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 [MSG-Thread] Goblinblut

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Grim
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BeitragThema: [MSG-Thread] Goblinblut   Mo 26 Dez 2016, 11:07

Der Himmel über der Straße nach Logas und dem Zwitscherwald im Osten war von stahlgrauer Farbe, von Horizont zu Horizont überzogen von schweren, dunklen Wolken und der Wind, der ihnen entgegen blies und Lodrics Haar und Roben flattern ließ, roch nach Unwetter. Der Magister hatte sich die Kapuze der schweren, wollenen Robe in gedecktem lindgrün tief in die Stirn gezogen und die Spitze seines Stabs in hellem Licht erstrahlen lassen, welches er hoch erhoben hielt um den Weg vor ihnen zu erleuchten. Darüber hinaus wirkte er jedoch nicht übermäßig beunruhigt ob des offenkundig drohenden Gewitters. Lodrics Haltung verriet Gelassenheit und wenngleich er seinen Zelter einen zügigen Trab anschlagen ließ, so wirkte er nicht übermäßig in Eile. Und tatsächlich sorgte Lodric sich nicht ob des aufziehenden Sturms. Sie würden das Gasthaus rechtzeitig erreichen. Er hatte es gesehen.
Seine neben ihm reitende Begleiterin wirkte dagegen ungleich besorgter. Wann immer Lodric einen Blick zu ihr hinüber warf sah er den sorgenvollen Blick, den sie den sich über ihnen auftürmenden Wolkenbergen zu warf. Sie war eine merkwürdige Frau, diese Leona Rakkor. Er hatte sie in Ornwacht angeheuert, einem unbedeutenden Dorf kurz vor der isgerischen Grenze, weil sie ihm versichert hatte, sich in diesen Landen auszukennen und mit den Klingen, die sie an der Hüfte trug, umgehen zu können, vor allem aber aus Faszination ob ihrer Fremdartigkeit. Sie trug unverkennbares drakonisches Erbe in sich und sie wurde von diesem entzückenden kleinen Drachling begleitet. Lodric hatte das eine oder andere mal seine Sinne nach dem Geist der Kreatur ausgestreckt und rasch den Eindruck gewonnen, dass diese bezüglich des intellektuellen Austauschs weit mehr zu bieten hatte, als ihre Herrin, doch leider war Lodrics Drakonisch nicht eben fließend, was die Konversationen eher mühevoll gestaltet hatte.
Leonas sonstige Fertigkeiten waren im Lauf der sechs Tage, die sie nun bereits gemeinsam unterwegs waren, nicht getestet worden. Abgesehen von einem Rudel Wölfe, dass sich am Leichnam eines Toten gelabt hatte, war ihnen auf der Straße nichts begegnet, das eine Gefahr dargestellt hätte und die Wölfe waren geflohen, als die beiden Reiter sich genähert hatten. Lodric hatte den Toten betrachtet, erkannt, dass es sich wohl um einen einfachen Bauern gehandelt haben musste und seinen Körper dann ohne nähere Inspektion – und ohne auch nur aus dem Sattel zu steigen – den Flammen des Asmodeus übergeben. Ungeachtet dessen war Lodric nicht unzufrieden mit Leona. Wenn sie ihm den Ärger durch ihre schiere Präsenz und ihr abschreckendes Äußeres vom Leib hielt, dann hatte sie ihren Zweck bereits erfüllt.
„Keine Sorgen wegen des Unwetters“, rief er gegen das Heulen des Winds an, als er erneut zu ihr hinüber blickte, „Das Gasthaus ist keine Meile mehr entfernt und bis wir es erreichen wird der Himmel noch innehalten. Wir werden nicht nass werden. Ich habe es gesehen.“ Er war jedoch nicht sicher, ob seine Stimme sie wirklich erreichte und so ritten sie weiter ohne noch viele Worte zu wechseln.
Der Gasthof war ein befestigtes Gehöft an der Straße, keine zweihundert Schritt vom Rand des Zwitscherwaldes entfernt. Eine Ziegelmauer so hoch wie ein Mann im Sattel, der Kamm gespickt mit eisernen Dornen, umgab Innenhof, Ställe und Gasthaus. Das schwere, eisenbeschlagene Tor war geschlossen. Lodric ritt heran und pochte zweimal mit dem Fuß seines Stabs gegen das Holz. Sogleich öffnete sich ein Fenster im Torflügel.
„Wer da?“, tönte eine Stimme gegen den Wind an.
„Reisende aus Egorian“, antwortete Lodric, „Wir sind im Namen der Königin unterwegs und suchen Unterkunft ehe das Gewitter los bricht.“
Die Worte verfehlten ihre Worte nicht. Augenblicklich wurde das Tor geöffnet und sie ritten ein. Lodric war nicht unzufrieden mit dem Anblick, der sich ihnen bot. Die Ställe waren eine lange, hölzerne Hallo, doch das Gasthaus selbst war ein gut gepflegtes Gebäude mit steinernem Erdgeschoss und Fachwerkmauern darüber, das spitze Giebeldach gedeckt mit gebrannten Tonziegeln. Ein mit einer Plane aus Wachstuch abgedeckter Karren stand an der Außenmauer, doch ansonsten wirkte der gepflasterte Innenhof sauber und aufgeräumt. Auch der junge Mann, der ihnen geöffnet hatte – ein Bursche von vielleicht sechzehn Wintern – wirkte anständig gekleidet. Sie würden heute gut essen und gut schlafen ohne sich allzu viel Sorgen um Flöhe in den Betten machen zu müssen.
„Darf ich mich um die Pferde kümmern, Herr?“, bot der Bursche seine Dienste an. Lodric nickte, schwang sich aus dem Sattel und drückte ihm die Zügel und zwei Kupfermünzen in die Hand.
„Sie zu, dass sie trocken gerieben und gefüttert werden“, wies er an, ehe er sich auf den Weg zum Gasthaus machte, darauf vertrauend, dass Leona ihm folgen würde. Der Wind war inzwischen noch stärker geworden, sodass Lodric sich regelrecht gegen ihn stemmen musste, als er den Innenhof überquerte. Kurz vor der Tür blies er ihm die Kapuze vom Kopf und ließ Lodrics lange Haar wild um dessen Kopf flattern. Hastig riss der Magier die Tür auf und trat, sich dabei das Haar zurück streichend, ins Innere.
Der Schankraum war groß und hätte wohl freundlich gewirkt, wäre er von mehr als der Reihe von Öllampen an den Wänden erhellt worden. Doch er wirkte sauber und im Moment wäre Lodric jedes Dach über dem Kopf recht gewesen. Etwa die Hälfte der Tische war bereits besetzt, ebenfalls von Reisenden, wie es wirkte, doch es fiel ihm nicht schwer, einen freien Sitzplatz mit dem Rücken zur Wand unweit der Tür zu finden. Er rief den Wirt, orderte Bier und Braten für sich und seine Begleitung. Dann erst nahm er sich die Zeit, den Blick durch den Raum wandern zu lassen.

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Dreyri
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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mo 26 Dez 2016, 12:03

Die Bäume begannen sich leicht zu neigen, ihre Blätter flatterten ihnen regelrecht um die Äste, Vögel wurden vom Wind hin und her geschaukelt, während sie versuchten, sich in dem tobenden Element fortzubewegen.
Wie so oft hatte Axeu sich ans Fenster gesetzt, denn er liebte es so oder so, das Treiben draussen zu beobachten. Egal, ob es nun Männer und Frauen, Kinder, Tiere oder wie im heutigen Falle, Naturgewalten waren. Er fühlte sich der Natur zwar nicht sonderlich verbunden, doch immerhin spendete sie einen Grossteil seiner Gifte, weshalb er ihr durchaus dankbar war.
Denn ein undankbarer Mensch war Axeu nicht. Es war nicht so, als würde er jeden mit irgendwelchen Geschenken überhäufen, wenn er ihnen über den Weg lief aber meistens bedankte er sich angemessen für eine Dienstleistung.
Im Moment dachte er gerade darüber nach, wie er die Leiche seiner Begleitung am besten verschwinden lassen konnte. Es war nicht so, als ob Robertus ihm schlechte Dienste geleistet hätte. Nein, er war gut gewesen. Der Mann, der massiver Gebaut war als jedes Nilpferd, sass gerade neben ihm, stürzte einen Bierhumpen um den Nächsten runter und feierte seinen zuvor erfolgten Erfolg einer Verhandlung.
Mehr Lohn hat er gefordert. Dein Leben ist dir sicher mehr wert als 3 Goldmünzen am Tag. Drei Goldmünzen. Andere erhielten für dieselben Dienste höchstens dieselbe Anzahl Münzen in Kupfer. Robertus war definitiv von der undankbaren Sorte und weil er davon ausging, dass er Axeu mit einer Hand zerquetschen konnte - was jener für durchaus möglich gehalten hatte, war er übermütig geworden und hatte mehr Lohn gefordert. Das war in Ordnung, das konnte ja mal passieren. Aber von drei auf zehn Goldmünzen pro Tag, war einfach nur kackedreist. Aber wie Axeu so war, hatte er mitgespielt. Ihm sogar fünfzehn Goldstücke pro Tag versprochen. Ein Lohn, der den Wert seines Lebens zwar noch immer nicht aufwog aber immerhin war die fette Dumpfbacke daraufhin in manisches Gelächter ausgebrochen und hatte angefangen sein ganzes bisheriges Geld zu versaufen, in der Aussicht, sowieso bald zu den Reichen zu gehören.
Eigentlich hätte Axeu ihn einfach weitermachen lassen. Denn was zuerst nur Biere gewesen waren, wurden langsam immer stärkere Schnäpse. Der Kerl hätte sich sicher von selbst vergiftet, doch Axeu war ein lieber Kerl und half ihm bei seinem Plan ein wenig nach. Einem zweimeter stockbesoffenen Rüpel ein wenig auserlesenes Gift (der Kerl sollte sich nun aber wirklich langsam geehrt fühlen) in das Bier zu kippen, war keine seiner Glanzleistungen gewesen, denn selbst wenn er hingeguckt hätte, wäre er bereits zu betrunken gewesen, um zu kapieren was gerade geschah.
So labte sich der dicke Robertus gerade an einem komplett vergifteten Schnaps, grölte dabei rum, was er für ein tapferer Kerl war und Axeu zerbrach sich den Kopf darüber, wie er die Leiche im Ausmass eines kleineren Kriegsschiffes bitte verstecken sollte.
Dabei beobachtete er die Bäume, die sich weigerten sich vom Wind entwurzeln zu lassen, die sich bloss so weit neigten, damit der Sturm damit zufrieden war. Ein beinahe unzufriedenes Seufzen kam über seine Lippen.
Er brauchte unbedingt neuen Schutz.
In dem Moment ging die Tür auf und zwei Gestalten traten ein. Eine männlich, etwas zerzaust vom Sturm, die andere Weiblich und bei allen Göttern, die ihn hassten: sie war eine Absurdität.
Als Axeu sich kurz umschaute, konnte er sehen, dass er nicht der Einzige war, der gaffte, was ihm ein leichtes Grinsen entlockte. Trotzdem liess er den Blick auf dem ungleichen Pärchen verweilen.

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mo 26 Dez 2016, 15:18

Leona folgte ihrem Auftraggeber in das Gasthaus, wobei sie weniger mit dem Wind zu Kämpfen hatte als dieser. Schon auf dem Weg hierher hatte sie manchmal den Eindruck gehabt, gleich würde der Wind ihn davon tragen. Körperlich gesehen war ihr Auftraggeber nicht wirklich beeindruckend, doch schon zu beginn der reise hatte Lofwyr angemerkt, das sie sich nicht von den Äusserlichkeiten täuschen lassen sollte. Und, wie eigentlich immer, hatte ihr grosser Bruder recht behalten.
Natürlich hatte besonders Lodrics Feuerzauber Leona beeindruckt, aber auch seine Vorhersagen waren bisher zutreffend gewesen. Leona hatte bisher viel über Erkenntnismagie gehört, Geschichten über einzelne Wesen oder ganze Völker, welche die Zukunft präzise vorauszusagen vermochten, besonders die Geschichten der Abenteurer über die Thrien oder Mondnagas waren ihr in Erinnerung geblieben, aber nur sehr selten direkt erlebt. Dennoch war sie auch ein wenig skeptisch, klar war es angenehm, nützlich und praktisch, wenn man wusste, was passieren würde, aber sie hatte auch gehört, dass man ganz tief in der Scheisse landen konnte, wenn es nicht klappte oder man Fehler machte.
Sie folgte Lodric wortlos und setzte sich zu ihm an den Tisch. Bisher war es immer so gelaufen und Leona störte sich daran nicht, schliesslich war er es ja, der Bezahlte und solange sich das nicht änderte, war er der Boss. Leona war es nicht entgangen, das praktisch alle Blicke auf ihr lagen, das war nichts Neues für sie. Einige glotzen ganz offensichtlich, andere ein wenig subtiler und ein paar wenige gar nicht, im grossen und ganze das übliche. Sie lies ihren Blick durch den Raum schweifen, erwiderte bei den offensichtlichsten Gaffern den Blick und lächelte innerlich, wenn sie es dann plötzlich bemerkten und zusammenzuckten.
Ein Grossteil der Gäste waren wohl Abenteurer, entweder auf der durchreise oder in der Gegend unterwegs, nur wenige Bauern oder Dorfbewohnern aus der Gegend und vielleicht ein oder zwei fahrende Händler. Leona war das nur recht, Abenteurer und Söldner gehörten noch zu den toleranteren Gruppen, welche zwar kurz kuckten, Leona aber ansonsten in ruhe liessen. Dorfbewohner und Bauern waren da schon nerviger, in kleiner Zahl waren sie misstrauisch und ängstlich, in grösseren Gruppen jedoch konnte man ihnen oft geradezu ansehen das sie kurz davor waren einen Mob mit Mistgabeln und Fackeln zu bilden.
Die anfängliche Aufregung legte sich schnell wieder, und da sich niemand für Lodric zu interessieren schien und auch nicht gleich ein Mob zu befürchten war, erlaubte es sich Leona, kurz die Augen zu schliessen und tief die Luft einzuatmen, ganz ähnlich, wie es ihr drakonischer Freund es zu beginn getan hatte. Feuer, Schweiss, Braten, Rauch, Bier, Erbrochenes, Metall, Holz, Blut und noch viele weitere Düfte nahm sie war, die einten mehr oder weniger stark und auch leider mehr unangenehme als angenehme. Leona erinnerte sich noch daran, wie es sie am anfang immer fast umgehauen hatte, wenn sie ihren Geruchsinn trainiert hatte, doch mit der Zeit hatte sie gelernt die unangenehmen Gerüche zu ignorieren oder zu ertragen, je nach Situation.
Im Grossen und Ganzen die üblichen Düfte in einem Gasthaus, nur etwas stach ein wenig heraus, doch so stechend dieser Geruch auch gewesen war, so schnell war er auch wieder verschwunden, ohne das Leona hätte sagen können, was es gewesen war, geschweige den, woher es gekommen war. Das war etwas neues gewesen und sie öffnete die Augen, um kurz zu Lofwyr zu blicken. Ganz sicher hatte er das auch gerochen und vermutlich würde er mehr wissen als sie, doch das würde vermutlich erst am Abend noch eine kleine Lektion zum Thema Geruchssinn geben.
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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mo 26 Dez 2016, 15:49

Der Zwitscherwald war ein Ort, den Kaladin schon einmal bereist hatte. Damals zusammen mit seinem Ritter, dem er als Knappe gedient hatte. Ritter Darvannis hatte ihm den leitsatz von Mitgefühl, Loyalität und Stärke gelehrt. Ein Ritter spricht stets die Wahrheit, waren seine Worte gewesen. Er besitzt ehre, Anstand und Pflichtgefühl. Darvannis folgte stets seinem Herzen und der Gerechtigkeit.
Wenn ein Edelsmann beraubt wurde, oder einem armen Bauern unrecht geschah, half der Ritter mit seiner Klinge. Und auch mit worten. Es war nicht immer nötig, die Klinge zu ziehen. Diesem grundsatz folgte auch Kaladin. Selbst einem armen Tier würde er zu hilfe eilen. Sei es ein kleines Kätzchen, das ertränkt werden sollte, oder einem Bären, das sein junges verteidigte. Er war schon bei Jagdten anwesend gewesen. Er wusste, das für Fleisch ein Tier sterben musste. Doch es störte ihn, wenn das Tier dafür leiden musste. Wenn er einem Bauern half, bei was auch immer, sah er sich auch die Ställe an, ob die Tiere des Bauern gut behandelt wurden. Wurden sie es, wurde der Bauer wohlwollend unterstützt. Bei anderen fällen passierte es auch schonmal, das Kaladin wortlos ging und der Bauer nur eine eindeutige nachricht erhielt. Nun war Kaladin hier in dem Wirtshaus, um sich von dem letzten Gefecht zu erholen. Er hatte sich ein Zimmer gemietet, sich der Rüstung entledigt, sich gereinigt und danach war er in den Schankraum gegangen, wo er sich warmen Würzwein bestellt hatte, sowie eine schüssel mit Eintopf. Die Schankmaid brachte ihm dies recht schnell und bedankte sich artig für die münze, die er ihr gab. Dort an seinem Tisch saß er nun, und beobachtete unauffällig die leute im Raum.
Sein Schwert hing an der stuhllehne, immer in griffweite. Kaladin würde es merken, falls jemand versuchen würde, es zu stehlen. Das Gehör eines Elfen war sehr gut und menschen waren selten leise.
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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mo 26 Dez 2016, 19:23

"Erastils Zorn, da kommt bald ordentlich was runter", merkte Syn süffisant an. Die Söldnerin besah sich das graue Farbenspiel durch eines der Fenster. Das Glas zeichnete die Wolken in einem undeutlichen Licht. Glas. Auch eines dieser Dinge, das sie erst nach ihrem Freikommen kennen gelernt hatte. Vorher hatte es nur Gitter gegeben. Nun ja. Das würde nicht wieder passieren. Die Stachelkette klimperte leise als Syn ihr Gewicht auf dem Stuhl verlagerte und nach dem Humpen Bier griff. Die Waffe war um ihren Arm gewickelt. Die Narben am Arm waren wohl nicht nur den Waffen von Feinden zu verdanken, wenn man bedachte wie die Stacheln in Syns Fleisch gruben. Es war nicht wichtig. Der Schmerz war gut. Jeder Schmerz war gut. Schmerz bedeutete Beifall. Hmmm. Den beiden Neuankömmlingen schenkte Syn nur oberflächliches Interesse. Gegen die Frau hätte man sie wohl antreten lassen. Sie wirkte beinahe monströs. Aber Syn selbst war ja auch nicht grade ein freundliches Gesicht. Die Narben ihres Geschäftes hoben sich deutlich bleich von ihrer Haut ab. Die pupillenlosen Augen folgten der Drachenfrau einen Moment lang. Wie ein Kampf gegen sie wohl wäre. Welch exquisite Wunden würde man ihr zufügen können, bevor sie zusammenbrach? Egal. Genug Tagträumerei. Aber es war ja nicht ihre Schuld. Dieser Auftrag, obwohl angemessen bezahlt, war bisher unendlich langweilig gewesen. Man hätte mehr von einer Schwester der Erynie erwarten können. Keine süßen Schmerzensschreie waren mehr an Syns Ohren gedrungen seit...man versucht hatte sie zu überfallen. Und der Mann war viel zu schnell zusammengebrochen. Es war eine wahrhafte Enttäuschung.
"Wenn hier wenigstens jemand eine Schlägerei anfangen würde. Das würde ordentlich Leben in die Bude bringen", sprach die Tiefling, mehr an sich selbst, denn an ihre Begleitung gerichtet.
Außerdem hatte Syn stachelbewehrte Schlagringe, die sie unbedingt mal ausprobieren wollte.

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mo 26 Dez 2016, 23:11

„Eine Schlägerei würde schnell dafür sorgen, dass wir aus dem Gasthaus entfernt werden“, führte die Mönchsfrau an, die, ihre Kapuze tief in die Stirn gezogen hatte und misstrauisch das Bier im Krug ihrer Begleitung betrachtete. Irgendeine unausgesprochene Regel verlangte von Gestalten wie ihr, dass sie ihre Kopfbedeckung tief in die Stirn zog und bedrohlich aussah, wenn sie in einer Kneipe saß und es draußen grau und regnerisch war. War wohl so eine Stilsache. Astrid folgte dem Blick der Tiefling und betrachtete die Neuankömmlinge mit gerunzelter Stirn. Eines ihrer Beine kribbelte, weil sie darauf gesessen hatte. Als Mönch gewöhnte man sich irgendwann den Schneidersitz an. Das war auch eine Stilfrage. Aber auf Holzmöbeln war das dann doch eher unbequem. Das Symbol von Asmodeus an ihrem Gürtel kippte in die Sichtbarkeit. Es war wirklich kalt und stürmisch draußen. „Und das würde bedeuten, dass wir uns „Erastils Zorn“ aussetzen müssten, wie du es so nett benannt hast. Und im Gegensatz zu mir brennt das edle Feuer von Asmodeus nicht in deiner Brust und hält dich warm.“ Sie schnaubte ob ihres Witzes und hob einen Zeigefinger, belehrend und ermahnend zugleich. „Außerdem sind wir wegen etwas Anderem hier. Waisenkinder. Keine Prügeleien. Ich habe hier die Ketten in der Hand. Wortwitz nicht beabsichtigt.“ Astrid schmunzelte. „Na ja, ein bisschen schon. In jedem Falle verprügeln wir nicht die Drachentussi da drüben. Und ich benutze in diesem Falle das "wir" als "du"."

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mo 26 Dez 2016, 23:34

"Ich habe mein eigenes Feuer. Außerdem trage ich doch auch eines von euren teuren Schmuckstückchen", wies die Tiefling den Vorwurf ab und deutete auf ihr eigenes Symbol von Asmodeus. Natürlich war dieses nicht so gut gearbeitet und wies mehr Kratzer auf als irgendeinem Gegenstand aus Metall erlaubt sein sollte. Außerdem glaubte sie nicht wirklich an die Macht der Götter. Sie hatte mehr als einen Kleriker getötet und deren Zauber hatten nie so ganz funktioniert. Auf deren Gesichtern zeichnete sich dann immer so eine ungläubige Überraschung ab. Das war sehr lustig mit anzusehen. Und Heilzauber waren auch so eine Sache. Bei Syn schienen sie nicht wirklich zu funktionieren. Vielleicht lag das daran, dass sie an keinen Gott glaubte. Aber nach Syns Meinung lag das eher daran, dass die Götter gewaltige Luschen waren. Trotzdem war es einfacher durch die Welt zu kommen, wenn man sich die eine oder andere Floskel angewöhnte. Die Tiefling nahm einen Schluck von dem Bier und betrachtete weiter die Drachenfrau. Sie sah nicht wirklich verängstigt, sondern vielmehr interessiert aus.
"Ich werde keinen Streit anfangen, keine Sorge. Was meint Ihr? Hat ihr Vater eine Drachendame beglückt, oder...?" Syn machte eine vielsagende Geste mit Zeigefinger und der zum Loch geformten anderen Hand.
"Ah, schaut mich nicht so an. Ich bin selbst ein Bastard. Ich darf das. Wann wollt ihr denn endlich mal ein paar Waisenkinder einfangen? Bisher waren wir ja...nicht sonderlich erfolgreich."

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mo 26 Dez 2016, 23:45

"Ich habe noch nicht das Richtige gefunden", stammelte Astrid, um deren Nase sich eine leichte Röte gelegt hatte. Sie wusste zwar nicht, was Syn da mit den Fingern andeutete, doch ihre Worte waren eindeutig genug, dass sich "unanständig" vor ihrem geistigen Auge manifestierte und sie um die Fassung brachte. Hatte man der Tiefling nicht beigebracht, dass man vor einer Nonne nicht mit Sex kam? Bei den Göttern. Das wollte sie sich nicht vorstellen. Ein Drache, der eine Frau bestieg. Oder andersrum ... Waisenkinder. Kleine, putzige Waisenkinder. "Wenn ich das Waisenkind finde, dass ich mitnehmen will, dann werde ich das tun." Vielleicht wollte sie aber auch einfach keines mitnehmen, weil Kinder nervig und quengelnd waren und sie keine Lust hatte, den ganzen Weg mit so einem Exemplar zurückzulegen. "Und wir fangen sie nicht ein. Wir überreden sie. Mit Worten." Dass die letzte Klarifikation nötig war ...

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Di 27 Dez 2016, 00:14

"Gehopst wie gesprungen, Astrid", entgegnete Syn und grinste anzüglich. Mit manchen Themen ließ sich die gute Frau aber auch einfach sehr leicht aus der Fassung bringen. Aber das war eben manchmal so. Die Kleriker von Calistria nickten bei sowas eifrig und die Kleriker von Asmodeus sahen sie an als hätte sie sich grade vor ihren Augen in einen Kobold verwandelt. Wobei das in deren Augen vielleicht sogar eine Aufwertung darstellen mochte. Dumm waren sie alle. Als wäre das etwas unsagbar seltsames.
"Mein Wort ist bindend.", zitierte Syn aus dem Gedächtnis und fügte hinzu: "Die Asmodeischen Disziplinen: Paragraph 7, Absatz 2. Ja, ich kenne es auswendig. Grade ihr solltet also wissen, dass Worte manchmal besser als Ketten funktionieren. Hrm."
Der Blick der Tiefling wanderte zurück zu der Drachenfrau.
"Ich bin mir sicher, wir finden bald eines. Irgendwo wird es doch wohl ein geeignetes Mädchen geben. Oder nehmt ihr auch Jungen?"

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Di 27 Dez 2016, 00:42

"Wir nehmen alle Kinder auf. Mädchen können in den Orden übertreten. Jungen werden anderen Armen von Asmodeus' Kirche übergeben." Astrid zuckte mit den Schultern. So war der Lauf der Dinge. Immerhin hießen sie die Teufelsnonnen. Aus einem Mann wurde nur in seltenen Fällen eine Schwester. Zum Beispiel, wenn sie mit Syns Waffen an der falschen Stelle in Kontakt kamen. Die waren aber auch praktisch. Bisher war sie noch nicht in die Verlegenheit gekommen, sich selbst verteidigen zu müssen. "Selbstverständlich bin ich mir der Bedeutung von Worten bewusst. Wenn du sie weiter so anstarrst, kommt sie noch rüber. Wenn du unbedingt spielen gehen willst, tu das doch bitte wo, wo ich nicht mit hineingezogen werde." Sie drehte ihre bandagierten Arme von einer Seite zur anderen und lehnte sich im Stuhl zurück. "Bei schlechtem Wetter ächzen meine Gelenke."

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Di 27 Dez 2016, 00:42

Als er die seltsame Drachenfrau lange genug angestarrt hatte, war Axeus Blick wieder zum Fenster gewandert, damit er weiter die Naturgewalten beobachten konnte. Wobei die Naturgewalt neben ihm beinahe beeindruckender war.
Robertus konnte sich inzwischen nicht mehr richtig artikulieren. Das lag am Alkohol aber andererseits auch daran, dass das Gift dafür sorgte, dass alles an ihm ein wenig anschwoll. Es war subtil, konnte auch von der Wärme einhergehen oder so ... Aber seine Zunge war so geschwollen, dass er nur noch lallte und man kein Wort mehr verstand. Andere Leute, vor allem Männer, benutzten kleinere Dosen dieses Giftes für anderweitige Zwecke, bei denen man geschwollene Körperteile gut gebrauchen konnte. Hin und wieder starb auch mal einer, weil er sich übernommen hatte.
Dummerweise tat Robertus auf einmal etwas Unerwartetes. Er erhob sich. Langsam und träge, Speichel floss ihm über die Lippen, vermischt mit einer Flut rötlichen Schnapses ... oder nein. Das war ein bisschen Blut. Ja, das war normal. Der Magen zersetzte sich wohl ein bisschen, der Kerl hatte gerülpst und nun kam da etwas mehr rückwärts, als geplant.
Axeu warf ihm einen säuerlichen Blick zu, den man getrost als angewidert bezeichnen konnte, jedoch eher damit einher ging, dass sein Plan, den Kerl einfach ins Bett zu verfrachten und ihm morgen früh eine Herzattacke wegen seiner Fettleibigkeit zu diagnostizieren in eben jener Sekunde flöten ging.
Das Aufstehen des Robertus brachte seinen Kreislauf so in Schwung, dass ihm das Gift richtig schön eine reinhaute, der fleischige Kopf lief langsam blau an.
"mrjl pissn", brummte der Typ, schob sich einen Schritt nach rechts und krachte fast in der selben Sekunde einfach mit einem beeindruckend klatschenden Geräusch zu Boden. Er zuckte unschön, ein noch unschönerer Geruch stieg auf einmal auf, als einige wichtige Schliessmechanismen des Körpers nachgaben und eine Mischung aus diversen Magensäften, Alkohol und Blut lief ihm aus Mund und Nase.
Axeu beugte sich zur Seite, um den Schaden genauer inspizieren zu können. Schade, wenn er das Gift noch etwas mehr mit Alkohol verdünnt hätte, wäre die Wirkung erst später eingetroffen. Das war Pech. Passierte den Besten.

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Di 27 Dez 2016, 10:27

Die Gästeschar war ein höchst interessanter Querschnitt durch die Bevölkerung. Ein gepanzerter Mann, vielleicht ein Ritter, saß allein an einem kleinen Tisch in einer Nische. Unweit von ihm hatte ein Duo Platz genommen, das man wohl nur als komisch bezeichnen konnte: der eine groß und hager und entstellt von einer grausigen Brandnarbe, der andere ein Hüne von absurder Leibesfülle. An dem Lodric und Leona am nächsten stehenden Tisch saßen drei Männer, die wie Handelsreisende wirkten. Zwei von ihnen trugen schwere Roben aus gefärbter Wolle, wie sie bei Kaufleuten üblich waren, der in Leder war wohl ihr Leibwächter. An einem weiteren Tisch saßen zwei Männer und zwei Frauen, die Lodric aufgrund ihrer einfachen Tracht und der furchtvollen Blicke, die sie Leona zuwarfen, als Landvolk abtat. Und dann waren da, so ziemlich am anderen Ende des Raumes, die beiden vielleicht interessantesten Gestalten hier drin: eine Frau – oder ihrer Figur nach wohl eher ein Mädchen – in den Roben der goldenen Erynnien und eine Tieflingsfrau in martialischer Aufmachung, die beständig, wenngleich ohne jede Furcht zu ihnen hinüber blickte. Lodric musterte sie lange genug, dass sie sich seines Blicks bewusst sein mussten, dann jedoch trat der Wirt an ihren Tisch, zwei dampfende Platten mit Bratenstücken und frisch gebackenem Brot in Händen.
Lodric und Leona aßen schweigend, während der Wind weiter um die Ecken des Hauses heulte und die Fenster in ihren Rahmen rasseln ließ. Als die Teller geleert waren erhob der Lodric sich, bat Leona, ihn kurz zu entschuldigen und machte sich auf den Weg zum Tisch der Teufelsnonne. In eben jenem Moment erhob sich auch der gewaltige Fleischberg von einem Mann, taumelte ein paar Schritt vor und zurück und brach dann urplötzlich zusammen. Lodric warf ihm einen verächtlichen Blick zu. Wie würdelos, sich derart zu betrinken und das noch bevor es wirklich Abend geworden war! Der Wirt eilte dem Gestürzten zur Hilfe, Lodric jedoch beachtete ihn nicht weiter und setzte seinen Weg fort.
"Grüße, Schwester", sprach er die Nonne an, ihrer Begleiterin nur kurz zunickend, "Mein Name ist Lodric Estàr, Gesandter aus Egorian. Darf ich mich zu euch setzen?"

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Di 27 Dez 2016, 18:50

Die Hand, die Astrid angewidert ob des plötzlichen Scheißegeruches vor die Nase gedrückt hatte, senkte sich und sie musterte den Mann, dessen Aufmachung ihn als Zauberkundiger oder zumindest Gelehrter erscheinen ließ. Er kam vom Tisch der Drachendame und wollte sich zu ihnen setzen. Zumindest besaß er genug Wissen um das Land, um sie als Ordensschwester zu erkennen. Mit einem Fuß schob Astrid einen der freien Stühle zurück. Eine wortlose Einladung. "Ich bin Astrid. Das ist Syn. Was verschafft mir die Ehre Eurer Aufmerksamkeit?" Ihr Blick glitt an ihm vorbei zum stinkenden Fleischhaufen auf dem Boden. Huh. Alkohol verursachte kein Blauwerden des Gesichtes, oder? Das war seltsam. Andererseits ... Was wollte dieser Kerl von ihr?

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mi 28 Dez 2016, 00:22

Lodric nahm Platz auf dem dargebotenen Stuhl, dabei mit routinierter Bewegung seine Roben richtend, ehe er zur Antwort ansetzte. "Euer Orden ist stark und einflussreich hier in der Provinz Isger", begann er sein Anlegen zu erklären, "Und ihr, Schwester, wirkt, als wärt ihr auf Reisen. Sicher müsst ihr vieles auf dem Weg mitbekommen haben. Seht, die Krone hat mich ausgesandt um Informationen bezüglich der vermehrten Sichtungen von Untoten in dieser Gegend zusammen zu tragen. Und da dachte ich..."
Doch er kam nicht mehr dazu, zu sagen, was er gedacht hatte. In diesem Moment flogdie Tür auf und der Stallbursche, der ihnen bei ihrer Ankunft ihre Tiere abgenommen hatte, taumelte in den Raum. Lodric musste einen zweiten Blick auf ihn werfen, ehe er den Pfeil in seiner Flanke bemerkte.
"Goblins!", stieß der Junge keuchend in den schlagartig still gewordenen Raum aus, einzig gegen das Pfeifen des Windes durch die offene Tür ankämpfen müssend, "Sie... sie greifen an. Sie sind über die Mauer geklettert. Es sind Dutzende von ihnen!" Es gelang ihm eben so noch, panisch die Worte hervor zu bringen, ehe er strauchelte. Wäre nicht einer der Bauern geistesgegenwärtig aufgesprungen um ihn zu stützen, er wäre wohl zu Boden gestürzt.
Furcht machte sich in den Gesichtern der Gäste breit, für einen Augenblick konnte Lodric sie deutlich sehen, den einen Augenblick, in dem auch ihn die Überraschung lähmte. Dann jedoch überwand er den Schrecken und erlangte seine Ruhe zurück. Verblüffung wich Entschlossenheit. Er wusste genau, was er hier zu tun hatte.
Abrupt kam er auf die Füße, trat einen weiten Schritt in die Mitte des Raumes und erhob die Stimme: "Im Namen der Königin und des Dunklen Prinzen rufe ich jeden hier, der fähig ist, Waffen zu halten, zu eben jenen. Bürger von Isger, verteidigt diesen Rasthof!"

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mi 28 Dez 2016, 09:49

Der Wirt war reichlich bestürzt über den leblosen Fleischklops in der Mitte seines Gasthauses und versuchte vergebens, ihn dazu zu ermuntern aufzustehen und spätestens, als er die rötliche Schmiere sah, die dem Kerl aus dem Mund lief, kamen ihm wohl die Zweifel, ob der Mann überhaupt noch unter den Lebenden weilte.
Egal wie angestrengt man versuchte unbeteiligt aus dem Fenster zu gucken, es war kaum  zu übersehen, dass er noch immer am Platz neben jenem des Toten sass und somit richtete sich die Aufmerksamkeit des Wirtes recht rasch auf ihn.
"Sir", sprach der Mann ihn an. "War das Ihr Begleiter? Ihr kennt diesen Mann, richtig?"
Axeu hob die Augenbrauen und schaute vom Wirt zum Hintern des Toten, den er aus seiner Perspektive gerade noch erkennen konnte.
"Ich bitte Euch, Ihr beleidigt mich. Kennen ist reichlich übertrieben. Wir sassen rein zufällig am selben Tisch."
"Ihr habt aber gemeinsam bestellt und seid gemeinsam reingekommen", hielt der Wirt dagegen.
"Gut. Wir kamen hier zusammen an aber wir kannten uns nicht."
Axeu lächelte. "Ich weiss gerade knapp seinen Namen. Vermutlich hat er weder Frau noch Kind." Was wohl keine grössere Tragödie war. Es war eine Errungenschaft, dass das da aus dem Genpool verschwunden war.
"Wovon redet Ihr? Helft mir, den Mann in sein Zimmer zu bringen", murrte der Wirt.
"Bitte was? Er ist tot, das sieht ein Blinder mit Krückstock."
Der Wirt blinzelte und schaute skeptisch den Leichenhaufen an. Gut, er wusste es sicher selbst aber womöglich hatte er gehofft, dass dem nicht so war. Er kratzte sich am Hinterkopf, Axeu konnte richtiggehend sehen, wie sich die Zahnräder langsam, ganz langsam drehten, wobei der Rost abblätterte, weil sie sehr, sehr selten benutzt wurden.
Doch ehe ihre unterhaltsame Unterredung beendet war, knallte die Tür auf und ein junger Mann, der Axeu vage bekannt vorkam, stürmte hinein, kreischte irgendetwas von wegen Goblins und sackte dann theatralisch zusammen, direkt in die Arme eines Bauern, dessen Heldenmut immerhin so weit ausgereicht hatte, dass der Bursche nicht hilflos auf den dreckigen Boden klatschen musste.
In der darauf folgenden Stille erhob sich der Mann, der erst vor wenigen Augenblicken eingetreten war und rief zum Kampf auf. Wobei Axeu die Formulierung seiner kurzen, knackigen Reden reichlich daneben fand. Jeder kleine Bauernlümmel konnte eine Waffe halten aber in dem Zustand in dem sich der Grossteil der Besuchenden dieses Lokals befand, konnte man froh sein, wenn sie sich nicht gegenseitig an ihren Waffen aufspiessten. Weil eine Waffe halten und damit umgehen können zwei ganz verschiedene paar Schuhe waren.
Egal, Haare spalten konnte er später. Während um ihn herum eine Mischung aus blankem Entsetzen und unangebrachtem Heldenmut losstürmte, erhob sich Axeu und griff in die Ecke hinter ihm, um seine darin lehnende Waffe hervor zu holen. Sie war exotisch, hatte eine ähnliche Form wie einen Speer, nur dass am gefährlichen Ende keine Spitze, sondern eine Klinge angebracht war.
Er konnte nicht meisterhaft und unübertrefflich damit umgehen, sonst hätte er sich Robertus sparen können. Aber um ein paar Goblins einen Kopf kürzer zu machen, dafür würde es allemal reichen.

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mi 28 Dez 2016, 15:37

Kaladin hatte gerade einen weiteren schluck des würzweins genommen, als der Bursche hereinkam um einen Goblinangriff zu melden. "Diese Biester müssen auch gerade dann kommen, wenn ich ungerüstet bin," brummte er in seinen imaginären Bart, erhob sich vom Stuhl und legte sich den Waffengurt mit dem Schwert an. "Wohl an denn." Dann ging er mit würdevollem Schritt zur Tür und verließ das Gasthaus, um sich den anstürmenden Goblins entgegenzustellen.
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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Mi 28 Dez 2016, 23:47

Leona nickte nur und beobachtete, wie ihr Auftraggeber sich an den Tisch mit der Tieflingsfrau und der Nonne begab. Zwischendurch rümpfte sie kurz die Nase, als der fette Hüne in der nähe sich von seinem Tisch erhob, taumelte und danach einfach umkippte. Der darauf folgende Geruch von Erbrochenem gemischt mit etwas Blutgeruch machte Leona kurz stutzig, doch sie kümmerte sich nicht weiter darum.
Warum sich Lodric genau zu diesem Tisch begab, wunderte sie jedoch ein wenig, vermutlich wegen der Nonne. Leona war der Orden der goldenen Erynnien nicht unbekannt, schliesslich hatten die mehrere Klöster in Isger errichtet, nachdem man die Goblins zurückgeschlagen hatte. Um die Nonne machte sie sich aber weniger sorgen, eher ihre Begleiterin. Die Aufmachung der Tieflingdame schreite geradezu nach Abschreckung und sie wirkte, soweit es Leona erkennen konnte, recht kräftig. Von all den Leuten im Gasthaus schätzte Leona sie am gefährlichsten ein, zumindest was körperliche stärke anbelangte. Und genau zu dieser Person setzte sich Lodric, wenn da was schief ging, würde sie ihm nicht sofort helfen können.
Zwar ging an diesem Abend dann etwas schief, aber anders als Leona gedacht hatte. Als der Stallbursche die Türe aufstiess, trug der Wind sofort wieder den Geruch von Blut in den Raum, doch auch noch ein anderer Gestank schwang mit hinein. Noch bevor der Junge etwas gesagt hatte, war sich Leona im klaren das Goblins in der Gegend waren. Goblins hier in dieser Gegend? Leona hatte sich regelmässig nach Goblinsichtungen erkundet, doch in dieser Gegend hatte es bisher keine Sichtungen gegeben. Entweder hatten die Kundschafter hier gepennt oder die Goblins kamen aus der Nachbarregion und hatten sich plötzlich schnell ausgebreitet, keine der beiden Möglichkeiten war beruhigend.
Leona zog eines ihrer Schwerter und behielt die andere Hand frei, um damit eine Geste in die Luft zu zeichnen. Als würde sie etwas in die Luft malen, bildeten sich bläuliche glühende Linien in der Luft und ein Zauberkundiger konnte problemlos erkennen das Leona hier gerade dabei war einen Hervorrufungszauber vorzubereiten. Als das Gebilde komplett war, wurde es kleiner und schien sich in Leonas Handfläche einzubrennen, doch die Drachenjüngerin verspürte hierbei keinen schmerz. Nachdem der Zauber fertig vorbereitet war, folgte Leona dem Elfen, welcher bereits das Gasthaus verlassen hatte, vermutlich um mit seinem Schwert gegen die Goblins zu kämpfen.
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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Do 29 Dez 2016, 10:01

Nach außen hin strahlte Lodric die Ruhe und Gelassenheit aus, die einem chelischen Offizier, der soeben ein Kommando übernommen hatte, zu Gesicht stand, innerlich jedoch breitete sich ein zunehmendes Gefühl von Zerknirschtheit aus. Sie waren überrascht worden. Das war nicht gut! Das hätte nicht passieren dürfen! Er hätte es sich nicht leisten dürfen, sein drittes Auge zu schließen. Nun hieß es also kämpfen. Nun würde Blut fließen.
Mit befehlender Geste reckte er den Arm inzwischen des – inzwischen verlassenen – Tischs, an dem Leona und er gespeist hatten und sein Stab flog ihm in die Hand. Das glatt geschmirgelte Holz mit beiden Händen umklammernd folgte er seiner Begleiterin nach draußen.
Das Unwetter war noch immer nicht losgebrochen, die Wolken hingen noch immer finster und bedrohlich, aber ansonsten untätig am Himmmel. Davon abgesehen jedoch herrschte Chaos. Lodric konnte selbst auf den ersten Blick mindestens ein Dutzend Goblins zählen, krakelende, ungewaschene Kreaturen in speckigen Lederlumpen und grobem Rupfen, gezackte Klingen, Kurzbögen und lodernde Fackeln in Händen. Eine ganze Handvoll fiel über den im Innenhof stehenden Handelskarren her, mit langen Messern die Plane aufschlitzend um an die Güter darunter zu kommen; weitere Goblins rannten über das Dach des Stalls, Fackeln in Händen, das Schindeldach an sämtlichen Enden in Brand steckend oder mit ihren Bögen vollkommen sinnlos Pfeile auf das Gasthaus abfeuernd, die freilich an den Mauern abprallten und zerschellten. Drei weitere machten sich am Leichnam eines mit dem Gesicht im Dreck ausgestreckten Jungen zu schaffen. Und da war mehr! Lodric konnte sehen, wie weitere Goblins über die Mauern geklettert kamen und vom Tor her erklang das Geräusch wuchtiger Schläge, die das massive Eichenholz erzittern ließen.
Lodric atmete tief durch, die ungewollt aufwallende Furcht nieder kämpfend. Dann begann sich ein Plan in seinem Kopf zu entfalten. "Leona, bring' unsere Pferde in Sicherheit", befahl er mit ruhiger Stimme, eben laut genug um den Sturm zu überschallen. Er zeichnete eine Rune in die Luft und für einen Moment leuchtete die Spur seiner Finger in unwirklich violettem Glanz nach, "Fürchte nicht die Flammen. Sie werden dir nichts anhaben." Dies erschien ihm zuvordest von Bedeutung. Wenn die Goblins ihre Pferde abschlachteten – oder verbrennen ließen – wäre ihre Weiterreise kompromittiert. Als nächstes galt es, sich einen Überblick zu verschaffen.
Lodric murmelte einige Silben und das Zauberbuch an seinem Gürtel begann, in die Luft zu steigen. Vor der Brust des Magus öffnete es sich, die Seiten unberührt vom pfeifenden Wind. Lodric berührte die aufgeschlagene Seite und sprach weitere Worte der Macht. Magische Glyphen begannen zu leuchten, als er arkane Energie in sie kanalisierte. Als er die Finger vom Pergament löste folgte ihnen ein wirbelnder Strang rötlichen Lichts. Lodric reckte die Hand gen Himmel und etwas schoss daraus empor. Einen Herzschlag später legte sich das Bild, das sich das Bild des arkanen Auges über seine eigene Sicht. Er sah den Gasthof, die heraus strömenden Leute, sich selbst nun von oben, wie sich der Anblick einem über ihnen segelnden Falken geboten hätte.
"Ein Grottenschrat mit Vorschlaghammer am Tor! Weitere Goblins kommen von Norden und Osten über die Mauern. Haltet sie auf!", rief er gegen den Sturm an, als sein Blick sich wieder klärte.

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Do 05 Jan 2017, 17:54

Auf einmal war alles sehr schnell gegangen. Das vertraute Rot des Kampfes legte sich über Syns Augen. Die Stachelkette peitschte durch die Luft und pflückte einen Goblin vom Boden um ihn ein paar Meter weiter unsanft wieder abzusetzen. Das Knacken bei der Landung versprach Unheil. Syn sog die blutigen roten Striemen, die sich auf der Haut des Wesens zeigten, beinahe in sich auf. Da war sie: Die Euphorie.
Eben noch hatten Astrid und sie am Tisch gesessen. Dann hatte das Weichei etwas gebrüllt und Astrid war durch das Fenster gesprungen. Einfach durch. Also war es an Syn gewesen der Frau durch die zerbrochene Scheibe zu folgen. Türen wurden halt überbewertet. Die roten Striemen an ihren Beine und Armen hatten sie dem sehr viel weniger eleganten Sprung durch die zerbrochene Scheibe zu verdanken. Aber das machte nichts. Schmerz war gut. Schmerz machte sie nur stark.
"Ein Grottenschrat! Astrid! Gegen sowas habe ich schonmal gekämpft! Stark, aber dümmer als ein ganzer Haufen Shelyn-Anhänger. Wie nennt man das dann? Eine Blüte Shelyn-Anhänger? Hah!", brüllte die Tiefling gegen den Wind an und in Richtung ihrer Begleiterin.

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Do 05 Jan 2017, 18:22

Kaladin stand auf dem Hof wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung. Links und rechts um ihn herum lagen bereits mehrere tote Goblins. Seine Kleidung und sein Gesicht waren von Blut bespritzt. Seine Haare flatterten im Wind und sahen aus, wie wild flackernde flammen. Als er hörte, das ein Grottenschrat vor dem Tor stand, brummte er wütend und begab sich auf dem schnellsten weg dorthin , immer wieder Goblins tötend, die sich ihm in den weg stellten. Sein eigenes Pferd war ein kriegsgeschultes tier. Es hielt sich von den mit Pfeilen schiessenden Goblins fern, diejenigen, die dem tier zu nahe kamen , wurden von den harten hufen getötet.
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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Do 05 Jan 2017, 18:36

Da Axeu nicht vorhatte sich komplett mit Blut bekleckern zu lassen, suchte er sich gezielt Goblins aus, die in kleineren Gruppen unterwegs waren oder genug Intelligenz besassen, die Gruppe widerständiger Menschen zu umlaufen. Mit einer Reichweite von mehr als zwei Metern kam kein Goblin nah genug an ihn ran, um ihm ernsthaft Schaden zuzufügen.
Die grossen Goblinköpfe sassen auf eher schlanken, zarten Hälsen, welche für Axeus Naginata keine weitere Herausforderung darstellten. Er selbst musste sich nur von fernkämpfenden Goblins fernhalten, um nicht in Mitleidenschaft gezogen zu werden.
Aber selbst die wären wohl ... Nun ... Diese krummen Zahnstocher, die Goblins als Pfeile bezeichneten waren in grossen Mengen vielleicht gefährlich.
Immer ein, zwei Goblins gleichzeitig metzelte er mit schwungvollen Bewegungen nieder, doch da er nicht dumm und dämlich war, stürzte er sich nicht ins Zentrum des Kampfes.

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Do 05 Jan 2017, 19:13

"Huh?", machte Astrid, während sie sich zu Syn umdrehte. In den Armen hielt sie einen Goblin, die Hände fest auf dessen Kopf gedrückt. Kreischend hielt sich der Goblin die Augen, aus denen Blutrinnsale auf den Boden tropften. Das Knacken, als sich der Kopf des Wesens auf eine Art verdrehte, die es ihm erlaubte, fortan Angreifer von hinten zu sehen, war erstaunlich laut. Die Schwester von Asmodeus warf den Leichnam in ihren Armen zu Boden und wischte sich die blutigen Finger an den Roben ab. Ein Grottenschrat. Groß. Bewegte sich so langsam wie eine Schnecke, aber so wuchtvoll wie ein Oger. "Lass dich nicht von ihm treffen", belehrte Astrid und gewann ein wenig Boden, indem sie sich laufend in die Richtung des Tors bewegte. Ein Goblin auf ihrem Weg erbrach sich geräuschvoll zwischen das niedergetrampelte Stroh der Ställe, nachdem er, einen brutalen Schlag von Astrid in den Bauch geerntet, davongetorkelt war. Blut hatte sich zur Zufriedenheit der Mönchsfrau mit dem Erbrochenem vermischt. Im Gegensatz zu Syn oder dem Ritter dort im Kampf brauchte sie keine Waffe; sie war die Waffe. Und es war auch nicht ihr erster Ritt, wenn man so wollte. Sie hatte doch nur ihren vermaledeiten Auftrag bekommen, weil sie bereits in den Goblinkriegen gedient hatte und daher zufällig gerade in der Gegend war. Dabei wollte sie doch nur nach Hause ... Wobei diese Dummköpfe ein gefundenes Fressen für ihre Frustration waren. "Du kriegst den Großen. Los, Räuberleiter. Ich will auf die Mauer." Astrid war abrupt stehen geblieben und betrachtete die Goblins dabei, wie sie ungelenk über die Steine kletterten und auf dem Boden aufklatschten, um dann wild gackernd in die Schlacht zu torkeln. Allein konnte sie aus dem Stand nicht darauf springen, aber mit etwas freundlicher Unterstützung ... Wenn sich alle um den großen bösen Grottenschrat kümmern wollten, konnte sie ja zumindest dafür sorgen, dass ihnen niemand hinterrücks in die Kniekehlen trat. Für solch schmerzhafte Manöver war schließlich sie zuständig.

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Do 05 Jan 2017, 20:29

Leona nickte auf die Anweisung Lodric's und begab sich sofort Richtung Stall. Im Grunde wäre es ihr zwar lieber gewesen draussen zu kämpfen, anstatt sich um die Pferde zu kümmern, doch ihr Auftraggeber hatte recht. Ihre Reise wäre sehr erschwert, wenn ihre Pferde verbrennen oder ersticken würden und das sich sonst jemand um sie kümmern würde war mehr als ungewiss, mal ganz davon abgesehen, dass man in einer solchen Situation nicht begann zu diskutieren.
Da die Goblins auf dem Dach bereits fleissig mit ihren Fackeln gezündelt hatten, brannte bereits mehr als die Hälfte des Stalldaches, löschen kam nicht mehr infrage, genauso wenig wie auf den Regen zu hoffen, sie musste die Pferde hinausbringen. Der Hof war zwar alles andere als sicher, aber immerhin hatten die Pferde eine bessere Chance als im brennenden Stall.
Leona konnte sehen wie eine kleine Gruppe von drei Goblins vor ihr den Stall erreichten und darin verschwanden. Die Söldnerin fluchte etwas auf drakonisch und folgte ihnen, wenn die Goblins nun auch noch das Stroh im inneren anzündeten, dann würde sie die Pferde nicht mehr hinaus kriegen. Leona verschwand ebenfalls im inneren und kurz darauf kamen, in kurzen abständen, zwei Goblins im hohen bogen wieder hinausgeflogen. Der Erste hatte sich zu nahe an eines der Pferde gewagt und einen heftigen Tritt kassiert. Den Zweiten hatte Leona mit ihrem vorbereiteten Zauber, einem sengenden Strahl, aus dem Stall befördert.
Es dauerte dann ein Weilchen, doch danach führte Leona die ersten Pferde aus dem Stall hinaus auf den Hof. An ihrem blutigen Schwert konnte man das Schicksal des dritten Goblins erahnen. Als erstes führte sie ein gepanzertes Schlachtross, welches auch den Goblin nach draussen befördert hatte, nach draussen, damit es die anderen Pferde quasi etwas abschirmen konnte. Kurz darauf war sie wieder im Stall verschwunden und brachte ihr eigenes Pferd, sowie das von Lodric nach draussen, danach begann sie sich wahllos um die restlichen Stallbewohner zu kümmern und sie in, relative, Sicherheit zu bringen.
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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Do 05 Jan 2017, 21:40

Zufrieden beobachtete Lodric, dass sich doch mehr Leute, als er gehofft hatte, dem Kampf angeschlossen hatten. Da war Leona, keine Frage, und auch auf die Schwester der goldenen Erynnien und ihre Begleiterin hatte er gezählt. Aber es waren noch mehr. Der Mann, dessen betrunkener Begleiter zusammen gebrochen war. Der Elf, der allein in einer Ecke gesessen hatte. Der Söldner, der das Händlerpaar begleitete. Und alle warfen sie sich ohne zu Zögern ins Getümmel und rasch mischten sich Schmerzensschreie in das aufgedrehte Krakele der Goblins. Binnen weniger Herzschläge war der halbe Hof von der grünen Pest gesäubert. Nicht, dass dies die übrigen Goblins in irgendeiner Art beeindruckt hätte. Mehr wütend den verschreckt warfen sie sich Lodrics Truppen entgegen und immer mehr von ihnen kletterten über die Mauern, überall, wie es schien.
Lodric war weit davon entfernt, ein Kampfmagier zu sein, aber auch er kannte einige Sprüche, die dazu in der Lage waren, Schaden anzurichten. Als eine Handvoll Goblins am Rand des brennenden Stalldachs aufmarschierten, Kurzbögen in Händen und begannen, Pfeile auf die Verteidiger herab regnen zu lassen, sah er den Punkt gekommen, an dem er selbst handeln musste. Noch immer seelenruhig, ganz entspannt vor der Tür des Gasthauses stehend, hob er die Rechte, spreizte drei Finger ab. Ein magischer Schimmer legte sich um sie, als die Energien sich auf die gemurmelten Worte Lodrics hin sammelten, zuerst um den Zeigefinger, dann den Mittelfinger, dann den Ringfinger. Einen Augenblick lang hielt Lodric den Zauber, lenkte Kraft in ihn, dann barsten drei Projektile konzentrierter magischer Energie aus den Fingern hervor. Zielsicher schossen sie auf die Goblinschützen zu, trafen den ersten ins Gesicht, die anderen beiden in die Brust. Es zischte, Funken flogen in alle Richtungen – und drei leblose, kleine Körper purzelten vom Dach.
Lodric gönnte sich ein zufriedenes Lächeln, doch es hielt nicht länger als ein paar Herzschläge an. Denn in diesem Moment barst das Tor auf der Grottenschrat stürmte brüllend und Geifer spuckend auf den Hof, eine ganze Schar kleiner Goblins mit schweren Äxten im Schlepptau.

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BeitragThema: Re: [MSG-Thread] Goblinblut   Do 05 Jan 2017, 23:43

"Wo ist denn da der Spaß, wenn er mich gar nicht trifft?!", rief Syn zurück. Die Tiefling warf einen Blick auf die Mauer. Sehr hoch war sie nicht, aber Astrid war das eben auch nicht. Einen Moment lang amüsierte sie die Vorstellung von Astrid, die vor der Mauer auf und ab sprang. Das Grinsen blieb bestehen als Syn einen Goblin, der im Weg gestanden hatte, einfach mit einem Schubser zu Boden schickte und rasch Astrid auf die Mauer half. Die Schwester würde schon klar kommen. Und auch wenn Syn nichts an dem Schutz des Gasthauses lag, so rief dennoch eine gewisse Herausforderung. Der Grottenschrat war immerhin einigermaßen gefährlich. Und ein Schlachtfeld, selbst ein so kleines, war viel unübersichtlicher.
Rasselnd rauschte die Stachelkette in Richtung des Grottenschrats und wickelte sich um dessen Rechte Hand, die die Waffe hielt. Syn leckte sich über die gebleckten Lippen als sie das hervorquellende Blut sah.
"Kleidträger! Gebt mir einen Zauber!"

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