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 GQ - [Die MSG]

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Ena
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BeitragThema: GQ - [Die MSG]   Di 29 Nov - 18:43

Das Leben in einem idyllischen Dörfchen hatte viele Vorzüge, das war Nicole durchaus klar. Man feierte traditionelle Feste, besaß einen eigenen Dialekt, der 'Ausländer' sofort entlarvte und war eine eingeschworene Gemeinschaft, ganz ähnlich einer großen Familie. Jeder kannte jeden. Außerdem sollte Landluft doch unheimlich gesund sein, so schwörten die Heiler aus den größeren Städten. Tatsächlich war der Geruch eines Bauerndorfes unverwechselbar. Nicole hatte sich mittlerweile an den Geruch von frisch gebackenem Brot und Feldfrüchten gewöhnt, der von den kleineren Häusern zu ihr herüberwehte, wann immer sie die wuchtigen Flügeltüren des Herrenhauses aufschlug.
"Vermischt mit der unverwechselbaren Duftnote von Gromscheiße", seufzte die blonde Frau und wich einer eben solchen Hinterlassenschaft aus, während sie ihren Einkaufkorb an der Hüfte trug. Noch war er leer, aber sie hatte einige Dinge zu erledigen. Eigentlich wäre sie mit dem Pferd gekommen, doch kaum hatte sie sich aus ihrem Bett erhoben, war die Sonne in einem wundervollem Gold aufgegangen und hatte die vergangene, regnerische Nacht hinfortgespült wie frischer Wein es bei ihrem Herren mit der Sorge um seine Gesundheit machte. Deshalb war sie zu Fuß gegangen. Hoffentlich war das keine dumme Entscheidung. Es kam des Öfteren vor, dass sie mit einem leeren Einkaufskorb zurückkehrte, weil sich die Bewohner des Dorfes weigerten, an sie zu verkaufen. Wie verbissen diese Holzköpfe doch sein konnten. Sollten sie doch an ihren überteuerten Waren ersticken. Nicole würde wie immer, wenn Marktfest war, was bedeutete, dass alle umliegenden Dörfer ihre Händler an einem Ort schickten, um zu feiern, Handel zu treiben und zu saufen - hauptsächlich, um zu saufen - bei denen kaufen, die sie anlächelten, wenn sie mit ihnen redete. Die keine Vorurteile hatten. Mit einem Schmunzeln musste die junge Frau daran denken, wie locker die Zungen der Dorfmänner wurden, wenn sie etwas getrunken hatten. Und wie gierig ihre Hände. Früher hätte sie sich mit ihnen in eine Scheune zurückgezogen und sie um ihren unverdienten Lohn gebracht, für ein paar Minuten des Beieinanderliegens. Aber nicht mehr, seit sie beim Alten diente. Sie war eine gebildete Frau. Gebildete Frauen vögelten umsonst. Mit einem Seufzen zerieb sie ein kleines Steinchen unter ihren groben Lederstiefeln und sah sich neugierig auf dem Marktplatz des Dorfes um. Von ihrer erhöhten Position - das Herrenhaus stand auf einem kleinen Hügel - hatte sie beobachtet, wie Karren nach Heaven's Glade gefahren waren. Nun wurden diese entladen, die Pferde wurden gefüttert und getränkt und ihre Besitzer saßen, sich Luft zufächelnd, auf kleinen Schemeln, von wo aus sie das Ganze koordinierten. Als sie an einem von ihnen vorbeikam und freundlich lächelte, verzog sich seine Erwiderung zu einer Grimasse der Missbilligung. Er hatte die gut sichtbar an ihrem Gürtel befestigte Dolchscheide gesehen. Leider war sie leer. Ihr Herr erlaubte es ihr nicht, Waffen mit ins Dorf zu nehmen, weniger, weil er ihr misstraute, als vielmehr, weil er fürchtete, dass man ihr wortwörtlich einen Strick daraus drehen würde. Wie auch immer. Ein bisschen Provokation tat jedem ganz gut, oder? Grinsend hob Nicole den Blick zur strahlenden Morgensonne und setzte sich auf eine Bank, um zu warten. Die Einheimischen priesen bereits ihre Waren an, aber sie wollte sehen, was die anderen hatten. Manchmal gab es interessante Kuriositäten zu erstehen. Während sich die anderen Tratschweiber wie immer über die Kettchen und Schmuckstücke beugen würden wie pickende Hühner, interessierte sie sich vor allem um die Waffen, die fahrende Händler mitbringen würden. Es waren immer weniger geworden, seit sie erkannt hatten, dass niemand sie kaufen würde, aber jeder von ihnen war ein potentieller Lehrmeister. Die richtig großen Waffenschmieden gab es nur in E'jin, denn dort wurden immer Kämpfer benötigt. Sie würde alles dafür tun, um mit einem von ihnen nach E'jin aufbrechen zu können. Ja, sie würde vielleicht sogar vergessen, dass sie eine gebildete Frau war.
Interessante Dinge mochten sich heute in Heaven's Glade abspielen, angetrieben von Tanz, Spiel und Alkohol. Wenn sie Glück hatte, eröffnete sich heute die Gelegenheit, dieses verwunschende Dorf auf immer zu verlassen. Vielleicht würde sie endlich eine Ritterin werden! Sie würde es den Dorfweibern schon noch beweisen, dass sie es schaffen konnte. Und wenn niemand im ganzen Menschenreich sie ausbilden wollte, würde sie eben zu den Elfen gehen. Sie hatte gehört, dass bei diesem Volk Frauen und Männer gleichgestellt waren. Utopisch. Leider sah man sie nur noch selten. Und wenn sie sich in das Dorf verirrten, sprachen sie hinter verschlossener Tür mit ihrem Herren und weigerten sich, ihr ihre Waffen zu zeigen oder mit ihr zu sprechen. Seltsame Geschöpfe. Angeblich nahmen sie jedes Wort ernst. Man erzählte sich die Geschichte, dass einst ein Elf im Dorf war, der am Brunnen vorbeigeschritten war, schön wie die Sonne. Eine der Mägde hatte versehentlich laut gesagt: "Dieser Elf will ihn Frieden kommen? Es wäre ein Zeichen von Frieden, wenn er mich küssen würde..." Erzählungen nach hatte diese Magd sich selbst Wochen nach dem innigen Kuss nicht von ihrer Schamesröte erholt! Ha! Und ihr drehten sie einen Strick, wenn man die Oberkante ihrer Brüste sah, weil sie sich zu Boden beugte, um etwas aufzuheben, oder ihr Bauchnabel unter dem Hemd hervorblitzte...doch wie auch immer...wo blieb eigentlich Arale? Nicole hatte die Schlangenfee seit heute morgen nicht mehr gesehen und machte sich allmählich Sorgen. Ob sie wohl wieder versuchte, den Honigtöpfe des Imkers leerzusaufen?


Zuletzt von Ena am Di 26 Jun - 16:39 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 29 Nov - 19:54

Leise und vorsichtige schlich Sahin über den Waldboden und wagte es kaum zu atmen, aus Furcht, er könnte seine Beute verscheuchen. Im Unterholz vor sich konnte er einen großen Hirsch sehen, der sich gerade vorgebeugt hatte, um zu fressen und ihn noch nicht bemerkt hatte. Behutsam zog er einen Pfeil aus seinem Köcher, legte diesen auf die Sehne und spannte diese. Er schloss sein rechtes Auge, um besser zielen zu können und holte tief Luft. Einige Augenblicke hielt er diese an, während er das Herz seines Ziels anvisierte und schließlich die Sehne losließ, wodurch der Pfeil durch die Luft geschossen wurde. Während er wieder ausatmete und nachsah, ob er auch getroffen hatte, griff er nach dem nächsten Pfeil. Sein erster Pfeil sirrte durch die Luft und bohrte sich in die Flanke des Tiers, verfehlte das Herz jedoch knapp. Aufgeschreckt sprang der Hirsch aus seinem Sichtfeld und verschwand zwischen den Bäumen. Leise fluchend steckte Sahin den neuen Pfeil wieder ein und nahm die Verfolgung auf, während er in der Nähe einen Falkenschrei hören konnte und in den Himmel hinaufsah. Dort konnte er Rhischa als kleinen Schatten ausmachen, der gerade in dieselbe Richtung flog, die er auch eingeschlagen hatte. Kurz nickte er, dann bewegte er sich weiter durch den Wald, immer wieder nach Spuren seiner Beute ausschau haltend, um das verwundete Tier zu finden und ihn letztendlich von seinem Leiden zu erlösen.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 29 Nov - 20:10

Iorweth trat aus dem Gasthaus und blickte sich um. Händler hatten ihre Stände aufgebaut und waren eifrig dabei ihre Waren zu verkaufen. Leicht verzog er sein Gesicht. Dieser Lärm, der von den Menschen verursacht wurde, tat ihm in den Ohren weh. Kurz bemerkte er die junge Frau, die anders aussah als die anderen Menschenfrauen, aber er hatte Wichtigeres zu tun als sich um Menschenfrauen zu kümmern. Sein Proviant war fast leer und er musste ihn auffüllen wenn er weiterziehen wollte. Langsam näherte er sich den Händlern und betrachtete die Waren. Sorgfältig wählte er einige Früchte und Kräuter aus, sowie etwas Trockenfleisch, das er dann in seinem Beutel verstaute. Ruhig bewegte er sich über den Marktplatz und beobachtete weiter das Treiben der Menschen.Als er einen großen Stein ausmachte der herumlag, setzte er sich darauf und verspeiste dann einen Apfel.
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Grim
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 29 Nov - 20:28

Die Nacht war kalt gewesen. Kalt und nass. Es hatte geregnet, ein bisschen zumindest. Aldred hatte es stoisch ertragen. Welche Wahl hätte er auch gehabt? Er hatte sich enger an den Stamm des Baumes gepresst, zwischen dessen Wurzeln er sein Nachtlager aufgeschlagen hatte und sich den muffigen Pelz des Bären enger um die Schultern gezogen. Ein Feuer hatte er nicht einmal zu entzünden versucht. Warum auch? Es wäre ihm nicht gelungen. Aldred war kein Mann, der sich Illusionen hingab. Seine Illusionen hatte er vor langer Zeit schon verloren. Nun, es war eine keine angenehme Nacht gewesen, aber nun schien die Sonne mild und freundlich vom wolkenlosen Himmel und vor ihm lag ein Dorf. Das war gut! Er hatte noch ein paar Münzlinge. Genug für zwei Laibe Brot und einen Krug Wein. Und vielleicht hatten sie eine Schmiede, in der er aushelfen konnte. Für ein paar Münzen. Für ein Abendessen und einen Platz an der Esse für sein Nachtlager. Was auch immer. Er gab ein gequältes Brummen von sich, spuckte aus weil er einen schalen Geschmack im Mund hatte und zog den von Kratzern und Scharten überzogenen Koboldschild, den er sich an einem Riemen auf den Rücken gebunden hatte, zurecht. Dann stapfte er los, die staubige Straße hinab und auf das Dorf zu. Seine Stiefel schlurften mit schabendem Geräusch über die ausgetretene Erde. Jeder Schritt war so unendlich schwer...

Hätten sie hier eine Palisade und Wärter gehabt, sie hätten Aldred wohl kaum in das Dorf hinein gelassen. Das konnte Aldred im Blick der Dörfler erkennen. Hatten sie aber nicht, also war er einfach hinein gelaufen. Obendrein schien heute ein Markttag oder soetwas zu sein, da würden sie ihn erst recht nicht abweisen. Da blieb ihnen wenig anderes übrig als ihn finster anzublicken. Nun, er konnte es ihnen kaum verdenken. Er wusste selbst, dass er einen merkwürdigen Anblick abgab mit dem abgewetzten Schild auf dem Rücken und dem vom Dreck ganz grauen, zerrupften Eisbärenpelz um die Schultern. Mit den hageren, kränklichen Zügen im Gesicht und dem zottigen Haar, das ihm strähnig zu beiden Seiten des Kopfes herunter hing. Nun, es störte ihn nicht. Sollten sie doch schauen. Er war es gewohnt.
Aber die Schärfe in ihrem Blick drang doch tiefer als es seine gleichmütige Miene vermuten ließ. Er war vieles gewohnt: Neugierde, Mitleid, Misstrauen. Aber das hier war etwas, das über Unmut seines Äußeren wegens hinaus ging. Das war blanke Ablehnung. In seinem Inneren fasste Aldred den Entschluss, hier nicht länger als unbedingt nötig zu bleiben. Ein wenig Proviant einkaufen, ein einziges mal in der Schmiede anfragen und dann am nächsten Morgen weiter ziehen. Wohin? Wer konnte das schon sagen? Wohin die Winde ihn trieben. Er ging in letzter Zeit häufig in die Richtung, aus der der Wind kam. Warum? Er hätte es nicht zu sagen vermocht. Eine unbestimmte Hoffnung...

"Aus dem Weg, du Penner!", bellte eine Stimme von hinten und noch ehe er sich umwenden konnte traf Aldred ein Schlag hart in den Rücken. Er taumelte, stolperte und ganz wie von selbst flog die Rechte an seine Hüfte, schloss sich um den Schaft des Hammers, dicht unter dem Kopf. Er hatte ihn schon halb aus dem Gürtel gerissen als er erkannte, dass es lediglich ein rasch vorbei ziehendes Fuhrwerk war, dass ihn angerempelt hatte. Ein breitgesichtiger Kerl mit stoppeligem, schwarzem Bart und lederner Kappe warf ihm vom Kutschbock herab einen finsteren Blick zu, dann war der Karren auch schon an Aldred vorbei. Er versuchte sich zu entspannen. Was leichter gesagt als getan war. Sein Herz raste, alles in ihm war bis zum Zerreissen gespannt. Sein Körper hatte sich bereits auf einen Kampf eingestellt. In den letzten Jahren hatte ein überraschender Schlag für ihn stets Kampf oder Flucht bedeutet. Ein bloßer Rempler - daran hatte er nicht einmal mehr gedacht. Seine Nerven hatten ihm einen Streich gespielt. Er ließ den Hammer zurück in den Gürtel gleiten.
Und erst jetzt ging ihm auf, dass er seinerseits gegen jemanden gestoßen war als das Fuhrwerk ihn angerempelt hatte. Gegen eine junge Frau, wie es schien. "Verzeihung...", nuschelte er in seinen Bart und wollte sich schon abwenden, doch aus irgendeinem Grund blieb sein Blick doch noch einmal an ihr hängen. Aus wässrigen, traurigen Augen musterte er sie. Sie war merkwürdig gekleidet für eine junge Frau. Sie trug Hosen und eine kurze, lederne Waffenscheide am Gürtel. Das sah man auch nicht alle Tage. Andererseits: er war ebenfalls merkwürdig gekleidet. Und so brummte er noch einmal "Verzeihung!", richtete den Riemen des Schilds über seiner Schulter und machte sich daran, weiter zu gehen...

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 29 Nov - 21:42

Die letzten zwei Wochen hatte Geralt mit keinem Menschen gesprochen und nur sehr selten einmal einen gesehen. Das war nicht sehr verwunderlich, aus zweierlei Gründen: Erstens war er ein scheuer Mensch, der wenig auf Kontakt mit Anderen gab. Zweitens hatte er diese Zeit fast ausschließlich in den dichten Teilen der allgegenwärtigen Wälder Ruhtas verbracht, immer auf dem Weg ein Stückchen weiter in den Westen. Im dichten Wald traf man weniger Menschen. Er hatte nichts gegen Menschen - gegen die meisten. Die, denen er jedoch dorthin auswich, waren Strolche und Wegelagerer, Raubmörder, die für ein Paar Stiefel töten würden. Mit solchen Subjekten hatte er genug Erfahrungen gemacht, um ihnen um jeden Preis aus dem Weg zu gehen; stattdessen jagte er im Unterholz, schürte sich ein kleines Feuer aus Bruchholz und lebte ganz allgemein: allein. Und er vermisste auch niemanden. Nicht mehr. Die Zeit, in der er sich ein Bein ausgerissen hätte, um dauerhaft mit ein paar Menschen zusammen zu sein, war eindeutig vorbei.
Der Wald war groß. Seine Vorräte waren nach den ersten Tagen zu Ende gegangen, und von da an hatte er jagen müssen. Ein Reh hatte für die ersten Tage gereicht, dann hatte er gehungert. Der Wald war zu nahe an den Ansiedlungen, trotz seines unzugänglichen Inneren hatten Jäger das Wild hier stark ausgedünnt. Geralt hatte hungern müssen, aber er war geduldig geblieben; er hatte lernen müssen, dass er manchmal geduldig sein musste, auch wenn sein Magen nach etwas zum Verdauen schrie. Aber er hatte nichts gefunden. Mit Beeren und Rinde konnte er sich über Wasser halten, doch er wusste, dass das keine dauerhafte Lösung sein würde.
Seit drei Tagen hatte er Schmerzen vor Hunger. Auch das war nichts Neues für ihn, aber es war sehr, sehr ungünstig. Vor zwei Tagen hatte er zitternd einen Pfeil verrissen und einen Fuchs verfehlt, den er hatte schießen wollen. Und natürlich es war seitdem nur bergab gegangen. Aber der Wald wurde lichter, Geralt wusste, dass bald der Waldrand in Sicht kommen musste. Eisern zwang er sich zur Ruhe, wanderte vorwärts als hätte er alle Tage einen wunderbaren Rehbraten gehabt.
Und schließlich, als er schon die ersten lichten Rasenflächen zwischen den Baumreihen aufleuchten sah, stieß er auf die Losung eines Hirsches. Von dort an bewegte er sich langsam und vorsichtig, folgte geübt den leichten Spuren, die das Tier hinterlassen hatte. Den Speer trug er auf dem Rücken, wo er ihm die Hände frei ließ, denn die würde er für den Bogen brauchen, wenn er das Tier endlich fand.
Ihm stockte der Atem, als er es sah. Auf einer Lichtung äsend stand der Hirsch, ruhig, nichtsahnend, bereit, für Geralts hungrigen Magen zu sterben. Seine Nerven bebten, aber noch für ein paar Momente musste er sich zur Ruhe zwingen. Lautlos zog er einen Pfeil, lautlos legte er ihn ein und spannte den Bogen - als der Hirsch plötzlich zusammenzuckte und mit einem weiten Satz im Unterholz verschwand. Kurzentschlossen fuhr Geralt hinter ihm herum und schickte ihm den Pfeil auf gut Glück nach, verzweifelt, wie er war. Er wusste, dass er danach nichts mehr tun konnte als zu hoffen, dass der Hirsch verbluten würde. Langsam ließ er den Bogen sinken und trat auf die Lichtung, machte sich auf, die ersten Blutspuren zu suchen, als er sah, wie ein Anderer ebenfalls hinter einem Baum vortrat, einen Bogen in der Hand. Sofort schnellte Geralts Hand zum Köcher und zog noch einen Pfeil, während er den Fremden wortlos ansah. Er war Höflichkeiten wie eine Begrüßung schon lange nicht mehr gewohnt.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 30 Nov - 11:43

Überrascht bemerkte Sahin, wie ein anderer Pfeil in Richtung der Hirsches abgeschossen wurde. Er drehte seinen Kopf, um zu sehen, wer ihn abgeschossen hatte und konnte Geralt entdecken, der ihn ebenfalls etwas verwundert ansah und nach einem seiner Pfeile griff. Kurzzeitig wollte er diese Geste erwidern, ließ es jedoch bleiben, um sein Gegenüber nicht zu provozieren. Ein schneller Blick zum Himmel bestätigte, was er bereits spüren konnte nämlich, dass Rhischa die Verfolgung aufgegeben hatte und nun über ihnen kreiste, um ihm notfalls helfen zu können. Zuerst würde er aber versuchen normal mit Geralt zu reden. "Was willst du mit dem Pfeil? Was dagegen, dass ich hier jage?" meinte er schroff, während er die Arme vor der Brust verschränkte und den anderen ruhig ansah.
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Ena
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 30 Nov - 20:40

Mit einem unsanften Ruck wurde Nicole von ihrer Sitzgelegenheit gerissen - oder wäre es, hätte sie sich nicht halbwegs mit den Stiefeln im Boden verkeilt. Schmerzhaft war es trotzdem. Ihr glücklicherweise noch leerer Korb rollte davon und blieb im Gras liegen, während sie selbst von der Bank gefegt wurde wie ein Blatt im Wind. Etwas Wuchtiges hatte sie aus dem Nichts heraus gerammt und schmerzhaft angerempelt. Während sie erschrocken nach Luft jappste, roch sie den Geruch von Schmutz und Reisen, spürte etwas Hartes gegen ihren Oberschenkel streifen, und fand sich letzendlich nur dank ihres Geschickes auf einigermaßen wackligen Beinen wieder, während sie überrascht, aber nicht ängstlich, zu einem älteren Mann aufblickte. Nein, halt. Er wirkte alt, durch seine gräulichen Haare und seine gebeugte Gestalt, aber er konnte kein Greis sein. Woher sie das wusste, konnte sie nicht sagen. Vielleicht waren es seine Augen. Vielleicht war sie einfach nur geschockt, weil er sie aus den Latschen gekippt hatte. Mit einem Seitenblick entdeckte sie den sich entfernenden Karren und zählte spätestens nach der Entschuldigung des armen Kerls Eins und Eins zusammen. Na ja, das passierte öfters in Heaven's Glade. Die Menschen hier waren nicht sonderlich gastfreundlich. Der Blick ihrer schlammbraunen Augen wanderte flüchtig an dem Mann hinab, erkannte einen Hammer an seinen Gürtel und einen wuchtigen Eisbärpelz auf seinen Schultern. Wie kam man in dieser Gegend denn an Eisbärenpelze? Egal. Wahrscheinlich hatte er es irgendeinem Jäger geklaut. Er sah aus wie ein Halsabschneider. Gerade bückte sie sich, um ihren Korb aufzuheben und wieder zu verschwinden, da entschloss sich ihr Gegenüber, ihr noch einmal in die Augen zu schauen. Vorher hatte sie nur kurz hingesehen, als er sie gerammt hatte, doch nun bekam sie die ganze Breitseite ab und erstarrte, wo sie war. Ein paar Sekunden blieb sie so stehen, hart wie eine Statue, dann wandte er sich um und wollte gehen. Mit einem entschlossenem Schritt in seine Richtung legte sie eine Hand auf seine Schulter. Sie war ihm körperlich niemals ebenbürtig, aber ihre Geste hatte offenbar genug Symbol, dass er sie nicht einfach abschütteln würde. Warum wollte sie das eigentlich nicht? Wieso hatte sie ihn aufgehalten?! Seine Schönheit war es sicher nicht gewesen, die sie erstarren ließ. Er sah aus wie ein Penner, ein Bettler. Vielleicht waren es seine Augen. Sie waren nicht wundervoll oder heldenhaft. Sie waren traurig, unendlich traurig. Sie erinnerten Nicole an die Augen der kleinen Kinder, die auf den Sklavenmärkten verkauft wurden. An die Augen ihrer Mütter, denen sie entrissen wurden. Voller Wärme. Aber hoffnungslos. Gebrochen. "Du...", sagte sie also, in Ermangelung einer wirklichen Anrede. Nicole hatte nichts zu sagen. Er war nicht einmal von Interesse. Es war einfach eine Erinnerung, die sie übermannt hatte. "Du bist hier nicht willkommen." Sie sagte das ohne jede Verachtung für ihn. Es war eine Feststellung, ein bloßer Satz. "Hast du...Brauchst du Hilfe?" Was für ein dummes Angebot! Aber sie konnte ihn nicht einfach so abhauen lassen. Geächtete standen doch für Geächtete ein - oder so ähnlich.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 30 Nov - 20:52

Der Wind fuhr ihm durch die Mähne kaum das der Lynx sich zwischen den Felsen seiner Nachtlagers erhob. Die Augen noch trübe richtete Goloka sich zu seiner ganzen Größe auf und ließ ein herzhaftes Gähnen seiner Kehle entrinnen. Es war für einen Menschen eher das Brüllen eines Löwen als das Gähnen eines Lynx, doch woher sollte Goloka auch ahnen was die Menschen wie empfinden? Ihm war auf seiner Reise kaum ein Angehöriger dieses schnelllebigen Volkes begegnet und keiner davon war auch nur in seine Nähe gekommen. Aus Angst. Er war sich sicher. Wenn der Wind richtig stand hatte er es gerochen, die Menschen stanken vor Angst wenn er ihnen entgegen kam. War sein Volk den Menschen so fremd? Er wusste doch auch von den Menschen, sprach ihre Sprache und auch ein paar ihrer Gepflogenheiten hatte er von seinem Vater gelernt ehe er die Steppen verlassen hatte.
Die Gedanken an seinen Vater ließen die Lebensgeister in seine Knochen fahren und so schnallte Goloka sich das schwere Schwert auf den Rücken und trabte weiter.

Schon von weiten hatte der Lynx das Dorf hören können doch erst als er durch die Baumreihe trat und die Häuser vor sich liegen sah wurde ihm gewahr wie viele Menschen dort auf einem Platz durcheinander liefen und schrien. Auch konnte er bereits die ersten Marktstände sehen, ein ihm durchaus vertrauter Anblick, wenn auch die Stände der Menschen viel kleiner waren und eine `große Portion` kaum mehr als eine Vorspeise waren, in seiner Tasche klimperten noch ein paar Münzen auffordernd herum. Und obwohl sein Magen nach Nahrung schrie schritt der Lynx nur langsam auf das Dorf zu, wollte vorher gesehen werden und abwarten wie die Menschen auf ihn reagieren würden. Ob sie auch ihre Unterwäsche beschmutzen würden vor Angst? Er musste Auflachen bei dem Gedanken.

Kaum waren die ersten Menschen auf ihn aufmerksam geworden schwabbte ihm eine Welle der Ablehnung und Furcht entgegen. Goloka konnte es in ihren Augen sehen und an ihrem Schweiß riechen. Er konnte die Blicke auf sich spüren wie Läuse die unter das Fell gekrochen waren, nein, hier würde er nicht lange bleiben.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 30 Nov - 20:59

"Hilfe?" Aldred wiederholte das Wort mit Verwunderung in der Stimme. Einer Stimme, die klang als würde sie nicht allzu oft benutzt. Und warum auch? Mit wem sollte er schon reden? Er bevorzugte es allein zu reisen. Er tat sich schwer in Gesellschaft. Dass er sie im Grunde vermisste hatte er schon lange aufgegeben sich einzugestehen. Umso verwunderlicher war es nun, dass diese junge Frau ihm ihre Hilfe anbot. Einfach so. Er hatte im Grunde nichts getan um das zu verdienen. Und gerade deshalb rührte diese Geste etwas tief in seinem Herz.
Dennoch... er konnte nicht wirklich sagen, dass er Hilfe gebraucht hätte. Er kam alleine zurecht. Er hatte vier Jahre lang in den Eisigen Einöden überlebt. "Ich..." Er stockte, überlegte. Was hatte er sagen wollen? "Ich denke nicht, dass ich Hilfe brauche. Ich..." Abermals stockte er. Es fiel ihm schwer, zu reden. "... ich werde wohl nur ein wenig Proviant kaufen und dann weiter ziehen. Wohin der Wind mich trägt..." Er bemerkte, dass er ihren Blick verloren hatte und irgendwo an ihr vorbei zum Horizont starrte. Rasch gab er sich Mühe, ihr wieder in die Augen zu sehen. "... wohin der Wind mich trägt...", wiederholte er murmelnd, mehr zu sich selbst. Und dann fiel es ihm wieder ein, was er hatte sagen wollen. "Aber dein Angebot ehrt dich."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 30 Nov - 22:02

Der junge Mann vor Geralt tat nichts. Nichts aggressives jedenfalls. Er schien sich auch nicht besonders bedroht zu fühlen, obwohl ien Pfeil auf ihn zeigte. Und vermutlich hatte er auf den Hirsch geschossen und ihn verjagt; das hier konnte ein ganz normaler Jäger sein, der in diesem Wald nach nichts Anderem als Wild suchte. Wahrscheinlich, wenn man bedachte dass er immer näher an den Waldrand kam.
Trotzdem noch misstrauisch senkte Geralt den Bogen halb, behielt aber die Hand an der Sehne. Unvorsichtig zu sein hatte ihn mehrmals fast das Leben gekostet. Dann machte er sich langsam daran sich eine Antwort zu überlegen, denn die hatte der Andere wohl verdient, wollten sie hier nicht für immer stehen.
"Ich habe diesen Hirsch seit einem Tag verfolgt", sagte er leise, mit von der seltenen Benutzung rauen Stimme. Nicht wütend, nicht aufgeregt. Eher teilnahmslos. "Ich bin hungrig ... Ich brauche das Fleisch."
Weder sein Satzbau noch seine Betonung waren sonderlich ausgereift, aber Sahin verstand bestimmt, was Geralt meinte. Langsam begannen ihm die Arme von der Spannung zu zittern; der Bogen war nicht der Beste, auch bei der Jagd musste er oft kurz vor dem Schuss ausziehen, anstatt ausgezogen zielen zu können. Vorsichtig führte er die Sehne zurück in die Gerade. Loslassen würde er aber nicht. Unsicher drehte er sich halb in die Richtung, in der der Hirsch verschwunden war, hielt Bogen und Pfeil mit einer Hand und hob seinen Speer wieder auf, wobei er die Augen nicht von Sahin wandte.
"Geh du voraus ... Leise."
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 30 Nov - 23:32

Seline ­sass gelangweilt auf der Ladefläche des Marktkarren der langsam über die holperige ­Strasse rumpelte. Es war noch morgen, beileibe nicht ihre Zeit, doch schliesslich war sie nicht auf einer Vergnügungsreise, sondern hatte eine Arbeit zu erledigen, der Händler bezahlte sie schliesslich nicht fürs Schlafen, sondern um ihn, seinen Sohn und seine Waren zu schützen. Im Prinzip war es ein einfacher Deal gewesen, der Händler hatte eingewilligt Seline ins nächste Dorf mitzunehmen und Sie verzichtete dafür auf den üblichen Söldnerlohn für die Reise. So hatte sie sich gut ein, vielleicht sogar zwei, Tagesmärsche erspart. Dann schob sich die Plane, die die Ladefläche des Karrens vom Bock trennte, beiseite und das mit Sommersprossen übersäte Gesicht des Händlerssohn zeigte sich Seline. "Morgen grosse Kriegerin, gut geschlafen? Vater meinte ich soll dich Wecken, wir sind gleich im Dorf." Seline bemühte sich um ein Lächeln. "Danke aber nicht nötig." Irgendwie war es auch ein bisschen merkwürdig gewesen wie der Junge sich um Seline kümmerte, aber von einem halbwüchsigen der gerade dabei war ein Mann zu werden und das erste Mal mit einer Frau auf engem Raum war, die Gerüchten zufolge auch nicht gerade zimperlich war, konnte sie auch nichts anderes erwarten. Vermutlich war das Gehirn des Jungen so mit Hormonen überflutet, dass er selber nicht einmal kapierte, wie er sich gerade benahm.
Im Dorf angekommen wurde Selines Laune nochmals ein wenig gedrückt, offenbar war dieses Dorf nicht gerade ein Musterbeispiel für Gastfreundschaft. Schon als Seline dem Händler noch half seinen Stand aufzubauen und seinen Karren auszuladen bemerkte sie die misstrauischen, missbilligenden und auch ängstliche blicke, immerhin überragte Seline auch die grössten Männer dieses Ortes locker. Doch selbst wenn nicht hätten sich die Leute vermutlich einfach an ihrer Haarfarbe gestört und sie wartete nur noch darauf, dass eine der Frauen mit dem Finger auf sie zeigte und sie als Hexe bezeichnete, was natürlich völliger Humbug war, zum einen war ihre Rasse völlig unmagisch und zum anderen Magie und Zauberei allgemein bekannt... und doch hörte man ab und an von irgendwelchen hinterwäldlerischen Dörfern, die noch solche Ansichten vertraten... oder das als Ansichten nutzten, um umliebsame Personen loszuwerden... und anscheinend war sie wohl gerade in so einem Dorf. Na gut, sie musste hier ja nicht Leben, und wenn die Dorfbewohner meinten, ihr einen Strick drehen zu können würden sie wohl schnell lernen das Seline sich zu wehren wusste.
Nachdem sie ihren Lohn bekommen hatte, was wieder einige empörte Blicke zur Folge hatte, hätte Seline eigentlich gleich weiterziehen können, doch da in diesem Dorf gerade grosser Markt war konnte sie sich ja auch gleich einmal umsehen. Ihre Vorräte konnte sie hier sicherlich aufstocken und vielleicht war hier auch jemand der gutes Leder hatte damit sie das Loch in ihrem Zelt endlich mal flicken konnte.
Allerdings wurde ihre Aufmerksamkeit schnell von den Marktständen abgelenkt, den auf der anderen Seite des Dorfes schienen die Menschen in Seite geraten zu sein und Seline war neugierig geworden. Nahe dem Dorf entdeckte sie dann auch schnell den Grund für den Aufruhr, den dort stand eine grosse kräftig wirkende gestallt. Seline hatte keine Ahnung, was das für ein Wesen war, sie hatte zwar schon mal von Katzenartigen wesen gehört, die auf zwei Beinen gingen, doch das sie so gross waren, war ihr neu.

Wie Nicole befürchtete, war Arale bereits unterwegs und hatte Unfug im Kopf, allerdings nicht beim örtlichen Imker, wobei Honig diesmal gar nicht so weit daneben war. Wie aus dem nichts schwirrt die Schlangenfee mit einem lauten "Huuiiiiiiiiiiiiiiiiii" heran, umkreisste Nicole ein paarmal, bevor sie ihr Tempo drosselte und ungleichmässig vor ­Nicole's Gesicht herumflatterte. Arale war ja immer ein bisschen quirlig und meistens gut drauf, doch Fremden gegenüber war sie normalerweise erst einmal misstrauisch, doch jetzt ignorierte sie Aldred völlig, schien ihn nicht einmal zu bemerken. Ihr unsicher wirkender Schwebeflug und der leicht verklärte Blick verstärkten den Eindruck noch das Arale irgendwie nicht ganz auf der Höhe war. Mit einem "Morgen Mamma." begrüsste Arale Nicole und drückte ihr dann sogleich einen Kuss auf die Nasenspitze, wobei Nicole der Geruch von Met in die Nase stieg, der an der Schlangenfee regelrecht klebte. Dann landete Arale auf Nicols Schulter und schlang ihren Schlangenkörper locker um Nicole's Hals. Erst jetzt bemerkte sie Aldred. Neugierig lehnte sie sich nach vorne, wobei sie fast vorneüber kippte, und musterte den Mann mit dem merkwürdigen Fellkleid. "Hallo."
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Lias
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 1 Dez - 0:55

Müdigkeit kroch in Amuns Schultermuskeln, griff trügerisch langsam nach seinen Flügeln und setzte sich dort fest. Der Avior spürte, wie seine Schwingen träger wurden, wie die Erdanziehungskraft, der er schon so lange entkam, seinen Griff um ihn schloss. Er war die ganze Nacht geflogen. Die kurze Pause am Morgen hatte nicht einmal annähernd ausgereicht, um ihn zu erfrischen. Während die Avior zwar eine ganze Zeit ohne Schlaf auskommen konnten, machten die Muskeln eine so lange Zeit in der Luft nicht mit. Es wurde Zeit eine Weile am Boden zu bleiben. Rauch in der Ferne deutete auf eine Ansiedlung hin. Amun kannte die Menschen. Viele von ihnen waren anderen Rassen gegenüber misstrauisch, oft sogar feindselig. Aber er würde einige feindliche Blicke ertragen, wenn er dafür etwas zu essen bekam. Seine Flügel fingen den Wind ein, während Amun in weiten Spiralen auf eine Gasse zuhielt. Auf dem Marktplatz zu landen würde viel zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Trotzdem empfingen ihn erschreckte Blicke und der Schrei eines kleinen Mädchens als er zwischen den Gebäuden aufsetzte. Die starrenden Menschen ignorierend, er hatte sich daran gewöhnt, verließ Amun die Gasse in Richtung Dorfplatz.

Mit einem duftenden Brot in Klauen ging Amun zielstrebig auf das Gasthaus zu. Der Bäcker hatte versucht ihn über den Tisch zu ziehen. Hatte gedacht, dass Amun dumm oder naiv wäre. Er hatte das Feilschen beim Wüstenvolk gelernt. Niemand feilschte besser als sie. Im Gehen überhörte der Avior den Satz eines Menschen. "...wohin der Wind mich trägt..."
Neugier erfasste ihn. Hatten die Menschen einen Weg gefunden zu fliegen? Der Avior umrundete den Menschen, der mit einem Weibchen zusammenstand. Ein geflügeltes Schlangenwesen, eine Schlangenfee, flatterte zwischen den beiden. Amun machte einen Schritt auf die Gruppe zu.
"Leid tut es mir, euch zu unterbrechen", hob er an. Der Mensch sah viel zu schwer zum fliegen aus. Die Frau hingegen war leicht genug, aber keineswegs stark genug. Und sie hatten keine Flügel. Der Avior unterbrach sich und runzelte die Stirn, um dann weiterzusprechen: "Vom Wind getragen zu werden vermag keiner von euch beiden. Dieser wundert sich über eine solche Aussage."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 1 Dez - 2:59

In einem leichten Anflug von Mitleid nickte Sahin. Er kannte das Gefühl des nagenden Hungers, hatte es selbst oft genug erlebt und ertragen müssen. Nun fiel ihm auch das leichte Zittern von Geralt auf, dass ebenfalls ein Anzeichen des Hungers war. Bevor er jedoch der Aufforderung nachkam und der Fährte folgte, wandte er den Blick in den Himmel hinauf und fixierte Rischa.
"Los, meine Kleine." flüsterte er und  beobachtete, wie sie abdrehte und versuchte den Hirsch wieder zu finden. Er begann den Spuren des verwundeten Tiers zu folgen. Einige Minuten ging er schweigend voran, beugte sich immer wieder hin und suchte nach Spuren, bis er den Schrei eines Wanderfalken hören konnte, dessen Quelle sich in Richtung 10 Uhr befand. Ohne sich weiter um eine richtige Fährte zu kümmern bewegte er sich in Richtung des Geräusches und konnte nach einiger Zeit wirklich den Hirsch sehen. Stumm signalisierte er dem anderen Jäger, dass er die Beute gefunden hatte und trat einige Schritte zur Seite, während er Geralt auffordernd ansah. Wenn dieser etwas von der Beute wollte, müsste er schon etwas dafür tun.
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Ena
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 1 Dez - 19:33

"Aber dein Angebot ehrt dich."
Ihre peinliche Starre verstärkte sich noch. Sie, die Dorfhure, sollte etwas ehren? Natürlich, sie besaß viel mehr Stolz als jede einzelne der hier Anwesenden, ihren Gesprächspartner wohl nicht ausgenommen, aber Ehre? Nicole sah sich beinahe gezwungen den Mund zu öffnen und etwas zu sagen wie "Ich habe keine Ehre, sieh mich doch an", aber stattdessen schwieg sie, unfähig in Worte zu fassen, was sie dachte. Warum behandelte er sie? Wieso stieß er sie nicht zurück, weil sie Hosen trug? Blickte unverhohlen auf ihren Busen, statt ihr in die Augen zu sehen, die hart und undurchdringlich waren wie Festungen. Der Alte hatte ihr gelehrt, dass Augen der Spiegel zur Seele waren. Vielleicht hatte er sie zu sich geholt, weil ihr Blick nicht der eines Sklaven war. Er hatte ihr einmal gesagt, dass sie die Gestik einer Hafendirne, aber die Augen einer Königin besaß. Klar. Nur, weil sie nicht sofort anfing zu heulen, wenn man sie schubste...Was würden schon einige Tränen lösen, ein ärgerlicher Blick? Misstrauisch betrachtete die junge Frau den Mann mit dem Eisbärpelz, als er sich regelrecht von ihr abwandte und für einen Moment aus ihrem Gespräch auszusteigen. Umso härter traf es sie, als er sie wieder ansah, und dann diesen einen, schicksalshaften Satz sprach, der sie dazu brachte, regelrecht geschockt seine Schulter loszulassen. Es gab eine Reflexivform von 'ehren'. Tatsächlich? Es war selbstverständlich nur eine Redensart, die ihr nicht geläufig war, aber da steckte mehr dahinter, das sah sie deutlich...Und sie wäre noch eine halbe Stunde lang so dagestanden und hätte den Eisbärmann einfach angestarrt, wäre da nicht eine Bewegung vor ihrem Gesicht gewesen, bei der sie beinahe schon wieder ihren Korb hätte fallen lassen. Diesmal jedoch vor Ärger. Eine kleine Schlangenfee flog schwankend vor ihr. Nicoles Augenbrauen sanken bergab, ihre Nüstern blähten sich, als der Geruch von Met in ihre Nase stieg. Schließlich entschloss sich eine ihrer Brauen wieder nach oben zu wandern. Arale. Dummes Ding. Ständig war sie besoffen oder von oben bis unten verklebt. Nicht immer mit Essbarem. Und sie musste am Ende den Spießer spielen und sie bestrafen. Wie eine Mutter. Hmpf. Wortlos ließ sie die kleine Fee den Besitz ihres Halses ergreifen, denn im nächsten Moment näherte sich auch schon eine weitere Gestalt, die ihr mehr als komisch vorkam. War sie heute nacht vielleicht durch Ort und Zeit gereist? Der erste Impuls war es, den Vogelmann zu fragen, was zur Hölle er war. Der zweite war es, über seine Federn zu streichen, die unheimlich weich aussahen. Der dritte, und das war der, der siegte, brachte sie dazu mit einem überraschten Luftschnappen die Arme zu verschränken, nachdem sie ihren Korb wieder hinter sich platziert hatte. Ihr Gefühl sagte Nicole, dass sie nicht so schnell zurückkehren würde. "Der Wind trägt auch Menschen. Ich habe gehört, in E'jin gibt es Luftschiffe, die wie Vögel in der Luft gleiten. Und als Topan noch Anhänger hatte, so erzählte man sich, haben diese gelernt, auf den Winden, ihren Atemzügen, zu wandeln." Sie lächelte leicht, ein bisschen stolz auf ihre Antwort. Es kam nicht oft vor, dass sie das Wissen aus ihren Büchern anwenden konnte. Vor allem nicht vor Vogelmenschen und Eisbärmännern.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 1 Dez - 19:48

Vorsichtig folgte Geralt Sahin, immer darauf bedacht bloß keine Bewegung des Anderen zu verpassen. Ein paarmal ließ er beinahe den Speer fallen, um den Bogen wieder auszuziehen, aber jedesmal ging Sahin vorher weiter, den Rücken arglos Geralt zugewandt. Nach den ersten hundert Metern spannte Geralt vorsichtig wieder den Bogen um den Rücken und steckte den Pfeil in den Köcher. Wenn der Jäger ihn bis jetzt nicht angegriffen hatte dann wohl auch in Zukunft nicht mehr. Nur den Speer fasste er fester, immer noch bereit sich gegen jegliche Attacke zur Wehr zu setzen. Aber bis er schließlich zwischen den Bäumen den Hirsch liegen sah geschah nichts. Sie standen an einem kleinen Überhang, von Baumwurzeln gehalten, unter dem der Hirsch an einem Bach ruhte und trank.
Das Tier lag auf der Seite, schwach vom Blutverlust, ein kompliziertes Muster aus gerinnenden Blutströmen über der Flanke. Sahins Pfeil hatte knapp hinter dem Herz getroffen, Geralts war in in den Schenkel eingedrungen, aber nur recht geringe Blutungen hervorgerufen. Geralt trat ein paar Schritte von Sahin weg, zog hinter einem Baum verborgen erneut seinen Bogen aus, trat mit einer fließenden Bewegung um seine Deckung herum und schoss. Trotz seiner schlechten Verfassung traf er genau. Nicht, dass es beim Zustand der Beute noch viel ausgemacht hätte eibn wenig zu verfehlen, der Hirsch war kurz davor gewesen am Blutverlust zu sterben, als ihm Geralts Pfeil durchs Herz drang. Mit einem stöhnenden Laut sackte der Kopf zur Seite weg, und der Kadaver lag vollends auf der Seite. Ohne Zeit zu verschwenden spannte der Waldläufer seinen Bogen wieder um und zog das breite Jagdmesser, ging den Hang hinab und drehte den Leichnam so, dass er an den Bauch herankam. Geübt, aber auch hastig öffnete er den Bauch, nachdem er sich gründlich die Ärmel hochgeschoben hatte. Während er noch mit Ausweiden beschäftigt war sah er immer wieder misstrauisch zu Sahin herüber, ob der ihn von hinten angreifen wollte. Würde er die Beute wirklich teilen wollen?
"Hilf mir mit dem Zerlegen. Geht schneller."


Zuletzt von Warmonger am Do 1 Dez - 22:46 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Mali
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 1 Dez - 20:42

Iorweth blickte ruhig von seinem Platz aus über den Marktplatz. Menschen trafen ein und gingen wieder weg. Ein Mann mit einem Eisbärenpelz fiel ihm auf, der unglücklich mit der jungen Frau zusammenstieß, als er von einem Händler beiseite gestoßen wurde. Ein paar Worte wehten zu ihm rüber und interessiert lauschte er hinüber. Dann kam auch noch ein Avior, der sich zu den beiden Menschen gesellte und sie ansprach. Am Waldrand sah Iorweth den Lynx stehen. Kurz hob Iorweth seine Augenbraue. Viele Gerüchte und Geschichten rankten sich um dieses Volk, doch er hatte noch keinen von ihnen zu Gesicht bekommen. Sein blick wanderte wieder zu den Menschen und dem Avior. Er wunderte sich selber das Er diese so interessant fand. Irgendwie fühlte er sich angezogen. Nicht körperlich, sondern eher als würden die Schicksalsgötter ihm sagen, das er etwas mit diesen Menschen zu tun hätte. Aber noch blieb er sitzen und blickte einfach hinüber. Dabei traf die Sonne auf seine Schwerter und der Strahl schien in die Richtung der Frau. So als wolle die Sonne der Frau etwas sagen.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 1 Dez - 21:16

Sahin blieb trotz der Aufforderung noch einige Augenblicke lang stehen, bevor er seinen Arm ausstreckte und in schneller Folge drei hohe Pfeiftöne ausstieß. Einige Augenblicke passierte nichts, dann rauschte ein Schatten durch das lichte Blätterdach und lies sich auf der dargebotenen Handfläche nieder.
"Na, meine Kleine", meinte er freundlich zu dem Wanderfalken. "Nette, erfolgreiche Jagd, oder?" Nachdem Rhischa einen kurzen freudigen Schrei ausgestoßen hatte, begab er sich zu dem Kadaver und zog dabei sein eigenes Messer hervor. Hinter Geralts Rücken umrundete er das Tier, um sich schließlich hinzuknieen und den Hirsch auszunehmen. Die Teile der Eingeweide, die keiner von ihnen essen würde, warf er in die Luft, sodass sein eigenes Tier sich die Leckerbissen holen konnte. Mit geübten Schnitten trennte er die Fellschicht ab und warf einen Blick auf Geralt. "Was dagegen, wenn ich die Felle nehm? Dafür bekommst du auch mehr vom Fleisch."
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 1 Dez - 22:51

Irgendetwas an ihm musste die junge Frau verwirrt haben. Oder schockiert. Vielleicht beides. Jedenfalls entnahm Aldred das der plötzlichen Starre, in die sie zu fallen schien. Nun, er konnte nicht behaupten, dass er das nicht gewohnt wäre. In der Letzten Stadt hatten viele Leute so auf ihn reagiert. Der Schreinwächter in Skarand hatte so auf ihn reagiert. Am dritten Tag zumindest. Aber die Gewohnheit bedeutete nicht, dass es nicht dennoch schmerzte. Umso wichtiger war es, dass er weiter kam. Er hatte in der Gesellschaft keinen Platz mehr.
Es war der Moment, in dem dieser Gedanke durch seinen Kopf schoss, den die kleine Schlangenfee nutzte um urplötzlich aufzutauchen. Und sogleich fesselte sie Aldreds ganze Aufmerksamkeit. Etwas wie sie hatte er noch nie gesehen. Nicht, dass es ungewöhnlich war, in Ruhte fremdartigen Wesen über den Weg zu laufen. Aber dieses war... irgendwie anders. Fasziniert beobachtete Aldred, wie sie sich um den Hals der jungen Frau legte.
Die Vogelmenschen - die Avior - hingegen kannte er bereits. Als er noch ein Schmied in Jedha war hatte er sie immer wieder einmal in der Stadt gesehen. Gelegentlich ließen sie sich blicken. Dass einer von ihnen nun jedoch auf ihn zukam ließ Aldred doch ein wenig verdattert zurück. Die junge Frau, die Schlangenfee und nun auch noch der Avior, das war zu viel für ihn, der die Einsamkeit gewohnt war. Es überforderte ihn. Und so versuchte er sich abzulenken, lauschte nach dem Klang einer plötzlich durch die Straßen tanzenden Böe. Der Wind rief ihn. Er würde ihm wieder folgen. Bald.
"Es sind nicht die Lüfte, die mich tragen...", murmelte er, mehr zu sich selbst als wirklich an den Avior gewandt. Dennoch laut genug, dass dieser ihn verstehen konnte. "Es ist da Lied im Wind, das mich leitet. Die Brise zeigt mir den Weg... Sie leitet mich..."
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 1 Dez - 23:06

"Ein Windsprecher seid ihr dann, ja? Weise sind sie und führen die Avior. Können mit dem Wind dem sprechen, können Stürme rufen und Lüfte besänftigen", hakte Amun'Raak nach. Der Avior warf der jungen Frau einen misstrauischen Seitenblick zu. Meinte sie das ernst? Konnte sie nicht verstehen? Vorsichtig widersprach Amun: "Nicht durch eigene Kraft fliegen die Menschen. Hilfe brauchen sie dabei immer. Durch Göttin oder Mechanik oder Magie. Vom Wind werden sie nicht getragen. Diese Ausdrucksweise also, warum?"
Amun begann zu befürchten, dass er den Menschen einfach missverstanden hatte. Das passierte ihm öfter. Kein Avior weilte lange unter den Landgehern, wenn er es vermeiden konnte. Und die meisten ihrer Redensarten waren seinem Volk unbekannt.
"Missverstanden habe ich Euch vielleicht? Wohin der Wind mich trägt vielleicht nur eine Metapher, ja?"

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 2 Dez - 1:37

Zuerst war Geralt sehr verunsichert, als Sahin pfiff. Rief er seine Räuberbande herbei? Eilig griff er nach dem Speer, der immer noch bereitlag. Doch er ließ ihn wieder fallen, als er verblüfft sah, wie der Jagdfalke durch das Blätterdach stieß und sich auf der Hand des Fremden niederließ. Man sah ihm die Verwirrung kaum an - nicht, weil er die Emotion willentlich unterdrückt hättre, sondern weil man ihm selten etwas ansah. Misstrauisch beäugte er das Tier, aber es schien gut gezähmt. So gut, dass es auf der bloßen Haut sitzen konnte, ohne sie völlig zu zerfetzen. Geralt hatte erst ein paarmal Falkner gesehen, aber jeder von denen hatte bisher einen dicken Lederhandschuh getragen. Während er sich noch den Falken ansah sprach ihn Sahin auf die Beuteverteilung an. Der junge Waldläufer hatte eigentlich vorgehabt das Fell im nächsten Dorf zu ein wenig Geld zu machen. Andererseits war es vielleicht den Preis wert, keinen Ärger mit diesem Jäger zu haben. Aber er schob die Überlegung auf, er war zu hungrig. "Nach dem Essen."
Rasch kehrte er wieder dazu zurück dem Hirsch das Fell abzuziehen und das Fleisch zu zerlegen. Lautstark meldete sich sein Magen bereits beim Anblick der saftigen Stücke und sein Mund produzierte so viel Speichel, dass er mehrmals schlucken musste. Schließlich wandte er sich von dem Tier ab, wischte die verklebten Hände im Gras sauber und machte sich daran, Bruchholz zu sammeln, um damit ein Feuer zu entzünden. Er hatte schon Magenschmerzen vor Sehnsucht nach dem Fleisch, und er war kurz davor gewesen es roh zu essen. Nur seine Vernunft hielt ihn davon ab. Mit einem Arm voll trockener Zweiglein kam er zurück und schichtete sie zu einem kleinen Stoß auf. Das würde reichen, die ersten Flammen zu halten bis sie etwas Größeres nachlegen konnten. Geralt fragte gar nicht erst, ob Sahin den Hirsch hier zubereiten oder mit ins Dorf nehmen wollte; er war zu hungrig, und wenn er das Fleisch halb verbrannt essen musste.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 2 Dez - 15:43

"Metapher?" Aus Aldreds Stimme sprach Nachdenklichkeit, vielleicht aber auch bloß Verwirrung. Langsam wanderte sein Kopf wieder zu dem Avior herum, seine Augen fingen die des Vogelmenschen. Tief drang sein Blick in den des anderen. "Ja... eine Metapher... Das ist es wohl..." Er sprach langsam und leise. Ein schwaches, tonloses Murmeln. Er pausierte. Pausierte lange. Ließ den Blick gleiten, blieb dann doch wieder an dem Avior hängen.
"Ihr scheint euch nicht oft unter Menschen zu begeben. Was führt euch an einen Ort wie diesen?" Warum er das fragte? Warum er nicht einfach weiter ging, wie er es sich vorgenommen hatte, wie er es stets tat? Er wusste es nicht. Er konnte es wirklich nicht sagen. Aber aus irgendeinem Grund fiel es Aldred geradezu unheimlich schwer, von dieser merkwürdigen Gesellschaft fort zu reissen.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 2 Dez - 17:26

"Auch gut." murmelte Sahin tonlos, bevor er seine Hände und das Messer am Bach abwusch und es anschließend in die dazugehörige Scheide steckte. Mit einem kurzen Blick bemerkte er, dass Geralt Holz für ein Feuer zusammensammelte, was ihm einen verdutzten Blick einhandelte. Will der wirklich jetzt das Fleisch braten, wenn in der Nähe ein Dorf ist? Er hatte das Dorf entdeckt, als Rhischa bei einem ihrer Streifzüge darüber geflogen war und hatte sich vorgenommen, dort seine Beute zu verkaufen, um haltbarere Sachen zu kaufen. Nichtsdestotrotz holte er aus einem kleinen Lederbeutel, den er am Gürtel trug, seine Feuersteine und etwas Zunder heraus. Schnell holte er einige trockene Steine vom Bachufer und bildete damit einen Kreis, in dem er das gebrachte Holz locker stapelte, bevor er den Zunder entflammte und ihn in das Holzkonstrukt legte, dass nach kurzer Zeit zu brennen begann.
"Alles, oder nur die Stücke, die du essen willst?" fragte er den hungrigen Jäger, als das Feuer zum Braten bereit war.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 2 Dez - 19:56

"Freunde meines Volkes sind nicht viele unter den Landgehern. Schimpfworte waren das erste, was ich in Eurer Sprache lernte. Federkissen nannte man mich", merkte Amun an. Er hatte dem Schimpfenden die Nase gebrochen. Was ihm Ärger mit der Stadtwache eingebracht hatte. Das Konzept war ihm neu. Die Avior hatten keine Wachen. Sie hatten auch keine Diebe, wie jener Mensch, der ihm am ersten Tag in der Stadt sein Geld gestohlen hatte. Avior regelten alles untereinander. Seltenst kam dabei jemand um, aber immerhin schickte man keine Diener, um etwas zu tun, wofür man selbst zu schwach war. Amun hatte die Menschen damals verachtet. Weiche Länder brüteten weiche Wesen aus. So hatte er damals gedacht.
"Zu Boden zwingt mich Müdigkeit. Ein Gasthaus gibt es hier bestimmt?", fragte Amun nach.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 2 Dez - 23:18

Finns stand an der Reling des Luftschiffes und krallte sich daran fest. Der Wind pfiff im laut und kalt um die Ohren, aber das machte ihm weniger. Er konnte das Festland sehen. Nach Tagen über dem Meer, die er grösstenteils in seiner Kabine verbracht hatte, war das ein toller Anblick. Und ausserdem hatte Finn noch nie ein Land ohne Schnee gesehen. Dementsprechend staunte er über die Kliffe, Strände, Felder und grünen Wälder, die unter ihnen durch die Wolken zu sehen waren. Unter ihnen war gerade ein kleines Dorf zu sehen, in dem gerade Markt war. Von so hoch oben sahen die Häuser aus wie kleine Vierecke und die Menschen wie schwarze Ameisen.
Als Finn sich ein wenig vorlehnte, um das Dorf noch weiter betrachten zu können, ging plötzlich ein heftiger Ruck durch das Luftschiff. Finn unterdrückte gerade noch einen Aufschrei, stiess sich von der Reling weg, stolperte und fiel zu Boden. Gerade als er sich aufrappeln wollte, folgte ein weiterer Ruck, dann fühlte er, wie das Luftschiff mit einem anhaltenden Zittern langsam an Höhe verlor. Sie sanken! Wieso sanken sie? Sie würden doch wohl nicht hier landen?
Finn rappelte sich auf und stolperte über die leichte Schräge hinauf. Überall wuselten Luftschiffsmatrosen herum und ein Kerl in Uniform brüllte Befehle. Nachdem der Junge einige Male angerempelt worden war, packte ihm jemand und zog in weg. Der Matrose sagte ihm, die Schiffsgäste sollten auf ihre Kabinen gehen. Verschüchtert nickte Finn und er wurde von dem Mann zu seinem Zimmer geleitet. Dort packte er als allererstes seine Tasche und sah nach, ob seine Kristalle noch ganz waren, dann überprüfte er die Bücher. Ersteres hatte er selbst gekauft, ein Magier hatte sie auf dem Markt in der Letzten Stadt verkauft, kurz vor seinem Aufbruch. Der Mann hatte es sehr eilig gehabt, die Dinger los zu werden und sie für einen Spottpreis verkauft. Das war es Finn wert gewesen, seine Abreise um ein, zwei Wochen zu verschieben. Und die Bücher hatte er vor seinem Aufbruch aus der Bibliothek geholt. Natürlich nur ungefragt entlehnt. Er würde sie schon zurückbringen. Irgendwann. Jetzt griff sich Finn eines der Bücher und setzte sich vorsichtig aufs Bett. Sie sanken zwar immer noch, aber viel gleichmässiger. Wahrscheinlich ein Defekt. In der Bibliothek der Letzten Stadt hatte es leider nicht sehr viele Bücher über Luftschiffsfahrttechnik und –bau gehabt, also hatte Finn keine Ahnung, was alles passieren konnte. Sobald er in E’jin war, musste r unbedingt einige Bücher darüber lesen. Diese Luftschiffe waren schliesslich von Magiern entwickelt worden und Finn fand so ziemlich alles, was irgendwie im Zusammenhang mit Magie stand, spannend. Aber erst mal hiess es warten, bis jemand die Fahrgäste informierte. Hoffentlich war es kein ernstes Problem.

Scheinbar doch. Nachdem sie mit einem heftigen Ruck und einem lauten Knall, gefolgt von weiteren Knallen, die ziemlich nach kleinen Explosionen klangen, kamen sie am Boden auf. Nach etwa zehn Minuten rief ein Matrose, dass sie alle an Deck kommen mussten. Dort informierte der Kapitän des Schiffes sie, dass das Luftschiff einen ernsten Defekt hatte. Irgendwas mit der Zauberrückkopplungspule, Finn hatte die Erklärung dazu nicht ganz verstanden. Jedenfalls konnte man dieses Problem nicht ohne einen Magier lösen und so sassen sie hier fest, da keiner an Bord war. Sie sollten doch ins nächste Dorf gehen, es läge nicht weit entfernt. Heaven’s Glade, so hiess es. Dort könnten sie übernachten und die weitere Reise planen. Bis nach E’jin waren es noch fünf Tage zu Pferd, ein Reiter war schon unterwegs, um Hilfe zu holen.
Finn hatte also seine Sachen gepackt, die Tasche geschultert und war mit den meisten Gästen und einigen Matrosen losgezogen, um nach Heaven’s Glade zu gehen. Während sie durch den Wald wanderten, entdeckte Finn einige Pilze. Die Dinger hatte er doch schon al gesehen. Hatte er nicht sogar ein Buch darüber dabei?
Während der Junge in seiner Tasche wühlte und schliesslich ein Botanikbuch hervorzog und darin blätterte, zog der Rest seiner Mitreisenden weiter, ohne sein Zurückbleiben zu bemerken. Und als Finn schliesslich den Eintrag über die Nachtleuchtenden Silberpäfflinge fand, stand er ziemlich verloren alleine im Wald da.
Mit einem lauten Stöhnen liess er sich neben seinem Fund zu Boden fallen und vergrub das Gesicht in den Ärmeln. Das fing ja schon gut an. Noch nicht einmal in E’jin und schon hatte er sich in den Wäldern von Rutha verlaufen. Wie sollte er jetzt Heaven’s Glade finden?
„Ganz ruhig…“, murmelte er zu sich selbst. „Das Dorf liegt im Norden, du musst also nur Norden finden..“
Durch das Laub der Bäume konnte er die Sonne sehen und so konnte er die Himmelsrichtung bestimmen. Hoffend, dass er sich noch richtig erinnerte, ging Finn los.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 3 Dez - 0:19

Geralt wusste nicht, dass das Dorf bereits so nahe war. Wenn, hätte er sich wohl auch entschieden, die Beute lieber direkt ins Dorf zu bringen und dort zubereiten zu lassen, denn das wäre nicht nur von höherer Qualität, sondern vielleicht sogar auch schneller gewesen. Sahin jedoch machte keine Anstalten ihn aufzuklären, also ging er davon aus dass das Dorf noch eine Tagesreise oder mehr entfernt war.
Nachdem sie gemeinsam richtiges Brennholz aufgelegt hatten und langsam die zum Braten nötige Temperatur erreicht wurde, allmählich die ersten Holzstückchen sich in glimmende Glut verwandelten, wollte sich Geralt erst einmal ein gutes Stück heraussuchen, aber Sahin sprach ihn noch einmal an. Verwundert sah Geralt sich zu ihm um. "Isst du nichts? Ich grille für mich."
Daraufhin wandte er sich wieder dem Kadaver zu und schnitt geübt ein Stück in einer brauchbaren Größe für ihr kleines Feuer heraus. Lende, denn Lende war zart. Bei dem Gedanken an den Leckerbissen lief ihm schon wieder das Wasser im Mund zusammen.
Das handliche Stück wurde auf Geralts Speer gespießt, denn den herumliegenden Stöcken vertraute er nicht, das Fleisch zu halten, und um einen Ast zu schneiden reichte seine Geduld bei weitem nicht mehr aus. Schon längst nagte der Hunger so schmerzhaft an ihm dass er sich beinahe zusammenkrümmen wollte, und so war es eine Erleichterung, als er sich hinsetzen und den improvisierten Spieß vorsichtig in die Flammen halten konnte. Erwartungsvoll sah er Sahin an, ob der es ihm gleichtun würde; zu essen, während der Andere zusah, kam ihm sonderbar vor.
Die meiste Aufmerksamkeit musste er jedoch dem Fleisch widmen. Eigentlich grillte man über der Glut, aber Geralt war ungeduldig. Er würde riskieren, dass ihm ein Teil einfach verbrannte, und auch den angekohlten Geschmack; Hauptsache, etwas kam in seinen Magen. Außerdem gab es immer einen guten Teil zwischen dem Rohen und dem Verbrannten.
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