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 [MSG] Black Tides

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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 01 Jun 2013, 11:40

Mit der ihr üblichen Forschheit hatte Bones eine Ecke der kleinen Höhle für sich beansprucht. Während des Marsches hatte die Ärztin mit ungewohntem Enthusiasmus mit einer Machete auf jenen Teil der Vegetation eingedroschen, der zwischen ihr und den gewünschten Pflanzen lag. So hatte der Marsch durch den matschigen Urwald zumindest etwas gutes. Kein Kräutersammler war hier in letzter Zeit durchgekommen, sodass Bones ihre Vorräte wieder gut hatte aufstocken können. Einige der Pflänzchen mussten allerdings schnellstmöglich getrocknet werden und vor allem trocken bleiben. Zum Trockenhalten hatte sie einen kleinen Wachsbeutel mitgenommen. Der würde für die paar Blätter reichen, die sofortiger Aufmerksamkeit bedurften.
Mit aller gebotenen Vorsicht zog Bones ihre Öllampe aus ihrem Beutel. Die Ärztin hatte nicht viele Kostbarkeiten, aber dieses geschmiedete Stück Lichtspender war darunter. Zwei oder drei brauchbare Blätter Firnstöckel waren darunter. Die ließen sich vielleicht gewinnbringend verkaufen.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 01 Jun 2013, 20:58

Mit einem Seufzer der Erleichterung ließ Liv den Rucksack auf den Höhlenboden fallen. Seit Stunden schon war sie der Last überdrüssig geworden und hatte mit jedem Schritt mehr über das Teil fluchen mögen. In den Schlammlöchern die der Cäptn Weg nannte gab sie dem Rucksack stets Schuld daran sie aus dem Gleichgewicht gebracht zu haben. Da war es nun zu angenehm das Teil endlich vom Rücken lassen zu können und die schmerzenden Rückenmuskeln zu entspannen.
Gerne hätte sie auch die durchnässten Klamotten getauscht, doch trockenes lag im Bauch des Schiffes, unerreichbar in dieser Höhle mitten im Dschungel. So entließ die Thurmerin nur einen weiteren Seufzer und legte sich neben den Rucksack auf dem Boden. Es war nicht kalt, die Nässe würde schon von selber aus ihren Kleidern weichen, den Dreck würde sie später auch entfernen können. Aus dem Augenwinkel sah sie der Ärztin mit ihren Kräutern zu. War schon beachtlich zwischen all dem Grünzeug dort draußen genau die Kräuter zu finden mit denen man jemandem helfen konnte. Beim Anblick der Öllampe fing Liv schnell an ein Feuer zu vermissen das die Nässe schneller vertrieb als die Zeit, doch bei dem Regen war es wohl kaum möglich trockenes Feuerholz zu finden.
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mo 03 Jun 2013, 22:55

Die Hoffnung auf ein wärmendes Feuer, dass die Kleidung wenigstens ein wenig anzutrocknen vermögen würde, zerstreute sich rasch. Harold tat das einzig vernünftige, das sie in ihrer Situation tun konnten: er fand sich damit ab. Zeitweilig überlegte er, aus den nassen Sachen heraus zu schlüpfen, damit der triefende Stoff ihm nicht auch noch am Leib an lag, aber nachdem er probehalber seinen Mantel abgelegt und durch das feuchte Hemd gespürt hatte, wie kalt die Nacht auch in diesen an sich meist warmen Breiten werden konnte, besann er sich eines besseren. Eine Weile noch kaute er lustlos und schweigend auf seinem Proviant herum, dann suchte er sich eine möglichst wenig unbequeme Lage mit dem Rücken gegen die Wand der Höhle und schloss, noch immer in den durch und durch durchnässten Kleidern, die Augen. Nässe und Kälte waren mehr als unangenehm und machten es schwer, Schlaf zu finden, aber zumindest der von draußen plätschernde Regen hatte etwas beruhigendes und so verlegte Harold sich auf den tröstlichen Gedanken, dass die Wolken sich bis zum Morgen abgeregnet haben mussten und sie zweifellos besseres Wetter erwarten würde.

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Dreyri
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mo 10 Jun 2013, 21:28

Es gelang Miguel letzten Endes dann tatsächlich einzuschlafen. Er wachte zwar mehrere Male in der Nacht auf und er fror schon ziemlich heftig, doch die Müdigkeit siegte über die Kälte. Er träumte seltsame Dinge, wusste nicht recht, ob das nun tatsächlich passiert war oder doch nicht.
Doch einmal wachte er auf und konnte im dämmrigen Licht des Morgengrauens eine Gestalt sehen. Sie stand geduckt inmitten des Lagers und kramte in irgendeiner Tasche. Miguel setzte sich ganz auf. Da fuhr die Gestalt zusammen und huschte dann eiligst davon.
"H-hey!", ächzte Miguel. Wer war das denn gewesen?!
Geduckt huschte er zum Ende des Vorsprungs, wo er die Gestalt zwischen den Bäumen verschwinden sehen konnte.
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Syari

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mo 10 Jun 2013, 21:39

Erschrocken fuhr Jade aus dem Schlaf hoch. Sie hatte nicht einmal bemerkt, dass sie überhaupt eingeschlafen war, zumindest fühlte sie sich nicht so, als hätte sie länger als eine Minute die Augen geschlossen gehabt, doch ihre schmerzenden Glieder sagten ihr, dass es doch schon eine Weile her war, seitdem sie sich zuletzt bewegt hatte.
Während sich ihre Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnten hielt sie Ausschau nach dem Grund ihres plötzlichen Erwachens. Sie hatte etwas gehört, was sie beunruhigt hatte. Da Jade einen leichten Schlaf hatte, wurde sie sehr schnell wach, doch sie spürte nur selten so ein flaues Gefühl im Magen, wenn sie aufwachte und es war ebenfalls nicht normal, dass sie sich wie aus dem Schlaf gerissen fühlte.
Mit einem Mal war sie auf den Beinen, ignorierte dabei ihrem protestierenden Kreislauf und taumelte auf die Gestalt zu, die am Höhleneingang stand und in die Dämmerung schaute. Beim Atmen bildete sich eine weiße Dampfwolke vor ihrem Gesicht. Es war schon bitter kalt in der Nacht, die Temperaturen waren tief gefallen. Dementsprechend wunderte sich Jade nicht, als sie ein Kratzen im Hals bemerkte.
„Was ist passiert?“, krächzte sie und hustete sofort ein paar Mal, in der Hoffnung, so ihre Stimme bessern zu können. Sie stellte sich neben den Jungen, der kaum viel älter als sie selbst zu sein schien und schaute angestrengt in die Richtung, in die er blickte, doch sie sah nur Wald, nur Bäume, alles lag ruhig da.
„War da was?“, sie hatte das Gefühl, dass er sie geweckt hatte und zwar nicht nur damit, dass er aufgestanden und herumgelaufen war, sie hatte doch ein Geräusch gehört, eine Stimme, oder nicht?
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mo 10 Jun 2013, 21:49

Ich konnte überall schlafen. Ob es nun laut, kalt oder nass war machte fast keinen Unterschied. Manchmal war das ganz praktisch. Vor allem wenn man in nassen,dreckigen Klamotten auf Steinen schläft. Es gab definitiv schönere Plätze für ein Nickerchen. Aber man nimmt was man kriegen kann.
Allerdings schlief ich meist nicht sonderlich tief, deswegen hasste ich es in der Wildnis zu übernachten. Überall Tiere und irgendwelche Bäume die knackten. Allerdings konnte ich erstaunlich gut durchschlafen, vor allem deswegen weil ich meistens vergaß das ich Nachts kurz aufwachte. Meistens war es sowieso nichts, was sollte schon passieren? Wir waren ein gutes Dutzend Leute, nicht einmal ein Bär würde sich hereintrauen.
Ich brauchte allerdings eine Weile bis ich wach genug war um auf Miguel zu reagieren. Irgendjemand hatte sich ihm allerdings schon angenommen, wäre ich nicht so verdammt müde gewesen, dann hätte ich sicher gewusst wer. „Legt euch hin, Whinton wird schon Bescheid geben wenn es weitergehen soll.“ Bei diesen Worten versuchte ich vergebens eine angenehmere Liegeposition zu erreichen. Ich sorgte nur dafür dass das Licht des anbrechenden Tages mich nicht weiter störte, ein paar Minuten Schlaf würde ich so sicher noch herausschlagen können.
Irgendwer wird schon helfen, und wenn ich noch ein paar Minuten Ruhe kriegte dann war mir auch egal um was es eigentlich ging.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mo 10 Jun 2013, 22:31

War es die Nennung seines Namens, die ihn aus dem Schlaf gerissen hatte, oder bereits die Unruhe zuvor? Harold hätte es nicht sagen können. Aber wach war er nun. Irgendwie zumindest. Die Müdigkeit steckte ihm tiefer in den Knochen als noch am Abend als er sich hingelegt hatte und zusätzlich fühlte er sich wie gerädert. Außerdem fror er ganz erbärmlich. "Was... ist passiert?", verlangte er dösig zu wissen und blinzelte dabei in die Dunkelheit der Nacht, an die sein Auge sich so gar nicht gewöhnen wollte. Wo waren die Stimmen her gekommen? Wer hatte seinen Namen genannt?

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Zuletzt von Grim am Di 11 Jun 2013, 20:42 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mo 10 Jun 2013, 22:38

Ohne es wirklich gewollt zu haben, stellte Miguel schnell fest, dass er mehr Aufmerksamkeit erhielt, als ihm lieb gewesen wäre.
Erst blickte er das Mädchen an, das sich zu ihm gesellt hatte und dann schaute er in den Schatten des Vorsprungs, wo er die Stimme des Kapitäns vernahm.
Nun war er wohl gezwungen, eine Erklärung abzugeben. Hatte denn sonst niemand die Gestalt gesehen oder gehört?
"D-da war j-jemand", sagte er. Seine Stimme war leise, dennoch kam sie ihm viel zu laut vor. "E-er hat i-in unseren Taschen ... g-gewühlt."
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Di 11 Jun 2013, 18:00

"Ein Eindringling? Hier? An unserem Gepäck?" Die Worte kamen abgehackt und zusammenhanglos hervor. Nur zäh waren Miguels Worte durch den Schleier aus Müdigkeit und Verwirrung gedrungen und es brauchte Zeit, bis sie sich in Harolds Kopf wieder zu ganzen Sätzen zusammen setzte und dieser den Sinn hinter ihnen erfasste. Dann jedoch wich die Verwirrung rasch Besorgnis und seine Stimme ebenso wie seine Miene wurden ernst.
"Licht!", verlangte er befehlsgewohnt, "Eine Lampe. Durchsucht das Gepäck! Ich will wissen, ob etwas fehlt."

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Di 11 Jun 2013, 20:24

Hastig war Jade auf den Befehl des Captains hin aufgesprungen und zu den Lampen hinüber gerannt, sie war mittlerweile hellwach. Wer wagte es denn ihnen ihr Zeug zu klauen, während sie schlafend daneben lagen. Es war ja beinahe peinlich mit welcher Dreistigkeit die Diebe da vorgingen, denen sollte man ordentlich Manieren beibringen.
„Hier!“, sie hatte eine der Lampen ergriffen, so schnell, wie es ihr möglich war entzündet und sie dem Captain gereicht. Der Mechanismus funktionierte zwar etwas anders als der, den sie von früher gewohnt war, aber im Prinzip waren alle Lampen irgendwo gleich und so leuchtete diese auch schon beim zweiten Versuch.
Zusammen mit dem anderen, dem, der sie wach gemacht hatte, machte sie sich daran die Taschen zu durchwühlen ohne wirklich zu wissen, wonach sie eigentlich suchen sollte, beziehungsweise, was fehlte. Woher sollte sie das auch genau wissen.
„Ah..Captain?“, fragte sie so nach einiger Zeit, „Gibt es etwas Wertvolles, was auf keinen Fall fehlen sollte?“
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 15 Jun 2013, 23:56

"Mmmhwas?", murmelte Masao, doch allzu bald musste er bemerken, dass die Sonne schon am Horizon aufging und durch das Blätterwerk in ihre Höhle hineinschien. Egal, hier konnte man eh nicht gut schlafen. Er fühlte sich wie gerädert. Es war also wirklich Zeit in die Gänge zu kommen. Vom Eingang her tönten Stimmen zu ihm herüber, und seine Dschunkenseglerhose klebte samt Matsch an seinen Beinen. Eklig. Trocknen würde sie bei dieser Feuchtigkeit auch nicht. Also los.
"Was ist los, Leute? Ich will wirklich nicht länger als notwendig in diesem Dschungel festsitzen..."
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 16 Jun 2013, 00:22

"Nichts wertvolleres als unser Proviant und das Werkzeug", erwiderte Harold, sich zeitgleich wundernd, was Jade denn erwartet hatte. Dass sie Schätze mit in den Dschungel schleppten? Wohl kaum, wo sie doch unterwegs waren um einen solchen zu bergen. Und wirklich wichtige Dinge trug man ohnehin nicht im Rucksack. Die trug man entweder am Leib, oder man verbuddelte sie. Das war schon immer das Effizienteste gewesen. "Wenn du nichts Wertvolles mitgenommen hast, dann sollte auch nichts dabei sein. Aber sieh nach, ob Verpflegung oder Ausrüstung fehlt. Wer auch immer unser nächtlicher Besucher war, er muss entweder sehr mutig oder sehr verzweifelt gewesen sein, sich mitten in unser Lager zu wagen..."

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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mo 17 Jun 2013, 19:16

Mit hastigen Bewegungen überprüfte Bones ob ihre Börse noch da war. Die Kräuter standen gleich an zweiter Stelle. Die Laterne benutzte ja grade jemand um die Höhle zu erhellen. Erst nach einer Bestandsaufnahme, die ergab, dass nichts fehlte, atmete Bones wieder durch. Sollten die anderen sich doch Sorgen darum machen, ob irgendwas wichtiges fehlte. Die fehlende Ausrüstung war störend genug, aber zumindest ihre Machete war noch da. Vermutlich war sie in der dunklen Ecke hinter Bones übersehen worden.
"Es hat geregnet, also ist der Boden draußen matschig. Wer auch immer unser Zeug geklaut hat, wird Spuren hinterlassen haben. So er sie denn nicht verwischt hat..."

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Di 18 Jun 2013, 10:43

„Viel Zeit um die Spuren zu verwischen, wird der Fremde wohl nicht gehabt haben!“, warf Jade ein, „Er hier“, sie deutete mit dem Kopf kurz in die Richtung desjenigen, der sie geweckt hatte, „Scheint ihn vertrieben zu haben, oder?“ Sie schaute sich zu ihm um.
Am liebsten hätte sie jetzt gesagt, dass es sich nicht lohnte dem Fremden hinterher zu jagen, zum einen hatte er jetzt schon einen guten Vorsprung und kannte sich wahrscheinlich besser aus, zum anderen hatte er nichts gestohlen, sie brauchten nichts zurückzuerobern und würden im Zweifelsfall nur Zeit verlieren. Doch Jade hielt ihren Mund. Sie wollte sehen, was der Captain sagte. Wahrscheinlich sollte sie sich nicht schon wieder mit ihm anlegen. Also kletterte sie kurzerhand aus der Höhle und betrachtete den Boden. Fußabdrücke hatten sich darin eingetreten, eins vom Hinweg des Fremden – die Abdrücke waren weniger tief eingedrückt, wahrscheinlich, weil er sich angeschlichen hatte und – und ein paar sehr tief eingedrückter Abdrücke vom Rückweg, die geradewegs in den Wald zurück führten.
„Die Abdrücke sind nicht verwischt, im Gegenteil, sie sind erstaunlich gut sichtbar und führen geradewegs zum Wald!“
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Di 18 Jun 2013, 22:23

Eine Weile lang haderte Harold mit sich selbst. Ihre Vorräte und Ausrüstung schienen unangetastet, allem Anschein nach hatte Miguel den Eindringling in die Flucht geschlagen ehe dieser irgendetwas hatte an sich nehmen können. Im Grunde war also nichts passiert und sie hatten somit wenig Anlass, von ihrem ursprünglichen Plan abzuweichen. Wenn sie es dabei beließen und sich weiter zu Harforts Gold aufmachten, dann konnten sie morgen Mittag wieder in der Zacke sein und die Reste ihrer Heuer bei den diversen Annehmlichkeiten des Landgangs verprassen. Auf der anderen Seite war da diese brennende Neugierde. Wer war so dreist – oder verzweifelt – sich in eine Höhle voller Piraten einzuschleichen, die, sollten sie ihn erwischen, kurzen Prozess mit ihm machen? Harold sah es in gewisser Weise als Affront gegen seine Person, dass dieser Eindringling es überhaupt versucht hatte. Solche Frechheit ungestraft durchgehen zu lassen war ein Zeichen von Schwäche vor der Crew und eine Ermutigung für jeden anderen dreisten Dieb.
"Ich will wissen, wo diese Spuren hin führen!", verkündete er schließlich das Ergebnis seiner Abwägungen, "Packt zusammen, was gepackt werden muss. Bones! Mit der Lampe nach vorne. Und seht zu, ob ihr noch ein paar zusätzliche Fackeln entzünden könnt, der Regen scheint ja vorbei zu sein."

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Di 18 Jun 2013, 23:12

"Aye, Käpt'n", murmelte Bones, die rasch ihre, inzwischen getrockneten, Kräuter in einem wasserfesten Beutel verschwinden ließ. Mit der linken die Lampe haltend und mit der rechten die Machete übernahm Bones die Führung. Die Lampe mochte zwar besser sein als eine Fackel, aber auch sie half nur bedingt. Wenigstens waren die Fußabdrücke in dem feuchten Boden gut zu sehen. Und der übliche Gestank des Urwalds, nach verrottetem Holz und fauligen Pflanzen, hatte sich zumindest für den Moment gelegt. Trotzdem hörte man irgendwo in der Ferne einen Vogel rufen. Die Mistviecher gaben doch nie Ruhe.
Ihr Flüchtling hatte sich anscheinend keine Mühe gegeben, seine Spuren zu verwischen. Bones hackte auf eine Ranke ein, die ihr den Weg versperrte. Die Wurzeln waren hier echt glitschig. Mit einem kurzen Aufschrei rutsche Bones weg. Die Lampe fing sie noch mit beiden Händen, bevor der Aufprall ihr die Luft aus den Lungen trieb.
"Dreimal verdammte Scheiße." Es mochten unrühmliche Worte sein, an die sie ihren ersten Atem verschwendete, aber sie passten. Wenigstens war die Lampe heil geblieben.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Do 20 Jun 2013, 11:36

Jade zweifelte die Entscheidung des Captains an, der Kerl, der versucht hatte sie zu bestehlen war wahrscheinlich schon längst über alle Berge. Bei dem Versuch ihn zu finden, würden sie sich im Zweifelsfall eher im Wald verirren, dort von irgendwelchen giftigen Tieren gebissen werden oder sich die Beine brechen, denn der Boden war noch immer schlammig und rutschig. Doch Jade sagte nichts, auch wenn ihr dies gehörig gegen den Strich ging. Sie nahm sich eine Fackel, entzündete diese und folgte der Frau, die der Captain als Bones bezeichnet hatte.
Diese hatte die Führung übernommen und versuchte sich ihren Weg durch die Ranken und Wurzeln zu schlagen, wobei sie schließlich wegrutschte und hinfiel. Triumphierend hielt Bones, noch auf dem Boden liegend die Laterne in die Höhe zum Zeichen, dass dieser immerhin nichts weiter passiert war.
Jade streckte ihr die Hand hin.
„Komm, ich helf dir hoch!“, wenn sie schon diesen Kerl verfolgen sollten, dann sollten sie wenigstens keine Zeit dadurch verlieren, dass sich die Mannschaft wie gestern allein wieder auf die Beine kämpfen musste. Hier war Zusammenhalt angesagt um dieses verrückte Unterfangen zu bestehen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 21 Jun 2013, 07:46

Miguel war alles andere als erfreut, dass sie dem Dieb nun auch noch folgen mussten. Dennoch packte er rasch seine wenigen Sachen und bergab sich dann auf den Weg.
Barfüßig wie er war, fand t auf dem glitschigen Boden relativ gut Halt. Seine schmale Statur half ihn dabei natürlich. Nur der Rucksack verringerte seine Agilität.
Als bones stürzte, kümmerte er sich nicht groß darum. Das Mädchen, dass gestern mir dem Kapitän so intensiv gehadert hatte, half ihr ja bereits. Stattdessen versuchte er weiter den Spuren zu folgen. Dazu musste w einen vom Regen aufgewühlten Bachlauf überqueren.
Dies tat er mehr oder weniger elegant. Zwischen den pflanzen war es teilweise schwer, die Spuren zu finden doch bald hatte er sie wieder

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 21 Jun 2013, 12:37

Sie waren schon eine ganze Weile weitergelaufen, als sie an diesem kleinen Bachlauf ankamen, den sie durchqueren mussten. Während sie Bones aufgeholfen hatte, hatte der Junge, der den Dieb ursprünglich entdeckt hatte, die Führung übernommen. Er watete durch den Bachlauf, Jade hinterher. Doch es war gar nicht so leicht dem Vorausgehenden zu folgen, die Steine waren glitschig und die Strömung stärker als gedacht, wahrscheinlich waren dies noch Nachwirkungen auf den Regen.
Plötzlich verlor Jade den Halt unter den Füßen und sie glitt weg. In ihrer Panik, sie wollte jetzt nicht mit lautem Trara in einen Bach fallen, klammerte sie sich an der erst besten Liane fest, die sie greifen konnte. Pech nur, dass diese Liane nicht fest war, zwar konnte Jade gerade noch ihr Gleichgewicht wiederfinden, doch in den Händen hielt sie eine wütend zischende Schlange.
Mit einem lauten Aufschrei warf sie das Tier weg, welches zum Glück so keine Gelegenheit bekommen hatte, vorher noch zu beißen.
Großartig, schalt sich Jade, jetzt hast du auch einmal schön für Aufmerksamkeit gesorgt. Gut gemacht.
Missmutig stapfte sie weiter durch den Bach, immer hinter dem Jungen her, der die Führung übernommen hatte. Immerhin schien der Junge gute Augen zu haben, denn er verlor die Fussspur trotz Pfützen und Bächen nicht.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 21 Jun 2013, 12:50

Miguel fuhr schrecklich zusammen, als Jade so kreischte und aus grossen Augen starrte er sie einen Moment lang an, ehe er weiter ging. Die andern folgten ihm alle mehr oder weniger elegant. Der Dschungel wurde immer dichter, es wurde schwieriger, die Spuren ausfindig zu machen. Miguel gab sich alle Mühe, ihnen zu folgen und sie nicht zu verlieren, denn er hatte Angst, dass die andern dann wütend auf ihn sein könnten.
Bei einer etwas lichteren Stelle geschah dann, was Miguel absolut nicht erwartet hatte. Er trat mitten in eine Falle. Sie war halb unter Laub und Schlamm bedeckt und als sie zuschnappte, wusste Miguel gar nicht, wie ihm geschah.
Ihm entfuhr ein entsetzter Schrei, als sich eine Schlinge um seinen linken Fuss legte und ihn in die Höhe riss. Es klimperte, als Münzen und Säbel zu Boden fielen. 
Nur wenige Sekunden später fand Miguel sich etwa drei Meter über den Köpfen seiner Kollegen baumelnd.
"A-auu ..", ächzte er.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 21 Jun 2013, 13:05

Erschrocken fuhr sie zurück, als direkt vor ihr der Junge in die Höhe gerissen wurde. Seine Hand streifte ihr Gesicht und Jade wollte ihn noch festhalten, doch er hing schon Kopfüber über ihrem Kopf. Hastig wich Jade dem Säbel aus, der aus Miguels Gürtel rutschte und genau dort, wo sie eben noch gestanden hatte, bohrte sich nun der Säbel in den aufgeweichten Boden.
Sie wollte nicht lachen, wirklich nicht. Dafür war die Situation zu ernst, doch ein leichtes Lächeln war über ihr Gesicht gehuscht, bevor Jade sich zusammenreißen konnte, es sah aber auch zu seltsam aus, wie er da so hilflos baumelte.
„Warte!“,Jade nahm den Säbel und suchte das Seil ab, es musste ja irgendwo wieder gen Boden führen und da konnte sie es durchtrennen um Miguel zu befreien. Da. Sie hatte es gefunden, dasSeil war um einen Baum geschlungen.
„Kann ihn mal jemand von euch festhalten, damit er nicht gleich auf den Boden fällt?“, erkundigte Jade sich, während sie ausholte um Miguel aus seiner verzwickten Lage zu befreien.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 21 Jun 2013, 13:13

An diesem Unterfangen wurde Jade aber gehindert, denn ein grossgewachsener Mann, dessen Haut ziemlich dunkel war, trat hinter dem Baum hervor, an dem das Seil festgemacht war. Mühelos packte er mit grossen Händen ihr Handgelenk, derjenigen Hand, mit der sie gerade ausholte. Der Kerl überragte das Mädchen um fast zwei Köpfe und es kostete ihn nichts, sie an sich zu zerren und ihr einen Dolch an die Kehle zu halten.
Gleichzeitig brummte er einige Worte in einer fremden Sprache.
Zur selben Zeit traten nun weitere solche dunklen Eingeborenen zwischen den Bäumen hervor. Mit Pfeil und Bogen, aber auch mit Säbeln bewaffnet, umkreisten sie die Crew. Sie schienen überall zu sein. Zwischen den Bäumen, auf den Bäumen, sogar am Boden hatten welche gelegen, die sich nun erhoben.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 21 Jun 2013, 20:04

Hätte Harold seinen Säbel – oder besser noch: seine Pistolen – in der Hand gehabt, er hätte es wohl drauf ankommen lassen. Die Eingeborenen waren ihnen zahlenmäßig etwa ebenbürtig, jedenfalls soweit er das im Halbdunkel der langsam aufkommenden Dämmerung erkennen konnte, und bedeutend schlechter gerüstet. Pfeil und Bogen gegen Schwarzpulverwaffen, dass war kein ausgeglichenes Kräfteverhältnis. Dummerweise hatte Harold keine Waffe in der Hand, ebenso wie der überwiegende Rest der Crew. Die Erkenntnis, dass sie einen Kampf in einer solchen Situation nur verlieren konnten, überkam ihn als seine Hand bereits am Heft des Säbels lag: die Jahre auf See hatten seine Reflexe geschult und so hatte er ganz unbewusst danach gegriffen als die ersten der Eingeborenen zwischen dem Blattwerk aufgetaucht waren. Nun jedoch verharrte er wie eingefroren in der Bewegung, war für einen Herzschlag wie gelähmt. Nicht länger jedoch. Er war jetzt der Kapitän. Er hatte die Crew hier hinein geführt, er musste sie auch wieder heraus führen, möglichst unbeschadet, verstand sich.
"Ruhig, ruhig!", rief er aus und hob beschwichtigend die Hände. Es war keine Geste der Unterwerfung ihren Angreifern gegenüber, vielmehr der Versuch, die Aufmerksamkeit seiner eigenen Leute zu gewinnen. Das schlimmste, was passieren konnte, wäre, wenn einer von ihnen nun die Nerven verlieren würde. "Bleibt ruhig! Alle! Bitte..." Seine Worte waren nicht allein an die Crew gerichtet. Er sprach sie ebenso an die Eingeborenen gewandt und sein Blick suchte den des schwarzhäutigen Hünen, der Jade gepackt hatte. Harold war sich nicht sicher, ob er der Anführer war, aber er war zweifelsohne die imposanteste Erscheinung, also erschien es ihm nur recht, sich weiterhin an ihn zu wenden.
"Mein Name ist Harold Whinton", sprach er ihn, um Ruhe in der Stimme bemüht an. Er war sich nicht sicher, ob der Fremde seine Sprache verstand. Er konnte es nur hoffen. "Ich bitte sie: tun sie nichts unbedachtes. Es besteht kein Grund für Feindseligkeiten. Wir hegen ihnen und ihrem Volk gegenüber keinen Groll. Wir bitten lediglich darum, passieren zu dürfen und sind bereit, dafür zu zahlen. Nennen sie uns den Preis für den Transit und bitte: senken sie die Waffen. Es besteht wirklich keinerlei Grund für all das hier. Ich bin mir sicher, wir können uns friedlich einigen."

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 23 Jun 2013, 22:48

Ich hatte Whintons Aufruf zum Einpacken, nun, wie sollte ich sagen.....verpennt? Sich auf die andere Seite zu drehen und zu hoffen dass es einen nichts anging war wohl nicht immer die beste Lösung. Aber was soll's.
Als die anderen sich auf den Weg gemacht hatten, hatte ich mich dann auch aufgerafft, blieb aber ein gutes Stück hinter ihnen zurück, denn alle meine Glieder waren verkrampft und steif von der Nacht in der Höhle. Und der Morast ,durch den wir wateten, tat sein übriges. Ich kam also kaum schneller voran als eine beinlahme Schnecke.
Es war allerdings relativ leicht der Gruppe zu folgen, die Spuren die sie in den Schlamm getreten hatten waren selbst für einen Blinden nicht zu übersehen. So torkelte ich schlaftrunken der Gruppe hinterher und machte mir kaum Gedanken darüber warum wir diesem Dieb überhaupt folgen sollten.
Ich beneidete Patkany, sie hatte es sich in meiner Hosentasche gemütlich gemacht und schlief noch tief und fest, ich konnte von ihr auch kaum verlangen in diesen frühen Morgenstunden aufzustehen. Generell war das alles doch eine Schinderei, warum konnte man seine Schätze nicht einfach bei einem Bankier hinterlegen? Das war doch viel einfacher als irgendeinen Urwald zu durchqueren nur um ein sicheres Versteck zu haben. Außerdem hätte ich dann ausschlafen können. Ich gähnte und rieb mir die Augen.
Als ich die Hände von meinen Augen nahm stutzte ich kurz. Ich blinzelte einmal. Dann noch einmal. Dort vorne war jemand. Aber keiner von der Crew. Es war ein dunkelhäutiger Mann, der einen Bogen gespannt hielt. War ich etwa der falschen Fährte gefolgt? Vielleicht war es ein einheimischer Jäger und ich hatte irgendwie die Spuren verwechselt.
Dann fielen mir weitere Gestalten auf, alle mit gespannten Bögen und den Rücken mir zugewandt. Irgendwas war merkwürdig daran....die Männer könnten natürlich Jäger sein, aber würde man nicht etwas subtiler jagen? Nicht ganz so offen, mitten im Wald? Ich runzelte die Stirn.
Langsam ging ich näher, darauf bedacht dass ich niemand aufschreckte, denn ein Zusammenzucken sollte man mit gespanntem Bogen vermeiden. Auch versuchte ich durch die Dunkelheit ihre Beute zu erkennen, was aber bei den mangelhaften Lichtverhältnissen gar nicht so einfach war.
Ich konnte erkennen dass alle ungefähr auf den selben Punkt zielten, vielleicht sogar auf das selbe Ziel, was ich in der Dunkelheit aber nur als ungefähr menschengrossen Umriss wahrnahm. Nein, es waren mehr Ziele. Ich kniff die Augen zusammen und konzentrierte mich. Dort waren Menschen. Die Beuten waren Menschen. Und wenn es die Spuren der Crew waren die bis hierher geführt hatten, dann.... ach, verdammt.
Nun achtete ich wirklich darauf dass mich niemand hörte oder sah. In was für eine Scheiße haben die sich da reingeritten? Ich musste mir wohl oder übel etwas einfallen lassen. Nun, ich hatte meine Pistole, aber wenn dass alleine ausreichen würde, dann wären die anderen nicht mehr umstellt. Anscheinend waren sie in eine Art Hinterhalt geraten und hatten keine Zeit gehabt ihre Waffen zu verwenden.
Besser wäre wohl eine subtile Herangehensweise. Mir behagte es zwar nicht, aber mir blieb wohl keine Wahl. Ich griff in meine Tasche und holte Patkany damit sanft aus ihrem Schlummer. Sie guckte mich etwas missbilligend an, jedenfalls soweit man das bei einer Ratte sagen konnte. Dann ließ ich sie langsam zu Boden sinken und machte einen kurzen Fingerzeig zu den Männern mit den Bögen. Sie würde verstehen was ich meine, das tat sie immer. Hoffentlich.
So würden die anderen wissen dass ich noch hier bin, und die seltsamen Eingeborenen würden eventuelle Geräusche einer ungefährlichen Ratte zuschreiben. Wenn ich Glück hatte. Ansonsten war ich gleich genauso dran wie meine Crew....
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mo 24 Jun 2013, 10:24

Einen Moment lang wusste Jade nicht, was passiert war. Eben noch hatte sie einen Säbel in der Hand gehalten und ausgeholt, um Miguel aus einer Falle loszuschneiden. Mitten in der Bewegung hatte sie jemand aufgehalten, erst hatte sie schimpfen gewollt, weil sie dachte, dass einer aus der Crew sich einen Spaß daraus machen wollte, Miguel noch länger da oben zu behalten, doch als ihr jemand die Hand so umdrehte, dass der Säbel auf den weichen Waldboden fiel wurde ihr klar, dass etwas nicht stimmte. Bestätigt wurde dies dadurch, dass sie urplötzlich festgehalten wurde und einen durchaus scharfen Dolch an ihrer Kehle spürte. Großartig.
Erst hatte sie sich wehren wollen, doch als sie ihren Blick über die Lichtung wandern ließ und die ganzen anderen Eingeborenen sah, die ihre Crew bedrohten wurde ihr bewusst, dass sie vermutlich einfach ausharren sollte.
Der Captain schien denselben Gedanken zu haben, denn er hatte begonnen die Mannschaft zu beruhigen. Sehr gut, dachte Jade, wenn ein Tumult ausbricht, dann bin ich die erste, die dran glauben muss. Ihre Muskeln zuckten unruhig, wollten sich mit der festgefahrenen Situation nicht abfinden. Ihr natürlicher Drang nach Freiheit versuchte ihr klar zu machen, dass sie sich befreien konnte, wenn sie mit dem verbliebenem Ellenbogen ein inneres Organ treffen würde, dann könnte sie Glück haben, doch der Schmerz bei den Organen setzte immer erst ein paar Sekunden verzögert ein und während der Zeit hatte der Angreifer Zeit, ihr noch schnell die Kehle durchzuschneiden. Nein, das war es nicht wert.
Auf dem Boden des Walds raschelte etwas. Jade schaute nach unten, Ablenkung war jetzt gut, dass sie nicht ausflippte, doch es war schwer nicht auf die Klinge zu achten, die leicht in ihre Haut stach. Doch zumindest für den Moment war die Ratte am Boden interessanter. Sico. Den hatte sie heute Morgen in der Hektik noch gar nicht gesehen, doch die Ratte am Boden kam ihr seltsam vertraut vor, vielleicht einfach, weil sie nicht scheu wegrannte, sondern über die ganze Lichtung spazierte in kleinen Kreisen.
Der Captain hatte sich derweil an den Kerl gewandt, der Jade fest umklammert hielt, doch dieser schien nicht zu verstehen, was der Captain sagte, zumindest antwortete er nicht.
Schließlich winkte er einen anderen heran.
"Ich soll übersetzen!", erklärte dieser. Er sprach zwar fehlerfrei, dennoch schwang ein deutlicher Akzent mit, den Jade jedoch nicht zuordnen konnte, der Mann rollte das "r" komisch und sprach sehr vokalbetont.
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