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 [MSG] Black Tides

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Grim
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BeitragThema: [MSG] Black Tides   Do 18 Apr 2013, 23:45

Der bis zum Horizont wolkenlose Himmel war von einem tiefen Azur, wie man es nur so nahe am Äquator finden konnte, das Wasser der Lagune von einem geradezu verzaubert klaren Cyan und dahinter, dort wo die Schaumkronen der See die Zacke küssten erstreckten sich makellos weiße Sandstrände. Harold Whinton, Kapitän Harold Whinton wie es jetzt hieß, hatte jedoch keine Augen dafür. Genau genommen würde er nie wieder Augen für irgendetwas haben. Bestenfalls noch ein einziges Auge. Das andere war ein bodenloses Loch dumpf pochenden Schmerzes unter einem schmuddeligen Verband, der so dick um seinen Kopf gewickelt war, dass er nicht einmal seinen Dreispitz mehr gerade tragen konnte. Es war dieser Schmerz, der ihm den malerischen Anblick verleidete und der nicht einmal die Erleichterung, das zerschossene Wrack, das einmal die Black Tide gewesen war, bis zur Zacke gebracht zu haben, durchbrechen ließ. Mit frostiger Miene, die eingefallenen Wangen von Bartstoppeln, die er sonst so gar nicht in seinem Gesicht toleriert hätte, verunziert, hielt er das Steuerrad umklammert, so fest, dass die Knöchel seiner ohnehin für einen Seefahrer ungewöhnlich bleichen Hände weiß hervor traten.
Ein warmer Wind bließ von landwärts herab und trug die Geräusche des Urwald herüber, das Rascheln der Palmenhaine, das Schreien der Affen, die Rufe unzähliger verschiedener Vögel. Es war eine willkommene Abwechslung nach der wochenlangen Eintönigkeit des Meeres. Die See hielt eine Vielzahl von Geräuschen bereit, jede Welle klang anders als die vorherige, wenn man nur genau lauschte. Da war das leise Plätschern wenn der Kiel, getragen von Rudern, bei Windstille durch die spiegelglatte See schnitt. Das muntere Klatschen der kleinen Wellen gegen den Rumpf, untermalt vom Knattern der Leinwand wenn Wind sich in den Segeln verfing. Das Brausen der haushohen Brecher im Sturm. Aber dennoch: letztendlich blieben es die Geräusche der See. Die Geräusche des Festlands waren so völlig anderer Natur.
Träge, wie ein verwundeter Wal schob sich die Black Tide die Bucht hinauf, an deren Ende die Siedlung lag, welche den Namen der Insel teilte. Harold wusste nicht, ob die Insel nach der Siedlung oder die Siedlung nach der Insel benannt worden war. An besseren Tagen hätte er vielleicht die Muse gehabt, sich auf eine Diskussion über diese eher philosophische Frage einzulassen. Heute schienen den Göttern sei Dank alle aufmerksam genug zu sein, nicht mit einem solchen Anliegen an ihn heran zu treten. Vermutlich – und das war wohl der wahrscheinlichere Fall – war allerdings auch in der Crew derzeit niemandem nach solchen Gesprächen zumute. Sie alle hatten viel mit gemacht in dieser letzten Woche. Von drei Männern, die aus Stillwasserbucht aufgebrochen waren, kehrte jetzt noch einer zur Zacke zurück. Den Rest hatten sie in Segeltuch eingenäht und über Bord geworfen. Seemannsbegräbnis. Am Ende waren sie alle wieder gleich. Totes Fleisch in schmuddelig-beigem Tuch. Kein Unterschied mehr zwischen Deckjunge und Kapitän. Jeremiah Harfort war eine besonders schwere Tuchrolle gewesen als sie ihn über Bord gewuchtet hatten, doch er war versunken wie all die anderen auch. Ein weiterer namenloser Körper auf dem Grund des Meeres. Und auch wenn sie in den noblen Häusern des Imperiums behaupteten, Piraten wären blutsaufende Monster, die sich ihre schwarzen Herzen aus der Brust schnitten und über den Tod nur lachten: so etwas schlug auch dem härtesten Seemann aufs Gemüt. Es war vermutlich ein schwacher Trost, dass all die Arbeit an Bord, die nun auf so wenige Hände verteilt werden musste, die Männer auf Trab hielt und von ihren düsteren Gedanken ablenkte.
Schließlich kamen am Horizont die ersten Häuser der Zacke in Sicht. Die Siedlung war an den Hang gebaut worden, zu oberst die Häuser der Reichen und Einflussreichen, die Büros der Händler und die besseren Gasthöfe, am Hafen unten die Kontore und Lagerhallen, die schmuddeligen Schenken und Bordelle. Die Seeleute sollten es nicht weit haben um nach dem Landen ihre Heuer los zu werden. Wenn es so etwas wie ein System im Aufbau der Siedlung gab, dann war es wohl dieses. Ansonsten herrschte heiteres Chaos, als habe ein jener dort gebaut, wo es ihm gerade passte. Was wohl der Wahrheit recht nahe kam. Die Zacke war eine Freie Handelssiedlung. So etwas wie eine Kolonialbehörde, die für Ordnung gesorgt hätte, gab es hier nicht.
„Holt das Großsegel ein!“, ließ Harold seine Stimme über Deck erschallen. Ihm fehlte der donnernde Bass des alten Harfort, seine Stimme war eher geeignet für gediegene Konversation. Aber wenn es sein musste, dann konnte auch er laut werden. Ein paar Männer machten sich daran, seinem Befehl Folge zu leisten und stiegen flinkfüßig in die Takelage des Großmasts. Es war ihr einziger verbliebener Mast. Den Fockmast hatten sie nach einem Kanonentreffer im Sturm verloren. Er war gemeinsam mit einem Großteil der Leinen und Leinwand über Bord gegangen. Es grenzte an ein Wunder, dass ihnen überhaupt ein Großsegel geblieben war, das sie nun einholen konnten. Das sie auf ruhigeren Winden in diesen sicheren Hafen getragen hatte. Sie hätten kaum genug Männer gehabt um die Riemen zu bemannen, wäre ihnen auch dieses Segel abhanden gekommen.
Langsam verlor die Black Tide an Fahrt. Geruhsam, einzig getragen von dem Moment, das noch in ihrem trägen Rumpf steckte, und den auf die Insel zu rollenden Wellen fuhr sie in den Hafen der Zacke ein. Auf dem Pier konnte Harold Gestalten ausmachen. Kinder! Es waren immer die Kinder, die am Wasser auf die Schiffe warteten. Noch so jung, so leicht zu begeistern. Voller Träume von der See. Wer einmal ein halbes Leben am Meer verbracht hatte, der hatte für Segel am Horizont nicht mehr als einen flüchtigen Blick übrig. Aber in diesem Alter war noch jedes Schiff, das in den Hafen einfuhr, ein Ereignis. Als die Black Tide näher kam liefen sie dann davon, den Pier hinab und dann in irgendwelche Gassen zwischen den Gebäuden, die sich am Hafen dicht an dicht drängten. Sie würden die Nachricht in Windeseile in der gesamten Siedlung verbreiten. Harold zweifelte nicht daran, dass jeder Mensch in der Zacke über den Zustand des übel zerschossenen Schiffs Bescheid wissen würde ehe sie auch nur angelegt hatten. Nun, ihm war es gleich. Sollten sie doch kommen! Sollten sie doch gaffen! Er verzog keine Miene. Seine Züge blieben starr als die Black Tide den Pier entlang kroch, als die Crew den wartenden Männern an Land die Leinen zu warf. Mit einem lauten „Zwei Mann bleiben an Bord und halten Wache! Du und du! Der Rest: fort mit euch!“ entließ er die Mannschaft an Land. Ungläubig starrte er die Bordwand hinab. Sie lagen. Sie hatten es geschafft. Aber noch immer war da kein Gefühl von Erleichterung in seiner Brust. Seine Welt war Schmerz.

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Porphyrion
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 19 Apr 2013, 00:28

"Mh.", schnaubte Kenji Masao ungehalten, als das Schiff durch eine Welle in der Brandung des Piers unsanft bewegt und er dadurch unangenehm daran erinnert wurde, dass der Kampf auch bei ihm Spuren hinterlassen hatte. Keine so tiefgreifenden wie bei Kapitän Whinton, und auch nicht so schlimm wie die von Harfort - Die Tiefen mögen ihn selig haben! -, aber doch: Er hatte sich verletzt. Ein Prachtstück von Thurmer hatte einen zentimetertiefen Schnitt über seinen Unterarm verantwortet, knapp an der Schlagader vorbei. Glück gehabt, alter Junge. Nun guck dir den Whinton an, der hat es übler als du. Du musst nur heilen.
Die Kinder stoben auseinander wie ein Haufen Möwen, und er erinnerte sich noch gut daran, wie er damals am Pier gesessen, und auf das Schiff seines Vaters gewartet hatte. Nie, nie war es eingelaufen. Entweder hatte er schon geschlafen, und Masao war schon zu tief in irgeneiner andeeren Dirne drin gewesen als dass er ihn hätte stören können, oder ... halt, einmal war er eingelaufen. Und er hatte den kleinen Bastard, der er damals gewesen war, recht freundlich angesehen. Aber der hatte sich nicht getraut, den großen Piraten anzusprechen. Was sollte man da auch sagen? Bankerte gab es zu zehntausenden...
Da kam auch schon der Hafenmeister den Pier entlang, dieses grotesk fette Schwein, und rieb seine Hände. Als ob sie ihn gerufen hätten!


Zuletzt von Eclectic_Wizard am Mo 29 Apr 2013, 15:32 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 19 Apr 2013, 14:03

"Geh mir aus dem Weg du fettes Schwein." brummte Liv ungehalten und rempelte den Hafenmeister einfach um. Einen ganzen Kopf war der Kerl kleiner und bei seiner Körpermasse würde er wohl rollend schneller vor ran kommen. Der Kerl hatte der hochgewachsenen Frau zwar in keinster Weise etwas getan, doch Liv hatte schlechte Laune und da war es ihr gänzlich egal wer die abbekam. Ob das nun der Hafenmeister war oder ein verlauster Penner war. Zwei Wochen sahs sie nun schon in diesem Nest fest. Die Zacke. Kam man mit dem Schiff hier an sicher ein verlockender Ort, das Gesöff in den Gasthäusern war trinkbar und die Wirte verlangten nicht zu viel für das Zeug und die Händler scherte es nicht die Bohne woher die Waren stammten die sie ankauften. Doch wer von Pier aus auf das Meer blicken musste, den Schiffen bei der Einfahrt und Ausfahrt zusah und sich zum Volke der Seefahrer zählte, für den konnte auch dieser Ort ein schreckliches Gefängnis werden.
Zwei Wochen sahs Liv hier schon fest. Zwei Wochen auf denen sie nicht die Maserung der Planken auf der Fußsohle gespürt hatte, sich nicht der Wind in ihren Haaren verfangen hatte und Perlen und Muscheln leicht aneinander klimpern ließ, sie nicht das beruhigende Geräusch knatternder Segel und peitschender Takelage vernommen hatte. Doch nun neigte sich das Geld in ihrem Beutel zur Neige, das Leben an Land hatte die unangenehme Angewohnheit entwickelt schneller als Liv lieb war ihr das Gold aus den Fingern zu lutschen. Jeder wollte für alles Geld haben, sei es das Getränk das die Sehnsucht nach der See ein wenig verblassen ließ, sei es das Bett das ihr für die Nacht ruhe spenden sollte. Oh wie Liv es hasste einem jeden ihr Gold in den Allerwertesten schieben zu müssen um zu bekommen was sie wollte. Doch hier auf der Zacke war es keine gute Idee sich einfach zu nehmen was man begehrte und noch viel weniger jedem der ihr blöde kam eine Kugel in den Kopf zu jagen. Oh es würde Zeit wieder auf einem Schiff anzuheuern und mit einer Crew auf die weite See hinaus zu segeln.
Ehe Liv den gewohnten Gang in die Taverne antrat glitt ihr Blick wie so oft zu der Hafeneinfahrt herüber und ruhte einige Augenblicke auf dem Horizont ehe sie ihren Blick weiter über den Hafen gleiten ließ. Ein neues Schiff war gerade angekommen. Nun, neu war es nicht, so manche Jahre war es schon über die Meere gesegelt und den Namen brauchte Liv gar nicht erst suchen, den hatte sie schon oft genug gehört. Doch so wie die Black Tide da nun im Hafenbecken lag war sie ein trauriger Anblick. Durch die von Kugeln mehrfach durchschlagenen Bordwand konnte sie mühelos die Innereien des Schiffes erkennen und der Stumpen des abgebrochenen Mastes erinnerte sie an einen Arm der vom Körper gerissen wurde und nur einen blutigen Stummel hinterlassen hatte. Die Crew machte auch keinen besseren Anblick, kaum einer hatte keine Bandage um mindestens ein Körperteil gewickelt.
Es brauchte aber noch einige Augenblicke des stummen Beobachtens ehe Liv merkte was ihr an dem Schiff fehlte. Es war eine Stimme, dröhnend tief und äußerst kraftvoll, die sie sonst vernommen hatte bei den seltenen Gelegenheiten an denen sie die Black Tide gesehen hatte. Die Stimme Harfords fehlte die sonst so dominant in der Luft gehangen hatte.
Mit einem Schulterzucken wand Liv sich ab und legte die letzten Schritte zum Gasthaus zurück. Die Sonne stand hoch, ihr Magen hing tief, dringend Zeit daran etwas zu ändern.
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 19 Apr 2013, 18:15

"Stillhalten, Junge", herrschte Bones ihr hilfloses Opfer an. Die Wunde des Mannes war vereitert und musste gesäubert werden, aber der Pirat stellte sich an wie eine Jungfrau beim Sex. Wenn er noch ein wenig mehr herumzuckte, würde er entweder vom Behandlungstisch fallen oder in Bones' Faust. Das erleichterte soviele Dinge. Ekelerregender Geruch breitete sich in dem kleinen Raum im Unterdeck aus als der Verband sich von der Wunde löste. Mit den Zähnen entstöpselte Bones die Flasche mit dem Alkohol. Der war nicht zum Trinken geeignet, aber man hatte ihr beigebracht damit Wunden zu desinfizieren.
"Stillhalten, du Missgeburt", befahl Bones erneut. Als der Alkohol die Wunde berührte, zuckte der Pirat nur noch mehr herum, mit verdrehten Augen, bis er schlaff zusammensackte. Bones schüttelte sich die Hand aus und machte sich daran die Wunde zu reinigen, ohne Einsatz von Egeln, wie einige der Stümper hier es machten. Und jetzt, wo der Pazient nicht mehr störend eingreifen konnte, erledigte sich die Arbeit fast von allein. Trotz aller Vorkehrungen waren die Adern des Mannes schwärzlich. Wenn alles zum Schlimmsten kam war eine Amputation unumgänglich, wonach es derzeit leider aussah.

Mit qualmender Pfeife trat Bones an Deck. Alle hatten die eine oder andere Verletzung davongetragen, sie selbst eingeschlossen. Aber im Gegensatz zu den Volltrotteln, die sich heutzutage Seefahrer schimpften, besaß sie genug Verstand, um dafür zu sorgen, dass der Verband trocken blieb. Damit ersparte man sich die ganze Sache mit dem Vereitern, meistens. Nach den Wochen an See war es seltsam wieder eine Stadt zu besuchen, aber wenigstens gab es hier Alkohol. Auf See verzichtete Bones auf ihren Rum. Alkohol machte sich nicht gut beim Operieren. Aber Rauchen ging immer. Bones zog an ihrer Pfeife. Ihre Mannschaft war ziemlich dezimiert. Sie würden neue Leute brauchen. Es waren viele gestorben und wieder andere hatten oder würden noch Gliedmaßen verlieren. Ein Pirat ohne Schwertarm war ziemlich nutzlos.
"Wir brauchen neue Seemänner", sprach Bones das offensichtliche aus, wobei auch sie nicht wusste, wie man für die Reparatur der Black Tide aufkommen sollte.
"Veron wird mit dem Arm nie wieder ein Messer halten." Die Worte gingen an niemand im Speziellen. Aber es war einfacher sie auszusprechen als sie für sich zu behalten.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 19 Apr 2013, 19:26

"Dann ist es ja gut, dass wir angekommen sind.", sagte Masao, trockener als es seine missliche Lage erlaubt hätte. Schließlich hatte er beinahe selbst ins Gras gebissen, um einen halben Zoll. Er hatte ein gewisses Mitleid mit dem guten Veron, der war kein übler Kerl, ein guter Seefahrer, immer in den Wanten, Segel setzen oder reffen, aber mit einem Armstumpf war er leider ungefähr so nützlich wie Herpes am Pimmel. Was solls. Er hatte seinen Verband immer brav gewechselt und ab und zu frischen Rum über die Wunde gekippt. Das musste hygienisch reichen. Und hier in der Zacke konnte er es bestimmt gut heilen lassen. Sie würden schon ein paar Wochen hier vor Anker liegen. Seines Wissens nach hatten sie gerade so genug Geld, um das Schiff wieder flottzukriegen. Und er selbst? Vielleicht ein, zwei Huren in vier Wochen. Was soll's auch. Es gab harte Zeiten, und es gab härtere Zeiten. Mal schien die Sonne auf den Kopf, und mal regnete es. Das einzige, was ihn aktuell beinahe in den Wahnsinn trieb, war ein Jucken unter dem Verband - er hoffte, dass es keine Fliege war - und der akute Mangel an Schnaps. Er könnte jetzt einen Teufelsgurgler mit Minze, Limone und Rum gebrauchen. Und er würde ihn kriegen, früher oder später. Sollte Whinton ihm doch seine Heuer auszahlen! Der alte Buchhalter...
Der Hafenmeister war mittlerweile den Pier entlanggelaufen und setzte an, die Planke zu betreten. Masao ging der Kerl auf die Nerven. Preise, von denen gut fünfundzwanzig von hundert Pieces of Eight als Bestechungsgeld für den Fettwanst herhalten mussten. Der Preis eines sicheren Hafens für Seeräuber - Im Arsch! Der lebte hier wie die Made im Speck, und die hart arbeitenden Jungs mussten auf See mit Stürmen, Skorbut, und Salzwasser klarkommen!
Er baute sich vor dem Fettwanst auf, der immer noch einen Kopf kleiner war als er: "Hallo Mcready. Du hast dir ja ganz schön Zeit gelassen, bei uns aufzukreuzen, heh. Whinton ist da hinten auf Deck, musst schon die Planke hochrollen."
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 19 Apr 2013, 22:14

"Mister Masao, bitte!" Harold Stimme war deutlich über das Deck zu hören, doch der Tadel, der in seinen Worten mitschwang, lediglich ein milder. Die Form musste schließlich gewahrt werden und mit den Hafenbehörden sollte man es sich auch in einem Nest wie der Zacke nicht verscherzen. Zumal, wenn man womöglich auf Kredit angewiesen war. Die Haltung straffend löste er sich vom Ruder und stieg die Treppe aufs Hauptdeck hinab, wandte sich der Planke zu, die die Männer ausgelegt hatten. "Bleiben sie an Land, ich komme zu ihnen", rief er dem Hafenmeister zu und beeilte sich, von Bord zu kommen.
"Harold Whinton", stellte er sich vor, wenngleich es nicht seine erste Begegnung mit dem Hafenmeister war – irgendwie bezweifelte, dass der Mann sich mehr Namen als die der Kapitäne merkte – und reichte ihm eine beringte Hand. Im Vergleich zu dem, was andere Piraten trugen, war sein Schmuck vergleichsweise schlicht, zwei schmale Reife aus schlichtem Gold, der eine mit einem kleinen Rubinsplitter. "Ich hoffe, ihr habt euch nicht zu sehr auf ein Wiedersehen mit Jeremiah Harfort gefreut. Der Kapitän ist bedauerlicherweise auf See geblieben. Die Crew hat mich zu ihrem Nachfolger gewählt. Aber sie sind zweifelsohne nicht der Kondolenz wegen hier. Sie müssen ihre Pflicht ausführen und sicher stellen, dass die Stadt nicht zu kurz kommt. Nun, auf welchen Preis ist die Liegegebühr inzwischen gestiegen?" Die Worte, die er in einem eloquenten Schwall von sich gab, dienten nur einem einzigen Ziel: den Hafenmeister zu überrumpeln. Harold mochte den Mann nicht. Und weniger noch dessen Anliegen. Freilich ließ er dies nicht durchblicken – das hätte sich nun wirklich nicht gehört – aber wenn er ihn um die Worte bringen würde, dann würde das eine zweifellos günstigere Verhandlungsbasis ergeben.
"Für ein Schiff dieser Größenordnung... ähm... ich denke... das sind zwölf Schilling am Tag."
"Zwölf Schilling?", gab Harold sich verwundert, "Bei unserem letzten Besuch waren es noch acht..." Es war eine blanke Lüge. Als sie das letzte mal in der Zacke angelegt hatten, hatten sie zehn Schilling am Tag bezahlt und auch das nur, weil Harfort dem Hafenmeister einen Rabatt aus dem Kreuz geleiert hatte. Harold wusste es noch genau. Der Hafenmeister im Zweifelsfall nicht mehr. "Ich bin bereit, ihnen zehn Schilling pro Tag zu bezahlen und entrichte die Gebühr für eine Woche im Vorraus. Klingt das nach einem Angebot zur beiderseitigen Zufriedenheit?"
"Ich... ähm... denke... ähm..." Ja, eindeutig überrumpelt. Harold nutzte seine Chance sofort.
"Dann sind wir uns einig? Hervorragend!" Hastig griff er nach der fleischigen Pranke des Hafenmeisters und in seiner Verwunderung schlug der Mann instinktiv ein.
"Das freut mich. Wenn sie mich für einen Augenblick entschuldigen würden, ich habe meine Schatulle an Bord." Ehe der feiste Mann ein weiteres Wort von sich gab hatte er sich mit wehenden Mantelschößen abgewandt und war wieder die Planke hinauf geschritten. Eine kleine Gruppe Schaulustiger hatte sich an der Reling versammelt.
"Was steht ihr hier noch rum? Ihr habt Landgang! Genießt das Leben!"

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 00:12

"Landgang, Whinton? Das ist ja mehr als reizend. Wenn mich keiner mehr braucht, bin ich dann mal weg, meine Heuer versaufen.", schnaubte Masao lachend und stapfte die Gangway herunter, vorbei an dem grotesk fetten, beinahe spießbürgerlichen Hafenmeister. Wie der wohl hierhergekommen war... Egal! Es gab Alkohol anzuschaffen! Und ein bisschen das Wort zu verbreiten, dass ein neues Schiff angelegt hatte und angeheuert wurde. Er kannte das Spiel, und es gefiel ihm. Betrunken werden und irgendwelchen Glücksrittern was vom Pferd erzählen. Nichts, was er außer Dienst nicht sowieso gemacht hätte.

Sein Weg führte ihn über die Straße aus in der Sonne aufbrechendem Schlamm hin in die Stillwassertaverne, wie so ziemlich alle Tavernen auf der Zacke auch ein Hurenhaus und eine Herberge. Zielsicher steuerte er auf die Bar zu, den in einem schäbigen Braunweiß erstrahlenden Verband um seinen Unterarm gewickelt. Es ging durch einen Bogen in ein relativ kühles Kellergewölbe.
"Ein Teufelsgurgler.", schoss seine Bestellung zum Wirt.
"Was?"
"Teufelsgurgler. Höllengurgler, Donnergurgler. Wie auch immer man das mittlerweile nennt. Rum, Limone, Minze. Muss meine Wunden von innen desinfizieren."
"Ah, Teufelsgurgler. Hatte dich nicht verstanden, du Bankert."
"Besser, du verstehst mich, du fetter räudiger Höllenhund."
Ah, das Geplänkel in einer Taverne. Noch so eine Sache, die es auf See nicht gab. Auch wenn er auf dem Weg hierhin geschwankt hatte, war es doch gut, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Sein Getränk kam, er wandte sich um, musterte die Taverne, durchsuchte sie nach freien Plätzen. Da war eine Thurmerin, sah reichlich abgerissen aus. Wir Piraten sehen alle abgerissen aus, korrigierte er sich. Warum auch nicht? - Seine Füße trugen ihn an den Tisch der Dame. Die blickte nur kurz von ihrem Essen auf, und beinahe wäre er zurückgeschreckt, wenn er nicht so ein harter Kerl gewesen wäre. Verschiedenfarbige Augen? Was für eine Tiefenhexe! Instinktiv zuckte seine Hand in einer Geste zu Boden; Zeige- und kleiner Finger vor, Mittel- und Ringfinger geballt, um die negative Energie und etwaige Flüche abzuleiten. Das war doch nicht normal! Aber jetzt sass er an ihrem Tisch, und er wollte die Black Tide auch nicht wie ein Schiff für Schwächlinge dastehen lassen. Langsam griff er den dickwandigen, tiefen Becher, und hob ihn zum Gruß.
"Kenji Masao Thorleifsson, erster Maat der Black Tide. Und du, Thurmerin?"
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 01:00

Der kurze Blick hatte ihr schon gereicht um den Gegenüber als jemanden einzuschätzen dem sie nicht gleich Bekanntschaft mit ihren zwei Freunden machen lassen würde. Die breiten Schultern, von Wind und Regen gegerbte Haut und seine Art sich zu bewegen ließen Liv zu dem Schluss kommen das er gerade eben erst wieder festen Grund unter den Füßen bekommen hatte. Ohne ein Wort zu sagen löffelte sie den Haferbrei weiter in sich hinein. Das Zeug schmeckte nach nichts, doch es war billig und füllte den Magen, die zwei Bedingungen die Liv an Essen stellte. Geschmack war schmückendes Beiwerk das nicht unbedingt erforderlich war.
"Kenji Masao Thorleifsson, erster Maat der Black Tide." stellte sich ihr Gegenüber vor und erst als Masao seinen Posten auf der Black Tide erwähnte blickte Liv hoch. Ein Schmunzeln umspielte ihre Lippen als sie sich langsam in ihrem Stuhl zurück lehnte und sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht strich. Das war ein Zufall wie sie ihn sich in ihren kühnsten Träumen nicht erhofft hatte. Gerade noch hatte sie sich den Kopf zermartert wie sie wieder eine Crew finden würde, endlich wieder das sanfte Schaukeln des Meeres spüren konnte. Noch immer hatte sie kein Wort gesagt, musterte den Gegenüber mit ihren zweifarbigen Augen von Scheitel bis zu den Sohlen, jedenfalls die Bereiche die nicht vom Tisch verdeckt wurden. Eine seltsame Gestallt war das, die Haut mit ihrem leichten Stich ins gelbliche, die schräg stehenden Augen, unverkennbare Merkmale für ein Schlitzauge, doch die breiten Schultern, die Mundpartie, das sprach für einen aus ihrem Volke. Der Arm war in eine Bandage gewickelt, nun das war nicht weiter wunderlich wenn er von der Black Tide kam, es war wohl eher wunderlich dass er lediglich den Arm verbunden hatte.
Langsam schürzte Liv die Lippen, leckte einmal darüber um diese zu befeuchten ehe sie selber nach ihrem Krug griff, es war weder Grog noch Teufelsgurgler darin, ihr Vermögen reichte nur noch für schales Bier das diesen Namen gar nicht verdiente, und hob diesen gen Masao zum Gruß ehe sie einen tiefen Zug daraus nahm. Ein einzelner Tropfen wollte ihrem Mund über den Mundwinkel entkommen, doch eine schnelle Zunge schnappte ihn noch ehe sein Weg zu ihrem Kinn beginnen konnte. "Liv Blaze Molander, Scharfschützin und Büchsenmacher." wieder brauchte es einen Moment ehe sie weitere Worte aus ihrem Mund entließ, "Die Black Tide, hm? Hab Harfort gar nicht gesehen, oder hat ihn etwa Davy Jones zu sich geholt?"
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Redeyes
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 01:22

Cyrian sass schon eine ganze Weile am ende des Piers und starrte auf das offene Meer hinaus, beobachtete die Schiffe und zog ab und an mal an seiner Pfeife. Kein so edles perfekt abgeschliffenes geschwungenes Ding, das die reichen benutzten, sondern ein sehr primitiv wirkendes, selbst geschnitztes Ding, doch es tat seinen Zweck. Und ausserdem war es bei einer Pfeife wichtiger, mit was sie gefüllt war und in dem Punkt lies sich Cyrian nicht lumpen.
So war es auch nicht weiter verwunderlich das Er das Einlaufen der Black Tide mitbekam und das ganze beobachtete. Der Anblick des in Mitleidenschaft gezogenen Schiffes weckte unangenehme Erinnerungen an seine letzte Kaperfahrt. Dabei war Schiff und Crew so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass die Crew sich auflöste und das Schiff aufgegeben wurde. Das war nun knapp zwei Wochen her. Da viele der Crew getötet worden waren, war bei der Aufteilung der Beute ein recht beachtliches Sümmchen abgefallen. Cyr hatte also keine schlechte Zeit gehabt auf der Zacke und trotzdem er vermisste das Meer. Einfach nur im Hafen herumzulungern reichte auf die Dauer einfach nicht aus und mit Alkohol, Kräutern und Huren konnte Cyr sich nicht ewig ablenken.
Das brachte ihn zurück zur Black Tide und er fragte sich, wie stark das Schiff und die Crew gelitten hatten. Würden sie sich auch Auflösen und das Schiff aufgeben, oder versuchen sich nochmals zu erheben. Cyr hoffte es, den dann war die Chance natürlich sehr gross das die Crew aufgestockt werden musste und das wäre seine Chance wieder auf einem Schiff anheuern zu können, selbst wenn Er keine spezialisierte Funktion übernehmen konnten. Das war einer der Nachteile wenn man bloss ein einfacher Matrose war.
Interessiert beobachtete wie der Hafenmeister auf perfekte, aber sehr elegante weise über den Tisch gezogen wurde, was Cyr ein Grinsen entlockte. Er musterte den Mann, der scheinbar jetzt das Sagen hatte, ihm war nicht entgangen, dass der frühere Kapitän nicht zu sehen war, und hatte entsprechende Schlüsse gezogen, und natürlich war das auffälligste der dicke verband um den Kopf. Sah übel aus und Cyr wünschte auch nicht mit dem armen Hund zu tauschen. Erneut zog er an seiner Pfeife und rappelte sich dann auf. Er würde sich hüten das Schiff uneingeladen zu betreten, doch vielleicht konnte er bei dem Hafenmeister etwas aufschnappen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 10:39

Dass er bei den Fischen schläft, weisst du besser als ich, Tiefenhexe!, dachte Masao, "Ja, ein ziemlich scharfer Säbel unserer lieben Verwandten aus dem Norden hat seinem leben ein ziemlich blutiges Ende bereitet. Tiefen mögen ihn selig haben. Er war ein guter Kapitän. Whinton, der erste Maat, ist jetzt Kapitän, und ich bin auch aufgestiegen."
Er pausierte und nahm einen Schluck vom Teufelsgurgler. Zum einen gut gegen den Skorbut, der immer wie ein Schwert über dem Kopf eines jeden Seemannes lauerte, der keine Früchte an Bord hatte, zum anderen sehr lecker. - und die Versorgungssituation auf der Tide war in der letzten Woche der Fahrt relativ schlecht gewesen, vielleicht ein wenig gefangener Fisch, und alle drei Tage Dörrfleisch. Nichts weltbewegendes, er hatte sogar irgendwoher eine alte Orange bekommen, aber während vielen alten Piraten ihre Zähne relativ egal waren, solange noch die Backenkauleisten da waren, betrachtete Masao ein gesundes Aussehen als Zeichen von Stärke - und wie kränklich jemand mit ausfallenden Zähnen war - nun, da konnten ihm die Skorbuthunde vieles erzählen von Körperlichen Schwächen, die an die Vergangenheit erinnern, er bevorzugte es, in einem relativ guten Körper in die Zukunft zu gehen. Schlimm genug, dass dieser kleine Imperiale damals seine Nase gebrochen hatte. Zum Glück erinnerte nur ein leichter Knick daran, denn mit einem krummen Ding im Gesicht herumzulaufen... Urghs. Auch wenn es zeigte, dass er sich nicht vor einem guten Handgemenge scheute. Auch ein Zeichen von Stärke.
Er musterte die Tiefenhexe eingehend. Sie sah doch recht gut aus. Für eine Hexe. Rote Haare. Und dann diese Augen. Es schauderte ihn, aber er konnte nicht umhin, dass sein Schwanz sich auch zu Wort meldete. So halb. Konnte man nichts machen außer das Blut verlagern. Er spannte den linken Arm an und griff das Glas, trank und hielt den Bizeps gespannt. Alter Trick, um aufkommende Geilheit zu unterdrücken. Vielleicht später. Gesehen hatte sie wohl aufgrund der Tischplatte nichts, und selbst wenn, kümmerte es ihn recht wenig - er war immerhin ein Seeräuber der schlimmsten Sorte, ein ganz harter Hund, da konnte man auch mal geil werden.
"Scharfschützin? Man kann mit Musketen genau schießen? Wäre mir neu, hahaha! Selbst meine Pistole, die, wie der Büchsenschmied mir versichert hat, auf 15 Meter genau schießen soll, ist mehr eine Nahkampfwaffe als sonst was!", er klopfte auf das Heft der Pistole, echt Mahagoni.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 13:17

Wie jeden Tag der vergangenen Woche trieb Jade sich am Pier herum und beobachtete die Schiffe, die im Hafen vor Anker lagen. Und wenn es da nichts interessantes zu beobachten gab, dann schaute sie sich eben einfach die Wellen an, die gegen die Schiffe schlugen und eine weiße Gischt bildeten.
Sie saß schon seit einer geschlagenen Woche in diesem Nest fest, eine Woche, so lange hatte sie seit Jahren keinen festen Boden mehr unter den Füßen gehabt, doch um ein geeignetes Schiff zu finden, da musste man Geduld mitbringen. Sie hatte nicht vor auf einem Handelsschiff anzuheuern, weiß Gott nicht, eher würde sie sich selbst die Kugel geben, doch wirklich viele andere Schiffe waren in den letzten Tagen nicht in den Hafen eingelaufen.
Gerade wollte sie sich auf den Weg machen und schauen, ob sie nicht wenigstens den Tag über bei Reperaturarbeiten mithelfen konnte, um an ein wenig Geld zu bekommen, denn ihres wurde langsam knapp, da hörte sie die Stimme von ein paar aufgeregten Kindern, die an ihr vorbei liefen und etwas von einem Schiff riefen, einem Piratenschiff. Das konnte nur eine Finte sein, die Kinder hier im Ort bezeichneten so gut wie jedes Schiff als Piratenschiff, doch als Jade einen genaueren Blick darauf warf, dann zweifelte sie nicht einen Moment daran.
Den Namen erkannte sie, sobald sie ihn las, das war wirklich die Black Tide? Die hatte sie schon ein zwei Mal in einem anderen Hafen gesehen, in dem sie gleichzeitig vor Anker gelegen hatten, doch damals war die Black Tide in einem besseren Zustand gewesen, aber in einem bedeutend Besseren. Ihr Vater hatte damals immer gesagt, dass es ein gutes Schiff sei. Jetzt, da war das Schiff wohl mehrmals von Kanonenkugeln durchschlagen worden, aber immerhin, es schwamm noch auf dem Wasser.
Der Hafenmeister hatte das Schiff natürlich auch schon bemerkt und unterhielt sich bereits mit einem der Piraten, wohl der Kapitän. Auch dieser war nicht unbeschadet davon gekommen, doch genau wie sein Schiff lebte er noch und das war schon einmal die Hauptsache.
Es war immer ein Jammer, wenn ein schönes Schiff zerschossen wurde und ein guter Seemann verstarb, aber in diesem Fall erschien Jade es als ein Zeichen des Himmels. Die Crew war wahrscheinlich dezimiert worden und sie würden neue Mitglieder brauchen.
Breit grinsend zog sich Jade zurück und lief geschwind durch das Gewirr aus Straßen hinüber zu einem kleinen Lagerhaus, indem sie in den letzten Tagen eine Zuflucht gefunden hatte. Zum allerersten Mal seit Tagen brachte sie ein ehrliches Lächeln auf die Stimme zum ersten Mal seitdem sie das Land betreten hatte, waren die Melancholie und die Schwermütigkeit von ihr abgefallen, sie hatte Hoffnung, endlich diese verdammte Hafenstadt hinter sich zu lassen, weg vom Festland zu kommen.
„Maurice?“, rief sie, als sie die Holztür des Lagerhauses hinter sich geschlossen hatte und schaute sich aufgeregt im Halbdunkel der Halle um. Seit Tagen hielten sie sich hier versteckt und bisher hatte niemand außer ihnen dieses Haus betreten. So wie es aussah war es verlassen, die Fenster, starrten vor Dreck, ließen kaum mehr einen Sonnenstrahl hindurch, weshalb es auch immer schwer war, in dem vollgepackten Lagerhaus nicht über herumliegende Gegenstände zu stolpern.
„Maurice, im Hafen ist ein Schiff, das könnte etwas für uns sein!“, rief sie aufgeregt und schaute sich nach ihrem Begleiter um, er musste doch irgendwo sein. Sie hatten keine Zeit zu verlieren, solch eine Gelegenheit wollte sie sich nicht entgehen lassen, wer konnte denn sagen, wann sie wieder die Chance bekamen, auf solch einem Schiff anzuheuern, auf einem Schiff, dessen Namen sie immerhin kannte und von dem ihr Vater niemals schlecht geredet hatte, das musste schon etwas heißen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 16:40

Es war ein eher sanftes Lächeln das ihre Züge umspielte als Masao ihr bestätigte das der alte Haudegen das Zeitliche gesegnet hatte. Dem Kerl mit einem Bauch so gewaltig das eine ganze Horde Kinder darauf Hüpfen könnte hatte sie bei der ein oder andere Gelegenheit schon zu Gesicht bekommen, vor einigen Jahren, als Liv den Versuch gewagt hatte dauerhaft auf dem Festland zu verbleiben, meinte sie sich zu erinnern ihm auch seine Pistole repariert zu haben. Doch so ganz sicher war sie sich dabei nicht, es war ein dunkles Jahr gewesen mit viel zu wenig Geld in der Tasche und einer viel zu großen Sehnsucht im Herzen. Aber Harfort war Geschichte und sein Wort würde höchstens als schwaches Echo über die Meere schweben, nicht aber hier noch weiter Gewicht haben. Daher schob Liv die Gedanken an den alten Kapitän beiseite und besann sich wieder auf das gerade beginnende Gespräch hier an ihrem Tisch.
Seine Musterung ihres Körpers entging Liv keinesfalls, nein sie nutzte die Zeit um ihrerseits den Gegenüber etwas genauer zu beobachten. Nun, es war sicher keine Augenweide die ihr dort gegenüber sahs doch abstoßend oder gar hässlich war Masao auch nicht. In gewisser Weise übte er sogar einen seltsamen Reiz auf Liv aus, nicht sexuell begründet, doch er war ihr weitaus weniger unsympathisch als die meisten Kerle die sich in den letzten Tagen zu ihr gesetzt hatten. Bis auf einen den sie mit auf ihr Zimmer genommen hatte für ein paar vergnügliche Stunden der Zweisamkeit.
Und während Masao Liv musterte und Liv Masao wurde das anfangs noch als sanft zu bezeichnende Lächeln zu einem immer breiteren, amüsierten Grinsen. Er war keinesfalls der Erste den der Anblick ihrer Augen verwirrte, vielleicht sogar ein klein wenig ängstigte, bei Masao war das deutlich schwieriger zu beurteilen als bei vielen anderen musste Liv sich eingestehen. Früher hatte sie es gehasst wenn die Leute sie deswegen anstarrten oder gar ihre abergläubischen Handzeichen, irgendwelche Beschwörungen oder sonstigen Unfug anstellten und sei es nur darüber zu reden und sie als Hexe, Teufelsweib, Dämon und sie wusste selbst nicht als was noch bezeichneten. Nicht selten hatte es eine handfeste Schlägerei gewesen dessen Urheber meist Liv gewesen war. Doch mittlerweile hatte sie sich daran gewöhnt und gelernt das zweifarbige Augen äußerst selten waren, sie hatte selber ja noch keinen anderen Menschen kennen gelernt dem es wie ihr erging. Langsam lehnte sie sich vor, stützte die Ellenbogen auf den Tisch um kam ihm noch ein wenig näher. Seine Anzweifelung mit einer Muskete einen genauen Schuss setzten zu können überging sie einfach, das konnte warten und später richtig gestellt werden, jetzt war es wichtiger selber ein gutes Bild zu vermitteln um vielleicht die besseren Karten auf der Hand zu haben sollte die Black Tide ihre Crew tatsächlich aufstocken. Den Oberkörper vorgebeugt erlaubte sie Masao einen tiefen Blick in ihr Dekoltee, sie war gespannt ob er dorthin oder in ihre Augen schauen würde, und sah ihn einen Moment lang einfach nur an. "Wie würde es dir gefallen wenn ich mir deine Bewaffnung mal anschaue?"
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 18:30

"Du besitzt die Frechheit das als frisch zu bezeichnen?", herrschte Bones ihr Gegenüber an. Der Händler besaß die Frechheit zu grinsen. Bones kannte den Kerl. Er verlangte zuviel Geld und gab zuwenig Wechselgeld raus, aber er hatte seltene Waren, die Bones brauchte. Das wusste er, das wusste sie. Dies war eine Schlacht der ganz anderen Art. Worte flogen Dolchen gleich über den Verhandlungstisch. Am Ende bezahlte Bones vier Schilling. Vier Schilling waren kein schlechter Preis für frische Wahnwurz. Das Zeug war so verdammt selten in diesen Breiten, dass man sein Gewicht fast in Gold aufwiegen konnte. Mit aller gebotenen Vorsicht verstaute Bones die Wurzel in einer Tasche ihres Mantels und verschloss diese fest. Stümper töteten mit dem Wurz mehr Leute als sie retteten. Falsch verarbeitet war das Zeug tödlicher als ne ganze Wagenladung Arsen. Aber jetzt war es mal Zeit sich die Kehle zu befeuchten.

"Ein Bier, aber keins von dem Zeug für die Gäste!", verlangte Bones von dem Barmann und knallte zusammen mit ihrer Hand ein paar Münzen auf die Theke. Masao war auch hier und bandelte anscheinend mit irgendeiner Hure an. Die hatte feuerrote Haare. Wenigstens hatte der Mann einen guten Geschmack. Mit einem Grunzen stellte der Wirt das Bier vor Bones ab, die triumphierend grinste. Man konnte den Boden des Kruges nicht sehen. Eigentlich mussten jeden Moment die ersten eintreffen, die die Geschichte vom Niedergang der Black Tide hören wollten. Und dann würde Bones dezent darauf hinweisen, dass es sich mit befeuchteter Kehle besser erzählen ließ.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 19:35

Wir hatten einige Männer verloren. Einige gute Männer. Es ist nicht immer ungefährlich die Kanonen abzufeuern. Vor allem dann nicht wenn man sie auf andere Menschen abfeuert, diese haben nämlich meiste die doofe Angewohnheit zurückzuschießen. Aber so ist es halt, und damit muss man sich abfinden wenn man auf einem Piratenschiff seinen Dienst tut. Oder generell auf einem Schiff. Die See ist nur selten gnädig, meist ist sie ein gehässiges altes Biest. Aber bisher konnte ich meine Haut retten. Natürlich hatte auch ich ein paar Schrammen abgekriegt, aber das würde sich auch wieder einfinden. Solange noch alle Gliedmaßen dran waren konnte ich mich glücklich schätzen. Ich spürte eine leichte Bewegung in meiner Brusttasche. Achja, Patkany schien auch gesund zu sein, und dass war schließlich wesentlich. Solange es meiner kleinen Piratte gut ging, war auch mir wohl ums Herz. Momentan hatte sie sich zu einem kleinen Schläfchen zusammengerollt und träumte von Seeschlachten. Oder sonst etwas, aber sie zuckte immer wieder im Schlaf.
Nur müsste ich mir wohl oder übel ein paar neue Männer ausgucken, irgendwer würde mir schon ein paar Neue aufdrücken. Das sollte eigentlich kein Problem sein. Und Zeit dafür gab´s ja auch, denn wenn ich mir den Schaden an unserem Schiff so besah ging ich davon aus dass wir noch eine ganze Weile Landgang haben würden. Die Löcher im Rumpf waren vermutlich das geringste Problem. Nur dummerweise hatte wir einige unschöne Treffer hinnehmen müssen, so ein neuer Mast würde sicher nicht billig sein. Aber das war nicht mein Problem, es würden sich schon einige Spezialisten das Schiff ansehen.
Eigentlich war es mir auch ganz Recht wieder an Land zu kommen, ein Mann kann den Dreck auf einem zerschossenen Schiff nur eine bestimmte Zeit lang aushalten. Nicht dass ich nicht gerne auf einem Schiff war, nein, nur die ständige Erinnerung an tote Kameraden war nichts was ich auf Dauer gebrauchen konnte. Außerdem sah das Schiff aus als würde es jeden Augenblick absaufen, da war ich lieber auf festem Boden.
Also, wohin sollte ich gehen? Das erste Ziel war natürlich die Taverne, wenn man jemanden treffen wollte der sich möglicherweise anheuern lässt, dann dort.
Die Schenke war kein sonderlich hübsches Lokal, aber immerhin schien es einigermaßen, und einige meiner Kameraden saßen schon herum und suchten die Lösung ihrer Probleme im Alkohol. Ich war nie ein großer Trinker gewesen. Nicht dass ich nicht viel vertragen würde, aber einen besonderen Reiz hatte dieses sinnlose besaufen für mich nie. Lieber etwas weniger, aber dafür was gutes. Aber etwas Gutes konnte ich in solch einem Laden wohl kaum erwarten, also entschied ich mich für ein schales Bier, oder was auch immer das für eine Plörre sein sollte. Schmackhaft war etwas anderes, aber wenigstens stillte es den Durst.
Als ich mich ein wenig im Schankraum umsah fiel mir neben unserem ersten Maat eine Rothaarige Dame auf. Anscheinend verschwendete er keine Zeit seine Heuer an leichte Mädchen zu verteilen. Eine lobenswerte Einstellung. Die mussten schließlich auch von etwas leben. Aber im Grunde interessierte ich mich nicht dafür was oder mit wem hier etwas gemacht wird.
Wichtiger war was mit der Tag noch bringen würde, nur hoffentlich nicht noch so ein widerliches Bier. Ich sollte vielleicht doch nach etwas besserem Ausschau halten. Vielleicht einen guten Rum oder ein Cider. Und natürlich etwas für Patkany wenn sie aufwacht, dem Essen in solchen Tavernen vertraue ich nämlich nicht...
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 19:54

Der Blick in die Schatulle war ernüchternd. Noch ernüchternder als er gewesen war, als Harold das Amt des Kapitäns angetreten hatte. Damals war es eine seiner ersten Amtshandlungen gewesen, dass er den Schlüssel, den er Harforts Leichnam nach dessen Ableben zur Verwahrung abgenommen hatte, aus der Schublade heraus geholt und sich den Inhalt der Schatulle des Kapitäns angesehen hatte. Die Schatulle selbst war ein hübsch gefertigtes, vielleicht unterarmlanges Kästchen aus Zedernholz mit geschmackvollen Halbreliefs im floralen Stil. Der Inhalt war weniger hübsch gewesen: ein bedauerlich kleiner Haufen bunt durcheinander gemischter Münzen aus der ganzen Welt. In einer Gegend, in der so viele Nationen aufeinander prallten, war es praktisch unmöglich, sich auf ein einziges Zahlungsmittel zu einigen. Aber Handelsleute waren ein pragmatisches Volk. Also konnte man auf den meisten Inseln mit jeder beliebigen Art von Münze zahlen, solange sie denn nur echt war.
Das war vor ein paar Tagen gewesen. Am Vorabend allerdings hatte Harold den verbliebenen Männern ihre Heuer ausgezahlt – wohl wissend, dass ein guter Teil von ihnen sich damit davon machen und nicht wieder auftauchen würde – und was nun noch an Münzen übrig war, war wirklich betrüblich. Es würde kaum für die Liegegebühr ausreichen. Noch ärgerlicher war, dass auch die Laderäume der Black Tide weitestgehend leer waren. Als die Thurmischen Kriegsschiffe sie aufgegriffen hatten, hatten sie noch reichlich Beute geladen, aber einen guten Teil davon hatten sie über Bord werfen müssen um an Geschwindigkeit zu gewinnen und einen weiteren Teil nachdem sie mit dem leckgeschlagenen Schiff aus dem Sturm entkommen waren um ihren Tiefgang zu verringern. Sie hatten die Wahl zwischen der Ladung und den Kanonen gehabt. Auf Beute hatten sie eher verzichten können. Lediglich ein paar Ballen Seidentuch hatten sie behalten. Die waren zu leicht um das Schiff zu entlasten und zu wertvoll um sich so einfach von ihnen zu trennen. Aber der Erlös würde wohl gerade ausreichen, um sie über die nächsten Wochen zu bringen und ein paar Handgelder auszuzahlen. Für die Reparatur des Schiffs würden sie an ihre Reserven gehen müssen.
Harold klaubte das Geld zusammen, dass er dem Hafenmeister schuldete, packte es in einen Beutel und stieg wieder an Deck um wenigstens diese unangenehme Formalie zu erledigen. Der Hafenmeister ließ es sich nicht nehmen, jede Münze einzeln zu prüfen – das Wort eines Ehrenmannes schien für ihn nicht zu zählen – und so zog es sich eine halbe Ewigkeit bis er endlich von dannen watschelte. Inzwischen waren nicht mehr viele Mitglieder der Crew an Bord. Ein wenig ratlos blickte Harold über die Reling zur Siedlung am Ende der Piers. Die meisten seiner Männer würden sich eine Schenke oder ein Hurenhaus suchen und ihr Überleben feiern, aber ihm war nicht nach derartiger Zerstreuung zumute. Zu sehr quälten ihn die Sorgen, die die Verantwortung eines Kapitäns zwangsweise mit sich brachte. Als erstes würden sie ihre verbliebene Fracht los werden müssen, entschied er nach einer Weile. Wieder ein wenig Geld in die Schatulle bringen. Sein Blick huschte über die Gesichter der zurück gebliebenen Crewmitglieder. Er ging ungern alleine in Verhandlungen mit den Hehlern der Zacke. Zu leicht legte man ihm seine Manieren als Schwäche aus und es war nervtötend, den Geldsäcken einen anständigen Preis aus den Rippen zu leiern, wenn sie erst einmal glaubten Blut gewittert zu haben. Aber die, die noch da waren, waren überwiegend die Verletzten. Von den Leuten, die er jetzt hätte gebrauchen können – sein Erster Maat oder die Schiffsärztin vielleicht – war nichts zu sehen. Na schön, dann konnte er nur hoffen, dass der Verband um sein Gesicht ihn hinreichend grimmig wirken ließ. Federnd schritt er die Planke hinab und den Pier hinunter.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 23:02

Er starrte natürlich auf ihr Dekolleté. Wieder ein Schwanzmoment, diesmal ganz ungefiltert, sehr direkt, und kaum noch abzuhalten. Die Tiefenhure hat mich durchschaut!, schoss es durch seinen Kopf, und er rang nach einem klaren Kopf, aber mittlerweile hatte der Teufelsgurgler seinen Dienst begonnen, und ab hier noch klar zu denken war schwer. Sechzigprozentiger Alkohol - Verflucht sei der Wirt! - war schwer zu konterkarieren.
"Tja Blaze, wenn ich noch einen zielsicheren Schuss absetzen könnte, wäre mir das höchst willkommen...", hörte er sich im leichten Rausch sagen. Denn verdammt, die Frau war wohlgeformt, und sie wollte etwas von ihm. Wohl kaum seinen hübschen Körper, mehr eine Chance, mit ihrem Geisterschiff zu fahren. Warum auch nicht - Und wenn er daraus etwas für sich ziehen konnte: eine Hure weniger, an die er seine Heuer verprassen musste. Es lag ihm aber daran, zumindest die Form zu wahren.
"Wirt! Noch einen Tiefengurgler für die Dame!", schallte seine Stimme durch die Bar, und während er immer noch gebannt zwischen ihren vollen Lippen und ihrer ausladenden Brust hin- und herwechselte, machte sich der Wirt daran, ein Getränk zu bereiten. Er rückte unterdessen näher an Liv heran, überhaupt nicht abgeturnt von ihrem überaus unattraktiven Haferbrei.
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Dreyri
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 20 Apr 2013, 23:19

Es war immer schwer, jemanden zu verlieren, den man gemocht hatte. Besonders, wenn man keine Gelegenheit gehabt hatte, sich von ihm zu verabschieden. Sein bester Freund auf diesem Schiff war irgendwann während dem letzten Kampf über Bord gegangen. Eigentlich ironisch, wenn man darüber nachdachte, wie schlecht Miguel kämpfen konnte. Wie durch ein Wunder war er jedoch nur mit einer aufgeplatzten Lippe und einem Schnitt im rechten Oberarm davongekommen. Das war nichts, was nicht verheilen würde. Höchstens die eine oder andere Narbe würde bleiben.
Nach diesem Kampf war er allerdings froh, konnte er mal wieder an Land, sich ausruhen und austoben.
Er beobachtete wie der neue Käptn mit dem Hafenmeister feilschte. Einen Moment lang beobachtete er dies, während er das ruhige Schaukeln der Black Tide fühlte und den leichten Wind in seinen Haaren genoss.
Der Käptn kam wieder hoch, um wohl das Geld zu holen. In der Zeit trat Miguel über die Planke, nur um gleich anschliessend das schöne Gefühl von Land unter seinen Füssen spüren zu dürfen. Den Hafenmeister grüsste er mit einem Kopfnicken.
Seine Zehen tappten auf Holz und stein und er konnte Sand und Kiesel spüren. Sogar der eine oder andere Muschelsplitter lag herum. Wunderbar. Er genoss es einfach, bis der Kapitän auf einmal an ihm vorbeirauschte.
Was er wohl vorhatte?
Kurzerhand beschloss Miguel, ihm zu folgen.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 21 Apr 2013, 12:35

Aufmerksam musterte Liv ihren Gegenüber, der Kerl hier hatte etwas an sich das ihr durchaus zu gefallen wusste und das er nur zu gerne einen Schuss setzten wollte glaubte sie ihm nur zu gerne, es stand ihm ja bald in dicken Lettern auf die Stirn geschrieben. Nun gut, er war keine Augenweide, da hatte Liv schon deutlich hübschere Kerle zum Teufel gejagt die gerne an ihrem Rockzipfel hängen wollten. Doch er hatte Manieren, ein seltenes Gut in einer Umgebung wie der solchen und von Liv hoch geschätzt, zumindest wenn man ihr gegenüber welche zeigte. Langsam lehnte sie sich wieder in ihrem Stuhl nachdem Masao seine Schussabsicht äußerste und grinste ihn nur süffisant an. Es war einfach einen Seemann zu umgarnen, ganz besonders wenn er gerade erst von seinem Schiff gestolpert war und der Alkohol seinen Dienst tat, doch jetzt musste sie vorsichtig werden. Verdammt, es war schon Wochen her das sie einen Kerl im Bett hatte an dem sie sich hatte austoben können und nun sahs da einer gleich vor ihr dem zwar fast die Augen aus dem Kopf fielen er aber sein Mundwerk, noch, gut im Griff hatte. Er nutzte es sogar nicht dafür blöde Kommentare über ihre zwei Freunde zu machen die er sich da besah, nun Masao würde dann auch Bekanntschaft mit zwei sehr guten Freunden ihrerseits machen, er nutzte seinen Mund um ihr einen Teufelsgurgler zu bestellen. Na das war ihr nur allzu recht! Den letzten Schluck des Bieres kippte sie mit einem großen Zug in sich hinein und drückte den leeren Krug dem Wirt in die Pranke als er ihr neues Getränk brachte. "Dann auf dich, Masao." prostete sie ihm zu und nahm einen Schluck und ließ diesen einen Moment im Mund verweilen das sich der herrliche Geschmack entfalten konnte ehe sie herunter schluckte. Sofort breitete sich eine wohlige Wärme in ihrem Bauch aus die schnell bis in die äußersten Extremitäten kroch. "Verdammt, der ist gut." murmelte Liv und ließ die Flüssigkeit in ihrem Krug hin und her schwappen, dann stellte sie den Krug unvermittelt auf den Tisch und lehnte sich wieder zu Masao herüber, stand sogar ein wenig auf und kam ihm recht nah, er konnte schon ihren Atem fühlen, und bannte seinen Blick in ihren Augen. Kaum eine Handbreit lag noch zwischen ihren Nasenspitzen als Masao einen kurzen Ruck am Gürtel fühlen konnte und die Rothaarige sich mit seiner Pistole in der Hand wieder zurück lehnte, ein triumphierendes Lächeln auf den Lippen. Schnell zog sie eine Lampe heran, hielt diese ein wenig hoch und musterte die Waffe mit den aufmerksamen Augen eines Kenners. "Ein schönes Stück." lobte sie die Waffe und drehte sie in der Hand um in den Lauf schauen zu können. "Glatter Lauf, damit wirst du keinen Baumstamm auf 15 Metern treffen." meinte sie und gab ihm die Waffe mit dem Griff voran zurück. "Da fällt es mir doch schwer zu glauben das du wirklich einen zielsicheren Schuss absetzten kannst." fügte sie mit gespielt zweifelhafter Stimme an. Einen Moment zögerte sie, blickte ein wenig zur Seite und zog die Stirn kraus. Was für einen verrückten Kram gab sie denn da von sich? Ihr Blick wanderte zu dem Krug vor ihr und da war die Lösung gefunden. Das Zeug dort hatte mehr Alkohol intus als so manche Bordapotheke und der reichte um Liv fürs erste die Pläne eine neue Crew zu finden beiseite schob. Heute Nacht wollte sie Spaß haben und bisher sah es ja auch so aus als würde sie diesen bekommen. Also hob sie den Krug wieder und nahm einen weiteren Schluck.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 21 Apr 2013, 14:42

Es dauerte nicht lange bis Harold, trotz seiner eingeschränkten Sicht, den Verfolger bemerkte. Miguel. Nicht unbedingt der Begleiter, den er sich freiwillig ausgesucht hätte. Ein schmächtiger Junge, der ehemalige Lustknabe. Nicht unbedingt die Begleitung, die dazu angetan war, seine Position zu unterstreichen. Masao war ein Schrank von einem Mann, der durch seine schiere Masse einschüchterte, Bones ein für ihren Jähzorn bekannter Dämon. Sie dabei zu haben hätte eine Aussage gehabt. Welche Aussage hätte es, mit Miguel bei den Pfeffersäcken aufzukreuzen?
"Was ist los, Junge?", wandte er sich zu ihm um, "Solltest du nicht längst in irgendeiner Schenke über dem Tresen hängen?"

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 21 Apr 2013, 15:29

Als sie ihm näher kam und ihn mit ihren seltsamen Augen fixierte, fühlte er sich hin und hergerissen zwischen Geilheit und einem kleinen bisschen Furcht. Da es allerdings weithin bekannt ist, was für eine Naturkraft der Wille zur Fortpflanzung beim Menschen ist - man hört von Ziegen, Pferden, und Aalen sogar - lässt sich leicht erkennen, welches Gefühl in Masao die Oberhand ergriff. Beinahe war er erleichtert über die Ruhepause, die ihm ihr Ergreifen seiner Pistole gab. Immerhin hatte er noch einen Drink zu beenden. Und dann vielleicht noch einen. Irgendwie wusste er nicht so recht, ob er mit ihr ins Bett wollte. Was, wenn sie die Lebenskraft aus ihm aussaugte? Essenzräuberinnen, hatte ein schlauer Seemann ihm mal erzählt. Sukkubi. Tiefensukkubi! Andererseits, was zur Hölle, er war manns genug, das auszuhalten! Und überhaupt schien ihm die Idee, mit einer Tiefenhexe ins Bett zu steigen, immer attraktiver in Angesicht der Schatzkiste, wie wir es nun mal nennen wollen, die sie auf der Brust vor sich hertrug. Prächtig! Was blieb ihm da noch anderes übrig als das Spiel weiterzuspielen?
Tja, wenn du dich damit auskennst, dann könnte ich dir ja das Ding mal geben, damit du mir den Lauf fräst. Der Schaft könnte auch mal wieder poliert werden..."
Verdammt, seine Wortspiele wurden immer schlüpfriger, er schrieb das mal dem Alkohol zu. Immerhin hatte er noch niemanden zusammengeschlagen. Ging auch schwer mit so einem Prügel in der Hose. Wobei....
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 21 Apr 2013, 15:45

Schallend hallte das Schlagen der Lagerhallentür durch durch den weitläufigen Raum und wenig später hörte man das Rumpeln von in Eile bei Seite geschobenen Gegenständen, doch das, was Maurice aufhorchen lies, war die Tonlage in Jades Stimme, die unverkennbar fröhlich, nahezu aufgeregt klang.
Seit grob einer Woche waren die beiden hier hängengeblieben, glücklicherweise nach wie vor ungestört in diesem alten Warenlager, seit dem war die Stimmung eher gedrückt gewesen. Sicher, zum einen kannten sich die beiden noch lange nicht gut, zum anderen war ihr Versorgung ungewiss. Die beiden verdienten sich das nötigste Kleingeld mit Hilfsarbeiten in Hafennähe, Jade half bei Reparaturarbeiten und Abwaschdiensten, Maurice verdiente sich als Lagerarbeiter und Kellner in verschiedenen Spelunken und jeden Tag hofften beide auf das Eintreffen, oder nur das Gerücht, von Schiffen, die... nun ja, nicht unter einer offiziellen Flagge segelten. Doch als Jade so in ihr Quartier geplatzt kam, hatte er das Gefühl, es gäbe gute Nachrichten und im Echo ihrer Worte schlenderte der junge Imperianer eine der alten Holztreppen vom Oberbau herunter.
„Wirklich? Das wäre ja geradezu die Rettung“, entgegnete er, kaum das er die unterste Stufe erreicht hatte. Auch er war von der Begeisterung des taffen Mädchens angesteckt.
„Dann wie üblich, schieb die Nahrungsmittel und Wertsachen zusammen und wirf ein paar alte Fetzen drüber, ich verstaue das große Gepäck“, meinte er mit einem Kopfnicken in Richtung einer Ecke, die noch dämmriger war, als der Rest des schwach beschienen Raumes.
Während beide alles so herrichteten, dass auf den ersten und zweiten Blick nichts ungewöhnlich war, sprach er weiter.
„Ich denke, du solltest wieder zum Pier gehen und dich bei dem besagten Schiff umsehen, vielleicht erhascht du ja ein paar Informationen oder triffst eines der Crewmitglieder. Ich komme erst mal mit zu diesem Kahn und höre mich dann in den Bars um, jeder weiß, wie durstig die Seemänner nach dem Anlegen sind und wer zuerst etwas Handfestes hat, gibt Bescheid, ok?“
Lächelnd schaute er zu Jade herüber. Irgendwas hatte er an ihr gefressen, bei aller Liebe, nichts Körperliches, dafür war sie doch zu jung, aber dieses schicksalhafte Zusammentreffen war schon etwas gewesen. Außerdem war er nicht wenig erstaunt über die Genauigkeit, mit der sie allerlei Dinge trotz der widrigen Umstände verfolgte und er selbst wollte dafür sorgen, dass die Umstände für beide nicht mehr so widrig waren. Zumindest nicht auf dem Festland, die See war alles andere als seichte Kost. Hatte er tatsächlich begonnen, sich für sie verantwortlich zu fühlen, sich um sie kümmern zu wollen?
Wahrscheinlich hast du einfach eine Menge von dir entdeckt, schloss er für sich selbst und tatsächlich hatte er mehr als einmal beobachtet, wie Jade keinen interessierten Blick auf Karten, Sextant und Messinstrumente geworfen, sondern einen geschulten, erfahrenen Blick, zumindest für ein Mädchen und für ihr Alter.
Wer weiß, wo es uns hin treibt, lachte er fast innerlich.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 21 Apr 2013, 16:19

Hastig machte Jade sich an die Arbeit, doch trotz der Eile legte sie alles ordentlich zusammen, jedes einzelne Teil hatte einen angestammten Platz, sodass es kompakt versteckt war. Nachdem sie fertig war betrachtete sie ihr Werk und verschob hier und da einige Karten und Decken ein paar Zentimeter, bis alles haargenau dem Bild in ihrem Kopf glich. Ihr war klar, dass Maurice das wahrscheinlich albern fand, aber sie wollte auf dem Festland nicht unordentlich werden. Auf See war es ihrer Meinung nach immer praktisch, wenn man genau wusste, wo man etwas fand und alles seinen Platz hatte, es ersparte einem Zeit und Ärger und, noch viel wichtiger, Platz.
„Komm mit, schnell, aber erschreck dich nicht, das Schiff ist derzeit in keinem besonders guten Zustand, sieht so aus, als hätte es sie übel erwischt, aber für uns ist das nur umso besser. Die Mannschaft wird ebenso viel abbekommen haben, wie die Black Tide. Viele der Seemänner, verlassen nach so einem Kampf das Schiff mit ihrer Heuer und verkrümeln sich, suchen sich ein neues Schiff, das nicht erst wieder repariert werden muss. Andere sind tot oder aber so schwer verletzt, dass sie nicht wieder auf See fahren können. Da haben wir gute Chancen.“
Sie trat hinaus ins Tageslicht und blinzelte ein, zwei Mal, bis sich ihre Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, das war der Nachteil an dem dunklen Lagerhaus, beim Verlassen schmerzte die Sonne in den Augen, doch es war besser, als die Nacht in irgendeiner Schänke zu verbringen, da kosteten die Zimmer Geld und das nicht gerade wenig. Nicht, wenn man keine Heuer zu verschleudern hatte, sondern sich mit Hilfsarbeiten begnügen musste.
„Komm mit!“, rief sie Maurice zu und schlug ein schnelles Tempo an. Wenn sie noch jemanden der Crew am Pier treffen wollte, da musste sie sich beeilen, die meisten hatten wahrscheinlich schon die Schänken überfallen oder aber sich mit der erst besten Hure in einem Zimmer verkrochen. Innerlich beschloss sie, ebenfalls die Wirtshäuser zu durchkämmen, wenn sie auf dem Pier keine Neuigkeiten erfuhr, bei dem Anblick der Black Tide, hatten so einige Crewmitglieder interessante Geschichten über den Kampf zu erzählen, womit sie sich die Getränke verdienen konnten.
„Da ist es!“, deutete Jade schließlich auf die Black Tide, „Wie gesagt, nicht im besten Zustand, aber nichts, was man nicht wieder hinkriegen kann. Und wenn sie erst einmal repariert ist, ein gutes Schiff.“ Lächelnd blickte sie zu Maurice um ihn von dem Schiff zu überzeugen. Wahrscheinlich hätte sie das von fast jedem Schiff behauptet, nur um endlich wieder auf See fahren zu können, doch es stimmte sogar.
Nervös drehte Jade an ihrem Talisman, einer Blume aus Jade, die sie einst von ihrem Vater geschenkt bekommen hatte, ihre einzige Erinnerung an ihn, während sie sich suchend nach einem Crew-Mitglied umsah. Tatsächlich entdeckte sie den, den sie für den Kapitän hielt, den, der zuvor mit dem Hafenmeister verhandelt hatte. Hinter ihm stand ein schmächtiger Knabe, wohl kaum älter, als sie selbst es war, der von dem Kapitän angesprochen worden war.
„Das scheint der Kapitän zu sein, ich geh mal hinüber und schau, in welcher Schänke er sich niederlässt, vielleicht erfahr ich so was interessantes, außerdem ists immer gut, wenn die Informationen gleich von ganz oben kommen. Wir sehen uns heut Abend im Lagerhaus!“
Zum Abschied lächelte Jade Maurice noch einmal freundlich an und verließ dann den Schutz der Seitengasse. Maurice war ein netter Kerl, dachte sie sich, er hätte sie verraten können und dann würde sie wahrscheinlich irgendwo am Galgen hängen, während Vögel ihr die Augen auspickten. Stattdessen aber hatte er mit ihr gemeinsame Sache gemacht, die Sicherheit des Handelsschiffes verlassen. Warum, das war ihr noch unklar, hatte er doch dafür getötet um die Arbeit überhaupt zu bekommen. Doch sie hinterfragte seine Entscheidung nicht, wieso auch? So hatte sie einen Gefährten, war am Leben und hatte es geschafft, das Handelsschiff still und heimlich zu verlassen, bevor irgend jemand noch Fragen nach ihrem weiteren Verbleiben hatte stellen können.
Langsam, möglichst desinteressiert wirkend, schlenderte Jade auf den Kapitän zu und versuchte dabei, unauffällig zu lauschen, was er sagte, sie wollte auf eine günstige Gelegenheit warten, ihn anzusprechen, wenn sie es denn überhaupt tat. Vielleicht wäre es schlauer, erst einmal nur zuzuhören und Maurice dann sprechen zu lassen, den würde man wahrscheinlich ernster nehmen, als sie, obwohl sie nicht wenig Erfahrung auf einem Schiff hatte.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 21 Apr 2013, 16:33

"Nun." mit dem Zeigefinger strich sie den Lauf der auf dem Tisch liegenden Waffe entlang. "Ja dem Schaft sollte ich mich wirklich dringend mal annehmen." dann umgriff sie den Lauf und stellte die Pistole aufrecht auf den Tisch, wohl wissend um die Ähnlichkeit die sie so darstellte. Langsam ließ sie ihre Hand die Waffe hinab gleiten um umschloss dann mit ihren schlanken Fingern den Griff. Ganz langsam ließ sie die Mündung der Waffe in Masaos Richtung sinken bis diese direkt auf sein Gesicht zielte.
Mit der anderen Hand griff sie ihren Krug und nahm einen tiefen Zug daraus. In den Mundwinkeln blieb ein wenig des Gesöffs hängen, wurde vom Zeigefinger aufgenommen und dieser abgeleckt. Mit einem leichten Schnalzen entließ sie den Finger aus dem Griff ihrer Lippen und lächelte Masao an. Erst jetzt legte Liv die Waffe wieder auf den Tisch und spielte weiter mit den Fingern daran herum.
Liv hatte nicht milde Lust sich jetzt gleich seiner Bewaffnung anzunehmen, sie hatte das Gefühl er war im Umgang damit durchaus nicht unfähig, die nötige Statur hatte er zumindest. Doch noch war die Frucht nicht reif genug um gepflückt zu werden, ein wenig wollte Liv ihn noch ackern lassen ehe sie ihm seine Belohnung auszahlen würde.
Nur zu schade das die Tischplatte ihr eine genauere Untersuchung seiner Bewaffnung verwehrte und selber den Hintern vom Stuhl zu haben wollte ihr gerade nicht gefallen. "Aber ich glaube dazu brauch ich mehr als nur den einen Tiefengurgler hier." mit einem letzten großen Schluck leerte Liv den Krug und stellte ihn neben die Pistole. "Hm, ich vermisse den Geschmack der See, etwas salziges wäre mir recht, ein Agavenschnaps vielleicht."
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 21 Apr 2013, 16:58

Soso, die Tiefenhexe will meine Heuer versaufen! Da hatte sie aber Glück, dass er gerade seine Heuer ausgezahlt bekommen hatte, sonst war er nicht so großzügig. Schließlich kauften sich Anteile an Walfängerkähnen nicht von nichts. Allerdings konnte er wirklich ein Glas Tequila samt Salz und Zitrone gut gebrauchen, immerhin war Skorbut eine überaus reale Gefahr - Er tat es schließlich nur für seine Gesundheit!
Während er sich zum Wirt umdrehte und zwei Finger hob fiel sein Blick auf Livs Muskeln. Nun, sie schien Ahnung zu haben vom Piratenhandwerk. Das war sonnengebräunte Haut und straffe Muskeln, nicht so wie die Huren mit den schlabbrigen Armen in den besseren Bordellen der Zacke. Einen Tripper würde er sich höchstwahrscheinlich auch nicht holen, sie wirkte allgemein recht gesund, und man konnte davon ausgehen, dass über eine Löwin wie sie nicht ständig Piraten drüberrutschten. Nein, die Idee gefiel ihm immer besser. Nur dass sie sich so seiner Pistole bemächtigt hatte, wollte ihm nicht so recht gefallen, auch wenn das Ding nicht geladen war. Warum hatte es eigentlich keinen gefrästen Lauf? Man sollte doch davon ausgehen können, dass der tote Pfeffersack, dem er sie abgenommen hatte, genug Geld gehabt hatte um sich etwas besseres als eine Zierpistole zu kaufen... Andererseits war das Stück gut gearbeitet. Molanders schöne Hände umspielten im schein der Kerze den Schaft der Waffe, und bei dem Gedanken, was sie erst mit ihm anstellen würde... Zeit zu bestellen!
"Wirt! Zwei doppelte Tequila mit Salz und Zitrone!", schallte seine Stimme durch die Spelunke. Es war Mittag, noch waren nicht all zu viele Piraten da. Nein, er hatte Zeit, bis er anfangen konnte anzuheuern. Whinton würde wissen wo er war... Und bis dahin würde er sich die Skepsis vor Blaze wegsaufen (Immerhin hatte sie gerade mit seiner eigenen Pistole auf seinen Kopf gezielt) und sie in der Folge vernaschen. Wenn ihn die Rechnung nur mal nicht teurer kam als eine Hure!
Der Wirt kam an, auf einem Tablett zwei Gläser klarer Tequila samt Zitronenvierteln und einer winzigen Schale Salz. Sah schon verlockend aus, erstmal die Kehle vorbereiten. Er nahm einen Schluck von seinem immer noch zu drei Viertel vollen Tiefengurgler. Teufelsgurgler? Wer wusste das schon.
"Ich denke, wir verstehen uns, Blaze. Auf das Seemannsleben!"
Nach einem Biss in die Zitrone stieß er mit der Thurmerin an, stürzte den Tequila hinab - widerlicher Geschmack! - und leckte das Salz von seiner Hand. Ging doch!
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 21 Apr 2013, 17:19

Fast mit Stolz verwies Jade auf das Schiff, welches übel ramponiert vor Anker lag, Maurice hingegen war ein wenig geschockt. Mächtige Löcher prangten an den Seiten, einer der Großmasten war brutal weggefetzt worden, ein schauerlicher Anblick, fast wie ein Geisterschiff. Ein wenig wurde seine Euphorie geknickt, denn schon viele derart beschädigte Kähne hatte er nicht wieder auslaufen sehen, doch solche Gedanken standen nicht zur Debatte. Für Jade scheinbar erst recht nicht, diese war bereits vor geschlendert und hielt, mit leichtem Abstand die Nähe zu zwei Männern, die wohl Teil der Schiffsmannschaft waren.
Gewissenhaft, schoss es ihm durch den Kopf und er trat selbst aus dem Halbschatten der kleinen Gasse heraus und wanderte am Pier entlang, wurde überholt von herum stromernden Kindern, die sich das geheimnisvolle Schiff ebenfalls nicht entgehen lassen wollten und blieb schließlich am Bug stehen. Black Tide konnte man auf dem geschundenen Holz gerade noch erkennen. Bildete er sich das nur ein, oder kam ihm der Name bekannt vor? Ohne weiter darüber nachzudenken, schlug auch er die Richtung von Jade ein und lies das beinahe Wrack hinter sich. Während er im Augenwinkel beobachtete, wie sich die beiden Männer der Black Tide unterhielten und seine junge Gefährtin erstaunlich unauffällig einfach in der Nähe stand, beschleunigte er seine Schritte und trat durch eine schäbige Holztür in das Innere eine der Schänken. In den meisten hatte er bereits ein paar Mal ausgeholfen und kannte daher die Wirte und würde von ihnen eventuell etwas von ihnen erfahren.
"Moin Bürschen, hab' für dich heut nix zu tun", knarzte es aus Richtung Tresen, kaum dass er eingetreten war, nicht gerade die Art, wie er sich vorgestellt hatte, beiläufig an Informationen zu kommen, doch ein Nicken auf die freien Plätze neben einer älteren Dame an der Bar verwunderte ihn. Langsam ging er zu einem der Hocker und lies sich neben der Frau nieder, während der Wirt ihm ein Bier hinstellte und ein für gestern hinterher knurrte. Ein kurzer Blick zur Seite, ein leichtes Heben des Kruges zum Wohle und einen kräftigen Schluck später wandte er sich an seine Nachbarin.
"Ihr seht aus, als kämt ihr grad von See", meinte er freundlich, doch der Blick in des Gesicht seines Gegenüber lies ihn daran zweifeln, ob es eine gute Idee gewesen war, gerade sie anzusprechen, ihre witterungsgegerbten Züge hatten etwas Herrisches an sich. Im Inneren unsicher erhielt er aber sein Lächeln aufrecht und suchte leicht den Augenkontakt zu ihr.
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