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 Tal der Sterne[MSG]

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Ena
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BeitragThema: Tal der Sterne[MSG]   Mo 10 Sep 2018, 18:12

Sicherheit.
Trübsinnig betrachtete Raik die verkohlten Überreste des Werbeschildes, das sich in den vom Regen des Tages aufgeweichten Boden gebohrt hatte. Wegen des Brandflecks, der den Großteil des Holzbalkens bis zur Unleserlichkeit hin entstellt hatte, konnte man nur noch das eine Wort lesen, das jetzt mehr wie ein ironischer Nachhall schien. Die Überbleibsel des ausgebrannten Ladens waren ein mahnender Finger, dass der Krieg selbst hier, im Zentrum des Erdkönigreiches, noch nicht vorbei war. Raik selbst hatte nichts von diesem Vorfall gehört, bis sein Blick bei einem kurzen Spaziergang durch die Stadt auf verkohlte Erde gefallen war. Einige Offizielle, gekleidet in das Silbergrün des Erdkönigreiches, waren damit beschäftigt die Trümmer von der Straße zu räumen, die zu dieser Tageszeit selbst bei Regen gut beschritten war. Die meisten Passanten interessierten sich für diese verkohlte Lebensgeschichte kaum, schenkten der Ruine des Gemischtwarenladens nur einen flüchtigen Blick und eilten zum überdachten Marktplatz auf der gegenüberliegenden Seite, weg von der Erinnerung an den Krieg. Nach einem kurzen Gespräch mit den Erdwärtern hatte er herausgefunden, dass dies hier tatsächlich kein Unfall war ... die Stadt vermutete Brandstiftung. Scheinbar trieben sich Feuerreichtreue in der Stadt herum, die ihre radikalen Meinungen nicht mehr länger für sich behalten wollten. Der Besitzer war ein Tränenträger gewesen, Feuerträne, wie viele, die den Radikalen hier zum Opfer fielen. Allein die Tatsache, dass die Stadtwache so offen darüber sprach, so als wären sie nur eine Gang wie die anderen, machte Raik klar, wie wenig sicher es hier eigentlich war.
Immernoch besser als in den Bauernhöfen und Städten, die das Feuerreich bereits niedergebrannt hatte, schoss es ihm durch den Kopf, als er, die Hände tief in den Manteltaschen vergraben, sich vom Tatort wegdrehte und seinen Weg zurück in den gut besuchten Marktplatz aufnahm. Sturmfels, wie sich eines der größten Siedlungen des Erdkönigreichs nannte, war nun einmal der Zulaufort für alle Flüchtlinge, eine Bastion der leeren Versprechungen. Wer hier nicht zu Sklavenlöhnen arbeitete, um Asyl zu erhalten, der wurde irgendwo in einer leeren Gasse abgestochen. Aber es war die einzige Wahl für viele, deren Existenzen so niedergebrannt waren wie die des Ladens, dem selbst Raik jetzt den Rücken gekehrt hatte. Es war einfach, diese Dinge auszublenden, wenn man sich gewahr wurde, das man noch lebte, heute gegessen hatte ... Was interessierten einen da die anderen, denen es schlechter ging?
Früher hatte es noch Gastfreundschaft gegeben, Offenherzigkeit, doch all das schien aus einer längst vergangenen Zeit zu stammen, wo man beim Anblick von Flammen nicht zusammenzuckte und als Tränenträger um sein Leben fürchten musste. Sturmfels war nur eine Siedlung von vielen, die fallen würde. Einen Deal aushandeln, vielleicht. Tränenträger gegen das Leben der normalen Bürger und die Illusion von Selbstregierung. Noch waren sie standhaft und schrieben sich große Ideale auf die Brust. Asyl. Stärke. Schutz.
Sicherheit.
Aber es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis auch Sturmfels bröckelte ...

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Redeyes
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BeitragThema: Re: Tal der Sterne[MSG]   Di 11 Sep 2018, 19:00

Denat war gerade dabei einen frei gewordenen Tisch für die nächsten Gäste mit einem feuchten Lappen abzuwischen, als sein Blick durch das Fenster viel. Selbst von hier aus konnte man die Stadtwache noch dabei beobachten, wie sie den abgebrannten Laden am Rand des Marktplatzes abschirmten, damit freiwillige die Trümmer beiseiteschaffen konnten. Er seufzte und schüttelte den Kopf, was für eine sinnlose Verschwendung. Er hoffte das wenigstens der Besitzer und seine Familie den flammen entkommen konnten, doch genaueres wusste er nicht. Klar in der Teestube, in der er zeitweise arbeitete, wurde viel getuschelt und Gerüchte machten die runde, doch so wirklich wusste niemand, was genau Sache war. Die einzige Gemeinsamkeit an den Gerüchten war bloss die Brandstiftung.
Es war nicht das erste Mal, das Denat von solchem vorgehen hörte, allerdings war es das erste Mal, das er es direkt miterlebte und auch das erste Mal in einer solch grossen Stadt. In den letzten Jahren war er viel herumgekommen und hatte in vielen Dörfern schon solche Brandruinen gesehen. Meistens waren die Bewohner des Dorfes danach bereits so eingeschüchtert, dass sie entweder flohen oder keinen Widerstand geleistet hatten, als die Armee des Feuerreiches einmarschierte. In einer Stadt wie Sturmfels war es natürlich nicht so einfach, doch die brodelnde Gerüchteküche zeigte, das solche Aktionen ihre spuren Hinterliesen.
Auch wenn viele Bewohner versuchten den Krieg auszublenden, er war bereits da. Die Stadt wurde bereits belagert doch wegen der günstigen Lage von Sturmfels und der geringen Stärke der belagernden Truppen war die Stadt nicht völlig umstellt. Im Prinzip hatte man die Stadt direkt vor einen Pass in einer Gebirgskette gestellt, wobei sie mit zunehmender Grösse in den Pass und das Gebirge hineingewachsen war. Durch diesen Pass wurde die Stadt weiterhin versorgt. Die Truppen des Feuerreiches stellten sich dabei ziemlich clever an, sie waren zu wenige um die Stadtmauern zu erstürmen, hatten die Stadt aber so weit umstellt, das der Pass hinter ihr die einzige Möglichkeit zur Versorgung war. Allerdings Liesen sie Flüchtlinge aus anderen Teilen des Königreiches absichtlich durch ihre Linien schlüpfen. Dadurch belastete man die einzige Versorgungsroute immer mehr, und da die Flüchtlinge ihre Schreckensgeschichten in die Stadt hineintrugen, wurde die Stadt auch psychologisch unter Druck gesetzt. Und selbst wenn diese Taktik nicht funktionierte, irgendwann würden die Generäle auch Sturmfels ihre Aufmerksamkeit widmen, die anwesenden Truppen verstärken und ihnen schweres Belagerungsgerät zur Verfügung stellen. Spätestens dann würde die Stadt fallen. Denat war sich nicht sicher, was die bessere Möglichkeit war, das die Stadt einen Deal machte und alle Tränenträger auslieferte, oder wenn sie Widerstand leistete und Katapulte und Ballisten die Stadt zu einer halben Ruine machten. Er war sich bewusst, das dies eine ziemlich pessimistische Sichtweise war, doch das die Stadt Verstärkung erhielt, um sich von der Belagerung selbst zu befreien, war unwahrscheinlich.
Denat seufzte und blickte kurz nach oben zu Ryuulong, welcher sich auf die Dachbalken zurückgezogen hatte und dort oben ein Nickerchen hielt. Wie lange sie wohl hier noch sicher waren? Es war schwer einzuschätzen, gerade weil die Gefahr bestand, dass die Stadtregierung jederzeit unter dem Druck einknicken könnte, doch es waren so viele Flüchtlinge hier welche verletzt oder krank waren und Hilfe benötigten.
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Zaiyel

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BeitragThema: Re: Tal der Sterne[MSG]   Mi 12 Sep 2018, 17:34

"Münzen vom Wasserstamm? Die hab ich seit Jahren nicht gesehen. Tut mir leid, Mädchen, damit kommst du hier schon lange nicht mehr weit." Der ältere Herr vor ihr war nicht der erste Händler, der Nienna abgewiesen hatte.
Da legte das Dorf der Syphone seit Ewigkeiten mal wieder an einer Stadt an, um seltenere Rohstoffe zu besorgen und dann schien alles anders zu sein. Die junge Frau hatte sich freiwillig gemeldet, die Einkäufe zu übernehmen. Eine Chance, Neues zu erkunden, liess sie sich nie entgehen. Allerdings war es hier weniger spassig, als sie es sich vorgestellt hatte. Anders als in den Erzählungen, schrien die Händler nicht laut durch die Gegend, um die Aufmerksamkeit von Kunden auf sich zu ziehen. Nein, die allgemeine Stimmung konnte man nur als trüb bezeichnen.
Und auch der Mann vor ihr zeigte kaum echtes Bedauern. Nienna unterdrückte den langsam aber sicher aufsteigenden Ärger. "Und wie komm ich hier weiter?", fragte sie, ungeduldig werdend.
"Najaa..." Wenn der Mann noch langsamer sprach, würde er an Altersschwäche sterben, ehe er ihr geantwortet hatte, dessen war sich Nienna ziemlich sicher. "...Die Schmelze, hinten auf der andern Seite der Stadt, die geben gutes Geld für gutes Metall. Vielleicht nehm die ja deine Münzchen." Als er fertig war, rang sie sich ein Lächeln ab und murmelte etwas ähnliches wie "Danke" und zischte eilig davon.
Einige Strassen weiter blieb sie stehen. Moment. Wo befand sich noch gleich die Schmelze? Sie blickte sich um, wie beim tiefen Ozean sollte man bei den riesigen Gebäuden und Gassen, die alle gleich aussahen, die Orientierung behalten? Kurz seufzte sie. Sie hätte schon den Händler nach einer genaueren Wegbeschreibung fragen können, aber allein beim Gedanken daran, noch mal mit der Schlafmütze zu reden, gruselte ihr. Nein, sie würde nicht umkehren. Also ging sie auf den nächstbesten Passanten zu, der in diesem Fall vor einem verkohlten Holzstamm, vermutlich mal ein Schild gewesen, rumstand. "Ehm, tschuldigung? Ich suche die Schmelze", sprach sie ihn an.
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Mali
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BeitragThema: Re: Tal der Sterne[MSG]   Mi 12 Sep 2018, 22:06

Die Tanai Rudara waren ein großer Stamm. Gerade waren sie mit ihren Kamelen an der Hafenstadt Al Shawir angekommen.
Ausserhalb der Stadt bauten sie ihr Lager auf und suchten die Tiere zusammen, die sie in der Stadt verkaufen wollten.
Naveen folgte seinem Vater, dabei unterhielten sie sich über dieses und jenes. Hanu, die rechte Hand von Malik Rashid würde wie immer zusammen mit den anderen Kriegern das lager bewachen und auf die Frauen und Kinder achten. Naveen gab seiner jungen Frau und seinem Sohn einen kuss, bevor er seinem Vater mit den Kamelen in die stadt folgte. Wie immer war es ziemlich laut und voll.
Viele Schiffe hatten angelegt, sogar Schiffe, die zum Wasserclan gehörten, waren da. Naveen spürte das wasser unter dem Felsigen untergrund und lächelte. Plötzlich wurde die Menge unruhig und Reiter drängten sich durch die Menschen. Ein junge, gerade an der Grenze zum Erwachsenwerden, lief vor ihnen davon. Verblüfft blickte Naveen der Szenerie zu und wusste nicht, was das sollte. Er hörte noch einen der Reiter, der "Haltet den Former" rief. Die meisten reagierten aber nicht, mehr aus angst, denn aus ungehorsam.
Vater und sohn blickten sie an und Malik seufzte leise. "Du bist hier nicht mehr sicher, mein sohn. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich dich im lager belassen, bei den anderen." Mit großen Schritten gingen sie weiter, bis zum Händler, der immer ihre Kamele kaufte.
"Jamil, gib mir einen guten preis für die Tiere. Sie sind gut trainiert, so wie immer," wandte er sich an den Händler.

Die Reise nach Sturmfels dauerte mehrere Tage. Naveen hatte nur das bei sich, was er mit zum markt genommen hatte.
Doch sein Vater hatte recht gehabt, er war nicht sicher gewesen in der stadt. Und wohl auch nicht im lager. Diese leute jagten Former.
Es tat ihm weh, seinen Stamm zu verlassen und noch weher, seine Frau und seinen Sohn alleine zu lassen. Sein Vater hatte ihm das Geld von dem Verkauf der Kamele gegeben, sowie eine der Ketten, die er unter seinem Gewand trug.

Endlich war das Schiff im Hafen von Sturmfels eingetroffen. Naveen verstand nicht viel von den Worten, die hier gesprochen wurden,
doch er würde es schon schaffen. Zur not mit Händen und Füssen.
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Ena
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BeitragThema: Re: Tal der Sterne[MSG]   Mi 12 Sep 2018, 23:41

"Die Schmelze?" Raik hob den Kopf, die Stimme etwas höher als normal, weil er so überrascht davon war, auf offener Straße angesprochen zu werden. Normalerweise passierte das nur, wenn ein Bettler sich besonders mutig fühlte oder man jemandem von den Triaden in der Stadt ans Bein gepinkelt hatte. Wobei, bei Letzterem verloren die meisten nicht viele Worte ... Ein paar Regentropfen lösten sich von der tief in sein Gesicht gezogenen Kapuze, als der junge Mann das hübsche Mädchen anblickte, das ihn gerade ... nach dem Weg gefragt hatte? Wahrscheinlich sah er gerade so aus, als hätte sie nach der Farbe seiner Unterhosen gefragt. Er brauchte einen Moment, eine Hand leicht erhoben, als würde er gleich zu einer Art fabulösen Pirouette ansetzen, einen Fuß noch halb im Abwenden und Gehen. Mitten auf der Straße! Eine Konversation! Und ihre ganze Aufmachung ... Wasservolk? Hatte sie sich gerade für ihre Störung entschuldigt? "Ehm, ja, sicher. Die ist in diese Richtung, durchs Handwerksviertel." Raik wollte sich gerade umdrehen und sie ihres Weges ziehen lassen, als er doch noch einmal innehielt. Dabei drehte er sich einmal im Kreis, die Hände in die Hosentaschen gesteckt und den Kopf schiefgelegt, so als wäre die Frau mit den blauen Kleidern das Interessanteste, was er seit Langem gesehen hatte. War sie auch irgendwie. "Wäre es sehr unverfroren von meinesgleichen, dich zu fragen, woher du kommst? Es ist nur ... Ich kenne meine Leute hier in der Stadt, und dich habe ich noch nie gesehen." Einen Wimpernschlag lag öffnete er den obersten Knopf seines Mantels und entblößte das blaue Tränensymbol, was ihn zumindest als einen Angehörigen desselben Volkes auswies. Soviel das in diesen Zeiten auch noch bedeuten mochte. "Wie du siehst, ist es hier ziemlich dröge. Ich will mich nicht aufdrängen, aber ein paar Informationen über die Welt da draußen wären mir doch glatt ..." Er schaute sich flüchtig um und machte dann eine Geste voll Bravado in eine bestimmte Richtung, die perfekt auf die Rolle einer Zaubereiassistentin oder Lottofee gepasst hätte. "Eine Tasse Tee von diesem Laden da wert!"

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BeitragThema: Re: Tal der Sterne[MSG]   Do 13 Sep 2018, 19:38

"Und was bist du?", murmelte Mareja mehr zu sich selbst als an irgendeine Person gerichtet. Die Frau hatte die Augen auf eines der Dächer über sich gerichtet. Grüne Augen richteten sich auf die winzigen Fünkchen Leben, die die Kreatur auf dem Dach in regelmäßigen Abständen ausstieß. Etwas daran war seltsam. Sie hatte nicht die richtige...Farbe, wenn man es denn so nennen konnte. Mareja war schon seit einigen Tagen in der Stadt. Eigentlich gab es auf den Dächern nur Tauben, deren Atem eher die selben Merkmale aufwies wie der von Ratten. Die Frau sah sich um. Irgendwie musste sie weiter nach oben kommen. Aber dass man hier keine Tränenfähigkeiten einsetzen sollte, wusste sie seitdem sie das das erste Mal getan hatte. So ganz sicher war sie sich immer noch nicht, ob man vor ihr Angst gehabt hatte oder sie bewundert hatte. Wobei das Opfer ihrer Aktion eine Ratte gewesen war, die als Abendessen gedient hatte. Das Biest war beinahe entkommen und sie war hungrig gewesen.
Die Frau rückte ihren Kopfschmuck zurecht und zog ihren Mantel enger um sich. Eigentlich wollte sie weiter. Die Stadt leistete bisher zwar Widerstand, aber die Tatsache, dass man hier Former jagte machte nicht grade einen guten Eindruck auf sie. Wobei ihre Schicht aus Schmutz und der leicht mufflige Geruch, den sie verbreitete, bisher ein guter Schutz gewesen waren. Und ihre Waffe natürlich. Schneiden konnte man damit nichts, aber der eine Räuber, der sich ihr bisher genähert hatte, hatte schnell die Beine in die Hand genommen als er das Ding gesehen hatte. Was gut gewesen war. Mareja war sich nicht sicher, ob sie ein vernunftbegabtes Wesen töten konnte.
Mit einer Hand am Kinn starrte sie weiter in die Richtung des Dachbalkes und verfolgte eine Spur nach unten. Vielleicht konnte sie hinauf klettern? Vielleicht war das Tier da oben lecker, was die ganze Aktion definitiv die Mühe wert machen würde.

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Grim
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BeitragThema: Re: Tal der Sterne[MSG]   Fr 14 Sep 2018, 00:42

Tandred hatte schon immer ein Gespür für Gefahr gehabt. Insgeheim nannte er es seinen sechsten Sinn, doch er würde den Teufel tun und dies irgendwem anderen gegenüber erwähnen! Nicht, dass sie ihn noch für abergläubig, oder gar verrückt hielten. Zumal er selbst nicht sicher war, ob er glücklich über diese Gabe war. Sie war sein Segen und sein Fluch. Er spürte Gefahr, noch ehe sie auf kam. Aber er wusste selten, was er mit diesem Gespür anfangen sollte. Zumeist blieb ihm wenig anderes, als sie hilflos auf sich zu kommen zu lassen. Und dann genauso überrascht und kopflos zu handeln, wie alle anderen auch, denen sein sechster Sinn fehlte. Oft genug ging das nicht gut aus. Und im Nachhinein machte er sich im Stillen Vorwürfe, nicht schneller, klüger, geschickter gehandelt zu haben, wo er die Gefahr doch hatte kommen sehen.
Auch an jenem unheilvollen Abend hatte ihn sein Gespür nicht im Stich gelassen. Als die Türe des geöffnet wurde – dieses kleine bisschen zu rasch, zu hart, zu entschlossen, als dass es gewöhnliche Kundschaft hätte sein können – da hatten seine inneren Alarmglocken zu schrillen begonnen. Es war ein ganz gewöhnlicher Abend gewesen. Leichter Nieselregen war den halben Tag lang schon auf Reschenfall nieder gegangen und für viele der Gäste war der Aufenthaltsraum des 'Blauen Hauses' schlicht ein willkommener Ort gewesen, ihre klammen Mäntel abzulegen und sich an einem molligen Herdfeuer zu wärmen. Nun, und natürlich an dem einen oder anderen reizenden Anblick. Das Haus war voll wie lange nicht mehr gewesen, also hatte Irina nichts anbrennen lassen und ihre Mädchen hinaus gescheucht. Wie Paradiesvögel – zu stark geschminkt, zu extravagant gekleidet, zu ungezwungen in ihrem Auftreten, als dass man sie mit Gästen hätte verwechseln können – wandelten sie nun durch die Menge, tanzten, plauderten, scherzten mit den Gästen, riefen nach Wein und immer wieder führte eine von ihnen einen Herrn die Treppe hinauf zu den Zimmern.
Tandred selbst war in seiner Nische gesessen, an einem kleinem Tischchen in der Ecke des Raumes, wo er nicht auffiel, aber alles im Blick behalten konnte. Nicht aufdringlich sein, dass war die erste Regel, die Irina ihren Rausschmeissern einbläute. Ein einzelner grimmiger Blick von einem großen, bulligen Kerl konnte zunichte machen, worauf ein Mädchen eine halbe Stunde hin gearbeitet hatte. Also besser im Hintergrund bleiben. Sitzen, damit man nicht sah, wie groß er war, oder dass er einen eisenbeschlagenen Knüppel, einen stählernen Faustschild und ein Messer am Gürtel trug. Tandred hatte Routine darin. Er wusste, worauf er achten musste. Welche Zeichen verrieten, dass jemand Ärger machen würde. Ein zu lautes, zu dreckiges Lachen. Die unsicheren Bewegungen, die mit zu viel Wein einher gingen. Wenn jemand Anstalten machte, sich daneben zu benehmen, dann stand Tandred meist schon an dessen Tisch, ehe dieser etwas zu tun vermochte. Und gemeinhin reichten dann ein paar entschlossen geäußerte Worte, ein höflich geäußerter Verweis, dass es doch nun schon spät genug sei, um den Trunkenbold, den Streithals oder Raufbold nach draußen zu befördern.
Tandred war gerade dabei, einen Tisch mit vier Männern daran, die allesamt nicht zur üblichen Kundschaft gehörten und für seinen Geschmack bereits eine Karaffe Wallfelder Roten zu viel geordert hatten, im Auge zu behalten, als er durch den Lärm des Raums hindurch das unverkennbare Geräusch der Türe hörte. Jenes Geräusch, das, wenngleich die Türe den ganzen Abend über schon rege auf und zu ging, mit einem mal seinen sechsten Sinn ansprach. Abrupt riss er den Blick von den Zechern fort und wandte ihn den Eintretenden zu. Vier Männer, allesamt in schwere Mäntel gehüllt. Auf den ersten Blick unverdächtig, aber ihre Haltung, ihre Bewegungen, alles schrie plötzlich Gefahr. Zu zielgerichtet, zu entschlossen, zu koordiniert. Jon, der an diesem Abend die Tür kontrollierte, trat ihnen entgegen. Tandred konnte über den Trubel im Raum hinweg keine Worte vernehmen, aber er wusste, dass der junge Kollege die Gäste darum beten würde, ihre Waffen abzulegen. Mit aufkeimender Panik in der Brust musste er beobachten, wie der erste der vier Jon eine brüske Abfuhr zu erteilen schien, wie er stattdessen eine Kette aus seinem Kragen hervor zog, sie dem jungen Türsteher unter die Nase hielt, zu nah, zu aufdringlich, zu selbstsicher.
Für einen Herzschlag verfluchte Tandred wieder einmal seinen elenden sechsten Sinn. Er hätte gleich zur Tür hinüber sollen. Nicht zögern, nicht abwarten, bis die Gefahr offenkundig war. Wieder einmal hatte seine Unentschlossenheit ihn zurück gehalten. Wieder einmal drohte die Situation zu eskalieren, auch, wenn dies noch niemand außer ihm bemerkt zu haben schien. Er ließ seinen Bierkrug auf dem Tisch zurück, kam auf die Beine und bahnte sich so zügig dies möglich war, ohne irgendwen anzurempeln, einen Weg durch die Menge.
Die Männer an der Tür hatten zwischenzeitlich keine Zeit verschwendet. Noch während der Erste Jon in Schach gehalten hatte, waren sie in den Raum ausgeschwärmt. Jetzt, da sie ihre Mäntel zurück geschlagen hatten, konnte Tandred im Licht der Kerzenleuchter den Stahl von Kettenhemden unter ihren Wappenröcken erkennen. Und die Schwerter, Beile und Dolche an ihren Waffengehängen. Irina musste nun ebenfalls bemerkt haben, dass etwas im Busch war, denn hastig trat sie vom Tresen weg, den Männern in den Weg tretend – nur um von einem von ihnen abgefangen zu werden, während drei weitere tiefer in den Raum vordrangen. Tandreds geschultes Auge konnte nun auch das Ziel ausmachen, auf das sie zusteuerten und sein rasendes Herz krampfte für einen Schlag schmerzhaft zusammen: Carima. Sie hatte noch nichts bemerkt, war in ein Gespräch mit einem festen Mann mit grauen Locken und roter Knollennase vertieft.
Die Fremden erreichten Carima, als er noch einen Tisch von ihr entfernt war. Mit zusammen gebissenen Zähnen unterdrückte Tandred einen lauten Fluch, drängte weiter. Es war ihm in diesem Moment gleich, dass er mehr als einen befremdeten Blick auf sich zog, wie er sich seinen Weg durch die Menge bahnte. Diskretion wahren galt nur so lange, wie alles ruhig war! Er griff nach dem Buckler an seinem Gürtel, schloss die Linke fest um den lederumwickelten Griff.
Tandred erreichte den Tisch, als der vordeste der Fremden Carima eben mit einem höflichen, aber entschiedenen Griff an Oberarm zum Aufstehen nötigte. „Was geht hier vor!“, verlangte er zu wissen. Seine Stimme kam ruhig aus seiner Brust, doch innerlich schlug ihm das Herz bis zum Halse.
„Nichts, das euch in irgendeiner Art betreffen würde, der Herr“, gab ein  bärtiger Eindringlinge mit dem schweren, fremdartigen Akzent der Feuerländer zur Antwort, geschickt zwischen Tandred und jenen Kameraden, der Carima ergriffen hielt, tretend. Er zog einen Anhänger an einer schweren Kette hervor, eine goldene Flamme mit einem Schwert darin. „Wir sprechen mit der Authorität des Feldmarschalls Redrach, Protektor von Reschenfall. Wir sind ermächtigt, die Widernatürlichen ausfindig zu machen und in Gewahrsam zu nehmen. Die junge Dame wird mit uns kommen und ihr werdet die Füße still halten, wenn ihr uns nicht ebenfalls begleiten wollt.“ Seine Worte waren höflich gewählt, doch der barsche Befehlston des Fremden ließ grimmen Zorn in Tandred aufkochen.
„Das Mädchen hat niemandem etwas getan und ich wüsste nicht, was widernatürlich an ihr sein sollte“, erwiderte er gefährlich ruhig, „Der Feldmarschall hat uns Unversehrtheit zugesichert, als wir ihm die Tore geöffnet haben. Ihr wollt sein Versprechen doch sicher nicht brechen. Ich muss euch bitten, dieses Haus zu verlassen. Ohne das Mädchen!“
Der Hexenjäger holte Luft, zweifellos für eine bissige Entgegnung, doch was er hatte sagen wollen, würde Tandred nie erfahren. Denn in diesem Moment gab Carima einen schrillen Schrei von sich, als der Mann, der sie gepackt hielt, ihr den Arm auf den Rücken drehte. Was darauf folgte war eine Reihe von Ereignissen, die zu schnell vonstatten ging, als dass Tandred sich im Nachhinein hätte sicher sein können, was wirklich geschah. Doch es musste damit begonnen haben, dass Jon, der den Männern gefolgt war, auf Carimas Schrei hin seinen Knüppel hervor riss. Einer der Hexenjäger schrie etwas in einer fremden Sprache, zweifellos eine Warnung. Und daraufhin griffen die vier wie ein Mann nach ihren Klingen. Es mit vier professionellen Kriegern aufzunehmen war so ziemlich das letzte, was Tandred gewollt hätte, doch hatte er eine Wahl. Es war zu spät, seinen eigenen Knüppel zu ziehen, aber die Linke hielt noch immer den am Gürtel hängenden Buckler. Blitzschnell, ehe der Mann sein Schwert ganz aus der Scheide hatte, rammte Tandred dem Bärtigen die Schildkante ins Gesicht und der Mann stürzte wie ein gefällter Baum. Ohne groß darüber nachzudenken, was er da tat, warf er sich auf den nächsten Hexenjäger, den Mann, der Carima eben los gelassen hatte um sich Jon zuzuwenden. Tandred traf ihn mit der Schulter ins Kreuz und sandte ihn quer über den Tisch, an dem noch immer der Knollennasige saß und das Schauspiel fassungslos beobachtete. Das verschaffte ihm wertvolle Augenblicke. Nicht genug, freilich, um diesen Kampf zu ihren Gunsten zu wenden. Sie standen auf verlorenen Posten, zu zweit gegen vier Mann, die besser ausgerüstet und sicherlich versierter im Waffenhandwerk waren als zwei gemeine Rausschmeisser. Aber genug, um Carima bei der Hand zu packen und mit ihr davon zu stürmen. Quer durch den Raum, zur Hintertüre. Und dann hinaus in die Nacht, in der noch immer ein sanfter Nieselregen auf Reschenfall hernieder ging.

Sanfter Nieselregen ging erneut auf Tandred hernieder, als er den Blick von den Mauern von Sturmfels zum Heerlager der Feuerländer hinüber gleiten ließ. Der graue Schleier machte es unmöglich, Einzelnheiten auszumachen, aber die schiere Anzahl der durch den Regen leuchtenden Wachfeuer machte es deutlich, mit was für einer Streitmacht sie es zu tun hatten. Es war ebenso wie in Reschenfall. Die Stadt würde den Feuerländern nichts entgegen zu setzen haben. Sie würde ebenso kapitulieren. Und nach den Soldaten würden erneut die Hexenjäger Einzug halten. Er wandte sich ab, schritt leichtfüßig die Treppe hinunter und trat jenseits der Äußeren Ringstraße in die schmale Gasse, in der er Carima, gegen den Regen in eine dünne Decke gewickelt, im Schutz eines vorspringenden Dachs zurück gelassen hatte.
„Wir können hier nicht bleiben“, eröffnete er ihr abgeklärt, „Wir sind hier nicht sicherer, als wir es in Reschenfall waren. In einer Woche streifen auch hier die Hexenjäger durch die Straßen.“

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Redeyes
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BeitragThema: Re: Tal der Sterne[MSG]   Di 18 Sep 2018, 00:05

Nach dem Denat den Tisch fertig gewischt hatte und seinen Blick auch wieder von der Brandruine gelöst hatte, lies er einen kurzen Blick durch die Teestube schweifen. Die wenigen Gäste schienen alle noch ihren Tee zu geniessen und keine von ihnen machte Anzeichen, das sie noch etwas benötigten. Nun gut, eine Teestube war kein richtiges Restaurant, ausser Tee gab es vielleicht noch leichtes Gebäck dazu, aber im Normalfall wollte man hier einfach nur in ruhe gelassen werden und die Zeit verbringen. So verwunderte es wohl auch nicht, das die Teestube eher beim älteren Teil der Bevölkerung angesagt war. Wie um das zu demonstrieren, sassen an einem Tisch zwei ältere Männer und spielten Pai-Sho und das jetzt schon seit gut einer Stunde.
Am ende der Runde viel der Blick von Denat auf den Eingang, wobei er erst jetzt die Frau mit dem, exotischen, Kopfschmuck entdeckte. Etwas merkwürdig fand Denat es ja schon, das Sie wie festgewurzelt einfach im Eingang stand, anstatt sich an einen Tisch zu setzen. Erst dann viel ihm auf das Sie Ihren Blick nicht direkt in die Teestube, sondern nach oben in das Gebälk gerichtet hatte. Das war nun wirklich merkwürdig, Denat wusste, das Ryuulong sich da oben versteckte, doch ansonsten war da nichts. Denat kontrollierte die Balken und das Dach jeden Morgen, war ein gutes Training für Gleichgewichtssinn und Beweglichkeit, das sich da oben Vögel einnisten könnten, welche dann noch den Kunden in den Tee kackten, hatte damit natürlich gar nichts zu tun.
Denat begab sich zum Eingang und verbeugte sich höfflich. "Guten Tag meine Dame, kann ich Ihnen irgendwie behilflich sein?"
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BeitragThema: Re: Tal der Sterne[MSG]   Di 18 Sep 2018, 11:35

"Was?!", schnappte Mareja und zuckte vor der plötzlichen Ansprache ihrerseits zurück. Die Frau ging ein wenig in die Knie und hob die Hände als würde sie erwarten geschlagen zu werden oder etwas ähnliches. Als nichts dergleichen passierte, lugte sie hinter ihren Händen hervor wie ein erschrockenes Reh. Anscheinend war sie in eine Art...Lokal geraten. Das war schlecht, das war schlecht. Sie hatte kein Geld und kam nicht mit so etwas zurecht. Wie verhielt man sich in so einer Situation? Ein Schwarm kleiner Tierchen verließ den Mund des Mannes und wirbelte um ihr Gesicht. Die Frau blinzelte. Und begann ihre Hände zu wringen.
"Ich..weiß nicht. Ich habe kein...Geld. Ich sollte gehen. Hab nur das Tier da oben bemerkt. Ist alles. Sieht...interessant aus?", stotterte sie hervor und hatte sich schon halb herum gedreht, um die Flucht zu ergreifen.

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BeitragThema: Re: Tal der Sterne[MSG]   Di 18 Sep 2018, 15:15

Naveen wanderte durch die Stadt und ließ die fremde sprache auf sich wirken. Es war nicht so, das er keine stadt kannte, aber diese hier war doppelt so groß wie die, aus der er fliehen musste aufgrund der Tränenjäger. An seinem Gürtel trug er gut sichtbar einen Dolch
und das geld hatte er gut versteckt. Einige münzen trug er erreichbar in seinem beutel, aber er wusste gar nicht, ob die hier auch als
Zahlungsmittel galten. Er verspürte etwas hunger und durst, aber wichtiger war eine unterkunft. Er wusste nicht wie lange er
hierbleiben würde. Er entdeckte ein Gebäude, das ihn vom aussehen her an eine Teestube erinnerte. Im eingang stand eine Frau und weiter im Raum stand ein junger Mann. Naveen näherte sich dem gebäude und lächelte beide freundlich an. "Hato," grüsste er freundlich. "Wanee salu keena.Tanu malanee," wandte er sich dann an den Mann.
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BeitragThema: Re: Tal der Sterne[MSG]   Heute um 00:01

Denat war im ersten Moment ebenfalls ein wenig verwirrt, weil die Frau anscheinend keine Ahnung hatte, wo Sie sich befand. Er hatte ja schon davon gehört, dass man sich in grossen Städten manchmal verirren konnte wie in der Wildnis, das man aber nicht mitbekam, dass man ein Lokal oder so was Ähnliches betrat, das war ihm neu. Doch als er ein bisschen genauer darüber nachdachte und die erst etwas seltsam klingenden Worte der Dame nochmals überdachte, ergab es plötzlich sinn.
Ryuulong versteckte sich immer auf den Dachbalken der Teestube und war bisher nie entdeckt worden, doch diese Frau hatte ihn anscheinend irgendwie aufgespürt. Auch wenn Denat nicht wusste, mit welchen Sinnen sie das getan hatte, so konnte er sich durchaus vorstellen, dass die Frau dadurch so konzentriert gewesen war, das sie alles andere um sie herum ausgeblendet hatte. Es erinnerte ihn an eine Übung aus dem Kloster, wo sie mit verbundenen Augen trainiert hatten, um ihre anderen sinne und Instinkte zu schärfen.
"Oh, Euch ist Ryuulong aufgefallen? Das ist bisher niemandem gelungen, würdet Ihr mir vielleicht verraten, wie Ihr das angestellt habt?" Ihm viel ein das die Frau angemerkt hatte, das sie kein Geld hatte und auch Ihr Geruch war Denat nicht verborgen geblieben. War sie vielleicht eine Bettlerin von der Strasse oder vielleicht ein Flüchtling ohne Unterkunft? Beides würde erklären, warum die Frau anscheinend schon etwas länger kein Bad mehr gehabt hatte. "Ich würde Euch auch eine Tasse Tee spendieren, im Sitzen kann man sich sicherlich besser unterhalten als im Stehen." Wobei er sich leicht verbeugte und dabei mit seiner Hand auf einen der freien Tische zeigte.
Kurz nach der Frau betrat auch gleich ein junger Mann die Teestube. Denat verbeugte sich auch vor ihm kurz und wollte ihn gerade begrüssen, doch der junge Mann kam ihm zuvor. Allerdings verstand Denat keins der Worte und blickte ein wenig verwirrt. "ähm.. nun Verzeihung mein Herr, aber ich verstehe nicht ganz..." Denat hatte keinen blassen Schimmer, was für eine Sprache der junge Mann sprach. Das Erdkönigreich war riesig und hatte mehrere sprachen, doch im Grunde beherrschten die meisten Leute auch noch die simple Handelssprache. Vielleicht war es also nur ein missverständlich gewesen, das der junge Mann seine Muttersprache, anstatt der Handelssprache benutzt hatte, Denat hoffte es auf jeden Fall.
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