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 [MSG] Trugbilder

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Sternenvogel
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BeitragThema: [MSG] Trugbilder   So 13 Mai 2012, 15:31

Die Stadt Silberfang im Lande Natal'hiir war eine Handelsstadt durch und durch. Und das konnte man sehen: Reichtum prägte die Stadt, ebenso wie riesige Marktplätze und davon nicht knapp. Doch ebenso wie das Wohnviertel der Händler mit dem prächtigen Tempel des Ka'reel gab es das Armenviertel, in dem die Menschen in einem Tempel, kaum größer als ihre Wohnhütten, dem Gott das Wenige opferten, das sie besaßen, so wie im Reichen Gegenstück jede Woche ein Mensch - selten auch mal ein anderer Einwohner der Stadt - geopfert wurde. Bevorzugt Kinder.
Ka'reel war ein grausamer Gott, doch er beschützte seine Stadt und so begann keiner der Menschen an ihm zu Zweifeln. Auch nicht als das Gerücht umging, Ka'reel wäre gar kein Gott, sondern lediglich ein unsterblicher Mensch. Gestreut hatte dieses Gerücht der Usale Cervelon Ferelim, Graf von Windesburg, der daraufhin mitsammt seiner Familie wegen Ketzerei hingerichtet wurde. Lediglich seine älteste Tochter lebte noch. Doch wie lange?
Denn die Stadt war in Aufregung. Kein Markt war heute, und doch waren die Straßen voll. Alle drängten sie zum großen Tempelplatz, denn dort sollte heute Ka'reel über die letzte Überlebende der Grafen von Windesberg richten, behauptete sie doch steif und fest, sie hätte nie ketzerische Reden gehalten. Nun würde der Gott entscheiden, ob sie log oder nicht. Und zum Dank, das der Gott ihnen Gewissheit schenken würde, würden sie ihm ein Kind, ein Elfenmädchen, opfern.
So war es nicht verwunderlich, dass man überall in der Stadt geflüsterte Worte vernahm.
"Hast du gehört? Heute wird sie gerichtet."
"Geschieht ihr Recht, dieser Ketzerin."
"Ich habe den Usalen noch nie vertraut. Je eher sie ihrer Familie folgt, desto besser."
"Ka'reel wird uns dankbar sein, das wir mit Ketzern so hart ins Gericht fahren."
Dies sind nur wenige der Aussagen, die man hören konnte. Und als die Zeit auf Mittag zuschritt, gab es kaum jemanden in der Stadt, der nicht am Tempelplatz war. Die Hohepriesterin, die den ersten Hohepriester, der Menschen geopfert hat, abgelöst hatte, nachdem dieser sich selbst geopfert hat, um mit dem Gott vereint zu sein, stand bereits auf dem Podest, auf dem auch die anderern derer von Windesberg hingerichtet worden sind. Beschwörend hatte sie die Hände zum Himmel erhoben, während sie die Beschwörung rief.
"Ka'reel! Unser guter Gott! Wir erbitten dich heute, richte die Usale, die als Ketzerin gilt. Sage uns, ob sie die Wahrheit spricht oder ihre Worte nur Lügen sind, giftig, wie die Dinge, die zu tun man ihr vorgeworfen hat.
Ka'reel! Unser guter Gott! Richte ihre Seele, wenn sie schuldig ist, dein Gotteswesen in Frage zu stellen! Wirf sie nieder und zerschmettere ihren Körper, auf das ihre Seele bestraft werden kann für ihr Vergehen!
Und doch, Ka'reel! Unser guter Gott! Zeige erbarmen und schenke ihrer fehlgeleiteten Seele erbarmen! Nimm sie in dich auf, auf das sie gereinigt werde von ihren Sünden und als gute, gottesfürchtige und dir treu ergebene Frau zurückkehren kann!
Ka'reel! Unser guter Gott! Verschone ihr Leben nicht, wenn sie keine Sünderin ist! Empfange sie als Opfer, auf das sie entschädigt sei für die ihr zugefügte Pein! Nimm sie hin als deine Jungfrau, auf das sie uns ihre Qualen verzeihen möge!
Ka'reel! Unser guter Gott! Nimm auch unser Opfer an! Die Elfenmaid, die auserkoren wurde, dir zum Dank deine Jungfrau zu werden! Als Dank nimm hin, dafür das du uns die Bürde abnimmst, eine Entscheidung zu fällen über die Schuld der Usalen!"
Jubel begleitete die Worte der Hohepriesterin. Sie glaubten nicht, das die Usale, die noch in den Kerkern von Silberfang in Ketten lag, unschuldig war. Sie alle wollten sehen, wie der Gott eine Ketzerin hinrichtete.

****

"Es wird Zeit, Ketzerin."
Quitschend öffnete sich die Tür der Gefängniszelle, in der vier Menschenmänner, sowie die Usale saßen. Die Männer grinsten hämisch, als eine Tempelwache zu der jungen Frau ging und die Ketten, die in eiserne Handschellen endeten, von der Wand löste. Shéa hob den Kopf und ihr hasserfüllter Blick traf den der Wache, die leicht zusammenzuckte. Er wusste, das diese Usale nicht nur eine Ketzerin und eine Adelige war, sondern auch eine mächtige Magierin. Dann fiel sein Blick auf die rot leuchtenden Runen, die in die Handschellen eingraviert waren und so ihre magischen Fähigkeiten unterdrückte. Er grinste selbstzufrieden. Ohne Magie waren alle Usalen schwach und hätte er mehr Zeit, so würde er sich vor der Hinrichtung noch ein wenig Spaß erlauben...
Spaß, wie ihn die Männer in der Zelle bereits hatten. Es hatte nicht lange gedauert, bis sie bemerkt hatten, das die Usale wegen der Fesseln praktisch hilflos war. Und immer, wenn sich die Gelegenheit bot, hatte sich einer der Männer über die Frau hergemacht. Die Tempelwachen vor dem Zelltrakt hatten die Schreie der Usalen einfach ignoriert. Sie wussten, das es Absicht war, das die Frau und die Männer gemeinsam in dieser Zelle waren, obwohl es doch noch drei weitere, leere Zellen gab.
Shéa hatte irgendwann aufgegeben, um Hilfe zu rufen oder einfach ihren Schmerz hinauszubrüllen. Es hatte keinen Sinn. Stattdessen hatte sie die Pein durch die Männer, die im Gegensatz zu ihr nicht angekettet waren, hingenommen. Bis sie in der hintersten Ecke der Zelle, die Ecke, in der sie angekettet war, einen alten, harten, fast versteinerten Knochen fand. Es interessierte sie nicht, ob es der Knochen eines Tieres war oder der eines anderen Wesens. Sie wusste nur, das er ihr zumindest ein wenig Qual abnehmen konnte.
Sie begann den Knochen am rauen Kerkerboden abzureiben, während sie weiterhin die Pein durch die Männer, die für ihre Taten auch noch belohnt zu werden schienen, teilnahmslos über sich ergehen ließ. Bis der Knochen gespitzt war. Ein einziger Stich in die Weichteile des nächsten Mannes hatten zwar die Wachen auf den Plan gerufen, doch seit dem hatte sie Ruhe vor den Männern. Der Knochen wurde nicht gefunden, hatte Shéa ihn doch eilig in ihrer Kleidung versteckt.
Dort war der Knochen noch immer, als sie unsanft hochgezogen und aus der Zelle geschleift wurde. Stolpernd folgte sie der Tempelwache aus dem Zelltrakt heraus. Hämisches Gelächter von ihren ehemaligen Zellgenossen begleitete ihren Weg, hinaus aus dem Kerker in die Sonne, unter der sie heute ihr Leben lassen sollte. Drei Straßen nur waren es bis zum Tempelplatz, auf dem sie ihren letzten Atemzug tun würde. Kurz ließ Shéa ihre Hand über die Stelle gleiten, an der sie den Knochen platziert hatte. Wenn sie schon sterben musste, so würde sie zumindest versuchen, den falschen Gott mit in den Tod zu nehmen...

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Vicati
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   So 13 Mai 2012, 16:00

Mensch waren seltsam. Irrational. Um nicht zu sagen dumm. Gestern war auf diesem Platz noch ein Markt gewesen und wie immer, wenn er sich durch grosse Mengen bewegte, hatten ein paar Menschen versucht, ihn aus der Menge zu picken, um ihn auszurauben. Er hatte keine Ahnung, was sie so anzog. Nur weil er ein wenig aussah, wie ihre Kinder? Die wurden auch nicht alle paar Meter gepackt. War es seine Kleidung? Er hatte diese Frauen und Männer gesehen, über und über mit silbernen und goldenen Dingen behangen, die hatte man auch nicht angefasst. Das war wirklich ärgerlich. Aber diesmal versuchte niemand, ihn hinterrücks zu packen. Stattdessen starrten alle in die Mitte eines Platzes vor einem grosses Gebäude und hingen an den Lippen einer Frau, ja sprachen ihre Worte sogar mit.Yori verstand diese Wesen wirklich nicht. Wie konnte man nicht sehen, dass jemand, der sich Kinder opfern liess und der über richtig und falsch entschied, der Leben für Sicherheit verlange - wie irrational! - nichts Göttliches an sich hatte. Nur weil jemand mächtig war, war er doch kein Gott. Sonst wären die Lyff d'Yoch mit ihrer natürlichen Begabung für Magie ja ein Volk von Göttern. Und jeder Magier wäre, mächtig wie Magie nun mal war, Götter. Also wirklich, dumme Menschen!
Dennoch drängte der kleine Mann in der silbernen Robe sich weiter nach vorne. Er hatte sich zwar von mehreren Leuten erzählen lassen, dass dieser Kar'eel noch nicht lange als Gott verehrt wurde, die Zeit stimmte also nicht mit dem Sternlosen überein, aber vielleicht liess der Abtrünnige ja missionieren. Auch wenn er nicht glaubte, dass er seinen Bruder hier finden würde, vielleicht würde er etwas über die Denkweise dieser Unsterblichen erfahren. Die Vorgehen waren auf jeden Fall ähnlich, so weit er sich an die Erzählungen seiner Eltern über den Sternlosen erinnern konnte. Irgendwelchen Leuten in irgend einer Stadt sagen, dass er sie beschützen würde und dann dafür Opfer verlangen.
Langsam schob sich der kleine Mann nach vorne, als ihn plötzlich jemand im Nacken packte.
"Hey, Kleiner! Ich weiss nich' von was nem Ort du kommst, aber es wolln noch andre sehen, wie diese kleine Usale verreckt. Aber wennde willst, kannst du mir ein wenig von deinem silbernen Zeugs abgeben, hast bestimmt noch mehr davon. Passt hier sowieso nicht hin, zu Kar'eel un' so!", sagte jemand in sein Ohr: Yori reagierte nicht darauf, stattdessen wurden die Finger in seinem Nacken von einer unsichtbaren Macht zur Seite gebogen und der Junge drängte sich einfach weiter durch die Menge. Ein Aufschrei ging durch die Menschen, als ein mann mit einem lauten Schrei nach hinten umkippte, mit seinen rudernden Armen noch mehr Leute umriss und damit einen Tumult auslöste, bis ein paar Wachen mit einigen Schlägen für Ordnung sorgten. Währenddessen hatte sich ein kleiner Mann in silberner Robe und einer Kapuze auf dem Kopf bis nach vorne gedrängt und beobachtete das Geschehen gespannt.
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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   So 13 Mai 2012, 16:42

Iorweth war noch im Halbschlaf, als ein Klopfen an der Tür ihn weckte. Brummelnd drehte er sich etwas und merkte eine Bewegung neben sich. Langsam kamen die Erinnerungen zurück, dass er im Bett seiner Geliebten eingeschlafen war.
Elenya sprach leise mit ihrer Dienerin, die ins Zimmer gekommen war und dann hörte er wie beide hinausgingen.
Ein wenig unelegant verließ Iorweth das Bett und begann seine Kleidung zusammenzusuchen. Von draußen hörte er Stimmen hereinwehen. "Wir sind hier um eure Tochter zu holen, Mylady. Ka`reel fordert sein Opfer." Kurz schaute Iorweth um die ecke und sah dort fünf Soldaten stehen. Als sie sich an Elenya und der Dienerin vorbei schoben, huschte er zurück in das Zimmer und versteckte sich hinter dem Raumteiler. Er hörte, wie seine Liebste weinte und anfing einen der Soldaten unfein zu beschimpfen und zu schlagen. Iorweth konnte nichts für sie tun und musste hilflos zuhören, wie die Soldaten seine Tochter mitnahmen. Die Dienerin, Shesara, brachte Elenya zurück in ihr Zimmer, wo Iorweth sie sanft in den arm nahm und ihr einen Kuss auf die Stirn presste. "Ich werde sie retten, Geliebte. Und dann bringe ich euch weg von hier."

So schnell wie er konnte folgte er den Soldaten. Doch schnell wurde er abgebremst. Eine große Menschenmenge hatte sich versammelt vor dem großen Tempel. Die Hohepriesterin hatte begonnen, ihren Gott herbeizurufen. Äußerlich ruhig näherte er sich dem Tempel und schob sich durch die Menge. Ein paar Leute schimpften über sein rüpelhaftes Benehmen, als er sich an ihnen vorbei schob. Aber es interessierte ihn nicht. Er wollte nur zu seiner Tochter. "Ich rette dich, meine kleine Rosenblüte. Halte nur noch ein wenig durch," wisperte er leise. Er konnte sie schon sehen. In ihrem wunderschönen weißen Kleid, mit den wunderschönen blonden Haaren. Ein Ebenbild ihrer Mutter.
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Redeyes
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   So 13 Mai 2012, 17:03

Ryan zog den Kapuzenumhang enger um zu verhindern das er in der Menge ausversehen abgestreift wurde. Noch wollte er keine Aufmerksamkeit erregen, das konnte er jetzt einfach nicht brauchen. Er erinnerte sich noch gut als er vor knapp einer Woche in der Stadt angekommen war, als Handelstadt waren hier oft fremde Händler und andere gestallten fremder Rassen anzutreffen, aber da seine heimat sehr abgelegen war, hatte man von seinesgleichen bisher nur gehört aber noch nie gesehen. Anfangs war das noch nützlich gewesen da so niemand überrascht war wenn Ryan nach der Kultur der Menschen hier fragte, vorallem über die Relegion. Doch nun, da er genug informationen hatte und sich sicher war das dieses ding das die Menschen anbetete kein Gott war, wollte er nicht mehr auffallen. Heute sollte dieser Gott zum einen ein Opfer bekommen und dafür ein Urteil über eine angebliche Ketzerin fällen. Nun das war ja das gesprächsthema in allen Tavernen gewesen, so das Ryan es nicht hätte überhören können. Wenn diese Ketzerin wirklich erkannt hatte das dieses ding kein Gott war, dann war sie schon weiter als die Menschen hier. Dennoch die Menschen ansich hielt er nicht für Schuldig, genau wie die Völker aus seinem Reich hatten sie sich täuschen lassen von einem Wesen das sicherlich mächtig war... aber halt kein Gott.
Ryan drängelte sich durch die menge, ignorierte die proteste der zuseite gedrückten, bis er sein Ziel, den gefangenentransport, erreicht hatten. Es waren zwei Trupp wachen, der eine mit dem Opfer, der andere mit der angeblichen Ketzerin. Er folgte den Soldaten, die menge wich ehrfürchtig vor ihnen zurück, um bis ganz nach vorne zu gelangen. Er wollte dieses ding sehen das sich als Gott ausgab... und natürlich hoffte er eine schwachstelle oder so zu entdecken... immerhin war es seine aufgabe Falsche Götter zu töten, nur dazu hatte er seine Kräfte erhalten.
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   So 13 Mai 2012, 17:40

Mit langsamen Schritten bahnte sich Pravum seinen Weg durch die Massen, wobei er die meisten der Leute einfach grob aus dem Weg schob. Die Rune auf seinen Obsidianauge glühte rot, während er finster in Richtung der Hohepriesterin starrte. Am Anfang hatte er nur Gerüchte gehört das es hier einen Gott gab, der die Leute beschützte und dafür Opfer verlangte. Doch bald stellte es sich als Wahrheit heraus und die Wahrheit war noch viel schlimmer. Diese Menschen opferten ihre jungen Töchter für ihren Gott, damit dieser sie beschützte und ihr Leben diktierte. Allein diese Tatsache schmerzte Pravum sehr und brachte sein Blut zu kochen, denn es erinnerte ihm an seine verstorbene Enkeltochter. In seinen Augen waren die Bewohner dieses Landes schwach, als das sie sich auf den Schutz ihres Gottes verließen und ihm dafür ihre Töchter opferten. Auch war er im festen Glauben das es keine wahren Unsterblichen gab und man jeden töten konnte, wenn man nur wusste wie.
Pravum Hoffnung war das dieser Gott auftauchen würde und selbst ständig das Opfer und die Ketzerin entgegen nehmen würde. Dann würde er zu schlagen und zumindest versuchen den Gott zu verletzen, damit den Leuten zeigen das es keine Götter gibt die im Diesseits residieren.
Im Augenwinkel bekam er mit das wohl die Ketzerin oder das Opfer durch die Menge geschleust wurde, da dieses einen Trupp Soldaten den Weg frei machten. Zwar stand Pravum noch nicht in der vordersten Reihe, doch das genügte ihm fürs erste.
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   So 13 Mai 2012, 18:41

Auf dem Platz wogte die Menge wie ein Haufen Klingenreißer bei der Fütterung. Die Menschen ähnelten den Klingen auf den Rücken der Tiere, einzeln waren sie harmlos, kaum mehr als ein Stich, aber als Masse waren sie tödlich. Niemand konnte so vielen Schnitten entgehen. Eine weitere Eigenheit der Menschen war, dass sie nie nach oben sahen. Die Dächer der Stadt waren eine freie Zone. Kam wohl daher, dass sie es hatten tun müssen. Die Länder der Menschen waren so flach wie der Bauch einer Ivyl-Ash. Flach wie eine... Bank? Wie ein Brett? Die Menschen hatten eine Entsprechung für dieses Wortspiel, auch wenn es Ryssa grade nicht einfiel. Eine weitere Eigenheit der Menschen war, dass sie tratschten wie die Waschweiber. Nur so hatte Ryssa erfahren, dass heute jemand zu Ehren des "Gottes" Ka'reel hingerichtet werden sollte. Im Moment schwankte Ryssa noch, ob sie das Opfer retten sollte. Vielleicht hatte sie Informationen, die nützlich waren, vielleicht verschreckte das den Gott aber auch.
Die Miro'Dyni saß mit gekreuzten Beinen auf der Dachkante eines der höheren Häuser um den Platz. Der Überblick von hier war hervorragend und die Schussfläche ebenfalls. Ihr Bogen, gefertigt aus dem Holz des Eisendorns, und die Pfeile, aus den Dornen des Giftefeus, lagen bereit.
In die Menschenmasse kam Bewegung. Ein Trupp Soldaten schob jemanden durch die Menge. Ryssa stand auf, hob den Bogen und legte einen Pfeil auf die Sehne. Ihre Ausbildung war exzellent gewesen. Es bestand kaum Gefahr, dass sie das Opfer traf. Aber sie würde nicht schießen, bevor das Opfer an seinem Ziel angekommen war. Sonst verschreckte das den Gott noch. Der Knoten war bereits verständigt. Sollte etwas schief gehen, würde diese Stadt dem Erdboden gleichgemacht werden.

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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   So 13 Mai 2012, 19:59

Ein Dach weiter Rechts von Ryssa landete eine stattliche Schwarze Krähe und liess sich auf dem Schornstein nieder. Mit einem Krächzen schien sie ihre Ankunft zu verkünden nur um sich dann mit dem Schnabel das Gefieder zu richten. Alls sie damit fertig war richtete sie ihrer Aufmerksamkeit auf den Marktplatz. Ihre Dunkelroten Augen beäugten den ganzen Platz, beobachtete die Menschen und die Hohepriesterin. Dann drehte sich ihr Kopf kurz zu Ryssa. Sie krächzte kurz und wand sich dann wieder dem Platz zu, als würde sie auf Futter warten.


Zuletzt von Blazezero am So 13 Mai 2012, 23:41 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   So 13 Mai 2012, 20:48

Überfüllte Plätze waren äußerst gefährlich für Kinder und Kordi, sie wurden leicht übersehen und überrannt. Das wollte sich Karden nicht antun, ihm lag viel zu viel an seinem Wohlbefinden. Sein Auftrag war abgeschlossen, der nächste stand noch nicht einmal in Aussicht. Es sprach also nichts dagegen, eine Weile in der Stadt zu bleiben, sich umzuhören, Kontakte zu pflegen. Und bei einer Hinrichtung dabei zu sein. Bei den Kordi gab es kaum Hinrichtungen, Diebe wurden viel zu selten erwischt. Die Strafen liefen in der Regel auf das Abhacken der rechten Hand hinaus, so war man sein Leben lang gestraft. Aber diese ganze Göttergeschichte missfiel ihm eindeutig. Hier wurde nicht für ein Verbrechen gestraft, nicht für einen Mord oder Diebstahl. Hier ging es darum, dass jemand seine Meinung ausgesprochen hatte. Eine Meinung, die er selbst teilte. So etwas wie Götter gab es nicht. Vielleicht sehr mächtige Wesen, aber auch die konnte man töten. Alles war vergänglich. Dem Tod konnte sich niemand für immer entziehen. Andere Rassen lebten vielleicht länger als ein Kordi – er hatte von Kreaturen gelebt, die mehr als zehn Generationen Kordi überleben würden – doch auch sie waren sterblich. Wenn nicht das Alter sie holte, dann war es ein Pfeil, eine Klinge oder ein stumpfer Gegenstand. Etwa wie der Blumentopf, der auf dem Fensterbrett stand, auf dem Karden gerade saß. Wenn er ihn jetzt in die Menge warf, könnte ein Elf genauso wie ein Mensch daran sterben. Er überblickte den Platz von der Wohnung aus, in die er eingebrochen war. Das Türschloss war für seine geschickten Finger kein Problem gewesen, den Schmuck im Schränkchen neben dem Bett hatte er bereits eingepackt und der Ausblick war erstaunlich. Noch erstaunlicher war, dass er nicht der einzige war, der sich unerlaubt eine bessere Sicht verschafft hatte. Auf einem der Dächer saß eine Gestalt, von der er nicht viel mehr erkennen konnte, als dass sie auf einer Dachkante saß. Eine ideale Position für einen Meuchelmord, wenn man ein guter Schütze war. Oder ein Magier. Oder beides. Das hier würde vielleicht doch interessanter werden, als er angenommen hatte.
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   So 13 Mai 2012, 23:35

Die Hohepriesterin verstummte und mit ihr die Menge. Es war faszinierend, dass eine so große Ansammlung von Wesen - hauptsächlich Menschen - so schnell verstummen konnte. Der Grund für das Schweigen waren das Elfenmädchen und die Usale, die in diesem Moment auf das Podest geführt wurden. Das Kind sah sich mit großen Augen ängstlich um. Tränen schimmerten in seinen Augen. Die Ketzerin hingegen sah zu Boden. Als die Beiden, die am heutigen Tage den Tod finden würden, neben der Hohepriesterin standen, erhob diese abermals das Wort.
"Ka'reel! Unser guter Gott! Erscheine nun hier, um zu richten und dein Opfer anzunahmen! Wir, deine untertänigen Diener, erflehen dein Urteil!"
Shéa hob den Kopf, als sie die Macht spührte, die sich näherte. Unsichtbar war der Gott, doch für sie spührbar. Hasserfüllt verharrte ihr Blick an der Stelle, an der auch der Gott stehen blieb, bevor er sichtbar wurde. Ka'reel, ein Mensch, der aus irgendeinem Grund die Unsterblichkeit erlangt hat. Gekleidet war er in ein schwarzes Gewandt, das unwirklich um ihn herum zu wabern schien. Nur zwei Schritte stand er von der Hohepriesterin - und somit von der Usalen - entfernt. Jetzt oder nie, ging es Shéa durch den Kopf.
Und noch bevor irgendetwas anderes passieren konnte, griff sich Shéa, begleitet vom Rasseln der Ketten an ihren Handgelenken, in den Ausschnitt, ergriff den gespitzten Knochen, sprang auf den falschen Gott zu und stieß mit der improvisierten Waffe nach ihm. Lediglich mit dem Erfolg, das die Menge erschrocken den Atem anhielt und der Gott - die Stirn runzelnd - sie mit einer einzigen Handbewegung fortschleuderte und gleichzeitig ein Schutzschild aufbaute.
"Närrin!", hallte seine Stimme über den Platz.
Shéa hingegen starrte ungläubig auf den Knochen. Zersplittert war er, als sie gegen eine der Säulen neben dem Tempel prallte, in viele kleine Stücke. Blut rann über ihren Unterarm, wo die Splitter ihre Haut geritzt hatten. Wenn sie nur ihre Magie nutzen könnte, dann hätte sie die Möglichkeit, sich gegen den Gott zu wehren, der nun an der vor Schreck erstarrten Hohepriesterin vorbei auf Shéa zuging.

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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   So 13 Mai 2012, 23:54

Schien einer von der herrischen Sorte zu sein und nicht von der durchtriebenen. Das war gut, das war sehr gut. Die herrischen bestanden immer darauf, ihre Macht geltend zu machen, wobei sie dabei Risiken eingingen, die die Vorsichtigen niemals auch nur in Erwägung gezogen hätten. Außerdem konnte man sie wütend machen. Ryssa zog die Sehne des Bogens bis zum Anschlag. Wispernd verließ der Pfeil den Bogen. Ein paar Meter entfernt durchschlug er glatt den Körper der Hohepriesterin. Die Frau machte eine erschreckende Veränderung durch. Die Haut trocknete aus, wurde rissig. Das Fleisch zog sich von den Knochen zurück. Nur ein paar Augenblicke später war die Frau nicht mehr als ein Knochengestell. Giftefeu, Miro'Dyni lernten früh sich davon fernzuhalten. Und die, die es nicht lernten, starben. Harte Länder zeugten harte Leute. Ryssa war nun entschlossen die beiden jungen Frauen zu retten. Wie sollte sie es vor sich selbst verantworten, die beiden sterben zu lassen? Es würde nicht lange dauern, bis man auf sie aufmerksam wurde. Tatsächlich deutete schon jemand auf ihr Dach. In rasender Folge legte Ryssa zwei weitere Pfeile auf die Sehne, die die zwei der Wachen trafen, die die Opfer auf den Platz geführt hatten.
"Euer Gott ist falsch! Er ist sterblich, wie ihr auch. Stärker als ein jeder von euch, stärker als ihr alle zusammen! Aber vernichtet werden kann er trotzdem!", donnerte Ryssa von dem Dach herunter.

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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 00:19

Ryan war sich nicht sicher ob er jetzt schon eingreifen solte. Er hatte es vorgehabt nachdem der Gott erschienen war, doch der angriff der Ketzerin auf den Gott und kurz darauf der Tod der Hohepriesterin gaben ihm die einzigartige gelegenheit mehr über die Kräfte des falschen Gottes zu erfahren. Der Schild bedeutete schonmal starke Magische kräfte. Magier waren, was Elementarangriffe anging, sehr flexibel... leider, aber er musste damit zurechtkommen. Ausserdem zeigte ihm der angriff das noch mehr leute bereit waren sich gegen den falschen Gott zu erheben.
Das der Bogenschütze allerdings lieber die Wachen und die Hohepriesterin erschoss, anstelle den Gott direkt anzugreifen war... bedenklich.
Die Wachen waren in aufregung, wegen des Angriffs unorganisiert, genau so die Menge, die in Panik zu verfallen schien, vieleicht konnte Ryan nun etwas tun um ein paar Leben zu retten. Er sties eine der Wachen beiseite und sprintete los, auf das Opfer und die Gefangene zu. Der falsche Gott achtete in diesem moment nicht auf ihn, weil er auf das Dach blickte um zu sehen woher die Pfeile kamen, besser ging es nich. Mit wenigen Sätzen hatte er die Tempelstufen erklommen und war bei Shéa. "Mylady ich bin beeindruckt das ihr euch nur mit einem stück Knochen bewaffnet einem Gott entgegenstellt, ihr erlaubt doch..." Er griff mit seinen Klauen nach den Ketten der Usale und schien sie zerbrechen zu wollen, doch es gelang ihm nicht. Etwas verwirrt blickte er die Ketten an und musste feststellen das es alles andere als normale Ketten waren. Ryan probierte es nochmals und nahm diesesmal seine Kräfte zuhilfe. Seine Augen leuchteten kurz rot auf, dann war ein Knacksen von den Ketten zu vernehmen und kurz darauf erloschen die Runen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 00:39

Iorweth hatte gerade die vorderste Reihe erreicht, als Panik ausbrach. Die Usale hatte Ka`reel angegriffen und ein Bogenschütze hatte die Hohepriesterin sowie ein paar der Wachen getötet. Dann lief ein Vermummter zu der Usale und schien sie befreien zu wollen. Iorweth blickte zu seiner Tochter und lief zu ihr. Beschützend nahm er sie auf seinen Arm und blickte zu dem Gott. "Such dir ein anderes Opfer. Dies ist die Tochter der Waldfürstin der Aen Seidhe. Es ist ein Sakrileg, sich an den Aen Seidhe zu vergreifen," rief er zornig aus. Mit einer Hand hielt er das Kind fest und mit der anderen hielt er sein Schwert, um einen der Soldaten anzugreifen, der ihm das Mädchen wieder abnehmen wollte. Sie würden sein Kind nicht kriegen, so wahr er ein Aen Seidhe ist.
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 09:22

Es war faszinierend, wie schnell das Ganze in Chaos ausgeartet war. Dabei war der Gott doch eben erst erschienen! Das Wesen auf dem Dach hatte sich als das erwiesen, wofür er es gehalten hatte: einen Attentäter. Wenn es nicht von dem Gott in Fetzen gerissen wurde, hätte er nur zu gerne etwas über dessen Pfeile erfahren. Seine eigenen konnten mit diesem hübschen Verdorren leider nicht mithalten, sie verfügten nur über böse Widerhaken. Warum allerdings nur Hohepriester und Wachen beschossen wurden, entzog sich seinem Verständnis. Außer der Gott war nicht das Ziel gewesen. Aber dann war das Ganze ein ganz schönes Drama. Allerdings würde das nicht die Schimpftiraden erklären, die von dem Schützen erschollen. Ein Elf hatte sich das Mädchen geschnappt, das geopfert werden sollte. Ein seltsamer Echsenmensch dagegen hatte sich an der „Ketzerin“ zu schaffen gemacht, oder besser ihren Ketten. Arbeiteten die drei zusammen oder war das ganze hier ein großer Zufall? Oder vielleicht beides? Was es auch immer war, interessant war es auf jeden Fall. Und seine erhöhte Position brachte ihm den Vorteil, nicht von der panischen Masse dort unten zerquetscht zu werden. Was er nämlich würde, da die Menschen in Hysterie vom Platz drängten und dabei auf nichts als ihr eigenes Wohl achteten. Wer nicht schnell genug oder zu klein war, der wurde eben von der Masse überrannt. Darauf wartend, was als nächstes geschehen würde, verschränkte er die Hände hinter dem Kopf und gähnte herzlich. Langweilig würde es heute jedenfalls nicht werden.
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 10:06

Schnell war Chaos aus gebrochen und die ersten Ereignisse hatten Parvums Plan etwas verändert. Mit den Leichen konnte er noch etwas anfangen und würde so auch eine kleine Truppe haben, die ihm unterstützte. Zwar war sein Blick noch auf den Gott fixiert, doch das nur damit dieser nicht so schnell entkam. Nun begann Pravum seinen Zauber zu weben, wobei die Todesrune auf seinen Obsidianauge grün zu leuchten begann und ein grünlicher Nebel sich um seine Arme legte. „Kommt, ich benötige eure Dienste erneut, meine Brüdern und Schwestern“, hauchte er leise, bevor sich auf den Nebel kleinere Schleier lösten. Dieser Schleier nahmen immer wieder kurz die Form von durchsichtigen Totenschädel annahm, während jeder dieser Schleier sich auf den Weg zu einer Leiche machte und dann in diese einfuhr. Die Augen der Toten begannen leicht grün zu leuchten, bevor sie sich erneut erhoben und ihren Blick auf den falschen Gott richteten. „Vernichtet ihm und jeden der sich euch in den Weg stellt“, kam der Befehl von Pravum, welcher über den Platz hallte, bevor die Untoten auf den falschen Gott zu liefen und einfach Bürger aus den Weg stießen und Wachen, welche sie auf halten wollten, wurden angegriffen und auch getötete. Wobei die neuerworbenen Körper der Seelen einigen Schaden erlitten, doch das würde sie nicht von ihren Befehl abhalten.
Pravum während dessen überlegte sich bereits seine nächsten Zauber, während sein Blick nicht von dem falschen Gott abwich. Jedoch war er sich fast sicher das dieser eher die Menschen hier alleine lassen würde und seine eigene Haut retten würde, als versuchen würde all seine Gegner hier zu vernichten.
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Basol
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 12:39

"Mein Herr!", rief ein junger Menschenmann, an einen Wachmann gerichtet. "Wieso sind diese grässlichen Kreaturen hier? Kann man nichts gegen die unternehmen?"
"Tut mir Leid.", erwiederte der Wachmann. "Ich bin zwar auch dagegen, dass Myrcroxe durch unsere Straßen ziehen, aber diese Reptilien haben ein Abkommen. Sie dürfen keinem Menschen was zu Leide tun, solange sie hier sind und im Gegenzug werden sie nicht angegriffen. Und es ist besser für alle, sie nicht zu provozieren. Das sind Bestien im Kampf. Halten Sie sich einfach von denen fern und genießen sie den Tag der Ketzerhinrichtung."

Damit wandten sie sich von dem kleinen Myrcrox-Trupp ab, der sich auch versammelt hatte, um dem Gottesurteil beizuwohnen.
Zwischen den sieben leicht bekleideten Reptielien fiel das vollkommen in Metall gehüllte Wesen auf wie ein bunter Hund. Und tatsächlich war Therriaha die mit Abstand Gefährlichste des Trupps.
"Herrin! Seht! Dort ist sie!", rief einer der Begleiter auf myrcroxisch und wies mit seiner großen Kralle in Richtung Platz, wo die arme Frau hinaufgeführt worden war.
Therriahas Körper verspannte sich vor endloser Wut. Es war über all das Gleiche, die selbe widerliche Praxis. Irgendein Wesen wurde aus irgendeinem zufälligen Grund unverdient mächtiger als alle Anderen und missbrauchte diese Macht, um zu tun, was immer es wollte. So war es im Dschungel mit dem schändlichen Amatvaroan und so war es auch hier mit der widerwärtigen Kreatur namens Ka'reel, der alle, die seine unrechtmäßig angeeignete Göttlichkeit anzweifeln. Therriaha wollte ihn so sehr in tausend Stücke zerreißen. Eigentlich war sie ja gekommen, um Informationen zu sammeln und eventuell etwas über Götter zu erfahren, aber bei diesem Szenario, da wollte sie einfach nur töten. Reißen, wie Myrcroxe es natürlicherweise zu tun pflegten, wenn sich etwas ihnen in den Weg stellte.
"Sie fangen nun an mit ihrem grässlichen Ritual!", rief ein Anderes der Reptilien. "Seht nur, dort geschieht was!"
Die Hinzurichtende hatte sich offenbar gegen den Gott erhoben und bezahlte nun einen furchtbaren Preis. Ekel stieg in der gerüsteten Myrcroce auf. Genauso war es in ihrem Dorf auch gewesen. Amatvaroan hatte aus Spaß die halbe Bevölkerung ausgelöscht und er war auch noch so dreist gewesen, das zuzugeben. Natürlich hatten einige versucht, ihn aufzuhalten doch die waren grausam getötet worden. Therriaha empfand Sympathie für das Ursal-Weibchen, das dort oben hingerichtet wurde. Es erinnerte sie an ihre eigene Mutter, die von Amatvaroan entführt worden war, um seine perversen Mannesgelüste zu befriedigen. Die Welt war so ungerecht.
Doch plötzlich wurde die Priesterin von einem der stählernen Spitzen durchbohrt, die den Myrcroxen so fremd und hochtechnisiert vorkamen und ihnen Angst machte, weil es ihre Körper mühelos durchdringen konnte. Aber diese Stahlspitze war scheinbar nocheinmal komplexer, denn eine höchst befremdliche Wirkung trat ein und zerstörte die Priesterin vollständig.
"Was geht da vor, Herrin?", zischte eine untergebene Myrcroce verstört.
"Ich weiß es nicht, aber scheinbar will jemand diesen Gott aufhalten!", zischte Therriaha unwirsch. Mühevoll gelang es ihr, den Worten in der fremden Sprache, die sie nur schlecht beherrschte, zu folgen. Ihr Herz begann, schneller zu schlagen, als die Gestalt sagte, der Gott könne vernichtet werden. Danach hatten sie gesucht! So viele Jahre!
"Ich werde mich dort umsehen!", zischte Therriaha. "Aber ihr kommt nicht mit, ihr würdet nur stören!"
"Herrin, wir lassen Euch nicht alleine!", rief ein Artgenosse.
"Wagst du es, den Befehl deiner Herrin in Frage zu stellen, Xamires?", fuhr Therriaha ihn an. "Ihr habt keine Chance gegen die Spitzen, mir können sie nichts anhaben. Ich lasse mich nicht töten, verlasst euch darauf."
"Nun gut.", sagte Xamires. "Normalerweise würde ich sagen 'Amatvaroan sei mit euch', aber dann würdet Ihr mich wohl töten, Herrin."
"Wie Recht du hast..." Unter dem Helm verzog sich ihr Gesicht zu einem Lächeln, oder besser gesagt, zu einem hässlichen Grinsen. "Geht jetzt!" Rasch entfernten sie sich.
Therriahas Weg jedoch sah anders aus. Sie sprintete plötzlich in hoher Geschwindigkeit durch die Straßen, was die schwächlichen und missgebildeten Menschenwesen erschreckt aufschreien und vor Panik zurückweichen ließ. Solche Situationen ließen sie immer dran zweifeln, dass diese Spezies wirklich ach so schlau war.
Somit erreichte Therriaha den Platz, auf dem der Kampf tobte, sie war allerdings in gebeugter Haltung und griff nicht sofort an, sie schaffte es, den starken, aber in diesem Fall ungünstigen Impuls zu unterdrücken. Sie musste warten, bis sich eine Gelegenheit bot. Dieses Denken war für ihr Volk hochgradig untypisch, aber sie hatte es sich aneignen müssen, um zu überleben.
Erst mal besah sie sich die Situation. Es waren bereits mehrere Personen da, der Möchtegern-Gott war natürlich in der Mitte. Therriaha hielt sich am Rande des Platzes, zusammengekauert, um nicht so auffällig zu wirken. Zitternd wichen einige Menschen vor der angsteinflößenden Gestalt des Reptils zurück.
Schließlich erhob sich Therriaha und musterte den Gott. Es würde ihr eine Freude sein, ihn zu zerfleischen.
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Sternenvogel
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 20:40

Sh´ea blinzelte. Die Ereignisse überschlugen sich geradezu. Plötzlich wurden die Hohepriesterin und ihre Wachen niedergeschossen, eine Frau verkündete, das die Götter besiegbar seien, ein Elf kümmerte sich um das Kind, das dem Gott geopfert werden sollte und ein fremdartiges Echsenwesen befreite sie von ihren Fesseln. Ka'reel starrte wütend zu der Frau hinauf, die die Zeremonie noch unsanfter beendet hatte, als Shéa sie unterbrochen hatte. Die Menschen flohen ohne Rücksicht auf Verluste. Und dann erhoben sich die Toten, um auf den falschen Gott zuzulaufen, sich gegen jeden richtend, der ihnen im Weg war. Und schließlich tauchte da noch das gepanzerte Echsenwesen auf, das auch prompt die Aufmerksamkeit des Gottes auf sich zog.
"Danke vielmals", krächzte Shéa ihrem Befreier heiser entgegen, bevor sie sich aufrappelte und Ka'reel hasserfüllt anstarrte. Mit ihrer Magie hob sie die Knochensplitter, die um sie herum verstreut lagen, hoch und ließ sie neben sich her schweben. "Ka'reel! Falscher Gott! Deinetwegen habe ich meine Familie verloren. Nun wirst du das verlieren, was DIR am Wichtigsten ist! Dein Leben ist der Preis, den ich verlange!"
Ruckartig wirbelte der Angesprochene herum, die Miene zu einer wütenden Fratze verzerrt. Doch langsam setzte Angst ein. Der falsche Gott erkannte, das er in der Unterzahl war. Die Echse hinter ihm war sicher eine gute Kämpferin. Die Bogenschützin zielsicher und erfahren. Die Toten sicher nicht leicht wieder zu töten. Und zumindest von dieser Magierin WUSSTE er, das sie große Macht besaß. Und so tat er das Einzige, was für ihn in diesem Augenblick Sinn machte: Er floh. Von einem Moment auf den Anderen war er nicht mehr zu sehen. Doch Shéa spührte seine Macht weiterhin. Unsichtbar lief Ka'reel zum Tempel hin. Selber wütend und hasserfüllt ließ die Usale die scharfen Knochensplitter auf den Gott zufliegen, doch blieben sie kurz vor dem Gott in der Luft hängen, bevor sie klappernd zu Boden fielen. Seinen Schutzschild hatte er also nicht gesenkt. Doch Shéa gab nicht auf und folgte dem Unsterblichen hin zum Tempel, durch dessen geschlossene Tür er einfach hindurch ging. Zögernd blieb die Magierin vor der Pforte stehen.

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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 21:23

Yori beobachtete erstaunt die weiteren Vorgänge. Nicht nur, dass irgendjemand scheinbar wahllos Leute erschoss, die Frau, die eigentlich zum Opfer bestimmt war, griff den Gott auf und ein Vermummter befreite sie von ihren Ketten, so dass sie den Gott nun erneut angriff. Dieser verschwand, aber daraus, dass die Magierin zum Tempel rannte, schlussfolgerte er, dass der Gott irgendwie in das Gebäude geflohen war. Der Lyff d'Yoch bedachte die Situation. Die Menge hinter ihm tobte und floh in alle Richtungen, trampelte siech selbst nieder un bildete einen Wall aus Leiber, so dass er nicht einfach gehen konnte. Dieser "Gott" schien nicht sehr mächtig zu sein, wenn er vor ein paar wenigen Leuten floh, was seine Theorie, dass er nicht der Sternenlose war, nur noch unterstrich. Aber Yori hoffte, dass dieser Mann in seinem wahrscheinlich nicht kurzen Leben den einen oder anderen Unsterblichen kennengelernt hatte. Vielleicht auch den Sternenlosen. Vielleicht wusste, wo dessen Reich war. Wieso fragte er ihn nicht einfach?
Der kleine Mann in silberner Robe erhob sich und ging einfach über den Platz, die marodierenden Untoten und die Wachen, die gegen die Leiber kämpften ignorierend. Noch während er näher trat, begann das Tor zu knarzen, man hörte das Geräusch von aneinander reibendem Metall. Der kleine Mann trat neben Shéa und hob leicht eine Hand. Mit einem lauten Krachen zerbrach der oberen Teil des Torbogens und die Flügel des Tores hoben sich einfach aus den Angeln. Die herabstürzenden Steinbrocken änderten in der Luft die Richtung und fielen neben ihnen zu Boden, während die Flügel des Tores für einen Moment frei in der Luft schwebten, dann einfach ins Innere des Tempels geschoben wurden, wo sie achtlos zu Boden fielen und Bänke, Mosaiken und eine Säule zertrümmerten.
"Ich habe da noch eine Frage an diesen Gott", meinte Yori nur und betrat den Tempel dann.
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Basol
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 21:44

Therriaha musste einen Lachanfall unterdrücken. Dieser Gott haute einfach ab. So ein Feigling. Und er war wirklich von exakt dem selben Schlag wie Amatvaroan. Und das war für sie Grund genug, ihm schmerzhaft langsam die Eingeweide aus der Brust zu reißen und sich an seinen Schreien zu laben, sich mit seinem Blut zu beschmieren oder ihn bei lebendigem Leibe mit Haut und Haaren zu verspeisen.
Nur leider war er clever und ging mit irgendeinem komischen Trick durch eine Wand, wodurch er sich aus ihrem Sichtbereich davonstahl. Verrucht! Diese Kreatur war keine leichte Beute. Aber irgendwie war es ein erhebendes Gefühl, endlich die Bestätigung zu erhalten, dass diese Gott-Wesen besiegbar waren. Das gab Hoffnung und Kraft, auch den Gott des Dschungels irgendwann zu Fall zu bringen.
Dann trat ein anderes Wesen hervor, eines, das wirklich nicht nach einem guten Kämpfer aussah und ließ mit einer Handbewegung die Tür des Hauses zusammenbrechen. Grundgütiger, das war eine dieser merkwürdigen Fähigkeiten, die Myrcroxe nicht verstanden, 'Magie' genannt. Diese anderen Arten hatten Waffen, die nicht zu ihrem Körper gehörten, aber richtig gefährlich waren sie mit dieser Magie. Therriaha hatte auch nicht, womit sie eine Solche kontern konnte. Aber der Fremde schien etwas mit dem Gott besprechen zu wollen.
Das konnte sie sich zunutze machen. "Gott werden sterben grausamen Tod. Das ich haben beschlossen.", rang sich die Myrcroce ein paar Worte in der Sprache der Menschen ab und huschte ebenfalls in den Tempel hinein.
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 21:44

Iorweth zog sich mit dem Mädchen vom Tempel zurück als er aus der Menge seinen namen hörte. "Meister Iorweth." Es war die Stimme von Shesala. Mühsam kämpfte sie sich durch die Menge nach vorne. "Shesala. Ich bin froh dich zu sehen. Bring Selfaria zu ihrer Mutter. Sperrt die Tür zu, damit keiner hinein kommt. Öffnet erst die Tür wenn ich zurück komme." Shesala nickte und nahm Selfarias Hand. Das Mädchen blickte ängstlich drein. "Geh zu deiner Mutter, Rosenblüte. Mach dir keine Sorgen um mich."
"Va fail Adari," wisperte das Mädchen, dann folgte sie Shesala. Beruhigt blickte er seine Tochter nach, dann wandte er sich um und lief zum Tempel. Der Gott würde dafür büßen, das er seine Tochter als Opfer wollte.
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Redeyes
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 21:53

Ryan entledigte sich seines Mantels, nun brauchte er ihn nicht mehr, und folgte den anderen zu der Pforte des Tempels. Sein blick blieb an Yori hängen. "Das war beeindruckend." Magie war Ryan zwar durchaus geläufig, aber in solch starkem ausmass sah er sie nur selten, allerdings schien dieses in Silber gehüllte Wesen auch kein Mensch zu sein. Und was wollte er mit einem solch verdorbenem wesen überhaupt besprechen? Nicht das Ryan ihn daran hindern würde, er hielt es nur für unwarscheinlich das sich zwischen den beiden wirklich ein gespräch entwickeln würde.
Im inneren des tempels blickte er sich kurz um, nichts zu sehen ausser selbstbeweiräucherung des falschen Gottes... und der war auch nicht zusehen, aber immerhin zu riechen. Sein Zauber mochte ihn vor blicken anderer verbergen, aber auch nicht mehr. Ryan wusste das dass Sehen der Sinn war, der am leichtesten zu Täuschen war. Er verlies sich auf seine Nase und folgte dem falschen Gott.
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 22:03

Mit einen finsteren lächeln betrachtete Pravum wie der Gott sich für das Auge unsichtbar machte. Doch Pravum konnte seine Seele noch immer spüren und wie er in sich in seinen Tempel flüchtete. Dieser angebliche Gott verkroch sich wie ein verängstigter Sterblicher vor seinen Feinden, wo er vor ein paar Augenblicken noch das allmächtige Wesen gegeben hatte. Natürlich wusste Pravum auch das es sehr wahrscheinlich war das der Platz bald von Soldaten überschwemmt werden würde. „Soldaten, sichert den Tempel und Platz“, kam es von Pravum, bevor er sich zum Tempel begab und zu besagten Tor durch das der Gott verschwunden war. Während dessen begaben sich die Untoten von Pravum auf ihre Positionen begaben. Man konnte merken das diese Untoten über Militärisches Wissen verfügten, welches die lebendigen Versionen zum Teil nicht besessen hatten. Wachen die sich den Untoten in den Weg stellten wurden kurzer Hand getötet und so würden die Untoten versuchen die Lebenden von dem Tempel fern zu halten, solang es deren Herr es verlangte oder bis die Körper soweit zerstört waren das sie die Seele nicht mehr beherbergen konnte.
Pravum war beim Haupttor angekommen und sah wie zwei Gestalten in den Tempel huschten, während die die eigentlich dem Gott geopfert werden sollte noch vor dem zerstörten Tor stand. „Ich würde hier nicht zu lange herum stehen, Kind, sonst töten die anderen dein Opfer noch bevor du es erreichst“, begann Pravum mit einer sanften Stimme, während sein Blick auf dem Opfer lag, bevor er sich dem Tempel zu wandte, „Komm, es gibt einen Gott dessen Körper zerstört werden will.“ Pravum legte sich bereits seine Zauber in Gedanken bereit, denn er würde die Seele des Gottes nicht ins Jenseits entkommen lassen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Mo 14 Mai 2012, 23:27

"Ughh... uhh.. ummhhnnng.."

Weit, weit entfernt von einer Hinrichtung, in einem ganz anderen Land, in einer großen Stadt, in dessen protzigen Tempel der im Zentrum lag, gab es einen Raum, und in diesem Raum, lag in einem Bett, ein sich windendes und noch nicht dazu bereit auf zustehendes, schuppiges Wesen.

Für einen Gott war dieser Raum nur äußerst karg eingerichtet, aber natürlich mindestens 3 mal so groß wie manche Häuser in denen es sich Leute gut gehen ließen, damit auch ja jeder der diesen Raum betrat, merkte das dieser Gott einen Sinn für das eigentliche hat. Das Bett. Das Bett, das früher noch mindestens 10 – 20 weibliche Körper gleichzeitig tragen konnte, wurde nun in letzter Zeit viel öfter für etwas Missbraucht, für das es damals nicht gedacht war, nämlich schlafen. Jedoch nicht einfach nur schlafen, sondern für das ausschlafen eines Rausches. Damals hätte er wohl versucht ihn bei morgent-, nachmorgent-, vormittag-, mittag-, nachmittag-, vorabend-, abend- und abendabendlichen Übungen auszuschwitzen.

"Hhrrrmmm..gnhhh.." müde grollend drehte sich der Gott in seinem Bett, mit der roten Bettwäsche zur Seite, seinen Kopf abgewandt von dem Licht der morgendlichen Sonne die durch die schmalen Fenster in den Raum fielen. Bei der Bewegung seines Körpers, und vor allem seines Kopfes, begann sein, ohnehin, schon schmerzender Kopf nun auch noch penetrant an zu pochen was ihn dazu verleitete seine Hand sich über die Augen zu legen in der Hoffnung die künstliche Dunkelheit würde ihm dabei helfen wieder einzuschlafen.

Nach, geschätzten 7 Versuchen eine neue Position zu finden die ihn weniger leiden lies, kurzzeitig hatte er sich die Decke einfach versucht um den Kopf zu wickeln, gab er doch auf, und entschied sich diesen Tag einfach anzufangen. Schrecklicher konnte er nun auch nicht mehr werden. Noch mit geschlossenen Augen versetzte er sich in eine aufrechte Position, die Füße auf den warmen Boden. Der Luxus einer Bodenbeheizung, zwar kostete das etwas extra Brennmaterial, doch würde ihn sein Volk sogar einen Baum Opfern, wenn er das denn verlangen würde.
Er spielte etwas mit den Füßen auf den Boden, lies sie über den, grade noch so rauen Boden das es noch angenehm war ohne das man Gefahr lief sich öfter auf die Fresse zu legen als es denn unbedingt nötig war um aufzuwachen, gleiten bis er allen Mut und alle Kraft zusammen nahm um sich auf seine Beine zu hieven.
Erst jetzt öffnete er die Augen, konnte jedoch nicht sonderlich viele sehen. Erst nachdem er ein paar mal die Augen zusammen gepresst hatte, wich die verschwommene Sicht einem klaren Eindruck des Raums der, so hatte er das Gefühl, jede Nacht auf seltsame Weise größer zu werden schien.

Grade als er seinen Fuß heben wollte um einen Schritt zu machen, stieß er mit den krallen gegen etwas hartes, das darauf hin geräuschvoll etwas über den Boden kullerte, und damit seine Aufmerksamkeit erlangte.
"Ah.." Erfreut beugte er sich nach unten und hob die dunkle Flasche auf, schwenkte sie und vernahm das wohltuende Geräusch einer Flasche die noch nicht ganz leer zu sein schien. Das die Flasche geöffnet am Bett gestanden hatte machte ihm weniger sorgen, jedoch bereute er es in dem nächsten Augenblick, nicht länger über die Position der Flasche nachgedacht zu haben als er mit einem prusten den Inhalt über den Boden spuckte und die Flasche selbst fallen lies wo sie klirrend am Boden in kleine Scherben zersprang
Offensichtlich war er Mitten in der Nacht nicht in der Lage, oder der Laune gewesen ein Klo aufzusuchen...
Wobei bei näheren Betrachten es äußerst beeindruckend war das er bei so einem kleinen Loch nichts hat daneben gehen lassen.
Leider änderte das nichts an dem ekligen Geschmack den er jetzt im Mund hatte. Hinzu kam seine sowieso schon pelzige Zunge die sich anfühlte als hätte er gestern Abend eine Katze, oder sonst irgendetwas mit Fell als Leckstein missbraucht.
Dann hätte er aber zumindest eine nun fast einmonatige anhaltende Abstinenz durchbrochen.

Wenigstens hatte er nun einen weiteren, sehr guten Grund das Bad aufzusuchen. Zwar hatte er keine Lust sich etwas anzuziehen, doch auch nackt wollte er diesen Raum nicht verlassen, weshalb er die rote Decke nahm und sich um die Hüfte band. Bei diesem Blick nach unten fiel ihm der kleine Bauch auf, der sich in dem letzten Monat bei ihm aufgebaut hatte. Er war nicht unbedingt schrecklich, es gab sogar Frauen die so etwas durchaus attraktiv fanden. Trotzdem trug es nicht dazu bei, seine Stimmung in irgendeiner Weise zu heben.
Er war fett geworden. Nicht so fett wie die Adligen, die nicht mehr aufhörten zu essen wenn sie die Chance dazu hatten, aber zumindest fett genug das es ihn selbst genug störte. Mit schweren Schritten ging er zu der Tür, und öffnete das Schloss mit einem lauten Klicken, bevor er sie öffnete und in den langen Gang trat. Links und Rechts von seiner Tür standen zwei Wachen. Groß, nicht so groß wie er in einer dicken und schweren, schwarzen Plattenrüstung. Kaum hatte er nur einen Fuß heraus gesetzt, vergrößerten sich die beiden Wachen noch jeweils um ein kleines Stück weil sie in eine deutlich unbequemere, und grade Haltung wechselten.
"Gelobt sei Drak'iss!"
Er zuckte zusammen und krallte seine Hand in den Türrahmen während er mit der anderen sich an den Kopf fasste, um die Welle des Schmerzes das grade seinen Kopf zu zerquetschen drohte, wieder Herr zu werden.
Wollten sie ihn umbringen? Eigentlich sollte er sie wegen versuchten Mordes an ihrem Gott hängen lassen.. am besten von den Füßen in ein großes Fass Wein, jede Minute hoch, jede Minute runter und am nächsten Tag würde es sie mit einem Topf und einem Holzlöffel wecken.
"Ja.." murrte er und ging an ihnen vorbei. "Gelobt sei ich.." fügte er hinzu während er mit trägen Schritten den Gang entlang ging. "Arschkrampen.."

Der Gang war mit einem roten Teppich am Boden verschönert worden, zwar waren die Wände immer noch auch Stein, jedoch gab es alle 3 Schritte voneinander entfernt eine weitere Statur von ihm. Groß, muskulös und nackt, immer in einer anderen, bedeutungsvollen Pose, jedoch hatte er das Gefühl das die Blicke seiner ehemaligen Ichs, alle gleich waren. Sie blickten auf ihn herunter, herablassend, arrogant, ungläubig darüber wie er aussah und wie er sich fühlte. Wie eine Leiche die grade erst von den Toten auferstanden war und sich nun wieder an das Laufen gewöhnen musste. Er wollte den Kopf gar nicht heben, die Augen hielt er geschlossen solange er konnte, öffnete sie nur immer wieder um auch sicher zu sein, das er immer noch in die richtige Richtung lief. Der schwache Schein der Fackeln an den Wänden, war zum Glück nicht so schrecklich wie das grelle Licht der Sonne, und verschaffte ihm etwas Linderung.

Er bog einmal nach Links, dort gab es keine Staturen mehr von ihm, sondern nur noch nackter Stein, verschönert mit Bildern und Wand Teppichen, wobei die Bilder fast ausschließlich ihn zeigten, und im zweifel war das, was auf diesen Wandteppich abgebildet war, auch irgendwo er.

Als er endlich das Bad erreichte und die breite Tür langsam aufdrückte, wäre er fast wieder umgefallen, als ihn ein grelles, weißes Licht die Sicht nahm und er mit geschlossenen Augen in den vollkommen gekachelten Raum eintreten musste. Von der Decke hing ein großer Kristall, dessen Licht durch die weißen, glänzenden Kacheln gut reflektiert wurde und dadurch ein äußerst hellen Raum schuf.
Das Bad selbst, war groß, geräumig. Am Ende des Raums war ein großes Waschbecken das in zwei Teile geteilt war. Links das frische, warme Wasser, rechts der Abfluss der direkt in die Kanalisation führte. Rechts in der Mitte des Raumes, im Boden eingelassen war ein großes Becken, für ihn jedoch jegliche eine, etwas geräumigere Badewanne, gefüllt mit dampfenden Wasser.
Man kannte seine Gewohnheiten, und reagierte darauf entsprechend immer mit den richtigen Antworten, ohne das er dazu viel sagen musste. Er schätze diesen Luxus, diese Bequemlichkeit, auch wenn sie höchstwahrscheinlich der Grund war, wieso sich dort unten ein kleiner Bauch angesetzt hatte.
Bevor er jedoch sein, eigentlich unverdientes, Bad nehmen würde, bewegte er sich erst zu dem Becken, und reinigte mit einer Bürste die Zähne. Die Borsten waren von irgendeinem Tier, dessen Namen er auch wieder vergessen hatte. Früher hatte er es gewusst, aber offensichtlich hatte er sich jegliches Erinnerungsvermögen in den letzten Monat weg getrunken..
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Di 15 Mai 2012, 01:52

Der Gott flüchtete. So ein feiger Hund. Man sollte meinen, dass ein "Unsterblicher" mehr Rückgrat als ein Plumpfisch hatte. Aber nein, am Ende verfielen sie immer wieder in die Denkweise von Sterblichen zurück. In diesem Fall sandte der Hirn einen Befehl an die Beine das Laufen aufzunehmen und erst dann wieder einzustellen, wenn keine unmittelbare Gefahr mehr drohte. Der Reflex von Jukais oder Stirnaffen, wenn man großzügig war, wobei mit deren Alphamännchen echt nicht zu spaßen war. Also doch das Verhalten eines Jukai-Weibchens. Sahen ganz bedrohlich aus, bis man näher kam, sie den Kamm zusammenklappten und mit eingezogenem Schwanz davonsausten.
Es gab jetzt nur ein Problem. Eigentlich mehrere. Ein Armbrustbolzen pfiff an Ryssas Körper vorbei. Mehrere der Wachleute hatten irgendwo doch noch ein Quäntchen Mut gefunden und begonnen auf sie zu feuern. Angeblich waren die Armbrüste den Bögen sowohl von Durchschlagskraft als auch von Zielgenauigkeit überlegen. Ryssa fällte einen der Schützen mit einem Pfeil. Von der Überlegenheit merkte sie jetzt so direkt nichts. Andererseits fürchteten sich die Menschen wahrscheinlich, was ihr Zielvermögen einschränkte. Ryssa stieß sich von der Kante ab und sprang in die Tiefe. Der Sturz wurde gnädigerweise von einem Wachmann gedämpft. Noch in derselben Bewegung kam Ryssa auf die Beine. Der Bogen war irgendwie in seiner Halterung befestigt worden. Stattdessen hatte die Miro'Dyni nun zwei gezackte, schwarze Klingen in Händen.
"Ich suche keinen Ärger mit euch. Ihr habt Frauen oder Kinder. Ich schlage vor, dass ihr sie suchen geht."
"Du wirst für deine Lästereien bezahlen!", stieß einer der Wachmänner aus und griff an. Parade. Die Klinge ihres Gegners verhakte sich in der Parierstange von Ryssas Schwert. Die Stangen waren zu einer Art Haken gebogen. Mit einer Drehung und einem kleinen Kraftaufwand riss Ryssa dem Menschen die Klinge aus der Hand. Mit der zweiten Klinge schlitzte sie ihm die Kehle auf, dass es rote Tröpfchen regnete.
Jetzt knurrte die Elfe: "Gehen, jetzt!" Die Wachmänner stoben davon. Ryssa erlaubte sich ein hämisches Grinsen. Aber es gab noch anderes zu erledigen. Das Grün ihrer Augen wurde leuchtend. Über Ryssa zeichnete sich ein durchsichtiger, grünlicher Schatten ab. Das Wesen sah ein wenig aus wie ein Eber, wenn man Stirnplatte und Rücken mit klingengespickten Metallplatten ersetzte. Ryssa stürmte vor. Einer der Bürger versuchte sich ihr in den Weg zu stellen. Der Mann wurde zurückgestoßen als wäre er von einem massiven Tier im Sturmlauf getroffen worden. Andere, die entweder nicht aus dem Weg gehen wollten oder konnten, segelten ebenfalls davon. Nicht einmal vor einem der Untoten machte Ryssa halt oder der Wand des Tempels. Inmitten von Steinstaub kam sie endlich zum stehen. Dramatischer Auftritt, sicher, aber die Welt sollte wissen, dass der Knoten wieder einmal in Aktion getreten war. Die Götter sollten erzittern.
Wahrscheinlich hatte man das Land im Westen schon längst wieder vergessen. Vierhundert Jahre waren eine lange Zeit.
Ryssa blieb einen Moment stehen, um eine Webarbeit zu bewundern. So etwas gab es im Knoten nicht. Aus einem Dorn ließ sich kein Faden machen, wie die Alten zu sagen pflegten. Den Gott konnte Ryssa spüren wie einen dumpfen Schmerz im Hinterkopf, wie der Geruch des Stinkdorns, den man erst sah, wenn es zu spät war.
Am Körper der Elfe zogen sich Muskeln langsam wieder zurück. Die Macht des Knotens war nicht von langer Dauer. Vor allem auf diese Entfernung reichte es für kurze Ausbrüche an Macht, mehr aber auch nicht. Nach wenigen Augenblicken war aus dem Monstrum, das eben durch die Wand gebrochen war wieder eine sehnige Elfe geworden. Die Erscheinung des metallenen Ebers verschwand ebenfalls.
"Das war beeindruckend."
Ryssa zuckte zusammen und zog beide Schwerter. Eine dünne Wand trennte sie vom Sprecher. Auf dem Platz waren andere gewesen, die gegen die Schergen des Gottes gekämpft hatten. Waren sie hier ebenfalls eingedrungen oder waren es weitere Diener oder Wachen, die es zu erledigen galt?

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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Di 15 Mai 2012, 20:14

Verdutzt sah die Usale den Anderen, die in dem Gott in den Tempel folgten, hinterher. Insbesondere das Kerlchen im silbernen Umhang war beeindruckend. Mit einer Leichtigkeit, die nicht einmal sie selbst hätte aufbringen können, hatte er das Tor des Tempels zerstört. Derart überrascht, vergass sie fast ihr Ansinnen. Erst, als der Mann sie ansprach, wachte sie aus ihrer Erstarrung auf.
"Mir ist es gleich, wer ihn tötet", knurrte sie. Ihre Stimme klang krächzend. "Ich will ihn lediglich tot wissen. Ob durch meine Hand oder die eines anderen... Was macht das schon für einen Unterschied?"
Eine Bitterkeit lag in ihrer Stimme, die man einer ihres Volkes - sofern man es kannte - niemals zugetraut hätte. Mit ihrer Magie griff sie nach den Knochensplittern und holte sie zu sich heran, wo sie abermals neben ihr herschwebten. "Aber kämpfen ist besser", krächzte sie. "Wer weiß, ob die Anderen stark genug sind, den falschen Gott zu vernichten."
Mit diesen Worten schritt auch sie in den Tempel. Schnell gewöhnten sich ihre Augen an das Dämmerlicht im Innern des Tempels. Reichtum. Das war es, was dieses Gotteshaus ausstrahlte. Gold und Edelsteine schmückten Wände und Säulen, kostbare Mosaike waren an Boden und Decke zu finden. Zahlreiche, nicht entzündete Kerzen standen herum. Doch lag auch etwas unheimliches, bedrohliches in der Luft, als versuchten die Seelen vergangener Opfer jene, die dieses Gebäude betraten, zum Fliehen zu überreden.
Der Altar, der im Zentrum des Hauptraumes lag, trug nicht gerade dazu bei, die Atmosphäre positiv aufzuwerten. Ein toter Hahn lag darauf, das Gefieder rot vom eigenen Blut. Ein Messer hatte man in seinen Leib gerammt, mit einer solchen Brutalität und Kraft, das es auf der anderen Seite wieder ausgetreten war. Gedärme waren um das Tier verteilt. Hinzu kam ein penetranter Verwesungsgeruch, der den Anwesenden langsam in die Nase zu steigen begann.
Vor ein paar Wochen noch hätte sich Shéa bei dem Geruch noch übergeben, noch nahm sie ihn jedoch gelassen, während sie langsam auf den Altar zuschritt. Sie spührte die Macht des Gottes in der Nähe... Unterhalb des Hauptraums.
"Geheimgang", erklang ihre heisere Stimme im Raum und sie hoffte, das jeder sie verstanden hatte. Sie selbst blieb am Altar stehen, den Hahn keines Blickes würdigend, und versuchte den Geheimgang mittels ihrer Magischen Sinne zu orten. Was sich als schwierig gestaltete, da sie außer magischen Präsenzen nichts spührte. Sie war also auf die Bewegungen Ka'reels angewesen, um sich ein Bild von dem unterirdischen Raum machen zu können.

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BeitragThema: Re: [MSG] Trugbilder   Di 15 Mai 2012, 20:48

Tja, jetzt schien sich das ganze Abenteuer in den Tempel zu verlagern. Wenn er wissen wollte, wie es weiterging, musste er ihnen wohl oder übel folgen. Das hier war zu spannend, um es sich entgehen zu lassen. Plötzlich hörte Karden hinter sich einen spitzen Schrei, den Schrei einer Frau. Er wandte den Kopf, doch er ahnte bereits, was passiert war: die Hausbesitzerin war zurückgekehrt und er war aufgeflogen. Aber das würde kein Problem darstellen. Geschickt wich er einer auf ihn zufliegenden Vase aus, die die Frau in Panik nach ihm warf – sie schien genug Geld zu haben, dass ihr der Verlust nichts ausmachte. Er murmelte kurz ein paar Worte in dem volkstümlichen Dialekt der Nomaden, worauf seine Konturen zu verschwimmen begannen. Als die Vase auf dem Marktplatz aufschlug und mit einem lauten Krachen in huderte Scherben zersprang, war er für die Augen der Menschenfrau bereits nicht mehr zu sehen. Den Schmuck in den geräumigen Westentaschen stellte er sich auf das Fensterbrett, auf dem er bis eben gesessen hatte. Er griff nach dem Efeu, der sich an der Hauswand gen Himmel rankte, und kletterte dem Boden entgegen. Ein Mensch hätte das nicht geschafft, höchstens ein Kind. Er konnte es über sich noch immer fluchen hören, doch darüber machte er sich keinerlei Gedanken mehr. Für andere Völker sahen die Kordi alle gleich aus, bis auf die Fellfarbe vielleicht, also würde sie ihn nicht identifizieren können. Der Schlapphut, der sein Gesicht teilweise verdeckte, tat sein übriges. Die Untoten, die sich jetzt auf dem Marktplatz herumtrieben, konnten ihn nicht sehen. Der Täuschungszauber ließ die Leute übersehen, was um sie herum geschah, es war nicht wirklich eine Art Unsichtbarkeit. Er war riechbar und hörbar, wobei er auch das ändern konnte, aber das war deutlich aufwendiger. Augen ließen sich viel einfacher täuschen, jedenfalls bei den meisten Wesen. So waren Katzen zum Beispiel äußerst schwer zu täuschen, aber in der Regel war das nicht soo schlimm.

Auf dem Marktplatz angekommen lief er geradewegs auf das Loch in der Tempelwand zu, das die Assassine mit unglaublicher Macht erzeugt hatte. Aber dann überlegte er es sich anders, vielleicht sollte er sich doch lieber an die weniger brutalen Gottesjäger halten. Also folgte er den Magiern, dem Panzerwesen und der Usalen, während er dem heraneilenden Elfen Platz machte, der ihn ebenfalls nicht sehen konnte. Wobei… Er war sich nicht sicher, ob der Tarnzauber auch gegen Elfen wirkte. Trotz seiner Missionen im Land der Elfen hatte sich ihm nie eine Gelegenheit geboten, das herauszufinden. Als der Elf an ihm vorbei war, betrat auch er selbst den Tempel. Auch der Elf hatte ihn nicht bemerkt. Wobei… War das gerade nicht Iorweth gewesen? Wahrscheinlich, das Kopftuch trug er oft. Das würde noch ein Abenteuer werden, das sich gewaschen hatte!


Zuletzt von Therk am Sa 19 Mai 2012, 16:37 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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[MSG] Trugbilder
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