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 Südwärts [MSG-Thread]

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Vicati
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Mo 13 Aug 2012, 22:47

Während der Fahrt hielt Tori einen der Vorhänge fest und betrachtete mit staunenden Augen die fremde Stadt. Sie war wild, lebendig und ganz anders als Bernhaven, das ihr jetzt kalt und tot vorkam. Überall sah man Menschen, die sie so noch nie gesehen hatte. Frauen in Ganzkörperschleiern, wie Saadia einen trug, allerdings in bunten Farben, Frauen mit um so weniger Stoff am Leib. Ausgelassene Nordmänner, die in zwischen den sonst eher dunkelhäutigen Pageanern hervorstachen, grimmige Männer mit Turbanen und Säbeln. Diese Stadt war etwas ganz Besonderes und sie war hier! Das hätte sie im Leben nie erwartet. Ihr Heimweh war wie weggeblasen und durch eine naive Neugier ersetzt, die sich in ihrem erröteten Gesicht zeigte. Als sie schliesslich beim Gasthaus ankamen, war Tori fast ein wenig enttäuscht, in keinem eindrücklichen Bau zu wohnen. Aber vielleicht sah das Innere um so schöner aus.
Als sie das Gasthaus betraten, hatte sie sich wieder bei Martyn untergehakt und betrachtete den Mann mit der hohen Stimme mit grossen Augen. So etwas hatte sie noch nie gehört. Aber sie riss sich zusammen und blickte demütig zu Boden, bis ihr Vormund die Angelegenheit für ihre Übernachtung geklärt hatte. Sie bemerkte zwar, dass Saadia sich von ihnen entfernten, doch erst als Tori ihren Ruf hörte, beschloss sie, ihr zu folgen. Sie entfernte sich von Martyn und dem Eunuchen und fand die Verschleierte in einem kleinen Garten wieder. Das Mädchen riss die Augen auf und betrachtete das blühende und zwitschernde Schauspiel verzückt.
"Das ist wunderschön", murmelte sie andächtig.
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Maekswell

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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 14 Aug 2012, 11:45

Den verträumten Blick auf die schimmernde, durch seichte Wellen in ein Inferno von Rot- und Orangetönen zerrissene Wasseroberfläche gerichtet, stand Isaac an der Reling. Mit sicherem und festem Grund im Rücken fiel es ihm nicht schwer, auf dem Schiff zu entspannen. Und die malerische Silhouette trug ihr übriges dazu bei. Es war wirklich wunderschön, wie am Horizont die Sonne als riesige, glühende Scheibe unterging und in gegenüberliegender Richtung die Häuserwände augenscheinlich in Flammen standen. Nach wie vor schob sich die Menschenmenge als scheinbar einheitlicher Organismus pulsierend durch Gassen und über Plätze, offenbar war die anbrechende Nacht kein Grund, die rege Betriebsamkeit einzustellen. Gerade hatte er begonnen, Hafenarbeiter beim entladen eines neu angelegten Schiffes zu beobachten, von dem Säcke und Kisten abtransportiert wurden, da trat der Steuermann von vorhin neben ihn an die Reling.
"Eine Kutsche wurde für euch bereitgestellt und steht zu eurer Verfügung."
"Sehr gut, ich werde umgehend aufbrechen", entgegnete Isaac und machte Kehrt. Als er die Gangway hinunter lief, driftete seine Aufmerksamkeit wieder in Richtung Getummel. Wie gern hätte er noch heute Abend die Straßen und vielleicht die eine oder andere noble Ecke der Stadt erkundet, doch solch eine Vielzahl von Menschen an einem Platz bereiteten ihm oft Unbehagen. Noch dazu war er im Moment allein, und wenn er etwas nicht gern tat, dann war es,auf sich allein gestellt in unbekannten Gefilden, auf Abenteuersuche zu gehen. In dieser Hinsicht beneidete er manchmal seinen Bruder, der locker, fast flaxig mit solchen Situationen umging. Doch wenn er daran dachte, dass die anderen ihn womöglich schon das erste Mal verloren hatten, konnte er nur leicht schmunzeln. Was ihm allerdings ein wenig Sorgen bereitete, dass er nicht genau wusste, wie es um Iacobs Pangon stand, da dieser auf schulische Ausbildung nie so viel Wert gelegt hatte, wie er selbst.
Als der Fahrer der Kutscher Isaac erblickte, stellte er den Koffer auf den Boden, den er gerade auf die Ladefläche wuchten wollte, eilte zur Tür des Mitfahrerraumes und hielt diese für den jungen Reisenden auf. Kurz nickend stieg er in das Innere der Kutsche und lies sich in Fahrrichtung in die Polster sinken. Das ohnehin schon dämmrige Licht fiel, durch die Vorhänge noch weiter abgedunkelt, schwach scheinend in die Kabine. Durch den Schleier jener Vorhänge konnte er erkennen, wie hier und da die ersten Lampen und Fackeln entzündet wurden, so dass einige belebte Stellen der Stadt wie von Innen heraus zu leuchten begannen. Nach wenigen Momenten und einigem Ruckeln der letzten Gepäckstücke, setzte sich die Kutsche in Bewegung. Gern hätte Isaac noch mehr von der Stadt gesehen, doch abermals überkam ihm beim rhythmischen Klappern der Hufe und dem gleichbleibenden Trott der Kutsche eine gnadenlose Müdigkeit. Nur kurz wollte er die Augen schließen, doch an das anschießende Öffnen der selbigen dachte er schon gar nicht mehr, als sein Kopf gegen die Wand lehnte und er noch tiefer im Polster versank.


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Grim
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 14 Aug 2012, 20:34

Saadia verschwand auf den Innenhof des Gasthauses hinaus und Tori folgte ihr. Martyn hätte sie ja zurück gepfiffen, aber bisher war die Gaststube bis auf den Eunuchen noch leer, also bestand wohl keine unmittelbare Notwendigkeit, dass sie sich zurecht richtete. Sollte sie ruhig mit Saadia ein wenig die fremdartige Schönheit dieses Landes erkunden, deshalb waren sie schließlich hier. Er selbst würde erst einmal dafür sorgen, dass Raphael sich irgendwo hinlegen konnte. Der junge Adlige sah nicht mehr so schlimm aus wie während der Schifffahrt, doch noch immer war er bleich um die Nase und er hatte die ganze Fahrt über kein Wort gesagt.
"Komm, du wirst schon wieder...", munterte Martyn ihn auf und folgte dem Wirt eine großzügig angelegte Wendeltreppe hinauf in den zweiten Stock des Hauses. Er stützte Raphael, der nach wie vor unsicher wirkte, doch im Grunde schien der junge Mann allein zurecht zu kommen. Vermutlich hätte Martyn unten bleiben können, doch er wollte ihn ungern aus den Augen lassen. Zumindest, bis er irgendwo bequem lag. Am Ende des Ganges hielt der Wirt vor einer schweren Holztür mit eisernen Bändern an, nahm einen Schlüssel von seinem Bund und schloss auf. Das Zimmer dahinter war groß und hell und eine ganze Wand war durch bogenförmige Arkaden ersetzt, die auf einen gemauerten Balkon hinaus führten und das Licht der Abendsonne in den Raum ließen. Martyn führte Raphael zu einem der großen, flachen Betten und ließ den Jüngeren auf dieses nieder. "Wir sind unten im Schankraum", erklärte er ihm, "Wenn du dich besser fühlst kannst du ja später noch zu uns stoßen. Ansonsten klingel einfach nach Essen und Trinken und stärk dich hier oben ein bisschen." Er klopfte dem Mann zuversichtlich auf die Schulter und folgte dann dem Wirt wieder hinunter in die Gaststube.
"Einen Tisch. Und einen Krug Wein, bitte...", orderte er auf Pagon und ließ sich dann an der schweren Tafel aus eigentümtlich rotem Holz, die der Mann ihm wies, nieder.

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Maekswell

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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 14 Aug 2012, 23:32

Herr Roldehn, wir sind angelangt.
Irgendwie klang die Stimme dumpf.
Herr Roldehn?
Isaac Kopf fiel nach vorn, so dass sein Kinn fast auf seiner Brust aufschlug und er schreckte unwillkürlich auf. Etwas verwirrt schaute er sich um, nach wie vor saß er in der Kutsche, doch bewegte sie sich nicht mehr und an der Tür stand einer der Bediensteten.
"Ja... ja natürlich", sagte er, griff nach dem Hut neben sich und trat zum Ausgang. Als er hinaus auf die Straße trat, stellte er sofort die Veränderung in der Umgebung fest. Die Architektur war wuchtiger geworden, jedoch hatte sie nichts an Eleganz verloren. Die makellosen Straßen, die solide und ordentlich gebauten Häuser, welche stellenweise mit Mosaiken und Ornamenten verziert waren, ja selbst die Anzahl und Art der Menschen hier schien anders zu sein, etwas erhabener.
"Folgen Sie mir bitte", sagte der Diener und schritt voran, in Richtung eines der massiveren Gebäude, welches Ähnlichkeit mit einem Würfel besaß und drei Stockwerke maß. Als Isaac die schwere Eingangspforte erreichte, hatte sein Untergebener bereits für Einlass gesorgt. Der Mann, der ihn empfing, war in eine leichte, weite Kluft gehüllt. Mit einer seltsam hohen Stimme wünschte er einen guten Abend und fragte ihn, ob er in seine Gemächer wolle, oder sich in der Gasstube stärken. Leicht unsicher gab Isaac auf Pagon zurück, eine Verpflegung läge ihm am Herzen. Ein kurzes Nicken quittierte seinen Wunsch, woraus er jedoch nicht lesen konnte, ob seine Sprachkenntnis angemessen oder lächerlich war. In stillem Staunen über die helle und aufgelockerte Inneneinrichtung folgte er dem Mann, bis dieser an einer schweren Tafel stehen blieb und eine ausladende Geste in Richtung Bank machte. Isaac wand sich ihm zu, bedankte sich, bevor er sich wieder zum Tisch drehte - und am anderen Ende saß Martyn. Automatisch straffte er seine Haltung, bevor er zu ihm herüber schritt. Zwar kannte er den jungen von Hohenwalchen noch nicht wirklich persönlich, doch sein Vater hatte des Öfteren mit dessen Familie zu tun, so dass er bereits viel von ihm gehört hatte. In vielerlei Hinsicht war er sogar Vorbild für Isaac, in vielem war er dem Sprössling der Roldehns voraus, mindestens konnte man also von Respekt, wenn nicht sogar von Ehrfurcht sprechen.
"Guten Abend, Martyn. Darf ich euch Gesellschaft leisten?", fragte er höflich und lächelte den jungen Adligen an.


Zuletzt von Maekswell am So 19 Aug 2012, 11:34 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Mi 15 Aug 2012, 01:01

"Isaac!" Die Verwunderung sprach nicht allein aus Martyns Blick, als der junge Herr Roldehn an seinen Tisch trat. "Ich dachte, du wärst mit den anderen mit..." Doch noch während die Worte seinen Mund verließen ging ihm auf, dass er sich gar nicht daran erinnern konnte gesehen zu haben, wie Isaac das Schiff verließ. Nein, ganz offensichtlich war er nicht mit Anton und den anderen mit gegangen. Martyn deutete auf einen Stuhl zu seiner Rechten. "Bitte, setz dich doch!", forderte er ihn auf.
"Herr Wirt! Noch einen Becher!", wechselte er fließend ins Pagon, mit erhobener, befehlsgewohnter Stimme um Aufmerksamkeit heischend. Ihm selbst hatte der Wirt bereits sowohl den Krug als auch einen Becher - nicht aus Zinn, wie zuhause im Norden, sondern aus gebranntem Ton, aber mit seinen Ziselierungen dennoch nicht weniger edel wirkend - hingestellt, doch er wartete, bis der Mann auch Isaac versorgt hatte und schenkte ihnen dann beiden den Becher voll. "Zum Wohle!", prostete er seinem Gegenüber zu und trank. Der Wein war ungewohnt süß und dennoch schwer, obwohl er mit Wasser verdünnt war. Eine Rebsorte aus dem Süden, die er nicht kannte, obwohl sein Vater einige Weine aus fremden Ländern in seinem Keller lagerte. Und er stieg rasch zu Kopf! Im Stillen nahm Martyn sich vor, sich bei diesem Tropfen besser zurück zu halten. Und dafür zu sorgen, dass Tori nicht mehr als einen Becher trank...

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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Mi 15 Aug 2012, 11:45

Gern nahm er die Platzzuweisungen Martyns an, lies sich auf einem Sitzplatz zur dessen Rechten nieder, legte bedächtig seinen Hut neben sich ab und griff den Becher, der ihm angeboten wurde.
"Zum Wohle", prostete Isaac zurück. Eigentlich mochte er keinen Wein, generell waren feucht-fröhliche Vergnügen eher das Milieu seines Bruder, was zum einen daran lag, dass er selten aus ging und zum anderen daran, dass er recht wenig vertrug. Dennoch nahm er einen kräftigen Schluck, überrascht von der Süße des Getränks. Trotz der Schwere des Weins hatte er das Gefühl, dieser steige ihm nahezu sofort in den Kopf.
Während er ein wenig verträumt im Raum umher schaute, fasziniert von der schlichten, aber eindrucksvollen Innengestaltung, setzte er an, um Martyns Frage zu beantworten.
"Nun, ich wollte auch mit euch zusammen an Land gehen, aber die letzten Tage haben mir immer mehr zugesetzt, ich fand wenig Schlaf und auch sonst war mein Befinden nicht gerade das beste, Gott zum Danke traf es mich bei Leibe nicht so schlimm wie Viktoria oder gar Raphael. Letztendlich schlief ich wenige Stunden vor Landung ein und erwachte erst einige Zeit nach dieser." Prüfend schwenkte seinen kunstvoll verzierten Tonbecher, erstaunt bestätigte ein Blick in das Gefäß das eben Erfühlte - bereits die Hälfte des süffisanten Tropfens hatte er getrunken.
"Ohne Frage verdient dieser Wein das Prädikat exotisch", schloss er und holte sich aus seiner pseudo-professionellen Weinkenntnis heraus und richtete das Wort wieder direkt an Martyn, "Aber was macht Ihr hier allein? Ist der Rest unserer Reisegesellschaft noch ausgeflogen?"
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Porphyrion
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Mi 15 Aug 2012, 12:08

Anton nahm einen tiefen Zug von der Pfeife, nickte. "Ja, das ist alles ziemlich famos. Ich denke, wir bleiben noch ein bisschen hier."
Um sie herum schwollen die Gespräche der anderen Gäste an, und beinahe kam es ihm vor, als würden sie von einer Welle Pagon überrollt, unfähig, sich noch selbst zu behaupten. Interessanterweise war dies kein irgendwie gearteter Angstzustand, sondern vielmehr ein fröhliches Untergehen in der Menge. Es gefiel Anton, der sonst zuhause immer heraus stach, immer irgendwas machend, immer aktiv. Das Gefühl war zwar nicht vollkommen neu, aber es war angenehm.
Mittlerweile war auch die erste Rauschüberwältigung durch den ... Tabak? abgeklungen, und sein Schädel schwamm zwar ein wenig in der Luft herum, was ihm allerdings recht gut gefiel. Er nahm noch einen Zug. Ein Grummeln machte ihn auf seinen Magen aufmerksam. Hungrig machte das Zeug, und zwar nicht zu knapp! Der Wirt hatte sich schon etwas dabei gedacht! Wo war der eigentlich hingegangen?
Wie als Antwort auf seine Frage tauchte ein neuer Eindruck in seinem Wahrnehmungsfeld auf: Ein Geruch. Hammelfleisch! Der Kerl war weg und hatte am anderen Ende des Raumes einen Spieß über das Feuer gehängt... Die perfekte Antwort auf seinen Hunger. Aber das musste erst einmal durchrösten.
"Hier wird wirklich an alles gedacht.", stellte der Schmied fest, "Aber das dauert noch ein bisschen. Bis dahin... Lasst uns trinken, Freunde!"
Er hob sein Glas zum Prosit und trank aus, nur um sich subsequent wieder nachzufüllen.
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Do 16 Aug 2012, 15:04

"Dann, zum Wohl!", sagte Theodor und füllte sich ebenfalls nach. Er bemerkte ein leichtes Magenknurren. Gute Güte, kam das von dem Zeug, oder lag das daran, dass er eine Weile schon nichts mehr gegessen hatte? Vielleicht wegen Beidem. Und dann kam da noch dieser herrliche Fleischgeruch auf und dem jungen Mann lief das Wasser im Munde zusammen. Er fühlte sich auch schon leicht bedröppelt von dem Alkohol. Gut gelaunt füllte er sein Glas wieder auf und nahm den nächsten Schluck. Eigentlich hielt Theodor ja viel davon, Höflichkeit und Würde zu behalten, doch das fiel ihm etwas... schwerer, wenn er Alkohol im Blut hatte.
"Hier werden wir uns noch königlich amüsieren, meint ihr nicht, meine Freunde?", lächelte er und nahm einen weiteren Schluck. Und darum war dem Zeug auch so zugeneigt, es killte seine Schüchternheit, die ihm schon öfter auf die Nerven gegangen war. Zum Beispiel hatte er es noch nicht geschafft, sich mit der Frau, die er begehrte, zu verabreden, einfach, weil ihn immer so eine unsägliche Starre befiel, wenn er in ihrer Nähe war, und er das Erröten fürchtete. Er hatte schon mit dem Gedanken gespielt, etwas zu trinken, bevor er mit ihr redete, es aber doch gelassen. Was, wenn sie ihn von einer falschen Seite kennenlernen würde? Und, Alkohol, wenn man mit einer schönen Dame redete? Die Etikette konnte durchaus ein Fluch sein.
"Wäre noch jemand dafür, was Gutes zu Essen bestellen?", sagte Theo gelassen und hob wieder sein Glas zu einem großen Schluck. Alkohol, das war Fluch und Segen zugleich. Er konnte zwar aus seiner verkrampften Haltung raus, doch dabei lief er auch Gefahr, Dinge zu tun, für die er sich später schämte. Und er war wohlerzogend genug, um wirklich einen hohen Spiegel zu brauchen, um wirklich ausgelassen zu werden.
Nichts desto trotz nahm er noch einen Schluck.
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Fr 17 Aug 2012, 16:18

Raphael saß auf der Kante seines Bettes in einem Gashaus an Land. An Land! Welch schönes Wort und noch schöner war es wieder an Land zu sein.
Niemand Freute sich so wie er an Land zu sein. Als sie vom Schiff gegangen waren hätte er den Boden küssen können, wenn es nicht bedeutet hätte sich vornüber zu beugen. Martyn hatte ihn vor kurzem in seiner Kajüte auf dem Schiff geweckt, dass sie alle hergebracht hatte. Raphael hatte die ganze Reise unter starker Seekrankheit gelitten, ein Wunder, dass er nicht seine Gedärme über der Reling losgeworden war, die ihm gute Gesellschaft geleistet hatte während er den Kampf gegen die Übelkeit, dem er in seiner Koje gegenübertrat wiedermal verloren hatte. Martyn hatte ihm geholfen sich anzuziehen und ihn vom diesem Höllenkahn gebracht. Raphael war kein Seefahrer, das wusste er jetzt, er würde nie wieder auf eines dieser schrecklichen Schiffe gehen, nie wieder... bist auf die Rückfahrt.
Ihm graute jetzt schon vor der Rückfahrt. Sein Magen hatte sich gerade erst einigermaßen beruhigt, und aufgehört sich und die gesamte Welt um Raphael herum zu drehen, doch der Gedanke an die Rückfahrt ließ ihn sauer Aufstoßen. Der Vermutlich einzige Grund warum Raphael sich nicht auf Martyn oder jetzt in seinem Zimmer übergeben hatte war wohl, dass es nichtsmehr zum Übergeben ihn ihm gab. Der Kapitän hatte ihm vor zwei Tagen versichert, dass sie heute hier ankommen würden, seitdem hatte Raphael nichts mehr gegessen. Er hatte den Kapitän auch direkt bei der Gelegenheit bezahlt gehabt, weil er sich sicher war, dass er sobald sie Land erreichten, den Kahn schnellstmöglich verlassen würde, Irgendwie hatte Raphael schon Hunger, doch er konnte sich beim besten Willen auch jetzt noch nicht vorstellen wieder etwas zu Essen. Er legte seinen Kopf in seine Hände und wartete einen Moment bis es ihm besser ging, dann stand er auf und Wusch sich erstmal gründlich das Gesicht und die Haare. Er hatte schlimm ausgesehen aber nach einigen Handgriffen saß seine Frisur wieder und er sah auch nichtmehr ganz so bleich aus.
Durch seine Seekrankheit war es ihm nicht möglich gewesen die anderen besonders gut kennenzulernen und an die fahrt hier ins Gasthaus konnte er sich auch nichtmehr so gut erinnern, er war bloß froh gewesen wieder an Land zu sein und beschäftigt damit gewesen, dass ihm weniger übel wurde.
Langsam, um seinen Kreislauf nicht zu überbeanspruchen stand er auf. Er konnte sich errinern, das Martyn und Tori mit ihm hergefahren waren, die kleine stach ziemlich aus der Gruppe heraus, einfach aufgrund ihres Alters.
Bedächtig stieg er in den Schankraum herab und sah Martyn und Isaac am Tisch sitzen. Also war er die vierte Person in ihrer Kutsche gewesen, nungut. Er setzte sich neben die beiden und bestellte beim Wirt auf Pagon "nur etwas Brot und Wasser".
Er hatte Pagon gelernt. Aus Büchern. Er kannte Grammatik und die Wörter kannte er auch, aber sein Akzent war dementsprechend grausig.
Zu den Beiden hatte er noch nichts gesagt, beschloss dann aber Martyn eine Hand auf die Schulter zu legen. "Danke" , sagte er schlicht, "fürs herbringen meine Ich".
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Grim
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Fr 17 Aug 2012, 23:52

"Saadia und Tori sind noch dort draußen, im Hof...", erklärte Martyn während er den Becher vorsorglich ein wenig zur Seite schob, "... aber die werden schon kommen. Spätestens, wenn sie der Hunger treibt." Auf dem Schiff hatten sie ihre letzte Mahlzeit mittags eingenommen. Das heißt: diejenigen von ihnen, die sie bei sich behalten konnten, hatten das getan. Der Rest hatte höchstens im Lauf des Vormittags ein wenig am Zwieback genagt. "Und was Raphael angeht: den habe ich nach oben gebracht. Ist wohl besser so für ihn. Kein schöner Anblick. Der Rest ist irgendwo in die Stadt abgehauen. Wollten - denke ich - eine Schenke oder etwas in der Art suchen..." Er lehnte sich ein wenig zurück, sank in die gepolsterte Lehne des Stuhls, doch als der weißgewandete Eunuch wieder in sein Blickfeld trat schnellte er augenblicklich hoch. "Herr Wirt!", rief er ihn an und hob die Hand um auf sich aufmerksam zu machen. Was in der leeren Gaststube nicht weiter schwer war. "Seid so gut und bringt uns doch etwas zu essen. Für vier Personen. Etwas lokales. Was auch immer eure Küche gerade hergibt." Der Mann bestätigte Martyns Order mit einer angedeuteten Verbeugung und verschwand wieder. Kurz darauf kam Raphael die Treppe hinunter. Noch immer wirkte er bleich und mitgenommen, doch zumindest hatte er sein Haar und seine Garderobe in Ordnung gebracht. Was man - wie Martyn mit zunehmendem Missfallen bemerkte - von Tori, die noch immer mit Saadia im Innenhof lustwandelte, nicht sagen konnte. Den Dank des jungen Adligen quittierte er wortlos indem er dessen Hand drückte, ihm aufmunternd zunickte und ihm dann den Platz auf seiner anderen Seite anbot. Es freute ihn, dass Raphael sich so rasch wieder erholt hatte. Oder sich zumindest wieder auf die Beine wagte. Wenn er erstmal eine Nacht lang in einem festen Bett geschlafen und die Reste seiner Übelkeit los geworden war, dann würde er morgen ohne weiteres mit ihnen die Stadt erkunden können.

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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   So 19 Aug 2012, 21:31

Es war leicht die Zeit zu vergessen in diesem Stückchen Garten, das direkt aus dem Paradies geschnitten zu sein schien. Aber mittlerweile stellte sich bei Saadia doch so ein drückendes Gefühl in der Magengegend ein. Das Organ war die gesamte Überfahrt über geduldig gewesen und hatte sich nicht allzu oft gegen das Auf und Ab der Wellen gewehrt. Es verdiente eine Belohnung. Vorsichtig befreite Saadia ihre Kleidung aus einem dornigen Rosenbusch, wo sie sich verfangen hatte.
"Tori? Wir sollten zu den anderen zurückkehren. Außerdem bekomme ich langsam ein wenig Hunger", rief Saadia der jüngeren zu. Mit einer Hand auf dem Türrahmen wartete sie darauf, dass die Nordländerin zu ihr kam.

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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   So 19 Aug 2012, 22:52

Ungeduldig trapste Anton mit den Füßen auf dem Boden herum. Er hatte Hunger! Und zwar nicht zu knapp... Aber jetzt nach dem Fleisch zu fragen wäre bestimmt unhöflich. Naja, zumindest ihr Wein schien auszugehen. Er beschloss, neuen zu bestellen, und dann nebenher den Wirt nach Essen zu fragen. Seine Hand schnellte in die Höhe, als der Mann an ihrem Tisch vorbei schlenderte, die Hände über dem Bauch verschränkt. Auf das Zeichen hin verlangsamte er seinen Schritt und beugte sich zu den Sitzenden herunter.
"Wie kann ich helfen, Fremder?"
"Wir ... wir hätten gerne noch Wein. Und von diesem Fleisch dort drüben, wenn es möglich ist. Eine große Platte mit Brot."
"Dafür ist es da. Kommt sofort. Was für Wein? Diesen oder unseren Gewürzwein?"
"Gewürz?", Anton verstand das Wort nicht, "Was?"
"Wein mit starkem Geschmack. Dazu kommt Wasser."
"Wein ... Wasser... Gut. Fleisch. Alles klar! Ja! Ja!", nickte der Nordmann, und der Wirt lächelte.
Die Kommunikation schien ja einigermaßen zu laufen. Wie das aussehen würde, wenn sie weiter nach Süden geraten würden, wäre zu sehen. Vielleicht einen Dolmetscher mitnehmen, dachte sich Anton, und verschränkte die Arme hinter dem Nacken. Würde schon werden!
Bald kam auch der Wirt wieder, erst mit zwei Karaffen, eine voller Wasser, eine voller Wein, dann mit einer Fleischplatte und frisch geröstetem Fladenbrot.
"Das Fleisch geht auf mich!", lachte der Schmied, "Langt ordentlich zu!"
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   So 19 Aug 2012, 23:24

"Danke dir, mein guter Freund.", sagte Theo und nahm eine Gabel, mit der er ein schönes Fleischstück aufspießte und zum Mund führte. Es schmeckte absolut herrlich. Wenn es nicht unmöglich wäre, er könnte es sich sogar vorstellen, hier zu leben. Tolle Sehenswürdigkeiten, tolles Essen, einfach alles war perfekt.
So langte er ordentlich zu und aß zwar gesittet, aber nicht gerade wenig, fast schon zu viel für seine geringe Körpergröße, aber das Bauchfett hatte er auch nicht grundlos. Er liebte es eben, zu essen, gerne auch etwas fettreicher. Auch der Wein zeigte inzwischen seine Wirkung und auch wenn er noch nicht so sturzbesoffen war, dass er lallend durch die Gegend torkelte, er fühlte sich bereits etwas angetrunken. Heiter war seine Stimmung, heiter bis ausgelassen. Und dieses Fleisch... das war der Himmel! Theodor konnte gar nicht genug davon kriegen.
"Du bist wirklich ein Meister im Aussuchen, Toni.", lachte der Maler, dann nahm er einen weiteren Bissen. Der Wein war inzwischen leer, sollte er noch einen bestellen? So voll, dass er sich hier blamierte, wollte er zwar nicht werden, aber ganz untrinkfest war er auch nicht. Mal überlegen... Sein Blick huschte über die Speisekarte...
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Mo 20 Aug 2012, 13:46

Beim Essen des Kebab, der eine ganz eigene Liga von Köstlichkeit darstellte, überlegte Anton seine weiteren Schritte. Theo, der Suffkopf, hatte beinahe die ganze Karaffe Gewürzwein alleine getrunken, und langsam war auch die Dunkelheit näher gerückt. Es war Zeit, sich um die weitere Gestaltung des Abends zu kümmern. Er erhob sich langsam, den Becher in der Hand, und schritt zu der in der Mitte des Raumes aufgebauten Rundtheke. Der Wirt hob den Blick, er war gerade dabei, in einer Wanne Tonbecher abzuspülen.
"Wirt? Ich und meine ... meine Freunde suchen nach einem Haus ... einem Haus in dem es ...", verdammt, warum kamen ihm die Worte nicht, "Spiele ... Frauen ... Gesellschaft gibt."
Anscheinend hatte er es einigermassen getroffen, denn der Wirt grinste und nickte, schien nachzudenken. Schließlich begann er langsam zu sprechen, eine Verhaltensweise, die Anton als freundlichen Tribut an seine sprachlichen Unzulänglichkeiten empfand.
"So etwas gibt es hier zuhauf. Versucht es entlang der Palaststrasse. Sucht nach den blauen Lichtern. Ich empfehle das Haus 'zur Ecke'. Es liegt, wie ihr euch denken könnt, an einer Straßenkreuzung, etwa dreihundert Schritt weiter."
"Habt Dank. Wieviel schulden wir euch für Speis und ... Trank?"
Der dicke Mann legte den Kopf schief, grinste dann. Anton schien zwar ein gewisses Verständnis von Preisen zu haben, aber Feilscherei schien er ihm nicht zuzutrauen.
"Drei Goldstücke."
"Drei Goldstücke!", ereiferte sich der Schmied, "Davon kann ich ja den ... den Weinberg kaufen! Ein Goldstück und drei ... drei Silberlinge! Mehr nicht!"
"Zwei Goldstücke, Fremder! Das ist mein letztes Angebot!", erwiderte der Wirt lachend, und hielt die Hand auf.
Anton grinste und kramte zwei der zugegebenermaßen kleinen Münzen aus seinem Geldbeutel, legte sie ihm in die Hand. Mit langsamen Schritten kehrte er an den Tisch zurück, trank sein Getränk aus.
"Fertig gegessen? Ich habe ein paar Adressen bekommen. Ziehen wir weiter."


Zuletzt von Palenque am Di 21 Aug 2012, 17:22 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Mo 20 Aug 2012, 20:15

Tori saugte den Garten förmlich in sich auf. Etwas so Schönes hatte sie im Norden nicht gesehen, auch der riesige Garten in der Residenz ihres Vaters konnte damit nicht mithalten. Das könnte natürlich auch damit zusammenhängen, dass es Winter gewesen war, als sei dort gewohnt hatte. Während sie mit Saadia über die Pfade ging und die die sorgsam gepflegten Pflanzen betrachtete, vergass sie die Zeit. Schliesslich riss die andere Frau sie aber aus ihrer Versunkenheit und erinnerte sie daran, dass auch Tori selbst ziemlich hungrig war, schliesslich hatte sie das meiste, das sie auf Schiff zu sich genommen hatte, wieder in einen Eimer gewürgt. Dementsprechend hatte sie auch das Gewicht, das sie in der Zeit bei Vater und Cousin zugelegt hatte, auch wieder verloren. Sie nickte also und folgte Saadia aus dem Garten hinaus. Zuerst gingen sie noch in ihre Räume, eine Frau führte sie hinauf. Das Gepäck war inzwischen angekommen und Victoria legte das schlichte Reisekleid ab und zog ein etwas aufwändigeres, grünes Kleid an. Schnell bürstete sie auch noch die Haare und schlang ein Kopftuch darum, wobei sie versuchte die Art nachzuahmen, die sie bei einigen Frau auf dem Weg hierher gesehen hatte, was ihr eher schlecht als recht gelang. Aber einen Vorteil hatten diese Kopftücher, sie musste sich nicht gross um ihre Frisur scheren.
Als sie fertig war, verliess sie ihren Raum und ging mit Saadia, die bereits auf sie wartete hinunter in den Schankraum des Gasthauses. Ein kurzer Blick durch den Raum später hatte sie Martyn entdeckt. Raphael und Isaac waren auch dort, zwei Männer von denen Tori nciht mehr als ihren Namen kannte und das sie irgendwie mit Martyn oder seinen Freunden verbandelt waren. Ihre Anwesenheit dämpfte die Freude ein wenig und liess sie eine schüchterne, unterwürfige Haltung einnehmen. Zusammen mit Saadia gesellte sie sich zu den anderen und sie lächelte ihren Vormund schüchtern an, eine seltene Gefühlsregung in ihrem sonst eher ängstlichen Gesicht.
"Der Garten ist wunderschön und die Stadt ebenfalls, Cousin", berichtete sie, weil sie das Gefühl hatte etwas sagen zu müssen.
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Grim
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Mo 20 Aug 2012, 23:52

"Ist er das?" Martyn legte Interesse in seine Stimme, wenngleich er ganz simcher nicht hunderte Meilen wegen eines Gartens gereist war. "Dann werde ich ihn mir später auch noch ansehen." Er würde eine kurze Runde durch den Garten gehen und sich dann irgendwo mit einem Buch hinsetzen. Und dann nicht mehr allzu viel von dem Garten mitbekommen. Nein, Gärten - auch schöne! - waren nun wirklich nicht sein Ding. Aber er fand es gut, dass Tori sich für solche Dinge begeistern konnte. Das war sehr damenhaft. Er nickte ihr wohlwollend zu. "Aber jetzt setz dich hin. Ich habe zu Essen für uns alle bestellt und ich nehme an, es wird bald aufgetragen."
Und in der Tat erschien der weißgewandete Wirt kurz darauf wieder und er kam nicht allein. Eine Frau mittleren Alters begleitete ihn. Beide trugen sie große Tablette aus kunstvoll geschnitztem Holz, die nur so vor fremdartigen Gerichten überquollen. Sie platzierten alles auf dem Tisch und der Wirt wünschte ihnen mit seiner seltsam hohen Stimme in der Zunge des Nordens wohl zu speisen. Martyn versuchte es zu verbergen, doch ihm gingen schier die Augen über bei all den appetitlich angerichteten Dingen, die sich dort vor ihm auftürmten und die sich wild vermischenden Düfte von heißem Fleisch und fremdartigem Gemüse ließen ihm das Wasser im Munde zusammen laufen. Er wurde sich bewusst, dass er der Älteste am Tisch war und dass er als solcher wohl die Pflichten des Familienoberhaupts übernehmen sollte. "Nun, ich würde vorschlagen, dass wir in dieser unserer Runde auf die Formalitäten verzichten. Nehmt euch doch einfach wovon immer ihr auch wollt. Bitte!", forderte er die anderen auf und wies einladend auf die vor ihnen ausgebreiteten Speisen.

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Tungild

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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 21 Aug 2012, 00:38

Raphael hatte den Rest der Zeit schweigend da gesessen bis Tori und Saadia kamen. Sie trugen mitlerweile Kopftücher, aus gesellschaftlichem Anlass. Raphael war kein Freund davon, dass Frauen ihre Haarpracht verstecken sollten, war dies doch als Sinnvoller Brauch unter Feldarbeiterinnen entstanden, erfüllte jedoch in der Stadt keinen Zweck, schon garnicht drinnen. Aber es störte ihn auch nicht weiter, obwohl er sich doch fragte wie es wohl weiter Südlich damit aussah.
Als der Wirt kam und die Speisen auftischte, drehte sich Raphaels Magen erneut um. Es sah alles Appetitlich aus, keine Frage und es duftete schier herrlicht, doch allein der Gedanke etwas fettiges zu sich zu nehmen, oder etwas gewürztes, womöglich mit unbekannten Kräutern, das schien ihm in seinem gegenwärtigen Zustand noch etwas überambitioniert, um nicht zu sagen Dumm. So blieb er also wie geplant bei seinem georderten Brot und etwas Wasser. Vielleicht würde er im laufe des Abends noch etwas milden Wein trinken, aber erstmal sollte sich sein Magen wieder soweit an Nahrung gewöhnen, dass sich ihre Wege nicht wieder trennten, zumindest nicht so schnell und nicht durch den Eingang.
Während er begann zu Essen und etwas trank fühlte er sich irgendwie verpflichtet ein Gespräch zu starten, der Geselligkeit wegen. Ihm war zwar nicht nach allzu viel Konversation, jedoch sollten sie alle noch viel Zeit miteinander Verbringen und er konnte nicht von sich behaupten alle gut zu kennen. Er wandte sich an Tori: "Geht es dir wieder besser? Ich meine dir schien es auf dem Schiff kaum besser zu gehen als mir", sagte er in einen freundlichen Ton.
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Lias
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 21 Aug 2012, 12:49

Ein rascher Blick über den Tisch ließ einige bekannte Gerichte erkennen. Auch wenn die Al'Khalasis sich inzwischen auch in der Kochkunst dem Norden angepasst hatten so wurden doch immer mal wieder Gerichte aus der "Heimat" aufgetischt. Hummus zum Beispiel oder aber auch eine Paste aus Kichererbsen und Chiliflocken, an deren Namen Saadia sich grade nicht erinnerte. Das Brot war ganz anders als das im Norden, flach und von hellerer Färbung, duftete aber trotzdem mundwässernd gut. Saadia riss sich ein Stück des Brotes ab und bekleckste es mit ein wenig der Kichererbsenpaste. Mit einer Hand löste Saadia ihren Schleier, der nun an der linken Seite des Gesichtes hing, wo er nicht beim Essen stören würde. Tori schien sich grade mit Raphael zu unterhalten, also wandte sich Saadia an Martyn: "Ich vermute, dass du deine Bücher zu Rate gezogen hast bezüglich sehenswerter Orte."
Der Satz enthielt die eher weniger versteckte Aufforderung zu erzählen.

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Grim
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 21 Aug 2012, 16:47

"Habe ich", bestätigte Martyn während er sich von einem Fleischgericht auftat, von dem er annahm, dass es Lamm war, "Aber was Al-Adra angeht findet sich dort wenig mehr als das, was auch die Handelsreisenden erzählen. Die große Basilika, der Palast, die Freskenmauern von al-Chaim... Und das will ich mir unbedingt auch alles ansehen!" Er griff nach einer Schüssel mit einem bräunlichen Püree und betrachtete es einen Augenblick skeptisch, ehe er sich dann doch einen Löffel voll davon nahm. Auch wenn er keinerlei Ahnung hatte, was es war. Aber er war nicht so weit gereist um sich dann vor dem Fremdartigen zu fürchten. Hier hieß es ausprobieren! "Aber ich hatte gehofft...", fuhr er fort während er das Fleisch auf seinem Schneidbrett zerkleinerte, "... du wüsstest ein paar Geheimtipps. Verborgene Orte, die nicht jeder Kaufmann, der die Stadt besucht, zu Gesicht bekommt. Dein Vater hat dir doch sicher gesagt, was du dir alles ansehen sollst..."

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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 21 Aug 2012, 17:33

Wow, das Essen war qualitativ auf höchstem Niveau gewesen, aber es war auch dementsprechend teuer. Anton redete mit dem Wirt und das Wort für "drei", dass auch Theodor kannte fiel, daran erkannte er, dass gefeilscht wurde. Und in der Tat hatte der Schmied Erfolg, den Preis ein wenig zu drücken, was für ein gerissener Hund.
"Ja, es ist alles in bester Ordnung, mein Freind.", sagte Theodor. "Wir können gehen. Ach, dieses Essen war einfach herrlich. Wenn wir auch an den anderen Tagen so gut essen, wird das die schönste Zeit unseres Lebens."
Er war durchaus angetrunken, so dass er nicht in der Verfassung war, das Lokal zu skizzieren. Schade eigentlich, denn es war ansprechend genug, um eines Bildes würdig zu sein. Aber das würde auf Vieles, was es hier gab zutreffen, viele Orte, die die Geschichte einer anderen Welt erzählten, und seine Kunstwerke würden die Erzählung transportieren und auch in seiner tristen, grauen Welt berichten. Dieser Gedanke ließ das Herz von Theodor höher schlagen. Er war rund um glücklich und wäre er weniger wohlerzogen gewesen, hätte er seine Freude mit einem lauten, schrillen Schrei zur Schau gestellt. Ja, die Etikette konnte ein Fluch sein. Aber Glück konnte man auch im Stillen genießen.
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 21 Aug 2012, 23:30

Isaac schreckte auf, als mehrere Holztabletts auf den Tisch gestellt wurde. Verwundert stellte er fest, dass mittlerweile neben Raphael auch Saadia und Victoria am Tisch befanden. Beschämt registrierte er, wie benebelt er schon von dem Wein war, Vorsicht war geboten. Doch der Grund, weshalb er in Gedanken verloren war, rührte nicht vom Trank her. Entsetzt hatte er gesehen, dass die Knöpfe am Handgelenk seines Hemdes nicht korrekt geknöpft waren und beim Versuch, dies unauffällig zu korrigieren, hatte er es zwar symmetrisch gemacht, aber leider beide Seiten gleich falsch. Und die Richtigstellung beider Ärmel erforderte erneut Zeit. Doch nun, da in der Region seiner Handgelenke wieder Ordnung herrschte, richtete sich die Aufmerksamkeit wieder auf die Tischgesellschaft. Und dort standen nun Teller voll mit Speisen, die Isaac nicht kannte und sie vermutlich nicht einmal aussprechen konnte. Martyn eröffnete mit einer ausladenden Geste das Mahl. Das war genau das, was er jetzt brauchte. Nach seiner eher bescheidenen Ernährung an Board verlangte sein Magen gerade zu nach Köstlichkeiten und da er mit Landgang zeitgleich das letzte bisschen Übelkeit verlor, würde er ihn nicht enttäuschen.
Nachdem er sich seinen Teller wild mit Sachen belegt hatte, die entweder umwerfend aussahen oder unwiderstehlich rochen, stieg er in das Tischgespräch ein.
"Auch wenn es ein Ziel für die einfache Masse ist und wohl jeder dort hin pilgert, möchte ich die Freskenmauern von al-Chaim auf jeden Fall sehen. Ich habe einige Geschichten darüber gehört, sie sollen umwerfend sein."
Genüsslich schob er sich einen Löffel voll mit dunklem Fleisch in einer Soße, die den perfekten Bogen zwischen süßlich, würzig und scharf schlug. Das Fleisch zerging ihm nahezu von selbst. Das einzige, was ihm gerade einfiel, war überwältigend.
Während er zufrieden kaute, schweifte sein Blick über die beiden Damen. Saadia sah anmutig und perfekt in ihrer südländischen Kluft aus. Tori steckte in einem Abendkleid, in einem schönen Grün, die Halspartie war schmuckvoll verziert - aber warum war eine der Bügelfalten nach Innen und der Gegenpart auf der anderen Seite nach Außen geformt?
Schnell schaute er wieder auf seinen Teller, stocherte ein wenig in der Salatsektion herum, lud sich dazu wieder Fleisch auf und steckte sich alles in den Mund. Und wieder starrte er auf die Bügelfalten. Warum bügelte man sie nicht gleich?
Völlig außer Acht lassend, wie es auf andere wirken könnte, war sein Blick auf diesen Missstand geheftet.
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 21 Aug 2012, 23:31

Das Essen drückte gegen Iakobs Hosenbund und wollte ihn dazu verführen diesen zu lockern, doch er widerstand der Versuchung trotz Alkoholspiegel und schaute stattdessen ein wenig bedröppelt, grinste und rieb sich den Bauch. So konnte man es hier ja einigermaßen aushalten. Leckeres Essen. Hübsche Rauschmittel. Nette Bedienung. Das Einzige, was fehlte waren die Frauen. Aber die musste man wohl immer selbst auftreiben. Das erhielt alles spannend. "Gehen wir?" Sein Blick war ein bisschen glasig, aber das würde sich gleich wieder legen. Die Nacht war noch jung. Genau wie er.


Zuletzt von Ena am Mi 22 Aug 2012, 11:34 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 21 Aug 2012, 23:45

Tori lächelte schüchtern, als Martyn sagte, er würde sich den Garten ansehen. Er würde sich bestimmt auch an den wunderschönen Blumenbeeten erfreuen! Bevor sie noch etwas sagen konnte, wurde das Essen aufgetragen. Fast wie im Garten wurden Toris Augen gross, während sie die farbenfrohen und fremdartigen Speisen betrachtete, die sich auf ihrem Tisch zu stapeln begannen. Ihr Magen bestätigte mit einem Knurren, dass sie ordentlich zuschlagen sollte. Doch bevor sie Essen vor sich aufstapeln konnte, sprach sie einer ihrer Begleiter - Raphael - auf ihre Reiseübelkeit an. Etwas hilflos sah sie zu Martyn, doch dieser war in ein Gespräch mit Saadia verwickelt. Sie straffte also die Schulter und machte sich für ihr wohl erstes Gespräch mit einem Mann, der nicht mit ihr verwandt war bereit, seit sie ihre Mutter bei ihrem Vater abgeliefert hatte. Sie konzentrierte sich sosehr darauf, dass ihr Isaacs schier aufdringliche Blicke einfach entgingen.
"Nun... Ich... denke, ich habe sie im Garten ganz... gut abgeschüttelt, denke ich. Jetzt macht sich der leere Magen bemrkbar", einte sie, wobei sie mit leiser Stimme sprach. Dann machte sie eine Pause, um sich neue Worte zurechtzulegen und schaufelte wahllos Essen vor sich auf. "Sie haben sich noch nicht so weit... beruhigt, Herr Raphael?"
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Porphyrion
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Di 21 Aug 2012, 23:51

"Habe gerade bezahlt.", erwiderte Anton und erhob sich kurzerhand. Den Blick noch einmal schweifen lassend blickte er in den Raum, beruhigte sich aber dann mit dem Gedanken, dass derartige Schenken im Süden wie Sand in der Wüste sein mussten. Ein Lächeln fand den Weg auf seine Lippen, und er war der erste beim Aufgang.
"Also, Jungs. Dreihundert Schritt Richtung Süden liegt das Gesellschaftshaus "Zum Eck", das hat der Wirt empfohlen, dann gehen wir auch zuerst dahin. Freudig klatschte der Schmied ein, zweimal leise in die Hände, wie um sich selbst anzutreiben, bald in den Armen einer Frau zu liegen. Das würde was ganz neues sein! Aber davor wollte er trinken. Und spielen!
Auf ihrem Weg kamen sie an zwei weiteren blauen Leuchten vorbei. Diese schienen mit Käfern zu schwärmen, die gegen die Dunkelheit, die sich über die Stadt zu legen drohte, ankämpften. Interessantes System!
Die Leute hier waren besser gekleidet als im Hafen, aber immer noch empfand sich der junge Schmied nicht als Fremdkörper, vielmehr schienen ihm die Ansässigen immer einen aufmerksamen Blick und manchmal auch ein Nicken zu schenken, was er nicht allein auf seine dicke Geldbörse zurückkverfolgen mochte.
Das Haus "Zum Eck" war ein großer Bau mit simplen, von Säulen getragenen Arkadengängen. Draußen sassen in weite Roben gekleidete Männer, kauten auf Blättern herum und spielten Schach, oder ... Backgammon? Anton hatte solche Spielbretter nie gesehen. Nunja, er würde es bald erfahren. Aber drinnen.
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Lias
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BeitragThema: Re: Südwärts [MSG-Thread]   Mi 22 Aug 2012, 22:52

Ein glockenhelles Lachen entschlüpfte Saadia. Bibliotheken könnten mit dem gefüllt werden, was ihr Vater ihr über die "goldene Stadt" Al-Adra erzählt hatte. Und vermutlich würden die Baumeister ausreichend Platz für Anbauten lassen müssen, weil Vater Al'Khalasi immer mal wieder gerne in nostalgische Schwelerei verfiel und dabei mit ausschweifenden Bewegungen der Hände und mit seiner Stimme sprachliche Gemälde anfertigte, die denen der großen Meister in nichts nachstanden.
"Oh, er hat mir eine größere Menge Empfehlungen gegeben", stellte Saadia mit Vergnügen in der Stimme klar. Einen Moment lang sortierte sie die Liste in Gedanken, dann begann sie aufzuzählen: "In Fara, dem Hügeldistrikt, gibt es eine kleine Moschee, die die Gründungsgeschichte Al'Adras in ein Mosaik gebannt hat. Der alte Palast öffnet am Sonnabend einen Flügel für Besucher. Vielleicht können wir da etwas arrangieren. Vater gab mir einen Brief mit, der uns dies ermöglichen sollte. Vor der Stadt gibt es noch eine Lehmmoschee aus der alten Zeit. Und eine Bekannte meines Vaters besitzt eine Teppichknüpferei. Der Teppich im Studierzimmer meines Vaters ist von ihr. Du erinnerst dich vielleicht daran."
Besagter Teppich war ein Meisterwerk aus Purpur und goldenen Fäden, wie von einem Gott geknüpft. Saadia, die ihre Aufzählung beendet hatte, schüttete sich einen winzigen Schluck golfarbenen Gewürzweins ein und nippte daran. Auch wenn sie keine große Weinkennerin war, so beschloss sie doch eine Flasche davon mit nach Hause zu nehmen. Vater würde sich darüber freuen.

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