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 Gebrochene Kronen - MSG

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Mali
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   So 22 Jul 2018, 16:01

Aufmerksam begutachtete Salim das, was von der kapelle übrig geblieben war. Es war ziemlich unordentlich, sichtlich verwüstet, als hätte hier eine ganze armee Marodiert.
Oswin folgte seinem Hund, der anscheinend eine spur aufgenommen hatte und Salim blickte ihnen nach. Er selber wandte sich in die entgegengesetzte richtung und suchte nach spuren. Die Axt fest im griff blickte er auf den Boden. Hier und da waren fußspuren zu erkennen, doch es war schwierig, daraus eine Richtige zu erkennen.
Eine Herausforderung für einen spurensucher. Der Hund hatte es leichter, er folgte einem Geruch. Salim musste sich auf seine Augen verlassen. Shekinas spur konnte er noch nicht feststellen. Doch er würde weiter suchen.
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Nanoteh
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   So 22 Jul 2018, 20:42

Die Kapelle war vollkommen niedergebrannt... hier hätte es wohl kaum noch eine Spur gegeben welche darauf hätte schließen können wohin die Abyssal verschwunden war.
Der Geruch von verkohltem Holz und kaltem Rauch lag in der Luft, erfüllte sowohl Imius als auch Cilias Nase... Sie kamen vermutlich viel zu spät. Es war ruhig... Stille regierte.
Einziger Trumpf an dieser Stelle war es Oswin dabei zu haben, mitsamt seiner treuen Hündin... Ein kurzes Schnuppern an einem Stück Stoff genügte und die Fährte war offenbar aufgenommen. Imiu beschloss die Hündin im Auge zu behalten, suchte währenddessen auf der Hut bleibend jedoch ebenfalls das Gelände genauer ab.
Am Ende hatte es nicht lange gedauert, da zeigten sich die Vorteile des Vierbeiners deutlich... Sari war offenbar fündig geworden.
Sie bellte kurz laut auf, machte auf sich aufmerksam und verfolgte dann die Spur genauer. "Hinterher!", stieß die Magierin aus, bevor sie sich daran machten Sari zu folgen. Die Wolfshündin führte sie weiterhin die Fährte erschnuppernd durch eine verwinkelte Seitengasse welche an der Kapelle vorbei führte...
Die Gasse mündete zwischen zwei Häuserwände, an dessen Ende sich eine Mauer befand... darunter ein kurzer Kanalabschnitt... Hier schien die Spur dann zu Enden.
Es blieb nur sich um zu sehen, wobei einem direkt das purpurne Blut und ein paar Federn am Boden auffiel... nicht unweit davon ein kruder Dolch welcher offenbar verloren gegangen war. Cilia war es, welche an den Rand des Kanals ging und zu dem Durchflussgitter schaute... es war nicht vollends geschlossen worden.
"Dann also die Kanäle...", meinte Imiu...
Sie wusste was dies bedeutete, denn die Kanäle in jenem Teil der Stadt waren kein gastfreundlicher Ort. Hier nisteten sich zahlreiche Halsabschneider, Diebe, Irrsinnige, freie Söldnerbanden und sonstiges Gesindel ein welche sonst keine Bleibe fanden oder ihre eigene Art der Diskretion schätzten. Die frische Spur vor den Kanälen... War Shekina entführt worden? In jenem Zustand? Ausschließen konnte sie es nicht, vielleicht waren Andere ihnen auch zuvor gekommen. Sie mussten in die Tiefe...
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Grim
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   So 22 Jul 2018, 22:54

Die Kanäle. Oswin hätte nicht behaupten können, dass diese Aussicht ihm verlockend erschienen wäre. Gestank, Dunkelheit, beengte Verhältnisse. Und natürlich alles, was sich sonst noch dort unten aufhielt. Im letzten Winter hatte Oswin selbst dort unten Zuflucht gesucht. Es war noch immer klamm und arschkalt gewesen, aber wenigstens lag dort kein Schnee. In dieser Zeit hatte er die Kanäle kennen und fürchten gelernt. Er wusste genau, wo man sich aufhalten konnte – in den Randzonen, unter den Armenvierteln, in der Nähe des Hafens, wo zu viele Bettler Zuflucht suchten, als dass die wirklich gefährlichen Bewohner dort ihren Geschäften hätten nachgehen können – und welche Bereiche man in jedem Fall meiden sollte, wenn man nicht mit durchgeschnittener Kehle am nächsten Morgen in den Fluss hinaus getrieben werden wollte. Dieser Bereich hier war definitv einer davon. Hierher verirrte sich niemand zufällig. In diesem Moment war er glücklich, Sari an seiner Seite und ein gutes Dutzend bis an die Zähne bewaffneter Söldner in seinem Rücken zu haben. Sah man einmal von dem Monster mit den Stahlschwingen ab, gab es wohl wenig hier unten, dass sie hätten fürchten müssen. Und doch: erfreut war der alte Jäger keineswegs, als er das Gitter auf stemmte und, der Wolfshündin folgend, als erster in die Tiefen stieg.
Die Fährte musste frisch sein, hier unten. Oswin konnte es deutlich an Saris Körpersprache erkennen, als er ihr über die groben, steinernen Laufstege entlang der brackigen Kanäle folgte. Zielstrebig, viel zu selten am zweifeln, viel zu selten anhaltend und unschlüssig in verschiedene Richtungen schnüffelnd. Sie kamen näher! Da war er sich sicher.
So fixiert war Oswin auf den Rücken der Hündin, die vor ihm durchs Halbdunkel hastete, dass er beinahe die Leiche übersehen hätte. Sie trieb mit dem Gesicht nach unten im Wasser, war an einer Biegung des Kanallaufs hängen geblieben. Mit einem kurzen, scharfen Pfiff rief er Sari bei Fuß, dann griff er kurzerhand in die übelriechende Brühe und wuchtete das makabre Treibgut hinauf auf den Steg. Eine alte Frau, der ärmlichen Kleidung nach eine Bettlerin. Es bedurfte nicht mehr als eines kurzen Blicks um festzustellen, wie sie dorthin gelangt war. Beide Arme waren gebrochen und der Schädel eingeschlagen, als hätte jemand – oder etwas – mit großer Kraft stumpfe Gewalt ausgeübt. Schlaff wie ein entgräteter Fisch lag die Frau vor Oswin. Keine Leichenstarre. Aber auch noch nicht aufgebläht von der langen Zeit im Wasser. Also hatte die Starre noch gar nicht eingesetzt. Lange konnte sie noch nicht tot sein.
"Erschlagen, mit einer Keule oder einem Streitkolben, würde ich meinen", teilte er, sich wieder aufrichtend, seine Befunde den nachfolgenden Legionären mit, "Nicht länger als sechs Stunden tot. Was machen wir daraus?"

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Nanoteh
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Mo 23 Jul 2018, 20:05

Dieser Geruch hier unten war unerträglich... wie konnte man sich daran nur dauerhaft gewöhnen? Ein Fackelzug bewegte sich durch die Kanäle, aufgrund der vorherrschenden Truppstärke rechnete Imiu nicht damit, dass sie hier auf viel Widerstand stoßen würden. Die meisten eher unfreundlichen Bewohner würden sich wohl im Vorfeld direkt verziehen...
Als sie die Leiche fanden, besah sich Imiu jene nur kurz... Es hätte nichts gegeben, was man für sie noch hätte tun können. "Nichts... oder sieht dies für euch nach ihrem Werk aus? Hier Unten werden wir wohl immer wieder solche grausigen Funde machen. Verlasst euch weiter auf Saris Nase.", meinte Imiu, welcher dieser Ort jetzt bereits auf den Magen schlug... sie vollführte nur ein kurzes Handzeichen. Hinter ihr auftauchend setzte Cilia ihren rechten Fuß auf den Leichnam und trat jenen schließlich zurück in das Abwasser des Kanals...
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Sternenvogel
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Mo 23 Jul 2018, 21:10

Fanden die Zwillinge den Geruch schon unerträglich, war es Miraz fast unmöglich, darin zu atmen. Sie war, nachdem Sari angeschlagen hatte, über die Dächer gefolgt, bevor sie den Anderen in die finsteren Tunnel gefolgt war. Sie wusste, dass hier finstere Gestalten, in anderen Gegenden auch Obdachlose lebten. Sie selbst hatte sich nie in die Kanäle getraut. In erster Linie hatte sie schon immer der Geruch davon abgehalten. Manchmal war es eben extrem hinderlich, wenn manche Sinne ausgeprägter waren, als es bei Menschen der Fall war. Dafür waren ihre Augen hier wieder von Vorteil. Zu sagen, sie könnte im Dunkeln so gut sehen wie bei Tag wäre übertrieben, aber zumindest hätte sie selbst hier auf Fackeln verzichten können. Immerhin konnte sie weiter sehen als die Anderen - was allerdings auch nicht hilfreich war, wenn man sich kaum umschauen konnte, weil der Geruch Übelkeiterregend war.
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Do 02 Aug 2018, 16:28

Wie lange sie hier unten unterwegs waren? Es war schwer zu sagen. Vielleicht eine halbe Stunde? Vielleicht eine? Oder waren es vielleicht doch kaum mehr als zehn Minuten? Ohne die Sonne am Himmel, umgeben von den immer gleichen, beklemmenden, verfallenen Mauern der Kanalisation fiel es Oswin schwer, eine Schätzung abzugeben. Kurve um Kurve, Biegung um Biegung, über faulige Steige und rutschige Brücken, mal eine Treppe oder ein hölzernes Gerüst hinauf, dann wieder hinab. Längst hatte Oswin den Versuch aufgegeben, sich den Weg zu merken. Sari jedoch behielt die Fährte. Und wirkte die Hündin doch einmal ratlos, so dauerte es zumindest nie lange, bis sie sie wieder aufgenommen hatte, auf der anderen Seite des brackigen Kanals, am oberen Ende einer Treppe oder im Schlick, der das Wasser säumte.
Und dann, irgendwann, sahen sie das Licht. Warm, gelb, stetig. Kein Fackellicht. Eine Öllampe wohl eher, oder vielleicht auch mehrere. Es schien aus einem Torbogen am Ende einer Treppe, die zu einer höher gelegenen Passage zu führen schien, welche ein Fluttor umging. Oswin hielt Sari mit einem beherzten Griff nach ihrem Halsband an und die Hündin gehorchte augenblicklich. Mit der freien Linken wies Oswin auf den erleuchteten Durchgang, stumm der nachfolgenden Truppe seine Entdeckung kund tuend.

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Fr 03 Aug 2018, 13:57

Im Gegensatz zu den anderen schien Davor der Geruch nicht viel auszumachen. Das mochte an seinem mangelnden Geruchssinn liegen oder daran, dass er sich bei seinen Jagden schon einmal in Kot gewälzt hatte um der Rache einer ausgesprochen wütenden Bärenmutter zu entgehen. In jedem Fall atmete der Halb-Ork völlig normal weiter und saugte die Luft durch seine geweiteten Nüstern. Die Umgebung hingegen gefiel ihm gar nicht. Die Decke machte es schwer die Länge seines Bogens unterzubringen und die Luft war der Tod für die Sehne.
"Nach oben, oder?", fragte Davor flüsternd die anderen. Sie waren im Rang höher also sollten sie auch bestimmen, wo es lang ging. Das war schließlich die richtige Ordnung. Nur für alle Fälle hatte er sich das Gesicht des Toten gemerkt. Er war ganz gut mit einem Stift und konnte es der Wache später aufzeichnen, falls das nötig werden sollte.

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   So 05 Aug 2018, 19:26

Amara warf die eisernen Armschließen auf den Tisch, bevor sie einmal bedächtig ausatmete... Sie entfachte die kleine Feuerstelle in der Mitte des Raumes mit einer Fackel, bevor sie jene in eine der Halterungen neben der Tür steckte und sich anschließend an den kleinen Tisch setzte wo sich ihre Schreibutensilien befanden.
Es hatte nicht viel gebracht zu versuchen mit ihr zu reden. Ihre Gefangene erinnerte sich offensichtlich nicht mehr an sie, schien eher verwirrt und stammelte vor sich hin. Sie würden sie einfach in der Zelle lassen, bis Amara ein passendes Schreiben für eine Lösegeldforderung eingefallen war... Oh nein, im Gegensatz zu ihr hatte Amara sie nicht vergessen... Innerhalb der kleinen, hölzernen Hütte hier in den Kanälen war dies der letzte Ort gewesen, welchen sie sich für eine Abrechnung vorgestellt hatte. Doch sie bekam ihre Genugtuung, am Ende zählte nur das...


Imiu gab ein Zeichen, bevor sich die Gruppe leise und bedachte zu dem Torbogen begab... sie hörte aus jener Richtung kommend immer wieder ein Flüstern. Entfernte Stimmen welche sich hier ankommend wie ein Wispern anhörten... und dann war da noch etwas Unverkennbares, wenn auch nur leise. Musik...
Als sie das obere Ende erreicht hatten, riskierte sie einen kurzen Blick. Unwohlsein machte sich in der Magierin breit... Dies war hier unten einer der letzten Orte an dem sie sein wollte, doch offensichtlich führte die Spur sie genau hier her. Die große Kaschemme...
Ursprünglich hatte ein gestrandeter Pirat, welcher selbst dem Glücksspiel, dem Alkohol und dem Handel mit verbotenen Waren frönte, hier Unten eine Art Kneipe eröffnet wo allerlei zwielichtige Gestalten unterschlupf finden konnten. Irgendwann baute jedoch immer mehr Gesindel Holzhütte um Holzhütte um die "der letzte Tropfen"-Spelunke herum. Einst bündelte diese riesige steinerne Halle mehrere Kanäle, was sie Heute noch tat, doch darüber befand sich nun beinahe schon ein kleines Dorf... Hier trieb sich nur der kläglichste Abschaum herum. Mörder, Diebe, Halsabschneider... Huren, Giftmischer und Söldner der skrupellosesten Art. Sie würden sich aufteilen müssen wenn sie diesen Ort durchsuchen wollen...
Was Imiu verwirrte war jedoch, dass hier für die Verhältnisse der großen Kaschemme alles ruhig zu sein schien. Wenn Shekina hier durch gekommen war, warum lag hier nicht alles in Trümmern...?
"Das könnte jetzt kompliziert werden... Wir werden uns aufteilen müssen. Ich schlage vor, dass der Großteil des Trupps hier bleibt und den Rückweg sichert. War von euch jemand schon einmal hier?", fragte Imiu flüsternd.
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Mo 06 Aug 2018, 07:06

Ihre Mutter hatte ihr einmal gesagt, man könne sich an jeden Geruch gewöhnen. Hier und jetzt, in der Kanalisation unter der Stadt, wo sich nur noch Gesindel rum trieb, das Miraz selbst in ihren moralisch verwerflichsten Zeiten noch zu düster war, zweifelte die Maschka den Wahrheitgehalt jener Aussage an. Sie hatte das Gefühl, dass der Geruch nach Verrotung, Fäkalien und was sonst noch alles, eher noch penetranter wurde. Dennoch konzentrierte sie sich darauf, Aufmerksam zu bleiben und die Gruppe so gut es ging zu unterstützen. Was allerdings nicht viel war, wenn man bedachte, dass nur Sari die Spur zu finden schien. Schließlich wandte sich auf Imius Frage hin an die Frau.
"Ich bin zwar noch nie hier gewesen, aber ich denke, ich kann mich hier mit am unauffälligsten bewegen. Maschka haben bekanntlich einen sehr zwielichtigen Ruf, ich würde also wohl kaum auffallen", bot sie sich schließlich an.
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Sa 11 Aug 2018, 11:06

Die große Kaschemme. Es dauerte eine Weile, bis Oswin realisierte, wo sie sich eigentlich befanden. Das hieß gleichzeitig auch, dass sie wieder ganz in der Nähe des Hafens sein mussten. Ihr unterirdischer Weg musste sie wieder in die Richtung zurück geführt haben, aus der sie gekommen waren. Und er hatte es nicht einmal gemerkt. Blamabel für einen Fährtensucher, dass er sich so leicht verirrte! Ein Gefühl der Scham stieg in Oswins Brust auf. Ohne den Himmel über sich passierte es ihm viel zu leicht, sich zu verirren. Er war nicht dafür gemacht, durch solche Tunnel zu irren.
"Ich war schon einmal hier", meldete er sich auf Imius Frage hin, ohne dies jedoch weiter auszuführen. Es war nichts, worüber er gerne sprach. Seine Zeit in der Gosse hatte ihn tief hinab gespült, weit tiefer, als es einen Mann von Anstand je spülen sollte. Weniges von dem, was er getan hatte, um zu überleben, erfüllte ihn mit Stolz. Er hatte in zwielichtigen Kreisen verkehrt. Und Leute, die in solchen Kreisen verkehrten, führte es früher oder später immer an Orte wie diesen. Er hatte es gehasst. Aber was hätte es gebracht, seine Vergangenheit nun zu verleugnen?

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Di 21 Aug 2018, 21:33

Imiu nickte Oswin und Miraz zu, bevor sie sich ruhig an den Rest der Gruppe wandte. "Gut... wir teilen uns vorerst auf, als geschlossene Gruppe hier aufzutreten würde zu viel Aufsehen erregen, vor allem wenn wir alle Oswins Hündin hinterher rennen. Ich schlage vor Oswin geht mit Sari hier erneut unauffällig auf Spurensuche... Miraz? Ihr versucht derweil von den Anwohnern hier Unten in Erfahrung zu bringen ob sie etwas bemerkt haben. Der Rest von uns findet sich nach und nach in der Taverne ein, tut dabei einfach so, als würdet ihr euch nur um eure eigenen Angelegenheiten kümmern. Für den Fall der Fälle ist jene Kneipe unser temporärer Ausgangspunkt... wo wir uns auch alle einfinden, insofern wir keinen Erfolg haben oder es Schwierigkeiten geben sollte.", erklärte die Magierin den Versammelten. "Na dann los. Ich habe ohnehin durst.", meinte Cilia und packte Imiu sogleich am Handgelenk um mit ihr die Taverne "zum letzten Tropfen" anzusteuern. Imiu dachte erst gar nicht daran hier Unten etwas zu trinken, doch Cilia schien der Gedanke, dass die Krüge hier wohl kaum sauber sein konnten offenbar nicht zu stören.
In der Kaschemme war mehr auf den Beinen als Imiu erst gedacht hatte, ein beinahe schon recht Reges treiben verschiedenster Personen. Im großen und ganzen war es jedoch ein arges Gemisch aus Bettlern, herunter gekommenen Dirnen, mysteriösen Vermummten, niedersten Mietklingen und den offensichtlichen Bewohnern dieses Ortes. Sie wusste nicht welches Gesetz hier galt, doch sie wurden hier weder bedrängt noch bedroht. Imiu hatte eher ausgelebte Anarchie erwartet, doch offenbar verfügte die Kaschemme durchaus über gewisse Regeln oder Grundsätze... vermutlich verband so ein Ort die Menschen untereinander? Sie konnte sich jedoch durchaus vorstellen, dass hier Diskretion sehr groß geschrieben wurde...
Sie ließen noch ein paar der einfachen Hütten hinter sich, bevor sie sich vor der Taverne befanden. Es war definitiv das größte Haus hier Unten in der Mitte der Kaschemme. Man bemerkte alleine an der Architektur, dass das Gebäude im Laufe der Zeit immer mehr und mehr erweitert worden war... so schien irgendwie nichts wirklich zueinander zu passen, was an jenem Ort ja beinahe schon einen gewissen Charme verströmte. Der letzte Tropfen schien offenbar über mehrere Eingänge zu verfügen, doch Imiu und Cilia nahmen jenen der ihnen am nächsten kam. Kaum war die Tür ein wenig geöffnet, da strömte einem schon intensivster Geruch von Rauch und undefinierbarem Essen entgegen...
In der Taverne war ordentlich was los... Die beiden Magierinen fielen daher nicht einmal wirklich auf, zu viele Leute welche hier an Stehtischen mit ihrem Suff, den Mahlzeiten und lautstarken Gesprächen beschäftigt waren. Sie begaben sich zu einem seitlich an der Wand grob angenagelten Stehtisch, dabei stützte sich Imiu darauf einfach nur mit den Ellenbogen ab und schaute einmal kurz über die versammelten Gäste. Sie hatte hier ein wüstes Chaos erwartet, wo sich permanent Leute verprügelten, betrogen bestahlen oder gar gegenseitig abstachen... doch es ging sehr friedlich zu. Nicht unbedingt zivilisiert, denn es dominierten lautstarke Rülpswettbewerbe, lautes Gelächter und rauchige Stimmen, doch weit oberhalb von Imius Erwartungen. Zwei Kerle lieferten sich an einem der besetzten Tische mit Hockern ein Armdrückduell, dabei standen links und rechts ihrer Handrücken jeweils eine brennende Kerze... wenn der Andere zu weit nach Unten gedrückt wurde. Kurz erklang angestrengtes Brüllen... gefolgt von zahlreichen Lachern.
"Hier gefällts mir irgendwie...", meinte Cilia mit einem Grinsen, sie tippte mit ihrem Fingern auf dem Tisch herum. Imiu musste aufpassen, damit sich Cilia nicht direkt mit zu viel Bier abschoss... Sie kannte sie nun schon zu lange. Dennoch blieb Imiu in Gedanken stets bei der aktuellen Mission, ihr fiel es nicht derartig leicht in die Szenerie einzublenden... Hoffentlich würde Oswin mit seiner Hündin etwas finden, sie beide waren derweil ihr größter Trumpf.
Und doch... wenn Shekina hier war... sie hatte ihre Verwandlung erlebt. Warum schien in der Kaschemme alles in für diesen Ort üblicher Ordnung zu sein...? Irgendetwas stimmte hier nicht... und genau das machte sie so nervös.
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Do 23 Aug 2018, 18:02

Die Kaschemme war voller, als Oswin sie in Erinnerung hatte. Wie die Stadt an der Oberfläche sich langsam von den Nachwehen des Bürgerkriegs erholte, so schien auch die Unterwelt zu blühen und anzuwachsen. So sicherer die Straßen, desto größer der Zwang für zwielichtiges Gesinde, sich zu verbergen und desto mehr Gestalten zog es in Unterschlupfe wie diesen. Oswin mochte es nicht. Ein paar Hütten um den Letzten Tropfen herum waren bereits unangenehm genug. Eine ganze Stadt unter der Stadt war der letzte Ort, an den er sich allein begeben wollte. Noch weniger mochte er die Blicke, die die Leute ihm zuwarfen, als er, Sari dicht an seiner Seite, die improvisierte Ansiedlung betrat. Sie sprachen von Misstrauen, Ablehnung, Verachtung. Und Oswin konnte es den Leuten nicht verdenken. Was mussten sie auch annehmen, das er war, schwer bewaffnet mit Bogen, Beil und Messer, wie er hier auftauchte? Ein Söldner, im besten Fall. Aber wohl eher ein Kopfgeldjäger auf der Suche nach untergetauchten Verbrechern. Und wer hier musste wohl nicht fürchten, dass es sein Kopf war, nach dem man auf der Jagd war?
Oswin war glücklich, zumindest Sari an seiner Seite zu haben. Die Hündin hatte ihm stets ein Gefühl von Ruhe gegeben. Und nicht von ungefähr! Einen großen Hund bei sich zu haben war ungleich abschreckender, als bis an die Zähne bewaffnet aufzutreten. Wäre er allein gewesen, keine noch so große Waffe oder noch so schwere Rüstung hätte ihm die Sicherheit gegeben, nicht von hinten einen Knüppel über den Schädel oder ein Messer zwischen die Rippen zu bekommen. Selbst mit einem menschlichen Kameraden hätte er befürchten müssen, in einer Gegend wie dieser überfallen zu werden. Aber vor Hunden hatte ein jeder instinktiv Respekt. Ein Hund wie Sari hielt den Abschaum zuverlässig auf Distanz.
Seine Aufgabe machte ihm dies freilich nur unwesentlich leichter. Wie sollte er die Abyssal hier unten aufspüren? War sie überhaupt hier durch gekommen? Es erweckte nicht den Anschein. Zuvor hatte sie, wo auch immer sie ihren Fuß setzte, Tod und Zerstörung hinterlassen. Dieser Ort dagegen wirkte seltsam unberührt und die Leute, wenngleich skeptisch, doch nicht so furchtsam, als hätten sie vor Kurzem noch einen Engel des Todes gesehen. Hatte Shekinas Blutrausch sich gelegt? War sie wieder zur Vernunft gekommen? Oder war sie von ihren Verletzungen und der Krankheit so geschwächt, dass sie nicht mehr die Kraft hatte, weiter zu wüten?
Es wäre naheliegend gewesen, Sari erneut auf die Fährte anzusetzen, doch Oswin wagte es nicht. Nicht unter den Blicken all dieser Leute. Und obendrein war er sich unsicher, ob sie zwischen all diesem Gestank, dem Geruch all der zahllosen Menschen, die sich hier durch bewegten, die Kommandantin würde wahrnehmen können. Doch was blieb ihm anderes übrig, als es zu versuchen? Er konnte kaum darauf hoffen, dass Shekina ihm hier auf der Straße über den Weg lieg, als wäre nichts geschehen. Einige Minuten irrte er ziellos umher, dann gab er sich einen Ruck. Auf einem Hinterhof, der verlassen war bis auf einen Straßenköter, der auf irgendetwas herum kaute, was vielleicht eine tote Ratte sein mochte, zog Oswin erneut den Fetzen Stoff von Shekinas Bettzeug hervor und ließ Sari die Witterung aufnehmen. Wie üblich gehorchte die Hündin, senkte die Nase zum Boden und suchte sogleich nach einer Fährte, wild hin und her eilend, als nichts passendes in ihre Nase steigen wollte. Oswin blieb wenig übrig, als ihr zu folgen. Und dabei musste er seine Aufmerksamkeit zu sehr auf Sari fixiert haben. Denn plötzlich erklang eine Stimme in seinem Rücken, rau, grob.
"He du! Ich kenn' dich nicht. Was glaubst du, was du hier tust?"

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Mi 29 Aug 2018, 19:07

Miraz wartete einen Moment, bevor sie den Anderen folgte. Wenn sie alle gleichzeitig auftauchten, wäre es zu offensichtlich, dass sie zusammen gehörten. Also trat sie schließlich alleine in die Kaschemme und sah sich suchend um. Sie selbst hatte damals zwar nur gestohlen, was sie brauchte, um zu überleben, doch lernte man auf die Art und Weise auch den einen oder anderen Händler kennen, der seine Waren über weniger legale Wege erhielt.
Es dauerte nicht lange, bis sie mehrere Händler erspähte, die Hehlerdienste anboten. Was vermutlich eines der lukrativsten Geschäfte hier unten war. Ohne lange zu zögern trat sie auf einen der Händler zu, der auch direkt ein gewisses Interesse an Miraz zeigte, auch, wenn dieses Interesse im nächsten Moment in betonte Gleichgültigkeit umschlug. Eine Taktik, die die Maschka kannte und Leute dazu brachte, weniger von einem Handel zu profitieren, als möglich war. Denn wer Hehlerware besaß, wollte diese in der Regel los werden.
Miraz hatte sich bereits einen Plan, wie sie möglicherweise an Informationen kommen konnte. Sie würde behaupten, dass sie, wegen der Zerstörung der Gebetsstätte und der allgemeinen Gerüchte über ein Ungeheuer in der Stadt, diese erstmal verlassen wolle und daher nach einem Händler suche, der die Dinge kaufen würde, die sie nicht würde mitnehmen können. Möglicherweise würde das den Händler dazu bringen, die eine oder andere Information mitzuteilen, die sie auf die Spur von Shekina führen würde...
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Mi 29 Aug 2018, 22:01

Es war schwierig, unauffällig zu sein. Seine größe, die Waffe, die er bei sich trug
und sein fremdländisches aussehen ließen nicht verkennen, das er nicht von hier war.
Er nahm an der Schänke platz und bestellte sich ein Bier, um die menschen in sicherheit zu wiegen, das er einfach nur ein weiterer Gast war.
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Sa 01 Sep 2018, 13:52

"Lass gut sein, Hendrik, er gehört zu mir", meldete sich Davor beruhigend. Dem Mann, der sich grade daran gemacht hatte Oswin von hinten zu packen, wurde nun seinerseits eine Pranke auf die Schulter gelegt, die außerdem an einem sehr muskulösen Arm befestigt war. Der Ork grinste ein zähnestarrendes Grinsen. Natürlich war es reines Vorurteil, dass seine Art öfter mal kriminell wurde und so weiter und so weiter. Aber bei ihm stimmte das nun einmal. Zumindest war er es gewesen. Der Ork ließ das Genick knacken, nahm die Hand von der Schulter und ließ seine Fäuste gegeneinander prallen.
"Außer natürlich du willst das mit mir ausdiskutieren? Wie in alten Zeiten, hm? Oder ich spendiere dir einen Drink und du beantwortest mir ein oder zwei Fragen, damit die unerwünschten Leute möglichst schnell wieder weg sind. Also, was soll es sein?"
Falls Hendrik Kumpane hatte, konnte das ganze hier natürlich nach hinten los gehen. Dann war es am Ende Davor selbst, der die Hilfe der anderen brauchen würde. Aber darauf ließ er es jetzt mal ankommen. Es gab wenige Argumente so schlagkräftig wie eine Faust mitten im Gesicht. Und auch wenn Oswin nicht unbedingt...extrem kampftauglich aussah, hatte er immerhin Sari dabei.

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Sa 01 Sep 2018, 23:51

Langsam entspannte sich Oswins Körper, der bei den Worten in seinem Rücken in eine schockartige Anspannung verfallen war, wieder. Mit gelinder Verwunderung stellte er fest, dass es der Griff seines Messers war, um den die Rechte sich verkrampft hatte. War er bereit gewesen zu kämpfen, zu töten?, versuchte er zu reflektieren. Und die Antwort war ein weitaus entschiedeneres Ja, als er sich das zugetraut hätte. Aber das hier war die Kaschemme. Ein gefährlicher Ort. Wir fackelte man besser nicht lange. Sonst wäre er der nächste Körper, den irgendwer aus den Kanälen zog.
Dennoch: er war nicht undankbar, dass es nicht dazu gekommen war. Wenn es nicht sein musste, dann wich er jeder Art von Streit lieber aus. Und doch: die entsprechenden Worte wollten ihm nur schwer über die Lippen kommen. "Wir wären auch so mit dem Pisser fertig geworden", hörte er sich an Davor gewandt sagen, nachdem der Schläger, den der Ork Hendrik genannt hatte, sich besonnen hatte, dass er doch lieber abzog, anstatt das eine oder andere Angebot – das Getränk oder die Tracht Prügel – anzunehmen, "Trotzdem: danke. Gemeinhin reicht Saris Anblick aus, dass sie es sich zweimal überlegen. Aber der hier scheint von der hartnäckigen Sorte gewesen zu sein. Du kennst den Wichser?"

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Di 11 Sep 2018, 20:40

Sie hatte es bereits gehört... Ihre Augen und Ohren befanden sich hier an jeder Ecke. Es drang sehr schnell zu ihr vor wenn hier Personen auftauchten die hier eigentlich nicht hin gehörten. Man entwickelte mit der Zeit einen recht guten Sinn dafür, davon ab tauchten hier extrem selten neue Besucher auf... Meistens gab es dafür gute Gründe.
Amara ahnte bereits, dass die Ereignisse rund um die Kapelle Aufmerksamkeit erregt hatten... und nun zog es sich bis hinab in die Kaschemme. Waren sie unvorsichtig gewesen...? Vielleicht... Auf der anderen Seite mochten es jedoch auch Besucher der großen Auktion sein, die Meisten hatten sich dafür jedoch bereits Tage zuvor hier eingefunden. Seltsam... doch vorab gab es Wichtigeres und sie würde sich durch diese kleine Ablenkung sicher nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die große Versteigerung stand schließlich an...
Sie richtete vor dem Spiegel die feine Kleidung welche sich Amara kurz zuvor übergestreift hatte, schließlich musste sie ein gutes Bild abgeben wenn sie das kommende Ereignis würde ausrichten wollen. Sie hatten diesmal ganz besondere Angebote... das Gold würde regelrecht in ihre Taschen gespült werden. Ein Fest...



Imiu und Cilia hatten nun bereits eine längere Zeit in der Taverne verbracht, dabei hatten sie herausgefunden, dass hier eigentlich nicht immer so viel los war. Es war Imiu während der Gespräche mit einigen Besuchern bereits aufgefallen. Manche Gäste hier trugen für die Verhältnisse der Kaschemme recht ansehnliche Kleidung... ungewöhnlich genug.
Es war schwierig von den Besuchern schlau zu werden, sie sprachen nicht direkt darüber... Die Meisten wichen ihr aus, sprachen darüber als wäre es offensichtlich. Offensichtlich sollte hier eine Art "Markt" oder Ähnliches abgehalten werden, Imiu wusste nur nicht wofür. So wie sie diesen Ort jedoch kannte... und ihre Befürchtungen bestätigten sich auch. Einer der bereits recht betrunkenen Besucher war offenbar auf der Suche nach einer heiratsfähigen Frau... dafür kam ihm anscheinend jener Markt sehr gelegen. Die Magierin konnte sich ausmalen was damit gemeint war, es schockierte sie umso mehr. Sie hatte diesen Ort unterschätzt... sehr sogar.
Irgendwann wurde eine Glocke durch den Wirt geläutet, kurz darauf wurde es still... bald darauf folgte eine weitere Glocke die Draußen geschlagen wurde. "Sehr verehrte Gäste... die große Auktion wird bald beginnen, alle Teilnehmer mögen sich bitte demnächst im Tavernenhof einfinden.", erklärte ein in dunkles Leder gehüllter Mensch hinter dem Tresen, welcher offensichtlich nicht zum Personal der Taverne gehörte... Imiu konnte alleine an der Ausrüstung nicht sagen wer hier genau die Fäden zog, etwas sagte ihr jedoch, dass der Kronrat früh genug davon erfahren sollte. Hier wurden sicher keine simplen Kunstobjekte versteigert...
Cilia schaute sie nur kurz eindringlich an, bevor sich beide Magierinen kurz gegenseitig zunickten. Der eigentliche Zweck ihres Aufenthalts war zwar ein anderer, doch sie mussten sich kurz einen Eindruck jenes Ereignisses schaffen... Möglicherweise würde es den Kronrat interessieren.
Beide Magierinen verhielten sich recht natürlich, nahmen ihre Getränke und folgten jenen Leuten welche offenbar alle nach und nach aber dennoch sehr gelassen den gleichen Weg einschlugen. Offenbar strömten hier nicht nur Personen aus der Taverne in eine Richtung, aus überall innerhalb der Kaschemme bewegten sich zahlreiche Menschen zu einem Punkt... Unter ihnen dunkel und ihre Gesichter eher verdeckt haltende, als auch Personen welche dieses Ereignis hier für völlig normal zu halten schienen und sich frei und unbeschwert zeigten. Viele von ihnen waren gut gekleidet, es hätte Imiu nicht einmal gewundert wenn hier gewisse Teile des höchsten Adels selbst anwesend waren. Verbotene Geschäfte... vermutlich hatte sich nicht jeder durch Ehrlichkeit in den Wohlstand erhoben, oder frönte nun aus Langeweile dem Illegalen...
Es herrschte eine merkwürdige Gelassenheit, denn Viele tratschten und lachten auf dem Weg, andere jedoch blieben lieber für sich... Dies machte es für Imiu nicht gerade besser.
Am Ende des Weges, vorbei an den einfachen Bauten der Kaschemme, erreichten sie eine Art Hof... jener war aus Leintüchern über Holzgerüste gespannt worden, so schirmte man quasi nach Außen hin gegen Blicke ab welche an dem Ereignis nicht teilnahmen. Durch einen hölzernen und provisorisch gefertigten Torbogen, bewacht durch zahlreiche unbekannte Söldner, gelangten sie in den offenbar temporär geschaffenen Bereich... Zahlreiche hölzerne Stühle standen hier in mehreren Reihen aneinander, gliederten sich hier vor eine Art Tribüne... Auf jener erkannte man deutlich eine Schlinge an einem Masten, zusätzlich jedoch einen mit altem Blut verkrusteten Hackstock. Hinter der Tribüne verdeckte ein rot gefärbter Vorhang aus dichtem Leinen den Blick.
Unwohlsein machte sich in Imiu breit, während sie und Cilia sich etwas weiter Hinten an eine der Stuhlreihen begaben und sich nach und nach wie die anderen Besucher langsam niederließen. Sie beide schauten sich sehr ausgiebig um, dabei fiel ihnen der deutlich erhöhte Sicherheitsaufwand durch ihnen unbekannte Mietklingen auf. Jemand steckte hinter jenen Maßnahmen, dies war unverkennbar... Die Mannstärke der fremden Söldnertruppe übersteigte jene welche die Rotlegion hier unten aufbrachte um ein Vielfaches.
Imiu schaute sich im Anschluss direkt nach Mitgliedern der Rotlegion um, sie bezweifelte nämlich, dass nur sie beide jenem nur all zu deutlich angekündigten Ereignis beiwohnten... Allein dafür versuchte sie die Plätze neben ihnen eine Weile frei zu halten. Sie wurde langsam nervös... mehr als zu Beginn jenes skurrilen Ereignisses.
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Do 13 Sep 2018, 08:19

Glockengeläut unterbrach das Gespräch, ehe Davor hätte antworten können. Verwundert fuhr Oswins Kopf herum, nach der Quelle des Geräuschs Ausschau haltend. Feuerglocken!, war sein erster Gedanke, doch diesen verwarf er rasch wieder. Zu hell der Klang, zu fröhlich, zu schwach. Ganz abgesehen davon, dass er stark bezweifelte, dass irgendjemand sich die Mühe gemacht hatte, hier unten eine Feuerglocke aufzuhängen. Nein, es klang ihm vielmehr eher nach der Glocke eines Schiffs, wie er sie vom Hafen her mehr als zur Genüge kannte. Aber wozu rief sie?
"Vielleicht sollten wir uns das einmal ansehen", schlug er vor, als ein ganzer Schwall Leute aus einem Gebäude hervor kam, zielstrebig in eine Richtung eilend. Sie folgten der Gruppe zu einem mit Leinen abgehangenen Platz hinter dem 'Letzten Tropfen', auf welcher sich bereits eine Menschenmenge versammelt hatte – mehr Leute, als er jemals hier unten vermutet hätte und auffällig viele davon unter Waffen, mehr Waffen als irgendein gewöhnlicher Halunke mit sich herum tragen sollte.
"Das gefällt mir nicht", murmelte Oswin mit gesenkter Stimme zu Davor, "Was auch immer hier vor sich geht, ich habe das ungute Gefühl, dass es damit zusammen hängt, dass uns die Fährte hier runter geführt hat."

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Do 13 Sep 2018, 18:43

"Aye", bestätigte Davor. Der Ork fummelte nervös an seinem Köcher herum. In so einer Menschenmenge war sein Bogen unpraktisch, weil er viel zu groß war. Außer natürlich man nutzte das Ding im jemanden damit zu verdreschen, was durchaus im Rahmen des möglichen lag. Als eine Art primitive Keule konnte man die Waffe nämlich auch verwenden. Der Ork kratzte sich kurz am Kinn. Er kannte das alles hier und wandte sich daher flüsternd an seinen Kumpanen.
"Hier wird Diebesgut versteigert. Manchmal auch Sklaven. Angeblich kommen ein paar sehr hohe Tiere mit...exzentrischen Geschmäckern hier her. Auch wenn ich nicht viel weiß. Hatte nie genug Geld um mitzubieten."
Der Ork zuckte mit den Schultern und richtete den Blick wieder nach vorne auf die Bühne. Eigentlich konnten sie auch gehen. Wer kein Geld hatte, konnte hier nur herumsitzen und Sachen anschauen, die er sich im Traum nicht leisten konnte.
"Wir können auch gehen", raunte er Oswin zu.

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   So 16 Sep 2018, 10:00

Oswin war eben im Begriff, Davor zuzustimmen, als Sari anschlug. Die Ohren angelegt, die Schnauze voraus gereckt, der Rücken gerade wie ein Pfeil. Die Geste war unverkennbar, zumal für einen Mann wie Oswin, der sein Leben lang den Hunden näher als den Menschen gewesen war. Sie hatte etwas gewittert. Oswin ließ seinen Blick dem der Hündin folgen, hinüber zu einem schweren Vorhang aus dunklem, speckigem rotem Leinen.
"Warte!", gebot er Davor inne zu halten, "Sari hat etwas gewittert. Da hinten!" Er nickte in die entsprechende Richtung. Wie immer verschwendete er keine Worte. Es musste klar sein, worauf allein Sari angeschlagen haben konnte. Die Hündin war gut abgerichtet. Sie ließ sich nicht einfach von einem Kaninchen oder einer Katze ablenken. Zumal stark zu bezweifeln war, dass sich ein Kaninchen in diese Tunnel verirrt hatte. Blieb also nur noch die Fährte, auf die er Sari angesetzt hatte. Die Kommandantin. War sie hinter diesem Leinen?
Oswin griff Sari am Halsband, sicher stellend, dass die Hündin nicht direkt davon sprinten würde. Und wandte den Blick dann erneut Davor an, Hilfe, Anweisungen suchend. 'Hast du eine Idee, einen Plan?', schien der stumme, fragende Blick zu sagen. Sie mussten heraus finden, was Sari gewittert hatte. Aber wie? Einfach hinter den Vorhang zu treten würde man ihnen kaum durchgehen lassen. Und inmitten der Menge wäre es unmöglich, dies unbemerkt zu tun. Blieben also zwei Möglichkeiten. Unbemerkt von einer anderen Richtung aus kommen. Oder Gewalt. Für beides hielt Oswin sich nicht sonderlich geeignet. Er ließ den Blick über die Menge schweifen, suchte nach weiteren Mitgliedern der Kompanie. Nach Verstärkung.

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   So 16 Sep 2018, 21:41

Es war Cilia welche sich umsah und nach Mitgliedern der Legion ausschau hielt... sie hatte Oswin und den großen Ork bereits entdecken können und Imiu entsprechend darauf hingewiesen, doch sonst hatte sie noch keinen Erfolg gehabt. Es waren ziemlich viele Zuschauer hier... was auch immer an jenem Ort passieren würde.
Irgendwann berührte Imiu die Andere kurz an der Schulter, worauf sie sich erneut setzte... ein in recht feine Kleidung gehüllter Mann betrat die Bühne. Der Stil war sehr schwer zu zuordnen, war es doch eine eher chaotische Anordnung des Stoffes welcher in feinen Mustern und auch Spitzen endete... Auf seinen Schultern ruhte ein Umhang aus rotem Samt, welcher der ansonsten eher in dunklem Ton gehaltenen Kleidung einen auffälligen Kontrast verlieh. Die braunen Haare des Mannes waren nach Hinten gekämmt, der gepflegte Gesichtsbehaarung verlief über die Oberlippen bis hinab zu einem markanten Spitzbart...
In seiner Nähe, zu den Aufgängen der Bühne, an den Enden des roten Vorhanges und den Ausgängen des Areals hatten sich nun zahlreiche gut bewaffnete Söldner platziert. Alleine jetzt wurde die Anzahl derer verdeutlicht... sie überstiegen die Mannstärke der hier anwesenden Mitglieder der Rotlegion deutlich. Vermutlich befanden sich außerhalb des Bereiches und hinter der Bühne noch mehr...
Hinter dem gut gekleideten Mann trat eine unbekannte Menschenfrau hervor, sie war gut gerüstet und unterschied sich doch recht auffällig von den Söldnern. Vielleicht die Kommandantin der Söldner hier...? Doch jedweder Gedanke daran wurde unterbrochen, als der Mann vor ihr die Stimme erhob.
"Einen schönen Abend wünsche ich den versammelten Herrschaften! Willkommen zur monatlichen Auktion der Kaschemme! Mein Name ist Enzo Ferador, euer heutiger Auktionator.", hallte seine Stimme über die Reihen, wobei es schlagartig überall still geworden war. Der junge Herr hatte eine äußerst kräftige Stimme, seine Statur hätte dies nicht vermuten lassen...
"Auch Heute bieten wir euch wieder die feinsten Leckerbissen und Kostbarkeiten von Überall! Begehrtes, Extravagantes, Exklusives und natürlich... Verbotenes. Als würde dies jemals hier fehlen, nicht wahr?", fragte er, wobei ein kurzes Gelächter durch die Reihen der Versammelten wanderte. "Zahlreiche fleißige Hände haben auch diesmal eine beträchtliche Sammlung zusammen getragen, wobei wir Heute erneut jeden einzelnen Gegenstand an den Höchstbietenden versteigern... der Großteil der Einnahmen geht dabei an den Verkäufer, der Rest ist eine Spende an Madame Amaras edle Söldner welche Heute für unsere Sicherheit verantwortlich sind.", sprach Enzo und verwies dabei kurz zu der gerüsteten Dame hinter sich. "Und nun genießt bitte die reichhaltige Palette an besonderen Waren... beginnen wir also gleich mit dem ersten Programmpunkt!", verkündete er und der rote Vorhang wurde kurz ein wenig zur Seite gezogen.
Zwei Gehilfen der Auktion trugen offenbar eine Staffelei hervor, auf welcher ein großes Gemälde in einem prunkvollen Rahmen ruhte... Sie stellten das Werk auf dem Boden ab.
"Das ist die Fuonna Vilitas... Es zeigt die Grundsteinlegung von Ambras... aber... dieses Bildnis sollte eigentlich in der Rotunde des Palastes hängen...", sprach Imiu sehr leise zu Cilia... die Magierin konnte es kaum fassen womit hier diese Versteigerung eingeleitet wurde. Dieses Gemälde war ein Vermögen wert!
Entweder es war eine Fälschung... oder aber sie hatten hier mit etwas zu tun, dessen Tragweite sie nicht einmal erahnten.
Enzo hatte das Gemälde kaum beschrieben gehabt, da hagelte es auch bereits die ersten Gebote... Beträge welche keine der Magierinen einfach so in ihren Geldbörsen mit sich trug. Imius Hände schlangen sich um den Rand des Stuhles auf dem sie saß, während ihr Griff stets fester wurde. Sie waren Kronrat-Söldner! Eigentlich hätten sie dieses Gemälde sichern und zurückbringen müssen... Sie mussten später unbedingt den Palast überprüfen.
Imiu versuchte sich einzuprägen wer das Gemälde am Ende ersteigerte, doch sie kannte den sehr edel gekleideten Herren nicht. Alleine der Gedanke... der Gedanke daran, dass hier Adelige aus Ambras teilnahmen! Wie tief diese Stadt bereits gefallen war... sie übertrumpfte sich stets aufs Neue.
Auf das Gemälde hin folgte eine Reihe von Diebesgut, das Meiste davon war für Imiu unbedeutend... lediglich das was im Anschluss folgte ließ sie erneut ihre Augen weiten.
"Eine besondere Rarität... und mit Vorsicht zu genießen. Ein gut versiegeltes Paket Grünspan-Pulver, mit besten Grüßen unseres edlen Spenders aus dem Osten! Das Startgebot hierfür liegt bei 20 Goldstücken, höre ich mehr...?"
Grünspan... Es handelte sich dabei um eine Art Pulver, welches von den Panzern von Grünfüßer-Schaben gewonnen werden konnte... ein übergroßes Insekt welches weit im Osten heimisch war, jedoch war jenes Tier beinahe ausgerottet. Grünspan galt als extrem selten, war schwer zu gewinnen und am Ende nichts als eine extrem abhängig machende Droge. Man legte sich dabei einen sehr kleinen Löffel voll unter die Zunge, wodurch man immens aufgeputscht wurde... Allerdings war Grünspan schwierig zu dosieren, die kleinste Überdosis war tödlich da einem nach und nach die Blutgefäße im Körper platzten. Auch jenes Paket hätte umgehend bei der Stadtwache abgegeben oder noch besser direkt vernichtet werden müssen... doch so fand es einen neuen Besitzer innerhalb jener unsittlichen Auktion.

So ging es den ganzen Abend weiter... Allerlei Verbotenes wechselte den Besitzer, dabei fühlte sich Imiu von mal zu mal unwohler. Dieser Ort gehörte ausgeräuchert... mehr fiel ihr dazu irgendwann nicht mehr ein. "Kommen wir nun zu einem ganz besonderen Programmpunkt! Unsere edlen Gäste aus dem Süden der Lande wird dies wohl ganz besonders freuen...", kündigte der Auktionator an, bevor zwei Söldner hinter dem Vorhang einen groß gewachsenen Menschen hervor zerrten. Der sehr dunkelhäutige Mann machte keinerlei Anstalten sich zu wehren, seine Arme waren in dicke eiserne Fesseln gehüllt... Er trug nichts anderes als eine simple Leinenhose, das Haupthaar war vollkommen abrasiert worden. Markant an ihm war der äußerst muskulöse Oberkörper, dabei glaubte Imiu zu wissen was es mit jenem Menschen auf sich hatte. Sie wusste von wilden Stämmen aus dem Süden, wo seit einiger Zeit immer wieder Sklavenjäger ihr Unwesen trieben und zahlreiche Menschen von dort entführten. Sie wurden als Arbeiter oder noch schlimmer als Gladiatoren verkauft um für die Unterhaltung Anderer zu kämpfen und zu sterben... "Dies ist Nohadin der Jäger! Ein ideales Exemplar für schwerste Arbeiten, als Kämpfer in einer Arena oder aber für die Vertreter der menschlichen Kampfhunde... ein netter Hinterzimmer Sport wie ich hörte?"
Erneut folgte kurzes Gelächter... Sklavenhandel war nichts Ungewöhnliches, vor allem nicht in den südlicheren Ländern... doch hier und unter jenen Umständen? Imiu schaute zu Boden als die Gebote für jenen seiner Heimat entrissenen Menschen fielen. Ihr wurde irgendwann klar, dass es sich nicht besserte... das Unwohlsein in ihrer Magengegend hatte sich längst hin zu leichter Übelkeit entwickelt. Sie wollte hier nicht sitzen... Cilia hatte es längst bemerkt und ihre rechte Hand in ihre Linke genommen. Sie mochte zwar oft über die Stränge schlagen, doch für solche Dinge hatte sie ein Gespür...
Sie fand sich mit dem Gedanken ab, dass es hier von Minute zu Minute nur noch grotesker wurde... daher versuchte sich Imiu den folgenden Dingen irgendwie zu entziehen. Ein blutjunges Mädchen, entführt von einem Bauern welcher offenbar seine Schulden nicht bezahlen konnte, wurde quasi als Heiratsmaterial versteigert...
Zwischenzeitlich schleppte man einen ärmlichen Bettler auf die Bühne, welcher offenbar innerhalb der Kaschemme gestohlen hatte... man hackte ihm in aller Öffentlichkeit und auch noch unter Gelächter und Applaus beide Hände ab. Sie hatten es als einen "Programmpunkt zur Auflockerung" beschrieben, doch als sie einen weiteren Mann an dem Balken aufhängten und jener unter Jubel sein Leben am Galgen ausröchelte, verspürte Imiu außer Übelkeit nichts mehr. Sie sah noch kurz die zappelnden Füße des Sterbenden, bevor sie ihre Augen verschloss und versuchte sich irgendwie aus der Situation zurück zu ziehen... Cilia hatte es bemerkt und hielt Imiu zusätzlich die Ohren zu, denn sie schleppten bereits eine junge Frau auf die Bühne, welche offenbar laut Enzo einen Freier mit einem Messer entmannt und ihn ausgeraubt hatte. Sie warfen ihren Körper über den Block, hielten sie fest und trennten ihr erst die Beine ab... bevor sie ihr Geschrei irgendwann beendeten, durch ein mehr oder weniger sauberes Abtrennen des Kopfes.
Als man auf der Bühne mit dem Aufwischen beschäftigt war, erfolgte eine kurze Pause, wo sich die Versammelten hier unterhielten als wäre überhaupt nichts gewesen und dies ein gewöhnlicher Tagesablauf für sie. Cilia war derweil beschäftigt sich um Imiu zu kümmern, welche schweren Atems versuchte sich erneut zu besinnen... die Hand welche ihr dabei über den Rücken strich half ausgesprochen gut. "Mach dir keine Sorge... wir fackeln hier alles ab sobald wir dafür einen Plan haben.", meinte Cilia, wobei Imiu zumindest kurz ein Lächeln zeigen konnte...

Irgendwann nach der kurzen Pause ging es weiter, der Auktionator betrat erneut die Bühne und widmete sich seinen Gästen. Imiu versuchte sich sein Gesicht so gut es ging einzuprägen, sie würde diesen Mann um jeden Preis in eine Zelle schleifen... ihr war völlig egal wie. "Kommen wir nun zu den nächsten Punkten der Auktion. Etwas ganz Besonderes vielleicht...? Es handelt sich dabei um etwas was wir hier wahrlich noch nie feilgeboten haben. Nun, ohne das Zutun der reizenden Amara wäre dies ohnehin nicht möglich gewesen, es handelt sich hierbei eher um einen recht spontan hinzugekommenen Gegenstand der Auktion.", sprach Enzo, während der Vorhang erneut zur Seite gezogen wurde. "Wer so etwas jemals besitzen wollte, so ist dies wohl eine einzigartige Gelegenheit!"
An den gleichen eisernen Armschließen auf die Bühne gezerrt, wurde eine schlanke Gestalt... das weiße Haar, ansonsten aufwändig nach Oben gesteckt, fiel offen und ungebändigt über ihre Schultern. Der eine und äußerst markante Flügel machte sie unverkennbar... Imiu flüsterte ihren Namen, ohne einen Ton hervor zu bringen und bewegte daher nur ihre Lippen. Anspannung durchfuhr sowohl Imiu als auch Cilia...
Shekina trug immer noch das weiße Nachthemd, über welches sich vor kurzem noch ihr purpurnes Blut ergossen hatte. Es war zu unverkennbaren Flecken darauf eingetrocknet. Die Abyssal wirkte verwirrt und verängstigt, sie wusste offenbar nicht einmal wo sie war... trotz der Situation war es eine Erleichterung, dass sie sich offenbar erneut zurück verwandelt hatte. Der zweite Flügel war fort...
"Die meisten hier kennen sie als Gefallene... schön nicht wahr? Lasst euch von dem etwas ramponierten Aussehen aber nicht täuschen. Wir haben sie vor kurzem genau so gefunden und leider keine Zeit mehr gehabt sie für euch hübsch zu machen. Aber lasst mich garantieren, dass sie all euren körperlichen Phantasien entspricht...", meinte Enzo, worauf Amara näher trat und das Nachthemd der Abyssal bis etwas oberhalb ihrer Obeschenkel nach Oben krempelte um ihre schlanken und makellosen Beine zu entblößen. "Insofern einem danach der Sinn steht, versteht sich...", meinte der Auktionator erneut, wobei kurzes Lachen durch die Runde ging. Imiu hatte sich längst die Rechte vor den Mund gehalten...
"Tja... was den Startpreis betrifft. So etwas hatten wir hier ja noch nie... wisst ihr was? Fangen wir doch ganz entspannt bei 10 Goldstücken an. Von wem höre ich mehr?", fragte Enzo und ging eine kurze runde um die Abyssal herum. "15!", erklang es umgehend von einem offensichtlichen Adeligen aus den hinteren Reihen. So ging es dann auch bereits weiter... Gebot um Gebot... und es schien kein Ende nehmen zu wollen. Imiu wusste, dass sie nun einen Plan gebraucht hätten, doch aktuell war sie starr vor Schock und wusste nicht was sie hätte unternehmen sollen.


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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   So 16 Sep 2018, 22:08

Der Händler, bei dem Miraz gerade noch versucht hatte, einen guten Preis für imaginäre Dinge zu verhandeln, hatte sie bei dem Erklingen einer GLocke plötzlich entschuldigt, hatte sich mit wenigen Handgriffen siene Waren verstaut und war dann, wie viele andere Leute auch, in eine bestimmte Richtung gezogen. Was auch immer es war... Es schien wichtig zu sein. Und vielleicht konnte man dort noch das ein oder andere Gerücht aufschnappen.
Miraz betrat den Hof, nachdem sie festgestellt hatte, dass ein Beobachten von einem Hausdach aus auf Grund der dort positionierten Armbrustschützen nicht möglich war. Das erste, was sie tat, war mögliche Fluchtwege zu prüfen. Der offensichtlichste - der Eingang - war vermutlich auch die schlechteste Idee, denn dort würde sich jeder hin drängen. Und er war vermutlich am Besten von den anwesenden Söldnern bewacht. Was der Maschka fast sofort auffiel war eine Stelle, an der man an der Holzkonstruktion, die die Leinen hielt, hochklettern konnte. Was man aber vermutlich nur überlebte, wenn den Schützen bis dahin die Munition ausgegangen war. Dann könnte man natürlich noch den Wagemutiegn Weg durch den roten Vorhang nehmen. Aber dort wären vermutlich ebenso viele Wachen, wie am Eingang. Miraz hielt es für das Beste, sich in der Nähe einer der Leinenwände zu halten. Im Fall der Fälle würde sie eine davon aufschlitzen, um dort entlang zu flüchten...

Als Miraz erkannte, was hier los war, wuchs in ihr ein ungutes Gefühl. Spätestens bei den Hinrichtungen wurde ihr wieder bewusst, warum sie sich immer einen gewissen Ehrenkodex behalten hatte. Ja, vermutlich war sie von allen in der Rotlegion die Kriminellste, aber weder Sklaverei, noch Mord zur Belustigung waren Dinge, an denen die Maschka Freude hatte. Die Pause, in der die Bühne von Blut gereinigt wurde, nutzte Miraz, um sich unauffällig hinter den Magierinnen zu platzieren, die sie zwischenzeitlich entdeckt hatte.
Und dann kam der Schock. Miraz hatte mit vielem gerechnet, und sich in allerlei Farben ausgemalt, wie ein Wiedersehen mit Shekina aussehen könnte. Doch das, was sie hier nun sah, war das Letzte, mit dem sie gerechnet hätte. Eine Mischung aus Überraschung, Freude, Schock, Wut und Hass flutete durch die Maschka, bevor jede dieser Emotionen einen Moment Beachtung bekam. Dann ebbten die Gefühle ab und wurden von der eiskalten Rationalität eines Raubtieres abgelöst. Sie beugte sich vor und raunte den Zwillingen leise etwas zu.
"Wir sollten mitbieten. Oder uns merken, wer am Meisten bietet und dieser Person dann folgen", sprach sie, mit tötlicher Kälte in der Stimme.
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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   Di 18 Sep 2018, 18:07

Es war Miraz gewesen, nach der Oswin Ausschau gehalten hatte. Wenn es jemanden hier gab, dem er zutraute, unbemerkt hinter diesen Vorhang zu kommen, nachzusehen, was Sari dort gewittert hatte, dann war es die leichtfüßige Maschka. Als er sie jedoch schließlich entdeckte – da waren bereits die ersten beiden Runden der Auktion vonstatten gegangen! – musste er feststellen, dass sie sich am anderen Ende des Hofs befand. Keine Chance, sie unbemerkt zu erreichen. Nicht, ohne einmal das Gasthaus zu umrunden, von Platz von der anderen Seite her zu betreten und sich dann noch an drei, vier Mann vorbei zu drängen. Keine Option! Blieb also nichts anderes übrig, als es selbst zu versuchen.
"Sitz! Bleib!", befahl er Sari und dann, an Davor gewandt, "Pass eben auf sie auf, ja?" Er verließ den Platz als der Auktionator eben ein weiteres Stück hervor brachte, eine schwere, juwelenbesetzte Goldkette, und machte sich daran, den abgetrennten Bereich zu umrunden. Irgendeinen Eingang in das Zelt aus rotem Leinen musste es geben. Die Waren mussten schließlich irgendwie hinein gebracht werden. Oswins Suche gestaltete sich jedoch entschieden beschwerlicher, als er angenommen hatte. Hütten umringten die Rückseite des Platzes, machten es unmöglich, einen direkten Weg hinter die Bühne zu finden – und dort, wo sich ein schmales Gässchen zwischen den Bretterbuden auftat, an dessen Ende roter Stoff zu erkennen war, standen stets nicht nur ein, sondern nicht weniger als zwei bewaffnete und gerüstete Männer. Keine Chance, unbemerkt hinein zu kommen. Und keine Chance, sich mit Gewalt einen Weg zu bahnen.
Oswin beendete seine Runde und kehrte eben so zu Davor und Sari zurück, dass er mitbekam, wie der erste Mensch – hier unten offenbar auch nicht mehr als Handelsware – auf die Bühne geführt wurde. Spätestens ab diesem Punkt wurde seine Vermutung zur Gewissheit und so war er wenig überrascht, als einige Auktionen später die Kommandantin nach vorn geführt wurde – oder hätte es zumindest nicht sein dürfen. Sie zu sehen erschütterte ihn dennoch. Wie? Es wollte ihm nicht in den Kopf gehen. Wie konnte es sein, dass das Monster, das den Hauptmann niedergestreckt und den Zwillingen trotz aller Zauberkunst entkommen war, hier nun in Ketten vorgeführt wurde? Was war mit ihrem zweiten Flügel geschehen? Wie hatten sie es geschafft, ihn so einfach abzutrennen, wo die Rotlegion sich trotz elaborierter Pläne derartige Sorgen gemacht hatte? Doch es bestand kein Zweifel: die Gestalt, die dort in Ketten auf die Bühne geführt wurde, war eben ihre Shekina!
Sogleich begann das Bieten, dieses unverschämte Geschacher, als stünde nicht mehr als ein Stück Fleisch, kein Leben, dort oben zum Verkauf. Es war kein Zweifel mehr, dass sie handeln mussten. Nur wie? Zu viele Bewaffnete hier, als dass Gewalt eine Option gewesen wäre. Und die Summen, die alsbald genannt wurden, machten es offenkundig, dass die Kompaniekasse der Legion es nicht her gab, Shekina einfach frei zu kaufen. Mitzubieten – und sei es nur zum Schein – würde nur den Preis in die Höhe treiben. Und Aufmerksamkeit auf sie ziehen. Wenn sie die Kommandantin befreien wollten, dann würden sie Verstärkung brauchen. Und eine Ablenkung.
"Ich gehe den Rest des Trupps holen, der noch im Tunnel wartet", raunte Oswin Davor seinen spontan gefassten Entschluss zu, "Kannst du für eine Ablenkung sorgen? Vielleicht etwas in Brand stecken? Dann können wir versuchen, sie im allgemeinen Durcheinander raus zu hauen."

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   So 07 Okt 2018, 13:32

"Aye", bestätigte Davor. Hier hing allerlei Zeug rum, dass reichlich brennbar aussah. Aber er war sich ebenfalls ziemlich sicher, dass bei einem Brand als erstes die Ware in Sicherheit gebracht werden würde. Es war ja nicht so, dass man keine Befreiungsversuche erwartete. Mit ziemlicher Sicherheit war Shekina nicht die einzige, die hier verkauft worden war, und währenddessen noch Lebende Freunde oder Angehörige hatte. Ergo mussten sie für etwas sorgen, was mit Sicherheit nicht wie ein Angriff aussah. Das war eigentlich nicht grade seine Expertise. Andererseits kannte er sich hier unten aus und die durch Verwesung entstehenden Gase konnten alleine schon ausreichen. Der Ork erhob sich eine kurze Weile nach Oswin, nachdem er ein paar Mal die Hand gehoben, die Stirn kraus gezogen und am Ende dann doch nicht mitgeboten hatte. Aber es sollte ja auch nur aussehen als hätte er darüber nachgedacht. Mit einem enttäuscht aussehenden Kopfschütteln verkrümelte er sich, murmelte noch etwas von einem "exorbitanten" Preis während er an einer der Wache vorbei stiefelte und war dann mehr oder weniger frei. Ein paar Mal war er ja schon hier gewesen. Und wenn sich nichts verändert hatte, dann mussten da drüben einige der Rohre sein, die für eine...Ablenkung sorgen würden.
Mit einem Grunzen und einem leisen Ächzen drehte Davor das festgerostete Ventil frei. Es begann schon nach faulen Eiern zu riechen. Im Moment interessierte sich niemand für die übel riechende Ecke, in der die Ventile für die ganzen Rohre waren, die sich über Decken und Wände wanden. Darin wurden der übel riechendere Unrat der Stadt transportiert, bis man ihn irgendwo außerhalb irgendwo hin pumpte. Vorsichtig klopfte Davor gegen einige der Rostflecken, die sich abschälten. Sofort begann es noch mehr zu stinken. Mit einem weiteren Grunzer riss der Ork das Ventil mitsamt einem Stück Rohr aus der Oberfläche heraus. Ächzend und wankend blieb er einen Moment stehen, bevor er das ganze Ding abstellte und es noch ein wenig in den weichen Untergrund schob. Mit ein wenig Glück würde es so aussehen als wäre das Ding einfach abgefallen. Jetzt mussten sie nur noch warten, bis sich der Gestank auf die Auktionshalle ausbreitete. Wenn er, der an solchen Gestank gewöhnt war und sich schon das eine oder andere Mal mit Dung eingerieben hatte, schon würgen musste, dann würde es den anderen in der Halle nicht besser ergehen.
Der Ork grunzte zufrieden und stiefelte um die Auktionshalle herum. Wenn der Rest des Trupps eintraf, wollte er ihnen ein wenig Rückendeckung geben können. Keiner von den Leuten hier hatte eine Panzerung, die seinen Pfeilen widerstehen konnte. Ergo würde das wohl ganz unterhaltsam werden.

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BeitragThema: Re: Gebrochene Kronen - MSG   So 07 Okt 2018, 21:46

Erleichterung durchfuhr Imiu als sie bemerkte, dass Miraz sich mittlerweile bei ihnen befand... Ihr Vorschlag entsprach zudem genau dem was auch der Magierin zuerst in den Sinn gekommen war. Welch Alternativen hatten sie schon? Den Mann zu verfolgen welcher Shekina ersteigern würde... Es war wohl der Plan der zumindest aktuell die wenigsten Risiken mit sich brachte. Sie bemerkte aus den Augenwinkeln, wie Cilia ihre Rechte heben wollte, da hinderte Imiu sie auch bereits daran indem sie genau jene umfasste. Sie schüttelte nur leicht den Kopf... So sehr sie es auch verstehen konnte mit zu bieten, eventuell die Auktion für sich zu entscheiden um im Anschluss in Shekinas Nähe zu kommen und sie anschließend von hier fort zu schaffen... Sie konnte sich gut vorstellen, dass es zuerst sicher um die Bezahlung gehen würde bevor sie überhaupt die Chance gehabt hätten.
Das Interesse an der Abyssal war offenbar groß, Imiu mochte sich nicht einmal ausmalen zu welchen Zwecken hier allerhand mit geboten wurde...
Die Auktion hatte bereits einiges an Zeit verschlungen, bevor seltsame Geräusche aus den hinteren Reihen erklangen. Lautes Husten erklang, würgende Geräusche... bevor sich ein Aufruhr dort bildete. Jenes Verhalten schien nach und nach die Reihen nach Vorne zu schwappen, bevor Imius und Cilias Nase eine Art Vorahnung dessen wahrnahmen.
Imiu zog bald darauf bereits ein Taschentuch hervor, welches sie sich über Nase und Mund drückte. Der Gestank welcher sie alle hier regelrecht überschwappte war unbeschreiblich...
Es brachte am Ende die ganze Auktion zum straucheln, selbst auf der Hauptbühne schien man sich nicht ganz sicher was vor sich ging, bevor der eigene Geruchssinn davon offenbar ebenfalls betroffen war. Es wurden offenbar hastige Order gegenüber den Söldnern gegeben, bevor sich die Meisten davon daran machten sich von der Bühne zu begeben um die Situation zu befrieden. Viele Besucher waren bereits dabei sich entweder zu übergeben oder so schnell wie möglich den Bereich zu verlassen, das dabei entstandene Chaos da jeder am liebsten der Erste sein wollte welcher hier wieder raus kam, konnte die Mannschaft an Söldnern kaum in den Griff bekommen. Imiu und Cilia blieben derweil lieber sitzen, auch wenn der Gestank es nicht gerade einfach gestaltete... aber sie durften die Abyssal jetzt nicht aus den Augen verlieren. Je nachdem was oder wer dies zu verantworten hatte, wusste Imiu noch nicht ob dies entweder gut oder schlecht für sie war. Es machte den Vorschlag von Miraz jedoch derweil hinfällig...

Die Ablenkung schien zumindest für Shekina ausreichend gewesen zu sein, die Abyssal hatte kurz zuvor noch auf die eisernen Ketten gestarrt welche ihre Handgelenke umschlangen... bevor sie offenbar einfach reagiert hatte. Der feine Körper kam in Bewegung, dabei holten ihre Arme aus und droschen der Söldneranführerin Amara die Kettenglieder durch ihr Gesicht, worauf jene von der Bühne stürzte. Die Abyssal machte einen Satz über sie hinweg und kam auf dem Boden auf, bevor sie ihre angeborene Leichtfüßigkeit direkt einsetzte, einen der Stühle als erste Erhöhung einsetzte und sich so Satz für Satz über Schultern und Köpfe von Menschen hinweg setzte welche drängten die Auktion zu verlassen. "Lasst sie nicht entkommen!", ertönte es noch laut aus dem Halse des Auktionators, dabei hatte sich sich Shekina bereits aus dem Torbogen des Platzes geschwungen und den schleunigsten Weg in eine der Gassen eingeschlagen. Mittlerweile hatte auch Imiu ihre Starre überwunden und wandte sich direkt an Miraz, die Einzige welche durch ihre Fähigkeiten und der aktuellen Situation überhaupt dazu in der Lage gewesen wäre ihr zu folgen. "Miraz?! Hinterher! Wir dürfen sie nicht erneut verlieren!", gab ihr die Magierin damit quasi einen Befehl. Sie selbst würden einen anderen Weg finden müssen...
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