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 [MSG] Die Beobachter

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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 25 Jan 2012, 14:23

"Nein, das Boot wird nur mit Magie empor gehoben und in Position gehalten, bis die Passagiere eingestiegen sind. Hier trägt uns nur der Fluss vorwärts", berichtigte Mel'Ino, wobei sie an die Bordswand klopfte und dabei ein metallisches Geräusch erzeugte. "Das Boot besteht aus einer magnetischen Legierung und in den Boden und Wänden der Kanäle sind ebenfalls Spuren dieser Legierung enthalten. Boot, Wände und Kanalboden stoßen sich gegenseitig ab. Das Wasser sorgt für unser Vorwärtskommen."
Ein kurzes Lächeln huschte über Mel'Inos Gesicht und sie fügte hinzu: "Zumindest habe ich mir das sagen lassen. Ich bin kein Smaragd und verstehe nur wenig von dem, was unsere Handwerker fertig bringen. Die Kanäle aber sind mit der Magie der Erdformer geschaffen. Es hat zwanzig Jahre gedauert, bis das System vollendet war. Und es fallen immer wieder Ausbesserungsarbeiten an. Wir sind da."
Tatsächlich gurgelte das Wasser nur noch anstatt wie vorher laut um das Boot herumzutosen. Und das Gurgeln klang allmählich ab. Langsam fuhren sie in einen beleuchteten Hafen ein, wo das Boot wie durch Magie an den Steg gezogen wurde. Mel'Ino stieg mit geübten Bewegungen aus, während die Gruppe Erdformer erst den Skizz beim Aussteigen half und danach das Bott mit hölzernen Stangen vom Steg wegdrückte. Das Gefährt schwamm noch einige Meter und wurde dann unter die Oberfläche gezogen.
"Das ist eines unserer Dörfer", hob Mel'Ino an, während sie die Skizz durch einen Tunnel führte, der in einer Höhle endete. Diese war deutlich kleiner als die mit dem Turm und enthielt nur einige Häuser, die sich wie Waben an den Wänden der Höhle befanden. Auch waren auffällig wenig Rubinwachen zu sehen. Die meisten Kor'Drakka hier hatten Smaragde oder Amethyste auf der Stirn.

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Warmonger

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Do 26 Jan 2012, 20:09

Der riesige Urwald lag scheinbar regungslos da. Von oben sah man kaum mehr als das endlose Meer tiefgrüner Blätter, die sich im feinen Rhythmus des Windes bewegten, ein wenig mehr noch durch den gröberen Takt der Äste, und gemächlich in spannenweiten Bahnen durch die Stämme der Riesen, die langsam hin und her schwankten. Nichts erinnerte daran, dass dieser Wald unter seiner majestätischen Decke vor Leben geradezu brodelte. Nichts – außer vielleicht den freudigen Schreien, die durch sie brachen. Rufe, die vor Emotionen strotzten, vor Aufregung, vor Empörung, vor Erschrecken, vor einfach überschäumender, jugendlicher Wildheit – oder einfach nur kommunikative Schreie.
Sie stammten von den Mashá, dem einzigen intelligenten Volk des Dschungels,den Untertanen Anxas. Unter der Blätterdecke, von den Kronen bis zu den niedrigsten Zweigen (die allerdings auch nicht viel tiefer waren) turnten die Affenmenschen herum, suchten nach Früchten, jagten Tieren nach oder werkelten lautstark in den größeren Baumhöhlen herum. Einige Bäume waren von Plattformen umgeben, die wie Scheiben aus dem Baum gewachsen schienen, auf denen die Rinde schon so plattgetreten war, dass sie beinahe wie poliertes Holz wirkten. Und um die grlößte Plattform auf dem größten Baum ging immer wieder ein vergreister Mashá herum, rüstig wie ein Junger, und nur sein langes, weißes Haar zeugte von seiner Ehrwürdigkeit. Er trug bodenlange, feine Seidenkleider, die an seinem haarigen Körper seltsam unangemessen erschienen, aber nicht ohne Würde.
So laut, wie man von einem Greis wie diesem nun wirklich nicht erwartet hätte, keckerte auf einmal seine Stimme durch den Wald.
"Es fehlen immer noch zwanzig Körbe mit Früchten! Ihr lahmes Pack, schwingt eure haarigen Hintern um die Bäume herum und holt, was Anxa verlangt hat! Die Menschen von Mystra werden nicht so geduldig sein wie ihr, ihr Stundenpflücker, ihr Faultiere, ihr schwächlichen Missgeburten schieläugiger Mütter! Gebt acht, ein wenig langsamer, und der Baum wächst euch davon!"
Nichts von der aus den Worten sprechenden Wut sprach aus dem Tonfall. Es war eher eine kameradschaftliche Ermahnung, auf die mit Gelächter von allen Seiten reagiert wurde, das weit durch den Wald trug und auch da noch weitergegeben wurde, wo man den Grund schon gar nicht mehr gehört hatte. Denn die Mashá waren ein verdammt fröhliches Volk.
Noch einmal zählte Shupa, der Älteste der Mashá-Stadt, die Waren, die sich auf der Plattform türmten: Fast achtzig Körbe voll mit den Früchten des Dschungels, ein Dutzend gefesselte Tiere, Affen, Tapire, Warzenschweine, alles, was den Dschungel durchstreifte und den Mashá essbar genug vorkam um gegessen zu werden. Stapelweise Holz, Latten, Rundhölzer und Platten, Bohlen und Stangen. Das Holz der Dschungelbäume war oft härter, zäher oder auch nur schöner als die der Außenwelt. Und man zahlte gut dafür.
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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Do 26 Jan 2012, 23:22

Emrys nickte Wehegrim noch einmal zu und betrat dann das Tor, um in seine Sphäre zurück zukehren. In seinem Reich angekommen, blickte er in seine Kugel hinein. Die Chetarer waren auf die Jagd gegangen. Doch ihn interessierten eher diejenigen, die beim Lager geblieben waren. Aufmerksam beobachtete er sein Volk.

Morgen sollten die Feiern der Verbindungen stattfinden. Die jungen Leute waren sehr nervös. Castiel saß in dem Zelt seiner Eltern und versuchte sich zu entspannen. Nervös sammelte er seine besten Kleidungsstücke zusammen. Die Sachen, die ihm seine Mutter extra für diesen Tag genäht hatte. Seine Schwestern ließen ihn in ruhe, sie hatten sich an das Feuer ihrer Tante begeben. Dieser Abend und der folgende Tag würden nur ihm und den anderen gelten, die sich verbinden würden.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Sa 28 Jan 2012, 14:27

Mit großen Augen folgte Razz Mel’Inos Erklärungen. „Faszinierend“ war alles, was er zu sagen vermochte – es hatte ihm die Sprache verschlagen. Nachdem die drei Skizz das Boot verlassen hatten, wurden sie in eine Höhle geführt, die mit einem kleinen Dorf gefüllt war. Es erinnerte ihn an die Farmgemeinschaften der Skizz, die aus einer Ansammlung von Behausungen und großen Farmflächen bestanden. Gespannt warteten die drei darauf, was als nächstes geschehen würde. Ob sie nun eine der Kristallfarmen zu sehen bekamen? Und ob sie herausfinden konnten, wie man diese Kristalle züchten konnte? Das wäre wunderbar…
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Sa 28 Jan 2012, 15:15

In der Nacht seines Todes hatte niemand Tandrek auch nur eines Blickes gewürdigt. Er war einer von vielen gewesen, von hunderten, die tot auf den Feldern lagen. Ein ehrenvolles Begräbnis mit trauernden Kameraden, mit Ehren oder auch nur ein paar Worte des Abschieds waren ihm nicht zu Teil geworden. Das letzte, was man ihm mit auf den Weg gegeben hatte ehe man ihn in die Grube zu den anderen warf war ein sehr unflätiger Fluch gewesen als der Mann, der ihn an den Schultern getragen hatte, sich den Knöchel vertrat. Selbstverständlich hatte Tandrek davon nichts mitbekommen und auch, als der Totengott ihm ein zweites Leben gegeben hatte, hatte er es nie in Erfahrung gebracht. Nicht, dass er sich je dafür interessiert gehabt hätte.
Was ihm hingegen bei seiner Erweckung sehr wohl aufgefallen war, war wie wenig man ihm für seine letzte Reise gelassen hatte. Sicher, sein Fleisch war über die Jahrhunderte vollständig verrottet und auch von seinem Hemd und seiner Hose war nichts mehr übrig geblieben. Aber in der Nacht seines Todes hatte er ein Schuppenhemd getragen und zumindest von dem Eisen hätten noch Spuren übrig sein müssen. Offenbar hatte es jemand besser gebrauchen können als er. In der Tat war das einzige, was man ihm gelassen hatte, eine bronzene Armschiene gewesen. Ein Hieb hatte damals die Spangen verbogen, die sie an seinem Arm hielten und so hatte man es wohl nicht fertig gebracht, sie ihm in der Eile nach der Schlacht abzunehmen. Die andere Armschiene fehlte, doch die, die ihm geblieben war trug Tandrek noch immer, auch jetzt in seinem unvergänglichen Unleben.

Einer der Vorteile des Unlebens war es, dass das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung, dass Lebenden Grenzen zu setzen pflegte, verschwand. Ein lebender Späher etwa, der von einer Erkundung ins Lager zurück kam brauchte für gewöhnlich etwas ordentliches zu essen, einen Becher Wein und mindestens eine Nacht voll Schlaf ehe er wieder einsatzbereit war. Tandrek hingegen hatte kaum eine Stunde Aufenthalt im Lager gehabt. Er hatte seinem Hauptmann Bericht erstattet, der Hauptmann hatte seine Meldung an den General weiter gegeben und der General hatte dem König berichtet. Bis der General seine neuen Anweisungen an den Hauptmann übermittelt hatte und dieser sich wieder an ihn, den Späher, wandte hatte Tandrek einfach nur reglos in der Gegend herum gestanden und in den Nebel gestarrt, der in dünnen, halbtransparenten Schwaden über den Faulsümpfen hing. Er hatte kein Bedürfnis nach Ruhe, nach Zerstreuung oder auch nur nach Beschäftigung verspürt. Er war ein Unvergänglicher. All das lag hinter ihm, lag ein volles Leben zurück. Als der Hauptmann ihm und dem Trupp aufgetragen hatte, wieder auszurücken hatten sie den Befehl mit Respekt aber schweigend angenommen. Unzufriedenheit hatte Tandrek nicht verspürt. Warum auch? Er war ein Diener des Todesgottes, er tat, was dieser verlangte. Durch den König verlangte. Es gab keinen Grund, etwas daran auszusetzen zu haben, wieder in die Steppen jenseits der Sümpfe auszurücken und die Gepardenmenschen weiter zu beobachten. Schließlich waren sie Späher...
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 29 Jan 2012, 00:59

Die Bevölkerung des Dorfes bemerkte die Skizz nur verlangsamt. Ein vorbeieilender Kor'Drakka, ein Amethyst, blieb stehen und stupste jemanden neben sich an. Daraufhin gesellte sich jemand hinzu und bald schon hatte sich die gesamte Dorfgemeinschaft versammelt. Es handelte sich hauptsächlich um Amethyste und Smaragde. Zwei Rubine, gepanzerte Gestalten, waren ebenfalls in der Menge. Jemand zupfte an Mel'Inos Ärmel und schickte direkt eine Frage hinterher: "Sind sie das versprochene Zeichen?"
Mel'Ino nickte und antwortete: "Die Priesterin des weißen Turms hat es bestätigt. Der Wandel ist gekommen." Die Nachricht wurde mit wohlwollendem Nicken aufgenommen und sofort weitergegeben. Irgendwo in der Menge begann jemand zu jubeln. Kurz darauf jubelten alle Kor'Drakka. Auf ein Zeichen Mel'Inos hin hämmerten die Rubinwachen gegen ihre Schilde, um für Ruhe zu sorgen.
"Die Skizz sind hier, um von uns zu lernen. Ebenso werden wir von ihnen lernen können. Die Zeit des Versteckens ist bald vorbei." Die Worte der Saphir wurden mit noch mehr Jubel quittiert. Mel'Ino drehte sich zu den Skizz um: "Die Kommune heißt euch willkommen, wie unschwer zu hören sein sollte. Aber jetzt finden wir erst einmal einen Kristallzüchter."
Auf Nachfrage nach einem solchen trat einer älterer Kor'Drakka. Die Menge ließ die kleine Gruppe durch und hinter dem Alten hergehen, der sie zu einem der wabenartigen Häuser führte und einließ, wobei er in der Sprache der Kor'Drakka redete.
Mel'Ino übersetzte mechanisch: "Er heißt Juan'Kirof und es wäre ihm eine Freude euch seine Kristallfarm zu zeigen. Es ist nur eine kleine Farm, aber das Prinzip bleibt dasselbe."
Hinter dem Haus eröffnete sich eine kleine, nur schummrig erleuchtete Höhle. Die Dunkelheit wurde an vielen Stellen von dem sanften Glühen der Kristalle durchbrochen. Wasser gurgelte und rauschte und warf Reflexionen an die Wände. Unter dem stetig fließenden Wasser waren Kristalle sichtbar, in verschiedenen Stadien des Wachstums.
"Diese Farm stellt einzig und allein Leuchtkristalle her. Wir benutzen sie für unsere Fackeln und Lampen. Ihr kennt sie schon. Juan wird alle eure Fragen nach seinem besten Wissen beantworten."

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 29 Jan 2012, 20:23

Der Tumult beunruhigte die drei Skizz zunehmend und Razz war froh, als sie in eines der Häuser geführt wurden. Sie schienen diesen Kor’Drakka unglaublich viel zu bedeuten. Er sah sich in der kleinen Höhle um, die vom Licht der Kristalle erhellt wurde. Fasziniert betrachteten alle drei die leuchtenden Schätze, Razz fasste sich als erster wieder. „Nun, ich habe viele Fragen. Zunächst natürlich: Braucht ihr Magie, um diese Kristalle wachsen zu lassen? Wenn ja, dann sehe ich leider keine Chance für uns, auch solche Farmen zu errichten. Aber so scheint es mir nicht. Diese Kristalle, wie kann man sie züchten? Die Technik wäre für uns von großem Wert. Bei uns läuft die gesamte Beleuchtung über leuchtende Moose und Pilze, die wir anbauen. Aber die brauchen auch Wasser. Diese Kristalle scheinbar nicht. Wir könnten so viel damit anstellen…“ In Gedanken schwelgte er in den Möglichkeiten, die sich mit diesen Kristallen eröffneten. Wenn sie dieses Geheimnis erklärt bekamen, könnte er die Technik der Skizz revolutionieren.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 31 Jan 2012, 22:29

Mel'Ino übersetzte wieder einmal rasend schnell. Der Saphir in ihrer Stirn glühte immer noch matt und verbreitete kühles blaues Licht. Juan'Kirof griff unterdessen in das fließende Wasser und fischte einen kleinen Kristall heraus, den er den Skizz reichte und dabei in seiner eigenen Sprache weiterredete.
"Die Kristalle brauchen Wasser bei der Züchtung, danach leuchten sie von alleine."
Der alte Kor'Drakka griff nach etwas, das nach einer kleinen, schimmernden Perle aussah und reichte sie ebenfalls den Skizz.
"Das ist ein Kindkristall. Er wird in einer Vorrichtung wie dieser dort." Mel'Ino deutete auf eine kompliziert aussehende Form aus Draht und Eisen am Boden des rauschenden Baches: "Eingespannt. Das Wasser hier birgt die restlichen Teile. Kindkristalle formen sich im Wasser von selbst zu vollständigen Kristallen. Da ist keine Magie im Spiel. Aber sie eignen sich nicht als Energiequellen. Dafür gibt es andere Kristalle. Die sind allerdings deutlich schwieriger zu züchten und nur wenige Smaragde wissen über die Herstellungsmethoden Bescheid."
Mel'Ino und Juan'Kirof lächelten beide sanft.
"Vielleicht hat das aber schon zum Stillen eurer Neugier geholfen."


Melyssae musste lächeln. Der erste Kontakt lief hervorragend. Mit dem Herausgeben um das Geheimnis der Lichtkristalle hatten die Kor'Drakke ihren guten Willen bewiesen. Und mit der Erwähnung der Energiekristalle konnten sie die Skizz interessiert halten. Es lief wirklich hervorragend.

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 08 Feb 2012, 20:41

Die Jäger der Chetarer waren auf eine große Herde wilder Savannenrinder gestoßen und bereiteten sich nun darauf vor, einige Tiere davon zu erlegen. Zwei Kühe und einen Stier hatten sie sich ausgesucht und schlichen nun darauf zu. Pfeile flogen durch die Luft, die Tiere erschraken durch die Geräusche des Todes und liefen davon. Ein paar tiere, eben jene Kühe und der Stier waren den Jägern zum Opfer gefallen und die Jäger begannen mit ihrer Arbeit.

Emrys hatte nachgedacht. Eine Gruppe wollte er zu dem Waldvolk schicken. Und eine andere Gruppe zu den Gebirgen im Osten.
Er mußte viel vorbereiten und erinnerte sich daran, das der Wald das Gebiet von Anxa war. Vielleicht sollte er diesen Besuchen um zu erfahren ob sein Volk willkommen wäre. Er wusste nur nicht wer das Gebirge beherrschte. Oder ob es dahinter noch mehr Länder zu entdecken gab. Er materialisierte sich im Vorbereich zu Anxas sphäre und ließ eine Feuerblüte hinein fliegen, ebenso wie er es bei Wehegrim getan hatte. Hoffentlich war er dem anderen Beobachter willkommen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Do 09 Feb 2012, 11:07

Mit schnellen Schritten trieb der Hohepriester seine Gruppe an. Es schien auch ein Ausdruck ihres Wahnsinns zu sein, das sie bei der sengenden Hitze der Einöde weiter liefen und nur bei den einzelnen Felsformationen rast machten. Es wirkte bis jetzt wie ein Wunder, doch es gab keine Verluste in ihren Reihen, alle schienen vollkommen auf ihr Ziel fixiert zu sein. Seit fast zwei Tagen hetzten sie durch die Einöde mit dem Ziel einer neuen Heimat.
Nach einer Weile wurde Odium langsamer und begann finster zu lächeln. Er sah bereits die Ausläufer der Sümpfe und auch glaubte in der Ferne die ersten Schlangenwesen zu sehen. Doch im Moment wusste er nicht wie er vorgehen sollte, denn wenn er eine neue Heimat aufbauen wollte, durfte er jetzt nicht in den Angriff über gehen. Die ganze Gruppe hatte nun ihr Tempo verringert und waren dicht hinter ihren Hohepriester. „Bald meine Brüder und Schwestern werden wir unsere neue Heimat errichten. Und dann erwarten uns neue Orte die wir Plündern können und wo wir den Wahnsinn verbreiten können“, begann Odium und blieb stehen, während er sich zu seinen Anhängern um drehte, wo er sah das diese ebenfalls stehen geblieben waren, „An der Grenze der Einöde werden wir eine neue Stadt des Wahnsinns errichten, für unseren Gott! Von hier aus wird sich der Wahnsinn weiter verbreiten und auch unsere Erkundungen können tiefer in die Ländereien vordringen.“ Als Odium seine Rede beendete, grinste er finster und ging langsam weiter, während seine Anhänger ihm folgten, alle mit einen ähnlichen grinsen auf den Lippen wie er. Nun hieß es sich mit den Schlangen zu treffen und dann entweder diese zu vertreiben oder mit der Stadt beginnen.

Vesanus betrachtete die Gruppe von Odium mit Interesse und war bereits gespannt wie diese Begegnung ablaufen würde. Natürlich würde die Zeiten für die Seldarin etwas gefährlicher werden wenn die Vecors in ihrer nähe Leben würden, aber vielleicht würden diese lernen den Wahnsinn der Vecors für sich zu nutzen und sie dann gegen ihre Feinde lenken? Nun, er war gespannt wie das ganze Ausging und wohin dieser Weg die Vecors führen würde.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Do 09 Feb 2012, 20:55

Interessiert hatte Anxa dem Treiben seines Volkes zugesehen, wie es im Wald hin- und herraste, während auch er selbst in seiner Sphäre hin und her tigerte. Er hätte stundenlang zusehen können, wie sie sich Wege suchten, anderen diese Wege zeigten, ganze Urwaldriesen abernteten, ohne auch nur ein paar Sekunden zu verschwenden. Immer weiter wuchsen die Vorratshügel auf den Plattformen, die bald schon zur Grenze zu Mimiks Reich transportiert werden würden.
Da jedoch trudelte ein rotes Etwas in Anxas Blickfeld, eine der Feuerblüten, die Emrys als Gruß benutzte. Mit einem breiten Grinsen drehte er sich nach dem Bereich des Raumes um, der ihm als Eingang diente, und ließ Emrys ein, immer noch leicht auf den Fußballen wippend.
"Emrys, alter Feuerfreund! Komm herein, sieh mein Volk, sieh ihren Überfluss!"
Entgegen seinen überschwänglichen Worten kannten sich Emrys und Anxa kaum. Aber so war der Mashá-Herrscher eben – übersprudelnd mit Leben und Freude, denn in einer Zeit des Friedens wie dieser gedieh alles Leben, das ja seinen selbstgewählten Aufgabenbereich darstellte. Wenn eines ihn betrüben konnte, dann war das Krieg.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Do 09 Feb 2012, 21:29

Emrys näherte sich dem anderen Beobachter, mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht. "Ich grüße dich, Herrscher der Wälder.
Ich bin hier, weil ich eine Frage an dich habe. Ich habe vor, einige meines Volkes zu deinem Volk zu senden, um ein Bündnis zu schließen. Und ich würde gerne wissen, ob diese willkommen wären."


Im Lager der Chetarer war einiges los. Die Jungen Männer und Frauen, die am nächsten Abend ihre Verbindung feiern würden, saßen in dem großen Versammlungszelt um den Ablauf der Feier zu besprechen. Einige waren überrascht, zu erfahren, dass zwei Männer zusammenlebten, doch die meisten waren mit dem Anblick vertraut und freuten sich mit ihnen. Von draußen war ein wenig Lärm zu vernehmen und kurz danach schaute eine junge Frau in das Zelt. "Darims und Dayas Kind ist jetzt da. Es ist ein kleiner Junge." Erfreut wurde die gute Nachricht aufgenommen. Also würde heute Abend noch eine Willkommensfeier stattfinden, für das neue Clansmitglied.
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Sa 11 Feb 2012, 23:39

Emyrs war verschwunden und so bestand für Wehegrim keinerlei Grund mehr, die Illusion des Friedhofs aufrecht zu erhalten. Während er sich wieder den Schicksalssteinen widmete zerfiel ganz langsam die Umgebung um den Gott des Todes. Die Konturen wurden unscharf, verschwammen, fransten aus. Materie zerlegte sich in Licht und Rauch und beides verpuffte im Nichts der Unendlichkeit. Unmerklich lösten sich auch der Tisch und der Grabstein, der dem Todesgott als Sitz diente, auf, doch dieser bemerkte es gar nicht. Sein Blick war auf den langsamen, mysteriösen Tanz der Steine gerichtet, die er selbst nicht ganz verstand. Alles was blieb war der Fluss der Seelen, ohne Anfang und Ende, zeitlos, unaufhaltsam. Deutlich zeichneten sich die Seelen in der lichtlosen Leere ab, fahle, schwach schimmerde formlose Schemen, mal schnell wie Blitze, mal träge dahin wabernd. Wehegrim beachtete sie nicht. Sein ganzes Streben galt dem Verständnis der Steine. Erst, als eine der Seelen sich erdreistete ohne jede Eile mitten durch seinen Brustkorb zu schweben ließ der Seelenpfeifer seine Aufmerksamkeit vom Tanz der Schicksalssteine ablenken. Nicht, dass er die Seele gespürt hätte, sie war körperlos. Transzendent. Selbst hier, im Fluss der Seelen. Dennoch, sie hatte sein Interesse erregt. Unvermittelt schoss die rot behandschuhte Rechte in den schimmernden Nebel, die Finger zur Klaue verdreht. Augenblicklich erstarrte die Seele. Einen Moment lang starrte Wehegrim sie an und auf seinen knochigen Zügen bildete sich ein breites Lächeln. Dann löste die Seele sind in seinem Griff auf. Verschwand, verblaste und ließ nichts zurück, was darauf hätte schließen lassen, dass sie einmal hier gewesen sein mochte. Doch in eben diesem Moment betrat eine Seele wieder die Welt der Lebenden.
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Vicati
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 13 Feb 2012, 21:51

Lumiander leerte den letzten Schluck aus seinem Kelch und erhob sich von seinem Thron. Es war an der Zeit, Wehegrim das Licht sehen zu lassen. Obwohl ihn niemand sehen konnte, hob der Gott theatralisch die Hände zur Wolkendecke und liess ein goldenes Licht enstehen, das hinaufstieg und durch die Wolken verschwand. Dann breitete er seine Flügel aus, schlug einmal und folgte dem Licht nach oben, wobei er sich auf halbem Weg auflöste.

Das Licht tauchte währenddessen in Wehegrims Sphäre auf und erleuchtete diese hell. Zusammen mit dem Licht kam auch eine Botschaft von Lumiander an Wehegrim.
"Wehegrim, Gott des Todes. Ich bin Lumiander, eine jüngst herabgestiegene Höhere Gottheit. Ich bn gekommen, um mit dir zu reden und dir ein Angebot zu unterbreiten. Lass mich in deine Sphäre ein!"
Lumiander wartete währenddessen ungeduldig in der Dunkelheit vor der Sphäre auf eine Antwort. Er konnte sich kaum noch an den anderen Gott erinnern, er war schon lange ein Beobachter. Bestimmt würde er Lumianders Genie erkennen und sich ihm anschliessen. Schliesslich waren sie beide Götter der frühsten Stunde, sie hatten etwas gemeinsam.

Sial erhob sich langsam und blickte auf den auf die noch aufgerichteten Lanzen. Dann schwenkte er den Blick hinüber zum Reichter und starrte diesen hasserfüllt an. Keine Zweifel, die Wesen hier unten waren so verdorben, wie die Priester des Lichtgottes es immer sagten. Wer nicht von der Güte Lumianders berührt war, war dazu verdammt, in ewige Dunkelheit im Herzen zu tragen. Hoffentlich würde der Zug des Lichtes bald beginnen. Wütend spuckte er aus und funkelte sein Gegenüber an. Er hatte zwar nur teilweise verstanden, was sein Gegenüber gesagt hatte, aber er konnte es sich ungefähr zusammenreimen. Scheinbar sprachen diese seltsamen Katzen einen weiteren Dialekt der alten Gemeinsprache, die einst alle Lebenwesen auf diesem Kontinent gesprochen hatten. Aber das war auch schon das einzige, was sie verband.
"Ich weiss nicht, was oder wer ihr seid, aber verschwindet von hier und lasst mich in Ruhe, sonst wird heiliges Licht euch zürnen", sprach er eine traditionelle Drohung der Priester aus.


Zuletzt von Vicati am Do 16 Feb 2012, 18:36 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 13 Feb 2012, 22:50

Lumiander? Der Name sagte Wehegrim nichts. Doch das war nicht weiter verwunderlich. Es war Äonen her, dass er herab gestiegen war und sich den Fluss der Seelen zu seinem Reich erkoren hatte. Vermutlich hatte der Hohe Gott damals einen komplett anderen Namen getragen als nun. Trugen die Hohen überhaupt Namen? Waren sie auf derart Niederes angewiesen? Wehegrim hätte es nicht mehr zu sagen vermocht. So lange her. So fern die Erinnerungen, so verschwommen. All das hatte keinerlei Bedeutung mehr für ihn. Ein früheres Leben. Wer die Existenz in den Höheren Sphären aufgab, der verlor mehr als nur Macht. Gewissermaßen war es wirklich so etwas, wie ein Tod. Ein selbst gewählter Tod, der ein anderes, möglicherweise besseres Leben versprach.
Dennoch: seine Unkenntnis Lumianders war kein Grund, den anderen nicht zu empfangen. Im Gegenteil! Wenn Lumiander ein neu herab Gestiegener war, dann würde es sich sehr lohnen, ihn kennen zu lernen. Einschätzen zu lernen. Die Ankündigung des Unbekannten hatte Wehegrims Interesse geweckt. Nicht zuletzt aufgrund der kryptischen Andeutungen, die ihm die Steine gemacht hatten. Er zweifelte nicht eine Sekunde daran, dass das Auftreten dieses Lumianders Teil des Wandels war, den er in ihrem Tanz erkannt hatte. Nichtsdestotrotz ließ Wehegrim die Steine verschwinden ehe er die Barrieren seiner Sphäre öffnete. Sie lösten sich zu Rauch und Licht, zu Nichts auf und hinterließen keinen Hinweis darauf, dass sie jemals da gewesen wären. Dann erst erhob er die Stimme, ließ einen Ruf zu dem Wartenden erschallen. "Tritt ein, Lumiander, unbekannte Gottheit! Der Seelenfluss heißt dich willkommen!"
Als Lumiander schließlich eintrat hatte Wehegrims Sphäre die Form einer unterirdischen Grotte angenommen, durch die sich breit und träge der Seelenfluss wand. Er wirkte beinahe wie ein echter Fluss, voll dunklem, plätscherndem Wasser. Ein breiter, niedriger Nachen aus grauem, verwittertem Holz folgte seinem Lauf. Wehegrim stand am Ruder des Bootes. Über seinem Kopf baumelte von einer langen Stake eine Laterne. Sie allein spendete Licht in der Dunkelheit der Grotte.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 14 Feb 2012, 22:29

Razz war zwiegespalten. Auf der einen Seite hatte er die Methode zur Herstellung der Lichtkristalle erfahren und es schien weder aufwändig noch kostspielig zu sein. Auf der anderen Seite war nicht gewiss, ob sie in der Lage sein würden, die Kristalle auch in heimischen Flüssen zu züchten. Sie hatte nicht von Wasser allgemein gesprochen sondern von dem Wasser hier. Vielleicht war das nur eine Vermutung, da sie wahrscheinlich noch keine Gelegenheit hatten, es außerhalb zu versuchen. Andererseits war es vielleicht auch eine Tatsache, eine Besonderheit des Wassers im Reich der Kor’Drakka. Auch mussten irgendwoher diese Kindkristalle beschaffen werden und die einzige Quelle dafür waren vermutlich die Kor’Drakka. Nicht, dass dies ein Problem darstellen würde, sicher ließ sich eine Vereinbarung treffen. Entweder konnte man Leuchtkristalle importieren oder ein paar der Kor’Drakka erboten sich, in den großen Städten der Skizz als Lehrmeister zu fungieren. Letzteres gefiel Razz natürlich besser.

Was natürlich noch verheißungsvoller war, war die Erwähnung dieser Energiekristalle. Wenn es tatsächlich Kristalle gab, die Energie erzeugen konnten, wäre das ein noch größerer Durchbruch als das kristallene Licht. Maschinen, die bis jetzt über Dampfkraft, Thermik oder Wasserkraft angetrieben werden mussten, könnten vielleicht durch diese ominösen Kristalle betrieben werden. Nicht nur, dass es Ressourcen einsparen würde – man würde viel weniger Pilzstämme benötigen, um beispielsweise Öfen zu befeuern oder Getriebe anzutreiben – es würde auch neue Forschungszweige hervorbringen, was einer der größten Vorteile sein würde. Der große Zark würde sehr zufrieden mit ihnen sein. Vorrausgesetzt natürlich, die Kor’Drakka waren bereit, dieses Geheimnis mit ihnen zu teilen.

„Es tut mir Leid eure Hoffnungen enttäuschen zu müssen, aber jede eurer Antworten wirft ein Dutzend neuer Fragen auf. Können wir diese Kristalle auch selbst züchten? Ist das Wasser bei uns dazu geeignet? Woher stammen diese Kindkristalle, wie ihr sie nanntet? Können wir eine Vereinbarung treffen? Ihr könnt euch nicht vorstellen, was diese Kristalle für unser Volk bedeuten könnten. Und natürlich die Frage, die ihr vielleicht sogar mit Absicht provoziert habt: Was sind diese Energiekristalle, die ihr erwähnt habt und könnten wir auch Zugang zu diesen bekommen? Aber ich will nicht gierig erscheinen. Ich biete euch an, was wir an Technologie besitzen. Ich weiß nicht, wie weit euer Wissensstand ist und in wie weit eure Kristalle mit unserer Art zu arbeiten vergleichbar ist, aber diese Kristalle könnten unserem Volk von unglaublich großem Nutzen sein. Was auch immer ihr für diese Technologie wollt – Anbaumethoden für Pilze oder Moose, die eine unserer Grundlagen darstellen, Ingenieurwissen für die Maschinen, die wir zur Herstellung von Werkzeugen und anderen Gerätschaften benutzen, Wissen über die Züchtung und Haltung von unseren Höhlenkrabblern – eure Kristalle scheinen mir jeden Tausch rechtzufertigen.“
Er endete, unsicher, ob er sie nicht mit seinem Wortschwall erschlagen hatte oder ob es ihn und sein Volk nicht in völlig falsches Licht rückte.
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Sa 18 Feb 2012, 00:14

"Ich bin sicher, dass wir zu einer Einigung kommen können, aber ich bin nicht befugt irgendwelche verbindlichen Abkommen einzugehen. Ich bin nur eine Übersetzerin, kein Mitglied des hohen Rates", stellte Mel'Ino fest. Der Skizz klang beinahe schon verzweifelt. Das war nicht ihre Absicht gewesen. Rasch holte Mel'Ino zu einer weiteren Erklärung an: "Die Kindkristalle entstehen manchmal in größeren Kristallen. Meistens werden sie abgesondert und bleiben dann auf dem Flussbett liegen. Allerdings haben wir die Züchtung noch nur außerhalb unseres Reiches ausprobiert. Daher kann ich nicht sagen, ob es auf diese Art und Weise bei euch funktionieren würde. Wir verändern das Wasser allerdings keineswegs."
Juan'Kirof kramte irgendwo einen weiteren Kindkristall hervor und drückte ihn den Skizz in die Hand, zusammen mit einem Stück Pergament, auf dem eine krude Zeichnung war.
"Eine Anleitung für die Drahtgitter. Ich denke, Ihr werdet sie ohne weiteres verstehen. Sollen wir weiterreisen? Der hohe Rat wartet schon und er kann Absprachen treffen."
Mel'Ino ging zur Tür und hielt sie auf.
"Über die Energiekristalle weiß ich selbst nur wenig. Aber ihre Anwendungsmöglichkeiten sind begrenzt. Außerdem müssen sie regelmäßig ersetzt werden."

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Vicati
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 19 Feb 2012, 00:03

Über dem einzige Licht materialisierte Lumiander sich. Er hatte sich mit Absicht etwas kleiner gemacht, so dass er auf der Lampe sitzen konnte, auch wenn er immer noch zu gross war. Aber als Gott des Lichtes reagierte er in solch dunklen Gegenden wie eine Motte, es zog ihn zum Licht hin. Seine ausgebreiteten Flügel nahmen das schummrige Licht auf und verstärkten es, so dass der Fluss der Seelen etwas erhellt wurde. Selbst in der Sphäre eines anderen Gottes konnte Lumiander nicht anders, als sich in Szene zu setzen. doch nun galt es, einen anderen Gott zu überzeugen. Sein erstes Gespräch, das er nicht mit sich selbst oder seinen Unteratanen führte, sondern mit einem "Gleichgestellten". Wehegrim war schon lange ein Beobachter, er kannte dieses Spiel wohl besser als er. EIn guter Test, auch wenn Lumiander zugegebenermassen etwas nervös war.
"Wehegrim", begann Lumiander, "Wehegrim, der Gott des Todes, der schon vor Urzeiten herabstieg und sich des Flusses der Seelen annahm. Ich bin hier, um mich dir vorzustellen. Ich bin Lumiander", das Licht seiner Flügel strahlte noch etwas heller", Lumiander, der Gott des Lichtes und der Hoffnung."
Ein süffisantes Lächeln umspielte kurz Lumianders Lippen, doch dann war er wieder bei der Sache. Er musste Wehegrim überzeugen!
"Und dann bi ich noch hier, um dir etwas vorzuschlagen. Du bist der Gott des Todes und hast es dir zur Aufgabe gemacht, über den Fluss der Seelen zu wachen. Du hattest nie ein sterbliches Volk, die Seelen sin die deinen. Und dennoch, du hast Einfluss auf die sterbliche Welt. Du unterhälst eine Armee von lebenden Toten, von Seelen, die du zurück in ihre Körper geschickt hast. Eine stehende Armee. Aber wieso unterhälst du diese Armee? Die Toten sind nicht gesprächig, die Toten treiben keinen Handel, die Toten glauben nicht einmal. Das einzige, was deine Toten tun können ist kämpfen. Aber es gab schon so lange keinen Krieg mehr. Vermisst du das Gefühl der Macht nicht, die du durch den Krieg erhälst? Im Krieg sterben am meisten Menschen und sie kommen hierher, in deinen Fluss", Lumiander amchte eine weitschweifende Handbewegeung. "das ist es, was ich dir biete: Einen Krieg. Einen grossen Krieg, einen, der sich über den ganzen Kontinent ausbreiten wird. Was sagst du?"
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 19 Feb 2012, 15:20

Flapp. Flapp. Flapp. Die Flügel der großen Fledermaus schlugen unermüdlich, bis sie in einen Gleitflug verfielen. Und wieder zu schlagen anfingen. Eisig pfiff der Wind durch die Felle von Fledermaus und Reiter, der mittlerweile wirklich froh war, dass er sich so warm angezogen hatte. Er hatte geahnt, dass es kalt werden würde, denn je höher man flog, umso tiefer sanken die Temperaturen. Die Wolken bestanden aus Wasser, das wusste er, und so war es keine trockene, sondern eine nasse und unter die Haut gehende Kälte. Bis jetzt hatte seine Suche nichts ergeben, außer den Ausblick auf die Gipfel. Teilweise hatte er spärlich bewaldete Täler gefunden sowie den einen oder anderen See. Doch der Großteil war kahl und unwirtlich. Nichts besonderes oder unerwartetes eben. Es war schon ironisch, wie fruchtbar das Leben um und im Gebirge war und wie trist es auf den Gipfeln aussah. Wieder passierte er einen der kleineren Gipfel, er war noch längst nicht auf Höhe der größten Spitzen. Als er einen Blick auf den nächsten Berghang erhaschte, wunderte er sich. War das da ein Feld oder war ihm das nur so erschienen? Er konnte sich kaum vorstellen, so etwas hier oben zu finden. Mit einem Schulterzucken tat er es als interessante Landschaftform ab, schließlich war er noch nicht lange hier oben. Immer weiter ging der Flug, immer kälter wurde die Luft, immer schwerer schnauften Fledermaus und ungeflügelte Ratte. Wölkchen stießen sie mit jedem Atemzug aus und langsam bildeten sich Eiskristalle im Fell unterhalb der Nase des Reiters. Er passierte einen weiteren Berggipfel und was er dahinter erblickte, verschlug ihm die Sprache. Inmitten der Berghänge lag eine Stadt aus weißem Gestein. Ja, es war eindeutig eine Stadt, er konnte den Rauch von Schmieden erkennen. Wizzil war eindeutig kein Diplomat oder Botschafter, aber er war sich nicht sicher, ob er den Weg hierher wieder finden würde. Er war überzeugt, er müsse einen ersten Kontakt herstellen. Falls er es überleben würde, hätte er dem Volk der Skizz einen großen Gefallen getan. Langsam ließ er die Fledermaus in einen Sinkflug übergehen, die untergehende Sonne im Rücken. Er näherte sich der Stadt offen sichtbar, er hielt auf die Tore zu.

Razz fiel ein Stein vom Herzen. Er hatte gerade ohne eine Gegenleistung die Anleitung zum Anbau der Leuchtkristalle erhalten. Und vielleicht konnte er noch mehr in Erfahrung bringen. „Wir folgen euch, Mel’Ino. Führt uns zu eurem hohen Rat.“ Selbst wenn er nicht erfahren würde, wie die Energiekristalle herzustellen waren, hatte er doch schon einen großen Erfolg erzielt. Es konnte ab jetzt nur noch besser werden. Die Gruppe der Skizz war bereit, der Kor’Drakka zu folgen. Entweder würden sie nun wieder mit einem dieser Schiffe reisen oder sie würden zu Fuß weitergehen, bis sie die Hauptstadt erreicht hatten. Ersteres schien ihm wahrscheinlicher.
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 19 Feb 2012, 21:19

Wehegrim sah den Gott des Lichts und der Hoffnung lange an ehe er antwortete. Als er schließlich die schmalen Lippen öffnete klang seine Stimme glatt und doch tief, wie das Wasser des Flusses, den er für Lumiander erschaffen hatte. "Wenn ich es darauf anlegen würde, die Seelen der Jungen und Starken zu mir zu holen, dann würden die Unvergänglichen nicht in einem fauligen, vergifteten Moor stehen und der Dinge harren, die da kommen. Sei versichert, dass ich einen Krieg anzetteln könnte, so das mein Wunsch wäre. Doch ich bin ein Hüter der Seelen, kein Ernter. Ich nehme jene zu mir, deren Zeit gekommen ist. Weißt du, Freund Lumiander, Macht ist etwas, dessen Wert von schnell vergisst wenn man sie nicht braucht. Ihr seid frisch herab gestiegen, ihr spürt das Brennen des Verfalls und sehnt euch danach, die Macht wieder zu spüren. Ich hingegen nehme, was ich bekomme und gebe, was nötig ist um meine Ziele zu erreichen. Meist übertrifft ersteres letzteres. Warum also sollte es mich nach mehr Macht dürfsten?"
Er ließ sich auf der Ruderbank nieder, warf mit einem kurzen Zucken der Ellbogen die langen Ärmel seiner Robe zurück, sodass er die Hände frei bekam und legte die Spitzen seiner Finger vor seinem Gesicht zusammen. "Wenn ein Krieg kommen soll...", fuhr er kryptisch fort, "... dann wird ihn mein Wort weder entfesseln noch verhindern. Doch sei dir versichert, Herr des Lichts und der Hoffnung: wenn er den ganzen Kontinent umspannt, dann werden auch die Unvergänglichen marschieren."
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 21 Feb 2012, 23:08

Darim hatte es sich in seinem Zelt gemütlich gemacht. Seine Kinder saßen bei ihm und versuchten ihren Vater zu trösten.
Daya und das neugeborene musste noch eine nacht im Zelt der Heilerinnen bleiben, aber dies war meistens so. Said hatte sich ebenfalls hinzugesellt und hatte sich an seinen liebsten geschmiegt. "Macht euch keine sorgen, Darim. Die Heilerinnen wissen was sie tun. Morgen werdet ihr eure Daya bereits wieder in eure Arme schliessen können und euren kleinen Sohn." Said lächelte seinen bald Schwiegervater freundlich an.

Kurz vor einbruch der Nacht kamen die Jäger zurück ins Lager und präsentierten ihre Beute. Auf dem grossen Platz, auf dem die feiern stattfinden sollten, brannten bereits einige Feuer und ein paar Frauen waren bereits dabei einiges an Lebensmitteln vorzubereiten. Nun konnte auch das Fleisch gebraten werden und die Feier würde bald eingeläutet werden.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 22 Feb 2012, 21:33

Die Dorfbewohner hatten eine Passage gebildet, um die Skizz zu verabschieden. Nicht wenige jubelten und alle trugen einen freudigen Ausdruck im Gesicht. Das Wort "Shazz'La war oft zu hören. Mel'Ino übersetzte es als Vorboten oder einfach nur Boten für die Skizz. Zwei Rubinwachen machten den Weg für die Gesandtschaft frei, indem sie alle vorwitzigen Kor'Drakka zur Seite schoben. Rasch war die Gruppe wieder am unterirdischen Hafen angelangt. Weitere Rubinwachen hatten in einem Seitenkanal ein Boot vorbereitet. Nur wenige Meter vor dem Bug des Bootes wurde die rasende Strömung durch eine Erdwand abgehalten. Mel'Ino half den Skizz ins Boot und ließ sich dann selbst von einem Rubin hineinhelfen. Ein Smaragd ließ die Erdwand im Boden versinken, sodass das Boot langsam in die Strömung gezogen wurde. Mel'Ino schlug die Beine übereinander und lächelte den Skizz zu: "Die Fahrt wird etwas länger dauern. Darf ich Euer Interesse an einigen Dingen mehr stillen? Ich werde nach bestem Wissen antworten."

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Sa 25 Feb 2012, 01:05

Wehegrim war weniger... gierig nach Toten als er das von einem Gott des Todes erwartet hatte. Und jetzt hatte er sich enthüllt, es gab kein Zurück mehr. Die Cephaine würde marschieren, aber er hätte lieber ein Zugeständnis des Todesgottes gehabt, dass sie auf derselben Seite waren. Dann musste er darauf vertrauen, dass Wehegrim sich im Falle eines Krieges nicht gegen ihn wandte. Allerdings würde er dann auch weniger Tote bekommen. Die ihm nach eigener Aussage aber nicht besonders wichtig waren. Verdammter Mistkerl!
Nach aussen behielt Lumiander aber die Fassung, nur sein Leuchten wurde ein wenig schwächer.
„Nun. Das ist schade. Ich hatte gehofft, wir könnten so übereinkommen, dass wir beide etwas davon haben. Aber überdenke mein Angebot. Ich bin immer offen für deinen Besuch, wenn du es dir anders überlegst.“
Lumiander erhob sich von der Lampe und schwebte in der Luft, immer noch helles Licht verströmend.
„Und ich wäre dir dankbar, wenn du dieses Gespräch für dich behalten könntest.“
Nachdem er dies gesagt hatte, löste der Gott sich in einen Lichtblitz auf.

Die Ankunft der Riesenfledermaus war nicht unbemerkt geblieben. Drei weisse Riesenvögel stiegen aus der Stadt auf und Namen direkt Kurs auf den Neuankömmling. Sie waren schnell, scheinbar kannten sie das Gebiet und waren an die Höhe gewohnt. Als sie in Schussreichweite waren, musste der Reiter der Fledermaus allerdings feststellen, dass die Reiter der Vögel ihm nicht freundlich gesinnt waren. Ohne den Flug zu verlangsamen, hoben alle drei ihre langen Bögen aus hellem Holz und feuerten zielsicher eine Salve Pfeile auf den Rattenmenschen und sein Reittier ab.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 26 Feb 2012, 12:21

Ein ungutes Gefühl breitete sich wieder in Razz Magengegend aus, als er und seine zwei Begleiter durch die jubelnde Menge der Kor’Drakka auf den Hafen zugingen. Es war irgendwie unheimlich, von so vielen Fremden bejubelt zu werden, ohne den wirklichen Grund dafür zu kennen. Bis jetzt hatten sie doch gar nichts Großartiges oder Bejubelnswertes getan. Er war froh, die Masse endlich hinter sich zu lassen und mehr oder weniger allein auf dem Schiff zu sitzen, das sich langsam in Bewegung setzte. Die Gelegenheit für Fragen und Antworten kam ihm natürlich sehr gelegen. „Nun gut, Fragen habe ich genug, um euch für die nächsten Tage beschäftigt zu halten, denke ich. Zuerst einmal wissen wir immer noch nicht genau, warum wir die Vorboten sein sollen. Eure Göttin hat dies so bestimmt, aber davon wissen wir nichts. Was genau erwartet ihr von uns? Von dieser Frage einmal abgesehen bleiben viele Fragen wahrscheinlich eurem Rat vorbehalten, Fragen die möglichen Handel betreffen und den Austausch von Technologien. Aber eine weitere Frage geht mir nicht aus dem Kopf. Ihr erwähntet, dass dieses Schiff hier…“ Er tätschelte das Schiff behutsam, als ob es ein Höhlenkrabbler wäre, der jederzeit ausbrechen könnte. „… von Magneten über Wasser gehalten wird. Wie genau funktioniert das? Was sind diese seltsamen Magnete?“ Tatsächlich hatte noch nie ein Skizz von Magneten gehört, obwohl doch immer wieder seltsame Steine in den Tunneln gefunden wurden, die Eisen wie magisch anzogen. Doch bis jetzt hatte niemand dafür eine Erklärung finden können.

Schockiert blickte Wizzil den drei Pfeilen entgegen. Er hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit solch grundloser Aggression. Was ihm vermutlich das Leben rettete waren vermutlich seine Reflexe. Vor Schreck hatte er der Fledermaus die Füße in die Seiten gerammt, was diese als Kommando für den Sturzflug auffasste. Die Pfeile durchschnitten die Luft dort, wo sich eben noch der Skizz befunden hatte. Die Fassung zurückgewinnend trieb er die Fledermaus zur Höchstgeschwindigkeit an, was ob der Höhe und der dünnen Luft gar nicht so einfach war, und ließ sie eine Schleife drehen. Die Augen stets auf die drei Riesenvögel und vor allem deren bewaffnete Reiter gerichtet versuchte er sich so schnell wie möglich auf den Rückweg zu machen.

Erleichtert atmete Zark aus. Er hatte genauso wenig mit diesem Angriff gerechnet wie der schwarze Skizz auf seinem Reittier. Wer auch immer dort oben lebte, mochte offenbar keine Besucher. Doch ihm fiel kein Beobachter ein, der dort oben sein Volk angesiedelt haben könnte. Gut, er kannte auch nicht gerade viele. Mellysae fiel ja schon einmal weg. Untot sahen diese Reiter auch nicht aus, also war es auch nicht Wehegrim. Mit diesem Beobachter hatte er noch nie viel zu tun gehabt, sein Volk – wenn man es denn als solches bezeichnen konnte – hatte kein Interesse an Dingen wie handel, schließlich bestand es aus bedürfnislosen Untoten. Mimik fiel auch weg, der hatte sein Volk westlich des Gebirges, ebenso wie Perfekta wegfiel, die ihres auf der Halbinsel im Osten angesiedelt hatte. Wen kannte er noch? Das war es eigentlich. Er wusste natürlich, wo ungefähr sich intelligentes Leben angesiedelt hatte. Aber das war es dann auch schon wieder. Wobei – eine Möglichkeit blieb ihm sehr wohl, herauszufinden, wer da oben das Sagen hatte. Er würde im Moment eines Geistesblitzes in den Verstand eines dieser Wesen blicken. Mit ein wenig Glück würde er so den Namen des Beobachters herausfinden, auch wenn es eine Weile dauern könnte. Aber zuerst musste er seien kleinen Schützling heil aus seiner Misere herausbringen. Er schärfte die Sinne des Skizz, sein Reaktionsvermögen verstärkte sich enorm. Im Moment, als er die Pfeile sah, schlugen seine Füße bereits automatisch in die Seiten der Fledermaus. Er schob es auf die Reflexe, doch Zark selbst wusste es natürlich besser. Dieser Kundschafter würde es mit dem Segen seines Gottes wieder nach Hause schaffen. Auch vermittelte Zark all den anderen Kundschafter eine Eingebung, sofort umzukehren. Sie wussten selbst nicht so recht, warum sie umkehrten, sie würden es einfach als ungutes Gefühl beschreiben, eine böse Ahnung. Und sie würden Recht behalten.

Schon von weitem waren große Feuer zu sehen, die den Nachthimmel erleuchteten. Die Karawane der Skizz zog unbeirrt auf den unverfehlbaren Berg zu, der als Zentrum des Treffens diente. Die Chetharer hielten dort ihre Stammestreffen ab, alle Stämme kamen dort zusammen. Und gab es eine bessere Gelegenheit gute Beziehungen mit einem Volk aufzubauen als diese? Eher nicht. Die Skizz hatten vereinzelt schon früher mit den Chetharern zu tun gehabt, aber es waren immer nur oberflächliche Begegnungen gewesen, etwa wenn ein Kundschafter nachts ein Lagerfeuer brennen sah und sich zu ihnen gesellte – bis jetzt war kein Skizz bei einer dieser seltenen Gelegenheiten verletzt oder getötet worden. Dies sprach also für eine gewisse Freundlichkeit des Katzenvolkes. Doch bekannt war so gut wie nichts über das Volk der Savanne. Durch einen dieser Zufälle hatte ein Kundschafter vom Treffen der Stämme erfahren und seit Kazzir Ratsmitglied war, hatte es verstärkte diplomatische Bemühungen gegeben, so auch diese Entsendung der Karawane. Es war auch nicht bekannt, ob die Chetharer weit entwickelt waren. Wenn ja, konnte man davon profitieren, wenn nein, konnte man ihnen Wissen und Technologie anbieten. Die Höhlenkrabbler, beladen mit Waren und Rohstoffen, wurden von den Skizz an Leinen geführt. Fünf Stück an der Zahl näherten sie sich den Zelten, im Schein der Feuer müssten sie bereits sichtbar sein.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 28 Feb 2012, 02:18

"Für die Kor'Drakka seid ihr einfach nur das von unserer Göttin versprochene Zeichen. Mellysae ist eine junge Göttin, weitestgehend unbekannt in den himmlischen Sphären. Zumindest sagen das die Priester. Für die Kor'Drakka ist es eine Ermutigung euch zu sehen. Es bedeutet, dass die Zeit des Wartens bald ein Ende hat. Wir werden zum Licht steigen. Wiedergeboren aus dem Feuer. Was die Magneten anbelangt, so weiß ich nicht, wie genau sie funktionieren. Hält man sie gegeneinander, so streben sie wieder auseinander. Dreht man einen von ihnen um, so suchen sie die Nähe des anderen. Die Boote haben Planken dieser Steine eingearbeitet. Weitere Riemen sind in den Kanalboden und in beide Wände eingelassen. Das Boot wird permanent sowohl vom Boden als auch von den Wänden weggedrückt. Deswegen schwimmt es und deswegen brauchen wir keinen Steuermann."

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