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 Das Licht in der Dunkelheit [MSG]

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 30 Jan 2013, 16:34

Garl zweifelte nicht daran, dass der Mann die Wahrheit sagte, denn das Blut und die Risse in der Kleidung sprachen deutliche Worte. Er zwang sein müdes Gesicht fast schon aus Gewohnheit zu einem halbherzigen Lächeln. Seine Stimme war leise und hatte wie immer diesen spöttischen Unterton, doch gegen nichts von beidem konnte er etwas tun: "Könnt ihr mir sagen, was da vor sich geht? Dann müsste ich nicht sterben, um es herauszufinden." Für mehr war er zu müde. Sein Blick huschte unauffällig über den Mann, der vor ihm stand. Er sah nicht aus, als ob er viel Nahrung bei sich hätte. Und außerdem auch nicht allzu freundlich. Er war zweifellos stark (Garl bezweifelte, dass er selber diesen Streitkolben schwingen könnte - Er sah ziemlich schwer aus), doch Garl konnte beim besten Willen nicht einschätzen, wie flink sein Gegenüber war. Er versuchte immer, das herauszufinden, denn im schlimmsten Fall kam es nur darauf an - Hast du noch Zeit, wegzulaufen? Gewöhnlich war das für ihn kein Problem.
Er verscheuchte den Gedanken aus seinem Kopf. Niemand warnte einen vor einer Gefahr (die nicht er selbst war), nur um einen dann anzugreifen.
Ich habe Hunger, dachte Garl, während er auf die Antwort des Anderen wartete. Er musste wissen, wei schlimm die Lage in der Stadt war. Vielleicht war es ja nur ein kleiner Aufstand. In dem Fall wären sicher einige Häuser leer, in die er einsteigen könnte, oder es gäbe vielleicht, wenn die Kämpfe schon beendet waren, eine Menge von Gaffern, denen man etwas Brot aus der Tasche ziehen konnte - Die Leute passten nie gut genug auf, wenn sie zu Vielen waren. Aber wer schleppte nach einem Kampf schon Brot mit sich herum... das Denken fiel ihm schwer mit leerem Magen.

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Syari

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 30 Jan 2013, 20:19

Flora machte sich kaum mehr die Mühe überhaupt aufzuschauen, als die Tür zum Thronsaal ein weiteres Mal geöffnet wurde. Ihr kam es vor wie eine Ewigkeit, die sie bereits auf dem marmornen Stuhl saß und darauf wartete, dass der König endlich noch weitere Leute für die Reise auswählte.
Natürlich war er dabei wählerisch, doch bei einigen, so dachte Flora, waren die Ausschlusskriterien geradezu lächerlich nichtig gewesen. Natürlich hatte sie ihm das nicht gesagt, stattdessen hatte sie ihre Hände betrachtet und geduldig gewartet.
Mit der Zeit wurde es ihr unangenehm, auf dem Stuhl zu sitzen, so ganz ohne Kissen auf Stein war auf Dauer nicht wirklich bequem. Doch das Protokoll verbot es ihr, sich zu erheben und sich die Beine zu vertreten oder gar an der Ausstattung der Stühle Kritik zu üben. So blieb ihr nichts anderes übrig, als sich in Gedanken zu verlieren um so die eintretenden Schmerzen an ihrem Gesäß zu ignorieren.
Ihre Gedanken wanderten unweigerlich zu ihrer Schule zurück, zurück zur Akademie. Obwohl sie die Schule dort gehasst hatte, mit all ihren Regeln und vorallendingen mit all ihren Strafen, so vermisste sie sie doch. Sei es nur, weil sie während ihrer Schulzeit zumindest hatte hoffen können, dass ihre Eltern sie doch liebten und bei sich zu Hause haben wollten. Das, so musste Flora sich nun eingestehen, war wohl einer ihrer größten Irrtümer gewesen.
Plötzlich erklangen Schritte, die für sie so gar nicht nach dem typischen Freiwilligen klangen, die meisten waren beinahe schon auf Knien in den Thronsaal herein gekrochen, doch diese Schritte waren fest, entschlossen und beinahe ein wenig trotzig. Überrascht schaute Flora auf, neugierig, wer es wagte, sich dem König so entschlossen entgegen zu stellen. Gerade kniete sich der Hüne widerwillig auf den Teppich und zollte dem König Respekt, doch auch, wenn er das Protokoll achtete und alle von ihm verlangten Respekterweisungen ordnungsgemäß vollführte, so sprach doch seine gesamte Körpersprache Bände. Er wollte nicht knien, nicht vor dem König und wahrscheinlich auch vor niemandem sonst.
In Flora begannen die Gedanken zu rasen, ihr kam es wahrscheinlich vor, dass dieser Mann, allein aufgrund seiner stattlichen Größe und dem furchteinflößendem Aussehen mit auf die Reise geschickt werden würde, hatte der König doch vorhin noch genau diesen Mann beschrieben, als das, was er noch suchte. Nur: wollte sie ihn mit auf der Reise haben? Er erinnerte sie an einige Ausbilder von der Akademie und sollte er denen tatsächlich in mehr als nur dem Äußeren ähneln, so würden die beiden keine gute Zeit miteinander verbringen.
Interessiert beobachtete Flora das Gespräch zwischen dem Hünen und dem König, dabei musste sie sich ein ums andere Mal ein Grinsen vergreifen, der Hüne war mutig und direkt und schien sich mit den formellen Protokollen bei Hofe nur wenig auszukennen, oder aber, sie interessierten ihn nur wenig. Auch seine Gestalt war äußerst beeindruckend, er überragte den König noch an seiner Größe und an Masse erstrecht.
Schließlich entließ der König den Freiwilligen, ihren Reisebegleiter. Erschrocken sah sie von ihren Handflächen auf, als der Mann sich auf den Stuhl neben sie fallen ließ. Lächelnd wandte sie sich nach rechts. Geschockt betrachtete sie den Hals des Mannes, während sie versuchte ihr Lächeln zu bewahren. Sie wollte nicht unhöflich sein, doch die wulstigen Narbe, die sich vom Hals bis zum Kinn erstreckte und Unter sowie Oberlippe sauber gespalten hatte, das war doch ein ungewöhnlicher Anblick. Nach einigen Momenten hatte sie sich jedoch nicht nur an dies etwas ungewöhnliche Äußere gewöhnt, sondern auch ihre Gesichtsmuskulatur wieder unter Kontrolle gebracht. Es nützte nur wenig, wenn sie ihn jetzt wie eine Attraktion anstarrte, das musste er sich wahrscheinlich oft genug gefallen lassen, dennoch brannte ihr die Frage auf den Lippen, woher er diese Narbe davongetragen hatte.
Stattdessen beschloss sie sich erst einmal vorzustellen, für dumme Fragen war auf der Reise wohl noch mehr als genug Zeit.
„Guten Tag!“, sprach sie den Hünen an, „Ich denke in Anbetracht der Tatsache, dass wir bald ziemlich viel Zeit miteinander verbringen werden, sollten wir uns vorstellen, ich bin Florera!“
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Vicati
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 30 Jan 2013, 21:48

Mathilda stützte sich schwer auf ihren Stock, ihr ganzes Gewicht schien darauf zu lasten. Dennoch drehte sie kurz den Kopf zu dem Saranen.
"Bleib liegen!", befahl sie ungewöhnlich scharf. "Ich glaube nicht, dass es das war, was für den Fall Samarus verantwortlich war", sie räusperte sich kurz, "Vor... vor der Tür steht ein wandelnder Toter. Und ich habe nicht vor, ihn in mein Haus zu lassen."
Der Stock in ihren Händen schien in der Zwischenzeit angewachsen zu sein. Er überragte die alte Frau fast, war dicker und einzelne Äste spriessten davon ab, an denen sich gerade Knospen und Blätter zu entwickeln schienen. Am unteren Ende entwickelte der Stock Wurzeln, die sich über den Boden ausbreiteten, diesen aber scheinbar nicht durchdringen konnten. Mathildas ganze Haltung schien aufrechter und kräftiger zu sein. Bevor der Stock sich aber noch weiter zu einem Baum entwickeln konnte, erklang plötzlich eine Stimme im Kopf der Frau, die sie zusammenzucken liess. War das das Skelett? Lauschend hielt sie inne, der Wachstum des Stockes blieb aus.
"Ich weiss nicht, was du bist, aber hier ist niemand, der deinem Volk Leid zugefügt hat, geschweige denn, es gesehen hat. Vielleicht hat sogar dein Volk unserem grosses Leid zugefügt", antwortete sie schliesslich mit kräftiger Stimme. "Ich werde dich nicht in mein Haus einlassen, Skelett. Verschwinde wieder und geh dahin zurück, wo du herkommst!"
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Redeyes
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 30 Jan 2013, 23:47

Es hatte sehr lange gedauert bis Naane an diesem Abend wieder ansprechbar gewesen war, einer der Lichtkrieger war immer bei ihr geblieben, hatte es aber nicht vermocht sie irgendwie zu trösten. Doch nachdem was vorgefallen war, war dies auch nicht weiter verwunderlich gewesen. Fast die ganze Nacht durch hatte sie den toten Körper ihrer Schwester an sich gedrückt, als ob diese nur in Ohnmacht gefallen wäre und bald wieder aufwachen würde, was natürlich nicht geschah. Irgendwann war Naane einfach in ihrer kauernden Position eingeschlafen.
Auf am Nächsten morgen konnte sie kaum einen klaren Gedanken fassen. Die Grenzwachen mussten sie mehrmals quasi überreden, dass es das Beste wäre, wenn man die Leiche von Kira zu den Hofmagiern brachte, um herauszufinden was ihr zugestossen war. Schliesslich lies sich Naane mit dem Argument überzeugen, das man so vielleicht andere vor einem solchen Schicksal wie dem ihren bewahren konnte.
So kam es das Naane nun, neben ihrer Schwester, auf einem einfachen Holzwagen kauerte, der von ihrem Pferd gezogen wurde. Die Lichtkrieger hatten den Wagen organisiert und einer von ihnen begleitete Naane und wies ihr auch gleichzeitig den weg. Kira hatte man sorgfältig in Tücher gewickelt und auf den Wagen gelegt. Naane war dankbar das die Faejh den Leichnam ihrer Schwester mit Respekt behandelten, keine Selbstverständlichkeit in den Augen von Naane.
Die Reise in die Hauptstadt dauerte etwas mehr als zwei Tage, ein Botenreiter hätte die strecke mit einem guten Pferd sicherlich in einem Tag hinter sich gelassen, doch mit einem Karren und einem erschöpften Pferd dauerte es halt nun mal länger. In dieser Zeit hatte Naane praktisch nichts gesagt und sass in sich gesunken auf dem Wagen, die musternden und neugierigen blicke der vereinzelten Faejh, die sie unterwegs trafen, prallten einfach an ihr ab. Der Tod ihrer Schwester wirkte immer noch so unwirklich, Naane versuchte es zu verarbeiten, den vor den Hofmagiern und vielleicht sogar vor dem König, würde sie einen klaren Kopf brauchen, aber so leicht und schnell steckte man ein solches Ereignis nicht weg. Dass im Königreich der Faejh, und in der Hauptstadt speziell, einiges an Aufruhr herrschte, viel Naane erst gar nicht auf, zu tief war sie noch in ihren Gedanken verunken.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 31 Jan 2013, 11:03

Aeternum lauschte den Worten durch die Tür hin durch und schwieg fürs erste einmal. Nach der ersten Reaktion dieses Wesen nach zu urteilen waren sie wirklich nicht von der selben Art, doch vielleicht wussten sie wo man diese finden konnte? Auch wenn sie fürs erste sagten das sie es nicht wussten, aber er würde wohl auch erst einmal die anderen Bluteten versuchen zu beschreiben. Dann vielleicht könnten diese dort drinnen ihm helfen.
„Ich bin ein Mortuis und ich bezweifle das mein Volk das euren etwas angetan haben könnte. Dafür verlassen wir zu selten unsere Heimat, auch kann ich nicht mehr dort hin zurück“, begann Aeternum wieder und konzentrierte sich auf die Präsenz der Blutenden, „Ich möchte eure Heimat auch gar nicht betreten und auch bin ich kein Skelett, aber ich kann mir vorstellen das diese Hülle nicht gerade euer vertrauen erweckt.“
Dann trat Aeternum einen Schritt von der Tür zurück, jedoch so das er nicht die Verbindung verlor. „Die die ich suche waren einst harmlos und betraten einst meine Heimat nur um ihre Toten zu bestatten. Doch vor kurzen kamen sie auf der Suche nach etwas, behandelten ihre Toten dabei respektlos. Als sie mein Volk erreichten traten einige der jüngeren ihnen gegenüber und wurden dafür zerschmettert. Es wirkte als hätten sie ihren Verstand verloren und handelten komplett anders als wir es von den Blutenden normalerweise gewohnt waren.“
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Mali
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 31 Jan 2013, 19:24

Weißhaupt war eine recht schöne Stadt. Ein weißhaariger Mann näherte sich dem Tor zum Palast. Er war groß und schlank, aber anscheinend auch stark, da er ein Großes Schwert in einer Halterung an seinem Rücken trug. Seine dunkle Haut stand im widerspruch zu den hell schimmernden Zeichen, die auf seiner Haut prangten. Einige Linien konnte man am Hals erkennen, die vom Kinn bis unter seine Rüstung reichten und an seinen Armen waren auch welche zu erkennen. Der Rest war von seiner Rüstung bedeckt. Mit einem ernsten Gesicht näherte er sich den Wachen vor dem Tor, nannte seinen Namen und betrat dann den Palast. Im Thronsaal saß bereits eine Junge Frau und ein Mann. Kurz nickte er diesen zu.Langsam und bedächtig näherte er sich dem König. "Ihr wollt euch für die Aufgabe melden, Fenris?" fragte er freundlich. Fenris, der weißhaarige Krieger nickte. "So ist es, Mylord." Er versuchte, nicht all zu mürrisch zu klingen. "Nun gut. Setzt euch zu den anderen, vielleicht kommen noch weitere Freiwillige." Der König nickte ihm freundlich zu und der Krieger ging zu den Bänken an der Seite des Thronsaals , wo die Junge Frau saß. Nun hieß es warten.
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Grim
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 31 Jan 2013, 22:18

Natürlich blickte sie zuerst auf seine Narbe! Natürlich verzog sie eine Miene dabei! Es hatte eine Zeit gegeben, da hätte dieses Verhalten Gerion gestört, ja, verletzt sogar. Als die Narbe noch frisch war, war es ihm schwer gefallen, sich damit abzufinden, dass die Faejh ihn fortan auf sie reduzieren würden. Aber das war Jahre her. Mit der Zeit gewöhnte man sich daran. Sollten sie doch starren! Sie starrten doch immer auf irgendetwas. Einem Adligen auf die Runenzeichen, einer Greisin auf die Warze, einer jungen Frau auf die Brüste. Warum ihm nicht auf seine Narbe? Und wen wunderte es, dass sie zusammen zuckten? Er wusste, dass er nicht leicht anzusehen war. Sicher, wer oft genug im Feld war, war den Anblick von Hässlicherem gewohnt. Die wenigsten Narben sahen auch nur annähernd so schlimm aus wie eine frische Wunde. Aber wer konnte schon sagen, an diesen Anblick gewohnt zu sein? Die meisten Faejh hielten es für bedeutend angenehmer, hinter der Barriere zu bleiben. Und auch bei seiner jungen Begleiterin hätte es den Henker gewundert, wenn sie bereits öfter als ein- oder zweimal dort hinaus wäre.
"Du kannst mich Gerion nennen", erwiderte er ihre Vorstellung. Inzwischen hatte einer der auffällig bunt gekleideten Lakaien des Königs einen weiteren Freiwilligen in den Thronsaal gerufen, doch so leise wie der Henker sprach hätte es ihn schwer gewundert, wenn der König oder sein Zeremonienmeister oben auf dem Thron auch nur registriert hätten, dass er redete. Im Lauf der Jahre hatte man Gerion vieles genannt: Bursche, Junge, ab und an auch Aurochs während der Ausbildung, später dann respektvoll beim Rang, doch auch der hatte mit der Zeit gewechselt. Auf den 'Fähnrich' war er noch stolz gewesen, den 'Feldwebel' hätte er nicht haben müssen. Natürlich wusste er auch, wie sie ihn hinter seinem Rücken halb ehrfürchtig, halb verächtlich nannten: den Henker. Aber nun? Nun konnte er zur Abwechslung auch genauso gut einmal Gerion sein. Im Grunde scherte es ihn wenig, wie andere ihn riefen.
Inzwischen war auch der neu eingetretene Aspirant vor dem König auf die Knie gegangen. Gerion schenkte ihm jedoch keine große Beachtung. Stattdessen musterte er Florera. In ihrem langen Kleid wirkte sie kaum wie eine Kriegerin, aber der Schein täuschte. Wenn man genauer hinsah waren es nicht nur die Runenmuster, die ihre Profession verrieten. Zweifelsohne mehr sehnig als kräftig, aber stärker als ein flüchtiger Blick verriet. Die Statur einer Kriegerin. Aber sie war jung, sehr jung! Gerion fragte sich, ob sie bereits Blut vergossen hatte. Er selbst war sechzehn gewesen, als er seinen ersten Mann getötet hatte.
"Und weshalb haben sie dich ausgewählt?", forschte er mit rauem, kehligem Flüstern nach, nicht schroff, aber skeptisch, "Hast du schon getötet?"

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 31 Jan 2013, 22:49

Der Boden bebte unter Sleipnirs Hufen. Das Tier und sein Reiter waren für das bloße Auge nicht mehr als ein verschwommener Schemen, so schnell galoppierte es die Straße entlang. Larciel, der beileibe kein schlechter Reiter war, hatte während den ersten Minuten des Ritts nicht wenige Probleme gehabt, sich im Sattel zu halten. Inzwischen hatte er sich an die enorme Geschwindigkeit, mit der das schwarze Ross durch die Wälder eilte, gewöhnt. Tief in den Sattel gebeugt saß er nun da und genoss den Wind, der kalt durch seine silbernen Haare fegte. Noch nie zuvor hatte er sich so schnell bewegt. Und es gefiel ihm verdammt gut. Da er ohnehin kein besonderes Ziel vor Augen hatte, folgte Larciel einfach der Straße und achtete nicht auf seine Umgebung.
Nach einer gefühlten Ewigkeit begann Sleipnir langsamer zu werden. Larciel erwachte aus dem Rausch der Geschwindigkeit und richtete sich auf. Zumindest hatte er das vorgehabt. Die gebeugte Haltung, in der er den Ritt hatte verbringen müssen, hatte seinen ganzen Körper starr werden lassen und jetzt fühlte er jeden einzelnen Knochen in seinem Leib. Nicht gerade eine angenehme Erfahrung. Fluchend zog er an Sleipnirs Zügeln und lenkte ihn an den Straßenrand, wo er eher unelegant aus dem Sattel stieg. Kaum hatten seine Füße den Boden berührt, gaben sie auch schon unter ihm nach. Nur der Baum, neben dem er abgestiegen war, verhinderte, dass er einfach umfiel. Zitternd hielt er sich an den unteren Zweigen fest und ließ sich langsam zu Boden sinken. Dort blieb er sitzen und versuchte, wieder Kontrolle über seinen Körper zu bekommen. Mit geschlossenen Augen konzentrierte er sich einzig und allein auf seine Atmung und darauf, diese wieder zu beruhigen. Nach mehreren tiefen Atemzügen spürte er, wie das Blut langsam zurück in seine Glieder lief. Scheiße, wie das brannte! Mit zusammengebissenen Zähnen lehnte Larciel sich zurück und nahm eine entspannte Haltung ein. Einige Minuten später verflog das unangenehme Gefühl und er konnte wieder klarer denken. Beim nächsten Mal sollte er wohl besser nicht so schnell reiten. Oder sich zumindest entspannter hinsetzen.
Nachdem er noch eine Weile so sitzen geblieben war, wurde Larciel klar, dass er nicht zu lange an der Straße warten sollte. `Wahrscheinlich haben die Kurora die Hauptstadt bereits verlassen.´, dachte er zähneknirschend. Mit einem Ächzen stemmte er sich in die Luft. Die Kämpfe in der Stadt und die halsbrecherische Flucht hatten ihn komplett ausgelaugt, doch er konnte nicht hier bleiben, die Gefahr, im Schlaf von einer Gruppe Schatten gefunden zu werden, war zu hoch. Dennoch brauchte er dringend ein wenig Ruhe und danach dann etwas zu essen. Erschöpft griff er nach Sleipnirs Zügeln und führte ihn zwischen die Bäume am Straßenrand. Mit ein wenig Glück würde er im Wald einen einigermaßen sicheren Unterschlupf finden.
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Syari

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 31 Jan 2013, 22:50

Einen Moment lang überlegte Flora angestrengt, was sie antworten sollte. Wahrscheinlich würde es einen nicht wirklich guten Eindruck hinterlassen, wenn sie gestand, noch niemanden getötet zu haben, zumindest kein lebendiges Wesen. Strohpuppen hatte sie schon hunderte, wenn nicht gar tausende zerfetzt, Strohpuppen aller Art. In Rüstungen, um einen Nahkämpfer zu simulieren, im Wald aufgehängte, denen man mit Pfeil und Bogen zu Leibe rücken musste. Auch verletzt hatte sie schon einige Menschen, doch dies war niemals ihre Absicht gewesen, noch ihre Schuld. Alle paar Monate, meist zu irgendwelchen Feierlichkeiten, die Flora nie verstanden hatte, strömten viele Gäste, meist Eltern der Schüler, in die Akademie und schauten bei Kämpfen ihrer Sprösslinge zu. Unnötig zu sagen, dass ihre eigenen Eltern nicht einmal die Reise auf sich genommen hatten, um zu überprüfen, was man ihrer Tochter beibrachte, obwohl es sie doch so sehr interessierte, wie gut ihre Tochter kämpfen konnte. Bei diesen Anlässen war es allerdings häufig blutig zugegangen, die Lehrer hatten die Schüler angestachelt ohne Ende und waren gnadenlos, was das Rundenende anging, erst wenn einer auf dem Boden lag, dann pfiffen sie ab, nur wollte niemand freiwillig vor seinen Eltern auf dem Boden liegen bleiben und somit verlieren, stattdessen hatten sich Schüler mit gebrochenen Knochen aufgerappelt und weitergekämpft und die Eltern? Die hatten zufrieden genickt, weil ihre Sprösslinge solche tapferen Kämpfer waren.
Flora schüttelte leicht den Kopf, weder wollte sie weiterhin an diese Schule denken, noch die Reise mit einer Lüge beginnen, auch wenn die Lüge in diesem Fall besser geklungen hätte. Wahrscheinlich dachte Gerion, der doch schon so viel kampferfahrener zu sein schien, als sie selbst, dass sie nur ein Ballast war auf ihrer Reise. Sie rieb sich die Handflächen, eine Angewohnheit, die sie nicht loswurde. Unschwer konnte man ihre Zeichnung erkennen, die sie als Kriegerin auszeichneten, doch wollte sie nicht auf ein paar mehr oder weniger hübsche Runen reduziert werden. Nein, für sie sollten allein Taten sprechen, wenn sie denn schon dazu gezwungen war, sich überhaupt zu beweisen. Was gäbe sie nicht darum, sich in ein kleines Dorf zurückziehen zu dürfen, ruhig zu leben, mit Büchern vor der Nase. Bücher. Ihre Leidenschaft, doch laut den Zeichnungen nicht ihre Bestimmung.
„Nein“, flüsterte sie leise, „Ich habe noch niemanden getötet, ich war bis vor drei Wochen auf der Akademie der Krieger als Schülerin, der König hielt dies wohl für eine ausreichende Qualifikation. Und wie steht es um euch? Kampferfahrung scheint ihr ja bereits zu haben!“
Sie deutete kurz auf die Narben, was keineswegs abfällig gemeint war. Ihr hatte man beigebracht, dass Kriegsverletzung ehrbare Verletzungen waren, wenn nicht gar erstrebenswerte.
Kurz ließ sie ihren Blick zu dem Freiwilligen wandern, der König schien nicht abgeneigt von ihm zu sein und auch das Flüstern von ihr und Gerion schien er entweder nicht zu bemerken oder aber es störte ihn nicht.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Sa 02 Feb 2013, 00:11

Wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann hatte Gerion gar nichts anderes erwartet. Man sah dem Mädchen regelrecht an, wie grün sie war. Aber immerhin von der Akademie der Krieger. Gerion selbst hatte seine Ausbildung auf einem staubigen Kasernenhof, wie es dutzende im ganzen Land verteilt gab, erhalten. Um an der Akademie angenommen zu werden musste man bereits Anlagen zum Krieger zeigen. Und Anlagen, das hieß ganz konkret: Zeichnungen. Der Henker hielt nicht viel von dem Stellenwert, den sein Volk diesen Malen einräumte. Er hatte Männer, deren Haut über und über mit Runen bedeckt war, in ihrem Blut krepieren sehen. Es mochte ja sein, dass sie einen großen Krieger auswiesen, aber große Krieger starben genauso wie das Fußvolk. Seine eigenen Runen erstreckten sich vom Ellbogen über die Schulter bis zur Kehle hinauf und bedeckten die Hälfte der Brust bis zum Herzen hinab. Und er lebte noch immer. Es gehörte mehr dazu als Veranlagung, um in diesem blutigen Handwerk zu reüssieren. Und das wenigste davon lernte man auf der Akademie. Oder einem Kasernenhof. Aber...
"... wenn du von der Akademie kommst, dann wirst du zumindest wissen, wie man eine Klinge führt", gab er rau zur Antwort, "Und den Rest wirst du dort draußen schon lernen. Man lernt rasch, wenn die Alternative Sterben heißt. Du wirst ein gutes Pferd brauchen. Meine ersten beiden Männer habe ich einfach nieder geritten..." Er wandte den Blick wieder ab und hinauf zum Podium. Der König schien den Weißhaarigen für würdig zu erachten. Ein weiterer Begleiter also. Der Henker heftete seinen Blick auf ihn und musterte ihn von oben bis unten während der Mann zu ihnen hinüber schritt.
"Und wer bist du wohl?", verlangte er zu Wissen als der Mann sich nieder ließ.

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Sa 02 Feb 2013, 17:21

Fenris musste das zu dem Mann aufblicken der ihn ansah. Na gut er kannte einige, die größer waren als er doch so einen riesigen Kerl hatte er noch nicht zu Gesicht bekommen. Und dann noch diese unschöne Narbe im Gesicht. Doch er wusste, das Krieger oft empfindlich sein konnten und blickte diesen mit ausdruckslosen Augen an. "Mein name ist Fenris, " erwiederte er auf die Frage des Hünen. Kurz blickte er neugierig zu der jungen Frau und lächelte leicht. "So wie ihr ausseht, könntet ihr die Schatten bereits mit bloßen Fäusten erschlagen. Mit eurer Größe fallt ihr sicher überall auf," merkte er dann noch an und versuchte nicht die Narbe zu erwähnen, um den Mann nicht zu beleidigen. Fenris war recht jung, das sah man ihm an. Doch er schien gut zu sein , sonst hätte der König ihn wohl nicht anerkannt.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Di 05 Feb 2013, 20:48

Die nächsten zwei Tage waren die reinste Qual für Flora. Als der König die Freiwilligen endlich alle begutachtet hatte, war es schon tiefste Nach gewesen und die Zahl der Freiwilligen war immernoch bei drei. Immer hatte der König das eine oder andere auszusetzen gehabt, wobei Flora dachte, dass er hinterher wohl einfach keine Lust mehr hatte, die ganze Zeit Leute zu begutachten und freundlich spielen zu müssen, denn gegen Abend, als die Kerzen im Thronsaal angezündet werden mussten, hatte der König begonnen Leute wegen Kleinigkeiten herauszuschmeißen, nicht nur ihnen eine Absage zu geben, sondern sie direkt und ohne Umschweife aus dem Thronsaal entfernen lassen. Eine Frau, die nach Floras Meinung eigentlich sehr vielversprechend ausgesehen hatte, wurde vom König herausgeworfen, weil sie den Knicks nicht lange genug gemacht hatte.
Doch mit der Entlassung aus den Fängen des Palasts hatte die meiste Arbeit erst angefangen, denn den Freiwilligen hatte man eine Liste gegeben, sowie genügend Geld, um sich auszurüsten. Zwei Tage hatten sie dafür Zeit, doch diese Zeit war Flora wie eine Ewigkeit vorgekommen. Es hatte ja noch in der Nacht angefangen, als sie endlich aus dem Palast gekommen war. Eigentlich hatte sie nur noch in ihr warmes Bett gewollt, doch die Eltern hatten in der Küche gesessen, mit einem erwartungsvollen Lächeln auf den Lippen, gespannt, was ihre Tochter zu sagen hatte. Und ein einfaches „ich bin mit dabei“ hatte ihnen nicht gereicht, natürlich nicht. Flora hatte eine weitere Stunde damit verbringen dürfen, ihren Eltern haarklein zu erzählen, was genau abgelaufen war und wer ihre Begleiter auf der Reise waren. Mit Gerion waren ihre Eltern wenig zufrieden gewesen, denn sie hatten angeblich schon Dinge über ihn gehört, die sie Flora allerdings nicht mitteilen wollten.
Am nächsten Morgen war es dann weitergegangen, vom Kleidung kaufen bis zu einem Pferd, ihre Eltern wollten überall mitreden, obwohl sie von praktischer Reisekleidung nun wirklich keinen blassen Schimmer hatten, oder aber man hatte es auf der Akademie versäumt Flora beizubringen, dass vorzugsweise weiße lange Kleider perfekt zum Kämpfen und Reiten waren.

Nach zwei Tagen, als Flora schon meinte, dass es vielleicht gar nicht mehr so lange dauern würde, bis sie das erste Leben auf dem Gewissen hatte, war der Bote erschienen und hatte sie ins Schloss zitiert, sofort. Breit grinsend war Flora unter den Arm ihrer mit einer Bürste bewaffneten Mutter hinweg getaucht und in die Kutsche gesprungen, die draußen stand. Nun stand sie vor dem Palasttor, fuhr sich durch die langen verworrenen Haare und fragte sich, ob sie nicht vielleicht doch lieber die Bürste mitgenommen hätte. Sie betrachtete den Palast noch einmal kurz, bevor sie entschlossen durch das Eingangstor trat und sich von einer Wache zum Thronsaal führen ließ. Dor angekommen schaute sie auf die Stühle, wo sie bei der Auswahl der Freiwilligen gesessen hatte, ihre Mitreisenden saßen bereits da, sie war die letzte. Immerhin schien der König noch nicht bereit zu sein, den Thron zu erklimmen. Neugierig ließ Flora sich auf ihren Platz fallen.
„Habt ihr eine Ahnung, warum wir heute hier sind?“, flüsterte sie den anderen zu.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 06 Feb 2013, 23:21

Was waren Mortuis? Noch immer hatte sie die Hände fest um den halb zum Baum verwandelten Stock geschlossen. Sie traute diesem Skelett nicht, egal was es sagte - oder besser, hörbar dachte - und sie konnte ihm auch nicht helfen. Wer auch immer die Wahnsinnigen waren, die seine Heimat angegriffen hatten, Mathilda wusste nichts davon. Aber sie wusste, dass sie einen verletzten Mann in ihrem Haus hatte, der vor lauter Aufregung schon aufgesprungen war, was seinen Wunden bestimmt nicht gut getan hatte und sie wusste, dass die Hauptstadt ihres Reiches irgendwelchen Rebellen in die Hände gefallen waren und das die wahrscheinlich letzte Botschaft irgendeiner wichtigen Persönlichkeit in ihrem Haus lag. Und unter diesen Umständen war es einfach nicht sinnvoll, einem wandelnden Skelett auf seinem Rachefeldzug zu helfen.
"Ich weiss nicht, wovon du redest", antwortete sie also einfach. "Ich kann dir nicht helfen und will mich nur noch einmal wiederholen: Geh! Dies ist kein Ort für dich und ich muss mich um einen Verletzten kümmern."
Die alte Frau lauschte auf eine Antwort oder auf das Geräusch von Schritten, die sich entfernten. Hoffentlich wurde das Geschöpf nicht wütend und griff an. Sie war alt und wusste nicht, ob sie einen tobenden Untoten aufhalten konnte. Tatsächlich hatte sie ein wenig Angst. Sie wollte nicht, das ihr Haus beschädigt wurde, es trug so viele Erinnerungen. Viele schöne und auch einige traurige. Hier waren ihre Kinder aufgewachsen und sie hatte viele Kranke und Verletzte gepflegt. Sie würde also nicht kampflos untergehen.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 06 Feb 2013, 23:31

"Hört... ich kann... ", begann Ashill. Ja, was konnte er denn?
Die Frau sah nicht gerade aus, als wäre sie begeistert von dem Besucher vor der Tür.
"Mir gehts gut ... Soll ich diesen Besucher für Euch wegschicken?", fragte er die Alte. Irgendwas musste er doch tun. Er kam sich unnütz vor. Klar, für einen Kampf war er zu schwach, doch vielleicht würde dieser Unbekannte ja verschwinden, wenn er sich ihm in den Weg stellte.
Möglich wäre es unter Umständen.
Sonderlich logisch nicht, wer fürchtete sich schon vor einem verletzten Krieger, der sich selbst kaum auf den Beinen halten konnte?
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 07 Feb 2013, 18:02

Aeternum wusste nicht genau wie darauf reagieren sollte, aber nun hatte er zumindest die Gewissheit in diesen Gebäude wirklich zwei Wesen waren. Doch wirklich weiter brachte ihm das ganze auch wieder nicht. Irgendwie hatte er sich das ganze viel einfacher vorgestellt, seine Heimat zu verlassen und schnell diese Wahnsinnigen finden und vernichten. Doch zuerst war er eine gefühlte Ewigkeit durch diesen Wald geirrt und seine Sinne hatten ihm immer wieder streiche gespielt. Nun stand er vor einen Haus deren Bewohner anscheinend keine Ahnung hatten von was er redete und ihm anscheinend für eine Bedrohung hielten.
Seine Gedanken rasten, aber auf eine wirkliche Lösung kam er im Moment nicht wirklich. Wenn er weiter reisen würde, wüsste er nicht wohin und könnte in die komplett falsche Richtung weiter ziehen. Hier stehen zu bleiben wäre ebenfalls Sinnlos und könnte von den hier lebenden Wesen als ein Akt der Aggression gewertet werden.
„Vielleicht könnt ihr mir dennoch weiter helfen, denn vielleicht kennt ihr jemanden der mir weiter helfen kann. Ich möchte nicht Blind durch das Land ziehen“, kam es dann wieder von Aeternum, während sich seine Skelettpeitsche sich wieder um seinen Arm wickelte.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 07 Feb 2013, 19:30

Der Fremde sah nicht gut aus. Anscheinend hatte er einige Strapazen erleiden müssen. Aber wer muss das nicht? „Nun, die gesamte Stadt wurde überrannt, und wenn es so weitergeht wird sie fallen. Alles ist voll mit Irren, die jedem den Schädel spalten wollen. Falls ihr also ein warmes Bett und eine kräftige Mahlzeit sucht, sucht wo anders, hier werdet ihr kein Glück haben.“ Diese Worte waren zwar drastisch, fasten die Situation aber recht gut zusammen. „An eurer Stelle würde ich mir Gedanken machen was passiert wenn ihr diesen Wahnsinnigen über den Weg lauft, sie könnten schon längst außerhalb der Stadtmauern sein. Seht zu dass ihr entweder eine weite Strecke oder eine schwere Rüstung zwischen euch und die Irren stellt. Alles andere ist Selbstmord. Ich wünsche noch einen angenehmen Tag“ Sagte ich und wandte mich zum Gehen. Hoffentlich nahm er sich meine Worte zu Herzen. Ich würde ihn ja beschützen, aber zuerst kommt die Pflicht. Und die besagt nun einmal dass ich etwas gegen diese Wahnsinnigen unternehmen muss. Dazu müsste ich...naja, ich wusste auch nicht. Doch hier bleiben war keine Alternative. Irgendwer musste sich doch damit auskennen, vielleicht ein Magier. Ich werde ja sehen. Und wenn nicht, dann konnte ich zumindest heldenhaft sterben. Der Aspekt des Sterbens gefällt mir dabei zwar nicht wirklich, aber ich bin Kleriker, es wird von mir erwartet zu kämpfen.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 07 Feb 2013, 19:41

"Vielleicht will der König uns noch Glück wünschen für unsere Mission," rätselte Fenris und schmunzelte leicht. Auch er wusste nicht so recht, warum der König sie in den Palast rufen ließ. Es schien aber wichtig zu sein.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 07 Feb 2013, 20:29

"Wir erhalten Instruktionen", antwortete Gerion unbeachtet der Mutmaßung des weißhaarigen Kriegers. Er sprach - wenngleich leise - im Brustton der Überzeugung, obwohl auch ihm nicht gesagt worden war, weshalb man sie einbestellt hatte. Aber was sollte es sonst sein? Glück hatte der König ihnen bereits vor zwei Tagen gewünscht und Gerion schätzte ihn als einen Krieger ein. Nicht als ein sentimentales altes Mütterchen, dass ihre Kinder gar nicht oft genug herzen konnte, ehe sie sich von ihnen verabschiedete. Eine große Abschiedszeremonie hielt er ebenfalls für unwahrscheinlich. Trotz all dem Trara, das um diese Mission gemacht worden war: letztendlich waren sie nichts weiter als Späher. Und als Späher tat man gut daran, sich nicht zu sehr ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Was also, außer die genauen Anweisungen für ihre Aufgabe fehlte ihnen noch?
Der Henker nahm nicht an, dass der König persönlich ihnen ihre Instruktionen überbringen würde. Vielleicht sein Haushofmeister oder ein ranghoher Offizier. Andererseits: hätte man sie dann warten lassen? Hatte sich möglicherweise etwas an den Plänen geändert? Das wiederum hielt Gerion für nicht unwahrscheinlich. "Es könnte etwas mit..." Er hielt kurz inne. "... diesem Ding zu tun haben, dass sie heute durchs Felsentor in die Stadt gebracht haben", mutmaßte er. Er selbst hatte die Fremden nicht gesehen, die in die Stadt eskortiert worden waren, doch die Nachricht hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet und der Henker war niemand, der blind und taub durch die Gegend lief. Bei seinen Begleitern hingegen war er sich da nicht so sicher. "Ein Bienenwesen...", fügte er deshalb erklärend hinzu, "Von hinter der Barriere. Man sagt, es sei von den Schatten berührt worden und die Magister wollten es aufschneiden. Sollen sie nur, wenn ihr mich fragt. Aber vielleicht haben unsere Grenzer Informationen von... draußen aus diesem Ding heraus bekommen..."

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 07 Feb 2013, 22:07


Die Stadt wurde überrannt? Normalerweise hätte Gral über den ernsten Tonfall des Mannes geschmunzelt, doch jetzt hatte er erstmal diese Nachricht zu verdauen. Die Stadt konnte man angreifen, man konnte rebellieren oder eine kleine Schlacht anfangen, aber sie doch nicht überrennen! Und schon garnicht erfolgreich! Nach einer kurzen Pause wendete er langsam sein Pferd, immernoch halb in Gedanken versunken. Eine Rüstung... so ein Quatsch. Wer die Stadt überrennen konnte, konnte auch eine Rüstung zerschlagen, und sie hinderte beim Weglaufen.
Als sein Blick den Hof zu seiner Linken streifte, kam ihm ein Gedanke, der jedoch die ernste Lage aus seinem Kopf verdrängte: Hunger war wichtiger als irgendeine Gefahr in der Stadt.
"Wahrscheinlich habt ihr Recht" sagte er also und blickte wie zufällig noch einmal zu dem Gebäude. "Aber wisst ihr", begann er wieder und tat nachdenklich, "ich frage mich, ob in den Höfen noch Leute sind. Sie wissen vielleicht garnicht so genau, was hier los ist. Am Ende gehen sie noch in die Stadt, um um Hilfe zu bitten." Er machte eine nachdenkliche Pause und fuhr dann fort, als hätte er gerade einen Beschluss gefasst: "Ich werde nachsehen, ob da jemand ist und ob sie Hilfe brauchen."
Natürlich hatte er das nicht vor, er war sich inzwischen ziemlich sicher, dass die Höfe verlassen waren. Und er war sich auch sicher, dass er dort die ein oder andere Kleinigkeit zum Mitnehmen finden würde. Vorräte. Schmuck, Geld, vielleicht auch Waffen, obwohl das unwahrscheinlich war. Er wandte sich mit einem kurzen Gruß von dem Fremden ab, der hoffentlich keinen Grund hatte, an seinen Worten zu zweifeln, denn bei einem Einbruch, selbst in ein verlassenes Haus, erwischt zu werden war wirklich nicht das Beste, und ritt langsam auf das Gebäude, das etwas abseits der Straße lag, zu.

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 07 Feb 2013, 23:55

Es war nun schon fast eine Stunde vergangen, seitdem Larciel den Wald betreten hatte. Noch immer hatten er und Sleipnir keinen geschützten Ort gefunden, an dem sie sich ausruhen konnten. Es würde nicht mehr lange dauern bis Larciel die Kräfte ausgingen. Jeder Schritt war schwerer als der vorherige, und die vielen Bäume und das dichte Unterholz machten die Sache nicht gerade leichter. Dennoch zwang er sich immer weiter voran. Irgendwo musste es doch einen Ruheplatz geben!
Gerade, als ihm so ziemlich alles egal war und er sich einfach unter den nächsten Baum werfen wollte, tauchte vor dem Schatten eine bemooste Felswand auf. Müde hob er den Blick. `Vielleicht gibt es hier ja irgendwo eine Höhle oder wenigstens ein paar Bäume, die Schutz vor dem Wind und unerwünschten Blicken bieten.´, dachte er hoffnungsvoll und starrte nachdenklich zuerst nach links, dann nach rechts. Für welche Richtung sollte er sich entscheiden? Ihm war klar, dass er nicht die Kraft haben würde, um einen einmal eingeschlagenen Weg noch zu ändern und zurück zu kommen. `Das ist es jetzt also.´, dachte er, ein wenig amüsiert ob der seltsamen Lage, in der er sich befand. `Ich kämpfe mich den ganzen Weg hierher und jetzt soll mein Schicksal vom Glück abhängen?´ Humorlos lachend wandte Larciel sich nach rechts. Es brachte nichts, sich über eine solche Wahl den Kopf zu zerbrechen. Und außerdem wurde er mit jeder Sekunde, die er zögerte, schwächer. Entweder würde er Glück haben oder eben nicht. So einfach war das.

Nach einigen quälenden Minuten, in denen Larciel sich, mit der linken Hand an der Felswand abstützend, Schritt für Schritt weitergekämpft hatte, griff er plötzlich ins Leere. Fast wäre er in die Höhle gefallen, da er ihren dunklen Eingang in seinem Zustand und in der Finsternis der Nacht nicht hatte erkennen können. Dass er mit der rechten Hand immer noch Sleipnirs Zügel hielt, rettete ihn vor dem Sturz. Das schwarze Ross hatte sofort erkannt, dass sein Herr ihn nicht freiwillig plötzlich nach links zerrte und hatte mit einem Schnauben den Kopf in die entgegengesetzte Richtung geworfen. Der Schwung riss Larciel nicht nur wieder auf die Füße, hätte Sleipnir nicht direkt neben ihm gestanden, wäre er einfach in die andere Richtung umgekippt. So aber prallte er gegen den muskulösen Hals des Tieres und konnte sich gerade noch an dessen Mähne festklammern. Ein weiteres Schnauben und der missbilligende Blick, dem Sleipnir seinem Reiter zuwarf, bewogten Larciel jedoch sehr schnell dazu, sich wieder aufzurichten und seinen unangenehmen Griff zu lösen. „Verzeihung.“, flüsterte er ihm schuldbewusst zu. „Aber danke.“ Ein erschöpftes Grinsen spielte um Larciels Mundwinkel, als er sah, wie Sleipnir zufrieden seine Mähne ausschüttelte. `Dieses Tier ist wirklich unglaublich.´, dachte er zum wiederholten Male, während er sich umdrehte und den Eingang der Höhle betrachtete. Der Anblick ließ ihn lächeln. Wie es aussah, wollten die Götter wohl doch noch nicht, dass sein Leben hier zuende ging. Dann trat er in die Dunkelheit, dicht gefolgt von dem immer noch stolz vor sich hinbrummendem Pferd.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Fr 08 Feb 2013, 00:11

Es war noch recht früh am Morgen gewesen als die kleine Truppe von Naane die Hauptstadt erreichten und das sogenannte Felsentor durchschritten. Trotz der Frühe gab es ihrer Meinung nach zu viele Schaulustige, die sie anblickten oder hinter vorgehaltener Hand tuschelten. Doch niemand hielt sie auf, erst am Eingang zum Königsschloss stoppten sie kurz. Einer der Lichtkrieger begann mit der Wache am Tor zu reden, während die andere Naane anwies sich ruhig zu verhalten.
Es dauerte eine Ganze weile, bis alles geklärt war und die Wache die Nachricht weiterleitete. Danach schien es für Naane nochmals eine halbe Ewigkeit zu dauern bis endlich zwei weitere Faejh, Magier wie man ihr erklärte, herbeigeeilt kamen. Die beiden stellten sich kurz vor, und während der eine sofort den Leichnam von Kira begutachten wollte, begann der andere Naane ein paar Fragen zu stellen, natürlich über Kira und ihre Verwandlung. Naane versuchte so genau zu antworten, wie sie konnte, doch es viel ihr noch sehr schwer über den Tod ihrer Schwester zu sprechen.
Nach dieser ersten Überprüfung wurden sie endlich eingelassen. Man brachte sie in die Räumlichkeiten der Hofmagier, ein halbes Dutzend an der Zahl, wo sich das ganze Spiel wiederholte. Naane wurde erst einmal in einen anderen Raum gebracht, wo man sie erst untersuchte und danach mit dem nötigsten versorgte. Erneut schilderte sie den Hofmagiern, was mit ihrer Schwester passiert war, wann die Veränderungen bemerkt worden waren, wie lange es danach gedauert hatte, bis körperliche Veränderungen aufgetreten waren und noch andere Sachen. Obwohl es Naane schwer viel das alles nochmals in Gedanken durchzugehen und sie mehrere Pausen brauchte, versuchte sie für die Magier alles genau zu schildern, ohne etwas wegzulassen das Sie selbst womöglich für unwichtig hielt. Die Magier stellten ab und zu Fragen um gewisse Details zu erfahren und einer Schrieb gewissenhaft und Wort für Wort mit, was Naane berichtete.
Danach wollten sie Naane die Möglichkeit zum Ausruhen geben, doch sie wollte dabei sein, wenn sie die Leiche von Kira untersuchten. Naane konnte weder genau beschreiben, erklären oder geschweige denn genau verstehen, was die Hofmagier für Magie einsetzten, um den Körper von Kira zu untersuchen. Genau so schwer war es dann auch zu deuten, ob sie irgendetwas herausgefunden hatte, nur ihr Beschluss am ende, dass der König informiert werden sollte, war eine klare Sache. Naane erfuhr kurz darauf von dem Spähtrupp, den der König hatte losschicken wollen und der die neuen Informationen sicherlich am ehesten gebrauchen konnte. Es würde Sie nicht wundern, wenn dieser Trupp ebenfalls hier auftauchen und einen Blick auf Kira werfen würde.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Fr 08 Feb 2013, 21:59

Ich sah wie der Fremde langsam davon ritt. Ich schüttelte den Kopf. „Alleine? In ein Haus das sie nicht kennen? In der Nähe eines Schlachtfeldes? Und ich dachte sie wollten ihr Leben nicht aufs Spiel setzen.“ Ich seufzte. Dieser Mann war noch jung, wahrscheinlich hatte er noch keinen Krieg erlebt. Oder auch nur ein kleines Scharmützel. Man ging nicht eben so irgendwohin. Ich raffte mich auf und ging auch auf den Hof zu. „Wenigstens haben sie mich dabei. Und keine Widerrede. Ich bin hier um zu helfen, falls ihnen etwas zustößt oder jemand verletzt ist werde ich helfen müssen. Ich werde es nicht zulassen dass hier irgendwer unnötigerweise stirbt. Bei meiner Ehre.“ Bei diesen Worten presste ich meine behandschuhte Hand fest auf den reichlich lädierten Adler auf meiner Brust. So hatte ich es gelernt. So haben Kleriker zu arbeiten. Ich würde ihm helfen müssen, auch wenn ich es für Selbstmord hielt. Wir werden ja sehen, wir sind schließlich schon weit genug entfernt, hoffentlich. Noch einen langen Kampf werde ich sicher nicht durchstehen, und der Fremde sieht nicht wie ein großer Krieger aus.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Sa 09 Feb 2013, 15:58


Garl stöhnte innerlich auf, als der Mann sich ihm anschloss. Er würde seinen kleinen Raubzug wohl auf später verschieben müssen, dachte er ärgerlich, und überlegte fieberhaft, was jetzt zu tun sei. Als sie beinahe den Hof erreicht hatten, sprang er geschickt und ohne einen Laut vom Pferd und besah sich seine Umgebung, und eine Sache sprang ihm sofort ins Auge: Die Tür des Haupthauses war nur angelehnt. Ihm das nicht entgehen, ebensowenig wie die unverschlossenen Fensterläden, denn normalerweise war das geradezu eine Einladung für einen Einbruch. Doch diesmal nicht. Selbst jemand, der keinen besonderen Grund zur Sorge hatte, verschloss seine Türen normalerweise, und wenn man sich in einem Haus verschanzte, ließ man sie erst recht nicht offen. Die Bauern müssen geflohen sein, dachte er misstrauisch, doch irgendetwas stimmte nicht. Er hatte ein ganz mieses Gefühl.
"Wir gehen vielleicht besser hinten herum" sagte er leise zu seinem Begleiter. Lauf niemals durch die Vordertür, wenn du dir nicht sicher bist, das hatte er auf schmerzhafte Weise gelernt. Vielleicht war hinten ja ein Fenster, durch das man besser sehen konnte. Oder eine offene Hintertür, durch die man hineinsehen konnte, ohne sie aufzustoßen und damit auf sich aufmerksam zu machen. Es war zwar bisher niemand hier gewesen, aber falls die Leute doch nicht geflohen waren, wären sie sicher nicht allzu freundlich zu plötzlichen Eindringlingen.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   So 10 Feb 2013, 23:28

Gespannt lauschte Flora den Worten Gerions, denn von diesem Bienenwesen hatte sie noch nichts gehört. Wie auch? Ihre Mutter hatte sie schließlich die ganze Zeit beschäftigt, sodass kein Platz für Klatsch und Tratsch gewesen war.
Unruhig strich Flora sich eine Haarsträhne, die ihr ins Gesicht gefallen war, hinters Ohr, während sie sich an Gerion wandte.
„Du meinst wirklich, dass sie ein Bienenwesen hierher geholt haben, obwohl es von einem Schatten besessen war? Aber warum sollten sie das tun, das ist doch gefährlich.“ Innerlich schüttelte es Flora, als sie daran dachte, dass man dieses Wesen tatsächlich aufschneiden könnte. Dies behagte ihr garnicht, immerhin handelte es sich um ein totes Lebewesen und man sollte die Leichen anderer respektieren, selbst wenn diese vor ihrem Tod böse waren. Auf der Akademie hatte man ihr von der Schattenkrankheit berichtet, ihr gesagt, was diese mit einem anstellen konnte und doch widerstrebte es ihr, sich damit abzufinden, dass man einen Leichnam aufschneiden würde, selbst wenn dieser durch die Krankheit jegliches menschliche verloren hatte.
Angestrengt versuchte Flora, ihren Gesichtsausdruck beizubehalten, was ihr auch gut gelang, es sollte sie von den beiden Begleitern niemand für einen Schwächling halten und wenn sie jetzt das Gesicht verziehen würde, dann würden die beiden anderen wahrscheinlich davon ausgehen, dass sie sich vor der Vorstellung ekelte, dass jemand einen Leichnam aufschnitt, weil sie die Innereien nicht sehen wollte, wo es ihr doch viel mehr darum ging, eine Leiche unversehrt und in Frieden ruhen zu lassen.
Besonders, seitdem sie selbst eine Leiche hatte aufschneiden müssen, damals hatte sie nicht an sich halten können, als sie den toten Vawek auf dem Tisch hatte liegen sehen. Ihr Lehrmeister hatte ihr ein dünnes Messer in die Hand gedrückt und sie dazu gezwungen ihn aufzuschneiden, sie hatte geweint und gebettelt, es nicht tun zu müssen, aber da sie am Tag vorher schon widersprochen hatte, war das ihre Strafe gewesen. Den Leichnam aufschneiden, damit der Lehrmeister allen zeigen konnte, wo genau die Organe saßen, die man im Kampf treffen musste, um jemanden zu töten. Damals hatte sie sich übergeben, nachdem sie mit dem Messer das kalte Fleisch durchtrennt hatte. Dafür hatte sie Strafarbeiten machen müssen, eine ganze Woche lang.
Hastig riss Flora sich aus ihren Gedanken, als sie Schritte vernahm. Sie schaute auf uns beobachtete, wie ein Hofmagier, den man an seinen weiten dunkelblauen Roben mit dem silbernen eingestickten Emblem erkennen konnte, über den grünen Teppich hin zum Thron eilte. Überrascht hielt Flora die Luft an, als sie bemerkte, dass König Pheanel auf dem weißen Marmorthron saß und sie beobachtete. Wie lange saß er schon dort oben? Wieso hatte sie ihn nicht bemerkt? Sie lächelte den König demütig an und senkte den Kopf zum Zeichen des Respekts, was Pheanel mit einem wohlwollenden Nicken quittierte.
„Ihr fragt euch sicher, warum ich euch heute herbeordert habe!“, begann er mit fester Stimme. Flora nickte. „Nun“, fuhr er fort, „Wie ihr vielleicht schon gehört habt, haben wir derzeit Besuch aus Rilead in unserer schönen Hauptstadt, Besuch, der uns erschreckende Kunde gebracht hat. Hört euch an, was sie zu sagen habt!“
Gespannt schaute Flora sich um, noch konnte sie keinen Rileadier ausmachen.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Di 12 Feb 2013, 22:34

Der Hofmagier, der eben noch mit dem König gesprochen hatte, eilte bereits wieder aus dem Thronsaal hinaus. Es dauerte jedoch nicht lange, bis er wieder zurückkehrte, zusammen mit einem seiner Kollegen und Naane.
Die Quarani war ziemlich unruhig, wusste sie doch das man sie gleich dem König vorstellen würde und sie ihm persönlich bericht erstatten sollte. Ihre Waffen hatte man ihr natürlich abgenommen und nun wurde sie von zwei ausgebildeten Magiern flankiert, fehlte eigentlich nur noch einer bis an die Zähne bewaffneter Trupp Wachen, doch diesen grimmigen Gedanken sprach Naane natürlich nicht aus. Auf der anderen Seite stellte sie sich selber die frage, was sie erwartet hatte, schliesslich war sie kein eingeladener diplomatischer Gast, den man mit allen Ehren empfangen würde. Im Grossen und Ganzen war es wohl den umständen geschuldet, dass sie überhaupt persönlich vor den König treten durfte, aber das hatte Naane natürlich nicht im Voraus gewusst.
Man konnte Naane vermutlich ansehen, dass Sie nervös war, besonders als sie vor dem König in die Knie ging und den Kopf senkte. Kurz darauf, für Faejh-verhältnisse etwas früh, wieder, doch der König schien es Naane durchgehen zu lassen. Offenbar hatte der Hofmagier ihn bereits vorgewarnt, dass die Quarani wohl keine Erfahrung hatte, was das Protokoll anging. Statt also Naane zu tadeln, gab der König den Kriegern, die er bereits am Tage vorher ausgewählt hatte, ein Zeichen, das sie herkommen sollten, danach wandte er sich wieder an Naane. "Seit gegrüsst Rileadier, mein Hofmagier hat mir bereits in kurzen Worten geschildert, was euch wiederfahren ist, doch ich möchte euch bitten mir und meinen Kriegern nachmals ausführlich zu berichten, welche Umstände euch zu uns geführt haben."
Naane nickte und wandte ihren Blick kurz vom König ab um die von ihm herbeigerufenen Faejh zu mustern. "Selbstverständlich eure Hoheit, ich wünschte nur es wären erfreulichere Ereignisse gewesen, die mich hierher geführt hätten." Danach begann Naane so genau wie möglich zu schildern, was sie hierher geführt hatte, was mit ihrer Schwester passiert war, warum beschlossen wurde die Faejh um Hilfe zu bitten und natürlich, was am Schluss an der Grenze vorgefallen war. Naane versuchte sich zu beherrschen, doch trotzdem war es herauszuhören das Sie die ganze Sache immer noch belastete und es ihr schwer viel darüber zu berichten.
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