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 Das Licht in der Dunkelheit [MSG]

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Dreyri
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Di 12 Feb 2013, 22:58

Nun fasste Ashill sich ein Herz. Er musste einfach wissen, was die Alte so erschreckt hatte. Seine Wunden konnten warten.
Er riss sich zusammen, stützte sich an einem Stuhl ab und schob sich ächzend an der Alten vorbei zur Türe. Dort atmete er einen Moment lang ganz tief durch.
Sein Arm pochte, stach ihn bis hinunter in die Seite. Kaum auszuhalten, doch er biss die spitzen Zähne zusammen und legte die Hand auf den Türgriff.
Mit einem Ruck zog er die Tür auf und - woah. Was war das denn?
Instinktiv trat er einen Schritt zurück, hielt sich aber an der Tür fest.
"Wir können dir nicht helfen", sagte er und versuchte freundlich zu klingen. "Bitte geh."
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Grim
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Di 12 Feb 2013, 23:33

Der Henker hatte sein' Lebtag lang keine hohe Meinung von Rilead gehabt. Eine schwache Nation von schwachen Völkern, denen es am Mut und der Entschlossenheit fehlte, sich dem Bösen hinter ihrer Grenze entschieden und mit Macht entgegen zu stellen. Weich, zögerlich und allzu offen für die Verlockungen und Versuchungen der Schatten. Dieses merkwürdige Bienenwesen, das ihn schon allein seines fremdartigen Äußerens wegen abstieß, tat wenig dazu, ihn seine Meinung überdenken zu lassen. Es war nicht richtig, dieses Wesen beim König vorsprechen zu lassen. Man hätte es gar nicht erst durch die Barriere lassen dürfen. Die Nachrichten, die es überbrachte, hingegen, bereiteten ihm Sorgen. Es war unverkennbar, was diese Erzählung nur bedeuten konnte: die Macht der Schatten nahm zu. Und sie schienen einiges daran zu setzen, sich Rilead einzuverleiben und sich dessen schwaches Volk durch ihre finstere Magie untertan zu machen. Es war richtig, dass der König diese Mission ins Leben gerufen hatte. Die Faejh hatten zu lange zugesehen. Sie durften sich nicht länger hinter der Barriere verkriechen. Sie mussten handeln. Notfalls auch gegen den Willen Rileads! Wer sich dem Guten und Gerechten in den Weg stellte, der stand auf der Seite des Feindes.
"Majestät", ergriff Gerion, nachdem dem König an der Meinung seiner Erwählten etwas zu liegen schien, das Wort, und gab sich Mühe, seiner rauen, heiseren Stimme einen Klang der Ehrerbietung zu verpassen, den man dort anderweitig sicher nicht gefunden hätte, "Ihr solltet dieses Wesen unter Quarantäne setzen. Wir können nicht wissen, ob es nicht ebenfalls bereits die Saat des Bösen in sich trägt." 'Wir sollten ihm auf der Stelle den Kopf von den Schultern schlagen!' war, was er eigentlich sagen wollte, doch das hätte mit Sicherheit dem Hofzeremoniell widersprochen. "Und ihr solltet den Leichnam des anderen Wesens verbrennen lassen. Die Anwesenheit der Schatten besudelt diese Hallen. Lasst uns reiten, Majestät, und wir werden den Dingen, die diese hier berichtet hat, auf den Grund gehen. Wir haben bereits zu lange gezögert..."

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Anubis

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 13 Feb 2013, 11:06

Aeternum bewegte sich zwar nicht doch er nahm die neue Gestalt schnell war, besonders da nun die Tür geöffnet war. Schnell baute er auch zu diesen Wesen ein Verbindung auf. Immer mehr bezweifelte er das es eine gute Idee war hier her zu kommen. Die Wesen aus Fleisch und Blut schienen seiner Gestalt mit einer gewissen Furcht gegenüber zu treten, dabei hatte er doch extra darauf geachtet eine Gestalt an zu nehmen die der ihren ähnelt.
„Ich werde gehen, doch dennoch hätte ich gerne ein Richtung in die ich mich wenden kann. Blind durch dieses Land zu reisen ist nicht das was ich möchte, aber vielleicht könnt ihr mir in eine Richtung lenken wo ich jemanden finde der etwas über die Wahnsinnigen weiß und wo ich sie finde oder was sie zu eben jenen werden ließ?“, begann Aeternum und seine Gestalt regte sich immer noch nicht. Natürlich wünschte er sich in diesen Moment auch, das er einer seine Volkes gewesen wäre die sich mehr mit dem Studium der Blutenten beschäftigt hätte. Denn so hätte er vielleicht von selbst gewusst wohin er gehen muss oder wie er besser nach fragen konnte.
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Mali
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 13 Feb 2013, 16:05

Fenris war genauso misstrauisch dem Bienenwesen gegenüber wie der andere Krieger. Er akzeptierte Gerion als Wortführer und hielt den Kopf gesenkt, damit keiner mit bekam, wie er das Bienenwesen beäugte. Er musste ruhig bleiben, denn da der König dieses Wesen in seinem Thronsaal duldete, musste auch Fenris dieses Wesen dulden. Kurz wanderte sein Blick zu der jungen Frau, die ebenfalls zu ihrer Gruppe gehörte. Was sie wohl dachte?
Ruhig bleiben, sagte er sich selber in Gedanken. Bald würde er wieder kämpfen können. Und dann war ende mit der Ruhe.
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Syari

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 13 Feb 2013, 16:50

Als sich die Tür zum Thronsaal abermals öffnete und ein schwarz-gelb gestreiftes Wesen eintrat, dass einer Biene nicht unähnlich war, wenngleich auch viel größer und menschlicher, musste Flora sich zusammenreißen, um dieses Wesen nicht unverhohlen anzustarren. Aus einem Buch wusste sie, dass es sich bei dem Wesen um eine Quarani handelte, eine Art, die sich in Rilead angesiedelt hatte. Während ein kurzer Blick auf Gerion und Fenris ihr sagte, dass die beiden dem unbekannten Wesen kritisch gegenüber standen, so musste Flora ihre übermäßige Freude darüber verbergen, endlich einen lebenden, echten Rileadier kennenzulernen.
Natürlich wusste diese Quarani nicht, wie man sich am Hofe verhielt, ihre Verbeugung war zu hastig, zu kurz, doch der König verzog nicht einmal die Miene deshalb. Flora lächelte, als der König sie zu sich rief und lauschte andächtig den Erzählungen der Quarani. Flora empfand Mitleid mit dem Bienenwesen, da man den Schmerz in ihrer Stimme hörte. Beinahe wollte sie hingehen und ihr beruhigend einen Arm um die Schulter legen. Doch sie wurde nicht dafür angeheuert, die liebe weinende Freundin zu spielen, sie war eine Kriegerin, weshalb sie ihre Muskeln anspannte, die Schultern durchdrückte und das ganze versuchte von einem neutralen Standpunkt aus zu sehen.
Die Schatten übernahmen Rilead, gezielt. Die Krankheit war in einem Quarani-Dorf ausgebrochen, also war die Krankheit weiter verteilt, nicht, wie sie angenommen hatte, und auch König Pheanel, in der Hauptstadt Samaru. Dieser Krieg würde somit ein größeres Massaker werden, als gedacht, denn heilen, dass wusste sie genau, konnte man die Schattenkrankheit nur in Einzelfällen, ein ganzes Heer oder Volk zu reinigen war unmöglich und es bestand immernoch die Möglichkeit, dass die Reinigung fehlschlug.
"Majestät“, ertönte Gerions Stimme. Flora erschien es, als müsste er sich um einen respektvollen Ton wahrlich bemühen, „Ihr solltet dieses Wesen unter Quarantäne setzen. Wir können nicht wissen, ob es nicht ebenfalls bereits die Saat des Bösen in sich trägt." Ungläubig weiteten sich Floras Augen. Wie dreist es von Gerion war, einen vom König geladenen Gast derart zu beleidigen, einen Gast, der doch nur helfen wollte. Man sollte sich bedanken, bei dem Wesen, dass es um Hilfe gebeten hat und die Hofmagier einen Blick auf ihre Schwester hat werfen lassen, das war schließlich nicht ihre Pflicht gewesen. Doch Flora blieb leise, sie wollte es sich nicht mit ihren Reisebegleitern verderben und Fenris schien Gerions Idee wirklich gut zu finden.
"Und ihr solltet den Leichnam des anderen Wesens verbrennen lassen. Die Anwesenheit der Schatten besudelt diese Hallen. Lasst uns reiten, Majestät, und wir werden den Dingen, die diese hier berichtet hat, auf den Grund gehen. Wir haben bereits zu lange gezögert..."
Das war zu viel für Flora. Es war nicht nur unhöflich, gegen Gäste des Königs im Beisein des Königs UND des Gasts zu reden, nein, aber auch noch Leichen zu schänden, wenn sie doch tot waren.
Der König schien von solch einem direkten und wenig diskreten Vorschlag auch überrascht zu sein.
Jetzt ist deine Chance, sagte Flora sich, während sie sich ihre reinen Handflächen rieb, mach den Mund auf und sag deine Meinung.
„Mit Verlaub“, warf sie ein, bevor sie sich überhaupt bewusst wurde, dass sie einen Schritt nach vorn getreten war, „Ich muss meinem Reisebegleiter hier widersprechen.“
Stille, alle schauten sie an. Flora starrte auf ihre Handflächen, jetzt durfte sie bei der Formulierung keinen Fehler machen. Ihre Haut juckte unter den Blicken, sie hasste es so angestarrt zu werden.
„Eine Quarantäne ist unnötig, immerhin hätte man ihr nicht erlaubt, die Grenze zu übertreten, wenn auch nur der leiseste Hauch von Schatten an ihr kleben würde. Des Weiteren sehe ich keinen Sinn darin, den Leichnam ihrer Schwester, den sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, freiwillig“, bei diesem Zusatz schaute Flora kurz zu Gerion hinüber, „zu schänden. Die Schattenkrankheit ist eine Krankheit, die nicht ansteckend ist, jedenfalls nicht ohne die Hilfe eines Vaweks und nach dem Tode verfällt, das haben Untersuchungen bewiesen!“
Flora machte einen Augenblick Pause, als ihr eine Idee kam, eine ungewöhnliche Idee, die ihr sicherlich nur wenige Sympathien einbringen würde, doch es erschien ihr eine vernünftige Idee zu sein, wenn sie diese Selbstmordmission, auf die sie ging, überleben wollte.
„Ich würde gerne einen alternativen Vorschlag äußern, wenn es mir denn gestattet ist, eure Majestät?“, mit einem unterwürfigen Lächeln schaute Flora den König an, bis dieser leicht nickte, dann fuhr sie fort, „ Mit Verlaub, aber wir kennen das Territorium Rileads nicht, wir wissen nicht, wie genau wir zur Hauptstadt gelangen, die Karten, die wir besitzen sind alt und zeigen nur die größten Straßen, die es auf unserer Mission eher zu meiden gibt, als zu suchen. Mein Vorschlag wäre es, wenn denn diese Quarani zustimmt, dass sie uns begleitet, den Weg nach Samaru weist, dadurch hätten wir einen ortskundigen dabei, was uns die Reise enorm erleichtern würde!“
Mit pochendem Herzen verstummte Flora schließlich, jetzt lag es nicht an ihr zu entscheiden.
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Dreyri
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 13 Feb 2013, 18:45

Die Wahnsinnigen? Was meinte er damit? Ashill runzelte die Stirn und musterte das Wesen vor sich genauer. Hatte er am Ende etwa das selbe Problem, wie er selbst? War dieses Ding auf der Suche nach Hilfe? Oder auf der Flucht? Litt es auch irgendwie unter dem Angriff dieser Irren?
"Wir ... wir haben selber Probleme", seufzte Ashill. "Doch du sprichst von Wahnsinnigen. Ich selber trug eine Verletzung im Kampf gegen irre gewordene Rileadier davon. Vielleicht waren deine Wahnsinnigen dieselben?"
Wenn es wirklich so schlimm war, dass tatsächlich irgendwelche seltsamen Völker, die er selbst noch nie zu Gesicht gekriegt hatte, angegriffen wurden, musste er dringend mit diesem Brief zu den Faehj. Er konnte nicht erst warten, bis seine Wunde verheilt war. Er musste gehen, so schnell wie nur immer möglich.
Wobei ... würden die Faejh ihn überhaupt zu sich lassen?
Auf dem Brief war das Siegel des Königs. Sie mussten ihn einfach durchlassen. Und er musste zu diesem Faejhkönig. Wenn er das getan hatte und der König diesen Brief in den Händen hielt, konnte ihm alles wieder egal sein.
Das Schicksal hatte ihm diesen Brief zugespielt. Vielleicht war er gerade in diesem Augenblick eine Marionette Sihals, die ihn dazu auserkoren hatte, diese wichtige Mission durchzuführen. Also durfte er nicht aufgeben.
Gedanklich dankte er seiner Göttin für ihr Vertrauen. "Ich werde zu den Faejh reisen. Sie haben vielleicht Antworten. Doch ich werde zu Pferd reisen. Zu Fuss wirst du wohl kaum mithalten können."
Ausserdem war es ihm schon nicht so ganz geheuer, mit diesem komischen Kristallgehäuse zusammen zu reisen. Vielleicht war alles ja nur eine Intrige.
Andererseits ... vielleicht hatte Sihal ihn geschickt. Wozu auch immer. Die Entscheidungen der Götter waren manchmal unergründlich. Doch was, wenn diese Gestalt ein Zeichen war, welches er nicht übersehen durfte?
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 13 Feb 2013, 22:15

Larciel wurde von dem morgendlichen Gesang der Vögel geweckt. Für einen Moment blieb er einfach mit geschlossenen Augen auf dem harten Felsboden liegen und ließ sich die Ereignisse des vergangenen Tages nochmal durch den Kopf gehen. Er sah die brennende Stadt vor seinem geistigen Auge, überrannt von den widerwärtigen Abkömmlingen seines Volkes. Viele Kurora hatten durch seine Hand den Tod gefunden, doch brachte dies die gefallenen Bewohner nicht zurück. Nichts, was er tat, konnte den Verfluchten helfen. Nicht zum ersten Mal wünschte er sich, die Magie zu beherrschen, mit der man einen infizierten Schatten von dem verdorbenen Blut reinigen konnte. Doch seine Kräfte waren nicht heilender Natur. Sein ganzes Leben hatte er nur für den Kampf gelebt, was ihn Stück für Stück zu dem gemacht hatte, was er heute war. Ein Verräter, dem Schein nach besser als sein Volk, doch dabei schlimmer als die finstersten Anführer der Schatten. Auch wenn so ziemlich jeder Vawek den Kampf liebte und ihn oft und auch gerne suchte, führte doch jeder von ihnen auch ein ganz normales Leben, hatte eine normale Aufgabe wie etwa die Bauern oder Fischer, die das Volk mit Lebensmitteln versorgten, und verbrachte im Allgemeinen mehr Zeit mit irgendwelchen Handwerksgeräten oder Schreibutensilien in der Hand als mit dem Schwert.
Sein Leben war nie so normal gewesen. Von dem ersten Augenblick an hatte er sich alles mühsam erkämpfen müssen. Nie hatte sich irgendjemand für ihn eingesetzt oder ihm sogar geholfen. Wer sollte auch, niemand achtete auf ein kleines Kind, welches sich in der Dunkelheit der Gassen verstecken musste und niemanden hatte, der sich um es kümmerte. Larciel biss die Zähne zusammen, als er sich an diese Zeiten erinnerte. Wie er im Schmutz der Straßen von Marl herumgeschlichen war, immer auf der Suche nach etwas essbarem und ständig bereit, sein Leben und das bisschen, was er am Leibe trug, zu verteidigen. Wie er dennoch oft bei seinen Diebstählen und Erkundungstouren gefasst und von seinen Häschern mehr tot als lebendig in irgendeiner dunklen Ecke zurückgelassen wurde. Und er erinnerte sich an den Moment, der alles verändert hatte.
Larciel schlug die Augen auf. Die Vögel sangen immer noch ihr Lied und verscheuchten seine trübe Gedanken. Leise ächzend setzte er sich auf und unterdrückte ein Gähnen. Ein schneller Blick zum Höhleneingang bestätigte ihm, dass die Sonne bereits aufgegangen war. Mit einigen Schwierigkeiten schaffte Larciel es, sich komplett aufzurichten. Die Strapazen vom Vortag hatten einige unschöne Nachwirkungen in Form eines beeindruckenden Muskelkaters hinterlassen. Fluchend streckte Larciel sich und dehnte seinen Körper, um ihm etwas Linderung zu verschaffen. Dabei fiel ihm auf, dass Sleipnir nicht mehr bei ihm in der Höhle war. `Wahrscheinlich ist er schon draußen.´, dachte er, `oder er ist irgendwann in der Nacht verschwunden. Wirklich zahm schien das Tier ja sowieso nicht gewesen zu sein.´ Trotzdem fühlte er ein leichtes Bedauern bei dem Gedanken, dass Sleipnir ihn verlassen haben konnte. Auch wenn sie sich erst seit gestern kannten, hatte er das imposante Ross bereits in sein Herz geschlossen.
Seufzend griff Larciel nach seinem schwarzen Mantel, den er in der Nacht als Decke benutzt hatte, und trat aus der Höhle. Während er sich das schwere Stück Leder über die Schultern warf, blickte er sich um. Ein Wald unter der Morgensonne Rileads war schon ein beeindruckender Anblick. Überall ließen die Sonnenstrahlen den Tau auf den Blättern glitzern wie tausende kleine Diamanten und tauchten die Welt in ein angenehmes, warmes Licht. Für einen Moment erlaubte Larciel es sich, einfach innezuhalten und die Schönheit dieser Welt zu genießen. Ein tiefes Glücksgefühl überkam ihn, während er zwei Eichhörnchen beobachtete, die einander durch die Zweige einer nahen Eiche jagten und sich um nichts anderes zu kümmern schienen.
Ein Wiehern riss Larciel aus seinem tranceartigen Zustand. Rechts von ihm tauchte Sleipnir schnaubend zwischen zwei Bäumen auf, trabte langsam auf den Schatten zu und blieb schließlich tänzelnd vor ihm stehen. „Na, doch noch hier?“, sagte Larciel lächelnd, glücklich darüber, dass er seine Reise doch nicht alleine fortzusetzen brauchte. Sleipnir schien ihm einen fragenden Blick zuzuwerfen, doch Larciel winkte einfach nur lachend ab, trat auf das Ross zu und überprüfte die Gurte des Zaumzeugs. Nachdem er sie festgezurrt hatte, schwang er sich auf Sleipnirs Rücken und übte mit den Fersen leicht Druck auf seine Flanken aus. Bloß nicht so schnell wie gestern reiten, sonst würde er sich womöglich nie mehr von seinem Muselkater erholen! Mit einem Wiehern setzte Sleipnir sich in Bewegung und Larciel ließ ihn der Felswand nach Norden folgen. Dort konnte er reiten, ohne allzu sehr von den Bäumen behindert zu werden und war gleichzeitig vor unliebsamen Blicken sicher. Außerdem hatte er eh kein richtiges Ziel vor Augen, aber irgendwo musste die Wand ja aufhören, also konnte er ihr genauso gut einfach folgen. Einmal drehte er sich noch um und blickte zurück. Die Eichhörnchen hatten in ihrem Treiben inne gehalten und sahen dem Schatten und seinem schwarzen Ross nun neugierig hinterher. Lächelnd wandte Larciel sich wieder nach vorne und nahm einen tiefen Atemzug von der frischen und kühlen Morgenluft. Er war gespannt, was der neue Tag wohl bringen würde.
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Grim
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 13 Feb 2013, 23:14

Es war nicht so, dass Gerion es nicht gewohnt wäre, dass andere seine Meinung nicht teilten. Das hatte er oft genug erlebt. Was ihn hingegen doch verwunderte war, wie offen Flora sich gegen ihn aussprach. Vielleicht lag es an der Anwesenheit des Königs, vielleicht wollte sie sich schlicht in seiner Gegenwart profilieren. Wahrscheinlicher aber war es einfach die naive Überzeugung der Jugend, die da aus ihr sprach. Dieser Idealismus, den sie alle hatten ehe sie Blut vergossen hatten. Gerion zweifelte nicht daran, dass Flora nach Rilead wollte um für die Rileadier zu kämpfen. Ha! Was lohnte es schon, für wen auch immer zu kämpfen. Wichtig war nur, gegen wen man focht. Wenn diese junge Kriegerin erst einmal gesehen hatte, was er gesehen hatte, würden ihre Illusionen verpuffen, so wie seine eigenen Illusionen verpufft waren.
Wer den Henker kannte, der kannte ihn als schweigsamen Mann. Der hätte es wohl kaum erwartet, doch in diesem Moment lagen Gerion eine Menge Erwiderungen auf der Zunge. Dass man nie vorsichtig genug sein konnte wenn man mit den Schatten zu tun hatte. Dass es keinenfalls Schändung war, einen Leichnam zu verbrennen. Wer selbst so viele Gräber ausgehoben hatte wie er, der wäre nicht undankbar dafür, wenn sein toter Leib einmal verbrannt werden würde. Es war allemal würdevoller als das, was die Hofmagier zweifelsohne mit der Schwester des Bienenwesens angestellt hatten. Und auch den Wert der Kreatur als Führer hätte er in Frage stellen können. Sie mochte aus Rilead stammen, aber das hieß wohl kaum, dass sie das gesamte Land kannte. Und nach Samaru zu finden würden sie auch ohne Führer schaffen. Doch er sagte nichts dergleichen. Wer glaubte, dass der Henker so wortkarg war weil er nichts zu sagen hatte, der irrte! Manchmal war es schlichtweg weiser zu schweigen. Nun etwas zu erwidern hätte nur zu einer würdelosen Diskussion geführt. Vor dem König. Auch Gerion wusste, dass sich das nicht gehörte. Und so beschränkte er sich auf ein schlichtes "Die Entscheidung liegt ganz bei Eurer Majestät" und neigte wie es das Protokoll gebot den Kopf vor seinem König.

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mi 13 Feb 2013, 23:32

Mathildas Hände schlossen sich wieder fest um den Stab. Für einen Moment hatte sie sich entspannt, weil das Skelett nichts antwortete. Diesen Moment hatte der junge Saran ausgenutzt und, aus welchem Grund auch immer, die Tür aufgerissen. Für einige Momente starrte sie ihn nur verdattert an. Das ging zu weit. Ihre Patienten hatten im Bett zu bleiben. Das Haar der Alten nahm einen braunen Schimmer an, als mit grosser Geschwindigkeit Äste aus dem Stab wuchsen und sich um den jungen Mann schlossen, der dem Skelett gerate anbot, es zu den Faejh zu begleiten. Das Holz hielt den Saran fest, schien aber penibel darauf acht zu geben, seinen Wunden nicht zu nahe zu kommen. Mathildas Augen leuchteten leicht grün, während sie ihren Patienten und das Skelett anblitzte.
"Das kommt nicht in Frage. In diesem Zustand kannst du nicht reisen!", beschied sie mit kräftiger, lauter Stimme und deutete dann auf das Skelett. "Und du! Geh nach Samaru oder warte im Wald, bis dieser Lebensmüde wieder in annehmbarer Verfassung ist, falls du ihn begleiten willst. Aber verschwinde!"
Nachdem sie diese Worte gesprochen hatte, knallte sie die Tür zu, noch fester als zuvor. Die Äste lösten sich von dem Saran und der Stab nahm wieder seine ursprüngliche Form an, zusammen mit Mathilda, die wieder ihre gebeugte Haltung einnahm und sich scheinbar noch etwas erschöpfter auf ihren Stab stützte.
"Zurück ins Bett!", befahl sie dem befreiten, diesmal allerdings mit leiser, kratzender Stimme. "Du musst ruhen."
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 14 Feb 2013, 11:32

Zumindest hatte er einige Namen erfahren und das dieser Blutende zu jemanden Reisen wollte der vielleicht Antworten hatte. Außerdem schienen sie in einer ähnlichen Lage zu sein. Natrülich wusste Aeternum etwas über die Tiere die die Oberflächenbewohner benutzten um schneller von einen Ort zum nächsten zu reißen und er nahm stark an das er mit einen solchen auch zu Fuß mithalten konnte. Wie sehr ihm das anstrengen würde wusste er noch nicht, aber er würde es wohl bald heraus finden.
Die Aktion der anderen Person überraschte ihm doch etwas, zumindest wie sie zu statte kam. Sie schien stark in der Magie zu sein und auch einen starken Beschützerinstinkt zu haben. Ihre Worte waren vorhin schon klar gewesen, doch nun verdeutlichte sie es noch mal. Selbst wenn er ihren ersten Vorschlag folgen würde, wüsste er doch nicht in welcher Richtung Samaru lag. So würde er einfach zum Waldrand gehen und dort auf den Verletzten warten, bis dieser weiter reisen würde.
„Erholt euch, ich werde am Waldrand warten bis ihr fähig seit weiter zu reisen“, sprach er dann wieder und beide würden seine Worte hören, danach zog er sich von den beiden Präsenzen zurück.
Mit langsamen Schritten begab sich Aeternum wieder zum Waldrand und blieb beim ersten Baum stehen. So lag das Haus noch in dem Bereich den er gut wahrnehmen konnte. Er musste während er wartete nur darauf achten nicht zu sehr in Gedanken zu versinken und seine Umgebung immer gut ihm „Auge“ zu behalten.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 14 Feb 2013, 21:21

Mein Begleiter hatte vor sich ums Haus zu schleichen und von hinten einzubrechen. Ein Gedanke der mir wenig behagt. Die Tür war offen, und es war anscheinend niemand zu Hause. Nicht einmal die Fenster hatte man verrammelt. Auch hörte man keine Geräusche die darauf hinweisen würden dass sich im Inneren des Hauses jemand befindet. Es gab überhaupt nichts daran auszusetzen dieses Haus zu betreten, alles zu nehmen was wir brauchten, und dann wieder zu verschwinden. Warum also diese Vorsicht? Die Bewohner hatten das Haus in offenkundiger Eile verlassen. Das stand fest. Vorsicht walten lassen ist hier also völlig unangebracht. Und wenn doch ein Problem auftritt, normalerweise lösen sich solche Probleme wenn man überzeugend genug redet oder stark genug zuschlägt. Außerdem verloren wir dadurch Zeit. Vielleicht nur eine halbe Minute, aber hier geht es um das Prinzip. Ich betrete Häuser durch die Vordertür. So wie jeder andere rechtschaffene Bürger auch.
Ich zog meinen Streitkolben und meinen Schild. „Warum die Vorsicht? Ein leeres Haus stellt nun wirklich keine Bedrohung dar.“ Mit diesen Worten schritt ich zur Vordertür des Hauses. Vielleicht hatten die Bauern bei ihrer Flucht noch Nahrungsmittel zurückgelassen, als Proviant wäre das sehr nützlich. Schließlich wusste ich nicht wie lange ich noch unterwegs sein würde. Und falls noch jemand anwesend war, als Mitglied meines Ordens stand es mir zu allerhand Dinge zu konfiszieren, falls ich sie für notwendig erachte.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 14 Feb 2013, 22:35

Er zog die Augenbrauen hoch, als der Andere - dieser Trottel - einfach durch die Vordertür ging. So etwas... war furchtbar unvernünftig. Unvorsichtig. Geradezu selbstmörderisch. Geh niemals durch unbekannte Türen, das war einer der Ratschläge, die er bei den seltenen Gelegenheiten zum Besten gab. Du musst sicher sein, was dich erwartet.
Andererseits galt so etwas wohl mehr für Menschen wie ihn, die sich mehr auf Geschick und Verstand verließen als auf pure Kraft, und das Verhalten des Anderen ließ mehr auf Letzteres schließen. Aber gut, wahrscheinlich kam er damit ganz gut durchs Leben, wer legte sich auch schon mit dem Träger eines solchen Streitkolbens an? Bis auf alle möglichen Soldaten, kräftigen Handwerker, Bauern und wilde Tiere, natürlich, fügte er dem Gedanken ironisch hinzu. Er wartete einige Augenblicke, bis er sicher war, dass der Andere das Gebäude betreten hatte. Als der offenbar nicht von irgendetwas unsagbar Bösem angefallen wurde, sprang er innerhalb eines Augenblicks ohne einen Laut durch eines der Fenster und landete im düsteren Inneren des Hauses.
Er war durch das rückwärtige Fenster in die Küche des Hauses gelangt, und mit einem Schlag kehrte sein Hunger zurück, als er ein Brot auf dem Tisch liegen und getrocknete Wurst von der Dekce hängen sah. Er brach ein Stück des ersten ab, schob es jedoch nur an den Beutel an seinem Gürtel, als er den Korb Äpfel auf einem der Stühle stehen sah. Er liebte Äpfel. Schon als Kind hatte er vebotenerweise die Äpfel von den Bäumen der anderen Bauern gepflückt. Er war nie erwischt worden, und vielleicht war es das, was ihm ausgerechnet diese Früchte sympatisch machte. Er ging hinüber, nahm zwei Äpfel aus dem Korb und biss in einen hinein. Es gab einen lauten Knack.
Für einen Moment war er verwirrt, während ihm immer klarer wurde, dass er das nicht gewesen war. Auch zu den Geräuschen, die sein Begleiter im Hauptraum des Hauses, der an die Küche grenzte, verursachte, wollte es nicht so recht passen. Das schlechte Gefühl in seinem Bauch machte sich wieder bemerkbar. Er ließ die Hand mit dem Apfel sinken und sah sich vorsichtig um. Ein neues Geräusch, jemand stapfte um das Haus herum. Nicht vorsichtig. Nicht leise. Es klang, fand Garl, ein bisschen wie ein Betrunkener, der es erstaunlicherweise schafft, einen Fuß vor den anderen zu setzen. So schleppen und unregelmäßig. Bedächtig legte er die Äpfel wieder auf den Tisch und zog ohne den geringsten laut zu verursachen mit jeder Hand einen Dolch aus den Falten seines Hemdes.
Und dann wurden die Geräusche mit einem Schlag zu Lärm, als eine Faust durch einen Fensterladen gestoßen wurde (etwas, das Garl erneut ein Zucken einer Augenbraue entlockte. Man hätte das Teil auch einfach öffnen können.) und am anderen Fenster, dem, durch das er eingestiegen war, gleich zwei wütende Gesichter mit tiefschwarzen Augenringen erschienen. Sie sahen nicht freundlich aus, obwohl sie ihre Wut über den kleinen Einbruch sicher etwas übertrieben. Garl ging nicht davon aus, dass man mit ihnen reden konnte, und seine Ansicht wurde durch eine Mistgabel bestätigt, die nun neben den Köpfen auftauchte und Anstalten machte, durchs Fenster geschoben zu werden und sich auf ihn zu richten. Gleichzeitig ertönte hinter ihm Lärm, der ihm sagte, dass es dort wohl nicht viel besser aussah. Das war jetzt aber unnötig, sagte der Teil seines Gehirns, der unangenehme Situationen schon oft durch seine ansonsten nervigen und überflüssigen Kommentare erträglicher gestaltet hatte.
Es gibt nur einen guten Grund, zu kämpfen, schossen ihm die Lieblingsworte seiner Mutter durch den Kopf, und der ist, dass du keine andere Wahl hast. Wahrscheinlich interpretierte sie das etwas anders als er, aber er hatte jetzt keine Zeit, darüber nachzudenken. Die beiden Menschen - Sie sahen aus, als wären sie hier als Knechte angestellt - waren auf ihrem Weg durch das Fenster schon erstaunlich weit. Erneut bemerkte Garl die unnatürlich dunklen Augenringe, die ihnen ein hässliches und düsteres Aussehen verliehen. Kaum eine Sekunde später boten sie einen noch scheußlicheren Anblick, als nämlich aus jedem von ihnen ein Dolchgriff ragte, fein säuberlich zwischen die Augen geworfen. Garl hatte bereits den nächsten hervorgezogen, diesmal aus einer Schnalle an der Innenseite seines Ärmels, und zielte, den Arm bereits in der Wurfbewegung, auf den nächsten Angreifer, den, dessen Faust vorher den Fensterladen zerschlagen hatte. Er wusste, dass er treffen würde.

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Dreyri
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Fr 15 Feb 2013, 11:38

Er hatte das Gefühl, als hätte sein Herz einen Moment lang ausegesetzt. Ranken schlangen sich um seinen Körper, die Tür schlug zu. Das in nur wenigen Augenblicken und es dauerte einen Moment, bis Ashill reagierte. Zu sehr war er erschrocken. Klar, er war ein Krieger, ein Söldner, eigentlich musste er auf alles gefasst sein. Doch plötzlich von Gewächs umschlossen zu werden gehörte leider nicht zu jenen Dingen, die einem häufig widerfuhren. So zuckte er unfreiwillig zusammen und musste sich auf die Zähne beissen, um zu verhindern, dass er sich abrupt umdrehte. Stattdessen atmete er dann tief durch und wartete ab.
Tatsächlich liessen die Ranken ihn dann los. Er wandte sich der Alten zu, die erschöpft wirkte. "Ich habe eine wichtige Mission zu bestreiten. Ich kann nicht einfach nur rumliegen", seufzte er, obwohl er sich wieder zum Bett bewegte und sich zumindest darauf setzte. "Die Wunde kann auch noch auf dem Weg heilen", versuchte er die Alte zu überzeugen, ihn gehen zu lassen. "Sie ist halb so schlimm, wie sie aussieht. Ich kann damit reiten."
Ob er es wirklich konnte, da war er sich doch nicht ganz sicher. Aber zumindest versuchen konnte er es doch, oder nicht? Seine Stute war brav, sie scheute selten und er ritt ja schon fast sein ganzes Leben lang. Als Sohn eines Schmiedes hatte er es oft mit Pferden zu tun gehabt. Die Tiere hatten ihm auch sehr gefallen. Als er Dorne von seinem Vater geschenkt gekriegt hatte, hatte er gerade das Mannesalter erreicht. Die Stute war drei Jahre alt gewesen, frisch, unverbraucht und er hatte sie selbst beritten.
Dies alles wollte er der Alten erzählen, doch irgendwie ... blieben ihm die Worte im Hals stecken.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Sa 16 Feb 2013, 19:36

"Nein!", entgegnete Mathilda mit so viel Nachdruck, wie sie ihrer Stimme verleihen konnte. Was leider nicht besonders viel war. "Deine Wunden sind genau so schlimm, wie sie aussehen, wahrscheinlich noch ein wenig schlimmer. Es ist nicht einmal ein halber Tag vergangen, seit du vor dem Dorf in den Dreck gefallen bist. Wahrscheinlich wird deine Genesung noch ein wenig länger dauern, weil du, kaum bist du aufgewacht, wie ein aufgescheuchtes Eichhörnchen durch mein Haus rennen musst. Deine Mission wird wohl oder übel warten müssen, wenn du nicht auf halbem Weg an Wundbrand sterben willst. Du bleibst hier und gehst zurück ins Bett. Jetzt!"
Nachdem das gesagt war, schlurfte sie mit ihrem Stock hinüber zum Bett, wo der Brief noch lag und hob diesen auf. Sie hatte ihn noch nicht geöffnet und solange der Saran so tatfreudig war, würde sie es auch nicht tun. Mathilda verstaute ihn sicher in einer Tasche ihres Kleides und ging zum Tisch hinüber, um sich wieder um die Kräuter dort zu kümmern, aber nicht, ohne einen letzten Blick in die Richtung des Verletzten zu werfen.
"Wie heisst du überhaupt? Ich bin Mathilda", sagte sie, ohne die Augen von den Körben zu lösen.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Sa 16 Feb 2013, 23:23

Der Eingangsbereich ging fließend in einen größeren Hauptraum über. Ein umgekippter Kerzenhalter lag auf einem Tisch der die Mitte des Raumes ausfüllte. Die Stühle standen im Raum herum, einige lagen auf dem Boden. Die Schränke waren unordentlich, hier und da schien etwas zu fehlen. So als hätte jemand nur das Nötigste gegriffen und wäre dann verschwunden. Ich inspizierte ein Bücherregal welches fast unangetastet aussah. Natürlich, schließlich würde kein Bauer auf die Idee kommen einige Bücher zu retten. Auf dem Regal stand eine Flasche mit flüssigem, braunen Inhalt. Wahrscheinlich eine Art Schnaps. Ich öffnete die Flasche und roch daran. Es war definitiv ein ziemlich starkes Getränk. So etwas war für mich immer nützlich, entweder diente es zur Desinfektion oder zur Betäubung. Nach so einer Flasche würde man nicht einmal eine Amputation bemerken.
Gerade als ich sie an meinen Gürtel hängen wollte hörte ich Geräusche aus dem Nachbarraum. Anscheinend war mir der Fremde dann doch gefolgt und nun stellt er sich tollpatschig an. Ich war noch einen Moment unschlüssig ob ich mich in die Richtung der Geräusche bewegen sollte oder nicht doch noch ein paar nützliche Dinge zusammen suchen sollte. Doch der Lärm von nebenan hörte einfach nicht auf. Was zur Hölle hat dieser Taugenichts angestellt? Er sah mir von Anfang an nicht wie ein vertrauenswürdiger Genosse aus, aber dass ich an einen solchen Tollpatsch gerate hätte ich nicht erwartet. Ich grummelte einige Verwünschungen und ging die paar Meter bis zu dem Raum aus dem die Geräusche kamen. Ich riss die Tür auf. „Was zur....“
Ich stoppte mitten im Satz. Eine recht ungewöhnliche Szene zeigte sich mir. Ich war in einer Küche gelandet. Der Fremde stand mitten im Raum, zwei Bewohner des Hofes lagen, mit einem Dolch in der Stirn im Fenster. Ähnliche Dolche wie der den mein Begleiter gerade werfen wollte. Ist er wahnsinnig geworden? So wie die anderen in der Stadt? Nein, die dunklen Augenringe wären mir aufgefallen. Dann war er wohl doch nichts weiter als ein Mörder und Dieb, und das in solchen Zeiten. Es war ein Armutszeugnis. „Halt, in Namen des Ordens, ich befehle dir die Waffe fallen zu lassen.“ Ich hätte mich besser gefühlt wenn ich nicht meine Waffe am Gürtel verstaut hätte. So war ich nur mit meinem Schild bewaffnet. Doch das würde sicher ausreichen, der verbliebene Hofbewohner würde mir sicher helfen. Ich hatte ihn nur aus den Augenwinkeln gesehen, aber anscheinend war es erzürnt über den Mord an seinen beiden Freunden.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Sa 16 Feb 2013, 23:51


Garl blinzelte und hielt mitten in der Bewgung inne. Was? Er blinzelte erneut.
Dann erst wurde ihm klar, wie die Situation für seinen Begleiter aussehen musste: Er brachte gerade unschuldige Dorfbewohner um. Verdammt.
Nicht, dass er Angst gehabt hätte. Natürlich freute es ihn nicht, dass es jetzt wahrscheinlich zu einem Konflikt mit dem Anderen kommen würde, aber gut. Er war schneller, da war er sich inzwischen sicher. Er war noch außer Reichweite und würde eher wieder aus dem Fenster heraus sein, als der Andere einen Schritt gemacht hätte, wenn es denn nötig war.
Oder er könnte ihm einfach erklären, was vorgefallen war, dass nicht er diese Leute angegriffen hatte, sondern anders herum, obwohl das wahrscheinlich nicht sehr glaubwürdig klingen würde: Ich wurde grundlos von wehrlosen Leuten angegriffen. Natürlich.
Inzwischen hatte er sich umgedreht und den Dolch sinken lassen. Er kniff die Augen zusammen und musterte seinen Gegenüber, der tatsächlich Anstalten machte, gegen ihn zu kämpfen. Mehr aus Prinzip als aus einer wirklichen Absicht heraus überlegte er, ob er wohl zwei Dolche so schnell werfen könnte, dass der sie nicht mehr mit seinem Schild abwehren könnte. Mit beiden Händen... Ja. Aber der Andere würde problemlos in der Lage sein, die lebenswichtigen Partien zu schützen, und er sah nicht aus wie jemand, der wegen eines Dolches im Bein ungefährlich wird.
Ein lautes Krachen sagte ihm, dass sich die Situation vielleicht gleich selbst klären würde. Der dritte Angreifer hatte endlich die Fensterläden aus ihrer Verankerung gerissen und hatte sich ins Haus gezogen. Er blickte erst Garl an, machte Anstalten, auf ihn zu zu gehen - Und sah dann zu dem Mann, der nur mit einem Schild bewaffnet viel näher bei ihm stand. Mit wankenden Schritten drehte er sich um und steuerte auf den zu.
Garl, der den Dolch schon wieder verteidigungsbereit erhoben hatte, betrachtete jetzt amüsiert die Situation. Seine beiden Gegner gingen sich gegenseitig an die Gurgel. Wie herrlich. Und er beschloss, doch noch ein bisschen zu bleiben und sich das Ganze anzusehen. Das war natürlich unvorsichtig, aber es ging ihm genau wie gestern in diesem Wirtshaus - Er hatte einfach viel zu großen Spaß an solchen Situationen. Allerdings zog er vorsichtshalber noch einen vierten Dolch hervor. In jeder Hand eine Waffe fühlte er sich sicherer.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   So 17 Feb 2013, 19:03

Also legte er sich wieder hin. Es widerstrebte ihm zwar sehr, doch die Alte schien verbissen darauf aus zu sein, ihn nicht gehen zu lassen.
Grundsätzlich war es bestimmt besser so, auch wenn es ihn wirklich wurmte, hier wie ein Schwächling im Bett zu liegen. "Mein Name ist Ashill", antwortete er der Alten. "Ich stehe wohl in Eurer Schuld."
Er hatte ihr sein Leben zu verdanken. Vermutlich war es also doch besser, wenn er liegen blieb und sich dankbar zeigte. Natürlich eilte seine Mission, doch was, wenn er dabei umkam? So wie der junge Mann, der mit dem Gesicht im Schlamm auf dem Boden gelegen hatte. Er schauderte. Klar, er war ein Krieger, doch das bedeutete nicht, dass er einen gesunden Respekt vor dem Tod hatte.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   So 17 Feb 2013, 21:01

Naane hatte sicherlich vieles erwartet, doch das man vorschlug sie unter Quarantäne zu stellen ganz sicher nicht. Dreimal war sie inzwischen geprüft worden, einmal an der grenze, einmal bevor man sie ins Schloss gelassen hatte und zum Schluss noch von den Hofmagiern, bevor man sie zum König gelassen hatte. Natürlich hatte sie nicht zu viel Freundlichkeit erwartet, doch eine solche Reaktion schien ihr völlig überzogen.
Was den Leichnam ihrer Schwester anging, war die Empörung bei Naane selbst nicht so gross. Die Quarani hatten in der Hinsicht einen anderen Glauben als viele andere Völker. Zwar beerdigten auch sie ihre Toten, doch das hatte keine rituellen Glaubensgründe. Die Quarani glaubten daran, dass der Geist oder die Seele nach dem Tode des Körpers wieder eins mit der Natur wird und das der zurückbleibende Körper dann nur noch eine leere Hülle ist. Von daher war es für Naane unwichtig ob der Körper von Kira aufgeschnitten und untersucht wurde, genauso wie es für sie keine Bedeutung hatte ob man den Körper am Ende Beerdigte oder Verbrannte. Für Naane war nur wichtig das Kiras Seele nun von den Qualen des Schattenkönigs erlöst war.
Trotzdem tat es gut, als die junge Frau aus der Gruppe den Worten des anderen widersprach und scheinbar für Naane Partei ergriff. Sie nahm Naane so auch die Entscheidung ab, ob sie dem Rat der Quarantäne widersprechen sollte oder ob es besser wäre, den Mund zu halten. Doch der Vorschlag der jungen Frau, das Naane die Gruppe quasi als Wegführerin begleiten sollte überraschte Sie vermutlich genauso wie die anderen und einen kurzen Moment dauerte es, bevor Naane nach dem gross gewachsenen Krieger das Wort ergriff. "Eure Hoheit, wenn es Euch und eurer Truppe wirklich helfen würde die macht der Schatten in irgendeiner Form zu bekämpfen, wäre ich gerne bereit die Gruppe zu begleiten. Ich will nicht behaupten, dass ich das ganze Land und alle Schleichwege auswendig kenne, doch als ausgebildete Späherin kann ich auch in Gebieten von nutzen sein die ich nicht so gut kenne."
Der König blickte zwischen Naane und der kleinen Truppe hin und her und schien zu überlegen. Offenbar schien er Risiko und nutzen gegeneinander abzuwägen, doch schliesslich nickte er. "Die Mission ist gefährlich, aber ich denke euer Vorschlag, Flora, ist weise. Ich bin der Meinung, dass es für die Mission von nutzen sein kann wenn diese Quarianerin euch begleitet." Danach wandte sich der König von seiner Gruppe ab und an Naane. "Ich nehme Euer Angebot gerne an, doch seit euch bewusst das die Schatten erbarmungslos sind, der Kampf wird von beiden Völkern Blut fordern." Naane nickte. "Das ist mir bewusst eure Hoheit, doch ohne die Hilfe eures Volkes wären wir alle dazu verdammt, Marionetten der Schatten zu werden."
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   So 17 Feb 2013, 21:34

Ein Stein fiel Flora vom Herzen, als der König ihren Vorschlag nicht nur berücksichtigte, nein ihn gar weise nannte. Pheanel persönlich hatte ihre Idee für gut befunden. Wäre dem nicht so gewesen, dann hätte sie wahrscheinlich bereits ein Problem, ein Problem mit Gerion und Fenris, bevor die Reise losgegangen war und wahrscheinlich hätte sie auch beim König in einem wenig guten Licht dagestanden. Doch so, ihr Vorschlag hatte Anklang gefunden, das war ein gutes Zeichen.
„Es freut mich sehr, dass euch mein Vorschlag zusagt, eure Majestät!“, sie knickste vor dem König und versuchte ihren Elan zu verstecken und ruhig zu bleiben. All zu viele Gefühle zu zeigen war unangebracht, sollte ein Krieger sich doch nicht von seinen Gefühlen übermannen lassen.
Freudig wandte Flora sich von dem König ab und lächelte die Quarani an, die sich glücklicherweise auch bereit erklärt hatte, den Spähtrupp zu begleiten, aber wieso auch nicht? Die Quarani hatte allen Grund dazu, die Vawek nicht zu mögen. Nicht nur, dass sie die Heimat der Quarani bedrohten und den Rest von Rilead noch dazu, nein, außerdem hatten sie ihr das Leben ihrer Schwester genommen und eins, das schien doch bei allen Völkern der Welt gleich zu sein Rache war eine äußerst treibende Kraft.
Entschlossen straffte Flora ihre Schultern und lächelte die Quarani an: „Da du ja nun zu unserer Gruppe zu gehören scheinst, ich bin Flora und freue mich außerordentlich deine Bekanntschaft zu machen!“
Das stimmte sogar. Endlich einmal lernte Flora jemanden einer anderen Art kennen, ohne, dass dies ein toter Vawek war, den sie aufzuschneiden hatte, oder jemand, gegen den sie kämpfen sollte. Ihrer Meinung nach war das eine willkommene Abwechslung. Vielleicht, machte sie sich die Hoffnung, finden wir ja in Rilead noch andere freundliche Wesen, die uns helfen. Nicht nur, dass mit jeder Person mehr, die sie hatten, die Wahrscheinlichkeit wuchs, dass sie in einem Kampf gegen eine Gruppe Vawek bestehen würden, sie hätte außerdem die Gelegenheit etwas Neues kennenzulernen, etwas außerhalb der Akademie oder ihrem zu Hause.
Flora schaute etwas unsicher auf die Hand, die sie der Quarani als Geste der Freundlichkeit hinhielt. War es unter den Quarani überhaupt üblich einander die Hand zu schütteln, oder beging sie da gerade einen schrecklichen Fauxpas? Zögerlich zog sie ihre Hand zurück und lächelte stattdessen noch ein bisschen breiter, während sie Gerion und Fenris einen Blick zuwarf, der die beiden ermuntern sollte, sich ebenfalls vorzustellen, auch wenn es gegen den Vorschlag von Gerion ging, die Quarani war nun ein fester Bestandteil ihrer Gruppe und sollte ihrer Meinung nach dementsprechend respektiert werden.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   So 17 Feb 2013, 23:06

Die Luft begann, merklich dichter zu werden. Larciel hielt die Hand auf dem Griff seines Schwertes und beobachtete wachsam seine Umgebung. Dieser Druck, das war, ohne jeden Zweifel, die Präsenz von Magie. Sehr mächtiger Magie. Noch nie hatte Larciel so eine gewaltige Kraft wahrgenommen. Selbst die Macht Krangars, des Hofmagiers des Schattenkönigs, konnte sich nicht damit messen. Und Larciel hatte mit eigenen Augen gesehen, wie dieser alleine und nur mit ein paar Handbewegungen einen ganzen Trupp Rileader ausgelöscht hatte, indem er es gewaltige brennende Felsen hatte regnen lassen und damit das gesamte Schlachtfeld in eine lodernde Hölle verwandelte. Niemand war diesem Inferno entkommen und Larciel träumte heute noch manchmal davon.
Doch diese Magie hier war anders. Sie war nicht zerstörender Natur, sondern schien eher etwas zu beschützen. Ein Verdacht keimte in Larciel auf, als er überlegte, wo er sich wohl gerade ungefähr befand. Dieser wurde zur Gewissheit, als er ein Flimmern in der Luft einige Meter vor sich wahrnahm. Ab diesem Punkt schien sich die Welt zu verzerren und eine Art Mauer zu bilden, die senkrecht zur Felswand verlief und sich im Wald verlor. Dies musste die berühmte Barriere sein, die die Faejh um ihr Land errichtet hatten, um sich gegen die dunkle Macht der Schatten zu schützen. Ehrfürchtig löste Larciel die Hand von Arghons Griff, zog an Sleipnirs Zügeln und ließ sich unter einigen Mühen aus dem Sattel gleiten. Sleipnir tänzelte unruhig auf der Stelle. Er wollte nicht hier sein. Larciel strich ihm beruhigend über die Nüstern, dann wandte er sich wieder nach vorne und trat auf die flimmernde Wand zu. Jeder Schritt fühlte sich so an, als würde er sich in nasser Watte und nicht in normaler Luft befinden. Eine Armeslänge von der Barriere entfernt blieb er stehen und hob die Hand. Kurz zögerte er. So beeindruckend diese Magie auch war, war es wirklich eine gute Idee, sie zu berühren? Dann gab er sich einen Ruck und überwand seine Vorsicht. Er musste wissen, welchen Ursprungs dieser Zauber war und ob er wirklich die Grenze nach Alvae kennzeichnete. Und das konnte man bei Magie nunmal nur tun, wenn man in direkten Kontakt mit ihr kam. Also schloss er die Augen, konzentrierte sich nur auf die magischen Ströme um sich herum und berührte die Barriere.
Für einen Moment passierte nichts. Was Larciel dort unter seiner Hand hatte, fühlte sich wie eine Art Glaskuppel an, glatt und makellos und völlig undurchdringbar. Dann, ohne Vorwarnung, schoss eine gewaltige Energie Larciels Arm hinauf und riss ihn mit der Gewalt, die normalerweise höchstens ein rasender Eber im Sturmangriff entwickeln konnte, in die Luft. Vor Schmerz stieß Larciel einen lauten Schrei aus. Der magische Schlag warf den Schatten mehrere Meter zurück und schleuderte ihn gegen eine große Birke. Der Aufprall presste ihm alle Luft aus dem Leib. Zusammengekrümmt blieb er am Boden liegen und grub die Finger in die Stelle, an der sich sein Mal befand. Es brannte als würde ihm jemand einen glühenden Eisenstab auf das Schulterblatt pressen. Mit zusammengebissenen Zähnen sog er stoßweise und zischend die Luft ein, bis der Schmerz langsam abklang. Soviel also dazu, dass die Barriere keine zerstörenden Kräfte zu haben schien. Keuchend rappelte Larciel sich auf und sah nach vorne. Sein Blick war verschwommen, getrübt durch die Tränen, die der Schmerz ihm in die Augen getrieben hatte. `Verfluchte Scheiße´, dachte er wütend. `Damit hätte man ja eigentlich rechnen können! Verdammtes Faejhpack und ihre verworrene Magie!´ Weitere Verwünschungen gegen die Faejh-Magier murmelnd schleppte er sich zurück zu Sleipnir, der plötzlich alle Bedenken wegen der Unnatürlichkeit des Ortes vergessen zu haben schien und stattdessen interessiert beobachtete, wie Larciel sich fluchend von der Barriere entfernte. Der Schatten funkelte das Ross an. „Wage es, dich darüber lustig zu machen, und ich werfe dich gegen dieses verdammte Scheißding!“, knurrte er ihn an, auch wenn er keine Ahnung hatte, wie er das bewerkstelligen sollte. Dieses Tier wog bestimmt mindestens viermal so viel wie er, von seiner Größe mal komplett abgesehen. Sleipnir wieherte leise und blinzelte ihn unschuldig an.
Immer noch fluchend griff Larciel nach den Zügeln und schwang sich in den Sattel. Erst jetzt bemerkte er das schmerzhafte Pochen in seiner rechten Hand. Mit einem zischenden Atemzug ließ er die Zügel los und besah sich seine Handfläche. Sie war übersät mit geplatzten Brandblasen, die eine beeindruckende Menge Blut auf Sleipnirs Sattel verteilten und irgendwie nicht so aussahen, als würden sie schnell wieder verheilen wollen. Seufzend zog Larciel ein Messer aus seinem Gürtel und schnitt einen Streifen Stoff vom Saum seiner Tunika ab, den er notdürftig um die verletzte Hand wickelte. Das hatte er jetzt von seiner verdammten Neugier. Er konnte sein Schwert zwar auch mit der Linken führen, doch meistens kämpfte er nunmal mit der rechten Hand. Das konnte er jetzt aber wohl erstmal vergessen. Auch beschränkten sich seine magischen Fähigkeiten nur auf die Grundformen der Feuermagie, weswegen diese ihm keine große Hilfe im Kampf sein würden.
Zumindest wusste Larciel jetzt, dass er sich an der Grenze zu Alvae befand. Solange er sich in ihrer Nähe aufhielt, sollte er nur selten auf andere Schatten stoßen, da sie sich im allgemeinen lieber von diesem Ort fernhielten (warum, war ihm jetzt auch klar). Also barg er seine verletzte Hand unter seinem Mantel und lenkte Sleipnir in den Wald, immer darauf achtend, dass der Abstand zu der verdammten Barriere nicht zu groß wurde.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   So 17 Feb 2013, 23:57

Er hätte nicht wirklich sagen können warum, aber die Entscheidung des Königs überraschte Gerion kein bisschen. Vielleicht war es schlicht die Tragik seiner Existenz: dass andere stets anders entschieden, als er das getan hätte. Andere, die über ihn entscheiden konnten. Es war sein Schicksal, sich damit abfinden zu müssen. Wenigstens dazu zu lächeln konnte ihn niemand mehr zwingen. Nicht mit dem, was die Klinge des Schatten von seinen Lippen übrig gelassen hatte.
Natürlich konnte der Henker die Gründe, die seine junge Begleiterin und den König zu ihrer Entscheidung bewogen hatten, erkennen. Zweifelsohne wäre eine ortskundige Führerin von Vorteil. Und wenn es eng wurde konnte niemand über eine zusätzliche Klinge klagen. Aber sie sahen nur die Vorteile, die diese Quarani ihnen brachte. Sie beleuchteten nicht die dunkle Seite dieser Medaille. Wer sagte, dass man diesem Ding trauen konnte? Selbst wenn sie berechtigten Grund hatte, die Schatten zu hassen und entschlossen schien, sich ihrer Sache anzuschließen: sie war keine Faejh. Wer sagte, dass ihre Nerven nicht mit ihr durchgehen würden, wenn es zum Kampf kam, und sie fliehen würde? Wer sagte, dass sie kämpfen konnte, dass sie ihnen in den wirklich brenzligen Situationen nicht mehr Last den Stütze sein würde? Es war eine Sache, sich der Finsternis mit verlässlichen Kriegern an der Seite zu stellen. Es war eine andere Sache, dies mit einer dahergelaufenen Rileadierin zu tun. Einer Fremden! Jeder wusste, dass die Bewohner Rileads schwach waren. Zauderer, denen die Kraft und der Mut fehlten sich für das Licht auszusprechen. Mit dieser Quarani würde es kein gutes Ende nehmen, da war der Henker sich sicher. Selbst wenn all seine Zweifel ob ihres Muts und ihrer Tatkraft sich nicht bewahrheiten sollten: sie war noch immer keine Faejh. Dies war keine Aufgabe für jemanden wie sie...
Und doch: der König hatte entschieden. Gerion musste seine Entscheidung nicht gut heißen, doch er musste sie akzeptieren. Die Tragik seiner Existenz. Mit des Königs Wort war es beschlossene Sache, dass die Quarani sie begleiten würde. Er gab sich also Mühe, sich sein Missfallen nicht allzu sehr anmerken zu lassen und harrte der Dinge, die da kamen. Flora, wie nicht anders zu erwarten, schien ehrlich erfreut über ihre neue Begleiterin zu sein und beeilte sich, sich mit dieser bekannt zu machen. Gerion war das nicht unrecht. Sollte ruhig sie sich um dieses Wesen kümmern. Das ersparte es ihm, dies zu tun. Darum, ihr zumindest seinen Namen mitzuteilen hingegen, kam er natürlich nicht herum.
"Gerion", murmelte er kühl auf Floras auffordernden Blick hin, auf all die Freudenbekundungen, die die junge Kriegerin an den Tag gelegt hatte, dabei betont verzichtend, den kalten Blick auf die Quarani gerichtet, "Wir werden dir ein gutes Pferd besorgen müssen und dann - mit der Erlaubnis eurer Majestät..." Die letzten Worte hatte er an den König gerichtet gesprochen und dabei abermals den Kopf geneigt. " - so rasch wie möglich aufbrechen. Ich hoffe, du bist eine gute Reiterin..."

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mo 18 Feb 2013, 17:26

Fenris bemühte sich, sich seine schlechte Laune nicht anmerken zu lassen. Na Toll, jetzt hatten sie eine Biene am Hals, oder was auch immer diese Quarani darstellten. Allmählich begann sein Nacken zu schmerzen, da er seinen Kopf immer noch gesenkt hielt. Also verneigte er sich nochmal vor dem König und richtete sich dann zu seiner vollen Grösse auf. Dabei begegnete ihm Floras Blick, der ihm deutete, das er gefälligst seinen Namen sagen sollte und die Quarani nun ihre Begleitung war. Kurz blickte er Flora und die Biene mit seinem Finsteren Blick an , dann öffnete er den Mund und nannte ihr seinen namen "Fenris." Dann wandte er sich ab und blickte zu Gerion. Hoffentlich würden sie ihre waffen wieder kriegen und losreiten können. Es war ihm unangenehm hier, er war nunmal ein Krieger.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mo 18 Feb 2013, 23:09

Naane bemerkte, dass Flora plötzlich unsicher wurde und ihre Hand, die sie ihr eben noch entgegengestreckt hatte, langsam zurückziehen wollte. Doch bevor sie die Bewegung beendet hatte, ergriff Naane die Hand von Flora und schüttelte sie sachte. "Mein Name ist Naane und es freut mich ebenfalls eure Bekanntschaft zu machen." Ob sich Gerion und Fenris wirklich freuten bezweifelte Naane allerdings stark, ihre Blicke sprachen bände und zumindest Gerion hatte bereits zu anfang klar gemacht, was seine Meinung war.
Aber immerhin Flora schien sich ehrlich zu freuen. Naane hatte einen Moment lang befürchtet das Floras vorschlag aus einer rein kühlen taktischen Überlegung heraus entstanden war, aber nun zeigte sich das es auch Faejh gab die wirklich nett sein konnten. Danach lies sie die Hand von Flora wieder los und wandte sich dann an Gerion. "Ich bin mit einem Pferd hierher gekommen, es ist also nicht nötig mir ein neues zu Organisieren... aber selbst wenn nicht, ich könnte schneller Fliegen als jedes Pferd." Naane grinste und bewegte kurz ihre Flügel.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Di 19 Feb 2013, 21:06

Es dauerte nicht lange, dann war Ashill wieder eingeschlafen und die Sonne wanderte über den Himmel, während Mathilda weiter am Tisch sass und ihre Kräuter sortierte. Nachdem sie die Ladung auf dem Tisch einsortiert hatte, stellte sie die Körbe zur Feuerstelle und machte sich daran, Kräuter aus einem weiteren Korb zusammenzubinden. Ab und zu warf sie einen Blick auf ihren schlafenden Patienten und schob die Hand unter das Kleid, um nach dem Brief zu tasten. Natürlich machte sie sich auch Sorgen, was das alles zu bedeuten hatte. Rache suchende Skelette, der Fall der Hauptstadt und scheinbar jede Menge Wahnsinnige, die alles töteten, was ihnen über den Weg lief. Mathilda hatte ein Gefühl, dass es auch hier schon bald nicht mehr sicher war. Um sich selbst machte sich keine grossen Sorgen, ihre Kinder waren alle erwachsen und sie selbst war alt und hatte sich bereits mit ihrem Tod abgefunden. Es gab nur noch etwas, dass sie erreichen wollte, aber das lag in so weiter Ferne, dass sie nicht einmal selbst daran glauben konnte. Aber der junge Saran sollte noch nicht sterben. Sie musste also wissen, was vor sich ging.
Es dämmerte bereits, als sie erneut einen Blick auf Ashill warf, um sicher zu gehen, dass er immer noch schlief. Es sie sicher war, zog sie den Brief aus ihrer Schürze und machte sich daran, ihn vorsichtig zu öffnen. Sie hielt wieder einen Moment inne, bevor sie schier ehrfürchtig das Siegel brach und den Pergamentbogen aus dem Inneren zog. In der beginnenden Dunkelheit wanderten ihre Augen langsam über die hastig geschriebenen Zeilen und mit jedem Wort wuchs ihr Schrecken. Aber auch etwas anderes wuchs. Hoffnung. Wieder wanderte ihre Hand, diesmal zu ihrem Hals, um nach dem Anhänger dort zu tasten, eine krumme, kleine Holzfigur. Nachdem sie den Brief gelesen hatte, schob sie ihn vorsichtig wieder in den Umschlag zurück und liess ihn unter ihrem Kleid verschwinden. In ihrem Kopf nahm langsam eine Idee Form an.

Die nächsten drei Tage sorgte Mathilda dafür, dass Ashill sich nicht aus dem Bett erhob. Sie wechselte seine Verbände, gab ihm von verschiedenen Tränken zu trinken und fütterte ihn mit Suppe. Am Morgen des dritten Tages beobachtete sie ihn dabei, wie er gerade eine Suppe auslöffelte und zog dann den Brief hervor. Man sah das das Siegel gebrochen war.
"Dieser Brief muss so schnell wie möglich zu den Faejh", begann sie mit kratzender Stimme. "Eigentlich solltest du in deienr Verfassung nicht reisen, aber die Umstände verlangen es. Deshalb werde ich dich begleiten. Ich habe dir aus dem Dorf frische Kleider mitgebracht, sie liegen auf dem oberen Bett. Ich werde nach deinem Pferd sehen. Sieh zu dass du dich anziehst, aber sei vorsichtig. deine Wunden sind noch nicht verheilt."
Ohne eine weitere Erklärung schob die alte Frau den Brief wieder unter ihre Schürze, stakte mit ihrem Stock zur Tür und liess den Saranen alleine. Scheinbar war sie nicht gewillt, ihren plötzlichen Meinungswechsel zu begründen.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Di 19 Feb 2013, 22:07

Es hatte ihm so gar keinen Spass gemacht, da zu liegen und sich kurieren zu lassen. Immerhin hielt er aber nach einer Weile die Klappe und liess die Alte einfach machen. Dazu schlief er viel, weil er nicht wusste, was er sonst so hätte tun können. Von Tag zu Tag schmerzte die Wunde weniger, doch das verletzte Fleisch zog ziemlich bei jeder Bewegung. Den Schlaf brauchte er aber, weil er nicht an die Sonne kam und somit von der keine Energie erhielt.
Er schlief und schlief und schlief und wurde kaum fertig damit. Auch hungrig war er, doch die Suppen und Tränke widerten ihn an, er als absoluter Fleischesser. Brav wie er war, würgte er das Zeug aber runter
Auch an diesem Morgen löffelte er eine Suppe und verschluckte sich fast, als Mathilda ihm den geöffneten Brief zeigte. Was erlaubte sich die alte Schachtel eigentlich? Das war das Siegel des Königs! Das konnte sie doch nicht einfach brechen! Er sagte aber nicht viel dazu.
Dass sie nun aber mitkommen wollte, das fand er schon eher seltsam. Seufzend stellte er den leeren Teller weg. Wozu wollte sie mitkommen? Sie war eine alte, gebrechliche Frau, die in solchen Zeiten lieber Socken stricken sollte.
Langsam erhob er sich und zog sich aus, um sich beim Zuber zu waschen. Er hatte es definitiv nötig. Dann griff er zu einer Klinge, die einigermassen geschärft wirkte und begann damit, sich die herangewachsenen Bartstoppeln zu entfernen. Das war gar nicht so einfach und das Ergebnis wirkte beinahe grotesk. Aber eben.
Schlussendlich zog er die frischen Kleider aus, schulterte seine Tasche über die gesunde Schulter und trat nach draussen. Ja, Dorne und die Sonne zu sehen, würde gut tun.
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