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 [MSG] Die Beobachter

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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 08 Jan 2012, 20:41

"Eure Komplimente schmeicheln mir, werte Perfekta, aber sie verfangen nicht", antwortete Wehegrim und riss seinen Blick vom Fluss der Seelen los um ihn seiner Besucherin zuzuwenden. Die dünne Haut seines Gesichts spannte um die Mundwinkel als er ein schmales Lächeln in Anbetracht der dargebotenen Hände zeigte, doch er machte keinerlei Anstalten, eine der beiden auszuwählen. Stattdessen faltete er Hände vor sich auf dem Tisch, sodass der schwere Samt mit fast unhörbar sanftem Rascheln an sich selbst rieb. Wenn man es bei einem beinlosen Wesen, dass auf einer schmalen Grabsteinkante saß, so nennen mochte, dann lehnte er sich zurück.
"Behaltet den Bauern und entscheidet, was mit ihm geschehen soll", antwortete er ungebrochen höflich, aber bestimmt, "Ihr seid eine Beobachterin, eine Herabgestiegene. Ihr habt ein Volk, das euch verehrt und das ihr behütet. Er..." Wehegrim streckte einen langen Finger aus und wies auf die geballten Hände, in denen er den Spielstein wusste. "... soll einer der Euren sein. Auch euer Volk wird seine Rolle in diesem Spiel spielen. Aber nun verratet mir, welchem Grund ich euren Besuch verdanke."
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 08 Jan 2012, 20:53

Mimik kicherte erfreut, als Anxa selbst Reime in den Mund nahm und schnipste kurzerhand mit den Fingern, um einen Tisch herbeizurufen, auf dem Kelch und Krug gefüllt mit Wein standen. „Setz’ dich, setz’ dich!“ forderte der Gott der Illusion überschwänglich, woraufhin kurz darauf einige Stühle um den Tisch herum erschienen. Auch Mimik selbst trat vom Zahnstocher herunter, und gesellte sich auf den Stuhl gegenüber vom Gott des Lebens. Er stellte seinen Kopf schräg und starrte diesen breit grinsend an. „Du willst Wein! Wein von meinen Stöcken! Und dafür willst du auch noch bessere Straßen? Ach mein lieber Anxa! Du weist so gut wie ich, das ich aus deiner Richtung keine Gefahr befürchte! Der Pass gen Norden ist der Ort, an den meine Heere schneller gelangen müssen, dort sollte ich bauen! Aber du bittest mich tatsächlich für ein wenig Wein deinem Volk das Handeln zu erleichtern? Für etwas Wein? Na gut! So soll es sein. Aber es soll dir nicht entfallen, dass mich das nicht wenig kostet... nun, nicht mich, meine Menschen natürlich. Der Stein ist schwer, die Arbeit schwer... ich hoffe du hilfst mir da weiter? Ich kann doch niemals allein die Aufgabe tragen deine Handelswege zu verbessern!“ Der Gott der Illusion hielt kurz inne. „Nun ja, wie heißt es so schön... eine Hand wäscht die eines anderen... wobei unser einer Hände natürlich niemals gewaschen werden müssen!“ Mimik lachte kurz über diesen auffällig simplen Scherz. „Außer wir wollen es so.“ Ein weiteres Schmunzeln huschte über seine Lippen.
„Ach mein lieber, lieber Anxa, ich gebe dir nun eine Chance: Lass nicht bauen mich allein! Wird unser beider Werk dann sein. Und bevor ich es verpeile: Ist der Straßenbau in Eile? Ist die Eile nicht so groß, wird der Krug bald leer. Famos!“ Erneut brach Mimik in Gelächter aus. Reimen war so einfach! Und doch so elegant. Selbst wenn es nur die simpelsten Paarreime waren.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 08 Jan 2012, 21:02

Gedanken des Orakels:

Sica konnte es sich nicht ganz erklären, er war sich aber sicher, die Anwesenheit des Traumwebers beim Ritual gespürt zu haben, jedoch nur für einen flüchtigen Moment, auch zeigte sein gelieber Gott keine Ambitionen, sich zu zeigen oder Kontakt zu seinen treusten Diener aufzunehmen. Tatsächlich schien es so, als hätte er vermeiden wollen, dass ihn sein treuster Diener unter den Leben bemerkt.

Das Mädchen, musste sein Interesse geweckt haben. Aus ihren Augen hat er die reale Welt beobachtet. Ihren Gedanken hat er gelauscht und in ihren Körper sich versteckt. Es kostete das Orakel ein müdes Lächeln, dass das Mädchen damit beschäftigt gewesen war, das Orakel des Traumwebers zu bewundern, ohne den Gott in sich zu bemerken. Aber was wäre wohl gewesen, wenn das Mädchen sich darüber im klaren gewesen wäre? Es lockte den Traumweber immer nur ein Grund in die reale Welt. Er war auf der Suche nach einem neuen Diener. Sica wusste auch, dass der Traumweber folglich beschlossen hat, ihn zu sich zurufen. Ein Klopfen störte Sica in seinen Gedanken und schon trat Fala'ke, der General der Traumläufer ein. "Ehrwürdiges Orakel.." Mit einem Seufzen wandte sich Sica vom Fenster ab. Konnte er verantworten, dass jemand anderes seine Angelegenheiten zu Ende bringen würde? Konnte er verantworten, dass der Traumweber einen jungen Mädchen diese Bürde auftragen würde? War er überhaupt bereit, zum Traumweber gerufen zuwerden?


Hafenstadt Leha'lee

Die Küsten von Sidalai waren kaum bewohnt, abgesehen von kleinen Dörfern von Fischern, ohne möglichen Hafen für die Einreise. Einzig die Hafenstadt Leha'lee an der östlichen Seite der Insel bot eine sichere Möglichkeit, anzulegen und Handel zu betreiben, auch wenn es kaum Völker hierher verschlug und noch weniger Schiffe der Mandal aus dem Hafen heraus. Außerdem zeigten die Mandal von sich aus auch kein Interesse daran, diplomatische Beziehungen zu anderen Völkern zu pflegen.

Für Fremde mag die Stadt vieleicht etwas befremdlich aussehen. Die quadratischen Kalksteinbauten verzichten auf jegliche Verzierungen, auch scheinen sich die wenigen Bewohner auf den Markt um den Hafen herum kaum ihrer Äußerlichkeiten bewusst zu sein und in einen einheitlichen Leinenroben gekleidet, die Haare, ob Frau oder Mann kurz geschnitten. Der Hafen scheint eine Verschwendung an sich zu sein, nur zwei primitive Schiffe sind zu sehen, auch wenn er Platz für wesentlich mehr bieten würde.


Zuletzt von Phidas am Mi 11 Jan 2012, 16:49 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 08 Jan 2012, 22:15

Der Clan war recht gut vorangekommen, auch wenn sie wegen den Älteren und den Kranken nicht so schnell waren, wie sie erhofft hatten. Am Horizont konnten sie schon den Berg, Rauchfahnen und das glitzernde Wasser des Sees erkennen. Vier Männer und einige Kinder waren vorne bei den Tieren, die meisten Frauen und Kleinkinder in der Mitte und am Schluss gingen die Älteren,Kranken und einige Männer, die auf jene aufpassten. Darim konnte Castiel und Said bei seiner Frau erkennen, die gemeinsam vorangingen und seine zwei Töchter waren auch dort. Erleichtert wandte er sich wieder zu den Rindern und Ziegen und hoffte, dass sie gegen Abend ankommen würden und das Baby sich solange Zeit ließ. Asha ging mit ihrem Mann Kadar am Ende des Zugs. Sie waren für ihr Alter zwar noch fähig mitzuziehen, aber sie waren nicht mehr so schnell wie ihre Kinder. Ashas Freundinnen gingen an ihrer Seite und gemeinsam erzählten sie sich Geschichten und sangen Lieder um die Langeweile fernzuhalten. Asha freute sich für ihren ältesten Sohn, dass dieser noch einmal Vater würde und auch das ihr Enkelsohn sich verbinden würde. Sie hoffte, dass sie noch eine Weile mit dem Clan ziehen konnte. Vielleicht noch
einige Jahre, bevor ihr Leben endet.


Zuletzt von Mali am Mo 09 Jan 2012, 00:34 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 08 Jan 2012, 22:49

Ohne auch nur die geringste Welle auf der spiegelglatten Oberfläche des unendlichen Meeres seiner Sphäre zu hinterlassen, Schritt Mare langsam über eben jenes. Seinem Volk erging es wundervoll, und momentan war sein Blick auf das Wasser vor ihm gerichtet. Dort nämlich war im Wasser erneut ein Ausschnitt des Meeres zu sehen, der sich stets vor ihm zu liegen schien. Aus dem Wasser drang der volltönige Gesang seiner Kinder. Das stolze Lächeln war seit dem Morgen nicht mehr von seinen Lippen gewichen, während sein Blick über die den Meeresboden übersähenden Siedlungen seines Volkes wanderte. Dann lenkte er seinen Blick wieder zu Kar und Shari.

Sharis Neugierde überschwemmte den großen Rochen geradezu, während er besorgt seiner Partnerin folgte. Diese schwamm nur einige Meter unterhalb der Meeresoberfläche, unter fünf großen Schatten. "Das sind also Schiffe der Oberweltler, mein Vater hat mir von ihnen erzählt." Sharis Gedanken überschlugen sich vor Neugierde. "Sollen wir uns nicht vorstellen, mein großer?" und ohne eine Antwort des Rochens abzuwarten begann Shari auch schon zu Singen. Der Gesang der Yanuti hallte durch das Wasser herauf , und so nah wie sich Shari unter den Schiffen befand, würden die Oberweltler es völlig unverfälscht hören. Ihr herzergreifender Gesang, der selbst ohne Worte unter die Haut ging.

Mare betrachtet das Schauspiel nachdenklich. Wie die Wesen auf den Schiffen wohl reagieren würden? Chamianer waren das, aber er hatte sich nie sonderlich für die Oberweltler interessiert...
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 09 Jan 2012, 03:00

Perfekta und Wehegrim
„Mit Nichten wollte ich euch schmeicheln. Ich lobte nur euer landschaftliches Meisterwerk.“
Sie lächelte den anderen Beobachter freundlich an. Dann offenbarte sie den weißen Königsbauer in ihrer Hand.
„So soll also Weiß meine Farbe sein. Ihr überlasst mir den ersten Zug.“
Sanft liebkoste sie die Figur in ihrer offenen Hand.
„Beim Schach unterwerfen wir uns den Regeln von Sterblichen. Doch das tun wir aus unseren Vergnügen und mit den Chamian wird so etwas nicht ohne Not geschehen. So werden sie wohl zu keinen Spielfiguren in diesem Spiel werden.“
Perfektas Lächeln endete, damit ihr Gesicht ein überzogenes Schmollen zeigen konnte.
„Doch da euch die Frage so sehr drängt, was mir her geführt hat. So ist es profane Neugier, die ich bei euch zu stillen hoffe.“
Energisch und bestimmt setzte sie den Königsbauern für ihren Eröffnungszug auf das Spielfeld. Dabei blickt sie nur Den Seelenpfeifer herausfordernd an.
„Ich komme auf der Suche nach Antworten auf die Frage, wer lebt auf den Nearaberge und hat das Vergnügen ihr Beobachter zu sein“, Perfekt vollführte eine einladende Geste, wobei sowohl das Spiel als auch ihr Frage gemeint war, „Ihr seid am Zug, Wehegrim.“

Südliche Küste von Sidalai
Kaedrii Luksar und Sharis
„Singt da jemand?”
Der Expeditionskapitän blickte seine Ersten Maat ein Moment verwirrt an und setzt schon zu einer Antwort an, als er auch hörte.
„Das ist wirklich Gesang“, sagte er verwirrt, „wo kommt der her?“
Sie versuchten noch die Quelle ausfindig zu machen, als einer der Ausgucke rief: „Dort ist was im Wasser!“
Luksar rannte zur Reling, die dem Punkt an nächsten war auf die der Ausguck wies.
Dort entdeckte er, wie auch eine zu nehmend Anzahl seiner Leute, Sharis im Wasser schwimmend.
„So was haben ich noch nie gesehen, Kapitän“, sagte der Erste Maat.
„Dann wäre wir schon zwei“, erwiderte der Kapitän.
„Warum haben ich das Gefühl, das es mit Kontakt aufnehmen will?“
„Weil vielleicht genau das der Fall ist, alter Knabe.“
„Und was sollen wir jetzt machen.“
„Das ist eine gute Frage.“
Kapitän Kaedrii Luksar überlegte kurz, dann blickte es eine Männer an und begann zu singen:
„Die Wellen sich gar groß.
Unser Schiff überwindet sie.
Der Wind bläst gar stark.
Unser Schiff hält doch stand.
…“
Einigen auffordernder Handzeichen später setzten nach und nach immer mehr seiner Leute sein. Nach kurzer Zeit waren überraschend guter Chor improvisiert, der das Ganze auch noch mehrstimmig sang. Die Besatzungen der anderen Schiffe setzten alsbald im Kanon ein.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 09 Jan 2012, 10:55

„Adanos? Aber ja doch, komm herein, sei mir Willkommen“, begann Vesanus und lächelte leicht, während sein Blick wieder zu einen seiner Obelisken fiel, „Mit was verdiene ich diesen Seltenen Besuch?“ Während dessen sah er sich um versuchte zu erraten wo Adanos auftauchen würde in seiner Sphäre, er wollte es nicht fühlen oder wissen, viel lieber riet Vesanus wo der andere Gott in seiner Sphäre auftauchen würde. Diese kleinen Momente machten das Leben doch viel interessanter.
Er hatte auch bereits eine Vermutung warum Adanos ihm besuchte, sehr wahrscheinlich war es wegen seinen Kindern, wo gerade ein Trupp in Richtung Sümpfe zog. Wahrscheinlich war es weil Adanos befürchtete das das Gleichgewicht der Welt gestört wurden und das Vesanus sein Einfluss Gebiet vergrößern wollte.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 09 Jan 2012, 12:50

Adanos erschien neben Vesanus und verneigte sich leicht vor dem Gott des Wahnsinns, während er kurz die Umgebung betrachtete. Sie sah so trostlos wie immer aus und auch die Obilisken beldeten dabei keine Ausnahme. "Für wahr...wir hatten schon lange nicht mehr das Vergnügen...Dennoch würde ich gerne gleich zu den Punkt kommen." Er faltete seine Hände hinter dem Rücken und sah den anderen Gott wieder an. "Ihr wisst sicher, dass ein Trupp eurer Vecor zu den Seldarinsümpfen unterwegs ist. Normalerweise hab ich nichts gegen ein kleines Intermezzo, da bekommen meine Schlangen wenigstens etwas Kampferfahrung. Jedoch wär es mir in dieser Zeit lieber, keinen Konflikt zwischen unseren Völkern zu haben." Er dachte einen Moment darüber nach, ob er weiterreden sollte, wollte aber ersteinmal Vesanus Antwort hören.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 09 Jan 2012, 16:09

Vesanus sah zu Adanos und wirkte im ersten Moment verwundert, das dieser dierekt neben ihm erschienen war. Erst dann drehte er sich vollkommen zu Adanos und wirkte Nachdenklich. „Konflikt? Nein, den gibt es doch nicht?“, begann Vesanus und drehte sich wieder um und ging ein paar Schritte, bevor er sich plötzlich wieder zu Adanos drehte, „Ah, du meinst den Hohepriester und seine kleine Gruppe oder? Die die gerade auf den Weg zu den Sümpfen sind?“
Wieder wandte sich Vesanus von Adanos ab und sah auf einen der Monolithen, auf dessen Oberfläche nur vermehrt Runen aufleuchteten und diese sich schneller über die Oberfläche des Monolithen bewegten. „Die Stadt der Vecor ist in den letzten Jahren stark gewachsen, doch sie ist zu klein für die Zahl der Vecor. Die Spannungen zwischen den Gruppen ist zu stark und so entschied sich Odium seine Gruppe aus der Stadt zu führen. Er entschied sich für den Sumpf, warum genau weiß er selbst nicht. Zu einem weil er das Fleisch deines Volkes mag und zum anderen, weil er einen Ort sucht wo er sich mit seiner Gruppe niederlassen kann und den Wahnsinn verbreiten kann“, erzählte Vesanus, wobei es wirkte als würde er es von dem Monolithen ablesen. Anschließend sah er wieder zu Adanos und ging wieder zu diesen. "Diese Vecors suchen nicht wirklich den Kampf. Auch wenn ein Vecor immer bereit ist zu kämpfen und zu töten", erklärte er schließlich noch, bevor Vesanus seinen Gegenüber in die Augen sah und begann leicht zu lächeln, wobei das bei seinen Vecor gleichen aussehen eher einen bösartigen grinsen ähnelte.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 09 Jan 2012, 17:35

Ein leichtes Lächeln stahl sich erneut auf die Lippen des Gottes der Meere. Was für eine interessante Wendung der Dinge. Die Oberweltler sangen tatsächlich zu der Melodie die Shari zu ihnen heraufklingen ließ. Neugierig betrachtete der Gott den Werdegang dieser Begegnung.

"Die Oberweltler antworten, hörst du das Kar?" Shari war außer sich vor Freude. Ihre Gedanken durchfluteten den Rochen, doch er konnte sie nur halbherzig teilen. Er war schon immer der vorsichtigere der beiden, und er musste es auch sein, schließlich fehlte dieser Charakterzug seiner Partnerin völlig. Schon schwamm diese an die Oberfläche, sodass die Besatzung der Schiffe sie nun auch richtig sehen konnten, und nicht nur ein Schemen im Wasser. Kar folgte ihr besorgt, blieb jedoch knapp unter der Wasseroberfläche da er selbst nicht an der Luft atmen konnte. Hin und wieder fühlte er Sharis beruhigendes Streicheln, aber völlig betäuben konnte auch dies seine Vorsicht nicht.
Schließlich beendete Shari ihr wortloses Lied, und blickte neugierig zu den Luchsmenschen hoch. Sie verstand zwar die Sprache nicht in der diese gesungen hatten, doch Gedanken waren waren unabhängig von Sprachen. Die Yanuti pickte sich den Luchsmensch heraus, der angefangen hatte zu Singen. Für ihn dürfte der erste telepathische Kontakt wohl eine völlig neue und unbekannte Erfahrung sein. Plötzlich drangen neue und fremde Gefühle und Gedanken in ihn ein. Shari schien vor Neugierde und Freude geradezu zu explodieren und eben dieses Gefühl übertrug sich auch auf den Luchsmensch, ebenso wie ihre Worte sich wie als Gedanken in seinen Verstand pflanzten. "Ich bin Shari, und du? Woher kommt ihr? Wer seid ihr?" Es schien als könne die neugierige Yanuti gar nicht alle Fragen aufeinmal stellen die sie hatte.
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 09 Jan 2012, 22:54

"Die Chamian mögen vielleicht nicht zu Figuren in diesem Spiel werden...", erwiderte Wehegrim mit süffisantem Grinsen und wies dabei mit einem langen Finger auf die Figuren vor ihnen, worauf zugleich einer der Bauern seinen Platz verließ und vorrückte, "... aber sie werden nicht verhindern können, Figuren in jenem Spiel zu werden. Weder ihr könnt das verhindern, noch läge es in meiner Macht. Ihr wisst, von welchem Spiel ich spreche, Perfekta. Das große Spiel! Das Spiel der Götter. Es wird über diese Welt herein brechen und niemand wird sich dabei heraus halten können. Wenn die Steine in Frieden gelassen werden, dann spielen sie dieses Spiel..."
Er hielt kurz inne, ließ seine Worte wirken. Schließlich fuhr er fort. "Er...", sagte er und nickte dabei zu dem Bauer vor Perfektas König hinüber, den die Göttin zuvor in ihrer Hand gehalten hatte, "... wird einen eures Volkes darstellen. So habe ich es euch gesagt, so wird es fortan sein. Wenn ich dem Spiel der Steine beiwohne werde ich auf ihn achten... Aber was nun euer Begehr angeht... es gibt viele Völker, die die Nearaberge bewohnen. Menschen, Rattenwesen, wilde Stämme, deren Rasse keinen Namen trägt. Doch sie bevölkern die Täler und Hochebenen, die Hänge und Höhlen und einige sogar die Tiefen unter den Bergen. Doch auf den höchsten Gipfeln? Soweit reichen die Augen meiner Späher nicht. Die Wolken über den Neara sind undurchdringlich. Niemand weiß, wer dort oben lebt. Doch ich kann euch sagen, werte Göttin..." Wehegrim beugte sich verschwörerisch über den Tisch zu seiner Besucherin hinüber und senkte die Stimme. Sein Umhang raschelte über den Grabstein, der ihm als Stuhl diente. "... dass dort oben jemand lebt. Nun, es wäre wohl besser zu sagen: dass dort oben jemand stirbt. Ihr Tod entgeht mir nicht. Kein Tod entgeht mir. Aber wenn ihr wissen wollt, wer sie sind, dann müsst ihr jemanden aufsuchen, der bereits einmal dort oben war..."
Er lehnte sich wieder zurück, legte die Linke auf die Kante des Tisches. "Vielleicht...", sinnierte er und wedelte dabei wegwerfend mit der Rechten in der Luft um zu zeigen, dass was nun kam reine Spekulation und nicht wirklich ernst zu nehmen war, "... ist es auch nur eine große Population von Nearakrähen, die dort oben nistet. Wer mag schon zu sagen, was eine Seele einmal war? Und wen sollte es kümmern?"
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 10 Jan 2012, 00:08

"Gerne stelle ich dir Arbeiter bereit - das mit der Straße wird auch Zeit, Nicht nur um Wein geht es ja, auch Früchte stehen bei mir da - und mehr brauch ich, für Waffen Stahl, und - verzeih mir - nur Chamian hat erste Wahl."
Mit einem Blitzen in den Augen blies sich Anxa die dünne Mähne aus feinen Haaren aus dem Gesicht und wechselte zu Prosarede über. Er dichtete gerne, auch aus dem Stegreif, aber auf die Dauer war es etwas anstrengend, sich ständig etwas Neues auszudenken.
"Na, um das Ganze nochmal verständlich zu sagen: Die Zeiten ändern sich, und für mein Volk wird es langsam Zeit, aus dem Wald herauszugucken."
Entspannt setzte sich der Beobachter des Lebens in den Stuhl, den Mimik herbeigerufen hatte, und schenkte sich einen Pokal des Weines ein, der auf demselben Wege gekommen war. Er mochte die Gesellschaft des Beobachters der Illusion. Die Illusion war erst mit dem Bewusstsein des Lebendigen ins Sein getreten, aber sie war immer schon faszinierend gewesen.
"Die Mashá werden Arbeitskräfte stellen, und Brennholz für deine Schmieden für dein Werkzeug, und Verpflegung, und ... Na ja, wenn du die Straße aus Holz machen würdest ... Das ginge auch. Wie auch immer. Ich bin bereit, dich mehr als angemessen zu entschädigen, wenn du unserem Handel mit deinem Volk und den Chamianern unterstützt. Nicht nur mit der Straße. Die ist der Anfang, die Voraussetzung. Aber die Mashá haben kein Transportwesen. Sie wissen, wie man Dinge durch den Urwald bekomment, was ihr nie schaffen würdet. Aber auf Straßen und im Gelände? Bei den Alten, man könnte sich auch gleich Lastschnecken anschaffen."
Er nahm einen tiefen Zug aus dem Kelch, sah Mimik aus unergründlichen Augen an und leckte sich einmal nachdenklich rund um den Mund, um den restlichen Wein auch noch zu genießen.
"Transportiert ihr doch den ganzen Krempel, euer Volk. Ihr habt Übung. Und was meint ihr, was für ein Gewinn darin läge, zwischen zwei getrennten Handelspartnern zu sitzen?"
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 10 Jan 2012, 00:44

Auch Adanos begann leicht zu lächeln, während er Vesanus weiterhin beobachtete. "Das klingt schonmal nicht schlecht...Was glaubt ihr..." wollte er wissen und begann langsam auf und ab zu gehen. "Würde es auch eine friedliche Lösung geben?" Er dachte einige Sekunden lang nach, bis ihm eine Idee kam. "Wie wäre es, wenn ihr sie einfach zu einer geeigneten Stelle für eine neue Stadt in eurem Gebiet sucht und meine Schlangen könnten für sie eine geeignete Wasserversorgung schaffen. Mein Sumpf hat mehr als genug davon." Als er wieder vor dem Gott des Wahnsinns stand, blieb er stehen. "Was haltet ihr davon?"
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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 10 Jan 2012, 01:20

Je näher sie dem Berg kamen, desto mehr konnten sie erkennen. Rinder- und Ziegenherden, die nahe des Wassers grasten, Hütten, die sich gegen den Horizont erhoben und die anderen Chetarer. Neugierige Kinder liefen um sie herum, um die Neuankömmlinge zu begrüßen. Und zwei Krieger kamen hinzu, gute Freunde von Darim. "Matthao, sag bei den Heilerinnen bescheid. Meine Frau ist schwanger. Es kann sein, dass sie während der Versammlung entbindet", wies er einen der Männer an. Dann blickte er zu den anderen Männern und nickte leicht. Sie würden die Herde zum Wasser treiben. Darim lief zu seiner Frau und lächelte sie aufmunternd an."Wir sind gleich da, du musst nur noch etwas durchhalten, meine Liebe. Matthao sagt in der Heilerhütte bescheid. Sie werden sich um dich kümmern." Darim war besorgt um seine Frau und das Kind in ihrem Leib. Daya lächelte ihrem Mann beruhigend zu und stützte sich dann auf seinen angebotenen Arm. Sie wusste dass sie sich auf ihn verlassen konnte. Er würde sie immer beschützen.
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 10 Jan 2012, 10:48

"Das sind unsere Seelensteine. Sterben wir, so geht die Seele in den Stein und steigt mit ihm zu unserer Göttin auf", erklärte Mel'Ino ruhig. Wer wusste schon, wem die Skizz huldigten? Wenn sie überhaupt einen Gott verehrten. Immer mehr der Rubinwachen sammelten sich um die kleine Gruppe und bildeten ein Spalier, durch das sie schritten. Viele besahen sich einfach nur interessiert die Skizz, andere grüßten indem sie ihre Waffen gegen den Boden klopften oder zwei Finger auf ihren Seelenstein legten.
"Die Priesterin versteht euch noch nicht. Ich werde übersetzen. Die Gabe der Sprachen ist nur uns Saphiren gegeben. Jeder Kaste hat ihre eigenen Talente und Stärken. Die Priesterin wird weitere Fragen beantworten können." Tatsächlich waren sie vor der Priesterin und den zwei Onyxen angekommen. Während die Priesterin sich verbeugte, starrten die Onyxe nur finster. Mel'Ino übersetzte die Worte der Priesterin so schnell, dass zwischen den beiden fast kein zeitlicher Unterschied bestand.
"Willkommen im Weltenherz, Vertreter der Skizz. Es ist uns eine Ehre, dass ihr euch entschieden habt hierherzukommen. Möchtet ihr euch ein wenig erfrischen?" So freundlich die Priesterin auch wirken mochte, so unfreundlich wirkten die Onyxe. Mel'Ino übersetzte weiter: "Euer Kommen wurde uns von unserer Göttin angekündigt. Ihr bringt den Kor'Drakka Wandel."
Mel'Ino setzte noch nach: "Beachtet die Onyxe nicht. Sie sind selbst uns gegenüber nicht grade freundlich oder offen."


Mellysae brauchte nicht lange zu überlegen. "Helft mir, indem Ihr meinen Kindern helft. Die Kor'Drakka sollen jetzt erstmals an die Oberfläche treten. Nehmt einzelne von ihnen bei Euren Händlern mit, damit sie sich ein Bild von der Welt machen können. Der Wandel ist gekommen und wer sich nicht anpasst, wird verlieren. Meine Kinder müssen die Welt kennen. Sie müssen sehen, was sie erwartet. Jeder, der zurückkommt, wird den anderen ein Lehrer und Vorbild sein, dem es nachzueifern gilt."
Mellysae füllte beide Gläser mit Wasser und nahm eines davon in die Hand.
"Lasst den Handel zwischen unseren Reichen aufblühen. Die Technik der Skizz gegen die Züchtmethoden der Kor'Drakka. Was sagt Ihr?"
Die Göttin hob ihrem Gegenüber das gefüllte Glas entgegen.

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 10 Jan 2012, 13:21

Für einen Moment hielt Vesanus inne und schien nach zu denken. „Ich denke es wäre möglich, aber für die Vecors gibt es das Wort Frieden und Krieg nicht. Sie würden auch Handel treiben, so wie sie es untereinander tun, doch die Händler müssten erfahrene Krieger sein. Es liegt einfach in der Natur des Wahnsinns sich gegen jeden und alles zu stellen. Die bisherigen Reisenden durch die Einöde waren meist unerfahrene Händler die entweder durch die Einöde oder durch den Glauben von den Vecors herzlich aufgenommen zu werden um gekommen sind“, meinte Vesanus nachdenklich und betrachtete sein Gegenüber genau und seufzte dann leise, „Ich mische mich so ungern in die Angelegenheiten meiner Kinder ein...“
Dann unterbrach er kurz und wandte sich ab, während auf mehreren Monolithen Runen erschienen und über die Oberflächen tanzten, als würden sie mit Vesanus reden.
„Ich denke ich könnte mich einmischen und Odium dazu bringen an der Grenze der Einöde zum Sumpf sich nieder zu lassen. Denn selbst wenn er sich irgendwo in der Einöde sich niederlässt, wäre dein Volk nicht vor Raubzügen sicher, besonders am Anfang. An der Grenze könnten sie sich von Anfang an selbst versorgen und sie würden dort die Wahnsinnigen deines Volkes anlocken und eher deine Nachbarn überfallen als dein Volk“, meinte dann Vesanus, bevor er wieder Adanos betrachtete, „Natürlich heißt das nicht das dein Volk sicher vor den Vecors wäre, denn sie verkörpern den Wahnsinn. Genauso wie ein Vecor nicht sicher vor seinen Brüdern und Schwestern ist.“
Wieder wandte sich Vesanus von seinen Gegenüber ab und seufzte leise, während er zu einen der Monolithen ging und über dessen Oberfläche strich. „Die Einöde ist nicht wirklich mein Gebiet, sie ist nur unwirklich für die meisten Völker. Die Vecors erheben auch keine Besitzansprüche, außer auf das Gebiet auf dem sie leben. Für sie wäre es sogar vorteilhaft wenn sich jemand in ihrer nähe ansiedelt, wenn auch nur da es ihre Überfälle erleichtern würde“, erklärte Vesanus weiterhin und schien leicht zu lächeln, während er über die Oberfläche des Monolithen strich, „Was wohl auch der Grund ist warum es keine Siedlungen an der Grenze zur Einöde gibt. Oh verzeih...ich rede wieder einmal zu viel.“


Während dessen hatte Odium und seine Gruppe die erste Felsenformation erreicht und machten dort rast, während einige in die kleinen Höhlen der Felsen eindrangen um das Wasser zu holen. Der Hohepriester selbst stand oben auf den Felsen, während seine Brüder und Schwestern sich um die Felsenformation sich versammelte und sich ausruhten. „Schon bald werden wir die Sümpfe erreicht haben...“, kam es von diesen und er hatte das typische bösartige Grinsen, doch im Moment wusste er noch nicht genau was dann. So wie üblich gegen die Seldarin zu ziehen wäre sehr verlockend, doch sie hatten keinen Rückzugsort diesmal. Selbst wenn sie Beute machen würden, wohin damit? Er sank auf die Knie und schloss die Augen, seine Hand lag auf den Schwertknauf. Selbst als er zu seinen Gott betete, musste er bereit sein sich gegen seine eigenen Brüder und Schwestern zu verteidigen. Schließlich konnte man nie wissen wann sich ein Vecor dazu entschloss gegen einen anderen vor zu gehen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 10 Jan 2012, 17:31

In der Nacht seines Todes hatte Syntra, den sie damals noch den Prächtigen gehießen hatten, beinahe friedlich gewirkt. Er war im Herbst seines Lebens, aber noch bei voller Kraft und Pracht nach kurzem aber heftigem Leiden verschieden und es schien, als hätte der König im Tod gefunden, was er sich sein Leben lang selbst verwehrt hatte: Ruhe. Ruhe und Frieden. Seine Untertanen hatten den massigen Körper in seine prunkvolle Schlachtrüstung gepresst, die schimmernde Juwelenkrone von seinem Haupt genommen und den gewaltigen Bart mit so viel Golddraht durchwirkt, dass es schien, als wäre es das warm schimmernde Metall selbst, dass aus dem Kinn des toten Herrschers wuchs. Das umwickelte Haar hatte der Zeit selbstverständlich nicht stand halten können, es war mit den Jahren zu Staub zerfallen. Der Goldbart jedoch hatte gehalten und zierte auch jetzt, da man Syntra in seinem zweiten Leben den Aufbrausenden nannte, noch das königliche Kinn. Jahrhunderte unter Sand und Erde hatten dem Totenschmuck nichts anzuhaben vermocht und so hatte Syntra ihn noch immer getragen, als er damals den Ruf gehört hatte. Den Ruf des Seelenpfeifers. Er war ihm gefolgt, denn niemand vermochte sich diesem Ruf zu widersetzen und Wehegrim hatte ihm ein Schicksal vorgesehen, wie es dem großen König, der er zu Lebzeiten gewesen war, würdig war: er hatte ihn erneut gekrönt, doch dieses mal bestand die Krone auf seinem Kopf aus Stahl statt aus Gold und statt Juwelen zierte ein hoher Busch aus rot gefärbtem Rosshaar die Insignie. Der König der Unvergänglichen - das sollte bereits von weitem erkennbar sein - war ein Kriegerkönig. Und wie hätte es anders sein können, herrschte er doch nicht über ein lebendes Volk wie noch zu Lebzeiten, sondern über das Heer des Seelenpfeifers? Jeder einzelne von ihnen hatte wie Syntra Jahre und Jahrzehnte in der Erde gelegen und einzig die Macht des Seelenpfeifers war es, die sie wieder auf deren Oberfläche wandern ließ.

Das Wasser des Tümpels war brackig, doch über den Faulsümpfen erstreckte sich ein tiefblauer Himmel, von dem die Sonne kraftvoll herab schien, sodass selbst das schmutzige Sumpfwasser spiegelte. Syntra betrachtete nachdenklich sein knochiges Antlitz. Es hatte ihn - und das kam ihm nach all den Jahren noch immer merkwürdig vor - kein bisschen erschreckt als er sich das erste mal nach seiner Erweckung in einem Spiegel, einem polierten Schild, gesehen hatte. Dabei hatte er auch damals bereits furchterregend ausgesehen. Sicher, eine dünne Schicht brüchiger Haut hatte damals noch sein Gesicht bedeckt, erhalten vom trockenen Sand seines Grabes. Aber es war dennoch unverkennbar gewesen, dass er bereits seit vielen Dekaden tot war. Und dennoch nicht ruhte. Inzwischen waren die letzten Reste von Haut schon längst vom Körper des Aufbrausenden abgeblättert und hatten nichts als Knochen übrig gelassen. Knochen und einen goldenen Bart. Abwesend kratzte der König mit einem seiner Knochenfinger über den Schmuck an seinem Kinn. Seine Finger waren es, die ihn nach wie vor am meisten verwirrten. Sie passten nicht mehr zu ihm. Früher waren sie kräftig und fleischig gewesen, jetzt war nichts weiter übrig als von der Zeit ergrauter Knochen. Ansonsten jedoch trug auch das, was von Syntra verblieben war, reichlich Spuren davon, wie prächtig der König einst gewachsen war. Die Rippenbögen waren breit bildeten einen mächtigen Brustkorb, ein zu schwerer Bauch, den er Jahrzehnte lang vor sich her getragen hatte hatte sein Rückgrat verbogen und seine Haltung für immer verändert. Die voluminöse Rüstung, die seinen Oberkörper schützte, war die selbe, in der man ihn beigesetzt hatte. Fast zärtlich strich der König über den Brustpanzer. Ein Ring glitt dabei ein Stück seinen Zeigefinger hinauf. Die Finger wollten nicht mehr so recht zu ihm passen...
"Mein Herr!", erklang eine Stimme hinter dem König. Es war keine Stimme, wie ein Lebender sie gehabt hätte. Sie klang rau und zischend, ein wenig, als wäre es der Wind, der da spräche. Kaum einer der Unvergänglichen hatte noch Reste seiner Stimmbänder und noch weniger waren dazu in der Lage, mit diesen Resten Töne hervor zu bringen. Die Stimmen, die sie nun nutzten, hatte Wehegrim ihnen geschenkt.
"Sprich!", befahl Syntra ohne sich von dem Tümpel abzuwenden. Bedächtig rückte er den Ring wieder gerade. Seine Finger...
"Die Späher sind zurück gekehrt. General Kjasar wünscht euch zu berichten, Hoheit."
Es dauerte bis Syntra den Ring soweit zurück geschoben hatte, dass er dort, wo der Knochen breiter wurde, Halt fand, doch der König ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. "Er soll vortreten", entschied er schließlich.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 10 Jan 2012, 17:36

Razz war schwer beeindruckt von all dem, was er von den Kor’Drakka erfuhr. Dankbar lehnte er selbst das Angebot der Priesterin fürs erste ab, während seine drei Begleiter es gerne annahmen. Er wollte lieber reden. Ihm fielen so viele Fragen ein, die er der ihr stellen wollte. Es kamen ihm jedoch auch erste Zweifel. „Nun, ihr ehrt uns. Aber ich bin mir nicht sicher, ob wir euren Erwartungen gerecht werden. Wir sind Forscher. Ich bin ebenfalls Forscher, kein Diplomat. Ich weiß nicht, was eure Göttin euch von uns erzählt hat, hoffentlich nichts Schlechtes.“ Man, wenn er so darüber nachdachte, kam ihm der Witz sehr flach vor. „Jedenfalls… Das alles hier ist für uns völlig überraschend. Wir haben nicht damit gerechnet, auf eine Zivilisation wie eure zu stoßen. Ich meine… Wir hatten schon gehofft, etwas zu finden. Aber ihr übersteigt alle Erwartungen! Vor allem diese Kristalle, die ihr hier überall habt. Nicht eure Seelensteine, versteht mich nicht falsch. Ich bevollmächtigt, für den Rat zu sprechen. Deshalb…“ Das war er offiziell natürlich nicht. Er hätte wahrscheinlich lieber einen ausgebildeten Diplomaten aus Kattlor anfordern sollen. Wenn es so jemanden überhaupt gab, es hatte ihn nie interessiert. Er hatte es lieber auf eigene Faust angepackt. „Das Volk der Skizz ist sehr interessiert daran, freundschaftliche Kontakte zu knüpfen. Ich hoffe, unsere beiden Völker profitieren davon. Ich nehme an, kennt die wilden Ratten, die im Erdreich leben. Wir haben mit diesen Tieren nichts mehr zu tun. Der große Zark hat uns aus der Dunkelheit des Unwissens geführt, so schreiben es die uralten Schriften. Und wir sind bestrebt, das Wissen unseres Volkes zu mehren, das ist das höchste Ziel eines jeden von uns. Deshalb wäre vor allem das wissen um eure leuchtenden Kristalle für uns von höchstem Interesse. Wir sind im Gegenzug bereit, euch unser Wissen zur Verfügung zu stellen. Wenn ihr es überhaupt benötigt…“

Was die Göttin sagte, gefiel Zark. Teilweise. Trotzdem nahm er dankbar das Glas entgegen. Beobachter hatten kein Bedürfnis nach Nahrung, es war also viel mehr eine Geste der Verbrüderung. „Ich bin der letzte, der ein solches Angebot ablehnt. Vor allem, wenn es mir nützt. Nur beunruhigt ihr mich. Der Wandel ist gekommen? Meint ihr für euer Volk? Oder steht uns etwas Großes bevor? Das würde mir nicht gefallen. Ich weiß, warum ich für mein Volk die Berge bevorzuge. Sicherheit. Schutz. Abgrenzung. Das Leben da oben ist hart. Und grausam. Ich kenne euer Volk nicht. Ich weiß nicht, wie sie damit zurechtkommen. Vielleicht gut. Vielleicht nicht. Aber ich tue gerne, was uns beiden hilft. Allerding muss ich euch etwas sagen. Wenn ich in eurer Lage wäre, würde ich dort bleiben. Seid vorsichtig, wenn ihr den Schutz der Erde aufgebt. Den Schutz der Unwissenheit. Man kennt euch kaum. Noch. Aber natürlich halte ich euch nicht davon ab. Gerne tauschen wir Wissen und Waren.“ Die Barthaare des großen Skizz zuckten nervös beim Gedanken an die Oberfläche. Nein, er mochte sie wirklich nicht. Deshalb war ihm die Göttin samt ihrem unterirdischen Volk sympathisch. Er reckte Mellysae sein Glas zum Anstoßen entgegen. „Auf eine gemeinsame Zukunft unserer Völker!“
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Do 12 Jan 2012, 22:45

Wehegrims Sphäre
Wehegrim und Perfekta
Perfekta verschob einen weiteren Bauern, um den anderen zu unterstützen.
„Nun als Aspekt der Perfektion, bin ich der Lage zu spüren, wenn jemand mit seinem Tun oder seine Werken Perfektion anstrebt. Auch wenn dies nicht zu meinen Ehren geschieht, genauso wie ihr alle Tode spürt.“
Sie richtete sich gerader auf und fixierte Wehgrim mit ihrem Blick.
„Und Derlei kann ich auch auf dem Nearabergen spüren, aber vielleicht versuchen Nearakrähen ihre Nester perfekt zu bauen.“
Die Beobachterin zuckte geschmeidig mit ihren Schulter und machte eine wegwerfende Geste.
„Trotzdem hat ein Beobachter auf beeindruckende Weise die Wolken um die Gipfel erleuchtet“, sagte sie und legt den Kopf nachdenklich zu Seite, „Vielleicht will er ja nur neue Anhängerschaft unter den Nearakrähen gewinnen.“
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Fr 13 Jan 2012, 00:48

Während Mel'Ino rasend schnell übersetzte, runzelte die Priesterin die Stirn. Ein paar Priester und Priesterinnen niedrigeren Ranges geleiteten die Skizz, die sich erfrischen wollten in den Turm, wo sie Wasser und Essen serviert bekamen. Kash'Dain, die Priesterin, wandte sich in ihrer eigenen Sprache an Mel'Ino, die dieses Mal nicht übersetzte.
"Sie sind das Zeichen, das versprochen war. Aber werden sie uns auch nützlich sein. Sie sehen wie die Huscher aus."
"Ich kann Euch versichern, dass sie vollkommen friedlich sind. Einer von ihnen hatte eine Art technologische Waffe dabei. Wie ein Bogen nur horizontal auf ein Stück Holz gespannt. Sie könnten uns von Nutzen sein. Wir könnten lernen."
"Euer Rat ist willkommen. Übersetzt weiter." Mel'Ino nickte und übersetzte wieder zwischen Skizz und Kor'Drakka, in dem gewohnt schnellen Tempo. Die Priesterin wandte sich wieder an Razz: "Es wird mir eine Freude sein, Euch einigen Amethysten vorzustellen. Sie sind es, die die Kristalle züchten und verarbeiten. Allerdings haben wir so nah an den Grenzen unseres Gebietes keine Kristallfarmen. Die Tunnel sind zu unsicher. Wenn Ihr Zeit habt, könnt Ihr uns begleiten und Euch einige ansehen. Ihr seid das Zeichen des Wandels. Viele Kor'Drakka werden Euch sehen wollen. Die Steinmutter hat es angekündigt. Vertreter eines anderen Volkes werden uns aufsuchen. Und nun seid Ihr da."


"Auf die Zukunft", lachte Mellysae und stieß mit Zark an. Das ließ sich hervorragend an. Die Beobachterin beugte sich vor. "Ich möchte, dass meine Kinder stark werden. Sie haben hier unten alle Gefahren gebändigt. Einstürze und Erdbeben, Vulkane und Magmaströme haben sie gezähmt. Die Tunnelräuber und Huscher sind ins Erdinnerste vertrieben. Es gibt keine Herausforderungen mehr. Und ohne Herausforderungen gibt es keine Entwicklung. Ohne Entwicklung keine Stärke. Die anderen Beobachter sollen sehen, was ich geschaffen habe."
Mellysae lehnte sich wieder zurück.
"Aber natürlich bin ich jung und weiß nichts von der Welt." Das Lächeln, das diese Worte begleitete, hatte etwas Wissendes. "In gewisser Weise bin ich die Erde. Ich spüre, was auf ihr vor sich geht. Seht zur Sonne, Zark. Krieg braut sich dort zusammen. Seit langer Zeit schon. Ich weiß nicht gegen wen und wer der Aggressor sein wird, aber er wird kommen. Merkt Euch das. Die Welt selbst ist im Wandel und niemand kann sich ihr verschließen. Die Beobachter regen sich. Viel zu lange haben sie einander toleriert, wie zwei alte Männer, die in einem zu kleinen Raum sitzen. Die längste Zeit über geht alles gut, aber dann streckt sich einer von beiden."

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Fr 13 Jan 2012, 17:14

„Ach, ach, Perfekta! Sie wird es freuen zu hören, dass endlich eine Straße gebaut werden soll. Sie bat schon ein ums andre mal ihren Chamianern einfacheren Handel zu gewährleisten, aber, na ja! Mir fehlte der rechte Anreiz in ihrer Gesellschaft tätig zu werden. Wo ist der Reiz an einer „Perfekten“? Illusion? Immer hatte sie etwas auszusetzen, ein flimmern hier, ein flackern da... wenn man keine Chance hat die Illusion zu durchschauen, dann kann man auch gleich von herbeigezaubertem Wasser leben!“ Mit Schwung schnappte sich Mimik den anderen der beiden Kelche, und führte ihn an seinen Mund, wobei interessanterweise auf dem Tisch genau dieser Kelch zurückbleiben schien. Eine kleine Änderung des Winkels und das Getränk floss in seinen Rachen, aber bei genauerem Hinhören konnte man es unter Mimik leise plätschern hören.
„Ah! Ein guter Tropfen!“ Prostete Mimik Anxa aus etwa drei Meter Entfernung hinter diesem zu. „Und du willst dein Wäldchen also mal verlassen? Eine gute Wahl! Die Welt kann so schön sein, wenn der Blick nicht durchgehend von Bäumen behindert wird.“ Die Stimme Mimik’s wechselte alle paar Sekunden ihre Position, mal kam sie von dem Mimik auf dem Stuhl, mal von dem, der sich mittlerweile auf den Rand eines Springbrunnens gesetzt hatte. „Ach, aus Holz werde ich die Straße natürlich nicht bauen. Zu Unstabil, zu porös. Ein schwerer Karren, und das Pflaster muss ausgetauscht werden. Nein, nein, Stein ist fein, so wird’s wohl sein, den Stein werde ich aus den Randregionen anschaffen können. Die Felsen werden eh immer wieder benutzt um den ganzen Lords neue Festen zu gewähren.“

Unter äußerlicher Anstrengung kraxelte ein dritter Mimik heftig stöhnend aus einem einfachen Brunnen in der Nähe, und gesellte sich auf einen neu erschienenen Stuhl neben Anxa. Er begann alleine zu sprechen: „Der Transport sollte kein großes Problem sein. Lasst unsere Völker einfach miteinander reden, der Handel wird schon von alleine aufkommen, wenn diese sagen, was sie von den Chamianern haben wollen. Im Übrigen,“ stimmten nun auch die beiden anderen ein, „möchtest du auch schon jetzt ein wenig Handel treiben? Der Transport wäre natürlich sehr anstrengend, aber zumindest hättest du bereits erste Waren, nach einiger Zeit. Man müsste dies nur mit der Liiiieeeben Perfekta absprechen, auf das sie ihren Aspekt wenigstens ein mal nicht zu genau wahrnehmen möge um einen nicht in den Wahnsinn zu treiben.“ Während des Sprechens hatte sich der Mimik auf dem Springbrunnen aufgestellt und sich einfach in den ursprünglichen Mimik gesetzt, kurz darauf war ihm der Brunnen-Mimik gefolgt. Nun saß wieder nur ein einzelner Mimik vor dem Gott des Lebens.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Fr 13 Jan 2012, 17:22

"Mysteriöse Lichterscheinungen über den Nearabergen?" Es wäre nicht ganz richtig gewesen zu behaupten, Wehegrim würde eine Augenbraue anheben, denn die Haut über seinem Gesicht war zu straff, als dass er solch kleine Nuancen der Mimik wirklich beherrscht hätte. Dennoch versuchte er sich zumindest an einer solchen Geste, die sein unvermittelt aufflammendes Interesse kund tun sollte. "Dann ist es das also, was euch hierher geführt hat, verehrte Perfekta. Euer Volk siedelt am Fuß des Gebirges. Ihr fürchtet, dass dieses Zeichen schlimmes für sie bedeuten mag..."
Er erhob sich - soweit man bei ihm davon sprechen konnte - von seinem Grabstein und schwebte rastlos um den Tisch herum. In Perfektas Rücken hielt er inne. "Kein Gott, weder ein Großer noch einer von uns Herabgestiegenen, würde seine Macht derart verschwenden wenn er damit nichts bezwecken will", konstatierte er unvermittelt, "Ich stimme euch zu, etwas ist dort oben im Gange. Es könnte der Stein des Anstoßes werden, der einen Erdrutsch über die Länder der Welt hinweg fegen lassen wird. Die Spannungen sind zu groß. Ein weiterer Spieler in diesem Spiel..." Er deutete mit einem seiner langen Finger über die Schulter seiner Besucherin auf die Spielsteine und wie um zu demonstrieren, dass sie zu weit mehr als Schach taugten erhoben sie sich in die Luft. "... ist zu viel. Wenn auf dem Berg unbemerkt etwas heran gewachsen ist, was es verdient, dass ein Gott sich zu ihm herab lässt, dann wird die Spannung sich unweigerlich entladen. Doch wer kann schon sagen, in welcher Art sie das tun wird? Vielleicht erleben wir bald den Aufstieg von Zivilisationen, Entwicklungen, die nie gekannten Wohlstand bringen. Vielleicht wird auch Krieg über die Welt branden..."
Er setzte seine Runde fort bis er wieder den Grabstein ihr gegenüber erreichte. Als er sich nieder ließ sanken auch die Spielsteine zurück auf das Brett und nahmen die vorherige Anordnung ein. "Ich rate euch abzuwarten. Wenn ihr nicht vorher sehen könnt was kommt, dann könnt ihr keine Schritte deswegen unternehmen. Die Zeit wird euch zeigen, was ihr zu tun habt."

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Sa 14 Jan 2012, 12:57

„Ich würde liebend gerne eine dieser Kristallfarmen sehen. Aber warum sind die Tunnel hier zu unsicher? Auf dem Weg hierher sind wir keiner Gefahr begegnet. Im Vergleich zu unserer Heimat war es hier sogar relativ ruhig. Keine riesigen Pilze, die giftige Sporenwolken in die Luft blasen. Keine wilden Höhlenkrabbler, die Netze in den Tunneln weben und diese in Todesfallen verwandeln. Keine Tunnelbohrer – so nennen wir die riesigen Würmer, die die Tunnelsysteme bei uns zu Hause graben. Oder zum Einsturz bringen. Was gibt es hier, das ihr fürchten müsstet?“ Auch sahen die Kor’Drakka nicht so aus, als wären sie komplett hilflos.

Was Mellysae ihm erzählte, gefiel Zark überhaupt nicht. Natürlich war auch Krieg eine Quelle der Macht für ihn, denn auch das Militärwesen machte Fortschritte. Aber während des Friedens konnten sich seine Skizz auf Forschung und Entwicklung beschäftigen. Und jeder tote Skizz war ein toter Quell seiner Macht. Und laut Mellysae war der Krieg nur eine Frage der Zeit und würde eher heute als morgen auf ihn und sein Volk zukommen. Aber wer sollte sich gegen ihn wenden? Der einzige, der für ihn wirklich zur Gefahr werden konnte, war Mellysae selbst. Andere Völker hätten es in seinem Reich ungleich schwerer als ihr Volk. Sie konnte also zu einer großen Gefahr werden, soweit durfte es nicht kommen. Aber er sollte sein Volk auch auf andere Gefahren vorbereiten. Seine Barthaare zuckten nervös. „Dann bin ich froh, mit euch Kontakt aufgenommen zu haben. Es ist gut zu wissen, dass es jemanden gibt, der einem zur Seite steht. Krieg steht bevor. Aber ich muss euch warnen. Mein Volk hat noch nie Krieg geführt. Nicht, dass sie nicht kämpfen können. Aber es gab bis jetzt noch keinen Grund dafür. Sie sind keine Eroberer, sie sind Techniker, Denker, Forscher. Aber sie benutzen ihre Köpfe. Ihre Waffentechnik ist sehr fortgeschritten. Manchmal sehe ich Waffen von Oberflächenbewohnern. Was ich sehe, ist teilweise einfach nur erbärmlich. Aber das ändert nichts an ihrer Gefahr. Es ist, als ob man Diamanten mit Kieseln vergleicht…“ Ja, er war stolz auf sein Volk. Aber zu viel Stolz durfte er sich nicht erlauben, denn auch ein simples Schwert konnte einen Skizz töten. Egal, wie raffiniert dessen Waffen waren.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Sa 14 Jan 2012, 22:26

"Wir haben die Tunnelräuber, die uns permanent stören und unsere Farmen zerstören. Außerdem die Huscher, die unsere Ernten vernichten und die Kristallkrabbler, die unsere Kristalle zersetzen. Für die Rubinwachen gibt es genug zu tun. Dieser Außenposten war schon immer ein wenig unsicher, aber in letzter Zeit haben die Übergriffe zugenommen", antwortete Mel'Ino rasch. Die Probleme waren wirklich in letzter Zeit mehr geworden, aber die Rubine wurden mit allem fertig. Ein unbekannter Smaragd gesellte sich zu der Gruppe und sprach leise mit Mel'Ino, die danach übersetzte: "Rok'Dahir", der Erdformer deutete eine Verbeugung an: "sagt, dass es ihm eine Ehre sein wird, euch zu einer der Kristallfarmen zu bringen. Die Hohepriesterin möchte euch sprechen. Auf dem Weg zur Hauptstadt kommen wir ohnehin dort vorbei."

"Ich möchte den Krieg nicht. Jedes Lebewesen dieser Welt ist mein Kind und als ihre Mutter möchte ich sie nicht verletzt sehen. Aber die anderen Beobachter teilen unsere Meinung nicht unbedingt. Es wird zu Krieg kommen. Es freut mich allerdings zu wissen, dass wir im Schoß der Erde relative Sicherheit genießen werden."
Es freute Mellysae wirklich. Sie hatte keinerlei Zweifel daran, dass ihre Kor'Drakka die Skizz im Notfall abwehren konnten. Die Erde war also sicher.

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 15 Jan 2012, 01:28

Lumianders Sphäre war ein wahres Wolkenmeer. Der Himmel und der Untergrund waren mit ihnen bedeckt und so weit das Auge reicht, überall sah man nur sanft leuchtende Wolken. Und inmitten dieser Wolken stand ein protziger Thron mit unzähligen Verzierungen aus purem Gold. Lumiander hatte wirklich keinen Geschmack.
Nun sass der Gott des Lichtes in eben diesem Thron, die Flügel weit ausgebreitet und einen ebenso geschmacklosen Massivgoldkelch in der Hand, in dem sich Wein befand. Wein war etwas von den ersten Dingen, die er bei den Sterblichen entdeckte hatte. Er liebte den roten Saft und war fast immer mit einem Kelch von diesem in der Hand anzutreffen. Im Moment interessierte ihn der Kelch aber nicht. Er betrachtete die Welt durch Löcher in seiner Wolkensphäre. Mehrere Löcher zeigten Grossaufnahmen von Ländern. Da waren die Höhlen unter den Nearabergen. Zwei Götter hatten sich dort eingenistet. Zark, der Gott des Fortschritts und Mellysae, die Göttin der Erde. Ihre Völker waren noch jung, doch sie waren stark. Sie hatten aber nur wenig Kontakt zu anderen Völkern. Sie waren uninteressant.
Dann waren da die Götter im Meer, Phidas, der Gott der Träume und Mare, der Meergott. Auch sie hatten kaum Kontakt mit dem Festland, sie hockten nur in ihren Gebieten und vegetierten vor sich her. Sie waren weder stark noch gefährlich. Die Savanne im Süden, das Land des Feuergotts Emrys. Ein verdammter Pazifist, auch nicht von Interesse. Vielleicht als Ziel nach Mystra. Mystra, das Land des Gottes der Illusionen. Mimik war nach Lumianders Meinung nicht ganz dicht, aber seine Menschen waren stark. Stark, aber nicht zu stark. Ein wunderbarer Auftakt für seine Cephaine. Wie ein Sturm aus Licht würden sie über das Land im Westen herfallen, ihre Macht zeigen und sich ihm würdig erweisen. Ein guter Beginn, um sein Imperium aufzubauen. Natürlich würde man sich ihm entgegenstellen. Hier kamen die letzten fünf Götter ins Spiel. Anxa, der Lebensgott, Wehegrim, der Todesgott, Perfekta, die Göttin der Perfektion, Vesanus, der Gott des Wahnsinn und Adanos, der Gott des Gleichgewichts. Der letzte und Perfekta machten ihm am meisten Sorgen. Adanos' Volk war stark, allerdings banden die Wahnsinnigen Vesanus' seine Kräfte. Aber die Chamianer waren eine aufstrebende Macht. Sie waren stark. Er würde sich etwas für sie ausdenken müssen. Über Anxa wusste er nicht viel, aber sein Affenvolk könnte auch noch gefährlich werden. Und schlussendlich noch Wehegrim. Der Todesgott war schon immer ein unberechenbarer Geselle gewesen, aber seine Untoten waren stark. Und sie waren nur auf der Welt, um zu kämpfen. Dementsprechend wollte Wehegrim wohl auch eine Krieg und Lumiander konnte ihm diesen bieten. Und Vesanus' Volk dürstete ebenfalls nach Kampf. Wen er es schaffte, diese beiden Götter auf seine Seite zu ziehen und sie dazubrachte, im ganzen Süden des Kontinents einen Krieg zu entfesseln, würde Mystra alleine dastehen. Und wenn die Cephaine erst einmal ein solch zentral gelegenes Land in ihrer Hand hatten, konnten sie mit Leichtigkeit gegen alle anderen Völker in den Kampf ziehen.
Auf eine Handbewegung Luminanders hin verschlossen sich die anderen Wolkenlöcher und das Loch, das Wehegrims Sumpf zeigt, wurde grösser. Er würde der erste sein, der das Licht sehen würde.

Sial hatte sich kurz vor dem Erdboden aus dem Sattel gelöst und die Schultermembrane entfaltet. Mit einem Klappen hatten sich diese geöffnet, mit Wind gefüllt und seinen Fall abgefangen. Es tat weh, den Wind so abrupt einfangen zu müssen, doch der Cephaine biss die Zähne zusammen. Langsam schwebte er zu seinem Reittier herab, das die letzten Meter ungebremst gefallen war. der Rock liess ein Krächzen hören, als Sial neben ihm landete. Doch bevor er den Vogel untersuchen konnte, hörte er, wie sich ihm jemand näherte. Nervös und erschrocken wandte er den Kopf und entdeckte mehrere seltsame Gestalten. Schienen auf einem vierbeinigen Tier zu reiten und waren mit Fell überzogen. Sial wollte zurückweichen doch hinter ihm lag Ares. Er war unbewaffnet, alleine und mit einem verletzten Rock in den Ländern des Feindes abgestürzt. Er konnte nichts tun, als die ankommenden Chamianer mit schreckverzerrtem Gesicht anzustarren.
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