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Fellknäuel
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BeitragThema: Einführung   So 25 März 2012, 17:03

Zuerst mal sorry, daß es so lange gedauert hat - ich hatte in letzter Zeit erhebliche Probleme, mich zum schreiben (längerer Texte) zu motivieren. Trotzdem kommt hier nun die Einführung zur lange angekündigten neuen Mecha-MSG, an der ich, Altus, Enki und Nemthos teilnehmen. Und auch wenn sie nicht so lange und ausführlich geworden ist, wie ich das gerne gehabt hätte, sollte sie doch ihren Zweck erfüllen und einen ganz guten Eindruck des Ablaufs der MSG verschaffen.
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Fellknäuel
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BeitragThema: Re: Einführung   So 25 März 2012, 17:03

Das Schott glitt summend auf, und der Mann betrat das Quartier. Sein Blick fiel sofort auf das Bett, und da lag auch schon die gesuchte Person - ein junger Mann von achtzehn Jahren, in einen Pilotenanzug gekleidet und mit einem glücklichen Lächeln auf dem Gesicht. Kopfschüttelnd betrachtete Nathan ihn. Wovon der Junge wohl träumte, direkt vor seinem ersten Einsatz mit seinen neuen Kameraden der Banshee-Squad?
"Mmmjaa... das machst du gaaanz toll, Süßer..." stöhnte der Junge im Schlaf, voller Lust. "Nur weiter so..."
Nathan verdrehte die Augen. Sein erster richtiger Kampfeinsatz, und der Bengel träumte von einer heißen Nummer?
"Hey, Leo!" rief er laut. Leo reagierte tatsächlich auf die Worte, doch ohne aus dem Traum aufzuwachen.
"Oh, Nathan..." nuschelte er. "Wasislos... willstu auch mitmachen...?"
Mit einem hinterhältigen Grinsen trat Nathan auf den Jungen zu - und verpaßte ihm eine schallende Ohrfeige. Derart unsanft in die Realität zurückgeholt, fuhr Leo mit einem erschrockenen Laut hoch. Er brauchte einige Momente, um sich zu orientieren, dann sah er sein Gegenüber wütend an.
"Verdammt! Was sollte das denn? Dafür schuldest du mir einen Blowjob, klar?!"
"Einen Scheißdreck schulde ich dir," erwiderte Nathan ungerührt. "Du hingegen schuldest uns deine Anwesenheit bei der Einsatzbesprechung. Also schwing deinen Arsch aus dem Bett und komm mit, aber schnell!"
Die Worte riefen in Leo die Erinnerung an das bevorstehende wach, und leise vor sich hin grummelnd stand er auf, sich die brennende Wange reibend. Sein neuer Boß hatte wirklich eine ziemlich harte Hand.
Kurz darauf schritten die beiden Männer die Korridore der Tigress entlang. Die Wände waren schmucklos grau, doch das war nun einmal ein Kampfschiff. Ein sehr seltenes noch dazu, denn von der Anathema-Klasse war gerade mal etwa ein halbes Dutzend gebaut worden. Gleich zu Beginn des Bürgerkrieges, der das Zentrum der Milchstraße noch immer in seinem Würgegriff hielt, hatten die Streitkräfte der Putschisten die wichtigste imperiale Werft bei Alpha Centauri angegriffen, im Versuch, sie einzunehmen. Doch das dortige Wachpersonal hatte die Werft lieber zerstört, anstatt sie dem Feind in die Hände fallen zu lassen. Die Baupläne für die Anathema-Klasse waren dabei ebenfalls verloren gegangen, so daß von diesen Schiffen keine weiteren Exemplare mehr gebaut worden waren. Vermutlich war die Tigress sogar das einzige Schiff seiner Art, das sich hier in den Outer Rims herum trieb. Damals noch im Sold des Imperiums, war die Besatzung der Tigress kurzerhand desertiert und hatte sich als Söldner verdingt. Hier draußen waren die Ordnungsmächte kaum präsent, so daß sich zahlreiche Kolonialwelten vom Imperium losgesagt und für unabhängig erklärt hatten. Dafür waren sie aber auch zu mehr oder weniger dankbaren Opfern für Piraten, Halsabschneider und Privatarmeen skrupelloser Mega-Konzerne geworden. Kurzum: in den Outer Rims waren Chaos und Anarchie ausgebrochen, und Söldnerorganisationen gediehen auf solchem Boden ausgesprochen prächtig.
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Fellknäuel
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BeitragThema: Re: Einführung   So 25 März 2012, 17:03

"Wir sollten uns beeilen," meinte Nathan gerade. "Negumi war schon verärgert, als sie mich nach dir geschickt hat. "Also los, mach mal hin."
"Alles klar, Captain," murmelte Leo und beschleunigte seinen Schritt. Nathan neben ihm blieb stehen und schlug ihm mit der flachen Hand kräftig auf den Hinterkopf. Erstaunt fuhr der Junge zu ihm herum, sich die schmerzende Stelle reibend.
"Ich hab dir schon mal gesagt, hör mit diesem Rang-Blödsinn auf!" knurrte der ältere ihn an. "Wir sind hier nicht beim Militär, verdammt. Wenn du unbedingt den Untergebenen raus hängen lassen mußt, nenn mich Boß - ansonsten Nathan. Hab ich mich klar genug ausgedrückt?!"
Eingeschüchtert nickte Leo. "Na also, geht doch," kommentierte sein Vorgesetzter zufrieden, und sie setzten ihren Weg zum Besprechungsraum fort.
Der Raum war rund und in kaltes Licht getaucht. Eine Anzahl metallener Hocker stand lose um einen ebenfalls runden Kartentisch herum, der einen holografischen Projektor enthielt. Drei Personen waren bereits anwesend.
Da war zunächst einmal Negumi, die Navigatorin und Kommandantin der Tigress. Dank ihrer genetischen Optimierung besaßen allein Navigatoren die Fähigkeit, ein Raumschiff durch den Hyperraum zu navigieren, bzw. es ein- und wieder austreten zu lassen. Ansonsten war sie wohl Mitte dreißig - also etwa in Nathans Alter - und eiskalt wie ein Kühlschrank. Wenn sie mal eine Gefühlsregung zeigte, dann am ehesten Verärgerung.
Nicht weit von ihr entfernt hatte es sich Sheryl auf einem Hocker bequem gemacht. Sie war wohl ungefähr Mitte bis Ende zwanzig und sah wie eine echte Verführerin aus. Ihre Figur, ihr gesamtes Äußeres, war nahezu makellos und diente scheinbar nur dem Zweck, die Männer verrückt zu machen. Zweifellos hätte sie bei Leo damit Erfolg gehabt, wenn er sich nicht viel mehr für das eigene Geschlecht interessiert hätte. Sie schien sich aber ohnehin nicht viel aus ihren männlichen Kollegen zu machen, zumindest in liebestechnischer Hinsicht. Sie waren für Sheryl nicht mehr als gute Kameraden.
Der dritte im Bunde war Chris, ein Schrank von einem Kerl, der mit verschränkten Armen an der Wand lehnte. Er war bestimmt mindestens vierzig Jahre alt und damit der älteste von ihnen. Er war meist grummlig, Leo hatte ihn bislang noch kein einziges Mal lachen sehen. Wenn Chris etwas sagte, beschränkte er sich dabei auf das nötigste. Freundliche, aufmunternde Worte? Fehlanzeige. Den Respekt dieses Mannes mußte man sich wohl erst hart erarbeiten.
Nathan selbst war noch der lockerste aus der Gruppe. Die meiste Zeit war er kameradschaftlich-freundlich und kumpelhaft, doch wenn man ihn reizte, konnte auch er verdammt ungemütlich werden. Als er nun mit Leo im Schlepptau eintrat, warf Chris dem Jungen einen kurzen Blick zu.
"Na endlich, wurde auch Zeit!" knurrte der Hüne. Dann sah er zu Negumi und nickte ihr auffordernd zu.
"Da jetzt alle da sind, kann es ja losgehen," kommentierte diese knapp und drückte einen Knopf auf dem Kartentisch, vor dem sie stand. Eine holografische Abbildung eines Landschaftsabschnitts erschien in der Luft, und alle rückten interessiert näher heran. Ein Stück felsiger Wüstenlandschaft war zu erkennen, ein Talkessel mit einer Ansammlung großer roter Punkte in seinem Zentrum. Zwei Straßen führten aus dem Kessel heraus, eine in südlicher Richtung, nach einer Weile eine Biegung nach Osten machte, und eine zweite nach Westen. Die erste führte ebenerdig durch einen Paß, die zweite stieg gleichmäßig an und führte in die umliegenden Hügel hinauf, um dann nach Süden abzubiegen. Weiter unten zweigte sie dann nach Osten ab und vereinigte sich wieder mit der ersten. Im Osten, Norden und Süden wurde der Kessel von mal mehr, mal weniger hohen Gebirgszügen eingerahmt.
"Das ist ein Treibstofflager der Kesmai Corporation," erklärte Negumi und deutete auf die roten Punkte im Talkessel. "Das Magellan-Kartell bezahlt uns gutes Geld, wenn wir das Lager dem Erdboden gleich machen. Es ist kein schwieriger Einsatz, leicht verdientes Geld." Ihr Blick fiel auf Leo und verharrte kurz auf ihm. "Eine ideale Gelegenheit, um zu sehen, was unser Neuzugang drauf hat."
"Feindlicher Widerstand?" fragte Chris knapp. Negumis Antwort fiel ebenso knapp aus.
"Etwa zwei Dutzend Frames, überwiegend leicht und mittel. Drei schwere dabei. Dazu zwei oder drei Flaks. Mehrere schwere SAM-Batterien. Luftunterstützung von einem Stützpunkt im Westen zu erwarten."
"Also genau genommen kein Widerstand," schlußfolgerte Chris nüchtern.
"Ich sagte ja: leicht verdientes Geld." Sie drückte ein paar Knöpfe vor sich, und auf der Karte, im südöstlichen Teil, entstanden vier kleine grüne Markierungen. "Das ist der Startpunkt. Von dort aus werdet ihr euren Angriff beginnen. Der Plan ist simpel. Chris und Nathan führen einen direkten Vorstoß durch den Paß im Südosten, geradewegs ins Lager hinein." Auf der Karte entstanden zwei grüne Linien, die der beschriebenen Route folgten und in der Mitte des Talkessels endeten. "Sheryl gibt von der östlichen Anhöhe aus Unterstützungsfeuer." Eine weitere grüne Linie führte vom Startpunkt aus nach Norden, eine Straße die Hügel hinauf, bis auf die Klippen östlich des Kessels. "Leo wird im Westen Position beziehen und aufklären. Bei der Gelegenheit kann er auch gleich noch die Flak-Frames zerstören, damit Sheryl ungehindert ihre Raketen abschießen kann." Eine vierte grüne Linie zog sich von der Startposition aus weit nach Westen und dann nach Norden, bis zur angegebenen Position. Direkt anschließend erschien eine rote Linie, die von Westen aus kommend, auf den Talkessel zielte. "Wenn Luftunterstützung eintrifft - und das wird sie - können Leo und Sheryl sie zusammen erledigen. Sobald ihr den feindlichen Widerstand zerstört habt, jagt ihr das Lager hoch, mitsamt der SAM-Batterien, damit ich euch rausfliegen kann. Noch Fragen?"
Sie sah abwartend jeden einzelnen von ihnen an, doch niemand sagte etwas. Schließlich nickte Nathan kurz. "Nun, wenn alles klar ist... ausrücken, Banshee-Squad. Ab in die Frames!"
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Fellknäuel
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BeitragThema: Re: Einführung   So 25 März 2012, 17:04

Ohne große Hast - sie befanden sich derzeit im Hyperraum und würden noch eine kleine Weile warten, ehe sie auftauchten - begaben sie sich in den Hangar, der ihre Frames beherbergte; riesige humanoide Kampfmaschinen, die sowohl am Boden als auch im Weltraum eingesetzt werden konnten, und die nur darauf warteten, von ihren Piloten in die Schlacht geführt zu werden.
"Sag mal, Nathan - warum redet man eigentlich von auftauchen und abtauchen, wenn man es um den Hyperraum geht?" fragte Leo, während sie sich durch die Korridore bewegten.
"Du hast dich noch nicht viel mit dem Thema beschäftigt, stimmt's?" Leo schüttelte den Kopf, und Nathan setzte zu einer Erklärung an.
"Okay, du kannst dir den Hyperraum in etwa wie ein endloses Meer vorstellen, ohne irgendwelche Landmasse darin. Das Normaluniversum wäre dann der Luftraum darüber, und Objekte wie Planeten, Sonnen und sowas wären Inseln, die unmittelbar auf der Wasseroberfläche schwimmen. Die meisten Menschen scheinen dieses Bild vor Augen zu haben, wenn sie vom Hyperraum reden, daher haben sich solche Begriffe wie ein- oder auftauchen eingebürgert."
"Was ist, wenn man zu nahe an einem Planeten auftaucht? Oder direkt darin?" fragte Leo neugierig.
"Na was denkst du denn? Dann macht es Bumm! Ich habe noch nie so etwas gesehen, aber ich glaube, daß das auftauchende Schiff dann noch beim verlassen des Hyperraums zerstört wird. Ich bin nicht sicher, ob die Überreste dann überhaupt ins Normaluniversum eintreten."
"Wie nahe an einem Planeten kann man denn auftauchen?"
Nathan überlegte kurz. "Nun... theoretisch ist es möglich, sogar in der Athmosphäre eines Planeten aufzutauchen. Dürfte aber verflucht gefährlich sein und extremst genaue Navigation erfordern. Hab noch nie davon gehört, daß das schon mal jemand versucht hätte. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß irgendjemand tatsächlich so verrückt sein könnte, diesen Trick zu versuchen!" Und sehr leise, fast schon flüsternd, fügte er hinzu. "Naja... außer Negumi vielleicht."
Inzwischen hatten sie den Hangar erreicht. Es war ein riesiger rechteckiger Raum, der eine sehr hohe Decke besaß - was nur logisch war, immerhin waren die Frames hier drin teilweise mehr als fünfzehn Meter hoch. Der Raum bot genug Platz für acht Frames, und ebensoviele enthielt er auch. Doch nur vier Piloten befanden sich an Bord der Tigress, und daher würden heute auch nur vier Frames ausrücken. Leo hatte seine Maschine - Rogue - in den letzten Tagen mehrmals gesehen, doch heute würde er ihn zum ersten Mal tatsächlich in den Kampf führen. Im Vergleich zu den Frames seiner Teamkameraden war der Rogue relativ klein und schlank. Cyclops und Hellstorm, die von Chris und Sheryl pilotiert wurden, waren deutlich größer und massiger, und Nathans Keeper bewegte sich irgendwo dazwischen.
Leos Hände waren feucht vor Aufregung, als er in Rogues Cockpit kletterte und die Luke vor sich schloß. Es dauerte nicht lange, und das Betriebssystem des Rogue war hochgefahren, und die Bord-KI stellte Verbindungen zu Leos Gehirn her; ohne diese wäre er gar nicht erst in der Lage gewesen, die komplexen Bewegungsabläufe des Rogue in vernünftigem Tempo zu steuern. Nun begann das warten auf den Einsatzbefehl, und schließlich kam er dann auch.
"Okay, wir tauchen jetzt auf," hörten sie schließlich Negumis Stimme über Funk. Vom Vorgang des auftauchens bemerkte Leo kaum etwas. Zwar hatte er das Gefühl, ein leichtes Kribbeln auf seiner Haut zu spüren, doch vermochte er nicht zu sagen, ob das nun wirklich vom Eintritt in den Normalraum herrührte oder von etwas anderem.
"Eintritt in Normalraum erfolgt. Bereit machen zum Start."
Vor jedem der vier Frames, die allesamt an der Steuerbordwand aufgereiht waren, öffnete sich ein breites Schott, dahinter ein Tunnel, an dessen Ende sich ebenfalls ein Schott öffnete. Dahinter konnte Leo die samtige Schwärze des Weltraums erkennen, über der gelblichen Rundung eines Planeten, der offenbar ihr Ziel darstellte. Die vier Frames der Banshee-Squad wurden von metallenen Trägern um 180° gedreht und dann in ihren jeweiligen Tunnel hinein geschoben. Hinter ihnen schloß sich das Hangarschott wieder.
"Startfreigabe erfolgt. Raus mit euch!"
Und damit wurde das Magnetkatapult aktiviert. Leo wurde in seinen Sitz gepreßt, während der Rogue extrem stark beschleunigt und schließlich in den Weltraum hinaus geschleudert wurde. Als er seine Orientierung zurück gewonnen hatte, konnte er zu beiden Seiten die Maschinen seiner Kameraden erkennen; diese schienen den Beschleunigungsschock schneller verkraftet zu haben. Vermutlich waren sie das einfach schon gewohnt. Auf einem seiner Bildschirme, der zeigte, was hinter ihm passierte, konnte er einen Moment lang noch die Tigress erkennen, wie sie riesig und majestätisch hinter ihnen im Orbit des Planeten hing, ehe sie in einem weißblauen Lichtblitz verschwand.
"Zielkoordinaten anvisiert," hörte er nun Nathans Stimme per Funk. "Macht euch bereit zum Eintritt in die Athmosphäre. Leo, vergiß nicht, deine Hitzeschilde zu aktivieren, sonst kommst du als verbrannter Toast unten an."
Chris und Sheryl bestätigten ihre Befehle, und einen Moment später auch Leo. Er richtete den Rogue so aus, daß er den anderen hinterher flog, und führte dabei die Vorbereitungen für den Eintritt in die Athmosphäre aus. Der Frame mußte so ausgerichtet werden, daß so wenig Reibungshitze wie möglich entstand, und ein rötlich leuchtendes Energieschild baute sich um seinen Frame herum auf, das die Hitze absorbieren sollte. Schließlich war alles bereit. Nun mußte Leo nur noch mit der nervlichen Belastung fertig werden, die unweigerlich entstand, als die Planetenoberfläche unaufhaltsam näher kam. Auch die kontinuierliche Rückkehr der Schwerkraft mußte verarbeitet werden. Die Aktivierung und Dosierung der Bremsdüsen übernahm jedoch seine KI. Möglicherweise handhabten Nathan, Chris und Sheryl das selbst, doch für einen Anfänger wie ihn war es nicht gut, alles selbst zu steuern.
Die Oberfläche näherte sich weiter, bis sie seinen kompletten Bildschirm ausfüllte, und Konturen wurden immer erkennbarer. Schließlich erkannte er die Landschaft aus der Holografie, die Negumi ihnen gezeigt hatte, und erkannte auch schon den Startpunkt. Nur kurze Zeit später setzte sein Frame auf dem staubigen und felsigen Wüstenboden auf. Unweit entfernt erkannte er die Umrisse der Frames seiner Begleiter. Aus seinem Funkempfänger vernahm er die Stimme des Squadleaders.
"Aufklärungsdrohnen," befahl Nathan knapp. "Mal sehen, ob die Zielpositionen frei sind."
Leo gehorchte und startete zwei seiner drei Drohnen. Eine schickte er zu einer Erhebung südlich des feindlichen Stützpunktes, die andere direkt nach Norden zu den Felsklippen hinauf. Wenn sie Hellstorm wirklich dort hinauf schicken wollten, mußten sie sicher gehen, daß sich dort oben keine feindlichen Frames aufhielten, denn so vernichtend der schwere Artillerie-Frame auf hohe Distanz auch war, so schwach war er im Nahkampf. Da seine Drohnen über Ortungsschutz verfügten, mußte er bei ihrer Plazierung nicht allzusehr aufpassen und konnte schnell Entwarnung geben.
"Positionen sind frei. Keine feindliche Präsenz in der Nähe." meldete er.
"Okay, dann also los, wir folgen exakt dem Plan. Ausrücken, Herrschaften!"
Sie machten sich auf den Weg; Hellstorm nach Norden in die Hügel hinauf, Rogue, Cyclops und Keeper die Straße nach Westen entlang. Während jedoch ersterer sich keine Mühe gab, auf die anderen beiden zu warten, blieben diese dicht an dicht - der schwere Cyclops ging voraus, der leichtere Keeper folgte in kurzer Entfernung. Schon nach kurzer Zeit verließ Leo die Straße. Er aktivierte seinen Flugmodus und bewegte sich die Klippen hinauf. Jeder einzelne Frame auf der Tigress war grundsätzlich mit Flugmodulen ausgestattet - sie brauchten sie für Weltraumeinsätze, und um nach erledigtem Missionsziel zur Tigress zurück kehren zu können. Im Schwerkraftfeld eines Planeten waren sie jedoch nicht so hilfreich wie im freien Raum. Hier unten wirkte sich die Masse der Frames einfach sehr deutlich aus, sie wurden langsam und träge. Selbst der flinke Rogue würde von einem Flugzeug im Luftkampf problemlos ausmanövriert werden. Doch wenn es um schnelle Ortswechsel außerhalb eines Kampfes ging, waren die Flugmodule auch in einem Schwerkraftfeld sehr nützlich.
Schließlich erreichte er eine Hochebene, von der aus er seine Zielposition recht schnell und vor allem ungesehen erreichen konnte. Zweifellos hatte der Feind die landenden Frames sehen können, doch ob er auch wußte, wieviele es waren? Ziemlich sicher war jedenfalls, daß man sie nicht einwandfrei hatte identifizieren können, was schon daran lag, daß sie Sondermodelle steuerten, die wohl in den wenigsten Frame-Datenbanken verzeichnet waren. Es war also zweifelhaft, daß der Feind wußte, mit was er es zu tun bekommen würde. Und das war schon mal ein großer Vorteil für sie.
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BeitragThema: Re: Einführung   So 25 März 2012, 17:05

Es dauerte knapp zehn Minuten, und Leo hatte sein Ziel erreicht. Er hatte seinen Frame hinter einem Felsen Position beziehen lassen, konnte aber dank seiner Aufklärungsdrohnen dennoch das gesamte Tal hervorragend überblicken. Die dritte hatte er mittlerweile ebenfalls gestartet und in westlicher Richtung postiert, damit er seine Kameraden rechtzeitig vor der ankommenden Luftunterstützung warnen konnte.
In der Basis hatte man sich mittlerweile zu einer Reaktion auf die Feindsichtungen durchringen können und zwei leichte Razorblade-Frames los geschickt, die lediglich als Aufklärer dienen sollten. Da Leo auch die Straße überblicken konnte, auf der sich Cyclops und Keeper näherten, blieb ihm nicht verborgen, wie sie auf die beiden Aufklärer trafen. Diese gingen waghalsiger vor, als gut für einen Späher war, und griffen die beiden weit überlegenen Frames an. Natürlich waren sie ihnen nicht ansatzweise gewachsen - ihre vergleichsweise schwachen Laser-Salven machten kaum Eindruck auf die Energieschilde der schwer gepanzerten Kampfmaschinen, was man jedoch umgekehrt nicht behaupten konnte. Einige wenige Ladungen aus schweren Laserkanonen ließen ihre Schutzschilde zusammenbrechen und ließen einen von ihnen als schrottreifes Wrack auf der Straße zurück. Der andere konnte gerade noch wenden und beschädigt entkommen. Weder Chris noch Nathan schienen es darauf anzulegen, den fliehenden zu stoppen. Leo juckte es in den Fingern, ihn selbst auszuschalten, doch dazu hätte er sich vorzeitig enttarnen müssen - das war sicher nicht im Sinn seiner Kameraden. Ob sie ihn damit auf die Probe stellen wollten, wie er sich in so einer Situation verhalten würde? Er hielt sich jedenfalls zurück und verließ seine Deckung nicht.
Der beschädigte Frame kehrte in seine Basis zurück, wo man nun eine Verteidigungsstellung errichtete. Drei schwere Ravager bezogen unmittelbar gegenüber des Felsdurchgangs Position, hinzu kamen ein mittelschwerer Gunner rechts und zwei weitere links davon. Eine nette Falle, über die Leo sofort Nathan unterrichtete.
"Scheinen doch nicht ganz so blöd zu sein. Sheryl? Wir könnten etwas massive Feuerkraft gebrauchen!"
"Aber sicher, Schätzchen," erwiderte die angesprochene gut gelaunt. "Diese Blecheimer sind so gut wie erledigt!"
"Schieß sie ab, kurz bevor wir in Feuerreichweite sind," wies Nathan sie an. "Leo, du schaltest ihre Luftabwehr aus."
"Verstanden, Boß," bestätigte Leo und verließ seine Deckung, gerade so weit, daß er den ersten der beiden Gladiator-Frames anvisieren konnte, die auf verschiedenen Seiten der Basis standen und mit ihren Flugabwehr-Lasern imstande waren, Sheryls Raketen abzuschießen, bevor diese gefährlich werden konnten. Er zog sein Partikelbeschleuniger-Gewehr hervor und legte es an. Hierbei handelte es sich um eine neuartige Waffe, die prinzipiell demselben Zweck diente wie eine Railgun, jedoch ein anderes Verfahren verwendete. Damit war es möglich, ein einzelnes Geschoß derart extrem zu beschleunigen, daß es selbst schwere Panzerungen mühelos durchschlug, und das selbst auf hohe Distanzen äußerst präzise. Die Technologie war jedoch noch nicht ganz ausgereift, weshalb die Waffe beim Abschuß einen enormen Rückstoß produzierte. Aufgrund ihrer Stärke waren diese Waffen dennoch sündhaft teuer, und nur die wenigsten verfügten über sie. In jedem Fall zählte sie hier draußen in den Outer Rims sicher nicht zur Standardausrüstung, egal wo. Leo grinste hinterlistig, als er daraus logisch schlußfolgerte, daß ihre Feinde kaum erwarten würden, von einer solchen Waffe beschossen zu werden...
Rogue ging in die Knie, denn der Rückstoß mußte durch eine stabile Körperhaltung aufgefangen werden. Rasch markierte Leo den zweiten Gladiator als Ziel, damit er nach dem ersten Schuß schnell wechseln konnte, und zoomte dann auf den ersten. Da das Projektil keine Sprengwirkung besaß, mußte er eine verwundbare Stelle des Frames anvisieren, um möglichst viel Schaden zu verursachen. Und die verwundbarste Stelle an einem jeden Frame war... Leo fühlte sich alles andere als wohl, als er unmittelbar das Cockpit anvisierte, aber es mußte wohl sein. Zumindest würde der Pilot so viel schneller und humaner sterben, als wenn Chris den Frame mit seiner Plasmakanone perforiert hätte. Trotzdem schloß er unwillkürlich die Augen, als er den tödlichen Schuß abgab... nur um sie sofort wieder zu öffnen, denn als die Wirkung des Rückstoßes verflogen war, schwenkte er seine Waffe blitzschnell herum, um auf den zweiten Gladiator zu zielen. Den ersten hatte er genau da getroffen, wo er ihn anvisiert hatte, was bedeutete, daß der keine Gefahr mehr darstellte. Es bedeutete aber auch, daß der Feind nun gewarnt war und wußte, daß es einen Scharfschützen in den Hügeln gab. Er zielte genau, doch der zweite Gladiator setzte sich nun in Bewegung, um einem Treffer auszuweichen. Leo schoß auf gut Glück und traf diesmal die Energieversorgung des Frames. Die Speicherzellen gingen hoch und setzten ihren Inhalt schlagartig frei, was eine Explosion auslöste, die den Torso in seine Einzelteile zerlegte.
"Flaks sind erledigt!" meldete Leo, während er schnell wieder in Deckung ging. Er hoffte, daß sie seine Position nicht einwandfrei hatten feststellen können. So oder so trat aber nun Sheryl in Aktion.
Unten im Talkessel bogen Chris und Nathan gerade um die letzte Kurve und hatten nun ungehinderte Sicht auf die drei schweren Frames, nicht jedoch auf die anderen drei, die sich nach wie vor außerhalb ihres Sichtfeldes befanden. Leo konnte den Abschuß der Raketen nicht hören, doch er sah, wie auf der anderen Seite des Tals ein halbes Dutzend Geschosse hinter den Felsen emporstieg, die Rauchfahnen hinter sich her zogen. Sie beschrieben zuerst einen sanften Bogen, als sie in den Himmel hinauf stiegen, führten dann aber eine deutliche Richtungsänderung durch und rasten fast direkt auf die drei Ravager zu. Diese setzten sich nun in Bewegung, panisch versuchend, den HE-Raketen noch auszuweichen, doch dafür war es bereits zu spät.
Die schweren Geschosse schlugen ein und fügten den drei Frames heftigste Schäden zu. Einer war nun vollständig zerstört, ein zweiter kampfunfähig und der dritte verlor einen seiner beiden Waffenarme. Zudem schienen die Piloten der drei Gunner nun in Panik zu geraten und wechselten rasch ihre Position, um einem weiteren Artillerieschlag auszuweichen. Damit brachten sie sich direkt in das Schußfeld der beiden Angreifer, die die Einladung dankbar annahmen und das Feuer aus schweren Laserkanonen und Railguns eröffneten; auch Cyclops' Plasmakanone wütete fürchterlich unter den Verteidigern. Schnell hatten sie diese Hürde überwunden, ebenso wie den einzigen noch kampffähigen Ravager, und dann kamen auch schon die übrigen Verteidiger heran - überwiegend Razorblades und einige weitere Gunner. Durch ihre Überzahl konnten sie dennoch gefährlich werden, weshalb sich die beiden Angreifer noch hüteten, ihren Felsdurchgang zu verlassen. Stattdessen nahmen sie jeden Feind unter Feuer, der ihnen zu nahe kam. Doch auch diese griffen nicht ihrerseits an - sie schienen auf etwas zu warten. Leo konnte sich bereits denken, worauf, und gleich darauf erhielt er die Bestätigung.
"Achtung, Luftangriff! Wraith-Jagdbomber, vier Stück, kommen schnell näher!" warnte er seine Kameraden.
"Wurde auch Zeit!" schnaubte Sheryl, und auf dem Bildschirm seiner Überwachungsdrohne konnte er erkennen, wie ihr Hellstorm seine Boden-Luft-Raketen klar machte. Rogue trat einige Schritte zurück, bis er fast direkt an der Felswand in seinem Rücken stand, und brachte dann die Quad-Laserkanone auf seiner linken Schulter in Position. Auf seinem Radar kamen die vier Kampfflugzeuge schnell näher, und Sekunden später sah er sie hoch über sich in den Talkessel hinein jagen. Noch bevor sie Gelegenheit hatten, sich richtig auf ein Ziel zu fixieren, jagte ihnen ein Schwarm Luftabwehrraketen entgegen, abgefeuert von Hellstorm. Leo hob sein Geschütz und feuerte aus vier Läufen, von denen jeweils zwei abwechselnd feuerten, einen tödlichen Strom von Laserimpulsen auf sie ab, die die nur leicht gepanzerten und nicht durch Schilde geschützten Flugzeuge buchstäblich in der Luft zerfetzten. Zwei wurden von den Raketen sofort erwischt und explodierten noch in der Luft, ein dritter verlor dank Rogue eine Tragfläche und stürzte irgendwo jenseits der nördlichen Hügel ab. Der vierte konnte zuerst mit einer Ausweichrolle entkommen und wollte gerade zu einer weiten Schleife mit anschließendem Angriff ansetzen, als er doch noch Leos Kanone zum Opfer fiel. Sein Antrieb war getroffen worden; er stürzte ein kleines Stück weit ab, ehe er in einem ziemlich spektakulär aussehenden Feuerball zerbarst.
"Soviel zur Luftunterstützung!" kommentierte Sheryl abfällig.
Doch noch war es nicht vorbei, denn die verbliebenen Verteidiger - immer noch mehr als ein Dutzend Frames - wurden nun aktiv und beschlossen, die Angreifer durch zahlenmäßige Überlegenheit zu erdrücken. Sheryl nahm dies zum Anlaß, einen weiteren Hagel von Raketen auf die kopflos anstürmende Feindesschar abzufeuern. Die Raketen schlugen ungezielt in ihrer Mitte ein, rissen aber dennoch ein halbes Dutzend Frames ins Verderben und beschädigten noch einige weitere. Der Rest von ihnen fiel unter Cyclops' und Keepers heftigen Laser- und Plasmasalven. Da die Verteidiger überwiegend mit Laserwaffen und leichten Railguns bewaffnet waren, konnten sie nicht genug Schaden anrichten, um durch die Energieschilde und Panzerplatten der schweren Frames zu gelangen und wurden aufgerieben.
"Zu einfach!" schnaubte Chris. Er und Nathan bewegten sich weiter in das Tal hinein und vernichteten dabei jede Installation, die ihnen vor die Geschützläufe kam. Schließlich fiel auch die letzte der SAM-Batterien, und Leo setzte das Evakuierungssignal ab. Dieses wurde von einer im Orbit zurückgelassenen getarnten Sonde aufgefangen, die daraufhin eine energetische Erschütterung auslöste, die im Normalraum kaum, im Hyperraum aber sehr gut zu orten war, wenn man die richtigen Meßgeräte hatte. Und die Tigress hatte sie definitiv. Fast sofort tauchte das Schiff auf, nahm die Sonde an Bord und trat dann in die Athmosphäre des Planeten ein, um die Banshee-Squad abzuholen. Nur etwa zehn Minuten nachdem Leo das Signal abgesendet hatte, konnten sie das Trägerschiff als leuchtendroten Punkt hoch am Himmel erkennen, und kurz darauf sahen sie die Tigress in ihrer ganzen Pracht über dem Tal schweben.
"Missionsziel erfüllt, wie ich sehe," hörten sie Negumis Stimme in ihren Funkempfängern. "Dann mal hoch und an Bord mit euch, damit wir hier abhauen können!"
Das ließen sich die Mitglieder der Banshee-Squad nicht zweimal sagen. Sie aktivierten ihre Flugmodule, um zu dem Schiff hoch zu fliegen, wo sie von Magnetstrahlen erfaßt und in den Hangar gezogen wurden. Sofort nachdem sich die Schotts hinter ihren Frames geschlossen hatten, nahm die Tigress Fahrt auf und kehrte zurück in den Orbit des Planeten, um wieder in den Hyperraum einzutauchen. Erst danach stiegen die Piloten aus ihren Frames. Leo atmete erleichtert auf, als er wieder den stählernen Boden des Hangars unter seinen Füßen spürte. Erwartungsvoll sah er zu den anderen, denn er wollte natürlich wissen, wie er sich in ihren Augen bei seinem ersten Einsatz gemacht hatte. Die schienen jedoch nicht sehr gesprächig zu sein.
"Auf geht's, zur Besprechung," beantwortete Nathan seine unausgesprochene Frage und ging, ohne eine Antwort abzuwarten, voraus, in Richtung Besprechungsraum. Sheryl und Chris folgten ihm, und dann auch Leo, wenngleich der etwas enttäuscht war.


Zuletzt von Fellknäuel am Mo 26 März 2012, 19:24 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Einführung   So 25 März 2012, 17:05

Negumi wartete bereits auf sie, als sie durch die Tür traten.
"Na, wie ist es da unten gelaufen?" fragte sie, und selbst Leo wußte sofort, daß diese Frage auf ihn bezogen war. Nathan und Sheryl sahen sofort zu Chris, der nicht begeistert aussah.
"Naja... nicht ganz schlecht," sagte er schließlich ziemlich knapp. Leo traute seinen Ohren nicht. Fassungslos starrte er den Hünen an. Wann hatte er sich denn solche Fehler erlaubt, um eine so schwache Beurteilung zu verdienen. Nervös sah er zu Nathan hinüber, dem Squadleader, der ein fast schon vergnügtes Grinsen auf dem Gesicht hatte.
"Frei übersetzt: gut gemacht, Kleiner, weiter so!" kommentierte er gelassen. "Ist's nicht so?"
Chris antwortete mit einem Schnauben, das sowohl zustimmend als auch ablehnend gemeint sein konnte. Negumi schien es jedoch eher als das erste zu deuten, denn sie nickte zufrieden und sah fragend Sheryl an.
"Hat sich gut geschlagen, der Junge," sagte diese, und so wie sie es sagte, klang es durchaus anerkennend. "Ich glaube, er kann eine echte Bereicherung für unsere Squad werden... sofern er sich weiter so hält."
"Seh ich genauso," sagte Nathan zustimmend und fügte mit einem listigen Grinsen hinzu: "Er hat sogar unseren Wir-lassen-einen-entwischen-und-sehen-wie-er-reagiert-Test bestanden!"
Leo blieb die Luft weg, als er das hörte. Also war es tatsächlich ein Test gewesen! Und er hatte ihn - wenn auch etwas knapp - bestanden.
"Schön, er hat sich also bewährt. Unsere Auftraggeber sind ebenfalls zufrieden, die Bezahlung wurde bereits überwiesen," faßte Negumi zusammen. "Nun etwas anderes. Während ihr im Einsatz wart, hat sich Eagle's Eye gemeldet, sie haben weitere Verstärkung für uns."
"Noch ein Frischling?" erkundigte sich Nathan interessiert.
"Nicht nur einer, sondern gleich vier. Wir bekommen eine ganze Squad dazu."
Nathan pfiff anerkennend durch die Zähne, und Sheryl hob überrascht eine Braue.
"Gleich vier Neulinge?" hakte sie nach, was Negumi mit einem Nicken quittierte.
"Nicht übel, dann können wir in Zukunft auch gefährlichere - und ergiebigere - Aufträge übernehmen," überlegte Nathan laut. Er schien von dieser Aussicht durchaus angetan zu sein. "Wann bekommen wir sie?"
"In vier Wochen holen wir sie bei Vegas Base ab, im Sendai-System. Wir werden nicht direkt dorthin fliegen; es warten noch einige Aufträge auf uns, die wir übernehmen können. Der nächste ist übrigens für morgen angesetzt, um 06:00." Ihr Blick bohrte sich in den Leos. "Es wäre wirklich ganz reizend, wenn diesmal alle pünktlich anwesend wären." Ihre Stimme war ziemlich frostig geworden bei den letzten Worten, und Leo zuckte zusammen.
"Äh... ja, verstanden..." murmelte er kleinlaut, und er spürte, wie seine Wangen heiß wurden.
Nathan und Sheryl grinsten amüsiert, Chris jedoch verzog keine Miene.
"Ist das dann alles?" fragte er, und Negumi nickte. Der Hüne erhob sich und bewegte sich auf den Ausgang zu.
"Gute Idee," meinte Nathan, der ihm hinterher sah. "Gehen wir was essen. Frames verschrotten macht hungrig!"
Er und Sheryl gingen ebenfalls nach draußen, ebenso Negumi. Leo blieb allein zurück. Sein erster Einsatz lag nun hinter ihm, und anscheinend hatte er sich ziemlich gut dabei geschlagen. Doch sowohl Negumi als auch Chris hatten ja betont, daß es sich hierbei um einen einfachen Auftrag gehandelt hatte. Die nächsten Einsätze würden zweifellos schwieriger werden, vor allem, wenn noch eine weitere Squad hinzu kam. Leo war sich nicht ganz sicher, ob er mit den steigenden Anforderungen würde Schritt halten können... Aber im Augenblick konnte er ja ohnehin nichts tun, als abzuwarten. Was hatte er davon, sich jetzt mit Gedanken an die Zukunft verrückt zu machen?
Achselzuckend stand er auf und folgte den anderen in die Kantine.
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