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 Das Licht in der Dunkelheit [MSG]

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Grim
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mo 23 Dez 2013, 21:01

"Lasst mich vor!", bat Gerion als Milanya bereits nach dem Seil griff, das der Henker über der Schulter trug, "Will mir das Ding zur Sicherung umbinden. Ist besser so mit einem Arm." Milanya, die eigentlich als erste hätte gehen sollen, nickte stumm. "Mach mal eine Schlinge rein und fixier' sie an einer Zinne", ordnete er weiter an, sich das andere Ende mit der Linken um die Hüfte legend und geschickt einen Knoten formend.
Gerion wartete bis die Rileadierin mit der Arbeit fertig war, wickelte eine Armlänge Seil von der Rolle ab und stieg dann zwischen den Zinnen hindurch. Das Seil straffte sich unter seinem Gewicht, der Knoten jedoch hielt. Mit beiden Füßen stemmte der Henker sich gegen die Mauer, ließ sich dann Schritt für Schritt hinab, mit der Linken beständig Seil von der Rolle nachgebend, die Rechte weiterhin eng am Körper. Er war langsam, aber es war kein Turm und keine Schlucht, die er sich hier hinab ließ, lediglich eine Mauer, sieben, vielleicht acht Schritt weit. Zwei Schritt über dem Boden ließ er das Seil aus und sprang. Er landete sicher auf beiden Füßen, federte in den Knien und fand Halt. Mit routinierten Bewegungen löste er den Knoten um seine Hüfte und fasste das Tau dann mit der Linken, es stramm ziehend.
"Milanya!", rief er gedämpft nach oben, der Frau ein Zeichen gebend, ihm zu folgen. Doch in eben dem Moment, da ihre Silhouette zwischen den Zinnen zu erkennen war, ertönten andere, fremde Stimmen, vom Wehrgang her. Am Fuß der Mauer drangen nur Wortfetzen bis an Gerions Ohr, doch es war nicht schwer zu erraten, was dort oben vor sich ging. "Was tut ihr da?" "Scheiße..." "... umgebracht!" Dann ertönte ein hartes Klacken, das Gerion unter tausend anderen Geräuschen noch erkannt hätte. Der Auslöser einer Armbrust. Dann noch einer, noch einer. Milanya gab einen erstickten Schrei von sich, taumelte, stürzte.
"Scheiße!", fluchte nun auch Gerion als der Körper keinen Schritt entfernt von ihm auf dem Pflaster aufschlug. Es bedurfte keines zweiten Blicks um zu sehen, dass sie tot war. Doch der Henker war kein Mann, den der Tod eines Kameraden rasch aus dem Takt brachte. Zwar konnte er das Aufbrodeln des Hasses in seinen Adern spüren, den Wunsch nach Rache, doch ebenso rasch konnte er den Gedanken an Milanya wieder verdrängen. Für sie war nichts mehr zu tun. Aber was war mit Flora? Lebte sie noch?
"Flora!", brüllte er, alle Vorsicht in den Wind schlagend, wohl wissend, dass er seine Position damit kund tat. Aber falls sie noch lebte, dann musste er das einfach wissen.

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Syari

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mo 23 Dez 2013, 21:40

Gerion war vorgegangen. Auch gut, für Flora machte es kaum einen Unterschied, sie würde ohnehin als letzte gehen und den anderen Deckung geben. Während Milanya Gerion mit einem nervösen Blick nachschaute, hielt Flora den Bogen gespannt, wartete nur auf einen Angriff, von dem sie nicht hoffte, dass er stattfinden würde. Doch es kam alles anders, als sie gehofft hatte.
Sie hörte noch Schritte und laute Schreie, von mehreren Personen, die die Treppe herauf polterten, dann standen sie am Aufgang. Gleich mehrere Vawek. Flora ließ die Sehne des Bogens sirren, im nächsten Moment fiel einer der Vawek tot um. Er hätte sein Visier herunter klappen sollen. Doch an seine Stelle trat sogleich ein anderer.
"Beeil dich!", rief Flora, unterdrückte Panik schwang in ihrer Stimme mit, so schnell wie der nachgerückt war könnte es ganz schön eng werden.
Schon hörte sie den Vawek brüllen.
"Scheiße, die Eindringlinge haben ihn umgebracht!"
Flora zog einen zweiten Pfeil aus dem Köcher, genau in dem Moment, in dem ein lautes Klicken etönte. Instinktiv warf sie sich zur Seite und wartete schon auf den Schmerz, doch er blieb aus. Stattdessen sah sie aus den Augenwinkeln, wie Milanya neben ihr über die Mauer kippte. Hoffentlich erschlug sie jetzt nicht Gerion.
Im nächsten Moment war Flora wieder auf den Beinen und ließ einen Pfeil blindlings in Richtung der Vawek los, in der Hoffnung, etwas Chaos auszulösen, doch sie wusste schon, dass es zu viele waren, viel zu viele. Eine Armbrust klackte und der Bolzen prallte direkt neben ihr an einem Zinnen der Mauer ab und schlug ihr ins Gesicht, doch Flora achtete kaum darauf. Wieder zog sie einen Pfeil, ihren letzten und ließ ihn in Richtung der Vawek los. Eine Rüstung klapperte und jemand stöhnte. Sie hatte getroffen.
Von unten hörte sie schwach Gerions Stimme klingen, wie konnte er jetzt nach ihr Rufen? Sie würden doch gleich eine Hand voll Bolzen in seine Richtung schießen!
Doch nicht nur auf ihn hatten sie es abgesehen. Wieder verfehlte sie ein Bolzen nur knapp und Flora war sich sicher, dass sie nur noch eine Möglichkeit hatte: Springen und hoffen, dass sie das Seil erwischte.
Sie schleuderte als letztes Manöver einen Dolch nach hinten. Im nächsten Moment drehte sie sich herum und lief wieder ein Stück zurück. genau auf die überraschten Vawek zu. Noch zwei, drei Meter von dem Seil entfernt stürzte Flora sich mit einem verzweifelten Hechtsprun über der Mauer, ihre Hände griffen nach dem Seil. Sie bekam es gerade nochmit einer Hand zu fassen, ein Ruck ging durch ihren Körper und Flora schrie auf. Hastig hielt sie sich mit dem anderen Arm am Seil fest,, um nicht doch noch in die Tiefe zu stürzen und rutschte hinunter. Das Seil brannte sich in ihre Hände, doch sie konnte nicht langsamer. Schon sah sie die ersten Vawek über der Brüstung auftauchen, wahrscheinlich hatten sie erst gedacht sie wäre hinuntergefallen. Zwei Meter über dem Boden ließ sie sich fallen und sprintete los. Etwas streifte ihr Bein, doch Flora hielt nicht an, dafür war auch noch Zeit, wenn sie ein Stück weiter weg waren. Überhaupt schien ihr Arm das Problem zu sein. Ausgekugelt, hoffte sie.
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Grim
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mo 23 Dez 2013, 22:28

Für gewöhnlich hielt der Henker nicht viel davon, mit einem Schild zu kämpfen. Schilde waren schwer und unhandlich, behinderten einen Krieger in seiner Beweglichkeit un beanspruchten überdies eine Hand, die er bei seiner favorisierten Waffe an deren Heft benötigte. Aber im Moment wäre er nicht undankbar für einen Schild gewesen. Überall gingen Pfeile und Bolzen zu Boden und es war wohl einzig der Finsternis und dem aufwendigen Lademechanismus der Armbrüste, der diese Waffen so furchtbar träge machte, zu verdanken, dass sie die dem Palast nächste Häuserzeile erreichten ohne von den Schützen auf den Mauern in Nadelkissen verwandelt zu werden.
Ein paar Blocks weit hetzte Gerion voran, die Furcht im Nacken, dann schließlich hielt er inne, lehnte sich schwer atmend an eine Hauswand. Flora schien Mühe zu haben, mit ihm mit zu halten und das lag kaum allein daran, dass er die längeren Beine besaß. "So einfach werden sie nicht aufgeben", presste er keuchend hervor, "Garantiert schicken sie Reiter und dann ist jeder Vorsprung, den wir uns erlaufen haben, umsonst. Wir müssen runter von der Straße! Bist du verletzt? Kannst du laufen? Klettern?"

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mo 23 Dez 2013, 22:50

Es war schwer, Gerion zu folgen. Mit jedem Schritt schmerzte ihr Bein mehr, und ihre Schulter sandte unentwegt den Befehl an den Körper aus, gefälligst stehen zu bleiben und dich um den Schaden zu kümmern. Aber Gerion hatte ja recht damit, dass sie einen Vorsprung brauchten, dringend brauchten sie den sogar, aber viel weiter würde sie nicht laufen können und sie befürchtete beinahe, dass sie vielleicht sogar eine kleine Blutspur hinterlassen würde.
Schließlich schien auch Gerion zu bemerken, dass sie nicht mehr wirklich hinterherkam.
"Verletzt, ja", keuchte Flora, "Laufen geht...halbwegs...klettern..nein!", für ganze Sätze war keine Zeit und sie mussten hier herunter von der Straße. Sie schaute suchend gen Himmel, um zu prüfen, ob nicht irgendwo eine Schmugglerstraße war, doch in der Dunkelheit konnte sie nichts erkennen.
"Wirtshaus suchen!", wies sie Gerion an und setzte sich schwerfällig wieder in Bewegung, trieb ihre Beine an, schneller zu laufen und bog zwischendurch in kleinere Straßen ab, damit sie nicht den offensichtlichsten Weg nahmen.
Schließlich, als Flora schon mehr hüpfte, als dass sie tatsächlich noch lief, sah sie einen Eberkopf auf einem Schild. Sie konnte nur hoffen, dass dies eine schmutzige Wirtschaft war und keine Schlachterei, als sie in eine Nebengasse einbog um nach der Hintertür zu suchen. Es dauerte seine Zeit, ehe sie die Tür so bearbeitet hatte, dass sie leise aufglitt.
"Hier hinein!", zischte sie und verschwand in dem Türspalt, zwängte sich ins Innere.
Drinnen roch es nach verfaultem Essen, doch der Gestank schien sich in der ganzen Stadt verbreitet zu hatten. Sie befand sich in einer Küche, die offensichtlich zu einer Kneipe gehörte.
"Verriegel die Tür und komm mit in den Vorratskeller!"
Flora stützte sich am Tisch ab und hüpfte so schnell wie möglich zur Treppe, die sie mühsam, sich mit ihrer rechten Hand abstützend, hinunterhumpelte.
Unten angekommen, suchte sie als erstes nach einer Lampe, am Fuß der Treppe. Wo sonst würde ein Wirt wohl so eine Lampe lassen? Schließlich ertastete ihre zitternde Hand eine Öllampe mitsamt Zündhölzern.
Der Lichtschein war mehr als spärlich, reichte aber gerade noch so aus für eine erste Begutachtung der Verletzungen und die fiel nicht gerade positiv aus. Der Bolzen, das musste es wohl gewesen sein, hatte ihre Wade mehr als nur gestreift, es schien, als sei ein nettes Stück Fleisch rausgeschlagen worden. Ihre rechte Hand war aufgeschürft, während der linke Arm nutzlos herunterhing. Ihre Wange schmerzte und als sie hinfasste spürte sie klebriges Blut, wahrscheinlich von dem Bolzen, der sie beim von der Mauer abprallen getroffen hatte. Bei ihrem Arm war sie sich nicht ganz sicher, ob sie nicht eine Sehne durchgerissen hatte, aber es hatte nicht gepeitscht und es schien nichts gebrochen zu sein.
"Gerion, kannst du meinen Arm wieder einrenken?"
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mo 23 Dez 2013, 23:21

Erst im Licht der Öllampe ging Gerion auf, wie übel es Flora erwischt hatte. Sie sah fürchterlich aus. Blut rann ihr aus einem tiefen Riss, der wohl eine unansehnliche Narbe hinterlassen würde, über das halbe Gesicht, ihre Hose hatte sich so voll gesogen, dass der Stoff schwarz wirkte und ihr Arm stand in einem Winkel ab, der eigentlich nicht sein durfte. Es war offenkundig, dass sie so nicht weiter konnte. Es war ein Wunder, dass sie es auch nur bis hierher geschafft hatte ohne zusammen zu brechen.
"Auf den Tisch hier. Hinsetzen", kommandierte er rauh, heiser und leitete sie zu einer langen Tafel aus grob bearbeitetem, im Lauf der Jahre dunkel gewordenem Holz. "Die Rüstung muss runter", erklärte er und machte sich, ohne eine Antwort abzuwarten, daran, deren Riemen mit der Linken zu lösen. Fast fürsorglich nahm er ihr den Panzer ab und musste sich wieder wundern, wie dünn und zerbrechlich der Körper, der darunter zum Vorschein kam, wirkte. Kaum der Körper einer Kriegerin. Aber ohne Zweifel ein zäher kleiner Körper. Und die Narben würden ihr übriges dazu tun, sie als das zu zeichnen, was sie war.
Die ausgekugelte Schulter war ohne Zweifel die ernsteste Wunde, die Flora sich zugezogen hatte. Sie würde er als erstes versorgen müssen. Eine Schulter wieder einzurenken war für einen Mann, der bereits so viele Kämpfe gesehen hatte wie der Henker, im Grunde Routine. Er hatte es schon dutzende male getan. Aber wie er es auch drehte und wendete, er würde beide Hände dafür brauchen. In seinem jetzigen Zustand würde es zu einer echten Herausforderung werden. Kurz stand er ein wenig unschlüssig herum, suchte nach einem Weg, es einhändig zustande zu bringen. Schließlich gab er es auf. Hierbei würde mehr als einer von ihnen leiden müssen. Er umrundete den Tisch, stellte sich hinter Flora, sodass er wenigstens mit der Linken zugreifen konnte. "Das wird weh tun. Bleib still!", warnte er, dann griff er zu, mit der Linken am Oberarm, mit der Rechten – sie unter Schmerzen vom Körper streckend – an der Schulter selbst. Ruhig, aber kontrolliert, zog er an Floras Arm, drehte ihn dann herum bis er mit der Rechten fühlen konnte, wie der Gelenkkopf wieder in die Pfanne sprang. "Ruhig halten!", ordnete er an, den Schmerz, der ihr deutlich anzusehen war, ignorierend. Auch seine Schulter pochte wieder heiß. Sie würden hier beide durch müssen. Er sah sich im Raum um und entdeckte nach kurzem, wonach er gesucht hatte: Gardinen. Und sie wirkten zumindest halbwegs sauber. Er riss eine davon von der Stange herunter und trat mit dem Stoff in der Linken wieder an Flora heran. "Jetzt dein Bein", entschied er, "Schaffst du es allein aus der Hose heraus oder brauchst du Hilfe?"

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mo 23 Dez 2013, 23:38

Flora standen die Tränen in den Augen, doch sie versuchte so gut wie mögich still zu halten, während Gerion ihren Arm wieder einrenkte. Sie wusste, dass er dafür auch leiden musste. Seinen Arm hatte sie schließlich auch erst vor ein paar Stunden, wenn es überhaupt schon so lang her war, verarztet. Sie musste jetzt dadurch, sie sollte froh sein, dass sie überhaupt noch am Leben war, das war bei ihrer Aktion einfach in sieben Metern Höhe über eine Mauer zu springen, in der Hoffnung im Dunkeln ein Seil gegriffen zu bekommen, gar nicht so wahrscheinlich gewesen. Oder die Tatsache, dass sie genau auf die Schatten zugerannt war. Hölle. Es grenzte an ein Wunder, dass sie es überhaupt bis hierher geschafft hatte.
Müde legte sie sich auf den Rücken und atmete ein paar Mal tief durch. Ihr war schwindelig und kalt. Sie wollte nicht wissen, wie viel Blut sie verloren hatte, aber es grenzte sicherlich an eine Menge, die man nicht mehr als "eben zu verkraften" bezeichnen konnte, auch ihre Augenlider wurden langsam schwer, aber sie konnte es sich nicht erlauben, jetzt ohnmächtig zu werden, sie musste wach bleiben. All zu lange sollten sie sich nicht mehr hier im Keller aufhalten.
Seine Frage, ob sie es allein aus der Hose schaffte, riss Flora nicht nur aus ihren Gedanken, es brachte sie auch vor ein ganz neues Problem. Sie wollte es alleine schaffen, war sich aber nicht sicher, ob ihr das auch gelingen würde.
"Ich...glaube schon", brachte sie mühsam hervor. Ihre Stimme hatte sie irgendwo beim Arm einrenken verloren, noch immer war sie um ihre Fassung bemüht, während sie sich angestrengt aufsetzte und fahrig an ihrer Hose zerrte, ehe sie erschöpft aufgab.
"Kann nicht mehr", gab sie zu und ließ sich zurück auf den Tisch sinken. Wäre sie nicht mit einem Mal so müde, würde sie es als erniedrigend empfinden, sich nicht mal mehr alleine die Hose ausziehen zu können, doch darüber dachte sie kaum noch nach. Vielleicht war es besser, wenn Gerion das erledigte, die Chance, dass er noch die Feinmotorik besaß, nicht genau den Stoff der Hose durch die offene Wunde zu ziehen, war weit größer als die Chance, dass Flora es noch schaffte so umsichtig und vorsichtig zu sein.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Di 24 Dez 2013, 16:23

Die Situation war – gelinde gesagt – unangenehm. Beide waren sie verletzt, nicht mehr wirklich in der Lage zu kämpfen und obendrein erschöpft. Es musste mehr als einen vollen Tag her sein, dass sie das letzte mal Schlaf gefunden hatten. Einzig das Adrenalin in seinen Adern hielt Gerion noch auf den Beinen. Von den durchgestandenen Strapazen gar nicht zu reden. Und Flora wirkte, als ginge es ihr noch bedeutend dreckiger, als der Henker sich selbst fühlte. Mit Müh' und Not hielt sie sich aufrecht auf dem Tisch. Aber jetzt der Erschöpfung nachzugeben wäre fatal. Sie musste wach bleiben! Gerion tat das einzig sinnvolle, das ihm in dieser Situation einfiel: er verpasste ihr eine schallende Ohrfeige. Nicht angenehm, ohne Zweifel, aber bevor sie ihm nun einfach weg sackte. "Wach bleiben!", kommandierte er scharf und machte sich dann an ihrer Hose zu schaffen. Wieder so eine merkwürdige Situation. Für gewöhnlich waren die Umstände ganz andere, wenn Gerion einem Mädchen die Kleider vom Leib streifte.
Noch mehr Runenmuster kamen zum Vorschein als er den Stoff vorsichtig von Floras Schenkeln löste. Runenmuster und Blut. Viel Blut. Überhaupt nicht gut. Der Bolzen hatte sauber durch den Schenkel geschlagen, womöglich eine Ader erwischt. "Wach bleiben!", wiederholte Gerion, verzichtete aber auf eine weitere Ohrfeige und durchforstete dann die Regale des Kellers. Es dauerte nicht lange bis er in einem bauchigen Krug entdeckte, was er gesucht hatte. Er entkorkte ihn mit den Zähnen, gönnte sich einen Mund voll Branntwein, zögerte, schluckte und verpasste Flora dann die selbe Behandlung die sie nur Stunden zu vor ihm hatte angedeihen lassen. Das würde sie ebenso gut wach halten wie eine Ohrfeige. Und es wäre unverantwortlich, die Wunde nicht zu spülen. Mit raschen Handgriffen zerriss er die Gardine in Faserrichtung, presste einen Streifen davon in den Schnitt und fixierte ihn dann mit weiteren Bandagen. Dann erst griff er in seine Tasche, kramte seinen Wasserschlauch sowie ein paar Streifen Dörrfleisch und Trockenbrot hervor. Er reichte alles Flora. "Iss!", sagte er, "Du musst wieder zu Kräften kommen."
Und das selbe galt auch für ihn. Ein einziges Stück Dörrfleisch hatte er zurück behalten. Mit einem Ausdruck, der zwischen Hass und Ekel pendelte, betrachtete er es. Dann schob er den Streifen in seinen Mund.

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Di 24 Dez 2013, 16:43

Dir Ohrfeige hatte gesessen. Flora war zusammengezuckt, hatte es aber vermieden aufzuschreien, stattdessen hatte sie nur die Tränen weggeblinzelt und sich darauf konzentriert sich daran zu erinnern, dass er ihr nur helfen wollte. Das war gar nicht so leicht bei dem Brennen und Puckern, was sich in ihrer einen Wange ausbreitete. In ihrer anderen klaffte noch immer der Kratzer, wenn es denn nur ein Kratzer war. Sie hatte ihn noch nicht gesehen, also blieb ihr noch die Hoffnung, dass es kein all zu schlimmer Schnitt war.
Dafür aber entpuppte sich die Wunde am Bein als ziemlich widerlich. Der Bolzen hatte ihr Bein nicht gestreift, sondern es einmal sauber durchschlagen, zwar ohne einen Knochen zu verletzen, aber so viel Blut wie da zu sehen war, schien eine Ader zumindest angekratzt zu sein.
Gerion entfernte sich ein Stück von ihr, holte einen Krug und begann ihre Wunde mit Branntwein zu reinigen. Flora presste fest die Zähne aufeinander, doch die Tränen rannen ihr nun in Strömen die Wangen hinunter, während ihre Hände fest zu Fäusten geballt waren.
Die Prozedur dauerte ihrer Meinung nach viel zu lange, dennoch war sie Gerion dankbar, dass er sich die Zeit nahm alles gründlich zu verarzten, damit sich nichts entzündete.
Das dargebotene Essen nahm sie dankbar an, kaute jedoch lustlos auf dem Dörrfleisch herum. Was würde sie jetzt nur für ein paar Erdäpfel geben, oder für saftige Himbeeren?
"Wir müssen hier bald weg", sagte sie leise, zwischen zwei Bissen Dörrfleisch.
"Ich dachte mir vielleicht gibts in diesem Wirtshaus auch einen unterirdischen Tunnel...denk mal die Aufmachung, das sieht alles ein wenig...zwielichtig aus!", Flora schaute sich um, rutschte zur Kante des Tisches und glitt dann hinunter, sodass sie auf ihrem gesunden Bein stand.
"Lass uns danach suchen und uns schnellstmöglich aus dem Staub machen!", meinte sie nur, ehe sie sich humpelnd auf die Suche machte. Sie versuchte es erst einmal mit Hüpfen, da das durchschlagene Bein nicht bereit zu sein schien, ihr Gewicht zu tragen.
Auf dem Boden hatte sich bereits eine kleine Staubschicht gebildet, doch es waren keinerlei Fußabdrücke darin zu sehen. Die Vawek waren entweder noch gar nicht hier gewesen, oder aber schon direkt am Anfang.
"Gerion? Hier ist eine Klappe!", Flora schaute auf den Fußboden, wo sich leicht die Umrisse einer Falltür im Holz abzeichneten, gerne hätte sie diese Luke im Boden genauer betrachtet, doch sie schaffte es nicht in die Knie zu gehen.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 26 Dez 2013, 19:58

Gerion hatte den Streifen Dörrfleisch in den Winkel seines Mundes geschoben, der am weitesten von seiner zerschmetterten Kieferhälfte entfernt war. Dennoch bereitete ihm jeder Bissen Schmerzen. Schmerzen, die ihn dieses widerliche, ledrige Ding, auf dem er da notgedrungen herum kaute, am liebsten wieder hätten ausspucken lassen. Doch er riss sich zusammen. Der Schmerz war zu ertragen. Er war weniger schlimm als das Pochen in seiner Schulter und bei weitem weniger schlimm als das, was Flora gerade durchmachen musste. Und vor allem war er leichter zu ertragen als die Alternative. Gerion würde Kraft brauchen für das, was ihnen nun bevor stand. Ganz gleich, welchen Weg sie aus der Stadt heraus wählten: ihre Chancen standen nicht gut. Auch Floras Entdeckung hier machte es nicht nennenswert besser. Dennoch trat Gerion schicksalsergeben an die Luke heran, wischte mit den Fingern durch den Staub bis er einen eisernen Griff fand und wuchtete sie dann mit der Linken auf. Mit der Öllampe leuchtete er in die Dunkelheit. In vielerlei Hinsicht erinnerte der Anblick – viel war freilich nicht zu erkennen – an jenen Tunnel, durch den sie die Stadt betreten hatten. Nur lag dieser viel zu weit in ihrem Zentrum um bis jenseits der Mauern zu führen. Ja, er konnte überall hin führen. Und nicht mit jedem Ziel wäre ihnen geholfen.
"Ich bin nicht glücklich damit", sprach er den Gedanken offen aus, "Was, wenn er zurück in den Palast führt? Oder sonst wo hin, wo wir noch schlechter weiter kommen als von hier aus?" Aber andererseits hatten sie mit dem Halt, den sie hier eingelegt hatten, ihren Vorsprung vor den Vawek mehr als eingebüßt. Jetzt den Weg durch die Gassen zu versuchen – zumal zu Fuß und verwundet wie sie waren – wäre Selbstmord gleich gekommen. In diesem Tunnel wären sie wenigstens für eine Zeit lang halbwegs sicher. Es war die beste Option, die ihnen zur Verfügung stand. "Aber versuchen wir es...", fügte er sich in sein Schicksal und stieg als erster in den Tunnel hinab.

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Fr 27 Dez 2013, 11:12

Flora konnte Gerions Bedenken nur zu gut verstehen, aber was sollten sie sonst tun? Hier warten, bis sie verhungert oder verdurstet waren? Oder bis die Vawek dieses Haus hier durchsuchten? Sie hatten im Moment nur diese eine Chance, die Flucht nach unten, war das beste, was ihnen blieb.
Gerne hätte Flora sich noch so etwas wie eine Krücke gesucht, doch Gerion machte gleich Nägel mit Köpfen und ließ sich in das Loch im Boden sinken. Fora seufzte leise. Noch immer war sie müde ohne Ende und von dem Drörfleisch wurde man auch nicht wirklich satt, aber es war besser als gar nichts und sie konnte sich immer noch ausruhen, wenn sie wieder zurück in Alvae waren, oder erst einmal raus aus der Stadt.
"Wir müssen es eben versuchen", meinte Flora leise, als sie vorsichtig versuchte sich auf dem Boden neben der Falltür niederzulassen, "Kannst du versuchen mir hier runter zu helfen?", erkundigte sie sich bei Gerion, ehe sie sich langsam in den dunklen Tunnel gleiten ließ. Immerhin gab es die Chance, dass sie so hier herauskamen.
Gerion ging vor, Flora folgte ihm so schnell sie konnte, was nicht besonders schnell war, allerdings kamen sie in dem ziemlich schmalen Tunnel ohnehin nicht all zu schnell voran. Die Luft roch modrig und abgestanden, aber nicht nach Rauch oder Feuer.
"Ich glaube nicht, dass wir hier zum Palast kommen, sonst hätten wir den Brand schon riechen können", stellte Flora fest, gerade, als Gerion vor ihr stehen blieb. Flora schaute nach vorne, der Weg gabelte sich in zwei dunkle, schwarze Tunnel.
"Na, wo sollen wir unser Glück versuchen?", wollte sie von Gerion wissen.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Fr 27 Dez 2013, 22:23

Glück war selbstverständlich das letzte, worauf sie sich nun verlassen konnten. Glück hatte die unangenehme Eigenart, genau dann unzuverlässig zu werden, wenn man es am meisten benötigte. Nur Narren vertrauten auf ihr Glück. Gerion bevorzugte es, auf seinen Verstand zu vertrauen. Auch wenn das der mühseligere Weg war. Eine ganze Weile verharrte er reglos vor der Gablung, versuchte den Weg zu rekapitulieren, den sie gegangen waren, die Windungen, die der Tunnel genommen hatte. Versuchte die Himmelsrichtungen zu bestimmen, in die die Wege wiesen. Wo hatten sie die Stadt betreten? Wo ihre Pferde zurück gelassen? Unter der Erde war es kaum möglich, eine der Fragen zu beantworten. Schließlich kam Gerion zu dem Schluss, dass der linke Weg sie eher in die gewünschte Richtung bringen würde. Wortlos schlug er ihn ein.

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Fr 27 Dez 2013, 23:22

Ich wollte eigentlich dass Narina und ich einfach weiter dort standen und die Zweisamkeit genossen, doch das war ein Luxus den wir uns nicht leisten konnten. Liebe ist schwer in lieblosen Zeiten.
Nachdem sich Narina gesetzt hatte ging ich auch ans Feuer und ließ mich nieder.
Erst reagierte ich nicht auf Narinas Worte. Ich brauchte eine Weile mich zu sammeln und so starrte ich nur in die Glut. Auch wenn ich natürlich darauf vertraute das die Phönixe alles zum Besten wenden würden, ich war nicht ganz beruhigt das wir Gerion und Flora jemals lebend wiedersehen würden. Es ist so viel Leid unter die Menschen gekommen, warum sollte es genau diese Beiden verschonen?
Ich biss mir auf die Zunge. So durfte ich nicht denken und ich erlegte mir in Gedanken die Strafe auf zehnmal die Litanei der Beichte zu sprechen. So etwas sollte mir, als ausgebildeter Kleriker, eigentlich nicht passieren. Es war eine Prüfung an meinen Glauben, eine schwere, zugegeben, aber keine die ich nicht meistern könnte. Die Phönixe handelten weise und gerecht, daran durfte ich niemals zweifeln.
Langsam setzte ich zum Sprechen an. „Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, die beiden sind sicher wehrhaft und geschickt, es wird ihnen nichts passieren. Und die Gnade der Phönixe ist mit ihnen, wie sie mit uns allen ist.“
Ich machte eine kurze Pause und sprach dann ruhig weiter. „Es war ihr Wille alleine zu reisen, das sollten wir respektieren. Gerion ist ein Krieger, ein Kämpfer mit einer Bestimmung. Er muss seinen Auftrag als höchstes Ziel begreifen, Menschlichkeit spielt dabei keine Rolle. Das ist einerseits eine Bürde und andererseits eine große Ehre.“ Kurz stoppte ich und guckte Narina an. „Ich erwarte nicht dass du verstehst oder gutheißt was er getan hat, es ist einfach seine Art von Pflichtgefühl.“
Gerion war mir, nun nicht wirklich sympathisch, aber doch verständlich und nachvollziehbar in seinem Handeln. Zwar hatte er seinen Auftrag nur von einem König oder einem anderen Ranghöheren, aber die Prinzipien waren doch ähnlich zu dem Dasein als Kleriker.
Bei Flora war ich mir nicht unbedingt sicher. Sie war zwar eine Kriegerin, aber wesentlich weniger fest in ihren Ansichten der Durchführung einer Aufgabe. Aber auch ihr traute ich es durchaus zu dass sie wieder hierher zurückkehren würde.
Eine andere Frage lag für mich noch mehr auf der Hand. Yorick nämlich. Dieser Magier war natürlich eine willkommene Hilfe, aber konnten wir ihm vorbehaltlos vertrauen? Nun, er war ein Mensch, deswegen sollte eigentlich jedes Vertrauen das wir ihm schenken erwidert werden, deswegen machte ich mir dort keine großen Sorgen. Und als Kleriker sollte ich zumindest einen gewissen Grad an Respekt von ihm zu erwarten haben.
„Meine Liebe?“ fragte ich, während ich ein wenig das Lagerfeuer zusammenlegte „Was denkst du von diesem Yorick?“ Ich sagte lieber nichts über mein Vorbehalt gegenüber Magiern, Narina würde sowieso nicht verstehen wieso es falsch sein könnte.


Zuletzt von Shoggoth am Sa 04 Jan 2014, 20:59 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Sa 28 Dez 2013, 00:50

Die Antwort von Eadgar entsprach ziemlich genau dem was Narina erwartet hatte... Der Kleriker hatte dies während der kurzen Zeit die sie sich kannten immer schon an den Tag gelegt, einen kaum wankenden Optimismus in jeder Situation. Irgendwie bewunderte die junge Faejh ihn dafür, sie selbst konnte dies nicht von sich behaupten.
Narina rechnete beinahe immer mit dem Schlimmsten, doch in ihrem Leben war auch nie Platz für Optimismus gewesen...
Doch daran war sie zu großen Teilen auch selbst schuld, denn wie lange war sie vor Zarina davon gelaufen? Sie hätte sich selbst wohl viel Leid erspart wenn sie bereits viel früher versucht hätte ihre dunkle Seite zu verstehen. Doch sie hatte so große Angst vor ihr gehabt... ihr irrsinniges Verhalten und vor allem ihr Verlangen nach Blut und Tod.
Doch Zarina gehörte zu ihr... so wie es ohne Dunkelheit auch kein Licht geben könnte.
Als er sie zu dem Magier befragte, blickte Narina zu Eadgar zur Seite und musste kurz nachdenken. Yorick... nun, er war ein Mensch und hatte sicherlich viel mehr Gründe um überhaupt hier in dieser Gegend zu sein als Narina selbst, doch wirklich mehr konnte sie auch nicht sagen. Er wirkte auf sie zwar ein wenig... befremdlich... vor allem durch seine ganze Aufmachung und diese merkwürdige Spinne, aber ansonsten gab es für die junge Faejh keine Anlässe warum sie ihm misstrauen sollten.
"Ich weiß nicht... er wirkt ein wenig befremdlich aber ich glaube nicht, dass wir ihm misstrauen müssen. Ich meine er hat schließlich sogar bessere Gründe hier zu sein als ich selbst.", gab sie ihm schließlich zur Antwort und blickte wieder in die Flamme des Lagerfeuers.
Ihr ging auch eine Frage durch den Kopf, doch diese betraf nur Eadgar und sie selbst. Diese Frage brannte ihr aber schon etwas länger auf der Zunge...
"Eadgar? Du sprichst immer sehr viel über deinen Orden, deinen Glauben... die Phönixe. Ich... nun... macht es dir eigentlich nichts aus, dass die Frau mit der du dich abgibst eine Ungläubige ist?", fragte sie ihn mit etwas kleinlauter Stimme, dabei war klar, dass sie von sich selbst sprach. Götter und Glaubensrichtungen hatten in ihrem Leben noch nie eine Bedeutung gehabt...
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 02 Jan 2014, 12:33

Flora folgte Gerion ohne Widerworte. Was sollte sie auch schon sagen, sie hatte keine Ahnung, wo sie waren, bei der Flucht aus dem Palast war sie viel zu beschäftigt damit gewesen, vorwärts zu kommen, sodass sie nicht genug auf die Umgebung geachtet hatte, um sicher sagen zu können, dass der linke oder der rechte Weg der richtige war.
Viel wichtiger war ja sowieso die Frage, was sie machen würden, wenn sie aus der Stadt raus waren. Wo sollten sie hin? Die Pferde wiederzufinden war unwahrscheinlich, sie konnten auch auf der anderen Seite der Stadt herauskommen und dann würden sie die Pferde niemals wiederfinden, beziehungsweise würden sie sicherlich keine Zeit dafür haben, wenn die Vawek ihnen noch weiter folgten.
Schließlich landeten sie in einer Sackgasse. Oben in der Decke war eine Falltür.
"Mal schauen, was da oben ist!", meinte Flora mit nur wenig Optimismus in der Stimme.
"Lässt du mich vorgehen und hilfst mir hoch?", wollte sie von Gerion wissen.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 02 Jan 2014, 12:59

Mit nur einem Arm zur Verfügung war es leichter gesagt als getan, Flora hinauf zu helfen. Man musste von Glück reden, dass die junge Kriegerin schmal gebaut war und auf schwere Ausrüstung verzichtete. Und wenigstens hinderte seine Verwundung Gerion nicht daran, einen festen Stand zu finden. Nach einigem Hin und Her, das vor allem der Enge des Tunnels geschuldet war, gelang es ihm, sie zuerst auf sein Knie, dann auf seine Schulter – die Unverletzte – steigen zu lassen, was es ihr ermöglichte, den Weg durch die Luke zu nehmen. Für ihn selbst hingegen war der Aufstieg um einiges schwieriger. Unverletzt hätte er sich mühelos hinauf ziehen können – das Loch in der Decke lag dank seiner Größe gut in Reichweite. Aber mit nur einem Arm? Chancenlos. Also reichte er Flora zuerst alles, was er noch an Ausrüstung am Leib trug. Viel war es freilich nicht: seine Schwerter, ein Mantel, die Öllampe. Dann drückte er sich mit beiden Beinen vom Boden ab, bekam den Rand der Luke mit der Linken zu fassen. Um sich hindurch zu ziehen fehlte ihm in seinem einen Arm jedoch die Kraft. Es bedurfte einiges an Hilfestellung von Flora und horrender Schmerzen in seiner verletzten Schulter um ihn hinauf zu bekommen. Keuchend und krampfhaft vermeidend, die Zähne wegen der Schmerzen zusammen zu beissen, lag er schließlich auf dem Kellerboden. Erst nach einer kurzen Weile war der Schmerz soweit abgeklungen, dass er es wieder auf die Füße schaffte. Wieder schienen sie sich, wie Gerion erkannte, in einem Keller unter einer Taverne oder ähnlichem zu befinden.
"Also gut. Dann weiter!", verkündete er schließlich, seine Waffengurte wieder anlegend, und schritt auf die Stiege zu.

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Do 02 Jan 2014, 21:26

Flora folgte Gerion die Stiege hoch, in den verbarrikadierten Schankraum, in dem es, wie in der ganzen Stadt, nach faulen Lebensmitteln roch. Es war ein dreckiger Laden und Flora beschlich der Verdacht, dass er auch vor der Invasion der Vawek, nicht wirklich sauber hier gewesen war. Die Einrichtung war zusammengewürfelt, wirkte alt, brüchig, nicht gerade hübsch.
"Scheint als wären wir in einem weniger guten Viertel gelandet!", meinte Flora zufrieden, während sie einen Blick auf die Wand warf, wo sich durch den weißen Putz tiefe Risse zogen, "Das ist gut für uns, wir bewegen uns Richtung Stadtrand!" Was weniger gut war, war, dass sie jetzt entweder durch die Straßen weiter mussten, oder über Dächer. Über Dächer kam nur für sie nicht in Frage. Im Zweifelsfall für keinen von beiden. Sie selbst konnte ihr eines Bein kaum belasten und es war ihr bevorzugtes Sprungbein, ihr Arm war zwar wieder eingerenkt, doch noch immer nicht wirklich zu gebrauchen. Gerion sollte mit seiner Schulter ebenfalls keine Stunts mehr wagen.
"Hier brauchen wir nicht bleiben, wir müssen durch die Straßen, ein weiteres Wirtshaus oder ähnliches suchen. Einen Ort, den Schmuggler als Verbindungstunnel haben wollen würden. Was gäbe es da. Händler, Kaufmänner haben meist Marktstände, aber ein paar auch festinstallierte Läden, die ihre Waren geliefert bekommen. Halte nach etwas derartigem Ausschau und gib mir Bescheid. Je zwilichtiger es ausschaut, je besser!" Komm mit!
Flora lief zurück in die Küche, wo die Stiege sie hingeführt hatte und machte sich an der Hintertür zu schaffen. Es war nicht besonders schwer, die Tür aufzubekommen, selbst einarmig. Diese Viertel der Stadt schienen die Vawek nur sporadisch durchkämmt zu haben, doch was sollten sie auch von wert in den ärmeren Vierteln der Stadt suchen?
Draußen dämmerte es bereits, als sie hinaus ins Freie trat. Selbst hier roch die Luft noch nach Rauch und Qualm, die Vawek schienen noch mit dem Löschen beschäftigt zu sein. Weit und breit hörte sie keine Schritte, keine klappernden Rüstungen. Hier schien sie niemand zu vermuten.
"Komm mit!", sie winkte Gerion zu, als sie in eine neue Gasse einbog, ihre gesunde Hand ständig über dem Dolch schwebend. Doch es war niemand da. Die Straße lag verlassen da.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Fr 03 Jan 2014, 15:56

Ahh, das erklärte ihre Entscheidung: Sie war ehrenhaft oder zumindest behauptete sie dies von sich selbst. Ich war leider nicht in der Lage heraus zu finden ob sie log oder nicht.
Ich wog kurz meine Optionen ab, gehen lassen konnte ich sie nicht und töten wollte ich sie auch nicht. Ab besten wäre es wenn ich sie im Auge behalten könne und herausfinden welche Informationen sie über mich hat...
„Wenn Ihr euer Wort haltet seid ihr ja einigermaßen vertrauenswürdig. Wollt Ihr euch unser kleinen Gruppe nicht anschließen? Jemandem mit euren Fähigkeiten könnten wir gegen die Vawek gut gebrauchen....“ Ich sah die Fremde fragend an, wenn sie versuchen sollte abzuhauen musste ich mir etwas überlegen... Sie gefangen zu nehmen und zu verhören widerstrebte mir ein bisschen, aber das war wohl die einzige Möglichkeit herauszufinden was sie über mich wusste.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Fr 03 Jan 2014, 18:15

Die Dunkelheit war ihre mächtigste Verbündete auf dieser Mission gewesen und nur schwerlich würden sie bei dem, was ihnen noch bevor stand, auf ihren Beistand verzichten können. Diese mächtige Verbündete machte sich nun jedoch unübersehbar daran, sie zu verlassen. Entsprechend eilig hatten sie es, voran zu kommen. Im fahlen Licht der aufsteigenden Sonne hasteten sie von Schatten zu Schatten, suchten Deckung entlang der Häuserwände. Immer wieder mussten sie anhalten, unerwartet auftauchenden Gestalten ausweichen, doch wie es schien waren es lediglich Schattenkranke, die sich hier draußen herum trieben. Von den Vawek selbst war nichts zu sehen. Es schien ganz, als hätte die Flucht durch den Schmugglertunnel ihre Spur erkalten lassen. Ihr Feinde mussten für den Moment im Dunkeln tappen. Dennoch zweifelte Gerion nicht daran, dass sie ihnen bereits entkommen waren. Die Schatten wussten genau, dass sie die Stadt würden verlassen müssen. Sie mussten lediglich die Tore besetzen und die Wälle patroullieren. Früher oder später mussten sie an ihnen vorbei. Die Chance, einen weiteren Tunnel aus der Stadt heraus zu finden, waren gering. Sie hatten nicht die Zeit, sämtliche Schenken, Kontore und Läden in der Nähe der Mauern abzusuchen. Früher oder später würde man sie entdecken. Nein, sie brauchten einen anderen Plan.
"Wir brauchen Übersicht", entschied Gerion, nachdem sie nur knapp einer weiteren Gruppe Schattenkranker entkommen waren. Er deutete auf einen Glockenturm, der sich schlank und scharfkantig gegen den heller werdenden Himmel abzeichnete. "Dort hin und hinauf", erklärte er, "Vielleicht entdecken wir irgendetwas, das uns helfen kann..."

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Sa 04 Jan 2014, 23:12

"Gute Idee!", stimmte Flora mit einem schiefen Blick auf den Glockenturm zu, "Das könnte ein guter Platz sein, wir sollten uns nur beeilen dorthin zu kommen und hoffen, dass die Vawek den Turm nicht als Wachposten in Beschlag genommen haben!" Jetzt in einen Kampf zu ziehen war gelinde gesagt nicht klug. Eigentlich war es sogar ziemlich dumm. Sie beide waren verletzt und hatten im Nahkampf schon einen nicht all zu kleinen Nachteil. Gegen eine zahlenmäßige Überlegenheit der Vawek wären sie ziemlich machtlos.
Flora schüttelte frustriert den Kopf, als sie sich aufmacht und so schnell wie möglich durch eine Seitenstraße auf das Gebäude zusteuerte. Sie hatte ja nicht einmal mehr Pfeile um mit dem Bogen schießen zu können. Würden sie im Glockenturm kämpfen müssen, hätten ihr Pfeil und Bogen zwar nicht wirklich geholfen, aber wer wusste denn schon, ob es nicht doch praktisch gewesen wäre, noch ein paar Pfeile in der Hinterhand zu haben.
Sie schaute auf den kleinen Platz, der vor dem Tempel mit dem Glockenturm lag. Er lag verlassen da, nur die Überreste einiger Marktstände von kleineren Händlern lagen verstreut. Holzplanken und Tonsplitter verteilten sich auf dem Boden aus festgetretenem Lehm. Die Tür zum Tempel war nicht verbarrikadiert, wie bei den sonstigen Gebäuden, die sie durchsucht hatten, doch es stand auch keine Wache davor, die darauf schließen ließ, dass dieses Gebäude von den Vawek benutzt wurde.
Vielleicht hatten sie auch einfach keine Zeit gehabt bereits die ganze Stadt zu durchkämmen? Flora schaute sich um. Auch die anderen Häuser waren nicht mit Holzlatten zugenagelt.
"Komm schnell!", geduckt rannte sie so schnell wie möglich über den Platz, den scharfen Schmerzen in ihrem Bein ignorieren und kam schließlich mit Schweißperlen auf der Stirn vor der Tür zum Stehen.
Die Tür öffnete sich mit einem Quietschen, das Flora das Blut in den Adern gefrieren ließ. Sie schlüpfte durch den schmalen Türspalt hinein in das Gebäude und schaute sich zur Orientierung im Halbdunkel erst einmal um. Sie stand in einem großen Raum, der von der Größe her wohl schon der einzige Raum des Tempels sein konnte, der jedoch nicht festlich mit Prunk geschmückt und verziert war. Im Gegenteil, der Raum bestach durch seine Einfachheit. Ein großer, runder Teppich lag in der Mitte aus, darauf stand ein kleiner, ungefähr kniehoher Tisch aus Holz, die Wände waren weiß und das war alles, was man zu dem Raum mit den hohen Decken sagen konnte. Flora wusste nicht, zu welcher Religion ein solch schlichter Tempel gehörte, doch, dass es sich um ein Gotteshaus handelte, war außer Frage.
An der linken Wand war eine Holztür aus dunklem Holz angebracht. Flora lief zielstrebig darauf zu und öffnete sie, eine andere Möglichkeit gab es ja auch nicht um die Treppe zu finden, die nach oben zum Turm führte. Tatsächlich verbarg sich dorthinter eine schmale Wendeltreppe, die sich in die Höhe schraubte. Die Stufen waren mit Staub bedeckt. Hier war schon lange niemand mehr gewesen, so viel stand fest.
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   So 05 Jan 2014, 00:41

Von unten hatte der Turm nicht sonderlich hoch gewirkt, dreißig, vierzig Schritt vielleicht. Beim Aufstieg die schmale Wendeltreppe empor wirkte er jedoch entschieden höher. Der Aufstieg war mühselig und trieb Gerion den Schweiß auf die Stirn. Verflucht, sie brauchten endlich eine Rast, sonst würde sie noch die Erschöpfung an Stelle der Klingen der Vawek umbringen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten sie schließlich die Spitze des Turms. Er öffnete sich zu einer kleinen Plattform hin, über der die Glocken hingen. Vier steinerne Säulen hielten das Glockengebälk und das Dach des Turmes, eine Ballustrade oder dergleichen jedoch gab es nicht. Die Glocken sollten von der Stadt aus wohl gut zu sehen sein. Ebenso wäre jedoch auch jede Person weithin sichtbar, die sich hier oben bewegte. Verdammt!
"Auf den Bauch!", bedeutete der Henker Flora und robbte seinerseits auf dem Bauch näher an die Kante heran. Der Ausblick war, wie zu erwarten gewesen war, hervorragend. Alles, was sie sich hatten wünschen können. Der Blick reichte bis zu den Stadtmauern, den Toren... und bis zu einem Fluss, der durch die Stadt lief. Gerion wusste nicht, wie der Name dieses Flusses lautete, wo er entsprang und wohin er lief, doch er hatte bereits mit etwas in der Art gerechnet. Eine Stadt wie diese benötigte Wasser. Mehr Wasser, als Brunnen und Pumpen beschaffen konnten. Es war naheliegend, dass sie an einem Fluss gegründet worden war. Und irgendwo musste der Fluss die Mauern durchqueren. Eine verwundbare Stelle. Gerion folgte dem silbrig glitzernden Band mit den Augen. Und tatsächlich: dort stieß es auf die Mauer. Man hatte den Fluss überbrückt, hatte die Mauer über ihn hinweg geschlagen und zweifellos gab es ein Gitter, das verhinderte, dass Boote in die Stadt fahren konnten. Aber ein Schwimmer mochte es schaffen.
"Zum Fluss", entschied der Henker.

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   So 05 Jan 2014, 14:49

Ich musste kurz lachen nachdem Narina schüchtern ihre Frage geäußert hatte. Es sollte nicht kränkend oder angreifend sein, ich fand es einfach nur wirklich putzig. „Mit der ich mich abgebe?“ fragte ich mit einem Lächeln. „Du meinst die Frau dich liebe?“
Bevor sie etwas sagen konnte legte ich meine Lippen auf ihre und küsste sie. Langsam löste ich mich wieder von ihr. „Nein, natürlich macht mir das nichts aus.“ sagte ich und blickte in ihre liebevollen Augen.
Dann drückte ich Narina sanft an meine Brust und streichelte ihren Rücken. „Ich könnte dich gar nicht für das verurteilen was du glaubst, so denke ich nicht.“ Ich legte mich nach hinten auf den Waldboden und zog Narina mit mir.
Der Boden war zwar relativ weich, aber in meinem entblößten Rücken bohrten sich einige kleinere Stöcke und Steinchen was ein wenig unangenehm war, mich aber kaum störte, schließlich hatte ich Narina im Arm und was wollte ich da mehr? Allerdings achtete ich darauf dass sie nicht auf dem Boden auflag, ich wollte schließlich ihr Kleid nicht ruinieren.
Ich streichelte ihr leicht die Haare und begann mit sanfter Stimme zu sprechen. „Lass mich dir etwas erzählen.“ Ich atmete tief und nahm dabei Narinas betörenden Duft auf. „ Der erste Phönix entstieg der Erde und erschaffte den Leib des Menschens aus dieser Erde, denn er musste fest und stark sein. Dies war das erste Wunder.“ Bei diesen Worten strich ihr über die Wange und den Hals.
„Der zweite Phönix entstieg dem Feuer und entfachte eine Flamme im Herzen der Menschen, so dass sie lieben und denken konnten. Dies war das zweite Wunder.“ Dabei legte ich meine Hand so auf ihre Brust das ihr Herz darunter lag und ich spüren konnte wie es schlug.
„Der dritte Phönix entstieg dem Wasser, er schüttete dem Menschen das Blut in die Adern, auf dass das Herz zu schlagen begann und er sich bewegte. Dies war das dritte Wunder.“ Ich fuhr mit meiner Hand von ihrem Herzen über ihre Schulter, den Arm entlang und folgte ihrer Pulsader bis zum Handgelenk. Dann legte ich meine Hand in ihre und schloss sie.
„Der letzte Phönix entstieg der Luft, er hauchte dem Menschen den Atem ein, woraufhin der Mensch zu leben begann. Dies war das letzte Wunder.“ Ich presste Narina an mich und küsste sie fordernd. Erst nach einer Weile löste ich mich von ihren zarten Lippen und sprach weiter.
„Und so ist jeder Mensch ein vierfaches Wunder im Angesicht der Phönixe.“ Ich schwieg kurz und sprach dann etwas leiser weiter. „Und du, du bist noch ein weiteres Wunder. Denn du hast etwas das niemand sonst besitzt, das ist ein ganz besonderer Segen der dir durch die Phönixe zuteil wurde.“
Ich streichelte Narina noch eine Weile und genoß ihre Nähe, dann fragte ich „Sag mir, wie könnte ich dir etwas übel nehmen, wenn du so voller Wunder bist?“
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   So 05 Jan 2014, 15:43

Flora folgte Gerions Blick und schaute auf den Fluss. Das sie da nicht dran gedacht hatte. Sie waren dem Fluss quasi den ganzen Weg hierher gefolgt und jetzt würde es ihr Ausweg sein. Dennoch wäre es nicht schlau jetzt schon zu versuchen aus der Stadt herauszukommen. Sie konnte nicht mehr. Sie brauchte eine Pause, musste sich ausruhen, sonst würde sie es nicht schaffen jetzt auch noch zu schwimmen und Gerion brauchte sicherlich auch etwas Ruhe, auch wenn er dies vielleicht nicht zugeben würde.
Müde schüttelte sie den Kopf, und legte ihn dann auf ihren Armen ab. Der Weg die Treppe hinauf hatte ihr die letzte Kraft, die sie noch in den Muskeln gehabt hatte, verbraucht.
"Nicht jetzt, Gerion. Die Sonne ist schon zu weit aufgegangen, im Hellen schaffen wir es niemals unbemerkt bis zum Fluss, dazu ist der Weg doch zu weit, wenn die Vawek noch immer nach uns suchen ist es hier sicherer, als in den Straßen. Außerdem kann ich nicht mehr, ich glaube nicht, dass ich es schaffen würde mit dem Schwert und den Dolchen und der nassen Kleidung, die an mir zerrt weit genug zu schwimmen, dass wir halbwegs in Sicherheit sind. Ich denke wirklich, dass wir warten sollten, bis es dunkel wird, ehe wir uns aufmachen. Solange können wir abwechselnd schlafen und uns einen genauen Fluchtweg zurechtlegen, damit wir nicht nur planlos in eine Richtung irren, wenn wir aufbrechen. Bist du damit einverstanden?"
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   So 05 Jan 2014, 21:19

Der Henker quittierte Floras Vorschlag mit einem finsteren Blick. Ihm schmeckte nicht, was sie zu sagen hatte. Vor allem, da sie recht hatte. Ohne den Schutz der Dunkelheit hatten sie kaum eine Chance, aus der Stadt heraus zu kommen. Zumal in ihrem Zustand. Sie würden nicht in der Lage sein zu kämpfen, zu klettern, das Schwimmen würde sich als Strapaze erweisen und selbst zu laufen mochte bereits zu viel Hürde sein. Nein, es war mit Sicherheit sinnvoller, den Tag in der Stadt zu verbringen. Aber es war ein Risiko. Ein ungemeines Risiko. Die Vawek würden sie aller Wahrscheinlichkeit nach noch immer suchen. Sie würden die Stadt durchkämmen. Und sollten sie gefunden werden, sie wären geliefert. Aber letztendlich war es das geringere Risiko.
"Gut", willigte er schließlich zerknirscht ein, "Aber nicht hier. Wir suchen uns irgendeinen kleinen Keller mit einer schweren Tür und verbarrikadieren uns darin. Wenn sie uns schon kriegen, dann will ich in einem schmalen Treppenaufgang verrecken, so ich noch ein halbes Dutzend dieser Schweine mitnehmen kann!"

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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mo 06 Jan 2014, 14:50

Flora schaute sich wieder und wieder in dem kleinen Keller um, während sie gespannt lauschte, ob nicht doch jemand in das kleine Haus kamen, in dem sie Zuflucht gesucht hatten. Sie hatten schon drei Häuser zuvor überprüft ehe sie eines mit einem Keller gefunden hatten. Sie brauchten den Keller, damit sie sich darin verbarrikadieren konnten.
Sie hatte zuerst schlafen dürfen, anders wäre es auch kaum möglich gewesen, denn kurz nachdem sie die Tür zugestellt hatten, war Flora schon in einen tiefen, aber unruhigen Schlaf gefallen, ehe Gerion sie geweckt hatte, damit er auch etwas Ruhe finden konnte. Seitdem schaute sie sich permanent im Raum um oder versuchte sich von dem dumpfen Schmerz abzulenken, der von ihrem Bein ausstrahlte. Sie hatte sich bisher nicht getraut den Verband zu lösen und zu schauen, wie es um die Wunde bestellt war, zumal sie keine sauberen Stoffstreifen gefunden hatte, mit denen sie einen neuen Verband anlegen konnte. Nein, um ihr Bein konnten sie sich später kümmern, wenn sie aus de Stadt herauswaren, dann war ihr Verband ohnehin soweit durchnässt, dass sie einen neuen anlegen musste um keine Entzündungen hervorzurufen.
Schließlich, nach einer Ewigkeit, in der glücklicherweise doch nichts passiert war, außer, dass Flora eine Maus entdeckt hatte, die zwischendurch den Keller durchquert hatte, schien es an der Zeit Gerion zu wecken, weshalb sie ihn vorsichtig am Arm rüttelte.
"Gerion, los, Zeit für ein Bad!"
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BeitragThema: Re: Das Licht in der Dunkelheit [MSG]   Mo 06 Jan 2014, 16:05

Aufmerksam hatte sie seiner Erzählung gelauscht, dabei aber immer wieder ein wenig schüchtern lächelte als er sie dabei berührt und schlussendlich geküsst hatte.
Sie konnte spüren wie Zarina in ihrem Inneren nahezu brodelte... hätte sie in jenem Moment die Kontrolle übernommen, so hätte sie ihm vermutlich die Kleider vom Leibe gefetzt und weiß der Teufel was alles mit ihm angestellt.
Narina wurde dabei hochrot im Gesicht, denn ab und zu überraschte sie die direkte Art ihrer dunklen Seite schon ein wenig...
Eadgars schlussendliche Frage lenkte sie jedoch wieder davon ab, die Antwort darauf war wohl nicht gerade leicht.
"Ich weiß es ehrlich gesagt nicht...", flüsterte sie lediglich während sie so auf Eadgar lag und ihn anstarrte.
Kurz zuckte sie zusammen und kniff die Augen zu und verharrte so einen kurzen Moment. Als sie die Augen wieder öffnete, starrten Eadgar die dämonisch glühenden Augen von Zarina an.
"Oh, warte es nur ab... ich werde dich schon noch ein paar... Wunder... lehren!", sprach sie mit einem diabolischen Grinsen, krallte dabei ihre Finger in seine Brust und biss ihm dann sanft in die Nase. Es verging nur ein kurzer Augenblick wobei sie sich schließlich kurz schüttelte und Narinas grüne Augen nun wieder auf denen von Eadgar ruhten. Ihr Griff lockerte sich wieder und sie wurde rot um die Wangen. "Entschuldige...", jammerte sie und legte ihre Stirn auf die Brust des Klerikers.
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