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 Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium

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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Di 12 Jun 2012, 19:24

Die kurze Zeit der Stille, die auf seine Bitte und Max antwort folgte, half Cekay dabei, sich etwas zu entspannen und wieder ruhiger zu werden. Doch als sein Freund ihn auf die Geschehnisse im Museum ansprach, verkrampfte sich etwas in ihm und neue Panik stieg in ihm auf. "Ich...Sie...Wir..." begann er stockend zu erzählen. "Wir waren bei der Eröffnung dieses neuen Museums, als plötzlich die Polizei das Gebäude stürmte und Panik ausbrach. Dabei wurde ich von ihnen getrennt, konnte aber aus dem Museum fliehen. Als ich wieder zu Hause war hab ich erfahren, dass..." Er brach ab und brauchte einige Zeit, bis er sich wieder soweit beruhigt hatte, um weiterzureden. "Sie haben aus irgendeinem Grund schwerste Verbrennungen erlitten und sind gerade im Krankenhaus." Brachte er schließlich hervor, während erneut Tränen seine Wangen herabrannen. "Max...ich hab Angst...davor, dass es genauso...genauso endet wie mit meinen Eltern."
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Vicati
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Di 12 Jun 2012, 22:57

Äusserlich schenkte Hohensteyn Pascal ein beruhigendes Lächeln, während er innerlich die Stirn runzelte. von einer Persönlichkeitsspaltung hatten sie keine Ahnung gehabt. aber so wie er den Tathergang im Museum beschrieb, bestand eigentlich keine Zweifel mehr, dass es sich bei Pascal um den gesuchten Jungen handelte. Noch heute Nacht würde er nach unten kommen. Um keinen seltsamen Eindruck zu erwecken machte er einige Notizen, während er unauffällig einen Sender an seiner Uhr drückte, damit wiederum sein Handy klingelte. Schnell warf er einen Blick auf das Gerät und warf Pascal dann einen entschuldigenden Blick zu.
"Oh, tut mir wirklich leid, aber wir müssen die Sitzung wohl doch vertagen. Gerade wurde ich angerufen, es gibt ein ernsthaftes Problem mit einem anderen Patienten. Gehe einfach und sieh dich ein wenig um. Bestimmt hast du schon die Sanatoriumsbroschüre erhalten, dort wirst du alles finden, was du hier so tun kannst. Ich werde noch heute einen offiziellen Termin für morgen organisieren, so dass wir dann ungestört über deine Probleme reden können."
Der Psychologe erhob sich und begleitete seinen Patienten noch aus dem Zimmer, dann machte er sich davon, um sich scheinbar um seinen Patienten zu kümmern, aber um in Wahrheit die Vermutungen rund um Pascal zu bestätigen.

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Basol
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 13 Jun 2012, 08:03

Hm, das kam schnell und sehr plötzlich. Log der Psychologe? Denn die schnelle Beendung des Gespräches verwirrte Pascal sehr und dass das Problem mit dem anderen Patienten jetzt kam, war doch reichlich zufällig. Vielleicht hatte Hohensteyn Angst bekommen und holte jetzt Bodyguards oder so etwas Ähnliches... Naja, wer konnte es ihm verübeln, Lacsap war auch wirklich ein Monster. Wobei... er hatte doch seine übernatürlichen Kräfte verschwiegen. Das rasche Ende des Gespräches kam jedenfalls sehr ungelegen, denn Pascal brauchte Hilfe und zwar dringend.
Naja, ändern konnte man das nicht. Er musste einfach abwarten. Was sollte er nun tun? Sollte er wieder zu seinen Bekannte zurückkehren, falls sie noch da waren? Oder sollte er endlich eine Massage ausprobieren? Schließlich entschied er sich für Letzteres. Er wollte nicht schon wieder mit Fragen gelöchert werden, die garantiert unangenehm werden würden.
So schritt er zum Massageraum.
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Maekswell

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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 13 Jun 2012, 09:34

Leon nippte an seinem Cocktail. Eine derartige Geschmacksexplosion hatte er selten probiert, es war fruchtig, süß, spritzig und im Abgang sehr angenehm, so unangenehm, wie ihm der Barangestellte zuerst vorkam, die Mixgetränke machten das wieder wett.
Birne-Mango-Litschi. Dafür gibt es einen Kreativpunkt, lachte Leon in sich hinein.
"Mh...", setzte er an, musste jedoch vorher noch einen großzügigen Schluck des köstlichen Getränks seine Kehle hinunter befördern, "Ich wollte mir gestern eigentlich einen Plan machen, bin aber phänomenal auf dem Balkon eingeschlafen. Also war mein Plan für heute: Auskundschaften und ein bisschen dampern."
Leon lachte und räkelte sich in seinem Sessel. Das strahlende Licht der Sonne brach durch die großen Glasfronten, wurden hier und da von einem Wasserspiel oder einer weiteren glatten Fläche reflektiert und die hellen Wände nahmen das Licht freudig auf und verteilten es auch bis in die letzte Ecke des Raumes.
"Das wird bestimmt eine klasse Woche", konstatierte er gedankenverloren, mehr für sich selbst als Teil des gerade geführten Gesprächs.
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Mali
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Do 14 Jun 2012, 17:50

Ianto grinste leicht und lehnte sich zurück. "Wenn du nichts dagegen hast, begleite ich dich. Ich will auf jedenfall heute nochmal Schwimmen gehen." Gemütlich lehrte er seinen Coctail und genoß die Ruhe. "Wenn du magst, kann ich dir ja etwas von Cardiff erzählen. Schönes Örtchen. Da passiert hin und wieder mal etwas." Zum beispiel Stürme und blitze die Plötzlich auftauchen, obwohl doch Sonne angesagt, dachte er bei sich und schmunzelte. Aber das war Geschichte.
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Fellknäuel
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Fr 15 Jun 2012, 15:11

Verbrennungen? Max runzelte die Stirn. Er hatte in dem Museum einige bewaffnete Männer gesehen und ausgeschaltet, aber Feuer? Doch halt - hatte er nicht auch den Feueralarm gehört? Er hatte eigentlich nachsehen wollen, doch er war oben zu beschäftigt gewesen.
"Beruhige dich," flüsterte er Cekay zu, wobei er versuchte, so ermunternd wie möglich zu klingen. "Es gibt verdammt gute Krankenhäuser in dieser Stadt, sie können deinen Eltern sicher helfen!" Da kam ihm Cekays letzte Bemerkung in den Sinn. Er hätte am liebsten nachgefragt, was mit seinen Eltern eigentlich passiert war, aber jetzt war wirklich der denkbar schlechteste Augenblick für dieses Thema.
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Vicati
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Fr 15 Jun 2012, 18:53

Sie wusste, dass da irgendetwas war. Mehrere Messungen hatten ergeben, dass sich unter diesem Sanatorium ein grosser Hohlraum befand und Adela war sich sicher, dass sie dort ein uraltes Gewölbe eines unbekannten Indianerstammes finden würde, denen sie schon seit längerem auf der Spur war. Aber die Leiter des Sanatoriums taten alles, um eine Untersuchungserlaubnis abzuwenden und hatten ihr bereits mit einem Anwalt gedroht. Wieso wollten sie das Erforschen der Vergangenheit aufhalten, hatten sie etwa etwas zu verbergen? Was auch immer es war, sie würde es jetzt herausfinden, wenn sie keine Erlaubnis bekam, würde sie sich eben einfach hinunterschleichen. Irgendwo im Garten würde sie schon ausreichend tief graben können. Deshalb hatte die Frau sich einweisen lassen, natürlich mit Hinweis darauf, dass sie sich an jenem schicksalhaftem Tag im Museum befunden hatte, so dass sie diesen verdammten Forschungsverweigerern nicht noch mehr Geld in den Rachen schieben musste. So weit kam es noch!
Sie war erst gegen Abend angekommen und man hatte sie auf direktem weg in den Speisesaal geleitet, wo ihr an einem kleinen Ecktisch beim Fenster ein gerade zu verschwenderisches Mehrgängemenü aufgetischt worden war. Jetzt sass sie vor der leeren Dessertschale und betrachtete ein Glas voll klarem Wasser. Wein gab es hier scheinbar nicht. Ein Blick auf die Uhr an der Wand sagte ihr, dass es schon bald halb zehn Uhr war. Bald würde sie sich auf ihr Zimmer begeben. Aus der Hausverordnung wusste sie, dass man bis sich bis spätestens um zwölf Uhr auf seinem Zimmer befinden musste, um die Gäste mit schwächerem Gemüt nicht zu sehr zu stören. Nur ausgesuchte Programme konnte man dann noch besuchen und das auch nur mit Voranmeldung. Und natürlich konnte man zu jeder Nachtzeit wieder aus der Stadt zurückkehren, auch wenn man kaum ein exklusiveres Restaurant finden würde. Etwa um eins würde sie dann ihren Raum verlassen und sich auf die Suche begeben. Ja, das klang wie ein guter Plan.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   So 17 Jun 2012, 19:08

Ianto betrat den Speisesaal und blickte sich erstmal um. Den Halben tag hatte er mit Leon verbracht und mit ihm gemeinsam das Gelände des Sanatoriums erkundet. Unterhalten hatten sie sich währenddessen auch. Den rest des Tages hatte er in seinem Zimmer verbracht und gelesen. Jetzt hatte er Hunger. Gemütlich schlenderte er zu einem der Tische und bemerkte schließlich die ältere Dame, die bereits dort saß und ein Glas Wasser trank."Guten abend," begrüßte er sie freundlich. Aber er setzte sich an einen der nebentische, da er sich ihr nicht aufdrängen wollte und er eh nicht so recht wusste, worüber er sich mit ihr unterhalten sollte. Schließlich kannte er sie nicht. Vielleicht würde Leon ja auch runterkommen und etwas essen wollen, dann konnten sie gemeinsam hier rumsitzen.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   So 17 Jun 2012, 20:15

Angenehm ausgelaugt resümierte Leon den Tag ein wenig träge auf seinem Bett. Nach ihrem kurzen Getränk im Wellnessbereich hatten sie sich aufgemacht, das Gelände zu erkunden, was sich als wesentlich zeitintensiver herausstellte, als gedachte. Allein eine geschlagene Stunde brauchten sie um das Areal zu umrunden. In einem Bereich der Anlage entdeckten sie sogar einen Sportplatz, mit Basketballkörben, Volleyballfeldern einem Rasenplatz. Abgesehen von einigen kleineren Gebäuden, die teils speziell für Behandlungen erbaut wurden oder einfach für die Zufriedenstellung der Gäste mit Bars und kleinen Buffets ausgerüstet waren, zierten nur Wege und Bäume mit Bankgruppen die Landschaft. Alles in allem hätte es wirklich nicht stimmiger sein können, die weißen Kieswege glänzten in der Sonne und eine kühle Brise im Schatten eines Baumes war unbeschreiblich.
So verplemperten sie einiges an Zeit, schwatzten über Gott und die Welt und verabredeten sich schließlich für das Abendessen im Speisesaal. Während Ianto auf sein Zimmer ging um noch ein bisschen zu lesen, packte Leon die Wasserlust und er verbrachte noch ein paar Bahnlängen am Pool.
Einige Stunden später lag er frisch geduscht und für das Buffet gekleidet, ein wenig dösig auf dem Bett und während er so drüber nachdachte, was er die nächsten Tage nach den Therapien so anstellen könnte, dabei fiel sein Blick auf die Uhr. Einige Sekunden betrachtete er die Zeiger, dann schoss er hoch und fluchte leise vor sich hin. Knapp eine viertel Stunde hatte er zu lang gedöst. Hastig zog er sich seine Schuhe an, schnappte sich seinen Schlüssel von der komode und verließ flinken Fußes sein Zimmer.
Auf dem Weg zum Speisesaal hastete er um die Abbiegungen und Windungen der Gänge, verdammt konnte man sich hier verlaufen und stieß, als er die letzte Biegung nehmen wollte noch einen der Kittelträger um, der ebenfalls gerade um die Ecke bog. Scheinbar unsanft landete der Therapeut in spe auf seinem Hintern. Leon nuschelte ein kurzes Entschuldigung, während der Gefallenen entrüstet seine Brille wieder zurecht rückte. Als Leon sich umdrehte um weiterzugehen trat er auf etwas flaches, er schaute nach unten und entdeckte ein Klemmbrett unter seinen Füßen. Leon hob es auf und warf eher beiläufig einen Blick darauf. Es schien so etwas wie eine Teilnehmerliste zu sein, die ersten Namen konnte er noch lesen, Meyer, P., del Fuego, L., Jone - dann wurde ihm fast schon mit Gewalt das Brett entrissen.
"Sehr freundlich danke", zischte der Sanatorist giftig und drehte sich ohne ein weiteres Wort um und verschwand.
Leicht irritiert betrat Leon den Saal und nach kurzem Suchen entdeckte er Ianto, der bereits an einem Tisch saß. Langsam ging er auf den Tisch zu, wünschte einer Frau am Nachbartisch einen guten Abend.
"Na, alles frisch soweit? Ich bin irgendwie noch weg gedöst", begann er, als er den Tisch erreichte und neben Ianto stand, "Aber lass uns mal dringend zum Buffet gehen, ich hab richtig Hunger."
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Lias
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mo 18 Jun 2012, 13:22

Mit einer seltenen Hochstimmung begab sich auch Lucia zum Buffet. Blicke folgten ihr zu ihrem Tisch. Kurzes, schwarzes Kleid, tief eingeschnitten, das hatte so seine Wirkung. Für heute abend hatte sie sich auf jeden Fall schonmal den Masseur reserviert. Für eine andere Art von Massage. Der Mann hatte die Hände eines Gottes, was auch für die Pläne am Abend doch ganz vielversprechend war. Und die Bahnen durch den Pool waren entspannend gewesen. War lange her, dass sie mal wieder richtig geschwommen war, nicht das blöde Rumgeplantsche im Whirlpool.
"Einen Campari Orange bitte", bestellte Lucia an der Bar. Keine Aufträge vom Syndikat, das verhieß Freizeit. Das Studium war grade mal wieder in einer mauen Phase angelangt. Keine Hausarbeiten, keine Prüfungen. Außerdem wussten die Dozenten, dass Lucia eine "krankheitliche" Sonderstellung hatte. Da war es nicht schlimm, wenn sie mal einen Tag fehlte. Und ihre Noten waren nach wie vor top of the line. Für die anderen Gäste interessierte sich Lucia weniger.

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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mo 18 Jun 2012, 17:09

Einige Zeit lang blieb Cekay einfach an Max Seite sitzen und hatte seinen Kopf auf dessen Schulter gelegt, während langsam das Zittern in seinen Händen aufhörte. "Max..." begann er langsam und unsicher weiterzureden. Die folgende Geschichte hatte er noch kaum jemanden erzählt und auch jetzt war er sich nicht sicher, ob er sie seinem Freund anvertrauen sollte. Aber wenn er ihn nicht einweihen würde, so würde ihn die Geschichte immer wieder heimsuchen. "Max...ich muss dir etwas über mich erzählen. Wie meine Eltern umgekommen sind...Es war kurz nach meinem 7. Geburtstag..."
Leicht schwitzend erwachte er. Die Luft war stickig und warm, und es roch nach verbranntem Holz. Verschlafen öffnete er langsam die Augen und sah sich um. Unter der Tür hindurch fiel ein orangerotes Licht in sein Zimmer, dass es in ein unheimliches Halbdunkel tauchte. Immer wieder flackerte das Licht, sodass seine Wände zu brennen schienen. Schlaftrunken wankte er zum Fenster, während er sich noch den Schlaf aus den Augen rieb, und sah nach draußen. In der Dunkelheit der Nacht glomm aus dem unteren Stockwerk seines Elternhauses ebenfalls feuerrotes Licht und Rauch quoll aus einigen gekippten Fenstern hervor.
Was ist los? Woher kommt das Licht?
Ängstlich, aber auch neugierig, lief er zu seiner Zimmertür und wollte diese öffnen. Als er jedoch die Türklinke berührte, musste er diese sofort wieder loslassen, da er sich sonst verbrannt hätte. Er griff nach einer nahen Decke und öffnete damit die Tür. Als sie offen war, schlug ihm ein Schwall heißer Luft entgegen. Auf dem Gang offenbarte sich ihm ein Bild der Zerstörung. An mehreren Stellen züngelten Flammen aus dem Boden, die oftmals weitere Dinge in ihrer Umgebung in Brand setzten. Sobald Cekay auf dem Flur war, begann er wegen des Rauchs zu husten.
"Mama? Papa?" rief er panisch während zwei Hustern. Langsam und vorsichtig bahnte er sich einen Weg durch den Flur zur Treppe, wobei er häufig die enorme Hitze in seinem Gesicht und auf seinem Körper spüren konnte. Hustend und vom Rauch beinahe blind stieg er die Treppe hinab, um im Schlafzimmer nach seinen Eltern zu sehen. Sicher unten angekommen wurde die Sicht etwas besser, sodass er erkennen konnte, dass die Zimmertür seiner Eltern einen spaltbreit weit offen stand. Schnell lief er darauf zu und schloss hinter sich die Tür. Im Zimmer herrschte trübes Zwielicht, weshalb er zunächst das Licht einschaltete. Nun konnte er erkennen, dass das Zimmer voller Rauch war, seine Eltern aber scheinbar ungestört in ihrem Bett schliefen.
"Ma? Dad? Seid ihr wach?"
Hustend ging er zum Bett und versucht sie zu wecken, was jedoch nicht von Erfolg gekrönt war. Als er sie schüttelte, merkte er, dass er nicht hören konnte, wie sie atmeten. Hustend und versuchend die Tränen zu unterdrücken trat er einen Schritt zurück. Über sich konnte er ein knackendes Geräusch hören. Als er nach oben sah, fiel ein brennender Balken aus der Decke auf das Bett seiner Eltern, das ebenfalls Feuer fing. Sofort versuchte Cekay das Feuer zu ersticken, was ihm jedoch nicht gelang. Panisch und wie ein Schlosshund heulend sah er mit an, wie seine Eltern anfingen zu verbrennen.
"Nein...nein...Nein! Mama! Papa! Nein!"
Als die Hitze unerträglich wurde, wich er ein paar Schritte zurück, immer noch auf das Bett starrend. Über ihm gab es erneut ein Geräusch, allerdings konnte er den Blick nicht von der Szene vor ihm abwenden. So wurde er schmerzhaft von etwas im Rücken getroffen und fiel zu Boden. Ein sengender Schmerz ging von den Stellen aus, auf dem das brennende Holzbrett lag. Erst nach einem neuen Hustenanfall gelange es ihm, wieder aufzustehen, wobei er sofort sein noch brennendes Hemd auszog. Schwer atmend, unkontrolliert weinend und zitternd stand er da wie ein Häufchen Elend. Er wusste, dass er raus musste, wenn er überleben wollte...Aber wollte er das ohne seine Eltern? Letzten Endes siegte dann doch sein Überlebenswille. So schnell es ging -was unter den gegebenen Umständen ziemlich langsam war- verließ er das Zimmer. Im Flur waren mehrere Teile der Decke eingestürzt, wodurch der Weg zur Tür versperrt war. Entmutigt sank er stark keuchend auf die Knie und fiel anschließend erschöpft zu Boden. Er brachte kaum mehr die Kraft auf zu atmen. Über sich konnte er einen leicht lädierten Teil der Decke sehen, in dem ein glühendes Rohrstück zu erkennen war. Von oben hörte er einen dumpfen Aufschlag und er sah mit an, wie einige Trümmer, sowie das Rohr herabfielen. Ein Teil der Trümmer landete auf ihm, während das Rohrstück direkt über seinen Augen landete und von einigen Trümmerteilen nach unten gedrückt wurde. Obwohl er kaum noch Luft in den Lungen hatte, schrie er wie am Spieß, bis ihn wohltuende Dunkelheit umfing. Er schwebte in der Leere und spürte, wie der Schmerz verschwand. Er wünschte sich, dieser Zustand würde niemals enden, was leider nicht der Fall war.

Einige Zeit schwieg Cekay, während er seine zitternden Hände zusammenpresste. Tief holte er Luft und schloss die Augen.
"Einer der Feuerwehrmänner, die den Brand löschten, fand mich schließlich. Zu der Zeit hatte das Feuer bereits meine Augen zerstört und ich war bewusstlos geworden. Im Krankenhaus lag ich etwa eine Woche lang in einem künstlichen Koma, bis die Operationen überstanden waren."


Langsam spürte er, wie er in die Wirklichkeit zurückgeholt wurde. Er konnte seine Eltern sehen, wie sie ihm lächelnd zuwinkten. Freudig lief er auf sie zu, schien jedoch wie in zähem Honig zu sein und kaum vorwärtszukommen. Je näher er seinen Eltern kam, desto heißer wurde ihm. Kurz bevor er sie erreicht, gingen sie in Flammen auf. Cekay wachte schreiend auf und fiel zurück ins Bett. Dem Geruch und den Geräuschen nach zu urteilen war er in einem Krankenhaus. Er versuchte die Augen zu öffnen, aber sie waren von einem Verband bedeckt, weshalb er mit seinen Händen seinen Körper betastete, wobei er bemerkte, dass scheinbar etwas in seinem linken Arm steckte, dass seine Bewegungsfreiheit einschränkte. In seiner Nase und in seinem Mund waren jeweils ein Schlauch, die er jedoch nicht herausziehen konnte. An seiner ebenfalls verbundenen Brust hafteten Elektroden, deren Sinn sich ihm entzog. An zwei Fingern der rechten Hand hatte er komische Klammern, die scheinbar wie Wäscheklammern waren, aber aus denen ein Kabel wegging. An seinem rechten Ellbogen konnte er eine feine Nadel spüren, die in seinem Arm steckte. Er lies sie lieber einmal stecken, wer wusste, wofür er die noch brauchen würde. Schmerzen spürte er keine, sondern nur ein dumpfes Pochen in seinem Hinterkopf, weshalb er annahm, dass die Verletzungen vermutlich halb so wild waren. Müde schlief er wieder ein und merkte so nicht, wie eine Schwester kam, um nach ihm zu sehen. Als er erwachte, konnte er die Sonne auf seiner Haut spüren und er hörte Vogelgezwitscher. Wie gern er jetzt bei diesem schönen Wetter rausgegangen wäre und die Vögel betrachtet hätte. Stattdessen war er hier im Krankenhaus und trug eine Augenbinde. Aber er war sich sicher, dass er das bald wieder nachholen konnte. Wenige Minuten, nachdem er aufgewacht war, kurz bevor ihm das ewige Piep-Geräusch einer der Maschinen auf die Nerven ging, kam eine Krankenschwester ins Zimmer. Nachdem sie festgestellt hatte, dass er wach war und auf seinen Wunsch hin das Piep-Gerät lautlos gestellt hatte, holte sie einen der Ärzte. Dieser befragte ihn erst, wie er sich fühle, bevor er ihn über seine Verletzungen informierte. Cekay merkte schnell, dass der Arzt ihm nicht alles erzählte, war jedoch zu erschöpft, um nachzufragen.

Einen Moment lang schwieg er und sah traurig zu Boden, dann sprach er weiter.
"Ich habe den Arzt nach einigen Tagen dazu gebracht, mir über alle meine Verletzungen zu erzählen...was vermutlich ein Fehler war."


Er behielt die Fassung, bis sein Arzt wieder weg war. Dann begann er leise zu weinen.Es fühlte sich komisch an, da er keinerlei Tränen mehr vergießen konnte. Ihm war erklärt worden, dass das durch die Verbrennungen an seinen Augen hervorgerufen wurde. In dieser Nacht konnte er kaum schlafen sondern lag die ganze Zeit wach in seinem Bett und dachte über seine Situation nach. Was sollte jetzt aus ihm werden? Am nächsten Tag kam ein Psychologe vorbei, der mit ihm über den Verlust seiner Eltern sprach. Zuerst blockte er ab, aber nach einiger Zeit begann er zögerlich über sie zu reden. In der Behandlung entdeckte er seine Begeisterung fürs Schnitzen, durch das er ebenfalls das Geschehen aufarbeiten konnte. Außerdem musste er eine Physiotherapie machen, in der er auch lernte, wie er sich mit seiner Blindheit zurechtfinden konnte. Ebenso lernte er in dieser Zeit auch die Blindenschrift und bekam Nanuk zugeteilt. Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, kam er ins Waisenhaus. Die anderen Kinder dort mieden ihn, da sie zum einen Angst vor Nanuk hatten und er zum anderen durch seine Blindheit nicht zu ihnen passte. Auch in der Schule war er ein Außenseiter, der nicht viel mit den anderen sprach.

Cekay fühlte sich nach der Geschichte fast, als könnte er wieder die Flammen aus jener Nacht spüren, die um ihn herum loderten. Zitternd legte er seine Hand an Max Wange, um seine Reaktion und seine Gefühle mitbekommen zu können. Er hoffte nur...Was hoffte er eigentlich? Er selbst hatte diesen Teil seiner Vergangenheit kaum verarbeiten können und jetzt hatte er ihm seinem Freund aufgedrängt. Wie wohl der Junge darauf reagieren würde?
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mo 18 Jun 2012, 20:10

Auch Pascal fand sich am Abend zum Buffet ein. Großzügig belud er seinen Teller mit verschiedenen Salaten, die fleischlichen Gerichte konnte er auch später noch essen, erst mal die Vorspeise.
Auch die Dame, die ihn vorhin so abweisend behandelt hatte, sah er.
Dann sah er sich um, wo er sich hinsetzen wollte. Und er erkannte wieder... wie hießen sie noch gleich?... Leon und Ianto.
"Zwei tölpelhafte Möchtegern-Museumsretter.", knurrte Lacsap verächtlich, doch Pascal ignorierte ihn einfach.
Er beschloss schließlich, sich zu ihnen zu setzen. Zwar würde dies aufgrund der Geschehnisse im Museum alles Andere als einfach werden, doch er musste endlich seine gottverdammte Schüchternheit überwinden. Und die Eistechniken waren eine ideale Möglichkeit, Lacsaps heiße Feuerattacken zu neutralisieren, sollte er wieder ausbrechen.
So schritt er auf die beiden zu und sagte ein wenig schüchtern: "Guten Abend."
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mo 18 Jun 2012, 20:32

Ianto wollte gerade zum Buffet gehen, als sich Pascal zu ihnen an den Tisch setzte. "Hallo,"begrüßte er ihn so freundlich wie es ihm gerade möglich war. "Ich und Leon wollten uns was zu essen holen. Bleib ruhig sitzen." Dann erhob er sich und ging zum Buffet. Dort nahm er sich ein Tablett und einen Teller und befüllte diesen mit einem Batzen Kartoffelbrei sowie einem Stück Rindfleisch, das gut durchgebraten worden war und einem kleinen haufen erbsen und Möhren. Dann nahm er sich noch eine Schale Schokoladenpudding mit Vanillesoße. Zum Abschluß folgte noch ein großes Glas voll mit eiskalter Cola. Vollbeladen kehrte er zum Tisch zurück und steckte sich den ersten Happen Brei in den Mund. Dabei musste er leicht grinsen. Luxus Kartoffelbrei und Luxus steak.. Er war im Himmel..
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mo 18 Jun 2012, 23:31

Als sie sich gerade auf Beutezug begeben wollten, trat jemand an den Tisch heran und begrüßte sie. Pascal stand mit dem Teller voller Salat an ihrem Tisch und setzte sich anschließend ein wenig unsicher zu ihnen. Ianto brachte ein knappes "Hallo" hervor und erklärte ihm, dass sie sich auch noch etwas zu Essen holen würde, dann stand er auf und fing an sich seinen Teller zu beladen. Auch Leon stand auf und schickte sich an zu gehen.
"Sind gleich wieder da", sagte er zu Pascal und lächelte ihn an. Der Junge sah wirklich fertig aus, Leon wollte sich gar nicht ausmalen, wie es war, dauerhaft einen kolerischen Schreihals in seinem Inneren zu ertragen.
Gemütlich schlenderte er am Buffet entlang, nahm sich hier mal etwas und ein bisschen davon auch, Hauptsache, es sah interessant aus. Sie hatten sogar afrikanisches Rind hier. Doch dann fiel sein Blick auf eine Pfanne, dessen goldigen Inhalt er sofort erkannte. Das war das beste Buffet aller Zeiten - Putenfleisch, leicht angebraten mit Honig-Senf-Soße und Kräutern, vorzugsweise Petersilie und ein wenig Dill. Alle anderen kulinarischen Raffinessen außer Acht lassen, schaufelte er die freien Stellen auf seinem Teller mit dem köstlichen Zeug voll. Als krönender Abschluss fand er eine Karaffe mit frisch gepresstem Orangensaft, die Küche hatte an alles gedacht und definitiv alles richtig gemacht. Mit zufriedenem Grinsen kehrte er an den Tisch zurück.
"Schmecken lassen allerseits", sagte er und schnappte sich Messer und Gabel, "Wir haben heute mal das Gelände ausgekundschaftet, echt ein riesiges Areal."
Leon sagte es einfach frei heraus. Ianto würde verständlicher Weiße nicht zwingend Lust haben, mit Pascal zu reden und dieser war vielleicht zu schüchtern, um ein Gespräch anzufangen. Aber nichts war schlimmer, als beim Essen vor sich hin zu schweigen.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Di 19 Jun 2012, 10:45

Pascal nahm vorsichtig einen Bissen. Der Salat war sehr gut, also lud er sich mit der nächsten Gabel etwas mehr auf.
"Ja, hier gibt es wirklich viele Angebote.", erwiederte Pascal höflich. "Und die Massagen, die es hier gibt, sind wirklich gut. Sehr entspannend..."
Vielleicht wäre die Wirkung bei ihm etwas besser, wenn 'er' nicht wäre. "Jaja, Loser.", knurrte Lacsap bösartig. "Dich auf der faulen Haut entspannen, während es so viele Menschen zum Töten gibt..."
"Die solltet ihr auch mal ausprobieren.", überging Pascal ihn einfach, dann nahm er noch einen Bissen. Hmmm, dieser Salat zog ihn wirklich in seinen Bann. Er überlegte, ob er sich beim nächsten Gang zum Buffet noch so einen holen sollte, statt Fleisch .
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Di 19 Jun 2012, 23:24

Es kamen noch immer Leute in den Speisesaal. Adela trank ihr Glas leer und stand auf, um sich auf ihr Zimmer zurückzuziehen. Vielleicht sollte sie noch einige Stunden Schlaf vorschlafen, damit sie am nächsten Morgen trotz nächtlicher Odyssee einigermassen fit aussah. Schliesslich sollte niemand Verdacht schöpfen. Andererseits würde sich in einem Sanatorium wohl niemand über eine unausgeschlafene ältere Dame wundern, aber sie selbst wollte keine unausgeschlafene ältere Dame sein. also stand die Archäologin auf und verliess den Raum, nur um den Weg mit einem entgegenkommenden Mann in Frack zu Kreuzen, der von einem Kellner mit Tablett begleitet wurde.
Dieser Mann stellte sich im Raum an die Wand, während der Kellner umging. Am Tisch von Pascal, Ianto und Leon lud er drei Gläser ab, deutete - soweit das mit einem beladenen Tablett in der Hand möglich war - eine Verneigung an und sagte: "Ein kleines Willkommensgeschenk des Hauses. Natürlich ohne Alkohol."
Dann zog er sich schon wieder zurück und steuerte den Tisch, an dem Lucia sass. Als ihr Blick dann auf ihr Gegenüber fiel, lächelte er breit und machte kehrt, um die restlichen Gläser noch an einige Gäste zu verteilen. Dann stellte er sich wieder neben den Mann im Frack.
Nach etwa einer halben Stunde - die Uhr zeigte 10.45 Uhr - trat der Mann in die Mitte des Raumes und liess ein Glas klingen.
"Das Buffet schliesst nun und auch die Küche hat zu. Natürlich können sie sich weiter verpflegen, aber wir möchten sie alle bitten, etwa gegen 11.45 Uhr den Saal zu verlassen, damit sich unsere Putztruppe an die Arbeit machen kann. Falls sie das wünschen können sie unser spezielles Abendprogramm in Anspruch nehmen und der Roomservice steht ihnen natürlich rund um die Uhr zur Verfügung. Fühlen sie sich wohl bei uns!"
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 20 Jun 2012, 00:28

Während des Essens brachte ein Kellner eine kleine Aufmerksamkeit des Hauses, eine Cocktail, ohne Alkohol, aber mit interessantem Geschmack. Leon ordnete es irgendwo zwischen Mango und Maracuja ein. Triumphierend legte er das Besteck auf den Teller und schob ihn ein Stück von sich weg.
"Also ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich bin pappensatt, das nächste, was ich jetzt mache, ist schlafen gehen", sagte er und betastete forschend seine Bauchwölbung, drei Teller Geschnetzeltes mit Soße und ein wenig Beilage hinterließen so ihre Spuren.
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Basol
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 20 Jun 2012, 09:21

"Danke.", sagte Pascal höflich, als ein schönes Getränk als kleine Gefälligkeit serviert wurde. Zufrieden nahm er dieses und leerte es in einem Zug.
"Hey, du sollst es dir nicht gutgehen lassen, du sollst zerstören!", rief Lacsap in seinem Inneren, doch er hörte sich sehr leise an, als stünde er gaaaaaanz weit weg. Das überrascht Pascal. Wie kam es, dass die Stimme leiser wurde. Lag es etwa dran, dass er gerade rundum glücklich war? Wenn das stimmte, dann war das eine völlig neue Erfahrung und Erkenntnis! Das heißt, dies war der Zustand, den er anstreben musste!
"Ich bin hundemüde, ich glaub, ich geh ins Bett.", sagte Pascal zu den Anderen und selbst er war überrascht, wie unbefangen er mit ihnen reden konnte. Es war, als kannte er die anderen schon seit Jahren. Und auch dies war ihm neu.
Trotzdem stand er nun auf und ging langsam und gemächlich in Richtung seines Zimmers.
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Mali
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 20 Jun 2012, 16:35

Ianto hatte auch seine dritte portion verspeist, als der Kellner ihnen ein Getränk hinstellte. Interessiert betrachtete er das ganze und trank das Glas komplett leer. "Das war ein gutes Essen. " Kurz streckte er sich, dann erhob er sich vom Tisch. "Ich wünsche dir eine gute nacht, Leon. Ich werde ebenfalls auf mein zimmer gehen zum schlafen," verabschiedete er sich von seinem Freund.
Gemütlich tappste er zurück in sein Zimmer und ließ sich auf sein Bett fallen. Kaum hatte sein Kopf das Kissen berührt, schlief er auch schon ein.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 20 Jun 2012, 23:22

Max hatte der Erzählung seines Freundes mit wachsendem Entsetzen zugehört, und nun wischte er sich mit der freien Hand die Tränen aus den Augen. Es war eine grausige Geschichte gewesen, und er hätte sie am liebsten gar nicht mit angehört. Aber manchmal konnte es durchaus helfen, über schlimme Erlebnisse zu reden, um sie besser verarbeiten zu können - das hatte er selbst in der Vergangenheit oft genug festgestellt. Und wenn es Cekay half... dann war es ihm das wert. Wenn es nur diese verfluchte Parallele zu diesem Erlebnis gegeben hätte!
"Schon gut, Cekay, versuch nicht mehr dran zu denken," sagte Max leise, während er Cekays Hand sanft drückte. "Es geht ihnen bestimmt bald wieder besser. Wir werden sie besuchen, okay? Ich sag Mom Bescheid, sie fährt sicher mit uns dahin!"
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Maekswell

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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Do 21 Jun 2012, 00:25

Leon hatte kaum zu ende gesprochen, da taten auch die beiden anderen am Tisch kund, gut gespeist zu haben und sich jetzt schlafen zu legen. Beide wünschten ihm eine gute Nacht und verschwanden, während Leon noch am Tisch saß. Für seine Lethargie der Sättigung war das zu spontan abgelaufen. Fast ein bisschen überrumpelt blieb er noch einen Moment sitzen, dann stand er auf, krallte sich unauffällig eine Teigtasche vom Buffet und stopfte sie mit dem leckeren Honig-Senf-Zeug voll. Alles war super gelaufen, bis ihm am Ausgang ein Mitarbeiter der Küche ansprach.
"Sir, eigentlich werden diese Speisen im Speisesaal gegessen."
"Äh, ja", begann Leon, ein wenig verärgert darüber, dass er sich zu früh gefreut hatte, "Aber es hat mir so gut geschmeckt, ich musste einfach ein bisschen mitnehmen."
"Sir, nutzen Sie für die Nacht doch unseren Zimmerservice", entgegnete der Kerl, der offensichtlich gern Feierabend gemacht hätte, mit leicht genervtem Unterton.
"Ach kommen sie... George", sagte Leon und schielte dabei auf das Namensschild, "Der Zimmerservice bringt mir kein Putengeschnetzeltes mit Honig-Senf-Soße. Das bleibt einfach unser kleines Geheimnis, in Ordnung?"
Mit diesen Worten ging er an dem verdattert drein blickenden Typ aus der Küche vorbei und während er sich entfernte, rief er ihm noch zu: "Wird nie wieder vorkommen, ehrlich. Hat super geschmeckt, danke."

Wenig später kam er in seinem Zimmer an, räumte den kleine Teller mit eingeschweißten Schokostücken ab und legte seine Beute darauf. Er würde noch ein, zweimal reinbeißen, der Rest war für die Nacht gedacht, nur falls er Hunger bekam.
Selig schlummerte er kauend ein.
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Lias
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Do 21 Jun 2012, 20:30

Der Abend ließ sich gut an. Das Essen war überraschend gut gewesen. Der Wein entsprach nicht grade Lucias Geschmack, aber an den Jahrgängen und Chateaus gab es nichts auszusetzen. Und sie hatte den Masseur auf dem Zimmer, mit dem sie sich halb durch eine Flasche Chateaubriand gepöselt hatte. Der Rest des Weins befand sich zwei großen Ballongläsern. Eines davon befand sich auf dem Nachttisch neben Giancarlo, das andere vor Lucia auf der Stellfläche in dem luxuriösen Bad. Wäre Lucia nicht schon gut angetrunken gewesen, hätte sie gemerkt, dass in dem Glas weißer Absatz war. So aber versuchte sie mit ungeschickten Fingern sich selbst in Satinunterwäsche zu kriegen. War der BH vielleicht zu eng? Irgendwie bekam sie keine Luft.
"Giancarlo?"
Schwarze Flecken begannen vor ihren Augen zu tanzen. Mit einer Hand stützte sie sich an der Wand ab. Der Arm zitterte merklich. Was bei allen guten Geistern? Sie hatte niemals zuviel Alkohol getrunken. Die Beine knickten ihr weg.
"Gian...?" Dumpf fiel im Bad ein kraftloser Körper zu Boden.

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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Do 21 Jun 2012, 22:28

Cekay lächlte leicht. "Danke Max...Das bedeutet mir wirklich viel." Nachdem er sich die Furcht etwas von der Seele geredet hatte, hatte er Hunger bekommen,sodass Max für sie beide etwas kochte. Als Eileen nach Hause kam, erklärte er ihr die Situation. Die nächsten Tage war er mehrere Male im Krankenhaus, doch seine Eltern waren noch nicht wieder wach.

Kaum waren Max und Cekay in der Eisdiele gewesen, klingelte das Telefon seines Freundes und Eileen teilte ihm mit, dass die Eltern des blinden Jungen wieder bei Bewusstsein waren und es ihnen so gut ging, dass sie in das Sternenhimmel-Sanatorium überstellt worden waren. Schnell waren beide zurück nach Hause gelaufen, um anschließend in die Klinik gefahren zu werden. Dort hatten sie den Nachmittag verbracht, Max wurde ihnen als ein Freund vorgestellt, bei dem Cekay nun übernachten würde, bis es ihnen besser ging. Melinda bat sie darum, diese Nacht hier zu bleiben, damit sie mit ihrem Sohn zusammen sein konnte. So hatte er mit seinem Freund im Speisesaal gegessen und war im für sie kurzfristig georderten Zimmer fast sofort eingeschlafen.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Do 21 Jun 2012, 23:25

Langsam wurde es dunkel im Sternenhimmel-Sanatorium. Abgesehen von einigen Nachtschwärmern trieb sich niemand mehr in dem riesigen Gebäude herum. Ausser der einen Gestalt, deren Silhouette man mit jemand Schlankem über der Schulter durch die Gänge huschen sah. Und wenn man etwas genauer aufpasste, bemerkte man noch einige weitere dunkle Gestalten die von Zimmer zu Zimmer huschten und Leute auf Bahren abtransportierten. Und da gab es auch noch eine weitere dunkle Gestalt, die die anderen dunklen Gestalten mit ihren dunklen Bahren beobachtete und dabei die dunkle Stirn runzelte. Düstere Sache. So weit sie wusste, war es nicht normal, dass in einem Sanatorium mitten in der Nacht schlafende Leute abgeholt wurden, höchstens wenn es einen Notfall gab, aber dann würde man wenigstens das Licht anmachen. Und das eine ganze Zimmerreihe gleichzeitig einen Notfall hatte, war unwahrscheinlich. Irgend etwas ging hier vor, etwas das nicht vorgehen sollte. Und sie würde etwas Licht in diese dunkle Angelegenheit bringen. Mit ausreichend Abstand folgte die dunkle Gestalt den anderen und hoffte, dass sie ihr gleichzeitig bei ihrer Suche nach dem Gewölbe helfen würden.

Sowohl Lucia, als auch Pascal und Leon fanden sich immer noch bewusstlos in einem hell ausgeleuchteten Raum wieder. Die Räume waren mit Metall ausgekleidet und das einzige, was sich darin befand, war eine äusserst massiver Stuhl, an den sie mit metallenen Bänder an Hals, Armen und Beinen gefesselt waren. Wenn man nicht gerade in der Lage war, durch Wände zu gehen, gab es von hier kein Entkommen, da sie durch mehrere Überwachungskameras beobachtet wurden. Pascal hatte man zusätzlich einer kalten Dusche unterzogen und Leons raum war ordentlich aufgeheizt, um ihren bekannten Kräften so gut wie möglich Einhalt zu gebieten.
Ianto fand sich in einer engen, zappendusteren Zelle wieder, zusammen mit einem Ehepaar mittleren Alters, allesamt noch schlafend und allesamt mit Handschellen gefesselt. Auch sie wurden mit Videokameras überwacht.

"Wir haben die Subjekte eingefangen, Professor Smith. Sie sollten in Kürze aufwachen, dann können Sie beginnen."
"Sehr gut. Bereitet schon mal alles vor."


Zuletzt von Vicati am Fr 22 Jun 2012, 20:29 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Do 21 Jun 2012, 23:52

Ein bisschen mit dem Mund kauend drängte sich Bewusstsein in die Schlafphase von Leon. Noch wusste er nicht genau, ob er wach war, oder noch nicht und lies deshalb die Augen vorerst zu. Warum hatte er so einen Schädel dran? Er hatte sich doch noch gar nichts mit Alkohol genehmigt.
Vielleicht verlegen, mutmaßte er schlaftrunken. Irgendwie war es warm, fast schon unangenehm, so dass Leon die Bettdecke zurückschlug. Zumindest hatte er das vorgehabt, doch weder der eine Arm noch der andere wollte gehorchen. Er verlagerte ein wenig seine Schulter und wollte sich herum rollen, doch irgendetwas hielt sein Handgelenk fest. Mit einem Herzschlag, der so intensiv war, dass man hätte befürchten können, es würde kein weiterer folgen, riss Leon die Augen auf. Das was er sehen konnte, gefiel ihm gar nicht. Blanke Metallflächen erstreckten sich bis zum Rand seines Sichtfeldes, in einer Ecke konnte er eine Kamera erkennen. Der Versuch, den Kopf zu heben, scheiterte nach kurzer Probe genauso wie der, Beine oder Arme zu bewegen.
Was zur Hölle...
Die Gedanken in Leons Kopf rasten, wo war er, wie war er hier her gekommen und warum? Schreien würde, erfahrungsgemäß aus Funk und Fernsehen, nichts bringen und durch die Videokamera wussten die... ja, wer eigentlich... ohne hin schon, dass er wach war. Er versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, doch die Hitze im Raum war unerträglich und aus einem unbestimmten Grund beschlich ihn die Angst, dass es nicht umsonst so war...
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