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 [MSG] Auf in die neue Welt!

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Fellknäuel
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BeitragThema: [MSG] Auf in die neue Welt!   Mi 27 März 2013, 17:54

Es gab einige, die den Gründern von Neu-Vaelengarde Einfallslosigkeit vorwarfen, ihre Stadt einfach nach der Hauptstadt ihres Königreiches zu benennen. Aber auch diese Spötter mußten einräumen, daß die Namensgebung nicht unpassend war. Die Stadt lag in einer Bucht, die auf drei Seiten von Felsen eingerahmt war, und der Grund dazwischen war durch einen steilen Abhang von etwa einem Dutzend Metern Höhe zweigeteilt. Aus einer Felswand am hintersten Ende entsprang ein kleiner Fluß, der die beiden Ebenen abermals zweiteilte. Das Wasser stürzte den Abhang hinunter und floß dann weiter zum Strand, und von dort aus dem offenen Meer entgegen. Der untere, weitaus größere Teil der Stadt enthielt die Docks, den Marktplatz und die Häuser des gemeinen Volkes. Die obere, gut abgeriegelte Ebene hingegen beherbergte das Kasernengelände und die Kommandantur von Neu-Vaelengarde.

Liam ritt direkt auf der Straße, die durch eine Lücke in der natürlichen Felsenbarriere ebenso hindurch führte wie durch das wuchtige Stadttor, das gleich dahinter erbaut war. Die zinnenbewehrten Mauern überragten die Felsen um ein gutes Stück und boten einen ausgezeichneten Schutz, sofern ein potentieller Angreifer nicht gerade mit schweren Belagerungswaffen anrückte.
Vor dem Tor stand ein Wachposten, der in die schlichte leichte Rüstung der Vaelengarder Torwächter gehüllt war. Der Mann war noch jung, kaum älter als Liam, und sah dem nahenden Söldner entgegen. Als Liam ihn passierte, streckte der Soldat sein Schwert aus und versperrte ihm den Weg.

"Was soll der Scheiß?" verlangte Liam zu wissen. Er war in Neu-Vaelengarde beileibe kein Unbekannter mehr und hatte sich hier einen Namen als zuverlässiger Kämpfer gemacht. Wenn ein Wächter ihn am betreten der Stadt hindern wollte, mußte das einen besonderen Grund haben.
"Hab gehört, du tust für Geld alles?" gab der Soldat zurück. Aha, daher weht der Wind, dachte sich der Söldner.
"Kommt drauf an. Worum geht's?"
"Meine Frau nervt," sagte der Mann düster. "Sorg dafür, daß sie den nächsten Morgen nicht erlebt, und es soll nicht dein Schaden sein."
Nun erinnerte sich Liam an den Soldaten. Er hieß Fredik, und Liam hatte ihn des Abends nach einer Sauftour schon einmal in recht eindeutiger Situation mit einer Schankmaid aus der Taverne gesehen.
"Lebt deine Frau hier in Neu-Vaelengarde?"
"Ja."
"Dann such dir einen verfickten Assassinen für den Job!" versetzte Liam grob. "Ich werd ganz sicher nicht meinen Hals riskieren, nur damit du ungestört die jungen Dinger aus der Schänke vögeln kannst!"
Frediks Gesicht verhärtete sich. "Wenn du auch nur ein Wort sagst, reiß ich dir eigenhändig den Arsch auf!" drohte er finster.
"Wenn du damit fertig bist, leere Drohungen auszustoßen, kannst du mich ja endlich in die Stadt lassen. Möglichst bevor sich dieser Offizier da hinten fragt, was du während deiner Schicht mit einem Söldner zu besprechen hast."
Fredik senkte sein Schwert und warf Liam einen angewiderten Blick zu.
"Ihr Söldnerschweine seid doch wirklich der letzte Abschaum!" stieß er hervor.
"Sagt einer, der seine Frau bescheißt," konterte Liam ungerührt und ritt an dem Mann vorbei in die Stadt. Zu beiden Seiten schmiegten sich Häuserreihen an die Stadtmauer und umrandeten gleichzeitig den Marktplatz von Neu-Vaelengarde, der zu dieser Zeit vor Leben pulsierte. Er lenkte sein Pferd über das Kopfsteinpflaster, einem großen Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite entgegen. Auf dem Weg dorthin konnte er in der Menschenmenge eine Frau ausmachen, von der er wußte, daß sie mit Fredik verheiratet war. Sie zwinkerte ihm zu, und er zwinkerte zurück. Elsa hieß sie, und war ein paar Jahre älter als er. Sie sah aber immer noch gut aus... und im Bett ging sie ab wie eine Kanonenkugel!

Als Liam vor dem Gebäude der Stadtwache abstieg und sein Pferd festband, warf er einen Blick zum nahen Hafen. Das aseyanische Schiff ging dort gerade vor Anker, bald würden die ersten von Bord gehen. Es wurde Zeit, daß er sich einen Auftrag besorgte, mit dem er interessierte Söldner locken konnte. Er betrat die Wachstube, und der diensthabende Offizier, ein älterer grauhaariger Mann, sah ihm mit leiser Überraschung entgegen.
"Hätte nicht geglaubt, dich hier so bald wiederzusehen," grüßte der Offizier. "Wolltest du nicht nach Westen, zusammen mit dem Jungen und dem Spitzohr?"
"Das Spitzohr war ein Schlitzohr," bemerkte Liam düster. "Hab ihn abserviert, aber den Jungen hat er noch mitgenommen."
"Bedauerlich," sagte der andere seufzend. "Aus dem Jungen hätte was werden können. Also bleibst du noch eine Weile? Kann nicht sagen, daß mich das sonderlich traurig stimmt..."
"Viel zu tun, Seth?"
"Genug. Für den Anfang hätte ich eine Räuberbande für dich, die die Straße nach Süden unsicher macht. Irgendwo an der Küste müssen die Bastarde ihr Versteck haben. Die Belohnung beträgt 25 Goldstücke!"
"25 Goldstücke?" wiederholte Liam erstaunt. "Die Kerle müssen euch ja wirklich ne Menge Ärger machen!"
"Tun sie auch! Und es sind ne ganze Menge davon, mindestens 15 Mann, wahrscheinlich mehr. Sollen sogar einen Magier in ihren Reihen haben. Erst bei ihrem letzten Raubzug haben sie eine junge Frau entführt, von einem reichen Grundbesitzer. Seinetwegen ist die Belohnung auch so hoch. Der Kerl will seine Tochter unbedingt wiederhaben."
"Warum kümmert ihr euch nicht drum, wenn die Sache so wichtig ist?"
"Der Kommandant kann keinen Mann entbehren," antwortete Seth, um dann mit gesenkter Stimme hinzuzufügen: "Oder... vielleicht will er auch gar nicht. Es heißt, dieser Grundbesitzer hätte ihn mal übers Ohr gehauen, bei irgendwas!"
"Naja..." Liam grinste breit. "Gut für mich, oder?"
"Such dir auf jeden Fall ein paar Leute für den Auftrag, sonst haben wir dich hier das letzte Mal gesehen!"
"Na, den Gefallen werd ich einigen hier sicher nicht tun," spottete Liam. Er verabschiedete sich und trat wieder nach draußen, auf den Marktplatz. Er sah auf seine Karte, wo Grey ihm den Ort des letzten Überfalls eingezeichnet hatte. Ja, für diesen Job würde er sicher Hilfe brauchen. Sein Blick fiel erneut auf das neu angekommene Schiff, vor dem sich inzwischen einige Leute gesammelt hatten. Überwiegend Arbeiter, die die Fracht abluden, aber Liams geübtes Auge konnte unter ihnen auch einige Gestalten erkennen, die sich ihr Geld kaum mit dem schleppen von Kisten verdienten, sondern mit anderer, blutigerer Arbeit.
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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Mi 27 März 2013, 19:56

Anders verließ das Schiff und sah sich um. Überall liefen Leute herum. Frauen und Männer und einige Kinder. Soldaten, Arbeiter und andere Berufszweige. Er musste sich zwangsweise als Söldner verdingen, aber er hoffte, das der Kopfgeldjäger ihn noch in der alten Heimat sucht. Sollte er sich erst nach Arbeit umsehen oder erst nach einem Gasthaus? Hinter sich hörte er zornige Stimmen, anscheinend stand er im Weg. Also bewegte er sich etwas weiter weg von dem Steg und näher heran an die Gebäude. Interessiert sah er den Frauen nach. Er sah Suenari, Sunamae und viele Menschendamen. Ein Lächeln stahl sich in sein Gesicht. Eine Erinnerung kam in ihm hoch, mit 17 Jahren hatten ihn seine Mitschüler angestiftet. Er war betrunken und sie hatten ihn zu einer Mutprobe herausgefordert. Sie würden zwei wochen lang seine Hausaufgaben für ihn machen, wenn er sich traute, eine anwesende Dra' Ka Frau zu küssen. Ohja er hatte sich getraut, hatte sie auf den Mund geküsst, aber sie hatte ihm in die lippe und fast die zunge abgebissen, doch er kam mit dem Schrecken davon. Wieder musste er lächeln.. Ja, das waren Zeiten gewesen..
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Nalim
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Do 28 März 2013, 10:41

Die Seefahrt. Schiffe gehören zu den Dingen, die er normalerweise, eher von fernab beobachtet. Es war nicht seine erste Schiffsfahrt gewesen, und es sollte auch hoffentlich nicht die Letzte bleiben. Auf der hohen See war alles etwas anders, so wie die Sonne. Ohne Berge und ohne Tal sah man die Sonne, wie sie eine ganze Drehung über den Himmel machte. Zwei Mal pro Tag hatte er dann Zeit zu beobachten wie sich das Wasser, im Schein der auf- und untergehenden Sonne, sich glitzernd orange färbte.
Auch das Knarren und Knacken des Schiffes, das Brausen vom Wind und zu guter Letzt noch das, enttäuschende, Plärren der Möwen und anderen Vögel, wenn man sich dem Festland näherte, die einem verkündeten, dass die Schiffsfahrt nun erst einmal ein Ende finden würde, trugen ihren Teil dazu bei das Er Schiffe und das Sein auf einem Schiff so sehr mochte.
Doch all das rückte in den Hintergrund weil er, bei dieser Reise, nicht der Einzige seiner Art gewesen war. Gleich drei andere Dra'ka waren mit auf dem Schiff und zwei von ihnen waren sogar aus dem gleichen Klan wie er. Nur einer war vom Lene'kes und zeigte eine so starke Abneigung gegen Menschen das Sie ihn nicht nur einmal davon abhalten mussten jemanden von der Crew das Gesicht abzureißen.
Aber die Abneigung war nicht nur einseitig. Niemand mochte die Dra'ka und in den meisten Fällen mochten die Dra'ka alle anderen noch viel weniger. Ihm war es vollkommen gleich, dieser ganze Hass und die Verachtung. Er konnte sie nicht verstehen, nicht nachvollziehen und da es einem Dra'ka nicht schwerfiel Arbeit zu finden, legte er auch keinen Wert darauf, was man über ihn dachte.


Als das Schiff endlich angelegt hatte, war es seine Aufgabe und die der anderen Drei, sich darum zu kümmern, dass die Kisten ihren Platz tauschten. Die Waren vom Schiff kamen zum Hafen und die vom Hafen dann wieder aufs Schiff. Leichte Arbeit, zumindest für einen Dra'ka. Die Kisten waren nicht übergroß. Ohne Probleme ließen sich zwei davon aufeinanderstapeln und dann tragen ohne das die eine von der anderen rutschte, oder aber die Übersicht flöten ging. Das beschleunigte das Tempo noch einmal um ein gutes Stück und schon bald waren alle Kisten verladen worden.
Der Lene'kes war schon kurz darauf verschwunden. Genau wie Ka'rek war er kein fester Bestandteil der Crew gewesen, sondern hatte einfach nur nach einer Arbeit gesucht oder nach einem Ort, wo man Arbeit finden konnte.
Also musste er nur noch seinen Lohn vom Kapitän holen, seine Sachen zusammenpacken und sehen, ob es auf diesem Kontinent etwas gab, wo man ihn gebrauchen könnte. Es war nicht viel das Er holen musste, denn bis auf das was er bei sich trug und sein Verdientes in einem Beutel, den er am Gürtel trug hatte, er nichts.
Und selbst das was er trug, ein Lederband, das von links unten nach rechts oben über die Schulter, am Rücken wieder zurück nach links unten führte und in der Mitte mit einer eisernen Schnalle ein weiteres Band hatte, das sich über die andere Schulter legte, um die Stabilität zu wahren, sowie eine einfache Leinenhose, die mit einem Gürtel der eine recht ähnliche Schnalle hatte, wie die an seiner Brust, oben gehalten wurde und ihm nicht einmal über die Knie ging, war recht bescheiden.
Waffen brauchte er keine in einer Stadt, dafür hatte er seine Hände und für die meisten Aufträge bekam er immer irgendwas das ihn noch bedrohlicher erscheinen lies, als er sowieso schon war.

Er verlies das Schiff, stieg nach unten auf den Steg und blieb dort erst einmal stehen, um sich einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Sie war wunderschön.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Do 28 März 2013, 12:30

Die erste Woche auf See war die schlimmste gewesen. Feresh hatte auf einem Schiff als Küchengehilfe angeheuert, um Kao Suna zu verlassen, doch die Seekrankheit hatte ihren Tribut gefordert. Den ganzen Tag unter Deck und das permanente Schwanken hatten ihn wahnsinnig gemacht, dazu der permanente Anblick von Essen, das ihm bald wieder hochkommen würde. Doch er konnte sich einigermaßen daran gewöhnen und der Schiffskoch verschaffte ihm eine Stelle auf einem Schiff, das nach Sentara aufbrach. Mittlerweile an das Schunkeln gewöhnt machte ihm diese Reise weniger aus und ein wenig Geld hatte er nun auch in der Tasche, jedenfalls genug, um sich ein paar Tage mit Essen, Unterkunft und ein wenig Ausrüstung versorgen zu können. Immerhin wusste er ja nicht, wie das Wetter werden und ob er wärmere Kleidung benötigen würde. Als er jedoch an Land ging und sich Neu-Vaelengarde vor ihm im Fjord erstreckte, hielt er das nicht für nötig. DIes war die zweite große Stadt, die er je betreten hatte, wenn man den anderen Hafen mitrechnete. Überall herrschte reges Treiben und er legte beunruhigt die linke Hand auf den Geldbeutel, der an seinem Gürtel baumelte und seine gesamten Ersparnisse beinhaltete. Nun galt es, eine Arbeit zu finden. Aber er brauchte körperliche Betätigung, das ewige Herumstehen und die Eingeengtheit der Schiffe hatte er nicht leiden können. Er wollte wieder jagen gehen. Er schüttelte den Kopf, als Erinnerungen an die gemeinsamen Jagden mit seinen Freunden hochkamen. Voran, immer voran. Was verloren war, konnte man nicht wiederherstellen. Er musste sich etwas neues aufbauen, getrauert hatte er schon genug. Um Arbeit zu finden, musste er sich erst einmal etwas Überblick verschaffen und er zählte nicht zu den Größten. Also kletterte er auf zwei übereinander gestapelte Kisten, die gerade von einem riesigen Ungetüm von Bord geladen worden waren. Er sah sich um, doch wirklich half ihm das nicht. Er konnte auf die schnelle kein Gasthaus entdecken, aber das lag wohl eher daran, dass er nicht wusste, was diese ausmachte. Tief seufzte er. Das konnta ja was werden...
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Do 28 März 2013, 16:42

"Land in Sicht!" schall es von oben aus dem Krähennest. Es dauerte nicht lange bis die wenigen Worte ihren Weg über das Deck, durch die Ritzen und Spalten der Planken und Spanten sickerten, von den Mündern der Crew voran getrieben, sickerten träge durch die geschlossene Tür um sich nur langsam einen Weg durch die stickige Luft der schmalen Kajüte zu bahnen ehe sie an die Ohren der rothaarigen Frau drangen die dort in der Hängematte lag. Der ruhige Tanz des Schiffes auf den Wellen der Brandung ließen die Schlafende ein wenig mehr in ihrer Matte schaukeln. Schwerfällig mühten die Worte sich durch Skaarlys Gehörgang, krochen tief hinein in den ach so unwilligen Kopf, der sich so dagegen sperrte die Worte willkommen zu heißen, lehnte die damit verbundene Arbeit auf resolute Weise ab. Doch unnachgiebig pochten die Laute darauf herein zu kommen, herein in das graue Zentrum der Gedanken, wollten nicht mehr bloße Laute sein, wollten ein Gedanke werden.
So süß der Reisenden die Seeluft doch geschmeckt hatte, so fade war ihr der Geschmack geworden, so sehr der Anblick sich funkelnd im Wasser brechenden Sonnenstrahlen sie verzückt hatte, so war er ihnen überdrüssig geworden. Funkeln. Jeden Morgen hatte Skaarlys die Sonne begrüßt, ihr zugesehen wie sie langsam hinter dem Horizont hervor kam, ihre wärmenden Strahlen tauchten den Himmel in wunderbare Farben, vertrieben die Kälte der Nacht mit jedem Stück den die glühende Lebensspenderin weiter ihren Weg am Himmel ging. Tag für Tag Doch wehe dem Unglücklichen dem die Wolken ihren Platz am Himmel erobern, die kleinen Leben auf dem weiten, nicht zu überblickendem, Meer das Licht der Sonne versperrten. Mochten sie auch lange Stunden friedlich ihren Formenspiel frönen, die Zuschauer dort Unten mit ihren Bildern verzücken und das Geist der Menschen in weite Fernen schweben lassen, stets verging ihnen die Lust am Spiel, ließ die kleinen, weißen Wolken zu den Himmel verdeckenden und die Sonne vertreibenden Ungetümen anschwellen aus deren grauen Leibern endlos scheinenden Wassermassen hernieder fallen. Wild peitschte in diesen Stunden der Wind über die Wellen, türmte das Wasser zu hohen Bergen auf und grub anderswo tiefe Täle an deren Hängen das Schiff wie einzelne Ameise auf ihrem Hügel wirkte, scheinbar hilflos den Gewalten der Natur ausgeliefert, zu einem Spielball ihrer Launen geworden. Doch Stunden banger Angst, das Geschrei der Matrosen schon längst von dem Heulen des Windes, dem Knattern der Segel und dem Ächzen der Planken übertönt, die Hoffnung auf Besserung schon längst im Alles durchnässendem Regen ertränkt, die Sonne ließ ihre Kinder nie im Stich. Mit gleißenden Strahlen durchbrach sie stets das Wolkendach, besänftige den Sturm und ließ das gebeutelte Schiff wider neue Kraft in ihrem Licht tanken.
Unbarmherzig drangen die Worte durch die Hirnschale voran, wurde gewandelt, von bloßen Worten in einen Gedanken. Einen Gedanken der sich tief in das ermattete Gehirn bohrte wie ein glühendes Messer in ein Stück Butter. Von der Hitze dieses einzelnen Gedanken angefacht erwachten die Lebensgeister der müden Zellen. Fuhr weiter durch den Körper, weckte die Glieder, ließ sie sich recken und strecken das die in den ruhigen Sonnenstunden so wenig genutzten Gelenke knackten. Nur langsam wollten die Augenlieder sich heben und die Iriden ihrer Augen im Licht der durch das Bullauge fallenden Sonne wie Smaragde funkeln. "Funkeln." Da war sie wieder, diese Stimme. Die Stimme! Gerade noch waren die Pupillen groß und unwillig sich an das neue Licht zu gewöhnen, jetzt zogen sie sich auf einen Schlag zusammen, zusammen mit der Erkenntnis der Bedeutung des Gedankens der sich so mühsam in ihrem Körper hat ausbreiten müssen ehe sie diese ergründet hatte. Land! Freiheit! Oh wie laut war seine Stimme geworden in den Tagen auf See, wie erdrückend seine Wogen aus Hass und Verachtung ihr gegenüber, wie reißend das Verlangen mit dem er an ihrer Seele riss, wie bitter der Gedanke keinen Finger rühren zu dürfen um nicht in den unbekannten Tiefen der See zu versinken. Wie qualvoll der Anblick eines funkelnden Kleinodes wurde und den Peitschenhieben seiner Begierde.
Land. Sie würde das hölzerne Gefängnis verlassen können.
Die Erkenntnis ließ ihre Muskeln die Arbeit auf nehmen, langsam schmalen Körper sich erheben ehe die Beine sich aus dem schaukelndem Netz schwangen das ihren Schlaf so viele Stunden ein gesponnen hatte. Behutsam berührten die nackten Zehen mit weicher Haut die hölzernen Planken, waren Vorhut für den folgenden Fuß der nur wenig später den Boden erreichte. Skaarlys hatte nicht gearbeitet um ihre Überfahrt zu bezahlen, ihre Kasse hatte verheißungsvoll geklimpert in ihrer Tasche mit den goldenen Münzen darin. Genug Münzen waren es gewesen für eine Überfahrt, doch nun war ihre Anzahl so weit geschrumpft das ihr klägliches Klappern kaum einen Geist erhellen könnte. Stunden, Tage, Wochen der Ruhe hatte es Skaarlys erbracht, einer wechselhaften Ruhe, die, unterbrochen von der Aufregung eines Gewitters, mit den vergehenden Sonnenläufen doch zu häufig von seiner Stimme durchbrochen wurde. Sein Verlangen drohte schon seit Tagen sie zu erdrücken, ließ ihr die Sinne beinahe entschwinden erblickten die so teuflisch aufmerksamen Augen das noch so kleinste Einod.
Wie ein Paukenschlag übertönten die Worte, ganz gleich wie beschwerlich ihr Weg auch gewesen war, seine Stimme. Das Ziel war erreicht, die Reise hatte ein Ende, einen Zwischenstopp, gefunden. Endlich würde sie ihr wieder befrieden können, seine Gier ersticken, wenn auch nur für eine Zeit.


Noch immer steif in den Beinen ging Skaarlys die breite Planke hinab die das wankende Schiff mit dem festen Land verband. Seltsam fühlten die ersten Schritte auf dem ungewohnt hartem Untergrund an, Füße die wenige Meter zuvor noch ganz unbewusst das stete auf und ab der Planken ausglichen mussten sich erst an die Unbeweglichkeit des Steges gewöhnen der nun unter ihnen lag. Skaarlys war sich dieser Mühen ihrer Extremitäten kaum bewusst, erdrückte doch der Eindruck der Stadt die Empfindlichkeit für den eigenen Körper. Tief zog die Frau die Luft der neuen Heimat in die Lungen, vertrieben überdrüssig gewordenen Geruch des Meers und ersetzten ihn mit den mannigfaltigen Nuancen des Neuem. Freudige Erwartungen und Hoffnungen ließen ihre Schritte ihren Weg von Hafen hinauf finden, vorbei an den Angehörigen der verschiedensten Länder die noch viel verschiedeneren Beschäftigungen nachgingen.
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Shoggoth

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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Do 28 März 2013, 20:28

Stimmen. Geruch. Menschen. Enge. Serena hatte erwartet dass sie sich während der Überfahrt daran gewöhnen würde. Nun, das hatte sie auch. An das Schiff. Aber Neu-Vaelengarde war nichts im Vergleich zu dem Frachtkahn mit dem sie die Überfahrt gewagt hatte. Es war alles voll und laut und...viel. Langsam wickelte sich Serenas Schwanz um ihr linkes Handgelenk. Das tat er immer wenn ihr unwohl war. So konnte sie vermeiden andere Leute damit zu berühren und außerdem konnte sie sich so selbst ein wenig beruhigen. Sie fuhr mit den Fingern der linken Hand über das Fell am Schwanz. Es war samtig weich und fühlte sich vertraut an. Und etwas vertrautes war in dieser Stadt bitter nötig. Sie war nur ein Jahr unter Menschen gewesen und gewöhnte sich nur langsam an das doch etwas andere Leben. Aber sie war schließlich hier um neu anzufangen. Alles hinter sich lassen und ein Leben beginnen, frei von ihrer Vergangenheit.
Sie stand vor dem Schiff auf dem Pier und sah hilflos und verloren aus. Doch in solch einer Stadt schenkte man niemandem Beachtung, man war zu sehr auf sich selbst bedacht. Alles konnte wichtiger sein als eine andere Person, vor allem wenn diese Person kaum Geld besaß. Und das traf auch Serena zu. Sie hatte gerade so die Überfahrt bezahlen können, aber für mehr reichte ihr Geld auch kaum. Sie musste sich eine Anstellung suchen, damit sie wenigstens etwas verdiente. Essen konnte sie notfalls jagen gehen, aber ihre Kleidung passte hinten und vorne nicht. Als sie aus ihrem Stamm geflohen war hatte sie nur das mitgenommen was sie am Leib trug, und das meiste davon hatte sie längst veräußert. An ihrem Schmuck erfreuten sich nun die Frauen von etlichen Dorfladenbesitzern. Ihre Kleidung hatte sie auch nur einer Spende zu verdanken. Eine Bauernfrau hatte Mitleid mit der jungen Sunamae als sie Serena mit völlig zerlumpten Klamotten auf ihrem Hof erblickte. Deshalb trug nun Serena auch ein für Menschen geschnittenes Kleid, es war ihr zu lang und das Loch für den Schwanz, das sie natürlich selbst hinein geschnitten hatte, war schon recht ausgefranst. Im Allgemeinen war sie wohl in einem erdenklich schlechten Zustand als sie den ersten Fuß aus Sentara legte. Außerdem war das Kleid für eine weniger....vollbusige Frau geschnitten, was Serena nicht selten ungewollte Blicke bescherte.
Aber nun lag all das hinter ihr, sie würde es schaffen, hoffte sie. Auch wenn sie sich nicht ganz sicher war was sie zu tun hatte. Bei dem offensichtlichen Überschuss an Menschen oder anderen Völkern war es ihr ein Rätsel wie sie selbst, arm und heruntergekommen wie sie nun einmal war, eine Anstellung ergattern sollte. Langsam stieg Panik in ihr auf. Was hatte sie sich dabei gedacht? Was konnte sie schon besser als all die anderen Leute hier? Wer war sie schon? Sie seufzte schwer. Es war ihr nicht vergönnt gewesen bei ihrem Stamm weiter zu leben, und nun musste sie sich solch einer Herausforderung stellen. Pure Verzweiflung machte sich in ihr breit. Sie konnte schon nicht mehr die Geräusche der Stadt hören, so sehr war sie in sich selbst gefangen. Ihr gesamter Körper verkrampfte sich, sie drückte ihren Schwanz so fest dass es wehtat. Aber davon nahm sie nur am Rand Notiz. Sie konnte nur an eines denken: Wieso ich? Was hatte sie falsch gemacht? Warum musste sie es ertragen? Langsam begann sie zu schluchzen. Ihre Schultern bebten leicht, aber sie unterdrückte ihre Tränen. Irgendwann, wahrscheinlich waren es nur wenige Minuten gewesen, fasste sie sich wieder. Sie ließ nun auch ihre Schwanzspitze los und atmete tief durch.
Als erstes musste sie einen Platz finden an dem sie bleiben konnte, danach konnte sie sich weiter Gedanken machen. Kurz blickte sie sich um und fand auch fast sofort was sie suchte. Einen anderen Sunamae. Er stand auf zwei übereinandergestapelten Kisten und schien die Stadt zu überblicken. Wenn sie ihm folgte würde sie sicher bei einem Gasthaus ankommen. Möglicherweise lebte er auch hier und er würde ihr als Angehörige seines Volkes helfen wollen. Sicher war dass sie ihm nur folgen brauchte um einen Platz zum schlafen zu finden.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Fr 29 März 2013, 00:30

Zwei kleine Menschenjungen, vielleicht zehn oder elf Jahre alt und in eher schäbige Straßenkleidung gehüllt, bogen hinter einer Häuserecke hervor und unterhielten sich lachend. Sie bekamen dabei gerade genug von ihrer Umwelt mit, daß sie nicht gegen die anderen Leute auf der Straße liefen. Als sie die Docks erreichten, sahen sie fasziniert zu den Schiffen hinüber, die vor Anker lagen oder gerade ausliefen. Plötzlich fiel ein Schatten auf die zwei Jungen, und sie sahen zu dem riesigen Monster empor, das nahezu turmgleich über ihnen aufragte.
Die Laute ihrer Unterhaltung blieben ihnen buchstäblich im Halse stecken, und sie rissen Mund und Augen vor Schrecken weit auf. Einer der beiden faßte sich schließlich und packte seinen Freund am Oberarm.
"Komm schon, Caleb, weg hier!" rief er aufgeregt und zerrte den Blondschopf hinter sich her. Nach ein paar Metern fing sich auch der, und sie liefen hastig davon.

Liam konnte den beiden Kindern ihre Reaktion nicht verdenken - auch er mußte schlucken, als er den Dra'ka erblickte. Er hatte vor Jahren schon einmal einen gesehen, und dessen Bild hatte sich in sein Gedächtnis eingebrannt, so daß er nun sogleich wußte, was er da vor sich hatte. Oft bekam man diese... Dinger hier jedenfalls nicht zu Gesicht. Ob sich der Kerl hier als Söldner betätigen wollte? Die nötigen Voraussetzungen dafür brachte er zweifellos mit... und er konnte sich ohnehin kaum vorstellen, daß einer der Bauern hier eine solche Bestie als Tagelöhner einstellen würde.
Liam selbst war auch nicht besonders wild darauf, einen Dra'ka als Partner zu bekommen, also besah er sich die anderen Gestalten, die mit dem Schiff gekommen waren. Und siehe da, sein Blick fiel auf einen Sunamae, der dank seiner Position auf einem Kistenstapel deutlich aus der Menge heraus stach. Nichts war so perfekt darin, sich an einen Wachposten anzuschleichen, wie ein Sunamae - der konnte bei der bevorstehenden Mission durchaus hilfreich sein! Nun, vorausgesetzt, es handelte sich bei ihm um einen Söldner... aber daran zweifelte Liam eigentlich nicht. Der Sunamae sah durchaus kampferprobt aus.

Er setzte sich in Bewegung, auf den Sunamae zu.
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Dreyri
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Fr 29 März 2013, 11:34

Nach getaner Arbeit kehrte man gerne in die grosse, schöne Zivilisation zurück. Besonders an so warmen, trockenen Tagen, wie sie die ganze letzte Woche gewesen waren. Vitanis Kleidung hatte gelitten. Schweiss, Staub und Blut klebte sichtbar daran, hatte sich zu einem Einheitsbrei vermischt und zeigte sich nun auf dem hellen Stoff wie ein dreckiges graubraun.
Die Hufe des Pferdes, auf dem er ritt, wirbelten Staub auf. Sie klangen dumpf auf dem eher sandigen Boden.
Ohne grosse Schwierigkeiten passierte Vitani das Tor. Dahinter stieg er vom Pferd und im Laufschritt hielt er auf ein Haus zu, das vom Tor aus sehr gut sichtbar war. Der Mann, der vor dem Haus gerade einem jungen Pferd einen Sattel anzog, hob den Kopf, als er Vitani kommen hörte.
"Na? Du siehst wieder toll aus", lachte er.
"Klappe", grinste Vitani und drückte ihm die Zügel des Pferdes in die Hand. "Der Gaul war gut. Ich bring dir das Geld, sobald ich meine Belohnung eingestrichen habe. Vielleicht finde ich auch gleich einen neuen Auftrag, dann hol ich mir ein frisches Pferd ab, in Ordnung?"
"Alles klar. Es sind übrigens gerade einige Schiffe eingelaufen. Geh doch zum Hafen, vielleicht hörst du Neuigkeiten aus der Heimat."
"Mal sehen."
Vitani hob die Hand und wandte sich dann ab. Ja, der Hafen. Er mochte den Hafen sehr, da war immer etwas los, lief wie ein Uhrwerk, in seinem ganz eigenen Takt und Rhythmus. Es roch nach Salz und Fisch, nach Schweiss und Wind.
So stapfte er rüber zum Hafen, wollte nachsehen, was für Frischfleisch die Überfahrt gewagt hatte. Vielleicht gab es ja auch wirklich Neuigkeiten zu hören, die interessant waren. Es war nicht so, dass Vitani Heimweh gehabt hätte. Im Gegenteil. Das Leben hier war hart, doch es war doch irgendwie genau das Richtige für ihn.
Mehrere Schiffe ankerten, Möwe kreischten, Fracht wurde ab und aufgeladen. Irgendwo verkaufte jemand lauthals Fisch, Krabben, Muscheln und lebendige Aale. Hungrig wie er war, kaufte Vitani sich erst einmal einen leckeren gebratenen Fisch. Dann spazierte er zu den Schiffen, um nach Neuigkeiten und vielleicht einem Auftrag zu fragen.
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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Fr 29 März 2013, 21:07

Anders stand immer noch recht unschlüssig da und sah den Seeleuten beim Entladen der Schiffe zu. Er entdeckte einen Sunamea, der auf einem Kistenhaufen geklettert war, um sich eine übersicht zu verschaffen. Kurz zupfte er an seinem Geldbeutel. Es schien noch genug gold drin zu sein für eine nacht in einem bett und ein zwei bier und eine warme mahlzeit. Also würde er sich nach Arbeit umhören müssen. Er entdeckte einen Wachmann, der aufmerksam den Hafen im Auge behielt. Er näherte sich diesem und sprach ihn an. "Verzeiht, werter Herr Wachmann. Ich bin neu in dieser Stadt und ich würde euch gern fragen, ob ihr wisst, wo ein Magier einen guten Arbeitsplatz finden könnte. Wenn es sein muss, geh ich auch los und rette edle Damen vor ungetümen und andere Sachen." Der Wachmann blickte Anders irritiert an. "Nun, Es gibt in der Tat eine Dame zu befreien. Einige Banditen haben eine junge Frau entführt. Ich habe bereits einem bekannten von mir davon erzählt, dort drüben ist er. Fragt ihn doch, ob er euch mitnimmt." Der Wachmann deutete auf Liam, der gerade in richtung des Sunamae zu gehen schien, den Anders auch schon gesehen hatte. "Habt dank," verabschiedete sich Anders und lief los, dem Söldner hinterher.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Fr 29 März 2013, 22:14

Das Leben das durch die Straßen dieser noch so jungen Stadt pulsierte war so neu für die junge Frau die dort alleine ihren Weg durch die Massen suchte, die in ihren Leben auf der anderen Seite des großen Meeres keinen Schritt in eine große getan. Zu schnell hatte es ihn aus seinem Schlummer erwachen lassen, so viel schneller als sonst, wo sie das Funkeln und Glänzen vor ihren Augen verborgen hatte. Ihre Füße fanden ganz alleine ihren Weg zwischen den schweren Stiefeln der fremden Gestalten um Skaarlys herum, ließen den schmalen Körper zwischen rücksichtslosen Leibern hindurch schlüpfen. Es brauchte nicht das Zutun ihres Kopfes um den Weg vor den Ständen der Händler zu landen. Lauthals priesen sie ihre Waren an, der eine fremdartiges Obst, sicher tief aus den Wäldern der neuen Welt, einem Zweig entwachsen, doch die Neugierde konnte nicht gegen den Gedanken siegen der sich fest im rotbeschopften Kopf fest gebissen hatte. In allen Farben des Regenbogens leuchtete das Obst im Licht der hoch oben am wolkenlosen Himmel stehenden Sonne, als wollten die Frucht gar darum betteln in die Hände genommen zu werden, von neugierig die Schale erkundenden Fingern erkundet werden ehe sich die Zähne gierig in das hoffentlich saftig weiche Fleisch bohren und ein großes Stück heraus reißen. Der Mund würde kaum Raum genug bieten den Saft zu fassen der dem Fleisch entspringt, so wie es bei einer reifen Wassermelone war. Ein verlockender Gedanke, doch er mochte noch so versuchten die Aufmerksamkeit seiner Herrin auf sich zu lenken, ihre Augen waren schon längst weiter gewandert, hatten nicht länger auf den Früchten gelegen als in wenigen Schritten entfernt ein weiterer Stand Skaarlys in seinen Bann gezogen hatte. Ihr Blick wich nicht von der Auslage des Händlers die im Schein der Sonne hell und leuchtend funkelte und glänzte und leuchtete und blinkte! Silberne Schalen und Töpfe, Becher und Tassen lagen dort auf einem Tisch. Mit keinem anderen Gedanken war Kopf gefüllt als der Schein vor ihr. War es gerade noch ein kleiner Keim in ihrem Inneren gewesen, so trieb der Anblick ihn ans Licht, ließ ihn sprießen und wachsen ehe Skaarlys ihm hatte Einhalt gebieten konnte. Sie wollte es haben, das Funklen, wollte es besitzen, das Glänzen, wollte es halten, das Leuchten, wollte es wahren, das Blinken.
Ihrer Selbst war Skaarlys kaum bewusst, stand dort in der sich stets wandelnden Masse die vor dem Stand wogte, starrte auf die Schmuckstücke die dort lagen, folgten einem jedem Stück das von dem Händler in die Hände genommen wurde und im Tausch gegen ein paar klimpernde Goldstücke fort gegeben wurden. Fort von hier, fort fort! Skaarlys wollte nicht das die Dinge fort gingen, wollte nicht das sie aus dem Licht der Sonne gerissen wurden, in der Dunkelheit eines Beutels verschwanden der ihren Glanz erstickte. Das konnte sie nicht zulassen, musste es verhindern! Ein Kunde verließ gerade den Stand, ein Amulett hatte er erstanden, kein besonderes Stück, doch ein dunkelblauer Stein, versehen mit einem geschicktem Schliff, funkelte ganz besonders verheißungsvoll in der schlichten Fassung aus Silber. Es musste Silber sein, es hatte einen so schönen Glanz!
Die kleinen Füße folgten den großen Tretern des Käufern, sie steckten in schweren Stiefeln, beschlagen mit Metall gaben sie bei jedem Schritt ein leises Klirren von sich. Doch die Augen seiner Verfolgerin waren nur auf den Rucksack geheftet der auf seinem Rücken hin und her baumelte. Das Amulett hatte er in eine der kleinen Seitentaschen gleiten lassen und die Klappe darüber geschlossen. Als würde die Klappe ein Mund sein hüpfte sie auf und ab, den Schritten des Mannes folgend. Formten stumme Worte für Skaarlys, Worte die sie meinen ließ der Inhalt würde nach ihr flehen, flehen wieder an das Licht der Sonne zu kommen, an das Licht welches das Schmuckstück wieder Funkeln ließ. Von der Menge verborgen kam sie dem Rucksack immer näher, ganz nah kam sie ihm. Es kostet die Finger keine Mühe in die Tasche zu gleiten, die Bewegungen des Rucksackes glich der Arm geschickt aus sodass die Finger sich in die Tasche wühlen konnten. Bei der ersten Berührung der empfindlichen Fingerspitzen wanderte ein freudiges Prickeln von ihnen ausgehen durch den jungen Frauenkörper und breitete sich ihn ihm zu einem wohligen Wärme tiefer Befriedigung aus als das Schmuckstück in ihrer Hand lag. Den Weg aus der Tasche heraus fand die Hand so schnell wie sie hinein gelangt war und ehe der Verlust hätte bemerkt werden können trug Skaarlys das kleine Schmuckstück tief in die eine kleine Person verschwinden lassende Masse die hier ihrem Tageswerk nach ging. Die Hand vermochte nicht das Schmuckstück frei zu geben, presste es an den Leib der Frau, es lag ruhig darin, war nun in Sicherheit, war in ihren Händen, wo es hin gehörte, wo es gehegt wurde. Wo es ihm gehörte.
Nach und nach wurde Skaarlys ihrer Selbst wieder gewahr, langsam zog der Parasit in ihrem Kopf seine Tentakel wieder zurück, rollte sich zusammen um wieder in tiefen Schlaf zu fallen, gestillt für die nächste Zeit. Zögerlich schob Skaarlys die Hand mit dem Amulett in ihre Hosentasche, unfähig es ihrem Griff zu entlassen, und richtete den Blick, jetzt wo sein Verlangen gestillt war geklärt und aufmerksam, auf ihre Umgebung. Wie konnte sie hier an Gold gelangen? Gold das ihr noch bittere fehlte als Essen im Magen. Das würde sie sich noch ein oder zwei Tage leisten können, doch dann wäre ihr Vorrat an den so wertvollen Münzen versiegt. Das Amulett zu verkaufen gedachte die Rothaarige nicht, den noch so frisch eroberten Schatz konnte sie nicht hergeben, noch nicht, musste ihn erst bewahren bis er sich seiner satt gesehen hatte.
Ein Söldner schritt an ihr vorbei, es viel Skaarlys auf, passte er doch auf eine seltsame Art nicht so recht in das Bild um ihn herum. Er war gezeichnet von Blut, es haftete an ihm wie der Geruch eines süßen Parfüms. Nur wenige Schritte darauf folgte ein weitere Mann, er trug einen Stab in der Hand, war wohl ein Magier, und sprach den ersten an. Skaarlys hatte nicht vor weiter zu gehen, schon früher hatten die Worte eines Söldners wichtige Dinge verraten.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Fr 29 März 2013, 23:37

Liam hatte den Sunamae auf dem Kistenstapel erreicht, und obwohl dieser kleiner war als er selbst, mußte er zu ihm aufsehen.
"Heda, du siehst aus wie jemand, der kämpfen kann!" sagte er, ohne seine Stimme zu erheben. Sunamae hatten ein sehr feines Gehör; dieser hier hätte Liam vermutlich sogar dann noch verstanden, wenn er geflüstert hätte. Er gebrauchte auch absichtlich das "Du", denn das war die allgemein gebräuchliche Anrede bei diesem Volk, das auf Förmlichkeiten weitgehend verzichtete.
"Wie sieht's aus? Lust auf einen lukrativen Auftrag?" Genau genommen wußte er gar nicht, ob dieser Sunamae wirklich ein Söldner war. Dessen Waffen deuteten das zwar an, doch hatte er noch keinen Vertreter dieses Volkes gesehen, der nicht bewaffnet gewesen wäre. Bei diesem jagdbegeisterten Volk wäre es eher eine Überraschung gewesen, mal einen ohne Waffen anzutreffen. Andererseits hatte er bislang aber auch noch keinen Sunamae auf Sentara angetroffen, der kein Abenteurer gewesen wäre. Nun gut, wenn er diesmal einen vor sich hatte, würde er es ihm sicher gleich sagen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Sa 30 März 2013, 01:55

Den direkt auf ihn zusteuernden Menschen hatte Feresh bereits bemerkt gehabt, doch er hatte zuvor nur einen flüchtigen Blick auf ihn geworfen. Nun musterte er den Mann genauer: unrasiert, dreckig, schwer bewaffnet. Das konnte nur ein Söldner sein, darüber hinaus wurde ihm von diesem Fremden gerade ein Auftrag angeboten. In einer flüssig Bewegung sprang der Sunamae von den Kisten, landete auf allen Vieren und erhob sich geschmeidig wieder. Nun musste er zu dem gut einen Kopf größeren Menschen aufsehen, doch das störte ihn nicht. Stattdessen entgegnete er den fragenden Blick entschlossen. „Gegen ein bisschen Geld habe ich nie etwas einzuwenden. Deinem Aussehen nach schätze ich nicht, dass es darum geht, ein Fest zu organisieren. Höchstens ein Schlachtfest. Also, worum geht’s? Aber um es gleich zu sagen, ich werde nichts halsbrecherisches tun, dafür hänge ich fiel zu sehr an meinem Leben.“ Das tat er wirklich und nachdem er sich den Weg hierher hart erarbeitet hatte, wollte er sich nicht Hals über Kopf in ein Himmelfahrtskommando stürzen oder als lebendiges Schild in einem Gemetzel enden. Ihm fielen dutzende schönere Arten ein, sein Leben hier in dieser neuen Welt zu verbringen, als nach kurzem Abmühen in einem Loch verscharrt zu werden. Aber zuerst sollte er den Söldner auch nach einem Gasthaus fragen, er hatte das dringende Bedürfnis nach einer ordentlichen Wäsche und einer warmen Mahlzeit, die nicht aus Fisch oder Konserven bestand. Für ein ordentliches Steak würde er im Moment wahrlich morden...
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Sa 30 März 2013, 03:33

Kinder. Neugierig und abenteuerlustig. Sie kletterten auf die Dächer der Häuser, balancierten auf Balken, während unter ihnen der Boden eine vielfache Länge ihres Körpers in die ferne gerückt war, nahmen sich Stöcke und spielten ein Laientheater in dem, nur für sie, diese Stöcke zu Schwertern wurden. Sogar an große Tiere wagten sie sich heran, streichelte seine fellige Flanke oder spielten ein Spiel wo nur der gewann wer seine Hand am längsten auf dem Kopf des Tieres legen konnte ohne zurück zu ziehen. Doch vor ihm flohen sie. Es störte ihn nicht. Kinder waren ihm zu klein, immer hatte er das Gefühl sie ausversehen kaputt zu machen wenn Er sie von der Straße zog wenn eine Kutsche vorbei kam, sie aus einem Brunnen oder einem Loch heraus hob aus dem sie nicht mehr heraus kamen oder einfach nur zur Seite schob.
Einem Kind angst zu machen war leichter als sein Vertrauen zu bekommen und, wenn er ganz ehrlich mit sich war, machte es auch mehr spaß ihnen Angst einzujagen.

Sein Eindruck von der Stadt war positiv. Sie war lebendig, wie eine Blume, deren Kopf, die ungeblühte Knospe, durch das eigene Gewicht sehr nahe an den Boden gezogen wurde. Dreckig, bespritzt mit Schlamm und durchnässt wartet sie darauf das die Sonne wieder über ihr aufgeht, sie ihren Hals nach oben recken und endlich Blühen kann.
Er drehte sich zur Seite, in die Richtung die der Steg zur Stadt verlief. Viele der Passagiere gingen von Bord, es war recht voll. Nicht alle hatten es eilig. Sie unterhielten sich, über das Wetter, das Schiff, über Geld. Er hatte es zwar auch nicht eilig, doch auch niemanden mit dem er sich unterhalten konnte, so musste er sich wohl oder übel seinen Weg mit sanfter Gewalt durch die bahnen, die ihm im Weg waren.
Er schubste sie nicht einfach zur Seite, aber mit bestimmten Druck der Hand an Rücken oder Schulter machte er ihnen schon deutlich das er an ihnen vorbei wollte.
Genau wie der Mensch der mit dem Sunamae redete. Geld. Die Hand an der Schulter bis er sich an ihm vorbei gedrängt hatte, was er oft genug wiederholen konnte bis er den größten Widerstand überwunden hatte. Dachte er.

"Halt." Ganz anders wie die anderen Leute stand dieser Mensch ihm nicht ohne Absicht im Weg. Rechts neben ihm, zwei weitere in der gleichen Rüstung, die mit jemand Anders sprachen. Er blieb stehen. Die andere Alternative wäre es ihn einfach umzureißen, doch Menschen mochten es nicht umgeschubst zu werden, egal ob mit absicht oder nicht.
"Wo ist ihre Genehmigung?" Der Ton war harsch, vielleicht auch nur um zu kaschieren das er sich nicht so wohl fühlte, alleine schon weil er vor jemanden zu stand der weit auf ihn herunter sah.
"Genehigung?" Was zum anfang wie ein Sprachfehler klang, war natürlich die logische Konsequenz das er keine Lippen besaß. Gewisse Laute konnte er nicht aussprechen.
"Ähe.." Die Wache war für einen Augenblick etwas benommen, entweder weil sie sich zusammenreißen musste nicht zu lachen oder weil sie etwas anderes erwartet hatte. "Iee-ja. Eine Genehmigung von.. von.." Seine Augen glitten zur Seite, als würden sie nach etwas Suchen das er vielleicht vergessen hatte bis sie wieder an ihm hängen blieben.
"dem.. dem.. Reisebüro von Neu-Vaelengarde.. zur Einfuhr - ähm, Einreise von gefährlichen Tie-ersonen.."
Er drehte den Kopf zur Seite, folgte dem Blick des Mannes bis er weiter redete.
"Ugnd neher kriegt anh soh eine genehigung..?"
"Öhm.. was?"
Er legte den Kopf schief was bei dem Mann nicht unbedingt dafür sorgte das er sich sicherer Fühlte. Seine Schädelform war nicht grade vorteilhaft wenn es darum ging, das Andere deuten könnten was seine momentane Gefühlslage war. Außerdem war, das er so ruhig blieb, für den Mann etwas beunruhigend.
"Vonh oh kriegt anh eine genehigung.."
"Oh, ja also, dafür müssen sie zum Hafenmeister das Haus mit dem roten Dach, gleich wenn sie - stop!" Ka'rek wollte an ihm vorbei, logischerweise um eine ´´Genehmigung´´ zu holen doch der Mann machte einen Schritt zur Seite, stellte sich ihm wieder in den Weg.
"Sie können nicht in die Stadt OHNE eine Genehmigung"
Ka'rek blinzelte, sah für sehr, sehr lange 30 Sekunden auf ihn herunter bevor er wieder etwas sagte.
"Ich.. grauche eine Genehigung.. ungh in die Stadt zuh kongnen.."
"Jawohl"
"Agher.. unh die genhigung zuh holen grauche ich.. eine genhigung.. ?"
"Ähm.. nuuun - ja"
"Das ist dungh.."
"Bitte?"
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Sa 30 März 2013, 18:25

Anders wurde langsamer als er sah, das der Söldner eben den Sunamae ansprach. Er konnte heraushören, das der Mann wirklich Leute suchte für einen Auftrag. Bedächtig stellte er sich in die Nähe ohne aufdringlich zu wirken, denn er wollte die beiden nicht unterbrechen. Sobald der Söldner mit dem Sunamae fertig war, würde er ihn ansprechen. Jawohl, ja.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Sa 30 März 2013, 19:29

"Ja, 'Schlachtfest' kommt dem schon sehr nahe," antwortete Liam, der nun seinerseits auf den Sunamae herunter sehen mußte, wenn auch nicht sehr. "Und keine Sorge, auch ich hänge an meinem Leben, und ich plane keine Selbstmord-Aktion. Wir werden noch mehr Leute brauchen, aber es sollte sich dennoch lohnen."
Er sah zur Seite, wo er den Dra'ka erkennen konnte, der mit einem Wachsoldaten sprach. Er hatte noch nicht allzuviel über diese Kreaturen gehört, doch es war nicht viel gutes dabei gewesen. Dennoch, der hier sah nicht nur groß aus, sondern auch mächtig stark. Der war sicher geradezu prädestiniert für einen Kampf gegen schwer bewaffnete Banditen... ganz geheuer war er ihm aber trotzdem nicht. Er konnte ja später vielleicht immer noch versuchen, ihn anzuwerben.
"Aber hier ist kein guter Ort, um sich darüber zu unterhalten," fuhr er, wieder an den Sunamae gewandt, fort. "Schlage vor, wir besprechen das in der Taverne. Du siehst ohnehin aus, als könntest du einen Happen vertragen." Er fuhr herum und sah sich einem Menschen gegenüber, der einen Stab in der Hand hielt, und ihn an sah. Er sah nicht so aus, als wäre er gerade in diesem Moment dazu getreten. Hatte er etwa gelauscht?
"Na schön, und was wollt Ihr nun?" fragte er knapp.


Zuletzt von Fellknäuel am Mi 03 Apr 2013, 01:04 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Mo 01 Apr 2013, 20:06

Anders sah den Söldner freundlich lächelnd an. Er liess sich nicht anmerken, das er sich etwas erschrocken hatte, dadurch das der andere sich so schnell umgedreht hatte und ihn argwöhnisch anblickte. "Seid gegrüsst. Mein name ist Anders. Ich bin neu hier und ich hörte, das ihr eine Dame retten wollt. Ich wollte euch meine Dienste anbieten. Ich bin ein sehr guter Magier." Aufmerksam blickte er den Söldner an.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Mo 01 Apr 2013, 20:20

Liam betrachtete den Fremden abwägend. Er wußte nicht so recht, was er von ihm halten sollte. Einerseits kam Anders ihm etwas verweichlicht und nicht wirklich geeignet für den Beruf eines Söldners vor. Andererseits waren spezialisierte Magier, welche den Söldnerberuf ausübten, selten, und dabei konnten sie ausgesprochen nützlich sein.
"Kommt wohl auf einen Versuch an," brummte Liam. "Wir werden ja sehen, was Ihr so drauf habt... und ob Ihr wirklich so gut seid, wie Ihr behauptet zu sein."
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Mo 01 Apr 2013, 21:19

Verdeckt von vorbei strömenden Einwohnern die ihrem Tagesgeschäft nachgingen stand Skaarlys nur wenige Schritte von der sich gerade bildenden Söldnergruppe entfernt. Der Mann mit dem Stab, sie meinte durch das Gewirr aus Stimmen heraus gehört zu haben er sei ein Magier namens Anders, schien keine weiteren Probleme zu haben als neues Mitglied aufgenommen zu werden. Ob der Mann in Rüstung sie auch wohl aufnehmen würde? Die freie Hand, die Recht hielt noch immer das Amulett fest umschlossen in der Hosentasche versteckt, griff an den unter dem Hemd verborgen hängendem Geldbeutel. Erschreckend schlaff hing der Leinenbeutel dort, ihre Finger ertasteten nur drei Münzen die an dem Band um ihren Hals zogen. Oh sie brauchte dringend Arbeit, eine Nacht konnte sie vielleicht noch bezahlen, dann aber wäre kein Gold mehr in dem Beutel das ihr ein warmes Bett ermöglichen konnte. Für Essen konnten ihre Finger in dieser überfüllten Stadt schon sorgen, doch einen sicheren Schlafplatz konnte man nicht einfach in die Tasche stecken.
Entschlossen zog sie das Hemd aus dunkelgrünem Leinen glatt, zurrte den Gürtel eine Masche enger, die Kost auf See hatte ihr so dermaßen zum Halse heraus gehangen sodass sie manchen Tag kaum etwas in den Magen bekommen hatte, und rückte den Rucksack zurecht. Mit der Entschlossenheit eines jüngst gefassten Gedankens trat sie mit zwei Schritten an den Söldner heran, öffnete den Mund und, schwieg. Schnell klappte sie den Mund wieder zu, die Gedanken überschlugen sich; Was sollte sie sagen? Was machte sie nur für einen Eindruck? Das Hemd auf ihrer Brust würde kaum ein stumpfes Brotmesser abhalten und der schmale Leib darin machte kaum den Anschein der Belastung einer Reise stand zu halten. Zweifel griff in ihrem Hirn um sich, breitete sich aus wie ein böses Geschwür. Zwei mal musste Skaarlys schlucken um einen Ton in ihrem Hals erzeugen zu können, einen Ton den sie auch in Worte zu bilden vermochte die nicht von Selbstzweifel getränkt waren sondern zumindest halbwegs selbstsicher klangen.
"Wenn ihr noch zwei geschickte Hände gebrauchen könnt, es soll euer Schaden nicht sein mich für meine Dienste zu entlohnen." sprach sie dann frei heraus. Welch schön klingenden Worte ihr doch eingefallen waren! Sie mochte es kaum glauben was ihr dort gerade für Worte entsprungen waren, ja sie hätte nicht angenommen so sicher auftreten zu können.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Mo 01 Apr 2013, 22:51

Anders hatte kaum Zeit zu antworten, da trat plötzlich eine junge Frau an Liam heran. Sie schien etwas sagen zu wollen, zögerte dann aber. Der Söldner betrachtete sie verwundert, aber ehe er selbst etwas sagen konnte, brachte sie ihr Angebot hervor, ihn auf seiner Mission begleiten zu dürfen - gegen Bezahlung, selbstredend. Er musterte sie prüfend. Sie schien nicht gerade kräftig zu sein, doch geschickt wohl durchaus. Davon abgesehen sah sie gut aus... eigentlich so ziemlich die Art von Frau, die Liam im Bett bevorzugte.
Doch diese Frau hatte schließlich andere Interessen, also richtete er sein Augenmerk eher auf andere Attribute. "Geschickt, soso," antwortete er und legte skeptisch den Kopf schräg. "Und könnt Ihr auch mit einer Waffe umgehen? Wart Ihr schon einmal in einen richtigen Kampf verwickelt? Das wird kein Sonntagsspaziergang werden!"
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Mo 01 Apr 2013, 23:21

Anders betrachtete die Frau ausgiebig, die sich nun mit dem Söldner unterhielt. Hübsch anzusehen war sie ja, das ließ sich nicht leugnen. Aufmerksam lauschte er dem Gespräch der beiden. Es schien interessant zu werden.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Di 02 Apr 2013, 23:50

Beinahe konnte man ihr ansehen wie ungelegen seine Fragen ihr kamen. Ja sicher konnte sie mit ihrem Messer umgehen, die Naht eines Rucksackes öffnen, eine Beutelschnur durchtrennen, kein Problem. Ebenso wenig würde es Skaarlys vor ein Problem stellen einen ausgewachsenen Mann von Liams Statur zu Fall zu bringen. Den ein oder anderen Griff hatte sie in der Vergangenheit gelernt, ebenso wie sie ihre Klinge im Zweikampf führen musste. Ihr Freund und Lehrer seinerzeit hatte ihr Talent zugesprochen, doch nur sehr selten war Skaarlys in die Verlegenheit gekommen das Gelernte auch anwenden zu müssen und außer im Training hatte ihr Messer keinen Kontakt mit einer Waffe gehabt.
Tief holte sie Luft ehe sie Liam eine Antwort gab: "Erfahrung im Kampf habe ich, ein wenig." ihr Blick schweifte kurz ab zu dem Magier und dem Sunamae, wanderten aber schnell wieder zu Liam zurück. "Es war auf meinen Unternehmungen bisher nicht nötig gewesen das Messer zu ziehen, aber ich lerne schnell!" Skaarlys mühte sich sehr noch immer selbstbewusst zu klingen, doch seine Fragen hatten ihr deutlich zu schaffen gemacht. Beider Hände Finger kreuzte sie im Verborgenen dass der Söldner sich für sie entscheiden würde.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Mi 03 Apr 2013, 00:38

Er bedachte die Frau mit zweifelndem Blick. Das klang ja nicht sehr vielversprechend. Dennoch, sie würde wohl auf irgendeine Art von Nutzen sein, und wenn es nur darum ging, einen Wachposten abzulenken. Die optischen Qualitäten dafür besaß sie ja. Zudem war das doch eine eher schwierige Mission - da würde er ohnehin noch mehr Mitstreiter brauchen.
"Na schön," brummte er achselzuckend, "wollen doch mal sehen, was Ihr so drauf habt."
Immerhin - auch das war etwas, das er ihr anrechnete - war sie ehrlich und stellte sich nicht in besserem Licht dar, als ihr zustand. Er hatte bereits ein oder zweimal den Fehler gemacht, sich auf einen Mitstreiter zu verlassen, der die an ihn gestellten Anforderungen nicht hatte erfüllen können, und war seitdem vorsichtig mit Angebern und Prahlhänsen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Mi 03 Apr 2013, 00:50

".. öhm.. ich hab es gleich wieder.. nur einen Moment.." Die Wache blätterte durch ein kleines Buch, sah dabei immer wieder flüchtig und nervös nach Oben zu dem Dra'ka der auf ihn starrte was seinem Mut nicht grade zu gute kam.
"Genau hier.." Offensichtlich hatte er gefunden wonach er gesucht hat, den Finger auf einer Seite, unter einem Satz zitierte er aus dem Machwerk. "Nach bestimmung zur Einfuhr von gefährlichen Tieren.. mmmh.. Umgang mit feuerspuckenden Echsen.. mh nein.. tödliches Kaninchen.. auch nicht. Noch kurz Geduld bitte.." Der Finger wanderte die Zeilen entlang, der Augapfel dem Finger hinterher, einmal die Zeile nach rechts, dann nach unten, nach unten, kurz links, tiefer und dann nach Rechts.
"Aha! Gefährliche Tiere der Kategorie 3 - Absolut tödlich, definieren sich wie folgt durch: Sechs Zentimeter Krallen oder mehr.. 300 Kilogram oder mehr.. Feuerspeihen.. Säurespucken.. Tentakelextremitäten.. Stacheln.. Giftige Stacheln.. Stacheln die Abgeschossen werden können.. drei Meter oder mehr hoch.. Oh.. oh nein das.. das kann ich nicht vorlesen"

Die zwei anderen Wachen hatten schon seit kurzer Zeit sich beteiligt. Den, den sie befragt hatten war weg und sie standen links und rechts von der Wache mit dem Buch die das ganze angefangen hatte.
"Ja.. aber Tiere? Klar.. wie ein Mensch sieht er nicht aus.. aber ein Tier ist er nun auch nicht.." der Linke verschränkte seine Arme und Ka'rek tat es ihm gleich.
"Wenn wir das nun jetzt mal philosophisch betrachten dann sind wir alle Tiere.. oder nicht?" Nun tat der Rechte seine Meinung kund, sah über die Schulter des mittigen und rieb sich mit dem Daumen das Kinn.
"Philo.. Phiphi.. was?!"
"Nun komm schon.. er ist ja nicht der erste seiner Art in der Stadt.. also scheint das ja nicht auf ihn zu zählen"
"Ooh-der, sie haben alle einfach ein Auge zugedrückt weil sie keine Ahnung hatten. Nein. Lieber gehe ich hier streng nach Vorschrift vor als das Gesetz zu beugen, nur weil es mir grade irgendwie bequem in den Kram passt.. verdammt nochmal!"
"Aber nicht jedes Gesetz hat doch auch irgendwo Sinn, oder etwa doch?"
"Was? Wieso?"
"Ich gehe einfach mal davon aus das das Gesetz sich da.. darum kümmern soll das keine wilden Tiere in die Stadt kommen, die Amok laufen könnten.."
"Nun.. ja.. stimmt"
"also.. Rein philosophisch betrachtet, könnten wir aber alle einfach Amok laufen.. oder nicht?"
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Mi 03 Apr 2013, 22:40

Anders runzelte die Stirn. Er merkte, das er Hunger bekam. "Ich weiss ja nicht wie es mit euch ist, aber ich brauche etwas zu essen und vielleicht nen schönen Krug Bier oder Wein," meinte er schmunzelnd.
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BeitragThema: Re: [MSG] Auf in die neue Welt!   Do 04 Apr 2013, 15:14

Lia hatte schnell beschlossen, dass sie Seereisen nicht ausstehen konnte. Die Schiffe waren voll, stanken, schwankten die ganze Zeit und die Kabine, in der sie die meiste ihrer Zeit verbrachte, war für ihren Geschmack viel zu spartanisch eingerichtet. Dort verbrachte sie die meiste Zeit damit, die wenigen Bücher, die sie mitgebracht hatte, wieder und wieder zu lesen. Etwas anderes konnte man auf diesem Schiff auch nicht tun, abgesehen davon, dass sie ab und zu Gespräche mit Rin führte tat Lia nichts anderes ausser schlafen, essen und lesen. Die Tage flogen an ihr vorbei, während sie sich schon nach der Ruhe und der Kühle ihrer Räume in der Turmstadt des Hauses Dearden zurücksehnte. Sie verstand zwar, dass dieser Auftrag für sie und ihr Haus wichtig war, aber das bedeutete noch lange nicht, dass sie ihn ausführen wollte. Hoffentlich würde er ihnen wenigstens einen Hohen Sitz einbringen...
Schliesslich, nach vielen Tagen auf dem Schiff, erreichten sie das Land, was Lia aus den Rufen von Deck schloss. Das bedeutete aber auch, dass sie sich einem unangenehmenThema zuwenden musste. Ihren Goldvorräten. Die Schiffe, die von Assey aufbrachen, hatten viel mehr gekostet, als der Schatzmeister geahnt hatte. Natürlich, die Berichte, auch die er sich stützte, waren auch seit einem halben Jahrhundert nicht mehr aktualisiert worden. So war es nicht verwunderlich gewesen, dass sie für die Überfahrt nach Sentara mehr als das Doppelte hatten bezahlen müssen. Dementsprechend beliefen sich ihre Geldbestände auf weniger als ein halbes Goldstück. Damit würden sie wahrscheinlich kaum in die nächste Stadt kommen, geschweige denn in die Bereiche, die noch nicht von irgendeinem anderen Volk beansprucht worden waren. Natürlich waren auch die Berichte über die Besetzung von Sentara auf einem Stand von vor über zehn Jahren gewesen, wie Lia in Assey hatte erfahren müssen. Was die Berechnungen des Schatzmeisters noch mehr über den Haufen warfen. Die Suenari seufzte entnervt hat. So viele Dinge, die es zu beachten gab. Sie hatte nichts darüber gelesen, dass eine Reise so anstrengend sein konnte.
Das Schiff wurde spürbar langsamer und stoppte dann, abgesehen von dem beständigen Schwanken, an dass sie sich schnell gewöhnt hatte. Das Holz über ihr knarrte, als andere Reisende und die Ladung das Schiff verliessen, doch Lia liess sich davon nicht zu einer Reaktion animieren. Erst als der Lärm verstummt war, deutete sie auf ihren Koffer, der in einer Ecke des Raumes stand und liess ihn mit einem Luftstoss auf sich zurutschen. Als das Gepäck vor ihr Stand, erhob sie sich von ihrer Pritsche, verstaute die Bücher im Inneren des Koffers und verliess ihre Kabine, um aufs Deck zu steigen. Den beeindruckenden Anblick der Stadt würdigte sie keines Blickes sondern hielt nach ihrer Lehrerin Ausschau. Hatte Rin das Schiff schon vor ihr verlassen.
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