier seine Finger im Spiel hatte, was allerdings vom Nachrichtensprecher abfällig als Spinnerei abgetan wurde.
Phileas konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen.
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Di 12 Jan 2016, 13:19

Während ich auf die Bedienung wartete, kam eine junge Frau – ungefähr in meinem Alter schätzte ich - zur Tür rein und steuerte direkt auf meinen Tisch zu. Dabei sah sie mich feindselig an. Ich wurde unruhig. Ich hatte die Frau noch nie in meinem Leben gesehen. Was wollte die von mir? Hatte sie ein Problem mit meinem Aussehen oder saß ich vielleicht auf „ihrem“ Platz?

Dass Leute mich wegen meines Aussehen anpöbelten kannte ich zur genüge, wobei es hier auf der Straße seltener vorkam als damals in Rom… Vielleicht lag es daran, das die Leute in Deutschland nicht so stark religiös waren, wie die in Rom, dort hatte man mir mehrfach unterstellt, ich sei ein Diener des Teufels. Die Frau näherte sich dem Tisch weiterhin, ich konnte mich nur noch mit Mühe davon abhalten aufzuspringen und das Café zu verlassen. Plötzlich schnaubte sie und setzte sich an einen anderen Tisch. Ich seufzte erleichtert. Nochmal Glück gehabt.
Jetzt, wo ich keinen Grund mehr hatte, nervös zu sein, fiel mir auf dass die Frau auch gar nicht so bedrohlich aussah. Nicht viel größer als ich, schlank, Hornbrille. Schwarzer Schal und Jeans. Mit den Sommersprossen wirkte sie eigentlich eher niedlich als gefährlich. Vermutlich war sie ne Studentin, das Café lag in der Nähe der Uni, wenn ich mich nicht irrte.

„Bitte sehr, ihr Kaffee und ihr Brötchen. Lassen sie es sich schmecken!“ die Bedienung kam von der Seite, auf die ich nicht geachtet hatte, genau gegenüberliegend zu dem Tisch an dem die Fremde saß, die ich gerade beobachtete. Ich zuckte zusammen. Die Bedienung kicherte leise. „D- Danke sehr.“ stammelte ich während ich spürte wie mir das Blut in den Kopf schoss. Na toll, jetzt konnte jeder – aufgrund meiner hellen Haut – erkennen, dass ich mich schämte. Die Bedienung sah mich merkwürdig an. „Sie kommen nicht von hier, oder?“ „Italien, Rom.“ murmelte ich. Anscheinend war ihr mein Akzent aufgefallen. „Oh, Rom. Da wollte ich auch mal irgendwann hin. Wie lange sind sie schon in Deutschland?“ „Ein paar Wochen.“ „Interessant. Ich muss jetzt weitermachen, aber noch einen schönen Aufenthalt und guten Appetit!“ die Bedienung lächelte mir zu und verschwand wieder. Ich rutschte auf meinem Stuhl hin und her. Die ganze Aufmerksamkeit war mir unangenehm. Am liebsten hätte ich meine Magie eingesetzt, aber das wäre zu auffällig gewesen. Die Leute würden sich daran erinnern, dass der junge, weißhaarige Mann so plötzlich verschwunden war. Ich hatte schon genug von Angriffen auf Magienutzer gesehen und gehört um zu wissen, dass das keine gute Idee war.

Mein Magen meldete sich wieder, diesmal lauter als vorher. Ich fing an mein Brötchen zu verspeisen.
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Sa 16 Jan 2016, 20:40

Lysander kam an seinem Arbeitsplatz an und zog sich dort um. Dann ging er in den Trainingsraum, wo bereits einige junge Männer und Frauen warteten. "Nun, Herrschaften, fangen wir mit den Dehnübungen an," erklärte er und zeigte ihnen einige übungen, mit denen sie sich aufwärmen konnten.

Allorion betrachtete die Gebäude interessiert. Nach einer weile entdeckte er ein Gebäude,  das von einem Schild vor der Tür als Kirche bezeichnet wurde. Er betrat das Gebäude und sah sich neugierig um. Doch als er das Kreuz mit dem Metall Jesus dran entdeckte betrachtete er dieses entsetzt. Mit großen Schritten ging er darauf zu und wollte den Aufgehängten vom Kreuz entfernen. "Was tun sie denn da?" hörte er dann eine stimme und blickte dorthin. Ein Mann mit dunklen Kleidern stand dort und blickte zu ihm. "Ich werde diesen Mann von seiner Folter befreien," erwiederte Allorion und versuchte, weiterhin den Metall Jesus vom Kreuz zu lösen. Der Priester versuchte natürlich, ihn vom Kreuz weg zu bekommen, doch der Krieger war sehr viel stärker als er. "Bitte, lassen sie das. Er ist doch nur ein Symbol für uns. Er ist nicht echt," dabei deutete er auf die Jesus figur. "Wo sind die Druiden? Was ist hier passiert? Wo ist der Palast meiner Königin?," wollte der Elf natürlich gleich wissen, doch das einzige wort, das der Priester einigermaßen verstand war Druide. "Es gibt keine Druiden mehr," meinte er ruhig. Was beide nicht wussten, war das jemand die Polizei gerufen hatte, wegen der Randale am Kreuz.
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   So 17 Jan 2016, 16:31

(Hannover, immer noch 25.Juli)

Noch bevor Tori ihren Cappucchino ausgetrunken hatte, betraten noch mehr Personen das Café, die ihre Aufmerksamkeit auf sich zogen.
Sie blickte zwischen dem jungen Mann in der Ecke und der neu angekommenen Gruppe hin und her. Eine Frau mit Laptop und ein Junge. An ihr war etwas Ungewöhnliches, was nicht nur ihrer komischen Kutte geschuldet war. Vielleicht hielt sie ihren Aufzug für besonders interessant oder gar für ein Symbol ihrer außergewöhnlichen Intellektualität.
Dazu setzte sich kurz darauf ein weiterer Mann. Tori glaubte, ihn bereits einmal in der Mensa gesehen zu haben. Er hatte wenig Auffälliges an sich, von seiner Unauffälligkeit abgesehen.
Die Heimlichkeit, mit der sich die drei unterhielten, könnte auf einen Dealer hinweisen. Sicher war Tori sich nicht, aber ganz koscher kam ihr das alles nicht vor.

Tori war bei weitem nicht der mutigste Mensch der Welt. Sie hatte Angst vor groben Menschen, Angst vor den neuesten Entwicklungen in der Gesellschaft und Angst vor Hunden, die auf der Kampfhundeliste standen sowie vor allen, die darauf stehen sollten.
Allerdings „litt“ sie auch an einer Kombination, die nie sonderlich günstig war: Sie war nicht nur ängstlich, sondern auch neugierig. In ihrem bisherigen Leben hatte sie viele Menschen kennengelernt, die irgendwo am Abgrund gestanden hatten, in einem Drogensumpf oder kurz vor dem Suizid. Um ehrlich zu sein, hatte sie kaum Kontakt zu Leuten, die ein ganz normales Dasein hatten.
Toris Interesse an Philosophie, gepaart mit Interesse an der menschlichen Psyche, hatte diese Bekannten und Freunde zu Objekten werden lassen, an denen man Forschung betreiben konnte, und ähnlich ging es Tori im Moment mit diesen Menschen, die in „ihrem“ Café herumsaßen. Der Typ in der Ecke. Zurückgezogen. Harmlos, aber hatte sicher viel zu erzählen. Wirkte ja fast schon soziophob, wie er vor der Bedienung kauerte.
Die Dreierkombi an dem anderen Tisch war da schon ein anderes Kaliber. Eines, das gefährlich werden konnte, falls es sich wirklich um einen Dealer handelte. Und seltsam waren sie alle mal.

Tori blieb sitzen, unentschlossen. Sie würde sich erst mal ansehen, was die anderen hier so vorhatten, und vielleicht könnte sie ja auch herausfinden, was es mit ihnen auf sich hatte. Ohne sich in Gefahr zu begeben. Vielleicht. Oder sie ging einfach nach Hause und schrieb ihre Seminararbeit...
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Nanoteh
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Di 19 Jan 2016, 11:55

Seine Augenbrauen berührten beinahe schon den Rand des Kristallglases, als er seine Nase in dem selbigen versenkte und den letzten Rest des Weines hinunter spülte. Seitdem sie dieses Getier von der Straße holten, trank er vielleicht doch hier und da einen Tropfen zu viel. Zumindest das konnte er in seinem Alter noch ausgezeichnet...
Als er das Glas abstellte, schaute er auf und dann kurz nicht mehr weg.
Vitoria hatte während ihrer Dusche einen neuen Entschluss gefasst, daher trug sie nun ein kurzes schwarzes Abendkleid welches ihr bis etwa eine Hand breit über das Knie reichte, zusammen mit hohen Schuhen und einer Handtasche die groß genug war um eine ihrer Pistolen und den Silberdolch unterbringen zu können. So öffnete sie erneut die kleine versteckte Waffenkammer, stellte die Handtasche ab und begann drei Magazine mit 45er Silbermunition zu bestücken. "Lass mich raten... du hast beschlossen dich Heute noch darum zu kümmern?", fragte der Pater und senkte seine Augen dann wieder auf das Buch in seinen Händen.
"Nenne es einfach Intuition... Außerdem könnte es nicht all zu lange dauern, bis sie die Leiche identifiziert haben. Der Zeitpunkt kann vermutlich besser nicht sein.", erklärte sie ihm und schob dabei nach und nach eine Patrone nach der anderen in den Magazinschacht, bevor sie eines der Magazine unterhalb des Griffes in die Waffe schob und mitsamt den anderen zwei Magazinen in der Handtasche verstaute. Auch der Silberdolch landete im Anschluss darin bevor der Reißverschluss zugezogen wurde.
"Ich würde ja viel Glück wünschen, aber daran glaubst du ja nicht.", brummte Graham eher. Vitoria hingegen wandte sich dabei um und schaute ihn aus haselnussbraunen Augen an, sie hatte vorher noch die Kontaktlinsen gewechselt...
Schließlich zeigte sie ein leichtes Schmunzeln, verschloss den begehbaren Waffenschrank wieder, griff im vorbeigehen ihren Mantel und verließ ohne ein weiteres Wort das Appartement. Die Treppe hinunter knöpfte sie ihren Mantel vor der Brust zu und war in Gedanken bereits wieder dabei wie sie vorgehen sollte...
Ihr Ziel war ein ziemlich beliebter Club in Queens, nicht gerade von der kleinen Sorte sondern eher weitläufig und auch nicht von der harmlosen Sorte. Da ging es nebenher auch ganz schön mit Rauschmitteln zur Sache und seitdem der Club von dem nunmehr toten Vampir übernommen worden war, sind hier und da vor oder nach dem Besuch einzelne Personen verschwunden. Das war das letzte Puzzlestück welchem Vica nun auf den Grund gehen wollte.
Nach der Verfolgung war in dem Stadtteil sicher die Polizeiaktivität erhöht, sie würde also nicht ihr metallenes Pferdchen benutzen... zu auffällig. So ging sie von der Gasse aus auf die Hauptstraße hinaus und winkte nach einem sich nähernden Taxi.
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Shoggoth

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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Mi 20 Jan 2016, 15:40

Auf der Fahrt durchstöberte ich das Netz nach Neuigkeiten rund um New York, ich musste schließlich immer wachsam sein. Wenn man sich so genau auskannte wie ich, dann war es auch ein leichtes aus den scheinbar unwichtigen News diese herauszufiltern die Beweise für die Unterwanderung unserer Gesellschaft lieferten.
Ein einfaches Beispiel fand sich schnell. Hochgeschwindigkeitsverfolgungsjagd durch die Innenstadt. Am Ende ein Auto zerstört und dessen Insasse tot. Natürlich auch nicht mehr zu identifizieren. War ja klar. Sonst hätte man sofort herausgefunden das es sich hier um einen geheimen Einsatz der Weltregierung gegen einen unregistrierten Nicht-Menschen handelt. Solche Leute wurden oft zum Schweigen gebracht, denn auch sie gehörten kontrolliert. Deswegen riet ich all meinen Followern ihre Kräfte sorgfältig zu verbergen und im Zweifel sofort zu fliehen. Man war nirgends wirklich sicher, wenn man sich dort zu lange aufhielt.
Dann fiel mir noch etwas ins Auge, ein Bericht über die Ratten die sich in der Kanalisation aufhielten. Auch sie mussten durch die Experimente der Weltregierung verändert worden sein. Ich ging davon aus, dass es sich nur noch um wenige Monate handeln würde bis die ersten Ratten-Staaten sich aus dem Untergrund erhoben um ihre zahlenmäßig unterlegenen menschlichen Oberstädte zu übernehmen. Natürlich nur wenn es vorher keine geheime Eingreiftruppe schafft sie aufzuhalten.
Diese Überlegungen teilte ich auf meinem Blog mit, damit auch meine Anhänger immer auf dem neusten Stand waren. Leider blickte nicht jeder so einfach hinter die Fassade der Main-Stream-Medien. Deswegen sah ich es in meiner Verantwortung dieses Wissen mit meiner Umwelt zu teilen, es war nur ein kleiner Beitrag, aber ein großes Ziel. Die Freiheit aller Menschen von der Unterdrückung der Weltregierung war zum ersten Mal seit Langem in greifbarer Nähe.
Zufrieden und müde lehnte ich mich in meinen Sitz zurück. Es war schon spät und das W-Lan im Bus gab es nicht her noch eine Runde zu zocken. Das Schütteln des Busses machte mich schon ganz schläfrig, aber einmal kurz schaute ich nochmal auf meinen Bildschirm.
Typ fällt aus dem x-ten Stock, überlebt wie durch ein Wunder. Magie im Spiel? Ich kicherte in mich hinein, richtig, die Magie von Hollywood vielleicht. Wie gutgläubig doch manche Menschen sind.
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Mi 20 Jan 2016, 22:14

"Was genau mache ich gleich noch mal in dieser Gegend?" murmelte Phileas, als er die Straße entlang schlenderte und die Fassaden ringsum betrachtete. Diese Umgebung war vermutlich schon tagsüber kein besonders sicherer Ort für einen 16-jährigen Teenager, aber um diese Zeit... wenn seine Eltern gewußt hätten, daß er sich jetzt gerade hier aufhielt, hätten sie vermutlich sofort die Polizei gerufen - ach was, das FBI!
Allerdings hatte Hank ihm die Adresse eines Nachtclubs irgendwo in Queens gesteckt, in dem grundsätzlich jeder Gast Alkohol erhielt; was Phileas wiederum zu der Annahme führte, daß auch er dort welchen bekommen würde, wenn er es nur schaffte, hinein zu kommen. Der Gedanke, daß letzteres möglicherweise ein Problem werden könnte, hatte sich bisher noch nicht ins Zentrum seines Bewußtseins gedrängt.
Ein Wagen ohne Innenbeleuchtung, der direkt neben ihm hielt, zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Ein Fenster wurde heruntergekurbelt.
"Hey, Kleiner!"
"Äh, meinen Sie mich, Sir?" fragte Phileas überflüssigerweise. Außer ihm war niemand in der Nähe. "Tut mir leid, aber ich kenne mich hier auch nicht aus, und..." sagte der Junge in der Annahme, daß der Mann nach dem Weg fragen wollte, doch der unterbrach ihn mit einer ruckartigen Handbewegung.
"Halt's Maul. Wie wär's mit nem Fünfziger? Wenn du schluckst, wär auch'n Hunderter drin!"
"Ich, äh... bin nicht sicher, ob ich verstehe, was Sie meinen," gestand Phileas etwas ratlos. Allerdings dämmerte es ihm entfernt, daß der Kerl ihn für einen Stricherjungen zu halten schien...
"Ach, verpiß dich nach Hause zu Mami, Kleiner!" fuhr der Kerl ihn an, der nun zu begreifen schien, daß er sich getäuscht hatte. Dann brauste er davon. Phileas sah ihm fassungslos hinterher.
Kurz darauf hatte er die Adresse endlich gefunden - der Name auf der Leuchtreklame stimmte genau überein. "Na wunderbar, dann muß ich ja nur noch rein kommen!" grinste er und stapfte eilig auf die von einem Türsteher gesäumte Eingangstür zu.
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Nanoteh
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BeitragThema: Re: [RoM] MSG-Thread   Do 21 Jan 2016, 12:20

Es holperte ganz schön, als der Fahrer des Taxis in der Nähe des Clubs einfach auf den Randstein des Bürgersteigs fuhr um anzuhalten. Vitoria bezahlte den Fahrer für die Strecke und stieg dann aus, dabei ließ sie ihren Blick erneut durch die Gegend schweifen. Es war sicher alles andere als die beste Gegend von Queens... war schon am Tag nicht sehr vertrauenserregend gewesen. Frauen welche an den Ecken ihre Körper verkauften, ein Typ mit tief in das Gesicht gezogener Kapuze welcher irgendwie wirkte als würde er auf jemanden warten... Man konnte sich denken was jener anzubieten hatte.
Vica steuerte direkt auf den Nachtclub, das "Isolated" zu... eines der saubersten Gebäude in einer Reihe von Geschäften und Appartementblöcken... Von weitem konnte man bereits vernehmen, dass es in dem Laden nicht gerade ruhig zuging. Es war aber eine angesagte Bude, das erkannte man sofort. Zumindest machte einem die nicht all zu kleine Warteschlange vor dem Eingang klar, dass man hier nicht für Zuckerwatte anstand.
Vitoria dachte gar nicht erst daran sich anzustellen, da hätte sie mindestens eine halbe Stunde gewartet. Stattdessen näherte sie sich von der anderen Seite auf dem Gehweg den beiden Türstehern. Beide wirkten nicht gerade von der freundlichsten Sorte, sprach vermutlich von Erfahrung in diesem Job... Einer von ihnen war schwarz und ein halber Bär, Hände wie Toilettensitze und mehr als einen Kopf größer als Vitoria selbst... fraglich ob sich ein Normalsterblicher mit so einem Koloss anlegen würde.
Als die Halbdämonin sie erreicht hatte, drehte sich der Türsteher bereits zu ihr und wollte sie bereits auf die Warteschlange verweisen... aber Vitoria tat so als würde sie ihm die Hand geben, er wusste sofort worum es ging und nahm sie entgegen. Es vermittelte beinahe den Eindruck, als würden sie sich gut kennen.
Als Vitoria ihre Hand wieder zurück zog, bemerkte man nicht wie ein kleines Papierstück den Besitzer wechselte...
Mehr aus den Augenwinkeln schaute der Türsteher in seine Handfläche, in welchem ein zusammen gefalteter 50 Dollar Schein lag, nickte dann und hob das rote Absperrband um Vitoria direkt durchzulassen.
Die Hände in den Taschen ihres Mantels verstaut, betrat sie den Nachtclub und wurde von stickiger Luft umgehend begrüßt... Sie wich einem viel zu jung wirkenden Mädchen aus welche an ihr vorbei in Richtung der Toiletten stolperte, kurz darauf einer Gruppe von jungen Kerlen welche sie in ihre Vollsud wohl glatt übersehen hätten.
Der dumpfe Bass welcher sich von der lauten Musik ausgehend zu ihr ausbreitete, war jetzt schon auf einem Pegel der einfach nicht gut für das eigene Gehör sein konnte...
Ihren Mantel gab sie derweil in der Garderobe ab und durfte dafür fünf Dollar Kaution hinterlegen, die Taschen waren leer und auch sonst war darin nichts versteckt. Besser als ihn die ganze Zeit herum tragen zu müssen.
Vorerst begab sich Vitoria direkt in den Hauptbereich, es war ziemlich voll... stickig, laut und deutlich vernahm sie den Geruch jedes einzelnen Sterblichen. Sie suchte eine der Bars auf, zog sich einen Hocker zu ihr um sich darauf zu setzen. "Wodka, pur auf Eis.", dabei musste sie mit ihrer Stimme ziemlich laut werden, damit der Barmann sie verstehen konnte. Dann nickte er aber, griff in die Kühlung, holte eine Flasche heraus und versuchte vor Vitoria eine Show abzuziehen. Er warf sie in die Luft und fing sie mit hinter den Rücken gehaltener Hand wieder auf, bevor er Eiswürfel aus einem Kühler schwungvoll in ein Glas beförderte und die Flasche übertrieben weit nach Oben zog und wieder senkte um einzuschenken. Vica drehte sich von dem Anblick weg und etwas zur Seite, schaute stattdessen über die Menge an Feiernden...
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