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 [MSG] Black Tides - Seas of the Parava

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Grim
The Reaper
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BeitragThema: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Do 24 Nov 2011, 16:12

Normalerweise war Jeanny Forvell nicht wirklich der philiosophische Typ. Grübeln lag ihr normalerweise nicht sonderlich. Normalerweise bevorzugte sie es, den Dingen ins Gesicht zu sehen, sie anzunehmen wie sie waren und das Beste daraus zu machen. Das hatte sich als ziemlich effektiv erwiesen. Grübeln und Philosophieren, nach ihrer Erfahrung brachte einen das nicht weiter. Man fühlte sich nur schlechter danach. Normalerweise verzichtete sie also auf soetwas und lenkte den Blick nach vorn. Aber was war schon normal?
Nun, normal war sicher nicht, dass sie mittlerweile vor ihrem dritten Krug Rum saß und sich der Boden des zinnennen Bechers bereits wieder deutlich abzeichnete. Für gewöhnlich verzichtete sie darauf, sich zu betrinken, als Kapitän lag es schließlich an ihr, im Notfall einsatzbereit zu sein. Und - gut! - wirklich betrunken war sie ja auch nicht. Aber alles in ihrem Kopf hatte an Konturen, an Schärfe verloren, lief zu einer schwammigen Masse zusammen und in diesem schwammigen Durcheinander kristallisierten sich Gedanken, wie sie sie normalerweise zu vermeiden suchte. Philosophische, grüblerische Gedanken. Gedanken, über ihre momentane Lage.
Sie war sich nicht so ganz sicher, ob es das Schicksal nun gut oder schlecht mit ihr gemeint hatte. Einerseits war ihnen diese spektakuläre Flucht aus den Kerkern der Thurmischen Kriegsmarine geglückt und sie waren noch am Leben. Nun ja, einige von ihnen. Jeanny jedenfalls war noch am Leben und aus ihrer Sicht war das selbstverständlich das wichtigste. Der Verlust der anderen - Salzzung, Meccam, Tanner und wie sie alle hießen - war bedauerlich, aber es hätte auch weitaus schlimmer kommen können. Nach allen Gesetzen der Logik sollten auch Jeanny und ihre verbliebenen Männer von irgendwelchen thurmischen Galgen baumeln. Taten sie aber nicht. Da hatte es das Schicksal wohl wieder einmal gut mit seinen Kindern gemeint. Andererseits war da die Geschichte mit Blutauge. Die dreimal verfluchte Ratte hatte es doch tatsächlich gewagt, sich an ihren, Jeannys, Schätzen zu vergreifen! Oh, sie würde dem Drecksack seinen speckigen Hals umdrehen, würde ihm ganz langsam die Daumen in den Kehlkopf pressen! Ihre Finger verkrampften sich um den Rumbecher. Sie würde ihn an seinen eigenen Eingeweiden von der Rah baumeln lassen! Wenn sie ihn denn in die Finger bekommen würde. Und das war momentan das größte Problem. Bei allem lodernden Hass konnte Jeanny nicht ignorieren, dass Blutauge mächtig war. Mächtiger als sie. Er hatte mehr Männer. Und zweifelsohne konnte er seinen Männern eher vertrauen als sie. Noch immer war sie sich nicht ganz sicher, wer bei dem Handel mit Hendrik Gerhart nun wen über den Tisch gezogen hatte. Es war eine grausame Ironie des Schicksals, dass sie ausgerechnet dem alten Kapitän einen Pakt hatte vorschlagen müssen. Aber wer sonst wäre hier in der Zacke derart verzweifelt, auf ihr Angebot einzugehen? Und Hendrik hatte Männer mitgebracht, gute Männer. Sie hatte sie begutachtet als sie zur Albatross zurück gekommen war. Erfahrene Männer, die ebenso gut mit den Segeln wie mit dem Säbel umgingen. Eine wertvolle Ergänzung für ihre Crew. Aber sie brauchte mehr Männer. Sie brauchte Kanonenfutter. Ohne Masse würden sie gegen Blutauge nicht bestehen.
Deshalb hatte sie sich von Yeboah Geld geben lassen und hatte sich in diese Taverne hier aufgemacht. Deshalb saß sie hier an dem kleinen Tisch und vertrieb sich ihre Zeit mit Rum und Grübeleien. Aber die Leute mieden sie. Das war der Preis des großen Namens. Man kannte ihr Gesicht in der Zacke und selbst die, die es nicht kannten, mussten davon gehört haben, dass sie wieder in der Stadt war. Ob das ein Grund zur Freude war war freilich dahin gestellt.
"Hallo, meine Hübsche!", riss sie plötzlich eine Stimme aus den Gedanken. Langsam hob sie den Kopf und blickte von ihrem Krug auf. Ein breit gebauter, massiver Mann mit kahl geschorenem Schädel und Oberarmen, die Jeanny kaum mit beiden Händen hätte umfassen können, hatte sich vor ihr aufgebaut. Trotz ihres angetrunkenen Zustands erfasste Jeanny die Situation sofort: er hatte wohl noch deutlich mehr Rum erwischt als sie und das Glitzern in seinen Augen machte mehr als klar, worauf er es abgesehen hatte.
Normalerweise hätte Jeanny in einem solchen Fall einfach ein kaltes "Verpiss dich!" erwidert und den Mann ins Leere laufen lassen, aber irgendwie gingen ihr die Worte auf dem Weg zu ihrem Mund verloren und was tatsächlich heraus kam war "Willst du anheuern?" Nun, vielleicht auch keine so schlechte Frage. Deshalb war sie schließlich hier. Aber manche Leute verstehen eben stets nur das, was sie auch hören wollen und das breiter werdende Grinsen des Kahlkopfs machte mehr als deutlich, dass er zu dieser Sorte gehörte.
"Anheuern?", fragte er verwundert, "Nun, wenn du es so nennen willst... Aber ich muss dich warnen: wir zwei könnten heute Nacht ganz schön... raue See haben, wenn du verstehst, was ich meine." Er versuchte ein anzügliches Zwinkern, scheiterte jedoch an der Kontrolle seiner Mimik, sodass es zu einer merkwürdigen Grimasse geriet. Jeanny hingegen bewahrte sich ihre versteinerte Miene perfekt, erlaubte einzig ihren Augen, Kälte auszustrahlen als sie sich erhob und mit ganz ruhiger, langsamer Geste den Säbel zog, den der Mann offenbar übersehen haben musste. Ehe er begriff, was sich da abspielte, deutete die Klingenspitze auf seinen Schritt.
"Ich bin Captain Forvell, ehemals Kapitän der Sturmjäger, jetzt Kapitän der Albatross", erklärte Jeanny ganz ruhig, doch mit Stahl in der Stimme, "Wenn ich frage, ob du anheuern willst, Matrose, dann antwortest du mit 'Ja, mein Captain' oder du machst dich schleunigst aus dem Staub. Ich habe keine Zeit, mich mit besoffenen Hornochsen herum zu schlagen und du, Matrose, gehörst ganz offensichtlich zu diesem Menschenschlag. Aber ich bin heute gnädig und deshalb frage ich dich noch einmal: willst du anheuern?"
Der Mann starrte sie für ein paar Herzschläge aus kleinen, tumben Augen an, blinzelte aufgeregt. Dann schienen die Worte in seinem Gehirn angekommen zu sein. Er machte vorsichtig ein paar Schritte rückwärts bis er sicher sein konnte, außer Reichweite des Säbels zu sein, dann drehte er sich um und stürmte aus der Taverne heraus. Jeanny, die inzwischen auf dem Tisch stand, verstaute sichtlich zufrieden den Säbel. "Es gilt auch für euch alle anderen", rief sie in die Runde der Männer, deren Aufmerksamkeit sie nun ohnehin bereits hatte, "Will jemand anheuern?"
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   So 27 Nov 2011, 22:37

Gedankenverloren betrachtete Phillip die Steilklippe vor ihm. Nachdem die anderen ebenfalls am Schiff angekommen waren, hatte er das Bedürfnis verspürt, sich einen ruhigen Ort zu suchen und etwas zu entspannen. So verließ er die Albatros, auf der es ihm zu voll wurde und verließ die Stadt auf dem schnellsten Weg, wodurch er an einen scheinbar kaum besuchten Sandstrand kam, den er einige Zeit entlang ging und die Sonne sowie das Rauschen des Meeres genoss. Schlussendlich wurde der Untergrund steiniger, bis Phillip vor besagter Klippe stand. Bewundernd betrachtete er die fast gerade Wand und folgte ihrem Verlauf, der einen Halbkreis beschrieb und somit eine kleine Bucht bildete. Etwa auf halber Länge konnte er eine kleine Sanderhebung erkennen, die einladend auf ihn wirkte. Nochmals betrachtete er die Klippe zwischen sich und seinem Ziel und studierte den Weg, der ihn vermutlich dorthin bringen würde. Anschließend streckte und dehnte er sich etwas, bevor er nach der ersten kleinen Vertiefung griff.
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Warmonger

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   So 27 Nov 2011, 23:03

Die Zacke war der beste ort der Welt für einen Piraten. Noch dazu für einen Piraten wie Manuel, der seine ganze Seele der Piraterie verkauft hatte, dem liederlichen Dasein als Mörder, Trinker und Räuber. Nicht nur Schenken fand man hier an jeder Ecke, in denen man sich für wenig Geld betrinken konnte bis man nur noch ein lallendes, unter den Tisch rutschendes Wesen war. Und es gab noch mehr: Hurenhäuser, in denen man Frauen zu einem Preis bekam, für den man andernorts ein großes Bier trinken konnte. Auch wenn man das Bier stattdessen vorher nötig hatte um die Frauen zu ertragen. Betten, in denen man schlafen konnte, ohne von der See geschaukelt zu werden, wenn einem die Wanzen nichts ausmachten.
Aber für Manuel gab es noch mehr. Jedesmal, wenn er auf der Zacke war, streifte er ruhelos durch die Straßen, manchmal betrunken, meistens aber halbwegs nüchtern. Denn er war nicht nur auf Bier aus.
Langsam streifte er durch die dunklen Gassen, fingerte immer wieder nervös - vorfreudig? - an den Dolchen herum, die seit kurzem wieder hinter dem breiten Gürtel steckten. Er setzte seine Schritte vorsichtig, leise, um niemanden aufzuschrecken, um nicht aufzufallen, hielt sich in den Schatten am Straßenrand, der nur hier und da von einer im Wind leicht schwankenden Laterne ein wenig erhellt wurde.
Schon bald wurde er hellhörig. Lief da nicht jemand vor ihm in der Dunkelheit? Schwere, unbeholfene Schritte, nicht ganz im Rhythmus, warscheinlich von einem Betrunkenen. Manuel ging schneller, atmete flacher, versuchte keinen Laut mehr zu machen, während er in der Finsternis die Augen zusammenkniff und versuchte die Gestalt vor ihm auszumachen. Und es gelang ihm auch. Ein breiter Typ, schwer atmend, eine große Flasche in der Hand, unbeholfen die Straße entlangtorkelnd. Der Alkohol musste ihn unvorsichtig gemacht haben. Hier kam man nicht betrunken her.
Denn hier lauerten Leute wie Manuel. Mit einer blitzartigen Bewegung riss der junge Pirat einen Dolch aus dem Gürtel und rammte ihn mit einer hass- und lustverzerrten Grimasse dem Mann in den Rücken. Mit einem erschrockenen, panischen Aufschrei fiel der Mann vornüber. Manuel hatte nicht ins Herz gestochen, knapp neben der Lunge stattdessen. Er wollte schließlich noch Spaß haben.
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Porphyrion
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   So 27 Nov 2011, 23:35

Ein Seebär bleibt ein Seebär, was auch immer an ländlicher Existenz dazwischenkommt. Und so hatte Hendrik einen Teil seiner Pfandgüter losgeschlagen, um sich seine Kajüte halbwegs einzurichten. Fein! An der Wand ein Bild, das er einem besoffenen Kapitän abgerungen hatte, darauf ein Schiff im Sturm, das durch eine Wellenwand brach, dass die Gischt nur so spritzte, in der Ecke ein Fass mit genug Traumkraut für 3 Jahre, an der Wand ein Set von Säbeln, auf dem Bett eine ordentliche Matratze und dünne Decken, wie es für die tropischen Gefilde üblich war. Unter dem Fenster, das zur Heckseite herausschaute, hatte er seinen Hut aufgehängt, und unter dem Bett war eine Truhe mit einem Sammelsurium an Kleinodien, von denen er sich nicht trennen konnte, Navigationsgeräten, Karten, Waffen, und Goldstücken. Gut verschlossen, verstand sich.
Auf der anderen Seite des Raumes hatte er Solomons Hängematte aufgehängt, ein prächtiges Webwerk von den Nirini Jita, in Prallroter Farbe mit Intarsien und eingewebten, mäandernden Mustern. Die Verankerungsnägel saßen fröhlich-fest in einem 20-Grad-Winkel nach oben im Holz, hatte der Thurmer mit seinem nicht unbeträchtlichen Gewicht freudig feststellen können, und Solomons Kiste stand darunter. Was darin war? Wollte er das wissen?
Über seinem Bett hatte er noch eine Harpune aufgehängt, ein silbern blitzendes Stück, Getauft mit dem Blut hunderter Wale, wenn man dem Pfandgeber Glauben schenken durfte, nun: zumindest konnte Hendrik mit seiner beschränkten Harpunenkenntnis feststellen, dass es ein gut balanciertes und scharfes Stück war, weswegen er es fest in der Wand verankert hatte.

In der Mitte des Zimmers stand ein kleiner Tisch, und darauf war eine Karte mit Reissnägeln entlang der von ihm angepeilten Route ausgebreitet. Und abschließend war ein Beistelltisch neben Bett und Hängematte, unter dem Hut, hinter dem er eine Angel festgeklemmt war. Auf seinen Thunfisch mochte er nicht verzichten.
Er streifte die Hände an seiner speckigen Lederhose ab, und wandte sich, um auf Deck zu gehen, wo Saalim mit seinen Schmugglern und seinen happy few herumsass. Der Abend war hereingebrochen, und die letzten Sonnenstrahlen küssten die schroffen Steinwände der Zacke, so dass man der ganzen Sache fast schon eine gewisse Romantik abdingen konnte. Wenn man denn wollte. Und Hendrik wollte. Er war erst skeptisch gewesen. Aber mittlerweile war er zuversichtlich, dass er Jean genug von der Beute aus den Rippen leiern konnte, um ein eigenes Schiff für eine Jahrestour durch die Parava bereitzustellen, und genug, um die Metfässer, die er in den Lagerraum gerollt hatte, zu verdoppeln, in Personalunion mit ein paar hübschen jungen Dingern, die noch nicht vollkommen ausgeleiert waren.
So trat er an Deck, eine Sturmlaterne in der Hand, voller fröhlicher Gedanken.
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Wyrd

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Mo 28 Nov 2011, 00:39

Ein schallendes Offizier an Deck dröhnte quer über die Planken, als Hendrik ihre Kajüte verlies. Saalim schenkte seinem alten Freund ein schiefes Grinsen, nachdem er die Worte auf eben jene Art gebrüllt hatte wie es die Marineoffiziere Thurms es taten. Saalim saß mit zwei anderen Schmugglern über einer Seekarte, auf der sie einige der Routen eingezeichnet hatten, von denen sie wussten, dass Blutauges Männer sie nutzten. Er hatte Forvell eine Möglichkeit angeboten die Untergebenen ihres Feindes zu dezimieren und wenn sie wieder an Bord kam wollte er ihr auch zeigen können wie und wo er das zu tun gedachte. Ulricson und Hakennase Jeremiah, zwei seiner ältesten Mitstreiter halfen ihm dabei, während der Rest der Schmuggler- und Matrosenbande, die Hendrik unterstand Karten oder Würfel spielte. "Also, mein Vizekapitän? Sind wir zufrieden?" Saalim hatte, während er die Frage stellte eine weitere Küstenregion mit roter Tinte makiert. Es handelte sich um eine weitere beliebte Route.
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Porphyrion
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Mo 28 Nov 2011, 00:53

Hendrik warf einen Blick auf die Karte, die von einer Sturmlampe erhellt wurde. Der Schatten der Lampe verbarg einige Küstenstriche, aber insgesamt sagte es ihm etwas.
"Ja, wir sind zufrieden, Solomon. Jetzt muss nur noch Jean dabei sein, und wir können unsere Meeresguerrilla beginnen. Vielleicht bekommen wir unser Schiff dann eher als erwartet. Und zwei Schiffe sind schon eine kleine Flotte."
Er wandte sich dem Haufen zu, die beim Kartenspiel herumsassen. Fünf spielten, die anderen, ca. 15 sassen um sie herum tranken in kleinen Schlücken ihren süssen Rotwein, oder Rum. Nach Delisle, Shanty und Jones waren noch ein paar andere aufgetaucht, allesamt mehr oder weniger mit ihm verbandelt und dementsprechend für Piraten beinahe vertrauenswürdig. Natülich waren darunter auch Messerstecher wie Sturmflut Hansen, aber selbst der war verträglich, wenn es darum ging, einem Kerl wie Hendrik einen Gefallen zu tun.
"Männer? Schön, dass ihr es einrichten konntet."
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Mo 28 Nov 2011, 15:04

Der Lappen der soeben noch als Handtuch seinen Dienst getan hatte landete in einer Ecke der Kochstelle. Die Hühnersuppe war fertig und tränkte mit ihrem Duft die Kombüsenluft. Orisha würde sich nicht die Mühe machen und den Kessel irgendwie von der Feuerstelle wuchten und dann an Deck zu bringen. Sollte das einer der breitschultrigen Kerle machen die Hendrik mit an Bord gebracht hatte oder sie mussten in der Kombüse essen. Nicht ihre Entscheidung, nicht ihr Problem.
Den Eimer mit Abfällen nahm sie mit ehe die Kombüsentür hinter ihr wieder ins Schloss fiel.
Der Inhalt des Eimers, ungenießbare Innereien wie die Galle und Grünabflälle, flog in hohem Bogen über Bord und landete mit einem vernehmlichen Platschen im Hafenbecken. Ihr Blick schweifte noch über die versammelte Mannschaft, der Captain hatte nicht zuviel Versprochen, für die Priesterin sah das wie eine Crew aus. "Essen gibts in der Kombüse!" rief sie noch der Meute zu und verschwand wieder unter Deck in die Kombüse wo sie dem Feuer einen Scheit nahm und die ersten Schalen mit Suppe füllte.
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Basol
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Mo 28 Nov 2011, 22:11

Emily hielt sich in dieser Zeit immer unter Deck auf, wo die Sonne sie nicht so blendete. Ja, da konnte man schon mal ungestört sein, was angesichts dieser zahlreichen grobschlechtigen Säcke die reine Wonne war. Sie half, wie ihr aufgetragen war, Orisha, der Priesterin, in der Küche und hielt sich für den Rest der Zeit fern von der Crew, nur beim Essen ließ sie sich blicken. Für dieses allerdings war es nun wieder an der Zeit, so setzte sie sich einfach auf einen Schemel in der Kombüse, lehnte sich mit dem Kopf an die Wand und wartete, sich langweilend. Ja, das war nicht wirklich das Leben, dass sie sich wünschte, eigentlich wollte sie in Reichtum und Macht schwelgen. Und dies würde sie auch, ganz egal, wer dafür sterben würde...
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Mi 30 Nov 2011, 12:28

Im Grunde hätte es Jeanny nicht verwundern sollen. Ihre Abfertigung des Betrunkenen mochte ihr Aufmerksamkeit gesichert haben, Vertrauen schuf man auf diese Art aber selbstverständlich nicht. Nicht, dass der Ruf, der ihr voraus eilte, nicht schon genug Skepsis gesät hätte. Aber die Demonstration, wie flink sie zum Säbel greifen konnte und ihr grimmiger Gesichtsausdruck gaben wohl mehr als einem in der Taverne ein, dass es klüger sein könnte, den Kopf unten zu halten. Im Grunde konnte Jeanny es ihnen nicht verdenken. Trotzdem war die Resonanz, die sie auf ihren Aufruf hin erfuhr enttäuschend. Und das obwohl sie, nachdem sich niemand auf ihre anfängliche Aufforderung hin zu ihr wagte, einen Beutel mit Münzen demonstrativ auf den Tisch geworfen hatte. Yeboahs Münzen. Sie würde ihm jede einzelne davon zurück zahlen müssen. Aber besser in der Schuld eines anderen stehen als gar nicht an Gold kommen. Und um an ihr Gold zu kommen brauchte sie Männer. Männer wie Yeboah. Männer wie jene, die in der Taverne herum hockten.
Letztendlich gelang es ihr, gerade mal zwei Männer anzuheuern. Einen jungen Burschen, der zwar bescheidene nautische Kenntnisse aber viel Enthusiasmus mit sich brachte und sich im Zweifelsfall mitten ins Feuer von Blutauges Kanonen werfen würde. Was auch das Ende war, das Jeanny jetzt bereits stark für ihn annahm. Und einen graubärtigen Seebären mit melancholischem Blick, von dem sie stark annahm, dass er nicht vor hatte jemals wieder von See zurück zu kehren. Brauchbare Männer waren sie wohl beide, aber nicht das, was Jeanny sich erhofft hatte. und zu wenige...

Einen entsprechenden Tiefpunkt hatte deshalb auch ihre Laune erlangt als Jeanny vielleicht zwei Stunden später die Taverne verließ. Inzwischen war es tiefste Nacht und einzig der Mond, die Sterne sowie einige unregelmäßig an Hauswänden oder auf Stangen angebrachte Feuer spendeten Licht. Es war empfindlich kalt geworden. Unwillkürlich fröstelte Jeanny, trotz des Rums, den sie getrunken hatte. Aber der stieg ihr nun langsam zu Kopf. Sie konnte sich der vagen Erkenntnis, dass sie es damit übertrieben hatte, nicht erwehren. Mit Mühe zwang sie sich, den schweren Kopf erhoben zu halten.
Mit einem mal fiel ihr der Schemen in den Schatten einer schmalen Gasse unmittelbar zu ihrer Linken auf. Eine große, massige Gestalt. Auch in ihrem Zustand erkannte sie sie sofort wieder. Der glücklose Freier, den sie so schmachvoll davon gejagt hatte. Augenblicklich zuckte ihre Hand zum Säbel, glitt beim ersten mal am Heft ab, bekam ihn dann aber zu fassen.
"Was willst du hier? Raus aus den Schatten!", fuhr sie den Schemen an während sie so unauffällig wie möglich einen festen Stand suchte. Sie rechnete mit einem unvermeidlichen Kampf. Doch als der Mann schließlich folgsam hervor trat tat er das zögerlich, beinahe ängstlich. Sein kahl rasierter Schädel geriet in den Schein einer Fackel und Jeanny meinte, in seinen Zügen Schuldbewusstsein zu erkennen. Auch wenn dies bei Männern ohne Haar und Bart nur schwer festzustellen war hatte Jeanny den Eindruck, als hätte er seinen Kopf kürzlich in ein Wasserfass getaucht.
"Das reicht!", entschied Jeanny als er nahe genug gekommen war um ihn zu erkennen. Trotz seines harmlosen Anblicks dachte sie gar nicht daran, den Säbel herunter zu nehmen. "Sprich! Warum lauerst du mir auf?"
"Ich... ich wollte um Verzeihung für mein Benehmen bitten, Captain Forvell", begann der Mann zögerlich und tippte dabei die Finger seiner Hände vor dem Bauch zusammen, ganz als wüsste er nicht so recht, was er mit den Händen anfangen sollte, "Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Und ich hoffe, sie können einem betrunkenen Mann darüber hinweg sehen..." Er legte eine kurze Pause ein, während der Jeanny ihn aufmerksam beobachtete.
"Ich habe es mir überlegt...", sagte er schließlich, "Ich möchte bei ihnen anheuern, Captain!"
Das kam so überraschend, dass Jeanny sogar den Säbel sinken ließ. Sinken ließ. Nicht weg steckte. Und sie hatte sich rasch wieder unter Kontrolle. "Wie ist dein Name?", verlangte sie zu wissen.
"Squiggy, Captain. Einfach nur Squiggy."
"Und du bist schon zur See gefahren, Squiggy?"
"Ich habe schon häufig auf Krabbenfischern angeheuert, Captain. Und zweimal auch auf Schmugglerschiffen..."
"Und du kannst kämpfen...?"
Bei dieser Frage zuckte ein Lächeln um Squiggys Lippen. "Wenn ihr eine Waffe für mich habt, Captain..."
"Dann sage ich mal: willkommen an Bord der Albatross, Squiggy!" Auch Jeanny lächelte nun, wenngleich es kein schönes Lächeln war. Vielleicht hatte sie es an diesem Abend doch noch geschafft, einen guten Mann anzuheuern...
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Mi 30 Nov 2011, 21:10

Leicht fröstelnd erwachte Phillip und öffnete die Augen. Um ihn herum war es bereits dunkel geworden und bald würde er die Hand nicht mehr vor Augen sehen können. Schnell trat er an die Felswand und griff nach dem nächstgelegenen Vorsprung, um wieder zurück zum Strand zu kommen. Mit nur zwei kleineren Zwischenfällen, bei denen er fast den Halt verloren hätte, kam er schließlich wieder auf der anderen Seite an. Es war nun schon beinahe stockfinster, während er den Rückweg antrat. Nach einer gefühlten Ewigkeit im Dunkel konnte er die Lichter der Stadt sehen und eilte zum Schiff. Sobald er dort angekommen war, ging er hinunter in die Kombüse und nickte Orisha zu, als er eintrat.
"Gibt es noch etwas zu essen?" Er hoffe es, auch wenn ihm klar war, dass die Zeit für das Abendessen bereits vorüber war.


Zuletzt von Nemthos am Mi 30 Nov 2011, 22:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Mi 30 Nov 2011, 21:35

Die Priesterin hockte am Tisch über ein Schriftstück gebeugt. Eine Öllampe spendete ihr das Licht die von feiner Feder geschriebenen Worte lesen zu können. Es war ein altes Buch das schon durch die Hände ihrer Vorfahren gegangen war und nun wo Phillip in die Kombüse trat und nach etwas zu Essen bat schlug sie das Buch zu und verstaute es zwischen ihren Sachen. Erst dann wand sie sich dem Jungen zu und bedeutete ihm mit einem Wink sich zu setzten. "Ist nicht mehr warm, aber macht satt." die Stimme der Priesterin war schwer, der Tag war lang gewesen, und doch würde sie dem Jungen nicht das Essen verweigern. Es dauerte nicht lang da stand eine Schüssel bis zum Rand mit Suppe und ein Stück Brot vor Phillip. "Lass's dir schmecken." Sie hatte sich selbst noch ein Stück Brot genommen und setzte sich dem Jungen nun gegenüber.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Mi 30 Nov 2011, 22:56

Phillip schenkte Orisha ein freundliches Lächeln, als sie ihm sein Essen brachte.
"Danke...ich hoffe, ich habe dich nicht bei irgendetwas gestört." meinte er, bevor er nach seinem Löffel griff und anfing die Suppe zu vertilgen. Er bezog sich dabei auf ihr Buch, dass er kurz gesehen hatte, als er hineingekommen war. Er selbst konnte nicht lesen und war deshalb fasziniert von dieser fremden Welt, die ihm verschlossen blieb.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Mi 30 Nov 2011, 23:10

Es war nicht schwierig zu erkennen wo Manuel gewesen war. Er hatte sich die Hände abgewaschen, aber im Dunkeln hatte er nicht viel erreicht. Außerdem hatte er auch nicht sehr darauf geachtet, niemand auf einem Piratenschiff würde einen Dreck darauf geben ob er jemanden ermordet hatte oder nicht. Seine kurzen Ärmel waren ein wenig blutig, wo sie in die Pfützen gehangen hatten, und unter seinen Fingernägeln waren noch Reste halb getrockneten Blutes, an denen er herumknibbelte, als er in die Kombüse hereinkam. Während er noch selbstvergessen seine Finger betrachtete fragte auch er die Priesterin nach etwas zu beißen.
"War eine harte Nacht ... Wenn du was für den Welpen hast ist für mich auch noch etwas da, oder?"
Mit einem Grinsen lehnte er sich neben der Tür an die Wand, zog einen der Dolche heraus - er hatte noch Blut unter der Querstange, bemerkte er - missbilligend, denn seine Waffen hielt er eigentlich sauber - und begann sich damit die Blutreste unter den Nägeln zu entfernen. Das schwache Licht der Öllampe reichte ihm dafür, und auch das Schwanken des Schiffes konnte ihn nicht aufhalten. Er schwankte im Rhythmus mit, schon lange an die Bwegegung gewöhnt. Es machte keinen Unterschied mehr, ob er an Land oder auf See war.
"Und, Welpe ... Was hast du heute gemacht?"
Der Blick, mit dem er Phillip dabei bedachte, war irgendetwas zwsichen neugierig und beunruhigend. Tatsächlich überlegte er im Hintergrund auch schon ob jemand es bemerken würde wenn Philipp plötzlich verschwinden würde. Er hätte ja desertiert sein können. Ob das bei jemandem so junges vielleicht etwas Anderes, Neues wäre? Vielleicht würde er auch auf der Zacke noch einen Jugendlichen finden, wenn sie noch ein wenig blieben ...
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Mi 30 Nov 2011, 23:49

"Putz deine Finger woanders." brummte die Priesterin Manuel an, doch sie erhob sich und trat wieder einmal an den Schrank und holte eine Schüssel hervor. "Du bist ein Teufel, Manuel." murmelte Orisha leise während sie Suppe in die Schüssel füllte. Wann immer sie dem jungen Mann in die Augen sah meinte sie dem Tod selber in die Augen zu blicken. Wie viele Leben er wohl schon mit seinen Klingen beendet hatte? "Setzt dich." wies sie ihn dann an und stellte die Schüssel mit einem Stück Brot auf den Tisch, ein paar Plätze von Phillip entfernt und setzte sich dann selber wieder.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Do 01 Dez 2011, 03:02

Als Manuel den Raum betrat, stellten sich Phillips Nackenhaare auf. Sein Blick blieb an den blutigen Stellen von seiner Kleidung hängen, bevor er merkte, dass der Pirat ihn abschätzig musterte, was einen neue Schauer über seinen Rücken laufen ließ. Er konnte das Gefühl nicht loswerden, dass Manuel ihn jeden Augenblick aus irgendeiner Laune heraus umbringen konnte und er keine Möglichkeit hatte, sich zu wehren. "Ich hab die Insel etwas erkundet." meinte er etwas ängstlich und wandte sich schnell wieder seiner Suppe zu.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Do 01 Dez 2011, 18:44

Tatsächlich hörte Manuel auf Orisha und steckte den Dolch wieder weg. Er hörte auf Leute, von denen er etwas wollte, und von Orisha woltle er gerade Essen haben. Er war zu unaufmerksam um zu hören was die Priesterin murmelte, aber wenn er es verstanden hätte hätte es ihn bloß gefreut. Er genoss die Verständlislosigkeit, die seinem Treiben folgte, fast ebenso wie das Morden selbst, mit der gleichen hasserfüllten, schmerzhaften Lust. Immer noch mit einem Grinsen im Gesicht setzte er sich an den angewiesenen Platz, überlegte kurz, ob er den Teller näher zu Phillip rücken sollte, denn eigentlich hatte er sich neben den Jüngeren setzen wollen. Wenn ihm Orisha allerdings das Essen streichen würde wäre es die paar Minuten Angst des Jungen nicht wert.
"Ach, die Insel erkundet. Doch hoffentlich nicht die Stadt? Da sind böse Leute unterwegs. Die würden einem hübschen Jungen wie dir für ein paar Münzen die Kehle durschneiden. Oder auch für was Anderes."
Er sagte das halb sachlich, als wolle er Phillip tatsächlich nur warnen, aber mit einem zynischen Unterton, der etwas ganz Anderes sagte. Aber inzwischen hatte sich Manuel schon anders entschieden; er würde den Jungen nicht umbringen, auch wenn sich die Gelegenheit ergab, denn erstens würde er von den anderen Piraten an bord dann ebenso umgebracht werden - denn das sagte der allgemeine Kodex - und zweitens genoss er es gerade viel zu sehr, den Kleineren zu quälen. Der ängstliche Unterton in seiner Stimme war Öl auf den Flammen seiner Seele. Genüsslich löffelte er die Suppe - er war Schlimmeres gewohnt - und warf immer mal wieder einen Blick drei Plätze weiter, wo der Schiffsjunge saß. Wie er sich über seinen Teller beugte! Selbst von der Seite sah man noch den ängstlichen Ausdruck im Gesicht. Von seinem Knochenbau her schätzte Manuel ihn gar nicht so jung ein dass er sich davon einschüchtern lassne sollte, aber der Schiffsjunge schien seinem Alter nicht gerade Ehre zu machen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Do 01 Dez 2011, 19:54

Die Absätze von Jeannys Stiefeln knallten laut und hallend auf den Bohlen des Piers und der scharfe Klang, der in die Nacht heraus wehte, verkündete weit, dass jemand sich der Albatross in schnellem Schritt näherte. Jeanny gab sich keine Mühe, leise zu gehen. Es war schließlich ihr Schiff! Und sie ging immer so. Weit ausholend, knallend. Rücksichtslos und effizient. Wer es vorzog zu schlendert, der hatte zu viel Zeit. Jeanny war nicht Kapitän geworden weil sie jemals im Leben gefaulenzt hätte. Squiggy, der ihr auf den Tritt folgte, hatte Mühe mit ihr Schritt zu halten. Deutlich konnte sie sein Schnaufen in ihrem Rücken hören. Die Gangway bebte als sie mit einem weiten Schritt auf die Planke sprang und diese empor eilte.
Einige von Gerharts Männern hatten sich an Deck versammelt, sie konnte die breiten Silhouetten im Schein einer Lampe, die irgendwo zwischen ihnen stand, vage erkennen. Mit einem knappen Tippen an die Stirn grüßte sie, stürmte dann jedoch direkt unter Deck. zur Kombüse hinunter. Mit Schwung flog die Türe auf, einen Herzschlag später fegte Jeanny durch den Raum. Erst in dessen Mitte blieb sie stehen, abrupt, ruckartig. Squiggy, der ihr gefolgt war, blieb ein wenig unschlüssig in der Türe stehen.
"Das ist Squiggy, ich habe ihn und zwei weitere Männer in einer Taverne aufgegabelt", erklärte Jeanny grußlos den Versammelten, "Sie werden mit uns segeln. Orisha, hast du etwas zu essen für den neuen Seemann?" Ihr stechender Blick streifte über die Anwesenden, über Orisha, dann über Emily in der Ecke, schließlich über Philipp und blieb dann an Manuel hängen. Frisches Blut klebte an seinen Ärmeln und auch seine Hände zeigten rötlich braune Spuren. "Bist du in eine Schlägerei geraten?", fragte sie ohne echtes Interesse.
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Porphyrion
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Do 01 Dez 2011, 21:23

"Ich hol mir mal Suppe."
Hendrik stapfte unter Deck zur Küche, in der sich mittlerweile einige Leute angesammelt hatten. Jean, der Takelagenkletterer, der kleine Neger, die grosse Negerin. Der Takelagenmann schien ihm gerade jemanden recht blutig bearbeitet zu haben. Jean schien das nicht zu interessieren. Aber das Grinsen auf seinem Gesicht war ihm zu selbstgefällig. Er wandte sich zuerst an Orisha und bat höflich um Suppe. Mit dem Smutje verscherzte man es sich besser nicht. Zumindest, wenn man keine überschärfte oder mit unangenehmem Gewürm versetzte Suppe wollte.
Danach fiel sein Blick auf Manuel. Der sass immer noch da und schaufelte Eintopf in sich hinein wie ein Scheunendrescher.
"Kerl. Ich kann mir vorstellen, was du gemacht hast. Und damit hältst du dich besser zurück, solange wir noch nicht mit Blutauge oder seinen Männern zusammenstossen. Wir wollen schliesslich noch Leute anheuern."


Zuletzt von Palenque am Do 01 Dez 2011, 22:00 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Do 01 Dez 2011, 21:40

Phillip nahm Manuels Zynismus zur Kenntnis, während er so schnell es ging seine Suppe aufaß, um nicht länger als nötig in seiner Nähe sein zu müssen. Nach diesem Kommentar zweifelte er nicht daran, dass Manuel ihn aus einer Laune heraus umbringen könnte. Als schließlich Jeanny in den Raum trat und die neuen Mannschaftsmitglieder vorstellte erhob er sich schnell, stellte sein gebrauchtes Geschirr ab und verschwand, nachdem er Orisha ein 'Danke' zuflüsterte, aus dem Raum. Seine Füße trugen ihn zurück an Deck, auf dem er sich an den anderen Piraten vorbeischlängelte und die Reling hinaufkletterte, um sich im Ausguck von der Begegnung mit Manuel zu erholen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Fr 02 Dez 2011, 00:24

Kurz überlegte Saalim ob er Hendrik folgen sollte, doch war die Kombüse wohl ohnehin schon voll und er war nicht wirklich hungrig. Der Shumalaner warf noch einmal einen Blick auf die karte, während Ulricson sich die Augen rieb und Jeremiah ihn lautstark von seinem knurrenden Magen in Kenntnis setzte. Er war zufrieden, die Routen von denen er wusste, dass Blutauges Untergebene sie nutzten fanden sich genauso auf dem Papier, wie die Häfen in denen sie ihre Ware versetzten. Er entlies seine beiden Mitarbeiter mit einem Schulterklopfen und einem Lob, während er die Karte zusammen rollte und unter seinen breiten Leinengürtel schob. Captain Forvell würde wahrscheinlich noch etwas brauchen, bevor sie die Kombüse wieder verlies.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Fr 02 Dez 2011, 12:19

Dieses mal seufzte Orisha durchaus vernehmlich. Gerade hatte sie sich gesetzt da flog die Tür schon wieder auf und Forvell stürmte herein mit einem neuen Crewmitglied. Ohne weitere Worte schob sie einen Scheitel in das kleine Feuer und rückte den Topf wieder darüber. Sicher, es war ihre Aufgabe das Essen zu bereiten, doch musste ein jeder einzeln kommen?
"Setzt euch." brummte sie ein klein wenig verdrossen als auch noch Hendrik etwas zu essen verlangte. Die Suppe würde gleich warm sein und den Rest des Brotes packte sie einfach in Scheiben auf eine Platte und servierte Brot und Suppe den hungrigen Mäulern.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Fr 02 Dez 2011, 18:22

Zu Jeanny gewandt antwortete Manuel langsam, als er sehr gründlich seinen Löffel abgeleckt hatte. "Jaah ... So eine Art Schlägerei, ja."
Er wusste, dass der Kapitänin so etwas ziemlich egal war, also wollte er gerade unbeteiligt weiter essen, als auch Hendrik sich in die Sache einmischte. Manuel aß weiter, solange der Navigator redete, wandte sich dem Älteren dann zu und überlegte, was er erwidern sollte. Er konnte den Neuen nicht recht einschätzen. Einerseits war er ein trauriger alter Sack, der gegen ihn wohl kaum etwas ausrichten konnte. Andererseits war er Verhandlungspartner von Jeanny Forvell und von ihr in die Position des Navigators gesetzt worden. er entschied sich für etwas Respekt, nicht, dass er es sich indirekt mit ihrer Anführerin verscherzte.
"Ich werd aufpassen. Nicht mehr in eine Schlägerei zu geraten, natürlich."
Sein Funkeln in Hendriks Richtung ließ diesen schon wissen, was Manuel von dem Vorschlag hielt. Nun ja, vielleicht würde er sich wirklich zurückhalten, schließlich hatte der Neue Recht damit. Wenn jemand mitbekäme dass auf ihrem Schiff einer wie er segelte würden kaum noch Leute anheuern wollen, zumindest nicht die Sorte, die nicht schon ans Meutern gewöhnt war. Mit diesem Kommentar schob er die Schüssel zurück und verließ die Kombüse wieder, den Brotkanten noch in der Hand. Er bedankte sich nicht für das Essen, aber das hatte er bisher auch noch nie. Orisha arbeitete in der Küche, es war ihre Sache Essen zu machen, und seine, es zu essen.
Draußen in der Dunkelheit begann er am Brot zu knabbern. Er war gereizt von Hendriks autoritärem Gehabe, obwohl er erst vor kurzem seine ganze aufgestaute Aggression abgebaut hatte. Sie kam schneller wieder als es Manuel gefiel, denn auch er wusste, dass er nicht einfach morden konnte wie er wollte. Nur dann und wann konnte man eine Leiche riskieren. Aber er brauchte definitiv mehr, um seinen Hunger abzubauen - auf See, wenn alle paar Wochen ein Schiff zu überfallen war, sah die Sache besser für ihn aus.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Fr 02 Dez 2011, 19:40

Jeanny wartete bis Manuel die Kombüse verlassen hatte und sie sicher sein konnte, dass er außer Hörweite war, ehe sie sich an ihren neuen Navigator wandte. "Lass ihn in Ruhe, Hendrik", ordnete sie an, doch ihre Stimme ließ erstaunlicherweise jegliche Schärfe vermissen, "Manuel ist ein Esel und noch dazu einer, dem jegliche Menschlichkeit fehlt, aber er kann nützlich sein. Und solange er mich mit dieser kranken Scheiße in Ruhe lässt ist es mir gleich, was er da draußen macht. Wenn er mit seinen Abartigkeiten zu prahlen beginnen sollte lasse ich ihn von Mao auspeitschen, aber meistens hält er die Klappe. Ich bin der Meinung, dieser Bekloppte ist ein Problem, dass sich früher oder später von selbst erledigen wird. Jemand wie er wird auf See nicht alt, dass wissen wir beide..." Sie stockte, als ob ihr etwas eingefallen war. "Wo steckt Mao eigentlich schon wieder?"
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Fr 02 Dez 2011, 19:55

Hendrik verzog den Mund zu einem schiefen Grinsen und nickte.
"Dachte nur, das wäre vielleicht eine halbwegs vernünftige Massregelung. Wir haben gute Männer, aber Kanonenfutter reist ungern mit Psychopathen. Und wir brauchen noch ein bisschen davon."
Er nickt ein paarmal still, dann kratzte er sich am Kopf:
"Wo Mao steckt, weiss ich bei Hel nicht, aber wenn du die Zeit nutzen willst, bis man ihn auftreibt, kannst du dich mal an Solomon wenden. Der hat ein bisschen geplant. Ich denke, das könnte dich interessieren. Schmuggelrouten. Je eher wir ein Schiff von Blutauge in die Hände bekommen, desto eher können wir uns deinem Hauptziel zuwenden."
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides - Seas of the Parava   Fr 02 Dez 2011, 19:57

Emily kicherte belustigt in sich hinein. Manuel war schon ein Penner... Zwar ein guter Stecher, aber trotzdem ein Penner. Zeit damit verschwenden, irgendwelche Trottel abzumurksen war doch völlig sinnlos und langweilig. Das kostete einen nur unnötig Energie, die man sich besser für die 'wichtigeren' Morde aufhob. Schnell und effizient töten, das war Emilys Devise. Ein Schauer der Erregung ging durch die Blonde, als Forvell vom 'auspeitschen' anfing. Hatte sie etwa Züge von einer Domina? Naja, ein Depp wie Manuel konnte sowas sicher ab und an gebrauchen.
Wie auch immer, Emily, die zuende gegessen hatte, ging schweigend nach draußen. Forvell hatte schon weitere Hampelmänner angeheuert, na und? Sie interessierte sich nicht für das Gesindel, was hier im Schiff rumkreuchte und eventuell bald draufgehen würde. Das Einzige, worum sie sich wirklich sorgte, war ihr eigenes Überleben. Alles Andere war unwichtig.


Zuletzt von Basol am Mi 07 Dez 2011, 15:15 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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