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 Die MSG [Irrwege]

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Lady Dye

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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Mi 17 Aug 2016, 20:31

Gilbert wurde schließlich von dem blinden Mann angesprochen. Er stellte sich ihm vor - mitsamt einer Verbeugung von seiner Seite und auch von Seiten der kleinen Fee -, woraufhin Gilbert mit einem freundlichen Lächeln reagierte. "Freut mich, Sie kennen zu lernen. Gilbert ist mein Name."
Bevor man aber weiter reden konnte, wurden sie erneut unterbrochen. Dieses Mal war es dieser Mann, der Lucius zu kennen schien. Gilbert sah ihn prüfend an. Er war niemand, der anderen Wesen misstraute, aber etwas war seltsam an dem Wesen dieses Mannes. Raw schien es auch gemerkt zu haben, denn er stellte sich direkt schräg neben seinem Schützling hin, als sie zu ihm traten. So konnte er Gilbert jederzeit gegen die hier Anwesenden verteidigen, sollte es nötig sein.
Der Mann, Melnarak schien sein Name zu sein, stellte sich vor. Gilbert fand, dass er ziemlich dick auftrug, brachte dies aber zum Sinken, als er meinte, er hätte keine große Rolle in dem damaligen Krieg gespielt.
Plötzlich schien er noch etwas über sich sagen zu wollen. Gilberts und Raws Augen fixierten sich auf den Ring, den Melnarak gerade drehte. Raw zog Gilbert sofort hinter sich, als er den Täuschungsring erkannte und eine lebende Leiche statt des Mannes erschien. Gilbert kam sogleich wieder hinter Raw hervor und betrachtete die Leiche. Raw blickte den Leichnam ernst an, so als wollte er ihn mit bloßem Augenkontakt aufschlitzen, damit er Gilbert nichts tun könne.
Gilbert lächelte bei dem Anblick und stellte sich neben Raw, legte eine Hand auf seine Schulter. Raws Haltung, die angriffsbereit schien, entspannte sich langsam. "Sie sind also so etwas wie ein lebender Toter. Über euch gibt es nicht so viele Informationen. Gerade wegen diesem Unwissen scheint Ihr auf viele Wesen einen eher einschüchternden Eindruck zu hinterlassen."
Gilbert schmunzelte nun kurz. "Nun denn, Vater wird Sie nicht umsonst ausgewählt haben. Dann werde ich wohl weitermachen. Mein Name ist Gilbert. Ich bin spezialisiert auf Kampfkunst und Taktik. Ich beherrsche die Wassermagie und besitze auch Heilerfähigkeiten. Ich bin mit sehr vielen Völkern vertraut, studiere alles Mögliche, was ich zu fassen bekomme." Er schaute nun zu Raw. "Stell dich doch bitte auch vor, Raw."
Gilbert wollte nicht, dass er sich zurückzog. Sein Blick ruhte noch immer auf Melnarak, aber er lockerte sich wieder, schloss kurz seine Augen und öffnete sie wieder. "Ich bin Raw, ein Halbdämon. Ich bin ein Waffenmeister." Waffenmeister gab es sehr wenige auf der Welt, denn die Waffenmagie war nicht allzu verbreitet auf dieser Welt.
Gilbert schaute in die Runde. Wer würde sich nun vorstellen?

Lucius schaute die Quarani lächelnd an. Toyo und Tama waren Namen, die ihm tatsächlich bekannt waren. Also lebten sie auch noch. "Natürlich habe ich es gleich herausgefunden, dass Ihr ein Schattenwesen seid, aber Ihr seid kein böser Schatten. Ihr müsst wissen, dass diese Welt immer in Dunkelheit gehüllt war, schon vor der Anwesenheit des Dämonenkönigs. Er hat diese Dunkelheit nur benutzt, sie nicht erschaffen. Er hat aufgrund dieser Dunkelheit die Schattenwespen kontrollieren können. Verfallt niemals dieser Dunkelheit, ansonsten werdet auch Ihr eine Schattenwespe sein. Ich vertraue darauf, dass Ihr eine starke Quarani seid."
Er drehte sich nun um. "Nun, da ich Ihnen über die Dunkelheit erzählt habe, was denkt Ihr, warum der Dämonenkönig niemals verschwinden kann?" Es war ja sonnenklar. Dieses Wesen könnte nicht verschwinden. Wie auch? Er nährte sich von der Dunkelheit, die ebenfalls niemals verschwinden würde.
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Mali
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Mi 17 Aug 2016, 21:34

Allorion vernahm die stimme, die da sprach und er assozierte diese Stimme mit dem nach Tod riechenden Mann. Interessiert hörte er zu und vernahm nun auch Gilberts reaktion. Ein lebender Toter also, sehr interessant. "Nun, Herr Melnarak. Ich kann euch nicht sehen, aber nun weiss ich, was es mit eurem Geruch auf sich hat. Er ist sehr intensiv, vor allem für jene Personen, deren Geruchssinn etwas empfindsamer ist als von anderen. Meinen namen habe ich ja bereits gesagt. Ich bin geschult im Kampf mit Schwert und Magie. Und ja, mir ist bewusst, das es für euch seltsam aussehen muss, das ein blinder kämpft. Aber ich habe gelernt, meine Feinde anders wahrzunehmen und das ist meine besonderheit, warum der König mich rufen ließ."
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Redeyes
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Mi 17 Aug 2016, 23:06

Ein Schauer lief den Rücken von Nane hinab, als der König ihr die Geschichte des Dämonenkönigs erzählte. Alte Erinnerungen brachen wieder an die Oberfläche und der Gesichtsausdruck von Nane verdüsterte sich. "Als Kind musste ich mit ansehen wie Dämonen meinen Schwarm übervielen. Die meisten meiner Schwestern wurden einfach getötet, doch unsere stärksten Kriegerinnen verwandelten sie in Schattenwespen. Aus einem Versteck heraus habe ich alles mitbekommen. Ich würde lieber sterben, als zu so einer Perversion unseres Volkes zu werden." Nane seufzte, als sie bemerkte, in welchem Ton sie gerade gesprochen hatte.
"Verzeiht mir bitte, aber diese Erinnerungen überfallen mich manchmal und sind auch nach all den Jahren noch sehr intensiv..." Nane blickte zu Lucius hoch. "Ich.. nun... Wenn Ihr das so beschreibt, dann scheint der Dämonenkönig aus den Schatten selbst zu entstehen... und solange es die Schatten gibt, wird es immer einen Dämonenkönig geben..." Dieser Gedankengang beunruhigte Nane ein wenig. "Wenn man ihn nicht besiegen kann... wäre es dann möglich ihn für immer zu versiegeln?"
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Sa 20 Aug 2016, 13:01

Lucius drehte sich wieder zu der jungen Quarani um und betrachtete sie traurig. "Das ist schon in Ordnung. Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen. Ich verstehe diesen Schmerz sehr gut. Damals in der letzten Schlacht haben sehr viele ihre Freunde und ihre Familie verloren. Wir Engel hätten die Opfer noch geringer halten können, indem nur wir in die Schlacht gezogen wären. Wir haben die anderen einfach mit hinein gezogen."
Er erinnerte sich noch sehr gut an die Worte des Dämonenkönigs, die er ihnen als Letztes entgegen geworfen hatte. "Er meinte, dass niemand in der Lage sei, ihn jemals zu vernichten. Wisst Ihr, Nane, ich denke, dass der Dämonenkönig nicht als dieser geboren wurde. Ich denke, dass er sich erst nach ein paar Jahren in so etwas entwickelt hatte. Bevor der Dämonenkönig erschien, wurden die vielen Länder strikt getrennt. Auch gab es immer wieder kleinere Kämpfe, sodass ich annehme, dass er in so etwas verwickelt gewesen sein musste. An sich kann man ein Wesen versiegeln, aber pure Schatten zu versiegeln dürfte schwierig werden. Gilbert kennt sich damit besser aus, als ich, auch wenn er niemals in der Lage sein wird, solche Magie anzuwenden."
Lucius seufzte leise. "Wenn es also so ist, dass er nicht als Dämonenkönig geboren wurde, sondern als etwas Anderes, müsste man ihn entweder mitsamt den Schatten versiegeln oder nur die Schatten. Ich denke, beides wird seinen Preis haben. Vielleicht findet ihr ja etwas auf eurer Erkundung."
Lucius lächelte der Quarani zu. "Es tut mir Leid, dass Sie damals so etwas miterleben mussten. Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber wir können die Zukunft ändern, damit so etwas nie wieder passiert. Was meint Ihr?"
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Redeyes
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 23 Aug 2016, 01:08

Nane nickte. "Es muss Euch nicht leidtun. Diese Erinnerungen sind zwar schlimm, aber sie sind auch eine Art Motivation für mich... Ich habe eine neue Familie gefunden und eine neue Heimat... und ich tue alles, was in meiner Macht steht, um zu verhindern, dass sie dasselbe Durchmachen müssen wie ich damals. Deshalb bin ich auch hier, um die Gruppe, welche Ihr zusammengestellt habt, zu unterstützen, selbst wenn ich nur wenig zum Erfolg beitragen kann, möchte ich dies gerne tun, den mir ist klar, das meine Heimat als Erstes von den Schatten verschlungen wird, wenn sie zurückkehren."

Nane hoffte, dass dies jetzt nicht irgendwie übertrieben heroisch geklungen hatte, sie hatte Lucius einfach nur eine ehrliche Antwort geben wollen. "Ich hoffe, wir finden einen Weg, den Dämonenkönig zu besiegen oder zu bannen. Ich bin mir sicher, wenn die Schatten schon vor ihm existiert haben, dann können sie auch ohne einen Dämonenlord existieren." Nane klang überzeugter, als sie in Wirklichkeit war, den natürlich wusste sie nicht, wie der Dämonenlord mit den Schatten verbunden war, oder umgekehrt, doch sie setzte ihre ganze Hoffnung darauf, dass es eine dauerhafte Lösung gab.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 23 Aug 2016, 23:15

Als der Mann, der sich als Erzmagnos Melnarak vorstellte, plötzlich seine gesamte Form verändert... nun, es als "unerwartet" zu beschreiben wäre wohl eine Untertreibung gewesen. Rei hatte ihre Klinge bereits eine Hand breit aus der dafür vorgesehenen Scheide gezogen, doch Rin war es welche ihre Rechte angehoben hatte und damit verhinderte, dass ihre Schwester ihre Klinge vollständig entblößte. Das Totenreich hatte zahlreiche Absonderlichkeiten zu bieten, wenn sie eines gelernt hatte, dann das nicht alle Wesen die einem fremd- oder bösartig erschienen auch so waren. Wenn Melnarak den hier Anwesenden etwas Böses gewollt hätte, wieso hätte er so lange zögern und noch Höflichkeiten austauschen sollen?
"Interessant... ihr seid eine Art Magier... der sich selbst irgendwie in die Reihen der Untoten erhoben hat.", stellte Rin fest und versuchte dabei so kühl und gefasst wie immer zu wirken. Innerlich stellte sie sich aber eine entscheidende Frage, konnte er als vermutlich jemand der der Totenbeschwörung frönte erahnen oder sogar spüren was es mit ihr und ihrem Zwilling auf sich hatte? Sie würde sich nichts anmerken lassen, es musste ja nicht unbedingt so sein. "Woher wir stammen ist solche Art von Totenmagie verboten... ist dies hier anders?"
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Shoggoth

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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Do 25 Aug 2016, 16:41

In dem Moment als die Magie, etwas anderes konnte es wohl kaum sein, um die wandelnde Leiche sich auflöste, hatte ich zunächst einmal das Gefühl mich übergeben zu müssen. Der Gestank war zwar nun zu erklären, aber wenn ich diese verrottenden Muskelstränge sah.... Mir wurde anders und ich versuchte einige Atemzüge zu nehmen die nicht von Fäulnis verseucht waren. Es gelang mir nur mäßig.
Zugegeben hatte ich in meinem Leben den ein oder anderen Untoten schon erleben dürfen, wobei diese Begegnungen meist von kurzer und tödlicher Dauer waren. Außerdem hatten die meisten von ihnen nicht einmal mehr genug Hirn gehabt um einen einzigen Satz zu formulieren. Dieses Exemplar war wohl doch etwas eloquenter und legte ein weit gesitteteres Verhalten an den Tag.
Obwohl ich nicht zimperlich im Umgang mit meinen Waffen war, so ließ ich diese doch lieber an meiner Seite hängen. Meine Armbrust wäre meine erste Wahl, natürlich war sie aber nicht gespannt. Also beließ ich es dabei eine Hand an meinen Gürtel zu senken um im Zweifel sofort die Axt zu ziehen. Die andere wanderte vor mein Gesicht und bedeckte Mund und Nase einen Moment. Zwar war der Geruch von geöltem Leder auch nicht unbedingt angenehm, aber ich konnte gerade nicht wählerisch sein.
Nachdem ich mich meinen Würgereiz überwunden hatte versuchte ich diesen Fauxpas zu überspielen und hoffte nicht unangenehm aufgefallen zu sein. Es war nun wirklich kein Verhalten das man am Hofe des Königs zur Schau stellen sollte. Wobei auch eine stinkende Leiche etwas unpassend erscheinen konnte.
„Nur wenn ein paar Bauern Wind davon bekommen und dein Haus anzünden.“ antwortete ich zynisch. Die Frage war zwar nicht an mich gerichtet, aber die beiden sollten sich noch beschweren das hier jemand unhöflich war und ich würde ihnen aufs Dach steigen....
„Graf Belva von und zu Glavulk der Name.“ Eine Förmlichkeit auf die ich nur deswegen bestand, weil ich durch den ganzen Trubel, und die Mondphase sowieso, gereizt war. „Meine Profession war es Ergebnisse solcher Magie wieder unter die Erde zu schicken. Natürlich nur wenn sie eine Gefahr dargestellt haben...“ Mancher mag das nun für eine Drohung halten, aber es entsprach vollkommen der Wahrheit. Außerdem schätzte ich alle Zuhörer als klug genug ein, damit sie verstehen das ich keinesfalls im Sinn habe unsere sowieso schon kleine Gruppe noch weiter schrumpfen zu lassen. Wenn dieser Melnarak gut genug für den König ist, dann wird das schon seine Gründe haben.
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Skorm

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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Fr 26 Aug 2016, 18:37

Junge, junge, was das hier für eine merkwürdige Gruppe an Verrückten war. Beeindruckend, wenn Lucius da alles herbeigerufen hatte. Der Großteil der Anwesenden schien durch meine – zugegebenermaßen theatralische - Enthüllung nicht sonderlich beunruhigt zu sein. Das war zwar auf der eine Seite recht angenehm... auch mich störte es, wenn mich die Leute anfeindeten, auch wenn ich mich inzwischen daran gewöhnt hatte, aber als normal konnte man die Reaktion auch nicht bezeichnen. Rotauge und der haarige Kerl reagierten noch im zu erwarteten Rahmen, obwohl niemand der Anwesenden seine Waffe zog. Zumindest nicht vollständig. Vielleicht war das vorsichtige Verhalten der Zwei damit zubegründen, wie ich mich bisher verhalten hatte? Schließlich hatte ich mich bisher realtiv gesittet gegeben, im Gegensatz zu manch anderem im Saal...

Aber der Dunkelelf und der Prinz selbst verhielten sich schon ausgesprochen merkwürdig angesichts meiner "neuen" Gestalt. Vorallem der Elf schien sich nich darum zu kümmern. Ich war kein Experte der elfischen oder dunkelelfischen Kultur, aber soweit ich musste waren dort untote Zauberer weder häufig noch besonders beliebt. Ich legte den Kopf schief und sah den blinden Kämpfer an. "Ah ja, ihr könnt mich nicht sehen. Wie ihr schon richtig vermutet habt und auch den Gesprächen um euch herum entnehmen konntet, befinde ich mich in einem untotem Stadium der Existenz. Im Großen und Ganzen sehe ich aus wie eine Leiche. Aber ich denke mein Aussehen kann euch eure kleine, geflügelte Freundin näher beschreiben..."
Die Fee schien auch merkwürdig zu sein. Fall sie die Sklavin des Elfen war – worauf die Kette schließen ließ, mit der sie an der Schulter Allorions befestigt war – dann wirkte sie doch relativ zufrieden mit ihrem unfreiem Dasein. Ein Zustand, mit den nicht viele Feenwesen einverstanden waren. Soweit ich wusste gehörten die kleinen Dinger zu den undankbarsten und schlechtesten Sklaven, die man kriegen konnte. Nicht das ich die Erfahrung jemals gemacht hatte. Ich war kein Freund der Sklaverei und hatte mir nie welche gehalten. Abgesehen davon, dass Sklaven meiner Meinung mehr Ärger brachten als sie Wert waren, fand ich es auch einfach erbärmlich anderen lebenden, vernuftbegabten Wesen so meinen Willen aufzuzwingen.

Auch Gilberts Verhalten überraschte mich. Mit der Feststellung "Sie sind also so etwas wie ein lebender Toter." hatte ich nicht gerechnet. Gut, der Junge schien generell etwas weltfremd ( und verwöhnt ) zu sein. Dachte ich mir doch, dass Lucius Bengel etwas... "anders" werden würde, als normale Kinder. Auch seine Kleidung, auf die ich bis gerade eben nicht geachtet hatte, zeigte diesen Umstand eindeutlich. Wer in aller Götter Namen, trug sonst ein bauchfreies Hemd und erwartete von Leuten respektivert zu werden? Eigentlich sollte sich ein Prinz doch passende Kleidung leisten können, würde man meinen... Aber die Hose sah ebenfalls so aus, als ob sie bei der Enge sehr unangenehm zu tragen wäre. Gut, was der Prinz in seiner Freizeit trug, hatte mich nicht so interessieren. Er würde sicherlich eine passende Rüstung tragen, sobald wir in die Schattenlanden aufbrachen. Auch das Verhalten des Leibwächters überraschte mich. Ich hatte bei seinem bisherigen  Auftreten damit gerechnet, dass er sein Schwert ziehen würde und mich attackieren, bevor Gilbert den Mund aufmachte. Vielleicht hielt ihn der Kronprinz irgendwie zurück?
Ich vermied es den Prinzen auf seine Kleidungswahl oder den Leibwächter auf seine Vergangenheit anzusprechen – das hätte nur zur Ärger geführt - und konzentrierte mich stattdessen auf die Frage Rins und den Einwurf des Grafen. Von und zu Glavulk... der Familienname sagte mir etwas. Lebten ziemlich weit weg von der Zivilisation, angeblich sei die Familie verflucht... glaube ich. An genaueres konnte ich mich nicht erinnern. Vermutlich auch nicht so wichtig. Es war gut möglich dass die Geschichten über die Familie zu Glavulk – falls sie überhaupt der Wahrheit entsprachen – schon Jahrhunderte veraltet waren und dieser ominöse Fluch ( über den ich nichts wusste außer der Behauptung, die Glavulks würden darunter wohl sehr leiden ) schon lange gebrochen war. Bei der Erwähnung der Bauern musste ich allerdings grinsen. Kein sehr schöner Anblick, da sich mangels Lippen nur die Haut auf meinem Gesicht verzog.

"Hah! Das mag sein, aber zu meiner Zeit war die Totenbeschwörung zwar nicht sehr angesehen und von den Herrschenden reglementiert, aber nicht vollständig verboten. Ich muss aber zugeben, dass ich der rechtlichen Entwicklung der Magie in diesem Königreich nicht wirklich gefolgt bin... Ansonsten habt ihr allerdings recht, Rin. Ich war einst ein lebender, sterblicher Magier, auch wenn dies schon eine ganze Weile her ist. Meines Wissens nach bin ich der Einzige meiner Art.
Und ihr, Graf Glavulk, seid also ein Jäger? Ich hatte mir schon gedacht, dass Lucius Leute von eurem Schlag hierfür rekrutieren wird... Aber ihr müsst euch keine Sorgen machen, ich habe meine Kreationen immer unter Kontrolle, es wird also keine Gefahr für euch von meinen Diener ausgehen, dass verspreche ich. Auch wenn es schwierig für euch sein mag, den Wort eines Untoten Glauben zu schenken..."

Ich lehnte mich auf meiner Stab, sah kurz in die Runde und erhob noch einmal meine heisernde, flüsternde Stimme, in der ein geisterhaftes Echo mithallte – ganz anders als die Stimme mit der ich gesprochen hatte, als die Illusion des Ringes noch wirkte. "Ich habe beschlossen euch zu enthüllen, was ich bin, damit von Anfang an klar ist, mit wem ihr es zu tun habt. Ich bin kein Freund von Täuschungen unter Verbündeten. Ihr habt auch alle ein Recht darauf zu wissen, mit wem ihr zusammen reisen werdet. Außerdem ist diese Sache zu wichtig, als dass wir, weil wir uns untereinander misstrauen, scheitern dürfen. Noch einmal: auf gute Zusammenarbeit." Bei diesen letzten Worten blickte ich Belva direkt an, da meine Worte hauptsächlich ihm galten, der Rest meiner Reisegefährten schien ja anscheinend wenig Probleme damit zu haben, mit einem Untoten zusammen zu arbeiten...
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Nanoteh
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Fr 26 Aug 2016, 23:06

Rei schaute aus den Augenwinkeln zu dem untoten Magier, die Arme vor der Brust verschränkt. "Ich bin kein Freund von Täuschungen unter Verbündeten. Ihr habt auch alle ein Recht darauf zu wissen, mit wem ihr zusammen reisen werdet."... Reis Blick glitt zu ihrer Schwester, kurz kreuzten sich beide. Rin dachte also an das Gleiche, jedoch formte Rei ein kaum sichtbares schütteln des Kopfes. Zeigte dadurch, dass sie dagegen war...
"Also gut... Rei?", fragte sie nach ihrem Zwilling, jene verließ anschließend ihre Position etwas abseits und stellte sich direkt neben Rin. "Mein Name ist Taira Rin, an meiner Seite ist meine Zwillingsschwester Rei. Wir kommen aus dem fernen Shunshen und sind Schwertschwestern von Hoju. Wir sind die ehemalige Leibwache des Kaisers...", dabei machte sie eine Pause, sie konnte regelrecht spüren wie Rei aus den Augenwinkeln zu ihr geschaut hatte. Rin sprach den Namen des Kaisers Higae aber nicht aus. Die Higae-Dynastie war knapp über tausend Jahre her... unter anderen Umständen hätte sie es ausgesprochen, die Geschichte von Hoju kannten nicht Viele, schon gar nicht über so viele Jahre zurück. Allerdings aufgrund der Anwesenheit von Melnarak, wenn er selbst bereits so alt war... nein.
"Verzeiht warum ich nicht darüber sprechen möchte, warum wir nicht mehr am Hofe des Kaisers dienen..."..."Aber wir sind keine Freunde... Wir sind schon länger in diesen Landen, verdingen uns als Mietklingen, vermutlich erklärt dies auch woher wir eure Sprache mittlerweile etwas besser beherrschen. Ich hoffe der gelegentliche Akzent stört niemanden. Mehr gibt es über uns soweit nicht zu sagen. Taira Shigae-hoku", führte Rei die Vorstellung zu Ende, mit den letzten Worten in ihrer Muttersprache neigten beide Zwillinge leicht den Oberkörper.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Fr 02 Sep 2016, 08:55

Gilbert lächelte leicht bei den Worten des Untoten. Er schien also kein Freund von Täuschungen zu sein. Gut, in einer solchen Gruppe wäre es wohl fatal, Täuschungen zu vollführen. Vielleicht hatte Lucius deshalb auch gleich erwähnt, dass Raw ein Halbdämon sei.
Dieser legte nach der Vorstellung der Zwillingsschwestern seine Hand rechte Hand auf Gilberts linke Schulter. Gilbert drehte sich zu ihm um und blickte direkt in das besorgte Gesicht seines Leibwächters.
Er führte Gilbert am Handgelenk gepackt etwas in die Ecke des Raumes, fern von den Ohren der anderen, auch wenn er sich sicher war, dass mindestens einer sie dabei hören konnte. "Gil, es behagt mir nicht, dich mit denen in der Gruppe gehen zu lassen."
Gilbert verengte kurz seine Augen, seufzte dann aber leise auf, schloss seine Augen dabei und öffnete sie wieder. "Du solltest wissen, dass ich das schaffen kann, Raw. Du kennst meine Fähigkeiten am allerbesten."
Raw sah zu dem Untoten, dann wieder zu dem Prinzen. "Glaubst du, dass du der Sache Herr wirst? Der Bann, der auf dir liegt, könnte dir dort zum Verhängnis werden."
Gilbert zuckte leicht mit den Schultern. "Vater hat es erlaubt, als ich es ihm vorschlug und auch du hattest nichts dagegen. Nun aber schon. Woher kommt das?"
Raw schaute zu den anderen Gruppenmitgliedern, dann wieder zu Gilbert. "Entschuldige Gil, aber sei dir bewusst, dass ich dann noch mehr, als vorher auf dich aufpassen werde."
Gilbert lächelte und nickte wieder. Zusammen gingen sie wieder zu den anderen. "Dann fehlt ja eigentlich nur noch die Quarani. Ich schlage vor, dass wir auf sie warten", meinte Gilbert leise.

Lucius sah Nane nun kurz an, wandte sich dann ab und ging zwei Schritte davon. Er hielt dann aber wieder an. "Wir finden einen Weg. Geh jetzt nun wieder zu der Gruppe. Sag ihnen, dass ich dann bei der Abreise wieder mit ihnen sprechen würde."
Damit ging Lucius davon, ohne weiter auf Nane zu achten.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Fr 02 Sep 2016, 15:35

Allorion nahm auf einer der bänke platz, um zu entspannen. Die Gruppe wartete nur noch auf die Quarani. Der Dunkelelf konnte sich denken, das die anderen nicht sonderlich begeistert waren , über die Tatsache das Tiffabell seine Sklavin ist. "Ich frage euch etwas. Wenn ihr von heute auf morgen einen Sklaven befreit, der daran gewöhnt ist, bei demjenigen zu leben, dessen sklave er ist, und nie gelernt hat, in Freiheit zu überleben. Was bringt dies dem Sklaven? Ihr würdet sagen, die freiheit.
Und ich sage, es bringt dem Sklaven den Tod. Jeder Sklave wäre auf andere angewiesen, die ihm zeigen, wie er selber überlebt, da er oder sie dies nie gelernt hat. Wenn es euch beruhigt, kann ich Tiffas Kette entfernen. Aber ich sage euch jetzt, das sie wohl bei mir bleiben wird, da sie es nicht anders kennt. Ausserdem gibt die kette ihr eine gewisse sicherheit. Aber ihr könnt sie auch selber fragen, ob sie die Freiheit ihrem jetzigen leben vorzieht."

Tiffa selber sagte auf die Worte ihres Herrn erstmal nichts. Sie wartete auf die Antwort der anderen.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   So 04 Sep 2016, 20:23

Nane blickte Lucius hinterher und verbeugte sich dann kurz, "Natürlich Eure Majestät." Danach machte sie sich schnellstmöglich zurück zur versammelten Truppe, immerhin waren die beiden Mittlerweilen nun doch schon ein Stück weit gelaufen. Trotzdem war die junge Quarani sehr flink auf den Beinen und es dauerte nicht lange, bis sie den Warteraum wieder erreicht hatte, diesen betrat und die Türe hinter sich wieder schloss. Mit einem verlegenen Lächeln blickte sie in die Runde, doch als sie Melnarak, nun in seiner wirklichen gestallt, erblickte, wich sie instinktiv einen Schritt zurück und stiess mit einem dumpfen Pochen gegen die massive Holztüre. "W.. was ist hier passiert... warum ist hier plötzlich eine wandelnde L-Leiche?" Nane hatte zwar schon von Untoten und dergleichen gehört, doch bisher waren das immer Schauergeschichten gewesen, nie wirklich etwas Ernsthaftes.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   So 04 Sep 2016, 21:20

Die Worte Melnaraks waren gut gewählt und ich konnte kaum etwas dagegen einwerfen. Natürlich hatte ich meine Probleme mit den Untoten, aber ich konnte seine besonnene Art durchaus respektieren. Er strahlte außerdem, neben einem widerlichen Leichengeruch, ein gutes Maß an Selbstsicherheit aus. Nicht irgendein junger, überheblicher Spund der sich mit Geistern einließ die er nicht kontrollieren konnte stand hier vor mir, eher wirkte er wie ein Hexenmeister vergangener Tage der direkt aus einem staubigen Folianten entstiegen ist.
Angespornt von der Enthüllung unseres wandernden Leichnams erzählten auch die beiden Schwestern welchen Grund es für ihr Erscheinen in diesen Hallen gab. Dabei waren Söldner immer so eine Sache… Meiner Arbeit eigentlich recht ähnlich, aber dann doch etwas völlig anderes. Geld spielte für mich nie eine Rolle, das was ich tat war nicht mit Gold aufzuwiegen. Aber gut, es schien Bedarf für diese Menschen zu geben, irgendjemand musste sich ja die Hände schmutzig machen. Was ihren Heimatort betrifft hatte ich nicht die geringste Ahnung wovon die beiden sprachen. In meinem Leben habe ich noch nie davon gehört oder jemanden getroffen der von dort stammte. Doch wusste ich auch nicht was hinter den Schattenlanden lag, also konnte man davon ausgehen das es noch Königreiche gab zu denen wir keinen Kontakt hatten.
Die Diskussion um die Begleiterin des Dunkelelfen war mir herzlichst egal. Meine Familie hatte Menschen wie Tier gehalten und geschlachtet, Sklaverei war dagegen ein gutes Los. Außerdem meinte ich mich daran zu erinnern, dass Dunkelelfen es mit einigen moralischen Bedenken nicht so genau nahmen, so ein kleines Flattervieh anzuketten war da wohl eher ein Kavaliersdelikt.
Also hielt ich mich einfach zurück, bis auf einmal die Quarani in den Raum platzte. Ich hatte ganz verdrängt, dass sie uns verlassen hatte, deshalb überraschte sie mich kurz. Nachdem sie einen Satz dahingestottert hatte blickte ich sie fragend an. Was waren das für Leute die der König hier zusammengerufen hatte? Einen Moment die Lage sondieren wäre wohl zu viel gewesen…. Warum hatte sie überhaupt einen Schreck bekommen? Es gab ja kaum etwas gruseligeres als die Quarani selbst, mit ihren vier Armen und diesem dicken Stachel.
„Wir lernen uns gerade kennen.“ sagte ich nonchalant und ging auf das Insektenwesen zu, wobei ich ihre Frage erst einmal vorsätzlich ignorierte „Anwesend sind Melnarak, Rei und ihre reizende Schwester Rin, Allorion, Prinz Gilbert und sein Leibwächter und Raw sowie meine Wenigkeit, Graf Belva von und zu Glavulk.“ Ich blickte sie an und lächelte „Und wen darf ich diesen Herrschaften vorstellen?“ Vielleicht lag etwas viel Ironie in meiner Stimme, aber ich glaube schon einmal darauf hingewiesen zu haben, dass ich nicht besonders gut drauf war. Außerdem wollte ich mir eine weitere langwierige Vorstellungsrunde sparen, sie sollte einfach sagen wer sie ist und am besten auch warum wir sie mit uns rumschleppen sollten. Wobei der vermutliche Nutzen durch ihre Flügel wohl recht offensichtlich ist.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Do 08 Sep 2016, 13:58

Nane blickte den Grafen etwas verwirrt an und fragte sich, was sie verpasst hatte, das alle anderen sich bereits mit dem Untoten in ihrer Mitte abgefunden hatten. Andererseits, wenn von ihm eine Gefahr ausgehen würde, dann wären die anderen wohl nicht so ruhig. Nane hatte schon einige Dinge gesehen, welche andere als ungewöhnlich oder so ähnlich bezeichnen würden, doch der Anblick des Untoten, an einem Ort wie diesem, hatte sie einfach kalt erwischt.
Als Belva kurz darauf seine Frage stellte, dachte Nane nicht einmal wirklich über die Antwort nach, sondern plapperte einfach frei heraus. "Mein Name ist Nane, ich bin eine Späherin aus Kasu, einem Dorf, dass direkt an der grenze zu den verwilderten Schattenländern liegt." Eigentlich wollte sie gerade noch mit ihrer Vermutung herausrücken, warum sie glaubte, an den Hof des Königs geschickt worden zu sein, hielt sich aber zurück, den die meisten Leute im Raum sahen nicht danach aus, als wollten sie die Vermutungen der Quarani hören.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Do 08 Sep 2016, 17:38

Gilbert blickte der Quarani freundlich lächelnd ins Gesicht, auch wenn er einige Meter von ihr entfernt stand. "Sehr gut, wenn du aus Kasu kommst. Das wird unser erster Anlaufpunkt sein."
Er drehte sich nun vollends zu Nane um und auch Raw tat es ihm dabei gleich. "Wir werden auf dem schnellsten Weg nach Kasu reisen. Das ist die letzte Gelegenheit, um noch auf friedlichem Territorium zu reisen. Wir werden aber nicht lange dort bleiben, höchstens ein bis zwei Tage. Einige Späher wurden schon ein paar Kilometer in die Schattenlanden geschickt. Sie hatten zwar von einem ruhigen Ort gesprochen, aber ich denke, dass wir zu unserer Ankunft dort auf harten Widerstand stoßen."
Er drehte sich nun wieder zu den anderen, ließ Belva dabei auch völlig außer Acht. "Mein Vater hat die Späher so weit hineingeschickt, wie sie es sich trauten. Sie berichteten von zerstörtem Land, aber die dämonische Energie soll dementsprechend hoch sein. Das bedeutet, dass sich die Dämonen irgendwo dort schon in der Nähe befinden. Deshalb reisen wir nach Kasu, um die Sicherheit des Dorfes zu gewährleisten und einen möglichen Angriffstrupp der Dämonen ausfindig machen."
Gilbert lächelte leicht. "Nun ja, wir sollen zwar kämpfen, aber es sollte kein Problem sein, die Dämonen zurückzudrängen, sollten sie dem Dorf zu nahe kommen. Da hat mein Vater uns freie Wahl gelassen. Ich nehme mal an, dass wir es trotzdem mit einem kleinen Angriffstrupp aufnehmen können. Also, unsere erste Station wird Kasu sein."
Gilbert wandte sich nun wieder Nane zu. "Und, sind dir bis hierher irgendwelche Feinde begegnet oder ist die Lage ruhig? Da du gerade aus Kasu kommst, wirst du es wohl wissen müssen." Nun ja, dass sie anscheinend hier ist, scheint ja davon zu zeugen, dass sie im Falle eines Feindes es eh überlebt hatte, aber er wollte nun mal auf Nummer sicher gehen.
"Jedenfalls wird unser Hauptziel das Gebiet sein, in dem sich damals das Schloss des Dämonenkönigs befunden hatte."
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Skorm

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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Do 08 Sep 2016, 19:00

Die Zwillinge waren also aus Shunshen. Ich wusste es! Dieser Kleidungsstil... und das gesamte Verhalten  erinnerte mich an die Aufzeichnungen über die Insel und die Bewohner dich ich vor kurzem studiert hatte. War es.... zweihundert Jahre her? Oder doch etwas länger? Nun ja, es spielte keine Rolle. Soviel wusste ich über diesen Kontient auch nicht. Ich meine er lag im ... Osten, hinter den jetzigen Schattenländern. Die Leute von da waren aus den Augen der hiesigen Bevölkerung etwas.... wunderlich, konnte man sagen. Viel mehr war mir darüber allerdings auch nicht bekannt. Ich entschied mich die Vorstellung der beiden Schwestern nicht zu kommentieren und nickte ihnen lediglich zu.
Was die ... Belehrung unseres dunkelelfischen Verfechters der Freiheit anging, hätte ich die Augen verdreht, wenn ich es gekonnt hätte. "Nette Ausrede, Elf. Aber mir soll es egal sein, wenn ihr wirklich ein so niedriges Selbstwertgefühl besitzt, dass ihr eine Sklavin braucht um euch besser zu fühlen..." Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich zurück zu halten, aber diesmal konnte ich mich nicht beherrschen. Wie bereits erwähnt, war ich kein Verfechter der Sklaverei, im Gegenteil. Dazu kam noch, dass ich Elfen jeglicher Art so oder so nicht leiden konnte. Die meisten von Ihnen waren mir entschieden zu arrogant, in Relation zu dem was ihr Volk oder sie als Individuum erreicht hatten.
Bevor der Elf oder seine Fee irgendwie darauf reagieren konnten, kam unsere Quanari zurück in den Raum. Sie reagierte wenigstens eingermaßen im zu erwartetem Rahmen, obwohl ich mehr damit gerechnet hatte, dass einige Bolzen in meine Richtung schossen. Als der Herr Graf mich vorstellte verneigte ich mich spöttisch in Richtung der Insektoiden. Er schien ja recht gereizt zu sein, woran dass wohl lag? Vielleicht konnte er es nicht erwarten endlich loszuziehen...

Gilberts kleiner Ansprache war auch recht interessant. Kasu war unsere erste Station? Wie praktisch, ich wollte schon immer einmal in dem Grenzdorf vorbei schauen. Die Gerüchte, die ich über die Einwohner desselbigen gehört hatte, waren schon bemerkenswert gewesen. "Also dann, worauf warten wir dann noch? Je länger wir hier herumstehen, desto stärker wird der Dämonenkönig!" stellte ich fest und bewegte mich auf den Ausgang des Saales zu. Währendessen aktivierte ich auch wieder meinen Täuschungsring, damit ich, ohne einen Aufstand zu verursachen, das Schloss verlassen konnte.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Do 08 Sep 2016, 23:01

Rei musste schmunzeln als der Untote den Dunkelelfen ansprach, seine Aussage war genau nach ihrem Geschmack und sie hätte es wohl kaum besser formulieren können. Elfen... Auf der anderen Seite hatte sie ihn zuvor noch verbal etwas angegriffen... "Wir werden sicher noch richtig gute Freunde.", sprach Rei mehr zu sich selbst, erntete dabei nur einen fragenden Blick ihres Zwillings. Elfen... schäbiges Volk...
Rin hingegen konzentrierte sich mehr auf die Aufgabe, in anderen Ohren hätte das alles vielleicht etwas arg tollkühn angehört... aber gut. Sie würden tun was von ihnen verlangt aber vor allem wofür sie bezahlt wurden. Melnarak wandelte sich erneut zu seiner nicht ganz so auffälligen Gestalt, vermutlich besser wenn es darum ging wieder nach Draußen zu treten... Rin und Rei hatten seinen Worten nichts mehr hinzu zu fügen, daher folgte ihm erst Rin und kurz darauf gefolgt von ihrer Schwester.
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Mali
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Mo 12 Sep 2016, 21:21

Allorion folgte den anderen nach draussen, wo bereits sein Pferd auf ihn wartete. In der Satteltasche waren Proviant, Wasser, ein Beutel mit Gold sowie seine Alltagskleidung sowie ein Glas mit Honig und noch ein paar andere Kleinigkeiten. Mit ruhigen Schritten trat er auf das Pferd zu und kontrollierte nochmal Sattel und Zaumzeug.
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Redeyes
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 13 Sep 2016, 14:46

Als Melnarak seinen Täuschungsring wieder aktivierte und die gestallt annahm, die Nane bereits kannte, verstand sie nun ebenfalls langsam, warum plötzlich ein Untoter inmitten der Gruppe gestanden hatte, als sie zurückgekehrt war. Sie schüttelte den Kopf, es war anscheinend unter der Würde des verehrten Grafen von und zu Glavulk gewesen, das kurz zu erwähnen damit Nane wusste, was vor sich ging. Die Quarani seufzte, seis drum. "Falls ihr noch spezielle oder etwas exotischere Gegenstände für die Reise benötigt, solltet ihr diese hier in der Stadt noch besorgen. Kasu ist zwar kein kleines Dorf mehr, aber auch noch lange keine Stadt!", rief sie der Gruppe nach, welche den Raum bereits verlassen hatte.
Danach wandte sie sich wieder Gilbert und seinen Leibwächter zu. "Nun Banditen oder Dämonen bin ich nicht direkt begegnet, aber das lag vermutlich daran das... hm wie sagt man dem... bei jemandem zu Fuss würde man wohl Gewaltmarsch sagen. Na ja, auf jeden Fall habe ich die strecke hierher in sehr Kurzer zeit hinter mich gebracht, bei meinem Flugtempo hätte ich wohl jeden Banditen einfach abhängen können." Nane lächelte, ein wenig war sie schon stolz darauf das sie weniger als halb so lange für die Strecke gebraucht hatte, wie der berittene Bote des Königs. "Nun ja, dafür bin ich jetzt aber auch völlig erschöpft. Wenn Ihr keine weiteren Fragen mehr habt, werde ich mir erst einmal ein Gasthaus suchen und mich erholen..." Nane blickte kurz an sich hinunter und fühlte sich nun plötzlich noch etwas schmutziger als vorher. "Und ein Bad brauche ich auch dringend, vermutlich rieche ich alles andere als angenehm, entschuldigt."
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 13 Sep 2016, 18:42

Die anderen verließen schon den Raum, während Nane noch einmal auf Gilberts Frage einging. Er lächelte leicht und nickte. "Sicher, ruh dich etwas aus." Er fand nicht gerade, dass sie unangenehm roch. So etwas würde ihn sowieso nicht stören. Wenn man einmal den Gestank von richtigen Bestien kannte, war doch jeder andere Geruch harmlos dagegen.
"Komm Raw, wir gehen." Gilbert ging mit seinem Leibwächter nun auch. Sie besuchten noch einmal die Bibliothek des Schlosses. Gilbert nahm sich ein bestimmtes Buch heraus und reichte es Raw. "Kannst du das für uns mitnehmen?" Dieser nickte sofort. In all den vielen Jahren hatte Gilbert gelernt, niemandem etwas zu befehlen, sondern lieber darum zu bitten, außer bei gewissen wichtigen Dingen.

Nach einigen Stunden ging Gilbert zum Pferdestall, wo sich auch schon die anderen befanden. Anscheinend hatte sich schon jeder, der nicht selbst fliegen konnte, ein Pferd ausgesucht, bzw. hatte sein eigenes mitgebracht. Gilbert und Raw hatten beide ein bestimmtes Pferd, das sie auch schon seit ein paar Jahren besaßen.
Gilbert schwang sich mit Leichtigkeit auf sein Pferd, genau wie Raw. Gilbert wollte gerade fragen, ob alle bereit waren, als schließlich sein Vater noch einmal zu ihnen kam. In der Hand hielt er eine kleine Phiole mit einer Kette drum, damit man sie anscheinend als Halskette tragen konnte.
Neben Gilberts Pferd stoppte er und schaute zu seinem Sohn hinauf. Kurzerhand reichte er ihm die Phiole. Gilbert nahm sie entgegen. Seine Augen weiteten sich sofort, als er bemerkte, was darin war. Sein Blick fiel auf die Quarani, dann zu seinem Vater zurück.
"Vater, das Wasser ist unglaublich wertvoll", meinte er leicht verwirrt.
"Ich weiß, Gilbert. Du kennst dich mit diesem Wasser sehr gut aus. Du weißt, was deine größte Schwäche ist. Mit diesem Wasser aber kannst du trotzdem richtige Wunder vollbringen. Ich weiß, dass du es richtig einsetzen wirst." Er lächelte knapp und fing nun an, Gilberts Pferd zu streicheln.
Gilbert hing sich nun die Phiole um den Hals. "Danke, Vater."
Er drehte sich nun zu den anderen zurück, als sein Vater ein paar Schritte zurückging, direkt zur Wand. "Können wir dann los?", fragte Gilbert direkt in die Runde. Raw, der sich direkt neben Gilbert befand, nickte.
"Seid vorsichtig", mahnte der Wasserengel und verbeugte sich leicht vor der Gruppe.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Do 22 Sep 2016, 11:39

Bevor Allorion sich in den Sattel geschwungen hatte, hatte er Tiffas Kette am Kopfstück des Halfters befestigt, so das die Fee jetzt auf dem Kopf des Pferdes thronte. So war es für beide angenehmer und ein sehr grosses entgegenkommen von Allorions seite. Jedes Pferd, das er je in seinem leben besessen hatte, hatte er selber ausgebildet, da das Tier sich nicht an der Fee stören durfte, wenn sie auf seinem oder ihrem Kopf platz nahm. So hatte er schon mehrere pferde geritten, da diese Tiere nunmal nicht so ein langes leben hatten, wie er. Hoffentlich ging es endlich mal los, seine geduld war sowieso schon leicht angerissen.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Fr 23 Sep 2016, 12:28

Gilbert sah sich nur kurz um. Nun ja, es schienen ja alle bereit zu sein, also nickte er seinem Vater nur noch einmal kurz zu, bevor sie losritten.
Der Weg nach Kasu dauerte eigentlich zu Fuß mehrere Wochen, selbst mit dem Pferd brauchte man länger als einen Tag, vielleicht zwei Tage. Sie waren gegen Mittag losgeritten, was vielleicht auch nicht die beste Überlegung war. Die Pferde brauchten auch irgendwann ihre Ruhe und so machten sie erst Rast, als sie wirklich nichts mehr in der Dunkelheit sehen konnten. Sicher, manch einer von ihnen konnte noch sehen, aber manch einer konnte es halt nicht mehr.
Raw setzte sich die ganze Nacht über als Wache hin. Als Halbdämon brauchte er nur bedingt Schlaf und selbst den konnte er sich sparen, solange er nur seinen Kreislauf in Schwung hielt. Die riesige Menge an Energie in seinem Körper machte den Schlafmangel wieder wett.
Sobald die Sonnenstrahlen die Gruppe berührten, ritten sie auch schon weiter, damit sie noch vor Einbruch der Dunkelheit in Kasu ankommen würden. Der Ritt führte sie durch manche Dörfer, aber sie durchquerten sie ohne anzuhalten. Ansonsten kamen sie nur durch Wälder und riesige Wiesen, mussten einige Flüsse über Brücken überqueren.
An diesem Tag schafften sie es doch nicht mehr nach Kasu, sodass sie irgendwann wieder eine Rast einlegen mussten. An diesem Abend setzte sich Gilbert zu Raw an das niedrig gehaltene Feuer.
"Willst du nicht schlafen gehen?", fragte Raw nach.
"Nun ja, ich bin zwar müde, aber irgendwie kann ich einfach nicht einschlafen."
"Du machst dir Sorgen um den Zustand in den dunklen Ländern?", hinterfragte Raw.
"Wer macht sich da keine Sorgen?" Gilbert zog seine Beine an und schlang seine Arme um die Knie, ließ seinen Kopf auf seine angewinkelten Arme dabei ruhen. "Gil, gerade du brauchst die Pausen, sonst leidest du nur wieder an Energiemangel. Das bringt keinem was."
So erhob sich Raw und ging zu seinem Pferd. Gilbert starrte dabei nur weiter in das Feuer hinein. Kurz darauf spürte er eine Decke, die ihm über die Schultern gehangen wurde. Aus Reflex zog er die Decke enger um sich. Immerhin war Raw ihm am meisten vertraut.
Irgendwann schien auch Gilbert sich neben Raw gelegt zu haben. Er war anscheinend eingeschlafen. Raw horchte in die Umgebung, aber auch diese Nacht schien ruhig zu bleiben.

Kasu erreichten sie noch vor der nächsten Mittagssonne. Gilbert und Raw waren schon oftmals hier gewesen, wenn nicht direkt als Prinz und dessen Leibwächter zu erkennen. Außer bei Nane, war Gilbert sich bei den anderen nicht sicher, ob sie jemals hier gewesen waren.
"Nun, wir werden hier etwas unsere Vorräte auffüllen. Darum kümmern Raw und ich uns. Ihr könnt euch ja etwas umsehen. Vielleicht findet ihr etwas, was euch interessiert. Wir treffen uns dann in ca. zwei Stunden am Ausgang von Kasu. Dort erwartet uns eine Einheit, die am Weitesten in die Schattenlande eingedrungen sind und sie erforscht haben. Das ist doch okay für euch, oder?"
Gilbert hielt nun an und brachte sein Pferd in eine seitliche Stellung, um die Antworten der Mitstreiter hören und vor allem sehen zu können. Leider waren nicht alle sehr gesprächig.
"Nane, könntest du uns begleiten, wenn wir die Proviante auffüllen?", fragte Gilbert freundlich lächelnd. Sie waren zwar schon oft hier gewesen, aber das letzte Mal war vor fast einem Jahr gewesen. Gilbert wusste nicht, inwieweit sich Kasu verändert hatte. Und außerdem wollte er sie wegen dem Quellwasser gerne ansprechen.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Fr 23 Sep 2016, 20:43

Ich hatte die paar Stunden, die der Rest meiner Gruppe zur Vorbereitung brauchte in der Nähe der Ställe gewartet. Da Tiere in der Gegenwart von Untoten recht schnell unruhig wurden und mein Ring nicht bei ihnen wirkte, war ich gezwungen, mich einige Meter abseits von diesen aufzuhalten, damit es kein allzu großes Chaos gab. Keines dieser Tiere würde mich auf seinem Rückem akzeptieren... aber zum Glück hatte ich dahin gehend vorgesorgt.

Ich war mit meinem eigenem "Pferd" angereist, einem Tier welches sich erst seit Kurzem in meinem Besitz befand. Das ehemalige Reitpferd  eines Adeligen war etwas ... modifiziert um meinen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung treten auch Tiere bei ihrem Tod ins Jenseits über, wo sie als Geisterwesen existieren. Aber anders als Menschen und ähnlich intelligente Wesen erhalten sie dabei wenig von ihrer Persönlichkeit, sondern verschmelzen zu größeren geisterhaften Enitäten, welche in einigen barbarischen Kulturen als sogenannte Totemgeister oder Tiergeister verehrt werden. Einen solchen Geist hatte ich beschworen und in dieses Schlachtross gebunden. Dies führte zu einigen Veränderungen an meinem neuem Reittier. Zum Einen ist es ausdauernder als ein normales Pferd und braucht erheblich weniger Nahrung – der Tiergeist versorgt das Tier mit Energie – zum anderen verdoppelt sich die Lebenserwartung des Tieres.
Theoretisch könnte der Geist dem Altern auch länger entgegen wirken, aber die Inbesitznahme eines lebenden Körpers durch einen Geist hat auch einige unangenehme Folgen, unter anderem das Bilden von Ectoplasma im jeweiligem Wirt, was die Hülle von innen verrotten lässt und irgendwann dazu führt, dass dieser wortwörtlich auseinander fällt ( was wiederrum dem Geist seiner Hülle beraubt und ihn zurück in das Totenreich wirft ).
Aber der wichtigeste Vorteil, den ich durch diese Methode erhielt, war die Tatsache, dass ich den Geist – welcher das Pferd kontrollierte – mithilfe der Nekromantie kontrollieren konnte. Auch die Angst- oder Panikreaktionen anderer normaler Wesen blieben mir so erspart.
Durch diese Modifikation sieht mein Pferd aber auch etwas ungewöhnlich aus: es ist sehr mager und auffällig blass, an ein, zwei Stellen kann man sogar den Knochen unter der Haut des Tieres erahnen. Außerdem versprürten die Hufen bei Bodenkontakt gelegentlich bläulich-weiße Funken, auch die Augen blitzten in manchen Fällen in dieser Farbe auf. Um den Geist gegen seinen Willen auf längere Zeit im Wirt zu binden, waren einige magische Symbole notwendig, die ich als Brandzeichen in die Haut des Tiere gebrannt habe. Auch diese Zeichen glimmen manachmal mit bläulich-weißer Farbe. Um diese Auffälligkeiten zu verdecken, ist das Tier mit einer langen Schabracke ausgerüstet, welche den Großteil des Pferdekörpers verdeckt.

Als sich dann schließlich auch der Kronprinz zeigte, rief ich mein Beförderungsmittel mit einem kurzen Händeklatschen zu mir und begann es kurzerhand zu satteln, was recht schnell vonstatten ging. Viel Gepäck besaß ich nicht, der Großteil bestand aus teilweise obskuren Zaubermatieralien, welche ich entweder für einige meiner Rituale oder um Schäden an meinem untotem Körper zu beheben benötigte. Ansonsten führte ich noch einige Gegenstände des täglichen Bedarfs mit mir herum, auch wenn dieser seit meiner Verwandlung in einen Untoten erheblich geschrumpft war.
Als Gilbert aufsaß, tat ich es ihm gleich. Lucius trat noch einmal zu uns und überreichte seinem Sohn eine Phiole mit Wasser. Interessant, auf mich wirkte die Flüssigkeit nicht sehr beeindrucktend. Andererseits war Wassermagie nicht wirklich mein Metier. Die Beiden würden schon wissen was es damit auf sich hatte.... Die Andeutung des Königs auf eine Schwäche überraschte mich kurz. Klar, auch Engel und deren Nachfahren hatten Schwächen, wie jeder von uns. Aber worauf genau spielte Lucius an? Waren die Gerüchte, Gilbert leide unter einem magischen Energiemangel tatsächlich wahr? Ich nahm mir vor, ihn bei Gelegenheit darauf anzusprechen, hielt mich jetzt allerdings zurück. Bevor wir davonritten, verneigte ich mich nocheinmal – so gut es im Sattel sitzend ging – vor dem Monarchen. "Ich werde dafür Sorgen tragen, dass dieser Auftrag erfüllt wird, Lucius. Ihr werdet die Informationen erhalten, die ihr braucht um den Schatten abermals zurück zu drängen, das schwöre ich bei dem Blut meiner Nachkommen. Auch wenn es das Letzte ist, was ich in dieser Existenz tue. Gehabt euch wohl."

Nach Kasu brauchten wir etwas weniger als zwei Tage, die Mittagssonne stand noch nicht ganz am Himmel, als wir die Ansiedlung erreichten. Gilberts Frage betätigte ich mit einem Nicken. "Vollkommen in Ordnung. Ich werde mich ein bisschen im Ort umsehen, ich habe schon viel von Kasu gehört, aber hatte noch nie die Gelegenheit, mich von dem Wahrheitsgehalt der Gerüchte zu überzeugen... Sagt, Nane wie weit ist es von hier bis zu den Quellen im Norden? Würde ich einen Ausflug dorthin innerhalb von zwei Stunden schaffen?"
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Sa 24 Sep 2016, 02:22

Nach dieser, doch recht interessanten, ersten Bekanntmachung mit der Stoßtruppe, die wohl oder übel meine Weggefährten darstellen werden, begab ich mich zurück in die Herberge welche ich als meine Unterkunft gewählt hatte. Es brauchte nicht lange um meine sieben Sachen zu packen, ich reiste grundsätzlich mit leichtem Gepäck.
Vor meiner Abreise kaufte ich dem Wirt noch eine Flasche Schnaps ab. Irgendwie musste ich ein wenig sozialer wirken, vielleicht half der leichte Dunst von Alkohol. Auch wenn mein verderbtes Blut mich kaum besoffen werden lässt, vielleicht der einzige Segen meines Zustandes. Denn so sehr ich mich nach dem Vergessen sehne, ich konnte es mir nicht leisten mich nicht unter voller Kontrolle zu haben.
Dann führte ich mein Pferd zu den Stallungen des Königs und sorgte auch hier dafür, dass alles abreisebereit war. Mein Reittier war bei weitem kein Schlachtross und sicher auch kein so edles Gestüt wie die Pferde des Königs, aber es war ein robustes und zuverlässiges Tier. Da ich auch nie beabsichtigt hatte vom Pferderücken aus zu kämpfen kam mir ein ruhiges Pferd sehr viel gelegener als irgendein heißblütiges Vieh. Wobei es neben dem Ross Melnaraks fast schon passabel erschien. Ich hatte das Gefühl seine untote Aura wurde von seinem Pferd absorbiert… Aber so lange man noch darauf sitzen konnte, er wog ja sicher auch nicht so viel, sind ja nur Haut und Knochen. Buchstäblich.
Die Reise war recht ereignislos, aber ich fühlte meine Anspannung jeden Tag steigen. Oft beobachtete ich mich dabei wie ich Abends zum Himmel sah und das Gefühl hatte zusehen zu können wie der Mond langsam immer größer wurde. Natürlich wusste ich wann der Vollmond kommen würde. Mein ganzer Körper schrie es förmlich, aber vielleicht, nur vielleicht dauerte es ja doch noch ein paar Tage länger… Sicher machte ich in meinem jetzigen Zustand keinen besonders guten Eindruck auf meine Reisegruppe, deswegen versuchte ich ihnen die meiste Zeit einfach aus dem Weg zu gehen und nur die nötigsten Worte zu wechseln. So viel Gesprächsstoff bot die triste Landschaft glücklicherweise auch nicht.
Wir brauchten nicht besonders lange um Kasu zu erreichen. Ein Ort am Arsch der Welt, vulgär ausgedrückt. Keine florierende Großstadt mit blitzsauberen Straßen, nein, ein Ort der für jeden Aussätzigen und Fremden ein Zuhause bot. Es war das erste Mal, dass ich diese Stadt betrat. Hier waren meine Dienste auch weniger gefragt, man wusste sich entweder selbst zu helfen oder war schon längst über alle Berge geflohen. Naja, jedenfalls kristallisierte sich dies aus den Geschichten heraus, welche sich um diese Grenzregion drehten.
Nachdem wir das Stadttor passierten atmete ich tief ein und aus. Es war eine Mixtur der besonderen Art, eine Art wie sie nur eine pulsierende Stadt haben konnte. Nicht unbedingt angenehm, aber eben lebendig und vielfältig. Meistens war der große Anteil der Gerüche in Städten menschlich, aber hier mischten sich Vertreter vieler anderer Rassen die ihre eigene Note hinzugaben. Man vergleiche ein Streichquartett mit einem Orchester, nicht unbedingt von der Lautstärke her, eher von der Vielfalt. Irgendwo schien hier jeder Ton zu erklingen. Manche vertraut, andere fast schon exotisch.
Während ich mich sehr genau auf die Komposition dieser Stadt konzentrierte überkam mich kurz ein eher… animalisches Verlangen. Hier war etwas in der Luft das gleichwohl Tier und Mann in mir ansprach. Nicht unangenehm, eher unpassend gerade… Ich sollte mich nur nicht zur Quelle dieses Geruchs begeben…
„Wie ihr wünscht.“ sagte ich. Zwei Stunden waren mehr als genug, ich hatte sowieso nicht wirklich erwartet eine lange Zeit hier zu verbringen. „Ich denke das Gasthaus wird sich auch ohne fachkundige Hilfe...“ ich sah einmal kurz in Richtung Nane „… ausfindig machen lassen. Wird wohl die letzte Gelegenheit für eine ruhige Stunde am Herdfeuer für eine Weile.“ Außerdem war es eine gute Gelegenheit sich etwas entspannter noch einmal mit meinem Mitreisenden zu unterhalten, sie besser zu kennen konnte später nur hilfreich sein.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   So 25 Sep 2016, 14:43

Auch während ihrer Reise zurück nach Kasu hatte Nane ihre Aufgabe als Späherin bereits Wahrgenomen und war der Gruppe ein wenig vorausgeflogen. Sie hatte keine mühe mit den Pferden mitzuhalten, im Vergleich zum Hinflug fühlte sich das Ganze jetzt sogar sehr angenehm an. Obwohl es auf dem Weg nach Kasu keinen Zwischenfall gegeben hatte, war es dennoch eine gute Übung für die junge Quarani um sich an die Gruppe zu gewöhnen, den es war doch ein erheblicher unterschied für einen Ort wie Kasu ein Gebiet auszuspähen, als für eine mobile Truppe.
Nana war froh, als sie Kasu erreichten, auch wenn Gilbert sogleich ankündigte, dass sie in zwei stunden bereits wieder weiterziehen würden. Zwar fand Nane dies ein wenig Schade, doch sie verstand auch die Dringlichkeit ihrer Mission. Die Anfrage von Gilbert überraschte Nane nicht wirklich, schliesslich wusste sie ja nicht, dass der Prinz und sein Begleiter schon einmal hier gewesen waren, dafür die von Melnarak umso mehr. "Nun.. mit Eurem Pferd schafft Ihr den Hin- und Rückweg locker in einer Halben stunde, die Quelle ist nicht weit und die Leute aus Kasu besuchen sie gerne, den Trampelpfad werdet Ihr sicher ohne Probleme finden, ansonsten kann ich sicher jemanden organisieren, der Euch den Weg zeigt." Nane glaubte zwar nicht wirklich, das Melnarak für den Weg Hilfe benötigte, doch fragte sie sich, was er wohl bei der Quelle wollte, traute sich dann aber doch nicht zu fragen.
Stattdessen wandte sie sich an Gilbert. "Es wäre mir eine Ehre Euch zu begleiten und meine Heimat zu zeigen." Sie blickte kurz zu Belva und den anderen, welche sich zum Gasthaus begeben wollten. "Wenn Ihr das Gasthaus erreicht, könntet Ihr bitte Piper einen Gruss von mir ausrichten? Sie ist die Besitzerin der Taverne, und wenn sie weis das Ihr zu mir gehört, kann sie sicher noch ein Plätzchen für euch freischaufeln." Zwar ging Nane nicht davon aus, das die Taverne bereits jetzt schon so gut besucht sein würde, aber man konnte ja nie wissen. Danach wandte sie sich wieder an Gilbert. "Habt Ihr vielleicht eine Liste was wir benötigen oder Aufstocken müssen?"
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