Unbesiegbar

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BeitragThema: Threshold    Threshold  EmptyDi 13 März 2012, 00:00

Therane blickte über den Marktplatz und schnaubte verächtlich. Wie sie sehr sie diesen Ort und seine Bewohner doch verachtete – klein, schwach, dumm, kurzlebig und überheblich. Jeder einzelne eine wahre Zierde seiner bedeutungslosen Art. Aber das war noch nicht einmal das schlimmste. Das schlimmste für sie war, dass sie gezwungen war unter diesen jämmerlichen Wesen zu leben. Sich unauffällig verhalten zu müssen fiel ihr jedes mal schwerer.
Seufzend massierte sie sich die Schläfen. Wenn nur diese furchtbaren Kopfschmerzen nicht wären. Es wäre alles so viel einfacher, wenn sie ihre normale Gestalt annehmen würde. Sie sah vor ihrem inneren Auge die Häuser um sich herum in Flammen aufgehen, Menschen rannten kreischend herum oder lagen verbrannt oder verstümmelt in den rasch wachsenden Blutlachen.Sie schüttelte heftig den Kopf: Nein, sie musste sich zurückhalten – wie immer.

Hiam konnte sein Glück kaum fassen: Am anderen Ende der Gasse stand eine Frau und blickte über den Marktplatz. Sie fasste sich an den Kopf und schien tief in Gedanken zu sein – eine perfekte Gelegenheit. Beinahe lautlos schlich er sich näher an sie heran, immer darauf bedacht sich nicht zu schnell zu bewegen. Vorsichtig glitt er näher an sie heran. Ständig aufs Äusserste angespannt und darauf bedacht nicht durch eine ungeschickte Bewegung ihre Aufmerksamkeit zu wecken. Auch wenn sie mit sich selbst beschäftigt zu sein schien, wollte er das Risiko nicht eingehen.
Noch vier Meter – Sie schnaubte wütend. Vielleicht wartete sie auf jemanden, der sich verspätete. Egal, hauptsache er kam nicht in genau dem Moment um die Ecke, in dem Hiam seinem Tagewerk nachging.
Drei Meter – Sie begann sich die Schläfen zu massieren. Vielleicht hatte sie Kopfschmerzen oder langweilte sich sehr. Beides konnte Hiam nur zum Vorteil gereichen.
Zwei Meter – Jetzt nur keinen Fehler machen.
Ein Meter – Wurde es wärmer? Nein, dass musste die Nervosität sein.
Ein halber Meter. Er blieb stehen, beugte sich langsam nach unten und vor um ihren Beutel zu greifen. Er hatte ihn schon fast in der Hand.

Plötzlich zuckte die Hand der Unbekannten herunter und schloß sich um sein Handgelenk. Im nächsten Moment drehte sie sich ruckartig herum und riss die Hand mit seiner seitlich hoch.
Brennender Schmerz durchzuckte Hiam, aber als er ihr in die Augen sah, bekam er keinen Ton mehr heraus.
Was immer sie war: Ein Mensch war sie auf keinen Fall. Ihre blutroten Augen hatten schlitzförmige Pupille, ähnlich einer Echse. Sie hatte ihren Mund mit einem wütenden Fauchen geöffnet, sodass er die Dolchartigen Zähne erkennen konnte, die sie hatte.
Hiam hatte schon viele ungewöhnliche Sachen gesehen, aber noch nie hatte er in einem Gesicht solch einen Hass gesehen.
Verzweifelt versuchte er sich loszureissen, doch ihre Hand lag fest wie ein Schraubstock um sein Handgelenk und begann langsam es zu verdrehen.

Therane knurrte wütend und drehte das Handgelenk des Diebes weiter und zwang ihn so auf die Knie. Dann beugte sie sich herunter und schnaubte ihn wütend an. "Was fällt dir ein, du dämlicher Affe? Glaubst du ich hätte dich nicht bemerkt? Sehe ich so dumm für dich aus, du Ratte?"
Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte sie sein Handgelenk immer weiter, bis es mit einem unangenehmen knacken zerbrach.
Der Dieb schrie laut vor Schmerzen auf.
Verärgert griff Therane ihm in die Haare und riss ihn zur Seite um ihn anschließend mit voller Wucht gegen die Hauswand neben sich zu rammen. Ein lautes Knacken und ihre Hand bewegte sich viel weiter als sie sollte. Über die Hand lief eine warme Flüssigkeit.

Ohne Bedauern blickte Therane auf die Leiche mit dem zerschmetterten Schädel herab. Sie hatte sich wieder dazu verleiten lassen die Kontrolle zu verlieren. Es war höchste Zeit von hier zu verschwinden.
Sie schloß die Augen, konzentrierte sich und ließ die magische Energie durch sich strömen. Dann öffnete sie die Augen, trat einen Schritt nach vorne...


...und stand an einem ruhige See, hoch oben im Gebirge. In der Ferne hörte sie einen Adler schreien. Sie ging zum Wasser, wusch Blut und die Reste des Gehirns von ihrem Arm und setzte sich auf einen von der Sonne gewärmten Stein. Sie blickte zum Himmel und seufzte. Irgendwann würde sie wieder frei sein von allen Zwängen die ihr auferlegt waren. Irgendwann würde die Welt für das was sie ihr angetan hatte bezahlen.
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BeitragThema: Re: Threshold    Threshold  EmptyDi 24 Apr 2012, 00:33

Ich weiß, ich hatte gesagt die Geschichte würde nicht fortgesetzt, aber mir ist doch tatsächlich etwas eingefallen und sobald ich mir über die nächsten Schritte im klaren bin, wird auch noch mehr folgen, hier erstmal als "Appetitanreger" das zweite Kapitel.

II.

ER betrachtete den Kadaver und musste sich bemühen sein Grinsen zu unterdrücken. Sie war hier gewesen. Sie hatte schon immer das Problem gehabt, dass sie sich nicht beherrschen konnte.
Dieses Blutbad konnte niemand sonst angerichtet haben. Jedenfalls kein Sterblicher. ER blickte zu dem Wächter neben sich und nickte knapp. Dieser zog daraufhin eine Decke über den Toten, auch wenn das die Spuren an der Wand nicht zu verdecken vermochte.
"Wissen wir, wer der Tote ist?" fragte ER einen der anderen Wächter, welcher den Kopf schüttelte und erwiederte: "Ihr habt den Kadaver gesehen, Herr Hauptmann. Nicht einmal seine eigene Mutter würde ihn noch erkennen." ER hätte am liebsten verächtlich gelacht, stanken die Wächter doch regelrecht nach Angst. Aber ER durfte nicht auffallen. ER musste sich benehmen wie dieser einfältige Hauptmann, dessen Platz er eingenommen hatte. Wie ER es doch hasste in so eine niedere Gestalt gezwungen zu sein. Aber sie ließ IHM keine Wahl. Wenn ER sich offenbaren würde, würde sie vor IHM fliehen oder IHN angreifen und töten. Beides keine besonders reizvolle Aussichten für IHN. Nein, ER würde sie aufspühren und ihr, sobald ER bereit war, eine Falle stellen, aus der es kein Entrinnen für sie gab.
ER öffnete seine Sinne für die magischen Ströme um ihn herum: Da war es, ganz deutlich. Jemand hatte einen Teleportationszauber gewoben. Das musste sie getan haben, nachdem sie den armen Wurm, dessen Gehirn sich an der Wand verteilte getötet hatte. Aber ER konnte nicht erkennen, wohin sie gegangen war. Am liebsten hätte ER geflucht, aber ER durfte SEINE Tarnung nicht auffliegen lassen, also sagte ER stattdessen: "Das kann kein Mensch getan haben. Holt mir einen Magier, der das hier untersucht." Als die Wachen IHN verwundert ansahen, raunzte ER sie an: "Wirds bald? Je länger wir warten, desto wahrscheinlicher ist es, dass er keine Spur mehr findet."
Als einer der Wächter losrannte, lächelte ER innerlich. ER würde Sie finden.

Keiner der Anwesenden schenkte den beiden Raben Beachtung, die sich vom Dachrand erhoben und zielstrebig davonflogen.


Zuletzt von Knobidrach am Fr 03 Jan 2014, 01:02 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Threshold    Threshold  EmptyFr 03 Jan 2014, 01:01


III.

Dexan war verärgert: Die Geschäfte seiner kleinen Schneiderei liefen so schlecht, dass er immer noch irgendwelche Aufträge nebenher erledigen musste, die ihn weit von seiner Wahlheimat Stormwind fortführten, was den Geschäften natürlich zusätzlich schadete. Erst gestern Abend war er aus seiner alten Heimat, der Scherbenwelt, zurückgekehrt und hatte nur wenig geschlafen. Und nun war auch noch gerade als er sich mit seiner Frau Shynarà zum Essen hingesetzt hatte ein Wächter vorbeigekommen, der ihn für eine "wichtige Ermittlung" brauchte. Also hatte er sich mürrisch seinen Umhang übergeworfen und war dem jungen Menschen gefolgt. Wäre dieser nicht so bleich und zittrig gewesen, hätte er sich Zeit gelassen. So hastete er durch die Gassen in Richtung Marktplatz.
Vor einer Seitengasse nahe des Auktionshauses hielt sein Begleiter an und deutete auf das Dunkel zwischen den Häusern. "Dort ist es. I-Ich bleibe hier und sorge dafür das Euch niemand stört."
Der Draenei nickte ihm zu und ging um die Ecke.

Dexan hatte in seinem Leben schon vieles gesehen, aber das was er nun vor sich hatte erschreckte ihn dennoch zu tiefst: Auf dem Boden lag etwas menschengroßes unter einer Decke in einer großen Blutlache, überall standen Wächter herum die mit Ausnahme des Hauptmanns völlig schockiert zu sein schienen: Vermutlich weniger wegen des Blutes auf dem Boden, sondern vielmehr aufgrund der Reste an der Wand: Blut, Haare, kleine Knochensplitter und Teile des Gehirns. Er blickte zu Boden während er die aufkommende Übelkeit niederkämpfte, einige der Wachen schienen nicht so erfolgreich gewesen zu sein.
Als er der Meinung war sich wieder unter Kontrolle zu haben richtete er sich wieder auf und blickte den Hauptmann an. "Ihr habt mich rufen lassen?" Nachdem dieser genickt hatte fuhr Dexan fort: "Was soll ich tun? Ich denke meine Frau oder ein anderer Priester wäre besser um sich um die Überreste des Toten zu kümmern."
Energisch schüttelte der Hauptmann den Kopf. "Ihr sollt mir sagen, wer oder was ihn getötet hat. Was immer es war: Es war auf jeden Fall kein normaler Mensch. Und wenn hier irgendetwas umgeht und Leute in meiner Stadt massakriert, dann will ich verdammt nochmal wissen was es ist und was wir dagegen ausrichten können."
Das war natürlich einleuchtend, also nickte Dexan nur und schloss die Augen. Er konzentrierte sich ganz auf das magische Gefüge seiner Umgebung. Wer auch immer den armen Kerl am Gassenboden umgebracht hatte, hatte den Ort sehr geschickt gewählt, hierher verirrte sich selten jemand. Und was die magischen Spuren betraf: Auf der anderen Seite der Wand an der die Reste des Unglückwurms klebten wurden die magischen Artefakte gelagert, die im Auktionshaus auf ihre Versteigerung warteten: Darunter einige äusserst potente Gegenstände. Deren Ausstrahlung machte es deutlich schwieriger Feinheiten zu entdecken.
Ein Teleportationszauber war gewirkt worden – ihn zu entdecken war nicht besonders schwierig. Wesentlich schwieriger war es die Matrix genauer zu analysieren: Anders als bei den Teleportationen die die meisten Magier beherrschten schien hier der Fokus zu fehlen, das Element, dass einen den richtigen Ort treffen lies. Stattdessen wirkte der Zauber zwar vertraut aber gleichzeitig völlig fremdartig und chaotisch.
Dexan seufzte als ihm klar wurde, dass er hier nicht weiterkommen würde: Ihm fehlte jeglicher Anhaltspunkt um das Ziel zu finden, also konzentrierte er sich auf denjenigen, der den Zauber gewoben hatte. Jeder Magier hinterlies eine Art Nachhall seiner selbst in jedem Zauber den er wirkte. Wie jedes Wesen einzigartig war, so war auch dieser einzigartig. Er atmete tief ein und aus und lies sich tiefer in das magische Gewirr sinken das ihn umgab. Selbst wenn er den Magier nicht kannte der das angerichtet hatte, so würde er wenigstens erkennen können, welchem Volk er angehörte – genug Erfahrung hatte er mit allen Völkern sammeln können.
Aber auch hier stieß er wieder auf die selben Schwierigkeiten: Der Nachhall passte zu keinem von Azeroths Völkern. Er hatte sein ganzes Leben schon die Magie studiert, aber soetwas war ihm noch niemals zuvor untergekommen: Entweder der Zaubernde hatte es verstanden sich perfekt zu tarnen – oder sie hatten es mit einer völlig unbekannten Bedrohung zu tun. Beide Möglichkeiten waren wenig erfreulich: Entweder hatten sie es mit einem Mörder zu tun, der jederzeit ohne jede Vorwarnung zuschlagen und ohne Spur wieder verschwinden konnte oder es handelte sich um ein unbekanntes Wesen, das völlig fremdartige Magie verwendete, die womöglich jeden bekannten Schutzzauber durchbrechen oder umgehen konnte.
Ein Geistesblitz durchzuckte ihn: Wenn der Fremde seine Zauber tarnte, dann könnte es dennoch sein, dass er vergessen hatte seine übrigen Spuren auszulöschen. Er konzentrierte sich auf die Umgebung der Leiche und suchte nach winzigen Veränderungen in der magischen Struktur. Zuerst hatte er keinerlei Erfolg, aber als er sich langsam wieder zurückzog, entdeckte er, dass es eine deutlich Veränderung gab. Er hatte sie vorher nicht entdeckt weil er das ganze zu genau untersucht hatte. Erst als er die Gasse als ganzes betrachtete fiel ihm auf, dass es deutliche Unterschiede gab. Er war zwar erleichtert, dass er dem Hauptmann wenigstens etwas würde weiterhelfen können, aber gleichzeitig erschreckte ihn die Schlussfolgerung, die sich daraus ergab: Was immer hier gewesen war, war überaus mächtig gewesen – weit mächtiger als er selber oder jeder andere Magier den er kannte.
Etwas anderes beunruhigte ihn noch mehr: Der Hauptmann strahlte eine starke magische Aura aus, die er gut kaschiert hatte – jedoch nicht gut genug. Sie ähnelte der des Mörders und war doch sehr unterschiedlich. Wie mächtig er war konnte Dexan beim besten Willen nicht erkennen ohne ihn auf sich aufmerksam zu machen.
Langsam tauchte er aus dem magischen Gewirr auf und wieder in die normale Welt ein. Er öffnete die Augen. Wie immer fühlte es sich im ersten Moment falsch an – als wäre er eines Sinnes beraubt. Das schlimmste jedoch war das zurückkehren von Geräuschen und Gerüchen. Das Lärmen vom Marktplatz war zwar gedämpft, aber dennoch wirkte es sehr laut, nachdem er es so lange verdrängt hatte. Der Geruch von Blut hing wie eine giftige Wolke in der Gasse und verschlug ihm beinahe den Atem.
Nach einigen Augenblicken des Sammelns blickte er den Hauptmann an. Hatte er gemerkt dass Dexan ihn duchschaut hatte? Wenn ja, dann verbarg er es geschickt, aber für Dexan stand fest, dass er so schnell wie möglich eine große Entfernung zwischen ihn und sich bringen wollte.
"Also, was habt ihr rausgefunden?" fragte der Hauptmann ungeduldig.
"Ich kann nicht sagen, wer oder was das hier angerichtet hat oder wohin es verschwunden ist. Das einzige was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass es überaus mächtig und vollkommen anders war als alles was wir kennen." Er atmete tief durch und fuhr dann mit eindringlicher Stimme fort: "Ihr müsst sofort veranlassen, dass die Wachen und Patroulien verstärkt werden und vorallem, dass der König noch besser geschützt wird. Was auch immer das war, es könnte direkt da vorne auf dem Marktplatz sein und ich würde es nicht bemerken, bis es einen Zauber wirkt, der möglicherweise eien Katastrophe auslösen würde."
Der Hauptmann schnaubte verärgert. "Wenn ich das tue, wird es zu einer Panik kommen, ausserdem wird es dann wissen, dass wir von ihm wissen und womöglich endgültig untertauchen. Ich werde gucken was ich tun kann ohne es aufzuscheuchen. Danke für Eure Hilfe, Ihr wart sehr hilfreich." Er lächelte. "Ich werde dafür sorgen, dass ihr aus der Stadtkasse für Eure Dienste entlohnt werdet."
"Vielen Dank, es war mir eine Ehre der königlichen Wache zu helfen. Lasst es bitte direkt auf der Bank deponieren, ich habe vor mit meiner Frau eine Weile ins Rotkammgebirge zu reisen um uns dort von unserer letzten Reise zu erholen." antwortete Dexan höflich. Natürlich würde er auf keinen Fall dort bleiben wo das, was sich hier als Hauptmann ausgab ihn finden konnte.

Kaum war zuhause die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen lies er die vorgespielte Ruhe von sich abfallen. "Shynarà, hast du schon ausgeräumt?" "Nein, ich habe einen Auftrag von Famelor bekommen und den erledigt, während du weg warst." Sie blickte ihn erschrocken an "Was ist passiert? Du siehst aus als hättest du einen Dämon gesehen." Er schüttelte kurz den Kopf. "Wir brechen sofort auf, ich erkläre dir alles unterwegs."
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