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 GQ - [Die MSG]

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Warmonger

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 25 Okt 2013, 22:19

Die Tage vergingen. Gleich am nächsten Morgen hatte sich Geralt um die eingetretene Tür gekümmert und sie wieder eingehängt. Kaum jemand hatte etwas bemerkt, dann fast alle hatten sie länger geschlafen als Geralt; nur einige Matrosen erkundigten sich erstaunt, und der Junge fand sich oft sprachlos lächelnd, wenn es an eine Erklärung ging. Der Kapitän allerdings sah ihn mit einem Blick an, den Geralt nicht wirklich zu deuten wusste; vielleicht ahnte der Mann etwas. Manchmal sah er, wie der Kapitän Tristan einen misstrauischen Blick zuwarf, und eine zweite Einladung gab es nicht.
Dann und wann spielte Geralt noch mit Rachegedanken. Meistens hielt er sich von Tristan so weit fern, wie er nur konnte, aber manchmal spionierte er ihm auch hinterher, überlegte sich, in welchem Moment er ihn am besten abpassen und ihm ein Messer zwischen die Rippen rammen könnte. Aber es blieb bei dem Gedanken.
Als der Angriff kam lag Geralt in seiner Hängematte, das Messer neben ihm, griffbereit. Er fand inzwischen kaum noch Ruhe vor Anspannung, und als die Schreie von oben durch die Bohlen drangen sprang er aus der Matte wie von einer Feder getrieben. Erst, als der Kampf schon im vollen Gang war, kam er beim Aufgang an, den Bogen bereits in der Hand. Hier und da wurden Nahkämpfe ausgefochten, überall lagen schon Leichen herum. Aus kürzester Entfernung schoss Geralt einem der Angreifer in den Rücken, der gerade einen Matrosen niederstrecken wollte, ohne lange Zeit darauf zu verschwenden die Situation zu erfassen. Den Speer gepackt stürzte er vorwärts und traf gleich auf den zweiten Gegner, der ihn von oben her angriff. Mit einem langen Spieß stieß das Wesen nach ihm, und es gelang Geralt nur mit Mühe, den Stoß mit seinem eigenen Speer abzuwehren. Stets blieb der Schwarze außer Reichweite, immer nur kurz herabstoßend, um Geralt daran zu hindern, mit dem Bogen auf ihn zu schießen. Langsam musste Geralt vor den wilden Angriffen zurückweichen, einen Schritt nach dem anderen.
Ein unheilvolles Krachen ertönte, und das Schiff sackte zur Seite. Dem Schwarzen über Geralt war das egal, doch der Waldläufer stürzte und rollte kurz orientierungslos über die Planken. In seinen Mantel verheddert war es ein Wunder, dass ihn der nächste Stoß des Angreifers verfehlte. Mühsam befreite Geralt sich aus den Mantelfalten und fing seinen Speer wieder ein, der gerade über die Reling zu klappern drohte.
Sofort ging der Kampf weiter; mit einem geschickten Stoß gelang es Geralt, den Angreifer an der Hüfte zu verwunden, aber das tat der Kampfeswut des Wesens keinen Abbruch. Wie eine Furie fuhr es auf ihn herab und stocherte mit seiner langen Lanze in der Luft, während Geralt immer schneller zurückweichen musste, immer wieder über Trümmer und Leichen stolpernd – bis er rückwärts gegen Trevin stieß.
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Grim
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 25 Okt 2013, 23:14

Irgendwo zwischen Trümmern und loser Takelage fand Aldred Halt. Er war auf dem Rücken gelandet, der Kopf wies die Schräge des Decks hinab und immerhalb weniger Augenblicke hatte er sich vollständig verheddert. Aus dieser Position blieb ihm wenig anderes übrig zu tun als entgeistert zuzusehen, wie das Schiff näher und näher an den Hang driftete. Eine vorspringende Felsnase bohrte sich in die Aufbauten der Donnerjäger, mit ohrenbetäubendem Krachen barst der Mast. Der Rumpf selbst wurde von seinem eigenen Impuls gegen die Wand gedrückt bis die ersten Spanten brachen. Auf grotesk anmutende Art und Weise sackte das Schiff, widerwillig von den Resten seiner Magie und sich in der schroffen Wand verfangenden Tauen und Leinwandresten, in die Tiefe, zerriss sich dabei den Kiel und kam schließlich auf halber Höhe des Hanges, wo dieser weniger steil war, liegen.
Auch der Trümmerhaufen, in dem Aldred sich verfangen hatte, war während des traurigen Endes der Donnerjäger in Bewegung geraten und als die Überreste des einstigen Luftschiffs schließlich zum Liegen kamen stellte der Schmied, der sich wie durch ein Wunder nicht mehr als einige Prellungen und blaue Flecke zugezogen hatte, dass er sich mühelos daraus befreien konnte. Noch immer vom Erlebnis des Absturzes unter Schock erhob er sich, langsam, wie betäubt. Sein Blick wanderte über das Trümmerfeld. Von den schwarzen Angreifern war, abgesehen von einer Leiche, nichts mehr zu sehen. Aber was war mit den Luftschiffern? Was war mit der Gruppe? Hatten sie überlebt? Sie konnten nicht tot sein. Nicht alle, jedenfalls.
"Hallo?", rief Aldred fragend ins Nirgendwo, "Ist da jemand? Braucht ihr Hilfe?"

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Fellknäuel
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 27 Okt 2013, 13:25

Dieser zweite Kampf war schwieriger als der erste, denn leichtsinnigerweise hatte Trevin vergessen, seine Kralle zu verstecken - er hatte somit kein Ass mehr im Ärmel und mußte von Anfang an mit offenen Karten spielen. Dieser Gegner kämpfte nicht weniger aggressiv als der erste, aber immerhin konnte Trevin sehen, wie sich Finn in Sicherheit brachte. Schließlich gelang es ihm dann doch, seinen Kontrahenten bis fast auf Tuchfühlung heran zu holen und ihm einen schweren Treffer zu verpassen.
Gerade als er zum Gnadenstoß ausholen wollte, rempelte ihn etwas - oder jemand - von hinten an und brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Der schwarze schlug nach ihm, und Trevin ließ sich nach vorne fallen. Der Hieb traf ihn, fügte ihm aber nur eine relativ ungefährliche Streifwunde zu. Mit einer schnellen Rolle kam er wieder auf die Füße und fuhr herum, mit dem Schwert einen blitzenden Halbkreis beschreibend. Die Klinge verfehlte den geflügelten jedoch, der rechtzeitig zurückgewichen war. Dafür sah er vor sich Geralt, den jungen Waldläufer, den eines der anderen Monster vor sich her trieb.
Er sah schnell zu seinem eigentlichen Gegner, doch der ging schnell auf Distanz und schraubte sich in die Höhe; derjenige, der Geralt bedrängt hatte, folgte ihm. Bevor sich Trevin fragen konnte, was das bedeuten sollte, ging ein mächtiger Ruck durch den Schiffsrumpf, und er wurde von den Füßen geholt. Ein ohrenbetäubendes Krachen erscholl, und seine Welt versank im Chaos.
Dann, plötzlich, war Ruhe. Einen kurzen Moment noch blieb Trevin still liegen, dann kam Bewegung in seinen Körper. Er wußte nicht, wie, aber sie hatten wohl überlebt. Er zumindest. Hoffentlich zumindest noch ein paar von den anderen. Eine Stimme erscholl, sie kam ihm bekannt vor - Aldred? Mühsam schob Trevin ein paar Trümmerstücke zur Seite, unter denen er begraben worden war, und schälte sich darunter hervor.
"Hier... bin ich," brachte er mit halblauter Stimme hervor und richtete sich auf. Das, was einst ein Luftschiff gewesen war, hatte sich nun endgültig in einen Trümmerhaufen verwandelt, der wohl nirgendwohin mehr fliegen würde. Ihm kam zu Bewußtsein, daß gerade noch Geralt in seiner Nähe gewesen war. War er ebenfalls unter Trümmern begraben?
"Geralt!" rief er, diesmal lauter. "Alles in Ordnung? Wo bist du?"
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Dreyri
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 27 Okt 2013, 16:14

So langsam war das Sitzen hier unten echt unbequem geworden. Das Schiff hing wohl ziemlich schief in der Luft. Tristan wollte gar nicht sehen, wie schief es war. Er würde hier unten sicherlich sowieso krepieren.
Als dann dieser heftige Ruck durch das Schiff fuhr, schlitterte weiter nach unten, weg von der Treppe, gegen eine der Türen. Er schrie auf, als er unangenehm auf seiner sowieso schon schmerzenden Hand landete. Wenn das Schiff noch weiter kippte, würden die Türen bald der Boden und der Boden bald die Wand sein. Einige Gegenstände rutschten ihm entgegen - darunter der Helm der Kreatur, dessen und Tristans Schwert. Tristan packte beide Schwerter, steckte sich seines in die Scheide und nahm das andere in die unverletzte Hand. Auch die Leiche rutschte ihm jetzt allmählich entgegen, was er äusserst unappetitlich fand. So hievte er sich halbwegs auf die Beine und kletterte der Treppe entgegen. Die zu erklimmen würde bei der Schieflage relativ einfach sein. Nur, um sie zu erreichen, musste er ordentlich klettern. Er machte sich auf den Aufstieg, ignorierte das Pochen in seinem Bein und in seinen Fingern. Das Schwert des Ungeheures benutzte er als Gehstock, schlug die Klinge in das Holz und zog sich daran vorwärts.
Gerade, als er die Treppe erreicht und sich an deren Stufen geklammert hatte, um sich daran wieder an Deck zu ziehen, krachte es unheimlich. Tristan zog den Kopf ein. Holz splitterte, ein gewaltiger Ruck ging durch das gesamte Schiff, es knackte und knarzte, Staub erfüllte die Luft und Tristan hatte das Gefühl, das gesamte Schiff würde über ihm zusammenbrechen. Seine sowieso bereits schmerzende Hand erfuhr noch schlimmere Schmerzen, doch unter dem Schutt, unter dem er begraben war, konnte er nicht erkennen warum.
Auf einmal war es still. Tristan rührte sich nicht, versuchte ruhig zu atmen. Dann liess er endlich das Schwert los, das er noch immer mit der gesunden Hand fest gepackt hielt. Ächzend schob er Trümmer mit zitterndem Arm von sich runter, als er jemanden rufen hörte. Er konnte die Stimmen niemandem zuordnen.
"Hier! Ich brauch Hilfe!", brüllte er so laut er konnte, während er versuchte, die Holztrümmer von sich runter zu schieben. In seiner anderen Hand fühlte er nichts mehr. Der Arm war von einem Balken der nur knapp seinen Kopf verfehlt hatte bedeckt und darunter war wohl irgendwo seine Hand eingeklemmt. Wenn sie denn überhaupt noch dran war.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 27 Okt 2013, 17:44

Trevin tauchte aus den Trümmern aus, er erschien halbwegs unverletzt. Einer, wenigstens. Und dann kam da noch eine weitere Antwort, leiser, tiefer. Tristan. Zielstrebig, aber ohne jegliche Hast, die das fragile Gebilde aus Schutt und Trümmern in Aufruhr versetzen konnte, näherte sich Aldred den Lauten. Dabei musste er fest stellen, dass er scheinbar doch nicht so glimpflich davon gekommen war, wie er geglaubt hatte. Ein sengender Schmerz fuhr bei jedem Schritt durch sein linkes Bein und so verlagerte er sein Gewicht auf das Rechte, setzte seinen Weg hinkend fort. Es dauerte nicht lange, bis er Tristan gefunden hatte. Der Mann war derart unter Trümmern begraben, dass kaum mehr als sein Kopf und eine der Schultern sichtbar waren, doch immerhin war er am Leben. Und kräftig genug um um Hilfe zu rufen. Das gab Aldred Hoffnung.
"Halt still", murmelte er, schob seinen Hammer in die Gürtelschlaufe und suchte sich einen halbwegs sicheren Stand, ehe er erst einige kleinere Bruchstück achtlos beiseite warf und dann den darunter liegenden Spant mit beiden Händen ergriff. Der Schmerz schoss durch sein Bein, kaum dass er sich mit seinem Gewicht gegen das massige Holzteil stützte, doch er biss eisern die Zähne zusammen. Muskeln traten an Aldreds Armen hervor als er den Balken Fingerbreit um Fingerbreit anhob.
"Geht's?", stieß er gepresst an Tristan hervor, inständig hoffend, dass der Begrabene nicht von noch mehr Trümmern verschüttet war und sich nun aus eigener Kraft würde befreien können. Ewig würde es Aldred nicht gelingen, den Balken anzuheben.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 27 Okt 2013, 17:49

Hilfe kam glücklicherweise relativ rasch. Der Kerl mit dem Bärenfell. Tristan konnte gut beobachten, wie viel Mühe es dem Mann bereitete, den Balken hochzuheben und aus Angst, dass dieser ihm aus den Händen rutschte und erneut auf seine Hand donnerte, zerrte er sofort seinen Arm hervor.
Es schmerzte so sehr, dass Tristan sich ein lautes Aufkeuchen nicht verkneifen konnte. Die Hand, die zum Vorschein kam, sah übel aus. Grün und blau, vom Zurückziehen an beiden Seiten blutig aufgerissen.
"Verdammt", keuchte er und zog den Kopf erneut ein, als Aldred den Balken losliess. Er versuchte sich ganz auf den Rücken zu drehen und den Schutt mit seinen Füssen von sich zu schieben.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 27 Okt 2013, 23:50

Finn sollte den Maschinenraum nicht erreichen. Auf halben Weg ging ein weiterer Ruck durch das Schiff, noch heftiger als der vorherige und von einem lauten Krachen begleitet. Finn wurde von den Füssen gerissen und knallte gegen eine Wand. Er hörte, wie das Holz um ihn durch den Aufprall knackste und zerbrach und starrte noch einen Moment an die Deck über ihm, dann wurde ihm schwarz vor Augen.
Als er wieder aufwachte, schmerzte sein ganzer Körper und ein grosser Holzbalken schwebte nur ein Stück über ihm gefleckt von kleinen Schattenflecken. Das Holz zitterte, als würde es mit grosser Anstrengung hochgehalten und Finn begriff die Notlage schnell und rollte sich zur Seite. Er lag immer noch in dem kurzen Gang zu den Maschinen, der Aufprall hatte ihn wieder zur Treppe zurückgeschleudert und der Weg war von Trümmern versperrt, die Treppe schien aber noch intakt zu sein. Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Balken zu, der in diesem Moment der Balken dort zu Boden knallte, wo er eben noch gelegen hatte. Die Schatten lösten sich von dem Holz und schienen sich für einen Moment um Finn zu versammeln.
"Was... was seid ihr?", flüsterte der Junge, doch statt zu reagieren, stoben die Flecken davon und Finn konnte nur auf den nun leeren Holzboden starren. Als entschied er sich, nach oben zu gehen. Hoffentlich ging es den anderen gut. Schnell erklomm er die Treppe und öffnete die Tür, die immer noch intakt war. Das Bild das sich ihm bot, war furchteinflössend. Das Luftschiff war mit dem Bug voran in die Felswand geflogen und auf einem Felsvorsprung zu liegen gekommen. Der ganze vordere Teil des Schiffes lag in Trümmern, ein Teil des Decks – der Teil, auf dem Finn stand – war noch einigermassen in Takt. Entsetzt betrachtete er das Trümmerfeld, das vor kurzer Zeit noch durch die Luft geflogen war. Die Schwarzen hatten all dies angerichtet.
Die Schwarzen! Erschrocken sah Finn nach oben, konnte aber keine schwarze Gestalt am Himmel entdecken, die auf Überlebende lauerten. Hatten sie sich zurückgezogen, im Glauben, ihre Feinde vernichtet zu haben. Noch einmal liess er seinen Blick über Deck schweifen und entdeckte Aldred, der gerade dem Söldner vom alten Tempel aus den Trümmern half. Ihnen schien es gut zu gehen. Ein Stein fiel Finn vom Herz und schnell machte er sich an den Abstieg über das schräge Deck.
"Aldred!", rief leise er auf, als er sie fast erreicht hatte. "Geht... geht es al... allen gut?"
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 28 Okt 2013, 10:49

Der große Balken, der den Söldner eingeklemmt hatte, war fort, aber noch immer steckte er bis zur Hüfte in den Trümmern und hatte Mühe, sich frei zu strampeln. Trotz des Brennens seiner Muskeln zögerte Aldred nicht, packte ihn bei den Schultern und stemmte sich gegen einen weiteren aus den Trümmern ragenden Spant um Tristan hinaus zu ziehen. Splitter und Bruchstücke rieselten in die Tiefe, aber langsam kamen die Beine des Söldners zum Vorschein. Erst, als auch dessen Stiefel aus dem Trümmerberg heraus waren ließ Aldred ihn wieder los.
Finn war inzwischen zu ihnen getreten und wie durch ein Wunder schien auch der Junge unverletzt. Oder zumindest so unverletzt, wie man nach einem solchen Absturz sein konnte. "Die, die hier siehst...", antwortete Aldred keuchend auf die Frage des Jungen und wies zuerst auf Tristan, dann auf Trevin, der ein Stück entfernt in den Trümmern wühlte, und schließlich auf den Zwerg Cathort, den Zimmermann der Crew, welcher sich scheinbar aus eigener Kraft befreit hatte und nun langsam auf sie zu kam. Von Geralt hingegen war keine Spur zu sehen. Und Amun'Raak? Sicher würde der Vogelmann den Absturz überlebt haben. War er überhaupt an Bord gewesen oder hatte er sich zu diesem Zeitpunkt in einem Luftkampf befunden? Aldred kniff die Augen zusammen und suchte den Himmel nach einem Zeichen des Freundes ab.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 28 Okt 2013, 21:44

Mit Aldreds Hilfe kam Tristan bald ziemlich frei. Es war toll, noch am Leben zu sein, doch seine Hand schmerzte für zehn. Dennoch wühlte Tristan aus dem Schutt das Schwert der schwarzen Kreatur, die er ermordet hatte hervor. Das würde er als Trophäe behalten.
Anschliessend hievte er sich vorsichtig auf die Beine, knickte nach nur einem Schritt aber wieder ein. Sein Bein! Er hatte kaum noch Gefühl darin, bis auf ein stetes pulsieren.
"Ich wäre lieber verreckt", ächzte er und klang dabei mehr als nur frustriert. Seine Hand war völlig verstümmelt, sein eines Bein nicht mehr zu gebrauchen. Wie sollte er so denn jemals wieder irgendeinen Auftrag erfüllen?!

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 29 Okt 2013, 13:06

Mit beiden Händen bohrte Amun dem Schwarzen die Krallen in die Augen. Die beiden Kontrahenten befanden sich in einem eher weniger kontrollierten Luftkampf, der sie wieder vom Schiff weggebracht hatte. Der Schwarze hatte sein Schwert verloren und Amun seinen Speer schon längst nicht mehr in der Hand. Dieser Kampf wurde mit Klauen und Füßen geführt. Und Amun gewann. Der Schwarze gurgelte noch ein wenig, dann sackte er zusammen und trudelte in die Tiefe. Amun ließ ihn fallen und wandte sich wieder zum Schiff. Das Schiff allerdings war nicht mehr dort, wo er es angesichts der Flugbahn erwartet hatte.
Die Donnerjäger stürzte in die gebirgige Landschaft und zersplitterte wie das fallengelassene Spielzeug eines Kindes. Die Reste der Takelage verteilten sich über die Landschaft. Amun konnte nichts tun als dem Absturz erschreckt zuzusehen. Als der Lärm endlich wieder aufgehört hatte, kam wieder Bewegung in Amun. Es hatte bestimmt jemand überlebt. Sie konnten nicht so weit gekommen sein, nur um hier auf der Türschwelle der Wolkenberge, zu scheitern. Die Schwingen des Avior verwirbelten den Rauch und Staub des Absturzes als Amun tiefer ging. Irgendjemand musste überlebt haben.
Eine Bewegung erregte Amuns Aufmerksamkeit. Dort unten bewegte sich jemand und die Gestalt war nicht dunkel genug, um ein Schwarzer zu sein. Und da war Finn! Der Nestling hatte also schonmal überlebt. Amun landete in ein paar Metern Entfernung.
"Nestling! Eisbärmann!"

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 29 Okt 2013, 18:19

"Sag soetwas nicht!", wies Aldred den Söldner zurecht, doch wirklich Kraft in seine Stimme zu legen gelang ihm dabei nicht. Auch wenn er nicht sagen konnte, dass er das Glück, noch am Leben zu sein, nicht geschätzt hätte, so fühlte er sich doch auch völlig zerschlagen und hätte viel dafür gegeben, sich in ein warmes Bett legen und einen langen, traumlosen Schlaf schlafen zu können.
"Ihr blutet", wandte sich mit einem mal der Zwerg an Aldred und deutete auf dessen Bein. Verwirrt folgte dieser dessen Fingerzeig. Bisher hatte er sich nicht die Mühe gemacht, die Schmerzen in seinem Bein zu untersuchen. Tristan aus den Trümmern zu bergen war wichtiger gewesen. Nun jedoch bemerkte er, dass seine Hose durch und durch von Blut getränkt war. Von seinem eigenen Blut. Ein vielleicht zwei Finger langer, aber massiger Splitter steckte in seinem Oberschenkel.
"Oh, scheiße...", murmelte er, suchte sich Halt in den Trümmern und ließ sich langsam auf seinen Hintern herab. Der Splitter würde heraus müssen. Und das würde schmerzhaft werden, zumal sie keinen Heiler hier hatten. "Ich werde Hilfe hiermit gebrauchen können."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 30 Okt 2013, 01:03

Der Fall traf Geralt völlig unvorbereitet. Gerade noch hatte er gegen den fliegenden Schwarzen gekämpft, doch plötzlich, ein schreckliches Krachen und einen zerschmetternden Ruck später, flog er selbst durch die Luft. Er wusste nicht, wie ihm geschah, bis er mit großer Geschwindigkeit gegen einen Baum krachte, der sich mit einiger Mühe an der Seite eines Berghangs gehalten hatte. Der Aufprall riss seinen Kopf in den Nacken, zerrte an seiner Hüfte und trieb ihm den Atem aus dem Körper. Erst nach einigen Sekunden, als sein Körper die Situation halbwegs verarbeitet hatte, bemerkte er den widerwärtig stechenden Schmerz, der durch seinen linken Arm fuhr. Er kannte diesen Schmerz; mindestens einer der Knochen war gebrochen. Unter ihm eingeklemmt konnte er ihn unmöglich bewegen, und jeder Versuch, irgendeinen Teil seines Körpers zu regen scheiterte daran, dass er vor Schmerzen nicht einmal mehr fühlte, wo jener Teil denn sei. Eine Weile lag er stöhnend da und arbeitete daran, wieder Luft in die Lungen zu bekommen. Von oben hörte er Stimmen, aber niemand schien ihn zu bemerken. Nach einigen Minuten hatte er seinen Körper wieder so weit unter Kontrolle, dass er sich auf die Seite wälzen konnte. Sofort fuhr neuer Schmerz durch sein Genick, aber immerhin konnte er jetzt nach oben sehen. Dort am Hang lag das Luftschiff, ein zerschmetterter Haufen von Holztrümmern, hier und da mit Segeln wie Leichentüchern drapiert. Und dazwischen staksten Figuren umher, Überlebende des Absturzes.
"Hee", rief Geralt so laut er konnte nach oben, fast zu leise angesichts seines Zustandes. "Hee … Hilfe!"
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 31 Okt 2013, 18:01

Allzuviele schienen den Angriff der schwarzen nicht überlebt zu haben; außer einem Zwerg konnte Trevin niemanden von der Besatzung entdecken. Selbst ihre eigene Gruppe schien Verluste erlitten zu haben, denn er konnte auch den jungen Waldläufer nicht entdecken.
Er wußte nicht recht, warum ihn diese Wendung überraschte; eigentlich hätte er damit rechnen müssen, daß kurz vor dem Ziel etwas unvorhergesehenes passierte. Sein ganzes Leben war ein steiniger Weg voller Hindernisse gewesen - wie hatte er glauben können, daß das diesmal anders sein sollte?
Ein leiser Ruf riß ihn aus seinen düsteren Gedanken, und er legte den Kopf schräg, lauschte angestrengt. Die Stimme schien nicht hier vom Schiff zu kommen; er drehte sich herum und trat einen Schritt an die Reling heran, spähte aufmerksam die Felskante entlang, auf der das Schiff zum liegen gekommen war. Zuerst übersah er ihn, doch beim zweiten Mal entdeckte er etwas im Schatten eines Baumes. Er sah genauer hin - und tatsächlich, er schien es zu sein. In jedem Fall war es ein Überlebender.
"Hey!" rief er den anderen zu und deutete zu dem Baum hinab. "Da unten liegt jemand. Ich denke, es könnte Geralt sein!"
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 04 Nov 2013, 10:55

Eine Hand wäscht die andere, so ging das Sprichwort doch? Auch wenn es ihm wirklich Schmerzen bereitete und er nur mit viel Mühe vorwärts kam, kroch Tristan langsam zu Aldred und setzte sich neben ihn.
"Soll ich ihn rausziehen?", fragte er und griff bereits mit der gesunden Hand nach dem Splitter. "Wird wahrscheinlich ein wenig unangenehm."
Tristan wusste eigentlich, dass man Dinge, die im Körper steckten nicht unbedingt herausziehen sollte. Es konnte zu Blutsammlungen unter der Haut kommen und das war übel. Dennoch, mit so nem Splitter würde der Kerl nicht ewig rumlaufen können.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 04 Nov 2013, 13:32

"Muss sein", erwiderte Aldred grimmig. Es war beileibe nicht seine erste Verletzung und er wusste, was ihm bevor stand. Ebenso wusste er jedoch, dass er nicht daran herum kommen würde. Mit diesem Ding im Bein würde er es nie hier fort schaffen. Aber wenn sie bis in die Neststadt gelangten würden sie vielleicht einen Heiler finden, der sich um die Wunde kümmern konnte. Aus dem Trümmern um ihn herum zerrte er ein Stück Stoff hervor – es entpuppte sich als eine Filzkappe, die Aldred meinte während der Reise auf dem Kopf eines der Matrosen gesehen zu haben – um damit die Blutung zu stoppen. Auch fand er ein zerrissenes Schiffstau, welches er als Knebel in den Mund nahm.
"L's d'nn!", presste er an dem Seil vorbei hervor und nickte Tristan auffordernd zu. Besser, sie brachten es schnell hinter sich.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 04 Nov 2013, 13:37

"Alles klar", nickte Tristan. Er suchte noch einmal nach ein wenig besserem Halt auf dem Schutt und packte den Splitter dann mit seiner gesunden Hand ein wenig fester.
"Halt einfach still."
Es gestaltete sich als relativ schwierig das Ding rauszuziehen. Zumindest ging es nicht wie erwartet mit einem kräftigen Ruck. Zu Aldres Leidwesen musste Tristan den Splitter erst ein wenig lösen, in dem er ihn hin und her drehte. Doch dann konnte er ihn herausziehen. Der Söldner nahm Aldred die Filzmütze aus der Hand und presste sie gegen die Wunde.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 04 Nov 2013, 14:18

Der Schmerz in Aldreds Bein war unbeschreiblich. Nicht einmal der Knebel konnte ihn davon abhalten zu schreien, er dämpfte seine Schreie lediglich zu einem gequälten Stöhnen – und verhinderte, dass er sich die Zunge abbiss, was er ansonsten ohne Zweifel getan hätte. Seine Hände verkrampften sich um die Trümmer des Schiffes, um die er die Arme prophylaktisch geschlungen hatte und hätte Tristan sein Bein nicht durch sein Körpergewicht fixiert, er hätte den Mann wohl ins Gesicht getreten. Als Tristan schließlich fertig war sackte Aldred erschöpft in den Trümmern zusammen. Er atmete schwer und es dauerte eine ganze Weile bis er sich dazu durchringen konnte, das Tau auszuspucken. Mit zittriger Hand nahm er Tristan die Kappe ab und presste sie seinerseits auf die Wunde.
"Kannst du... etwas suchen, um es zu verbinden?", fragte er den Mann mit schwacher Stimme.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 04 Nov 2013, 20:25

Wäre es ihm nicht selber so beschissen ergangen, hätte Aldred Tristan vermutlich leid getan. So betrachtete er die ganze Sache erstaunlich nüchtern.
"Ganz ehrlich … ich hab gar keine Lust, was zu suchen", brummte er, packte dann aber sein zerrissenes Hosenbein und zerrte so lange daran, bis sich ein langer Fetzen daraus gelöst hatte.
"Ist das einzige, was ich bieten kann…"

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 05 Nov 2013, 11:28

Der Fetzen, den Tristan ihm dar bot, war nicht unbedingt das, worauf Aldred gehofft hatte, aber er würde seinen Zweck erfüllen. "Danke", brummte er ein wenig verdrießlich und versuchte dann, mit einer Hand noch immer die Kappe fixierend, eine Schlinge um sein Bein zu legen. Nach einigen ungeschickten Anläufen gelang es. Er zog die improvisierte Bandage so fest an, dass es fast schon schmerzte, dann stemmte er sich in die Höhe und versuchte vorsichtig, das Bein zu belasten. Der Schmerz, der durch es hindurch fuhr, hätte ihn fast wieder zu Boden geschickt. Aber es würde gehen. Wenn er das andere Bein belastete, dann würde es gehen. Es konnte schließlich nicht mehr weit bis zur Neststadt der Avior sein.

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Lias
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 05 Nov 2013, 14:50

Mit raschelnden Federn landete Amun neben Geralt. Der junge Mann schien ernsthaft verletzt zu sein. Alleine würde er nicht bis nach oben zu den anderen kommen. Amun wischte sich das Blut aus dem rechten Auge. Die Wunde, die er dort erhalten hatte, war immer noch am bluten. Wahrscheinlich gaben sie alle ein schreckliches Bild ab. Der Vorsprung auf dem Geralt lag würde aber nicht ausreichen, um ihn zu versorgen.
"Wir müssen nach oben. Tragen kann ich dich? Nur bis dort oben? Zu den anderen?"
Verdammt sollten die Schwarzen sein! Sie waren so kurz vor der Neststadt und jetzt...jetzt würden sie niemals dort ankommen. Ohne Flugschiff hatten die Landgeher keine Chance auf solche Höhen zu gelangen und Amun konnte sie hier nicht solange alleine lassen. Andere Avior zu benachrichtigen würde viel zu lange dauern. Aber zunächst einmal musste er Geralt zu den anderen bringen.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 05 Nov 2013, 19:08

Inzwischen hatte Geralt es geschafft, sich halb gegen den Baum aufzurichten. Dieser gab unter dem Druck bedenklich nach, aber die tief in Erde und Felsen gegrabenen Wurzeln hielten. Wie einen himmlischen Helfer sah er Amun neben sich herabsteigen. Natürlich fiel es dem geflügelten Avior von allen am leichtesten, ihm zur Hilfe zu kommen, aber von ihm nach oben getragen zu werden konnte sich Geralt kaum vorstellen. Mit Mühe, den linken Arm regungslos abgespreizt, richtete er sich gegen den Baum gelehnt auf; beinahe stürzte er, und nur ein beherzter Griff nach Amuns Schulter hielt ihn aufrecht.
"Tut mir Leid", murmelte er leise, als der die gerauften Federn sah. Mutlos blickte er hanganwärts. Alleine würde er das nie schaffen, und selbst mit Amuns Hilfe würde es bestenfalls eine Qual werden. Dennoch musste er wieder nach oben. Sehr langsam schob er sich in Position, dann legte er dem Avior einen Arm um die merkwürdig geformten Schultern. Dann tat er einen ersten Schritt, trat auf einen Felsvorsprung und drückte sich nach oben. Schmerz durchfuhr seinen linken Arm, als er sich abstützen musste, aber es war auszuhalten. Nur die Speiche war gebrochen.
"Hilf mir … Dann komm ich hoch."
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Lias
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 05 Nov 2013, 22:50

Da konnte man wohl nichts machen. Geralt musste nach oben und sein linker Arm schien verletzt und nur unter großen Schmerzen benutzbar zu sein. Vielleicht ruinierte sich der Junge seinen Arm sogar komplett, wenn er sich weiter damit aufstützte. Oben konnten sie sich den Arm ohne Probleme ansehen und eventuell schienen, aber nicht hier unten. Amun spreizte die Flügel und wirbelte mit einem mächtigen Flügelschlag Staub auf. Vorsichtig griff er mit beiden Händen nach Geralt und zog den Jungen nach oben. Geralt musste nichts weiter tun als sich weiter mit den Beinen nach oben zu drücken, dann würden sie es schaffen.
"Lauf, nach oben. Ist leichter als dich komplett zu tragen, hah."
Die Kämpfe hatten Amun ausgezehrt, aber für die kurze Strecke bis nach dort oben würde es reichen. Geralt musste nur mithelfen.

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Vicati
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 05 Nov 2013, 23:45

Finn bemerkte Aldreds Wunde gar nicht, denn vorher lenkte ihn ein Ruf ab. Der düstere Mann hatte einen Verletzten entdeckt, den er für Geralt hielt. Schnell blickte Finn in die Richtung und tatsächlich, dort lag ein Verletzter. Wer es war, konnte er nicht genau erkennen, aber Geralt fehlte noch. Da es Tristan und Aldred scheinbar gut ging, wandte der Junge sich von ihnen ab und machte sich hastig auf den Weg zu dem anderen.
Das gestaltete sich schwerer als erwartet. Obwohl das Luftschiff teilweise zerschmettert war, stand es noch gerade, weshalb er nicht einfach hinunterspringen konnte. Der hintere Teil war noch grösstenteils intakt und die zersplitterten Holzstücke vorne gestalteten einen Abstieg schwieriger. Noch einmal warf Finn einen Blick zu dem Verletzten, der nun als Geralt zu erkennen war. In diesem Moment landete Amun neben ihm. Zumindest war er noch bei Bewusstsein, wie Finn erleichtert feststellte. Dennoch würden sie bestimmt Hilfe brauchen, also machte er sich schnell wieder daran, einen möglichst einfachen Abstieg zu finden. 
Vorsichtig stieg er über einige grössere Holzstücke hinweg, rutschte über einen langen Splitter und hielt sich an einem Stück Reling fest, um sich noch ein Stück herunterfallen zu lassen. Schliesslich stand er am Rande des zersplitterten Decks und schaute etwa einen Meter in die Tiefe. Kurz überlegte er unsicher, entschied dann aber, dass das einen aushaltbare Höhe für einen Sprung war. Der Junge ging in die Knie, setzte sich an den Rand und stiess sich dann mit einen Ruck ab. Seine Füsse berührten den Boden...
...und dieser gab nach. Finn riss die Augen auf und stiess einen kurzen Schrei aus. Dann war er verschwunden.
Der Fall dauerte nicht lange. Er kam auf den Füssen auf und ein scharfer Schmerz schoss durch seinen linken Knöchel und er landete hart auf dem Hintern, als seine Beine nachgaben. Tränen schossen in seine Augen und er umklammerte seinen schmerzenden Fuss. War er etwa schon wieder gebrochen? Er wischte sich die Tränen mit einer Hand aus dem Gesicht und versuchte, den Schmerz zu unterdrücken, was ihm überhaupt nicht gelang. Um sich abzulenken, sah er sich schnell um. Durch das Loch in der Decke drang ein wenig Licht und er sah, dass er in einer kleinen steinernen Kammer war, von der ein einzelner Gang wegführte. Einfach so zu dem Loch konnte er jedenfalls nicht hochsteigen.
"Hilfe!", rief er deshalb mit schwacher Stimme. "Ich bin hier! Hilfe!"
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Grim
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 06 Nov 2013, 11:10

Aldred war Finn in einigem Abstand gefolgt, getrieben von den selben Motiven der Neugier und Sorge, die auch den Jungen antreiben mussten. Langsam, um sein Bein zu schonen, hatte er den selben Weg genommen, den Finn vor ihm bereits als sicher befunden hatte, die Augen immer auf dessen Rücken geheftet. Irgendwann hatte Finn sich über eine Abbruchkante hinab gleiten lassen – und war plötzlich fort gewesen.
"Finn?", rief Aldred überrascht, tat einen hastigen, unbedachten Schritt vorwärts und bereute es sogleich wieder, als der Schmerz sein Bein hinauf fuhr. Er hatte das falsche Bein belastet. Nur mit Mühe gelang es ihm, die Zähne zusammen zu beissen, einen Fluch zu unterdrücken. Jetzt drangen gedämpft auch Finns Hilferufe nach oben. Aldred riss sich zusammen, überwand vorsichtig die letzten Schritte bis zum Abbruch und blickte in die Tiefe. Bedeutend weiter in die Tiefe, als er vermutete hatte. Finn lag dort unten, auf einem Haufen aus Holztrümmern und Geröll.
"Finn, geht es dir gut?", rief er hinab, gleichzeitig bereits nach einem Seil Ausschau haltend, das er hinunter lassen konnte. Wenn es etwas gab, dass sie derzeit zum Glück im Überfluss hatten, dann waren es Seile.

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Vicati
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 06 Nov 2013, 17:21

"Ich... Ich glaube, mein Fuss ist gebrochen!", rief Finn zurück. Aldreds Stimme erfüllte ihn mit Erleichterung. Obwohl er durch das Loch den Himmel erkennen konnte, hatte er für einen Moment befürchtet, dass er irgendwie in die Gewundenen Untiefen zurückgefallen war, als er den Gang und die Höhle entdeckt hatte. "Hier... hier ist eine Hö... Höhle, aber es... es geht nicht tief hin... hinunter."
Noch einmal sah er sich um, doch er konnte nichts Neues entdecken. Kahler Stein umgab ihn von allen Seiten ausser von vorne, wo die Wände sich immer näher kamen, bis er schliesslich nur noch Dunkelheit sehen konnte. Er konnte nicht einmal erkennen, ob es wirklich ein Gang war oder ob die Höhle dort endete. Aber er wollte nicht hier unten bleiben, auch wenn oben jeder Zeit die Gefahr eines Angriffs der Geflügelten Schwarzen bestand. Er verband schlechte Erinnerungen mit düsteren Gängen.
"Könnt... Könnt ihr mich hier herausholen?", fragte er so laut wie er konnte. Dann fiel ihm auf, dass sie dafür wahrscheinlich auch in das Loch steigen mussten. Hastig stemmte er sich zur Seite und verzog das Gesicht, als ein scharfer Schmerz durch seinen Fuss schoss. Wieso musste er sich diesen gleich wieder brechen, kaum war er verheilt?
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GQ - [Die MSG]
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