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 [MSG] +350: Underworld - In den Schatten

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Porphyrion
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BeitragThema: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 19:38

--- Intermission ---

http://www.youtube.com/watch?v=ZMQhfF6oOwM

Für eine Gesamtansicht des vierten Planeten im Chesterton-System, entdeckt im Jahre 233 des Paktes von Sir Owen Chesterton, einem Adligen und Entdecker aus der Stromgarder Oberschicht, wollen wir bei einem der Zahlreichen Frachter beginnen, die täglich den Phasensprung in das System begehen. Unser Frachter ist mit dem Namen Elnora Ladane gesegnet und ein klobiges Ding aus den 320ern, als wieder einmal Funktionalität den Stil diktierte, da für hübsches Design aufgrund zahlreicher Legionsangriffe keine Zeit und Muse da war.
Die Elnora Ladane also, mit ihren 750 Metern Länge, und den entlang der Schiffsachse angebrachten, ihrerseits 50 Meter langen, mit unterschiedlichster Fracht gefüllten Kompositcontainern beendet ihren Phasensprung und landet auf halber Strecke zwischen Chesterton 4 und 5, die in konstanter Eclipse zueinander stehen, was ein kleines kosmisches Wunder ist, aber den Kapitän, einen bärbeissigen Troll, der von Astronomie eher wenig Ahnung hat, nicht die geringste Ehrfurcht abnötigt. Barsche Befehle werden über die Brücke gebrüllt, dann setzt sich der Frachter langsam in Bewegung, Destination ist der vierte Planet, dessen Lichter auf der aktuell dem Fixstern abgewandten Seite helle Schneisen in die Dunkelheit fräsen... Megatropolen und Arkologien, die niemals wirklich schlafen.
Grob zu erkennen sind drei der 7 Kontinente des überdurchschnittlich großen Planeten, anhand der Lichtfelder, die die Arkologien entlang der Küste bilden. Wieder hat der Kapitän keinen Blick für die Majestät des Augenblicks, zu oft ist er die Strecke schon geflogen.
Langsam begibt sich die Elnora Ladane in die Atmosphäre, durchstößt Wolkendecken, stets darauf bedacht, den Abstieg so erträglich wie möglich für die kostbare Fracht zu machen. Sie verlangsamt ihren Flug über dem größten Kontinent des Planeten, Iandora, und geht in den Sinkflug über der Stadt Neu-Ironforge, bekannt zum einen für ihr Wahrzeichen, die Lichterschein-Arkologie, samt dem 5 Kilometer hohen Lichterschein-Turm, gebaut vom exzentrischen Billionär Arkady Lichterschein, der an der Spitze residiert, und dessen Konzern L4 – Lichterschein Land- und Luftwaffensysteme Limited.
Während sich die blauen Lichter des Manaleitstrangantriebes durch den Nachthimmel von Neu-Ironforge fräsen, wollen wir doch nun einen Blick auf das Geschehen in einer der großen Straßen unter dem quer über den Himmel ziehenden Frachter werfen. Ausnahmsweise kein Konzerngebiet! Hier handelt es sich um paktautarkes Gebiet, was auf Chesterton in erster Linie bedeutet, dass hier die Häuser zwar genau so hoch sind, aber meistens etwas enger stehen, die Gassen dunkler sind, und die Fassaden abseits der großen öffentlichen Plätze übersät mit Manaleuchtreklamen. Dunkel wummert Musik aus den Kellern und oberen Geschossen der Wolkenkratzer, wo die Konzernangestellten aus der Umgebung ihren Frust wegfeiern, fernab der Augen und Ohren der Konzernsicherheitsservices.

http://www.youtube.com/watch?v=_-uDJDFMXUw

Werfen wir doch nun einen Blick in einen der Clubs. Die Musik wird lauter und lauter, die Aufzugstüren öffnen sich, und man ist im zweiunddreissigsten Stock eines Hochhauses mit Ausblick über die lichtverschmutzten Straßen der Stadt und der Gassen, die selbst am Tag nur im Dämmerlicht und in der Nacht einer depressiv lichtschluckenden Schwärze ausgesetzt sind. Aber hier oben sind die Junkies gut angezogen und haben keine Waffen dabei (Dafür sorgen die Türsteher), tanzen nur mit großen Augen auf Cyber- oder Chemischer Droge über die Tanzfläche. Dem ungeübten Partygänger treibt schon allein die Atmosphäre des Clubs das Adrenalin in die Adern, die Wogende, pulsierende Masse, die mit zunehmender Nähe zum DJ immer kompakter wird, die blau leuchtende Bar, an der Frauen sitzen die einem den Atem, und manchmal ihre Freunde, die, wenn der Blick zu lange auf ihrer Süssen ruht, das Gesicht verschlagen.
Auf den Toiletten des Clubs wird der härteste Stoff ausgetauscht, für ein paar Credits oder weitaus höhere Summen wechseln hier (In aufsteigender Härte) von Sonnengras bis Traumstaub (Trichterwindenextrakt), über Cybertrips bis hin zu "Stecher", einer kristallstaubartigen synthetischen Droge, die für die Nacht Träume wahrmacht, alle möglichen Drogen den Besitzer.
Verfolgen wir doch nun eines der aufgeputschten Pärchen aus dem Club heraus. Es ist drei Uhr morgens, der großgewachsene schwarzhaarige Mann mit dem Feuer in den Augen, und die etwas klein geratene Nachtelfe können schon im Aufzug, da sie die einzigen sind, die in der Kabine nach unten fahren, nicht voneinander lassen. Hände wandern südwärts, doch bevor es weiter als Petting geht, ist man schon unten angekommen. Der Mann, der die Nachtelfe bisher nur geschäftlich kannte, und sie zufällig an der Bar getroffen hat, ist selbst noch recht überrascht von seinem Fang, fühlt sich aber, verständlicherweise, schwer wohl.
Sie treten heraus auf die Straße und ein Windstoß fegt über den Bürgerstreig, wirbelt herabgefallene Servietten und Flyer auf. Der Mann schließt sein Jackett und die Elfe zieht ihre gelackte Polsterjacke mit dem künstlichen Pelzkragen enger. Mit einem Klaps auf den Hintern befördert er sie in das herbeigewunkene Taxi.
Die Tür schließt sich, und schon auf dem Rücksitz fangen die beiden wieder an, übereinander herzufallen. Das Petting wird immer ernsthafter, und schließlich fingert er sie, zum Unbill des Taxifahrers, der nur durch eine dicke, mittlerweile beschlagene Glassscheibe von ihnen getrennt ist, noch während der Fahrt zum Orgasmus.
Bei ihrem Apartmentblock, einem hoch aufragenden, mit silbrigen Kunststoffkompositscheiben eingekleideten Hochhaus, steigen sie, nach einem ordentlichen Trinkgeld für den Fahrer, hastig aus, und hastzen über die windige Straße hinweg zur Eingangstür. Der Pförtner lässt nur einen halbwegs flapsigen Blick fallen, dann sind die beiden auch schon im Aufzug Richtung achtundzwanzigster Stock verschwunden.
Soviel zum Nachtleben auf Chesterton.

http://www.youtube.com/watch?v=FfXSef8FOAg

11:30. Die Jalousien öffnen sich automatisch, gerade so weit, dass ein wenig Licht auf das zerwühlte Bett fällt. Trotzdem ist es genug Licht für Les, dass sein brummend schmerzender Kopf eine Alarmreaktion auslöst, und der schwarzhaarige Mann wendet sich schnell auf den Bauch, damit das Stechen unter seinen Augenlidern aufhört. Neben ihm die Nachtelfe, der es besser zu gehen scheint als ihm.
Er rekonstruiert die Voraussetzungen und Ergebnisse der vergangenen Nacht, immer noch mit einem brutalen Schmerz im Schädel. Lässt seinen Arm an der Seite des Bettes herabfallen und tastet nach seinem Jackett. Das silberne Etui ist schnell gefunden, und kurz nachdem er sich entschieden hat, sich dem Sonnenschmerz zu stellen, erfüllt der Geruch von Sonnengras den Raum.
Das Mädel (Wenn man sie denn so nennen darf, denn auch wenn er ihr Alter nicht genau weiß, ist er sich doch sicher, dass sie mindestens ein paar Jahrhunderte mehr als er auf dem Buckel hat, auch wenn man das letzte Nacht nicht gemerkt hat) schnarcht leise neben ihm vor sich hin. Innerlich klopft er sich auf die Schulter. Gute Arbeit, Les. Hast es nicht verlernt. Und wenns auch keine Blutelfe ist, Elfe ist Elfe, gibt noch einen Punkt auf der Scoreliste.
Nachdem er den Joint vollständig in die Blumenvase auf dem Nachttisch geraucht hat, steht er auf. Fühlt sich schon mal besser an. Er stakst zum Kühlschrank und schaut durch. Könnte jetzt ein Glas Milch gebrauchen. Und da wartet auch schon die Milch auf ihn, in einer großen, klobigen Plastikflasche. Sauber, wie zu Hause.
Unerwartet wird sein aus-der-Flasche-Trinken unterbrochen, aber nicht von einer wütenden überhygienischen Nachtelfe, sondern von einem Anruf im Hirnanhang.
"DeWray, was gibt's?"
"Johnson hier. Treffen sie mich bei Kemal, es gibt mal wieder einen Run zu erledigen."
Ah, es war der Orc – sein Lieblingsjohnson. Mit Aufträgen von Neckbone. Die waren immer ganz gut bezahlt.
"Geht klar.", mit einem Blick auf die Nachtelfe, die sich mittlerweile aus dem Bett gequält hat, und auch in der Wohnküche steht, "Kann ich jemand von meinen Leuten mitbringen?"
"Wenn sie fähig sind..."
"Sind sie.", nickt Les, wie zur Bestätigung, auch wenn sein Gegenüber ihn nicht sehen kann.
"14 Uhr bei Kemal. Nicht zu spät sein."
"Bye bye."
Eine kurze Pause folgt, in der Les mit der offenen Milchflasche in der Hand herumsteht, dann streckt Ailish ihre Hand nach der weißen Flasche aus, und er gibt ihr das Getränk.
"Wir haben nen Auftrag, Ai."


Zuletzt von Palenque am So 26 Aug 2012, 23:05 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 21:39

Chunidora Sparzzelspross, die alle nur Nuts nannten, hatte schon früh angefangen, sich einem Tag-und-Nacht-Rhythmus, wie er in konservativen Bevölkerungsschicht propagiert und akzeptiert wurde, zu verweigern. Es hatte bereits während ihrer Schulzeit begonnen und sich spätestens zu dem Zeitpunkt, ab dem sie sich auf den eigenen Beinen stehend ihre Existenz im Halblegalen aufgebaut hatte, vollends ins Chaos gekehrt. Dabei gehörte Nuts jedoch auch nicht jener teils auf nightlife, teils auf kriminelle Machenschaften fixierten Subkultur an, die es bevorzugte tagsüber zu schlafen um dann die Nächte durchzumachen und so auch auf einen zumindest regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus kam. Nuts hatte überhaupt keinen Rhythmus. Sie machte sich keine Gedanken darum und schlief stets dann - und auch solange - wie sie Lust hatte. Nicht selten war die Konsequenz dieses Lebenswandels, den nicht einmal ein aufgeschlossener gnomischer Mediziner als gesundheitsförderlich bezeichnet hätte, dass sie nach mehr als achtundvierzig Wachstunden völlig erschöpft in der Werkstatt zusammen brach und in einen komatösen Vierzehn-Stunden-Schlaf auf dem kalten Betonboden fiel.
In der letzten Nacht hatte Nuts es zumindest noch in die Hängematte geschafft, die sie aus unerfindlichen Gründen zwischen der hydraulischen Plattform und der Tür in ihr Werkzeuglager aufgespannt hatte - also zwischen zwei eigentlich notwendigerweise flexiblen Teilen, die insofern wenig geeignet dafür erschienen, irgendetwas straff gespannt zu halten. Aus unerfindlichen, dem gesunden Verstand vollständig widersprechenden Gründen hatte es aber dennoch funktioniert und so befand sich Nuts bereits in einem Zustand des dösigen Halbschlafs als sie mit einem mal fühlte wie Bewegung in ihr Schädelimplantat, dass sie seit diesem unsäglichen Unfall mit dem Nachtsichtgerät trug, kam. Der kleine Knopf des Voice-Recoders schob sich auf Höhe des linken Wangenknochens hervor und ließ die darüber gespannte Haut unangenehm ziepen. Noch ehe sie wirklich war wurde realisierte Nuts, was das bedeuten musste und gab ein höchst unzufriedenes und durchdringendes quietschendes Geräusch von sich, wie es wohl nur der Stimmapparat einer Gnomin zustande bringen konnte. Einen Augenblick später riss ein beständiges und rasch lauter und schneller werdendes Piepen im Nervus vestibulocochlearis endgültig in die kalte und grelle Realität.
"Was zum Geier soll'n das?", beantwortete sie den Anruf ungehalten mit einer Stimme, die vom Schlaf noch zäh und klebrig wie Honig war. Um eine Meldung mit Namen scherte sie sich nicht. Mit modernen Kommunikationsmedien war es quasi ausgeschlossen, dass man eine unbeabsichtigte Nummer wählte. Also wusste ihr Gesprächspartner genau, mit wem er es zu tun hatte.
"Miss Sparzzelspross?", erkundigte sich die sonore Bassstimme am anderen Ende dennoch, wobei ihr keinerlei Verstimmung über die wenig herzliche Begrüßung durch die Gnomin anzumerken war, "Johnson hier..."
"Johnson wer? 'ch kenn' viele Johnsons...", fiel Nuts dem anderen nuschelnd ins Wort. Zwar konnte ihr Unterbewusstsein sehr wohl aus der Information 'Johnson' bereits alles entnehmen, was sie eigentlich hätte wissen müssen, doch ihr vom Schlaf noch träges Bewusstsein dachte gar nicht daran, sich von diesem beraten zu lassen. Andererseits musste jeder, der Nuts kannte, ohnehin wissen, dass was auch immer sie sagte mit Vorsicht zu genießen war.
"Johnson genügt, Miss Sparzzelspross", erklärte nun auch die sonore Stimme, "Wir haben Interesse daran, wieder einmal ihre besonderen Fähigkeiten zu mieten. Kommen sie um 14.00 Uhr in Kemals Bar. Ich gehe davon aus, dass sie Interesse haben." Es war offenkundig, dass der letzte Satz keine Frage war und auch Nuts, die sich inzwischen in ihrer Hängematte aufgerichtet hatte, musste gequält nicken. Es war nicht so, dass sie eine Wahl gehabt hätte. Sie war im Moment ziemlich klamm. Sie konnte den Runnerjob gut gebrauchen.
"Mmmh...", war dennoch alles, was sie hervor brachte.
"Wunderbar. Ich sehe sie dann heute um 14.00 Uhr. Seien sie pünktlich." Mit einem leisen Summen beendete die sonore Stimme die Verbindung und einen Augenblick später fuhr auch der Voice Recorder zurück in Nuts' Implantat. Die Gnomin selbst schlug die Hände in großer theatralischer Geste vors Gesicht und ließ sich mit einem Urschrei, der jeden Nachbar verschreckt hätte, so sie denn welche gehabt hätte, wieder in ihre wild schaukelnde Hängematte fallen.

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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 21:47

Tropfen der Wirklichkeit sickerten langsam aber unaufhaltbar in den wohlig umnebelten Verstand. Der Verstand war ein selbstsüchtiges Ding, immer nur beschäftigt mit Sex, Drugs and... ach scheiß drauf. Der Verstand griff nach den Spiegelscherben der gestrigen Nacht. Der Körper, zu dem der Verstand gehörte, hatte getrunken, zu viel. Und getanzt. Bis sich der Verstand dem Rhytmus überlassen hatte. Und beide hatten einen Menschen getroffen. Les, sympathischer Kerl und wie ein Teufel im Bett. Der Körper hatte in einem ganz anderen Rhytmus getanzt, im ältesten Rhytmus der Welt. Sie hatten sich gekrümmt und gewunden.
Ailish lächelte. Körper und Verstand begannen wieder zusammen zu arbeiten. Verstand sagte, dass sie noch liegen bleiben sollte. Körper hingegen bestand auf einem Kopfschmerzmittel und Frühstück, und zwar am besten vor fünf Minuten. Mit einem schicksalsergebenem Seufzen setzte sich Ailish auf. Die dünnen Decken fielen von ihr ab. Die Sonne füllte den Raum mit angenehmer Wärme. Ailish betrachtete sich in der Spiegelwand des Schranks. Damn girl. Ihre Haare sahen allerdings aus als hätte eine Horde wütender Frettchen sich darin ausgetobt. Was allgemein gesprochen der Wahrheit entsprach. Ailish hielt sich selbst vom Erblauen ab, was bei Nachtelfen das Erröten ersetzte. Sie war mehr als ein halbes Jahrtausend alt. Fünf Menschenleben. Es gab keinen Grund mehr für falsche Scheu. Die Haare mussten trotzdem in Ordnung gebracht werden. Mit dem Kamm bändigte Ailish das Meer blauer Strähnen. Nackt tapste die in die Küche, wo Les sich bereits an ihrem Kühlschrank bediente. Ailish hatte ihn gestern mit sich genommen. Oder er sie? Die Nachtelfe lächelte eines jener Lächeln, die Männer dazu brachten ihre Pläne zu überdenken.
"Wir haben nen Auftrag, Ai", stellte Les fest und überreichte ihr die Milchtüte. Im Gegensatz zu Les holte sie erst ein Glas aus einem der Schränke, bevor sie schnurrend antwortete: "Was immer du willst, Shan'Do." In plötzlich geschäftlicherem, aber immer noch warmen Ton hakte sie nach: "Gut bezahlt? Natürlich. Das sind deine Jobs immer." Einer der Gründe, warum sie ihn in ihr Bett gelassen hatte. Konnte nicht schaden, so jemanden gut zu stellen. Ailish grinste ob ihres eigenen, eigentlich ziemlich schlechten Scherzes. Aber das war kein Morgen für Trübseligkeit.

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Porphyrion
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 22:01

"Ich gehe davon aus dass es Neckbone ist. Das dürfte dann ziemlich gut bezahlt sein.", nickte Les. Dann liess er den Milchcontainer zum Glas herüberschweben, und schenkte ein. Ein Stoßgebet an die Leylinien Chestertons war nicht notwendig, der Planet besaß ein natürliches und von zahlreichen Arkanwissenschaftlern erforschtes Leyliniensystem.
Woher wusste er diesen Scheiss? Gnarljingthen? Der erste Erforscher der Leylinien von Chesterton im Jahre 245. Sauber. Glatte Eins!
Nur dass er nicht mehr auf dem magischen College rumhing. Les war jetzt erwachsen, bumste Elfen, und trank Milch aus Containern.
Er rieb sich die Stirn, und ließ die Flasche auf den Tisch zurücksinken, nachdem er eingeschenkt hatte.
"Wird schon. Wir haben noch Zeit. Lust auf einen Joint?" - Umständlich fummelte er das silbrige Etui aus seiner mittlerweile wieder angezogenen schwarzen, mit weitem Schlag versehenen Cargohose, nahm sich selbst einen der Dübel und hielt Ailish die verbleibenden drei in der edlen Verpackung hin.
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 22:30

Neckbone also. Das war gut, sogar sehr gut. Neckbone bezahlte immer gut, weil sie absolute Verschwiegenheit und keinerlei Spuren haben wollten. Sowas kostete extra. Hm, warum eigentlich nicht? Und zumindest Les war zuverlässig. Der würde nicht versuche sie zu bescheißen. Sonst würde er nicht mehr in ihr Bett kommen. Und der kleine Les hatte einen leichten Elfenfetisch, wie Ailish aus seinen Kommunikationsprotokollen wusste. Nicht, dass sie es sich zur Gewohnheit machte, die Vergangenheit ihrer Nümmerchen zu überprüfen. Aber Les war interessant genug, um die Anstrengung zu rechtfertigen. Ailish sandte ein weiteres Lächeln über den Tisch und griff mit spitzen Finger nach dem Joint, den sie sich von Les anzünden ließ. Diese kleinen Spiele gefielen ihr.
"Danke. Hast du einen Wagen in der Nähe? Oder soll ich dich mitnehmen?", fragte Ailish und legte die Beine übereinander: "Natürlich nur Motorrad."

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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 22:41

Ein leichtes Kribbeln an der Fingerspitze, und eine Flamme entstand. Was der junge Les als ein mittelmäßiges Wunder betrachtet hätte, war für den alten Les eine Routine. Was gab er sich überhaupt mit solchen Gedanken ab? Sterben würde er sowieso, da konnte er auch sein Hirn in die Matrix übertragen lassen und als KI weitertrollen. Kein Stress. Noch war er am Leben, und er hatte eine schöne Nacht gehabt.
"Nimm mich mit. Paktpolizei gibt eh nen Scheiss drauf ob ich nen Helm aufhabe oder nicht, und ich wohne ja nur ein paar Straßen weiter. Dann hol ich mein Bike und wir ziehen weiter zu Kemal. Ich wette der Kiffkopf ist noch nicht mal aus dem Bett. Ich denke ein Konterbier ist angebracht."
Angebracht war ein Konterbier immer. Klar, er trank zu viel, aber das Leben auf Runs konnte jederzeit vorbei sein, da war es nicht so schlimm. Er entschloss sich, Ailish kurzerhand die Datei zu schicken, die er über den Orc-Johnson angelegt hatte. Konnte nicht schaden, dass sie über den Auftraggeber Bescheid wusste. Ein souveräner Runner war ein überlegener Runner. Und die Kleine gefiel ihm. Sie hatten schon ein paar Aufträge zusammen erledigt - Kleinzeug für Gnomacola und L4. Sauber genug. Sie hatte gute Arbeit geleistet, und sein Angebot, sie mitzunehmen, war daraus entstanden. Nicht dass er sich schuldig fühlte, dass er sie gevögelt hatte. Er mochte es, seine Freunde nah, und seine Feinde näher bei sich zu halten. Wo sie stand war noch nicht so ganz klar. Er hoffte Freund, auch wenn man mit Feinden den besseren Sex hatte. Naja. Die Datei war übertragen.
"Hast du irgendwo Katerpillen rumliegen?
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Basol
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 22:59

Das Nachtleben auf Chesterton... wie konnte man es am Besten beschreiben? Überwuchert wie der tiefste, unberührteste Dschungel würde es ganz gut treffen. Oder undurchsichtig und geheimnisvoll wie die tiefste See. Diese Möchtegern-Ordnungshüter jedenfalls fischten meist im Trüben. Die Wahrscheinlichkeit, jemals für irgendwas drangekriegt zu werden, lag unter 10 Prozent, zumindest, wenn man es richtig machte. Unerfahrene Anfänger kriegten natürlich öfter eins drauf.
In einem der zahllosen Freudenhäuser der Stadt, auf einem bequemen, alten Sessel, saß ein Orc mittleren Alters und zählte die Einnahmen der vergangenen Nacht. War eigentlich ganz ergiebig gewesen, auch wenn er schon bessere Nächte erlebt hatte. Aber so war das Leben: Böse und verrucht.
"Hier ist dein Bier, Mugroth.", sagte eine schüchterne und zierliche Blutelfe namens Fallaria und hielt ihm einen großen und schweren Krug entgegen, den er ihr unwirsch entriss und ohne ein Wort des Dankes einen tiefen Schluck nahm. Als er ihn schließlich geleert hatte, reichte er ihn ihr, damit sie ihn wieder wegtragen konnte.
Jaaah, so ließ es sich leben... Aber das Bier schuldete sie ihm... Schließlich durfte das Stück Scheiße, das letzte Nacht versucht hatte, sie zu erwürgen um einen besonderen Kick beim Durchnehmen einer Sterbenden zu erfahren, jetzt mit viel Glück den Rest seines Lebens im Krankenhaus verbringen.
Jaaah, so war es. Er beschützte seine Nutten und sie brachten ihm dafür Geld ins Haus und machten ihm auch hin und wieder ein anderes Geschenk. Das war eine gute Beziehung, von der beide Seiten profitierten. Und verlorene Schäfchen, die ihn verlassen wollten, naja, die musste er halt zu ihrem Glück zwingen. Aber warum wollten manche weg von ihm? Er war doch soooo lieb zu ihnen. Er schlug nur ganz selten zu, wirklich. Nur ein paar Mal die Woche und meistens mit der flachen Hand... Deswegen war er doch kein Monster...
Zumindest wusste Mugroth, dass sein Alter nicht gutheißen würde, was er so trieb. Gut, dass der nichts wusste und dabei war Mugroths Vater schon ein schwarzes Schaf der Familie. Felsfaust... Den Namen trug er nur, um seinen idiotischen Verwandten eins auszuwischen. Die würden sicher Auftragskiller auf ihn ansetzen, wenn sie wüssten, dass so einer wie er mit ihnen verwandt war. Aber darüber konnte er nur lachen. Er hatte Wege gefunden, wie es sich angenehm leben ließ. Und wie es im Prinzip alle auf einem Planeten wie Chesterton IV taten. Er war im Grunde ein völlig normaler Bürger dieses Planeten, da gab es noch weit üblere Typen als ihm.
Plötzlich klingelte sein Handy - Hirnstammsonden hatte er sich ja immer noch nicht geleistet (wurde mal Zeit, wirklich). "Felsfaust.", brummte der Orc.
"Hey, Mug...", erklang die Stimme seines Artgenossen Johnson am Telefon. "Es gibt nen Run zu erledigen. 14 Uhr, bei Kemal."
Mehr brauchte Mugroth nicht zu hören. "Verstanden, werde dort sein.", brummte er. Endlich mal wieder ein Run, das würde satt Extraschotter abwerfen. "Ich bin dann mal für heute weg, es gibt nen Run zu erledigen.", sagte er zu Fallaria. "Du und Shadriel habt die Aufsicht über die anderen Mädels, während ich weg bin, ja?"
"Aber immer doch.", lächelte die Blutelfe. Ihr und der Nachtelfe konnte er vertrauen, die waren so erfahren im Huren-Gewerbe, dass sie eine große Hilfe dabei waren, die ganzen Mädels unter Kontrolle zu halten.
Naja, würde schon gutgehen. Und ihm wieder mehr Schotter auf das Konto bringen, sodass er sich in zehn Jahren zur Ruhe setzen können würde und einen schönen Lebensabend voller Alkohol und Frauen verbringen...
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 23:04

"Aye", bestätigte Ailish durch den Rauch hindurch Les' Zustimmung, dass er mitgenommen werden wollte. Les, nachts Liebhaber, morgens Feuerzeug und tagsüber Vermittler für Runs. Konnte nicht schaden so jemanden nahe bei sich zu halten. Ailish erlaubte sich ein kurzes schäbiges Grinsen. Mal abgesehen davon, dass der Sex mit ihm ziemlich gut war. Erinnerungen an die letzte Nacht trieben immer noch wie Schlieren an ihrem geistigen Auge vorbei. Die Sonne stach durch das Fenster der kleinen Wohnküche hinein. Ein Gedankenbefehl ließ die Rolladen weiter herunter fahren.
"Pillen sind im Nachtschränkchen", beantwortete Ailish Les' Frage und deutete auf besagtes Möbel. Das Bier holte sie ihm selbst, öffnete es und reichte es ihm. Eine seltene Geste von Zuneigung bei ihr. Mit fünfhundert Jahren Lebenszeit floh die Romantik nunmal. Chesteron tat das übrige. Ailish angelte ihren Visor vom Tisch und setzte das Gerät auf. Ein blau-leuchtendes Band schob sich vor die glimmenden Augen der Elfe. Den Joint ließ sie, wo er war. Viele Infos waren es nicht, die Les da hatte, aber zumindest verhärtete sich der Verdacht auf Neckbone als Auftraggeber. Gegen wen es da wohl ging? Eigentlich war es egal. Sie bekam Geld. Wo es herkam, war nicht ihr Problem. Die Simulationsfläche des Visors erlosch. Ailish streckte sich auf dem Küchenstuhl und krümmte sich um nach Les schauen zu können.
"Gehe duschen, ein bisschen frischmachen."

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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 23:21

Ein leises Klingeln war in der kleinen Wohnung zu hören, die nur vom blauen Licht verschiedener Holoschirme erleuchtet wurde. Inmitten von schmutziger Kleidung, Pizzaschachteln und halb zerlegten Drohnen lag eine zusammengekrümmte Gestalt, die scheinbar irgendwann von der schwebenden Drohne vor den Schirmen gefallen war, die man zu einem Stuhl umfunktioniert hatte. Das Klingeln verklang schliesslich erfolglos, die Gestalt, die sich als Gnom herausstellte, regte sich nicht. Erst als das Geräusch verstummt war, kam plötzlich Leben in ihn. Langsam hob Fizzle den Kopf aus etwas, das sich nach einem zweiten Blick als alte Unterwäsche herausstellte. Grummelnd rieb er sich den Kopf und stand auf. Er hasste Kopfschmerzen. Zu lange auf, zu lange mit der Matrix oder mit seinen Drohnen verbunden und das Ganze auch noch in Kombination mit Blue Crystal und Aufputschpillen. Nach einigem Blinzeln liess er sich wieder auf die Knie fallen und fischte zielsicher eine Packung Kopfschmerztabletten heraus. Er schüttete sich den Rest in den Hand und schluckte gleich alle Pillen trocken herunter. Dann griff er sich eine andere Packung und warf noch eine Handvoll blaue Pillen hinterher, auf denen er genüsslich herumkaute.
Nachdem die Sache mit den Schmerzen vorerst erledigt war, drehte er sich wieder um und liess sich auf seinen Drohnensessel sinken. Als wäre keine Zeit vergangen, klinkte Fizzle sich wieder in seine Spiele ein und prügelt sich weiter durch verschiedene Welten, einerseits als Spacemarine durch von der Legion kontrollierte Welten und andererseits als mit Schwert und Schild bewaffneter Krieger durch das alte Azeroth, um gegen den Lichking und seine Geissel zu ziehen. Hirnstammerweiterungen waren wirklich praktisch, so kam man gleich doppelt zu seinem Spielvergnügen.
Irgendwann, Fizzle konnte nicht genau sagen, wann erklang wieder ein Klingeln. Genervt feurte er einer Teufelswche den Kopf weg und zerstückelte noch einen weiteren Untoten, dann pausierte er beide Spiele und gab mit einem gedanklichen Befehl die Verbindung statt.
"Hm?"
"Johnson hier", schnorrte die Stimme vom anderen Ende der Leitung. "Ich habe einen Run für Sie. 14.00 bei Kemal."
"Muss ich persönlich auftauchen?"
Die Stimme des Orcs stutze kurz, dann antwortete er: "Ähm, selbstverständlich..."
"Eine Drohne reicht doch?"
So entstand ein kurzes Wortgefecht, bis Fizzle schliesslich einlenkte, hauptsächlich weil er nach einem kurzen Check seines Kontos bemerkte, dass seine Geldreserven sich langsam dem Ende zu neigten.
"Hm. Werde da sein."
"Und seien Sie pünkt..."
"Ja, ja", Fizzle trennte die Verbindung und wandte sich wieder seinen Spielen zu. 14.00 Uhr, das war noch lange hin. Da konnte er sich bestimmt noch durch diesen unteren Teil der Eiskrone prügeln...
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 23:26

Nuts' emotionaler Ausbruch, zu dem der Anruf des Auftraggebers sie verleitet hatte, war nicht ganz ungewöhnlich für die Gnomin. Solche Phasen des Weltschmerzes waren ihr - und den wenigen anderen, die sie näher kannten - wohlbekannt, hielten jedoch nie lange an. In ihrem psychologischen Gutachten hatte etwas von extremen Stimmungsschwankungen gestanden. Selbstverständlich war das lächerlich, sie selbst hätte sich als durch und durch ausgeglichen bezeichnet. Doch Nuts hatte schon früh in ihrem Leben feststellen müssen, dass ihre Umwelt nur zu oft unfähig war, sie richtig einzuschätzen. Einer der vielen Gründe, warum sie Technik dem Sozialleben vorzog. Technik irrte sich nicht.
Nuts brauchte nicht lange, bis sie dann doch aus dem Bett war. Jetzt, wo sie wach war, konnte sie schließlich schlecht liegen bleiben. Es gab so viele Dinge zu tun! Also frisch ans Werk! Ein Blick an ihrem Körper hinab bestätigte Nuts, dass sie nach wie vor ihren Werkstattoverall trug, ein formloser aber bequemer und vor allem praktikabler Einteiler aus blauer schmutzabweisender Spezialfaser. Diesen morgendlichen Blick an sich hinab hatte Nuts sich zu einer ihrer wenigen Gewohnheiten direkt nach dem Aufstehen gemacht. Das war wichtig! Sie hatte da mal ein höchst unangenehmes Erlebnis gehabt als sie - das musste inzwischen auch schon wieder ein paar Jahre her sein! - nach einer Nacht mit einem Zwerg, den sie in der Kneipe aufgerissen hatte, so wie sie war - also nackt - mit dem Schrauben begonnen hatte. Eine volle Stunde unter einer sehr heißen Dusche mit einem alles anderen als weichen Schwamm hatte ihr gezeigt, wie schwer Motoröl doch von der Haut zu schrubben war. Seither ging sie jeden Morgen auf Nummer sicher.
Gerade wollte Nuts sich mit tapsigen Schritten in die Arbeit stürzen, da fiel ihr Blick auf etwas, was irgendwie nicht so recht in die Werkstatt zu passen schien. Es war - ganz ohne Zweifel! - eine Pfanne. Eine Bratpfanne! Nuts nahm sie auf, drehte sie am Stiel, zuckte dann mit den Schultern. Es war unzweifelhaft ihre. Was die wohl hier machte? Andererseits... wenn sie die schonmal hier hatte, dann konnte sie auch gleich Frühstück machen! Sie ging mit der Pfanne zum Schweißbrenner hinüber, schob sich eine getönte Brille über das verbliebene Auge und stellte den Gasstrom an. Ein Zündfunke sprang und das Rauschen des Gases ging in das scharfe Zischen des Brenners über. Nuts griff die Pfanne am äußersten Ende des Stiels und hielt sie dann für ein paar Sekunden in die Flamme. Jetzt erst fiel ihr auf, wie schwarz das Eisen auf der Bodenseite war. Hatte sie das schon öfter gemacht? Die Tatsache, dass ein halbvoller Eierkarton unmittelbar neben dem Brenner stand bestärkte diesen Verdacht in ihr. Andererseits... und wenn schon! Abermals zuckte Nuts mit den Schultern, schloss den Brenner wieder und stellte die nun zweifelsohne heiße Pfanne auf einem Schraubstock ab. Leise vor sich hin brabbelnd schlug sie zwei Eier in die Pfanne und beobachtete mit Faszination, wie das Eiweiß fast augenblicklich zu gerinnen begann. Während der appetitliche Geruch von Spiegelei sich in der Werkstatt ausbreitete, wandte sich die Aufmerksamkeit der Gnomin der Laserpistole zu, die auf der Werkbank unmittelbar neben der Pfanne lag. Richtig, daran hatte sie gestern Abend noch gearbeitet! Sie griff sich ein Multifunktionswerkzeug und zog die Waffe zu sich heran. Die Zeit bis zum Frühstück ließ sich auch noch nutzen...

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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Mo 11 Jun 2012, 23:54

"Tu das. Ich komme nach."
Ein Schluck, zwei Schluck. Drei Schluck. Herb rann das New Ironforge Dark Ale seine Kehle herab, ein netter Konter zu seiner milchig aufgefrischten Kehle.
Er legte zwergischen New Wave auf seinen Hirnstamm und tanzte ein bisschen durch die Küche, legte seinen Joint neben Ailishs auf die Küchentheke, und stöberte hinter der Nachtelfe her. War ja keine kleine Wohnung, die sie sich da leistete. Naja, seine war auch nicht gerade klein. Running zahlte sich aus. Ungeschickt wie er war stolperte er über den dicken Teppich vor dem großen, zerwühlten Bett, fing sich knapp vor der Bettkante, und setzte sich kurz auf das Bett. Sauber gerettet. Das Gesicht in die immer noch nach dem Schweiß der letzten Nacht riechenden Laken vergraben, und er erhob sich mit einer magnifizienten Erektion. Zeit zu duschen, vielleicht gab es noch einen Handjob als Bonus.
"Bin da.", meldete er sich kurzfristig an, nachdem er ein kurzes Klopfen an der Badetür als unnötig erachtet hatte. Ein, zwei Schritte, und er stand mit dem Bier in der Hand in der weiträumig bemessenen Dusche, vor der offenen Glasschiebetür, die die Dusche vom Rest des mit Sandsteinplatten ausgelegten Bades trennte.
"Was dagegen, wenn ich mich dazugeselle?" ... Schluck aus der Flasche. Guten Biergeschmack hatte die Dame.
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 00:59

Die Sonne weckte sie, als diese schließlich den Weg von der Fensterkante bis zu ihrem Gesicht gefunden hatte. Sie erwachte. Anders als soviele andere in dieser Stadt ohne Kater. Hanea Sonnenklinge hatte gestern gearbeitet und an Arbeitstage gönnte sie sich kaum mehr als ein Glas Rotwein. Auf dem Esstisch lagen noch die Dossiers, die sie angefertigt hatte, Informationen über den Mann, für dessen Entsorgung man ihr einen Vertrag angeboten hatte. So dachte sie gerne darüber. In dieser Stadt gab es viel Müll, am meisten von der zweibinigen Sorte. Der Kerl war Mitglied eines der hiesigen Syndikate, irgendwo in den mittleren Rängen. Sie erhob sich aus den Laken ihres Bettes und wanderte in die Küchenecke hinüber um sich einen Kaffee aufzubrühen, schnappte sich im vorbeigehen das Datapad vom Tisch, bevor die Halbelfe sich mit der Tasse in der einen und dem pad in der anderen in einen Sessel fallen lies. Sie nahm einen Schluck, bevor sie missmutig die auf dem Bildschirm erscheinenden Notizen durchging. Sie hatten sich seit gestern nicht verändert, wie auch? Sie war bei weitem nicht so verrückt die Vorbereitungsnotizen für ihre Hits auf ein Gerät zu speichern, dass irgendwie mit dre Außenwelt kommunizieren konnte. Das war einfach unprofessionell. Der Kerl war untergetaucht und scheinbar hatten seine Bosse Wind davon bekommen, dass jemand, zweifellos ein Konkurrent ihn würde beseitigen lassen wollen. Genauso unzweifelthaft war ihm daran nicht gelegen, immerhin war der Kerl verschwunden. Es würde noch einiges an Arbeit erfordern ihn Dingfest zu machen- noch einmal genausoviel um ihn zu erwischen. Mehr sogar um dabei nicht selbst geschnappt zu werden.
Ihr klingelndes Handy riss die Halbelfe aus ihren Gedanken und sie musterte es mit gerunzelter Stirn, bevor sie schließlich abnahm.

"Johnson hier. Ich hab nen Job für Sie." Kein hit, soviel war sicher. Dafür verwendete sie andere Kommunikationskanäle. Als hätte er diesen Gedanken mitbekommen, auch wennd as natürlich unmöglich war setzte der Orc hinzu "Ein Run. Melden Sie sich um 14 Uhr im Kemal, wenn Sie Interesse haben." Es klickte und die Leitung war tot. Kein Mann großer Worte; gefiel ihr durchaus. Auch das war schließlich unprofessionell. Hanea Sonnenklinge blickte sich in ihrem Apartment um. Geschmackvoll eingerichtet, wenn auch nicht all zu groß. Es reichte für ihre Bedürfnisse und mehr würde zu Fragen führen, die sie nicht gestellt haben wollte. Ihr Blick wanderte wieder zu den Dossiers. Die lage vresprach keinen allzuschnellen Erfolg und sie saß nur ungern allzulange auf dem Trockenen. Sie seufzte und verschwand in Richtung des badezimmers.

Also Kemal; 14 Uhr.
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 10:14

Es ging nicht anders. Ailish ließ ein glockenhelles Lachen hören. Hier stand Les, nackt wie an dem Tag an dem er geboren worden war und fragte, ob er zu ihr in die Dusche kommen durfte. Wie sehr man doch an alten Vorstellungen von "richtig" und "falsch" hing. Es war noch genug Zeit. Sollten die anderen Nachtelfen Keuschheit halten. Wie die bedauernswerten Geschöpfe in diesem Kloster auf Azeroth. Moon...warden? Irgendwie sowas war es gewesen. Die wussten garnicht, was ihnen entging.
"Dein Bier wird warm werden", stellte Ailish mit einem neckenden Unterton fest. Shampoo schwamm in kleinen Blasenbergen über den Boden. Die Nachtelfe wartete noch einen Moment, dann stieß sie die Schiebetür auf und zog Les, der sich nicht wehrte, zu sich. Der Mann bekam einen langen Kuss.
"Du bist wirklich unersättlich, Les. Was soll ich nur mit dir machen?"

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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 12:03

"Ich wüsste da schon ein paar Sachen...", lachte der Mensch, und ergab sich seinem hoffentlich gnädigen Schicksal. Schön, dass die Dame keine Scheu vor den Herren hatte. Glücklicher Zufall, dass er eine Hackerin zur Hand hatte, das kam immer ganz gut an bei den technisch versierten Neckbone-Aufträgen. Noch besser, dass die Hackerin augenscheinlich ein klein wenig unersättlich war.
Eine halbe Stunde später entstiegen beide der Dusche, nicht unbedingt erschöpft, aber dennoch ein wenig angegriffen, und sammelten ihre Kleider, die der vorangegangene Abend quer über die Wohnung verstreut hatte, wieder auf. Les war im Nu wieder angezogen, bei Ai dauerte es ein wenig länger.
Bald saßen sie auf ihrem Motorrad und brausten durch die Straßen, Les' immer noch nasses Haar vom Wind durchflattert, während ihm einfiel dass es sich doch weitaus ungefährlicher anfühlte das eigene Motorrad zu fahren als bei jemandem hinten drauf zu sitzen.
Fünfundvierzigster Stock. Kleidung gewechselt, Bomberjacke angezogen, eine der beiden Pistolen samt Halfter mitgenommen. Man wusste ja nie, wer vor Kemals Kneipe alles herumlungerte, solange noch nicht offen war und der Troll regulierend eingreifen konnte. Normalerweise quälte er sich um eins aus dem Bett und öffnete um halb zwei...
Das eigene Motorrad fahren! Was für ein Gefühl. Es reizte ihn immer noch, auch nach all den Jahren. Im Nu waren die Straßen der Stadt gen Süden, Richtung Lichterschein-Arkologie durchrast, und sie kamen um viertel nach eins bei Kemal an. Die Kneipe war im untersten Stockwerk eines Gebäudekomplexes situiert, das noch circa dreissig Stockwerke nach oben ging. Eher klein, dafür unauffällig, Wohl eines der Rezepte für Kemals Erfolg.
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 12:31

Eine Taxifahrt später fand sich Hanea vor dem Eingang der bar wieder. Sie mochte diese Art der Fortbewegung, wenn man das Fahrzeug nur oft genug wechselte ermöglichte es einem es fast unmöglich zu machen erfolgreich verfolgt zu werden. Heute war das allerdings kaum nötig. Sie besuchte eine Bar. Das wars.
Der Fahrer, der die Gegend kannte brummte etwas über einen "schlechten Ruf" und das ein "nettes Mädchen" sich dort nicht alleine hinwagen sollte. Plumper Versuch. Der Kerl wusste so gut wie sie, dass es in dieser Stadt keine netten Mädchen gab, trotzdem antwortete sie nur mit einem koketten Lächeln, dass sie sich mit einigen Freunden treffen würde und seine Sorge daher unnötig war. Er brummte eine halbherzige Antwort, während er das Geld von ihr entgegen nahm und sie das Fahrzeug verlies. Sie trug ein etwas über knielanges, dunkles Kleid mit einer dazu passenden Handtasche. In einer gut versteckten Halterung an der Innenseite ihres Oberschenkels, wahlweise verdeckt durch ihre übereinandergeschlagenen Beine oder den Stoff ihres Kleides verbarg sich eine automatische Pistole von kleinem Kaliber. Sie war ungern unvorbereitet.
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 13:43

Sorgsam sicherte Ailish ihr Motorrad. In dem Gefährt war ein Peilsender eingebaut und ein Verstärker. Jeder, der das Motorrad stahl musste damit rechnen, dass bald eine angemessene Menge Geld von seinem oder ihrem Konto verschwand. Nur als kleine Aufwandsentschädigung, versteht sich. Zufrieden mit ihrem Werk, eine schwere Kette blockierte beide Räder des Motorrads, erhob sich Ailish und nahm den Helm ab.
"Würdest du bitte?", hielt sie Les eine Zigarette hin, die er mit einer beschworenen Flamme anzündete. Mit der Zigarette im Mund besah sich Ailish die Gegend. Dreckig, die Gebäude zwar nicht alt, aber auch nicht gepflegt. Noch ein paar Jahre und das Viertel wäre ein richtiges Drecksloch. Oder aber einer der Konzerne nahm mal richtig Geld in die Hand und sanierte alles. Aber das würde Verluste bedeuten, ergo würde es keine Sanierung geben.
"Bin gespannt, was Neckbone will und wie viele Runner die rangeholt haben", murmelte Ailish undeutlich. Wenigstens hatte sie sich noch Zeit genommen, den Breaker und ihre SMG mitzunehmen. Die Waffe ruhte unter dem Sitz des Motorrads, den Breaker hatte sie in der Tasche.

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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 15:56

Nuts' Frühstück bestand aus kalten Spiegeleiern. Man musste eben Prioritäten setzen. Und die Feinjustierung der Linsen der Laserwaffe hatte doch mehr Zeit in Anspruch genommen, als sie ursprünglich angenommen hatte. Sie wusste schon, warum sie so ungern mit den Neutrino-Waffen arbeitete. Die waren zu gut! Staatliche Produktion, erstklassige Qualität aber genau deshalb so starr und unflexibel, dass man damit einem Tauren den Schädel hätte einschlagen können ohne, dass die Waffe nennenswerten Schaden nahm. Sowas auseinander zu nehmen und umzumodeln war echte Schinderei. Da bevorzugt sie schon die billige Massenware, die nicht gerade von Azeroth, Kadia oder irgendeiner Kreuzfahrerwelt stammte. An der konnte man wenigstens ordentlich arbeiten.
Nuts aß direkt aus der Pfanne. War einfach. Anstatt einer Gabel verwendete sie den Schraubenschlüssel des Multitools. Das Spiegelei schmeckte recht fad - das Würzen hatte sie schlicht vergessen - und so erwog Nuts während des Essens, ob eine kleine Prise Hex den Geschmack nennenswert ins bessere kehren würde. Es war wohl ihr eigenes Glück, dass sie noch bevor sie die Entscheidung treffen konnte, die Spiegeleier mit dem Sprengstoff zu bestreuen, feststellen musste, dass nichts mehr in der Pfanne war.
Mit ein wenig tauber Zunge - sie hatte aus Versehen den Elektrokontakt des Multitools betätigt während sie sich gerade einen Bissen in den Mund geschoben hatte - verließ Nuts nach einem Blick auf die Uhr die Werkstatt und stieg die Treppe zu ihrer Wohnung empor. Im Bad ließ sie den Overall zu Boden fallen und stellte das Wasser der Dusche maximal heiß ein. Fünf Minuten später verließ sie das Bad gemeinsam mit einer abnormalen Dampfwolke, die Haut eher wenig vertrauenserweckend gerötet, doch mit seligem Grinsen auf den Zügen.

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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 17:36

http://www.youtube.com/watch?v=e4uTEhDqa_s&video=unblocked

Noch zwanzig Minuten oder so, bis Kemal aufmachen würde. Wenn man sich auf den alltäglichen Ablauf der Dinge verlassen konnte. Les zündete sich nervös einen Joint an. Kein Grund, nervös zu werden, Großer. Noch bist du nicht in der Schusslinie. Aber er konnte das Geld aus dem Run gut gebrauchen. Sonnengras war zwar billig, aber seine Schnapssammlung nicht, genau so wenig wie seine mehr als gut eingerichtete Wohnung und die Arkanarien in seinem Studienraum. Naja. Ohne Fleiß keinen Preis. Er zündete die längliche Sportzigarette an und zog tief durch. Ein Blick zu Ai? Was war bei der los? Da war auch noch eine Blutelfe. Etwas unauffällig, aber süß. Aber er war geschäftlich hier. Vielleicht eine Visitenkarte fallen lassen.
"Mann! Kann der Kerl nicht langsam mal öffnen? Ich könnte wirklich ein Bier gebrauchen."
In einer geschmeidigen Bewegung wandte er sich seinem Motorrad, einer 346er GnomTech Dayton mit 1000 Kubik, zu. Lenkerschloss war drin, Helm war an der Sitzbank angeschlossen. Die Gegend war nicht sonderlich gut. Besser noch das Bremsscheibenschloss. Er fummelte den Schließblock unter der Sitzbank hervor und schloss ihn an die vordere Bremsscheibe. Würde passen müssen.
Ein entschuldigendes Lächeln an Ailish, und: "Sorry. Keine Ahnung, wo der Kiffkopf bleibt.", gefolgt von der Einsicht dass er es war der hier mit einem Joint herumstand.
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 18:22

Um 11 Uhr wurde Amy von ihrem Wecker geweckt. Langsam hob sie ihre Hand und schaltete ihn mit einer kurzen und präzisen Bewegung aus. Dann stand stand sie mit einem brummenden Geräusch auf und griff direkt nach eine Schublade ihres Nachttisches und holte Kopfschmerztabletten raus. Zwar hatte sie gestern keinen mit ins Bett genommen, aber trotzdem genug gefeiert um heute einen Kater zu haben. Natürlich hatte sie mit ein paar Freunden gefeiert, einer von ihnen hatte Geburtstag. Nur mit Fremden würde sie das nie tun. Ihr Blick flog wie von allein durch ihre Wohnung - nicht besonders groß, aber recht gut eingerichtet- und hielt schließlich an der Tür zu ihrem Bad an. Wäre eigentlich eine gar nicht so schlechte Idee.. dachte sie und schließlich ging sie duschen.
Als sie nach knapp einer Viertelstunde fertig war und sich gerade wieder eingekleidet hatte - eine schlichte dunkelblaue Jeans und ein dazu passendes T-Shirt - erhielt sie einen Anruf mittels ihrer Hirnsonden. "Hm?" war alles was Amy sagte, als sie ranging. "Johnson hier. Ich hab einen Run für dich. Sei um 14 Uhr bei Kemal, falls du Interesse hast" und schon legte er auf. Der ist ja mal wieder gesprächig, dachte Amy mit einem leichten Lächeln auf ihren Lippen. Zwar hatte sie eigentlich genug Geld für den Moment, aber etwas mehr Geld konnte nie schaden, also entschloss Amy sich bei diesem Run mit zu machen.

Um 13:30 Uhr packte Amy ihre Pistole und das Phasenmesser ein - man konnte nie zu sicher sein- und nahm sich ein Taxi. Um kurz vor 14 kam sie dann schließlich mit dem Taxi vor Kemals Bar an. Nachdem sie den Taxifahrer bezahlt hatte, begrüßte sie die Anwesenden Personen mit einem Nicken und lehnte sich an die Wand. Ob die wohl auch alle für den Run da waren? Wahrscheinlich, sonst würden sie nicht um die Uhrzeit vor einer Bar warten..
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 18:52

Die Bar hatte noch geschlossen. Sie seufzte, lehnte sich gegen eine Straßenlaterne, kramte eine Zigarettenpackung aus ihrer Handtasche hervor und zog sich eine Kippe heraus. Während sie die Packung wieder verschwinden lies dachte sie an die Worte ihres alten Sarge's: "Ich traue keinem Soldaten der nicht trinkt oder raucht". Sie trank nicht wirklich, folglich hatte Rauchen dann wohl sein müssen. Musste es immer noch. So anders war ihr neuer Job Haneas Meinung nach nämlich nicht wirklich. Jemand sagte ihr, wer sterben sollte und sie sah zu, dass es erledigt wurde. Am Ende gab's dann Credits. Fast dasselbe. Ein schmales Lächeln stahl sich auf die Lippen der Halbelfe während sie die Kippe anzündete.
Außer ihr waren noch nicht wirklich viele Leute hier. Einige der üblichen Säufer, traurige Gestalten für die eine Bar niemals früh genug öffnen konnte. Abgewrakte Gestalten die nah beieinander standen. Dauerpartygänger, die es regelmäßig übertrieben. Man kannte sich. Ansonsten noch eine Menschenfrau in den zwanzigern, die sich abseits hielt und das ungleiche Pärchen, dass mit dem Motorrad angekommen war. Sie lächelte immernoch in sich hinein. Sie war eine gute Beobachterin, dass kam mit dem Beruf, aber man musste wirklich kein Genie sein um zu wissen wer von den Anwesenden für den Run angeheuert worden waren. Normalerweise wäre sie nicht zu früh gekommen, um eben dies zu vermeiden, aber sie hatte sich die Situation besehen wollen, bevor sie annahm.
Glücklicherweise gab es noch eine andere Möglichkeit. Sie würde sich jetzt simpel zu ihren "Freunden" gesellen. Sie schlenderte zu dem Motorradpärchen hinüber und meinte freudig in Richtung des Menschen "Hey? Ihr auch hier?" Wenn sie nicht richtig in die Szenerie passten, sollten sie dabei wenigstens ebenfalls wie eine Gruppe aussehen die beschlossen hatte den "Szenetag" heute etwas zu früh zu beginnen. Sie schickte sich an Ailish freundschaftlich zu umarmen, während sie ihn sehr leises "Spielt mit", zischte. Wenn die beiden gut waren würden sie wissen woher der Hase lief; ansonsten würde sie zusehen, dass sie verschwand. Sie hatte gewisse Qualitätsansprüche; auch wenn manch anderer das wohl als simple arroganz bezeichnen würde.
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 19:27

Mit geschlossenen Augen blies Ailish einen Rauchring in die Luft und winkte beruhigend ab, als Les sich entschuldigte.
"Der macht schon auf. Wir haben's ja nicht eilig. Wahrscheinlich lungert er noch mit Quadratschädel im Bett herum." Kemal war ihr bekannt. Seine kleine Kneipe war eine Art Treffpunkt für Runner. Das wussten natürlich auch nur Runner und Johnsons. Die Runner wollten ihre Ruhe haben, wenn sie die Durchführung ihrer Runs planten, weswegen kaum etwas über die Bar über die erlaubten Kreise hinaus ging. Und Kemal war ganz gut darin die Aufmerksamkeit der Behörden zu vermeiden.
Bis jetzt allerdings zeigte sich der Troll unkooperativ. Kein Licht ging drinnen an und niemand öffnete die kleine Tür, um die Wartenden einzulassen. Statt Kemal kam eine Menschenfrau, nein, eine Hochelfe auf Ailish zu und machte den Versuch sie zu umarmen. Für einen Moment versteifte sich Ailish. Nach den Worten der Elfe allerdings erwiderte sie die Umarmung mit dem linken Arm. Die rechte Hand hielt die Zigarette und war an jene Stelle gerutscht, an der die Phasenklinge verborgen war.
"Schön dich wiederzusehen", grüßte Ailish mit einem freundlichen Lächeln zurück. Sie war sich ziemlich sicher, dass sie ihrem Gegenüber kein Geld schuldete und sie auch nicht irgendwann einmal betrogen hatte. Eine Polizistin hätte sich nicht mit diesem Theater aufgehalten. Blieb eigentlich nur Runner.
"Freut mich, dass du's auch geschafft hast."

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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 20:28

Das hatte also funktioniert. Ai hatte erkannt, dass sie weder Bulle noch einfach ein Junkie war der nach dem ersten, zu frühen Schuss nicht mehr klar kam. Sehr gut. Sie machte einen Schritt zurück, sodass sie mit den beiden einen eigenen, kleinen Kreis bildete, dann meinte sie wieder an die Nachtelfe gewandt:" Ich weiß, wir sind ein bisschen früh dran, aber ich dachte hier wäre schon bisschen was los." Sie blickte sich um. " Fehlen ja noch ein paar. Asra, Melor..." Die letzten beiden Namen waren typische Platzhalter in der Runnerszene, die benutzt wurden wenn man in der Halböffentlichkeit über "freie Plätze" sprechen wollte. Namen, die verbreitet genug waren damit sie im Zweifel jeden bezeichnen konnten- richtig angewandt unter eingeweihten ihren Sinn aber durchaus transportieren konnten.
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 20:44

Schließlich kam auch Mugroth bei Kemals Kneipe an. Er hatte den Flugbus genommen. Hatte irgendwie eine Schwäche für diese Art von Transportmittel, leistete sich keine eigene Karre. Er hatte zwar Kohle, die wollte er aber lieber sparen oder in Equipment investieren. Für die großen Wägen wollte er nicht unzählige Credits locker machen.
Mugroth ließ seinen Blick über die Szenerie schweifen. Waren ja schon einige da, nur Kemal, die alte Schlafmütze, hatte immer noch nicht aufgemacht. Naja, er hatte Zeit. Diese Sache hier würde ihn eine ganze Weile beschäftigen und so lange er seine Mädels in guten Händen wusste, konnte er guten Gewissens mit Abwesenheit glänzen.
"Tag, Jungs und Mädels!", sagte er lässig, während er auf die anderen Runner zuschritt. Runner gab es viele, zu viele, um sich jeden Einzelnen zu merken. Aber es reichte, wenn sie gemeinsam ihren Job taten. "Ich hab eigentlich Joints für alle mitgebracht, aber wie ich sehe, sind die meisten von euch sowieso ausgerüstet." Das wenig Stoff konnte er in Ruhe verschenken. Immerhin hatte er mehr als genug Zeug, um seine Kunden zufriedenzustellen und seine paar Junkie-Nutten gut an sich zu binden. Aber so ein Geschenk kam immer gut und konnte ihm nur Vorteile einbringen.
Jedenfalls... der Moment war gut für einen Eignenen. Er zog einen Joint, zündete ihn an, führte ihn genüsslich zum Mund und nahm einen Zug.
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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 20:52

"Kora und Dorian waren sich nicht sicher, ob sie kommen können", stellte Ailish fest, die in aller Eile ihr Runner-Vokabular reaktiviert hatte. Der letzte Run, bei dem sie mit Fremden gearbeitet hatte, war eine Weile her. Mal sehen. Der Satz eben sollte sagen, dass sie selbst nicht wusste, wer oder wieviele noch an dem Run teilnahmen. Jetzt noch die Info über Les' und ihre Vermutung weitergeben, dass Neckbone der Auftraggeber war. Ein Ork hatte sich zu der Gruppe gesellt, dem Ailish freundlich zulächelte und zunickte.
"Dorian hat anscheinend Probleme mit den Nackenknochen. Hat deswegen den Doktor angerufen." Für andere Runner hieß das, dass Neckbone den Johnson verständigt hatte. Ailish lächelte freundlich. Ihr Gegenüber war ein Runner, soviel war schonmal klar. Und es war höchstgradig unwahrscheinlich, dass sich hier an diesem Abend zwei Gruppen trafen. Also war die Halbelfe, wie Ailish inzwischen vermutete, Teil ihrer Gruppe. Nachdenklich blies die Nachtelfe einen weiteren Rauchring in den Himmel. Menschen fanden das schwierig. Aber die hatten auch keine Jahrhunderte Zeit zum Üben.

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BeitragThema: Re: [MSG] +350: Underworld - In den Schatten   Di 12 Jun 2012, 21:31

"Kiffkopf" Kemal hatte nie das Bedürfnis verspürt, sich in seinem Alltag von irgendjemanden irgendetwas vorschreiben zu lassen, mitunter ein Grund, wieso sowohl die Behörden als auch seine Konkurrenten es einfach nicht schafften, ihn zu vertreiben. Wieso sollte er also für einen Haufen Runner, die sein Haus als Treffpunkt benutzen wollten, eine Ausnahme machen? Wenn er begann ein paar Leuten früher aufzuschließen, wollten das plötzlich alle. Er arbeitete jeden Tag bis weit über Mitternacht hinaus, da war es wohl nicht zuviel verlangt, dass er sich seine acht Stunden Schlaf holte, wann er sie holen wollte. War sein Laden. Sein Bier.
Fahrig betätigte die dreifingrige Trollhand den Lichtschalter, der flackernd die Barbeleuchtung in Gang setzte und schmiss ein paar Becher mit salzigen Brezeln an die Bar, ehe er - betont lässig, ja, er sah die Wartenden, nein, er ließ sich davon nicht beeindrucken - mit den gegen seine Hüfte baumelnden Dreads zur Tür marschierte, die gegen ihn recht klein wirkte. Klick machte es, und das Geschäft war geöffnet. Keine Sekunde später als sonst.
"Oi...", machte er, als er den Ansturm sah, drehte ihnen jedoch gleich wieder den Rücken zu und begab sich hinter die Bar, wo er sich eine Schürze umband und ein Bier für Les herrichtete. Bei Kemal musste man nur selten ordern, meist nur einmal, dann bekam man auch die nächsten Male, was man wollte. Ironischerweise hatte er ein Spitzengedächtnis wie ein Fels in der Brandung seines Grases. Wie poetisch.
Na, wo blieben die Schäfchen, wollten sie nicht ins Trockene?
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