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 GQ - [Die MSG]

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Sternenvogel
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 07 Apr 2015, 23:53

Einen Moment zögerte die Kriegerpriesterin noch, dann nickte sie schließlich.
"Ich werde Euch diesen Gefallen tun. Aber nur unter der Bedingung, das Ihr mir versprecht, zu versuchen, nicht zu sterben."
Sie schenkte Amun ein neckisches Lächeln. Allerdings... Wenn er jeden Tag solch riskante Aktionen brachte wie die früher am Tag, dann war sein Überleben schwer vorstellbar... Andererseits hatte er auch bis heute überlebt.

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Grim
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 08 Apr 2015, 07:52

Zwei Paladine hatten sie mit Mühe und dank des Überraschungseffekts zu dritt – Finn konnte man hierbei kaum als Hilfe zählen – nieder gerungen. Gegen vier der schwer gerüsteten Krieger hätten sie nicht den Hauch einer Chance, selbst, wenn sie sie erneut überraschen könnten. Dieser Weg war ihnen versperrt. Und Aldred war nicht undankbar dafür, dass Trevin das genauso sah. Er verspürte keinerlei Bedürfnis zu kämpfen. Es war ohnehin allein seinem unerschütterlichen Vertrauen in die Göttin, die seine Wege leitete, geschuldet, dass er nicht schon längst die Flucht ergriffen hatte.
Es dauerte eine Weile, dann fanden sie schließlich eine Fensteröffnung im ersten Stock, die niedrig genug war, dass sie sich daraus hinunter lassen konnten. Obwohl Aldred sicher auf beiden Füßen landete klapperte seine Rüstung – wie es ihm schien – ohrenbetäubend. Heimlichkeit, Schleichen und dergleichen waren noch nie seine Stärken gewesen. Aber in dem schweren Kettenhemd des toten Paladins brauchte er nicht einmal daran zu denken.
"Durch die Gassen also", stellte er fest und wies auf eine schmale Lücke zwischen den Ruinen, die im Gegensatz zur Hauptstraße eng und dunkel erschien, "Geht ihr voran, Trevin. Und warnt uns, wenn ihr vor uns Gefahr findet."

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Mali
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 11 Apr 2015, 17:18

Neythani hatte sich, während sie Trevin und Aldred folgte, mit großen Augen umgesehen. Sie konnte im dunkel besser sehen als die Menschen, doch es hatte einen nachteil. Wenn sie länger im dunkel ist, blendet das licht sie umso mehr. Es war jedesmal eine ganz schöne umstellung für ihre Augen. Die Arm und Beinschienen des Paladins passten ihr gerade so und rutschten zum Glück nicht hin und her. Wenn sie mal länger in einer Stadt bleiben würden, würde sie für sich selber wohl optimales Rüstzeug anpassen lassen, für den Fall, das sie weiter mit den Menschen reisen würde. Sollten sie ihre Familie wiederfinden, würde sie vermutlich eher dort bleiben und diese in sichere Gefilde führen.
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Fellknäuel
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 11 Apr 2015, 20:23

Die Kletterpartie aus dem Fenster brachte Trevin eleganter hinter sich als Aldred, doch der trug ja auch eine schwere Rüstung. Im Vergleich mit Neythani wirkte aber auch der Dieb grobschlächtig und ungeschickt, was ihn die Bewegungen der Katzenfrau nicht ohne einen Anflug von Neid beobachten ließ.
Am Ende standen sie sicher in einer schmalen Gasse, und Trevin schlich voraus, um den Weg auszukundschaften. Was er entdeckte, ernüchterte ihn. Wie es schien, hatte die Kaserne auf einer Halbinsel gelegen, um die sich einst ein Fluß geschlängelt hatte. Nun befand sich jenseits des Uferstreifens nichts als ein gähnender Abgrund, dessen Boden er mehr erahnte, als daß er ihn wirklich sah.
Er folgte dem Ufer ein Stück, in der Hoffnung, einen Weg über den tödlichen Graben zu finden, denn der Innenhof war ihnen versperrt. Nach kurzer Zeit fand er eine schmale Brücke, die auf die andere Seite reichte, wo der Weg zwischen hohen Steinhäusern weiter führte. Er machte ein paar Schritte auf der Brücke, sie schien stabil genug zu sein. Dann holte er die anderen hinterher und ging auf die andere Seite.
"Besser nicht nach unten sehen, selbst ich sehe den Boden kaum!" empfahl er ihnen flüsternd. Auf der anderen Seite des Grabens lag hinter den Häusern eine Art Marktplatz, um den sich eine Reihe großteils verfallener Gebäude drängte. Mehrere windschiefe Bretterverschläge - einst vermutlich Marktstände - gruppierften sich um einen steinernen Brunnen, der wohl schon seit tausenden von Jahren kein Wasser mehr gesehen hatte. Und auf diesem Platz fand er... Menschen.
"Das kann doch unmöglich sein..." flüsterte er für sich, während er aus den Schatten heraus die Gestalten beobachtete, die über den Platz hasteten; sie schienen vor irgendetwas zu fliehen. Er wagte sich näher heran, und dann hörte er das Wispern. Flüsternde Stimmen, die lauter wurden, je näher er ihnen kam. Sie riefen um Hilfe, schrieen Warnungen oder einfach wild durcheinander.
Aber etwas stimmte mit diesen Leuten nicht. Sie erzeugten keine Wärme. Das Mal befähigte Trevin, Licht- und Wärmequellen zu sehen, doch diese Leute waren so kalt wie der Stein, über den er schlich.
Einer von ihnen rannte direkt in seiner Nähe vorbei, stolperte und stürzte zu Boden. Mit einem Satz war Trevin bei ihm und griff nach seinem Arm. Er wollte ihm aufhelfen, um ihn fragen zu können, was hier los war. Doch als er seine Hand nach dem Arm der Gestalt ausstreckte... glitt sie durch ihn hindurch. Die Gestalt bemerkte ihn und sah ihn an, sah ihm direkt in die Augen. Doch dort, wo ihre eigenen Augen sein sollten, war... nichts.
Trevin schreckte mit einem halblauten Schrei zurück, als ihm bewußt wurde, was mit diesen Leuten nicht stimmte.
Es waren Geister.

Geschockt trat er ein paar Schritte zurück, aber die gestürzte Geistergestalt beachtete ihn nicht weiter, rappelte sich auf und rannte weiter davon. Auch die anderen Geister schienen keinerlei Notiz von ihm zu nehmen.
Wo mochten all diese Geister her kommen? Waren es vielleicht die Einwohner dieser Stadt, durch die Magie Urayos' wieder zum Leben erwacht? Oder durch eine andere, noch weitaus ältere Magie? Die Worte der Göttin kamen ihm wieder in den Sinn, und bei dem Gedanken, daß diese geisterhaften Gestalten, die tatsächlich wie gemeine Bürger und Händler aussahen, seit Jahrtausenden in diesen Ruinen spukten, fröstelte es ihn.
Er kehrte zu Aldred, Neythani und Finn zurück und berichtete ihnen, mit Grauen in der Stimme, was er gesehen hatte.
"Ich denke, sie sollten nicht weiter gefährlich sein... jedenfalls das gemeine Volk nicht. Wie es sich mit Soldaten verhalten wird, vermag ich nicht zu sagen. Allerdings bin ich auch nicht sicher, ob sie uns überhaupt etwas tun können."


Zuletzt von Fellknäuel am Sa 11 Apr 2015, 22:43 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Dreyri
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 11 Apr 2015, 21:01

Etwas überrascht war Tristan schon, als der Vogel ihm Geld in die Hand drückte. War ja nicht so, als hätte nicht er das letzte Gasthaus bezahlt. Aber hey. Zu Geld sagte man niemals nein.
Er erfreute sich an dem Geräusch, das die Münze machte, als er sie in den Beutel steckte und sie auf Artgenossen traf und dabei fröhlich klimperte. Herrlich dieses Geräusch.
"Danke, lieber Vogel", sagte er, doch da wandte dieser sich bereits ab.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 12 Apr 2015, 12:33

"Und man kann sie auf den ersten Blick nicht von normalen Menschen unterscheiden?", hakte Aldred auf Trevins Bericht hin nach. Die Tatsache, dass diese Stadt von den Geistern ihrer ehemaligen Bewohner heimgesucht wurde, ließ Aldred einen kalten Schauer über den Rücken laufen und bereitete ihm alles andere als Wohlbehagen. Aber wie Trevin bereits so richtig bemerkt hatte: sie schienen ihnen nicht gefährlich werden zu wollen oder auch nur zu können. Das mochte sich vielleicht sogar als Vorteil für sie erweisen: wenn sie sich unter die Geister mischten, dann mochten sie in der Menge untergehen und keine Aufmerksamkeit von jenen hier unten erregen, die ihnen tatsächlich gefährlich werden konnten. Den Paladinen der Reija und den sonstigen Anhängern Urayos'. Andererseits würde es ihnen ebenso schwer fallen, diese unter den Geistern zu entdecken. Und wer konnte sagen, welche Fähigkeiten diese Paladine besaßen. Reija war letztendlich auch eine Göttin des Wissens und der Erkenntnis. Das sie Lug und Trug zu enthüllen vermochte hatte Aldred erst vor Kurzem am eigenen Leib erfahren. Ob ihre Diener die Lebenden unter den Geistern entdecken konnten?
Aldred kam zu dem Schluss, dass sie mehr zu verlieren als zu gewinnen hatten, wenn sie sich unter die Geister mischten. Das Risiko war zu hoch, als dass sie es sich einzugehen hätten leisten können. Selbst, wenn sie somit Zeit verlieren mochten. "Besser, wir suchen uns einen Weg an diesen Geistern vorbei", schlug er vor, "Sie können nicht überall sein, oder? Und Notfalls können wir versuchen, uns über die Dächer durchzuschlagen."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 14 Apr 2015, 11:40

Sie zogen los, und als sie sich den Geistern näherten, bemerkte Trevin wieder dieses seltsame Phänomen: die Stimmen der Geister waren zunächst unhörbar und setzten dann plötzlich als Flüstern ein, wenn sie ihnen nahe genug kamen, um dann zunehmend lauter zu werden.
Schließlich begriff er, woran das lag, und daß Yragona bereits einige male zu ihm gesprochen hatte, half ihm dabei. Die Geister sprachen nicht, sie waren stumm. Irgendwie bewerkstelligten sie es, ihre Äußerungen direkt in die Köpfe der nahen Menschen zu projizieren, sie kommunizierten über Gedankensprache mit den lebenden. Selbst die Geräusche, die sie verursachten, wurden auf solche Weise in deren Köpfen erzeugt. Es war unheimlich.
Vorsichtig und stets auf mögliche Angreifer achtend, überquerten sie den Platz, doch die Geister schienen keine Notiz von ihnen zu nehmen. Sie betraten eine weitere Gasse auf der anderen Seite, die sie hoffentlich ihrem Ziel näher bringen würde, und gelangten auf einen kleinen Hinterhof.
Trevin blieb stehen und starrte etwas an, das an einem Ort wie diesem unmöglich sein konnte. Es war ein Baum. Ein uralter, knorriger und halbverfaulter Baum, völlig schwarz und ohne jegliches Anzeichen von Leben. Ob die Magie, die hier wirkte, auch andere Lebensformen im Diesseits hielt?
Auch auf diesem Hinterhof hielt sich ein Geist auf. Am Fuß des Baumes kniete ein kleines, in ein langes graues Nachthemd gekleidetes, Mädchen und weinte bitterlich. Als es die Ankunft der lebenden bemerkte, rappelte es sich auf und lief auf sie zu.
"Oh, bitte, edle Herren, helft mir!" rief sie schluchzend, mit einer sonderbar dünnen und kraftlosen Stimme, wie sie sie auch bei den anderen Geistern bemerkt hatten. Sie lief auf Trevin zu, der stehengeblieben war, und streckte ihre Arme nach seinen Hüften aus. Ihr Griff war wie der von Spinnweben, eine flüchtige Berührung, aber er war spürbar. Ungläubig und starr vor Schreck, starrte Trevin das kleine Geisterwesen an, sah in ihre Augen, die nur leblose schwarze Tümpel in einem grauen, durchscheinenden Gesicht waren. Wie konnte das sein, diese Geister waren nicht real!
"Ich flehe Euch an, Herr, helft mir und meiner Katze! Sie sitzt auf diesem Baum und traut sich nicht mehr herunter!"
Und tatsächlich, in diesem Moment schlich eine kleine graugetigerte Geisterkatze hinter einem Ast hervor, der sie bislang vor den Augen der lebenden verborgen hatte, und miaute kläglich.
"Geh weg, verschwinde!" rief Trevin voller Abscheu und versuchte instinktiv, das Geistermädchen weg zu stoßen. Erstaunlicherweise gelang es ihm sogar. "Laß mich in Ruhe!"
Schaudernd beobachtete der Dieb, wie das schluchzende Mädchen nun auf Aldred zu lief und ihn um Hilfe anbettelte.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 14 Apr 2015, 22:06

Neythani spürte wie sich ihr Fell sträubte. Überall diese Geisterwesen. Doch sie merkte bald, das die Geister wohl harmlos waren und ihnen nichts tun würden. Als sie auf einem hinterhof ankamen, beobachtete sie stumm das Geschehen. Ein Geisterkind bat Trevin um Hilfe. Ihre Geisterkatze sass auf dem Baum. Das Geisterkind tat ihr irgendwie leid. Da war es nun ein Geist, doch es kam nicht zu ruhe. An diesen Ort gebunden mit ihrer Katze, die auf dem Baum sass. Sie wusste nicht so recht, was passieren würde, wenn sie dem Geist helfen würden. Waren es gute, oder vielleicht doch böse Geister, die auf irgendeine unachtsamkeit von ihnen warteten. Beherzt trat sie vor, auf das Kind zu, das vor Aldred stand. "Hab keine angst, kleines. Ich hol dir deine Katze vom Baum." Freundlich lächelnd betrachtete sie das Geisterkind. Vorsichtig ging sie zu dem Baum und sah zu der Katze. "Hey, kleines wesen. Hab keine scheu. Ich helfe dir," wandte sie sich an die Geisterkatze. Sachte streckte sie ihren Arm aus und versuchte die Katze zu greifen, ihr eine möglichkeit zu geben, herabzuklettern von dem Baum.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 15 Apr 2015, 01:09

Als Neythani tatsächlich auf die Bitte des Geistermädchens einging und sich anschickte, die Katze von dem Baum zu holen, wußte Trevin zunächst nicht einmal, was er dazu sagen sollte. Hatte sie etwa die Mission vergessen, der sie folgten? Sie hatten jetzt verdammt noch mal keine Zeit, Geisterkatzen von untoten Bäumen zu retten!
"Verdammt noch mal, Neythani, was tust du da?!" herrschte er sie an, doch für einen Einwand war es nun ohnehin zu spät. Der Baum war zu hoch, als daß die Katzenfrau vom Boden aus an das Geisterwesen gekommen wäre, doch als sie ein Stück weit nach oben kletterte, konnte es auf die ausgestreckte Hand klettern.
Als er das sah, erhob Trevin keine weiteren Einwände. Zu sehr beschäftigte ihn das, was er da sah. Er konnte sich noch deutlich erinnern, wie seine Hand durch den Arm des Geists auf dem Marktplatz hindurchgeglitten war - wieso fiel nun also die Geisterkatze nicht auch durch Neythani hindurch?
Die Katze erreichte wieder den Boden - vermutlich zum ersten mal seit sehr, sehr langer Zeit - und sprang auf die Arme des überglücklichen Mädchens, das sie herzte und streichelte. Dieser Anblick versetzte Trevin einen leichten Stich ins Herz; das Mädchen schien nicht einmal zu wissen, daß es ein Geist war...
"Habt Dank, edle Frau, vielen Dank!" rief das Mädchen freudig und verbeugte sich vor Neythani. "Endlich sind wir wieder vereint! Aber würdet Ihr mir einen letzten Gefallen tun? Mein Vater brach heute morgen zur Stadtmauer auf, um in den Kampf zu ziehen, aber er hat seine Waffe nicht mitgenommen! Würdet ihr sie ihm bringen? Er kann doch sonst nicht kämpfen!" Sie deutete auf einen Hauseingang hinter dem Baum. Eine Tür hing dort schräg in den Angeln, und sie sah aus, als würde sie bei der kleinsten Berührung sofort zerbröseln. "Die Waffe ist dort drin, sie hängt in einer Waffenhalterung an der Wand!"
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 15 Apr 2015, 08:23

Instinktiv war Aldred zurück gewichen, als das Geistermädchen auf ihn zu gekommen war. Die Schemen, die sie ignorierten, sie nicht zu bemerken schienen, waren bereits unheimlich genug. Aber diese Kreatur war sich ihrer sehr wohl bewusst. Aldred hätte von sich selbst behauptet, ein tapferer Mann zu sein, aber all diese Geister bereiteten ihm mehr als nur Unwohlsein. Gegen lebende Feinde konnte man kämpfen. Man konnte sie töten. Aber wie setzte man sich gegen etwas zur Wehr, das nicht mehr als eine gefangene Erinnerung war?
Es kostete ihn einiges an Willenskraft, nicht einfach davon zu laufen. Aber das hätte auch geheißen, Trevin, Neythani und Finn zurück zu lassen. Und zumindest die Katzenfrau schien ein Interesse daran haben, diesem Geisterkind zu helfen.
"Die Schlacht ist bereits geschlagen", versuchte er mit bebender Stimme, das Mädchen abzuwimmeln, "Dein Vater braucht keine Waffen mehr. Es gibt nur noch einen letzten Feind in der Stadt. Und um diesen zu töten sind wir auf dem Weg."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 15 Apr 2015, 15:58

"Was redet Ihr denn da? Ich höre doch den Schlachtenlärm von den Mauern und die Schreie der Leute!" beharrte das Mädchen, und Trevin wurde klar, daß diese Geister immer noch in jener Nacht von vor zehntausend Jahren verweilten, daß ihnen überhaupt nicht klar war, wieviel Zeit vergangen war. Vielleicht war es auch unmöglich, ihnen das irgendwie begreifbar zu machen.
Er hatte keine Lust, noch mehr Zeit zu verschwenden; am einfachsten und schnellsten ging es vermutlich, die Bitte des Mädchens einfach zu erfüllen. Rasch bewegte er sich auf den Hauseingang zu, stieß die Tür auf - die unter seinem Stoß regelrecht zerfiel - und betrat das Haus. Schnell fiel ihm der Waffenhalter auf, der jedoch in all der Zeit buchstäblich von der Wand gerostet war. Am Boden, inmitten eines Haufen Trümmers, lag ein Streithammer, und beim nähertreten stellte Trevin erstaunt fest, daß die Waffe für ihr Alter in einem erstaunlich guten Zustand war.
Der Hammer bestand aus einem Metall, das Trevin noch nie gesehen hatte, und auch wenn der Dieb nicht viel von Schmiedekunst verstand, schien ihm die Waffe doch ein Ergebnis erstklassiger Arbeit zu sein. Der Hammer hatte ein gutes Gewicht, war aber so gut ausbalanciert, daß ein Mann, der stark genug und mit solchen Waffen geübt war, ihn sicher mit einer Hand führen konnte.
Er trat wieder nach draußen und zeigte die Waffe Aldred. "Ich denke, es ist besser, du bewahrst ihn auf," sagte er und überreichte dem Schmied den Hammer. "Ich kann damit nichts anfangen."
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 16 Apr 2015, 08:19

Konnte es wirklich sein? Hörte dieses Mädchen tatsächlich noch den Lärm jenes Tages, an dem seine Stadt untergegangen war? Tobte in der Zeit, in der sie stecken geblieben war, noch immer die Schlacht? Alles, was Aldred nun hören konnte, war eine geradezu gespenstische Stille, die über der Stadt lag. Aber wie hätte er das Mädchen überzeugen sollen, dass sie sich das alles nur einbildete? Sollte er ihr sagen, dass sie ein Geist war – sie und die ganze Stadt, in der sie lebte? Nein, besser nicht! Wer hätte sagen können, wie sie darauf reagierte? Es wäre besser, sie in ihrem Glauben zu belassen.
Während Aldred noch darüber sinnierte, wie er auf die Aussagen des Geistermädchens reagieren sollte, kam Trevin bereits wieder aus den Ruinen zurück und drückte ihm einen Kriegshammer in die Hand. Und was für eine Waffe das war! Aldred hatte selbst nur selten Waffen geschmiedet, doch er hatte in seinen Zeiten als Schmied und mehr noch als Wanderer zahllose solche gesehen. Diese hier entstammte – das war auf den ersten Blick zu erkennen – aus der Schmiede eines Meisters seines Fachs. Und sie musste aus der Ferne kommen, denn ein Metall wie dieses hatte Aldred in Ruhta noch nie gesehen. Er kannte viele Metalle, hatte mit vielen gearbeitet. Wäre dies etwas gewöhnliches, er hätte es erkannt. Gedankenversunken musterte er eine ganze Weile lang den Hammer, seine Gefährten und den Zeitdruck, unter dem sie standen, für den Augenblick vollkommen vergessend.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 16 Apr 2015, 18:21

Gerade als Neythani zu dem Gebäude gehen wollte, um die Waffe zu holen, ging Trevin schon hin. Fasziniert betrachtete sie die Waffe. Sie kannte sich zwar nicht so gut mit Metallen aus, doch die Waffe sah immer noch aus wie neu, während alles andere hier schon zerfallen war. "Wir bringen deinem Vater die Waffe, Kleines. Sei unbesorgt. Spiel mit deiner Katze, es wird alles gut. Und gib acht, das sie nicht wieder auf den Baum klettert," wandte sie sich dann an das Geistermädchen. Freundlich lächelte sie es an, sicher, das sie nun vielleicht frieden finden konnte. Dann sah sie zu Aldred, Trevin und Finn, der bis jetzt nichts gesagt hatte. "Lasst uns gehen."
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 17 Apr 2015, 21:20

"Allerdings, gehen wir," sagte Trevin zustimmend und ging voran, die anderen folgten ihm. Sie verließen den Hinterhof und erreichten eine kleine Seitenstraße; ein Weg war durch herumliegende Trümmerstücke blockiert, doch zum Glück lag die freie Seite in der Richtung, in die sie gehen mußten.
Trevin ging ein Stück vor den anderen, damit er sie vor möglichen Gefahren warnen konnte; trotzdem legten sie ein zügiges Tempo vor, denn wer wußte schon, wieviel Zeit ihnen noch blieb? Die ganze Zeit über sah er sich aufmerksam in der Gegend um, doch er konnte keine verdächtigen Anzeichen entdecken. Das sagte jedoch nicht viel, denn bei den Geistern, die die Straßen bevölkerten, versagte seine Wärmesicht. Er hoffte nur, daß es hier nicht auch noch andere, tatsächlich gefährliche, Kreaturen gab, auf die dasselbe zu traf...
Er blieb plötzlich stehen, als er auf der Seite ein Geräusch hörte; es war ein seltsames... Knirschen... fast, als würde man Steine aneinander reiben. Sein Blick fiel auf eines der Häuser an der Seite, aus dem eine Gestalt getreten war. Sie sah... seltsam aus. Auf den ersten Blick wie ein Mensch, aber irgendwie seltsam. Und sie gab keine Wärme ab.
Diese Kreatur schien es zu sein, das da so knirschte, und mit einem Mal wurde Trevin klar, daß es keine Steine waren, die da knirschten, sondern Knochen. Er sog scharf die Luft ein, als er dieses... Ding als einen untoten Skelettkrieger erkannte, der sich auf ihn zu bewegte.
Er fuhr herum, als er dieses eklige Geräusch auch hinter sich hörte - aus einer schmalen Seitengasse waren zwei weitere Skelettkrieger hervorgetreten, und wie auch der erste waren sie mit Schwert und Schild bewaffnet. Zudem trugen sie vereinzelt Rüstungsteile, doch all das schien sich in keinem guten Zustand mehr zu befinden.
"Schnell, kommt her!" rief er seinen Gefährten zu, während er sich in deren Richtung zurück zog, langsam, und mit erhobener Waffe. Er fragte sich nur, was er mit seinem Schwert gegen diese Kreaturen ausrichten sollte... die Klinge stammte aus der Waffenkammer des Reija-Klosters und mochte hervorragend gearbeitet sein, doch gegen ein Wesen, das nur aus harten Knochen bestand und über kein verwundbares Fleisch oder lebenswichtige Organe verfügte, würde es ihm wohl nicht viel nutzen.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 18 Apr 2015, 12:05

Trevin war der Gruppe zu weit voraus geeilt, als dass sie hätten sehen können, worauf er gestoßen war, doch der Klang seiner Stimme machte unverkennbar deutlich, dass er sich in Schwierigkeiten befand. Aldred zögerte nicht einen Augenblick. Wenn Trevin auf etwas gestoßen war, dem selbst er, als Auserwählter der Schattengöttin, nicht gewachsen war, dann hatten sie keine Zeit zu verlieren. Mit einem stummen Stoßgebet zu seiner Göttin riss Aldred seinen Schild vom Rücken und verfiel in Laufschritt. Er bog um eine Ecke und sah Trevin, umzingelt von drei Gestalten, die langsam auf ihn zu wankten. Abrupt hielt der Schmied in seinem Lauf inne, zurück gehalten von einer unsichtbaren Mauer aus Furcht.
"Die Toten wandeln auf Erden!", stieß er erstickt aus – eine absonderliche Bemerkung, bedachte man, dass sie sich an die Anwesenheit der Geister in der Stadt bereits beinahe gewöhnt hatten. Hier sahen sie sich konsequenterweise dem gegenüber, was ansonsten von den Menschen übrig geblieben war. Aber im Gegensatz zu ihren gefangenen Seelen schienen diese toten Körper sich der Eindringlinge nur allzu bewusst zu sein.
Aldred hatte in seinen Jahren der Wanderschaft gegen zahlreiche Gegner gekämpft und die jüngsten Ereignisse hatten ihn noch mehr Dingen entgegen treten lassen, die er nie für möglich gehalten hätte. Er war abgehärtet. Gegen die Toten hatte aber auch er noch nie kämpfen müssen. Sich ihnen gegenüber zu sehen war ein grauenvoller Anblick und für den Augenblick war es dem Aldred nicht möglich, die Willensstärke aufzubringen, sich ihnen weiter zu nähern. Alles, was er zustande brachte, war, sich hinter den erbeuteten Schild zu kauern und zumindest den Hammer des Geistermädchens zu ziehen.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 18 Apr 2015, 12:21

Glücklicherweise kamen Aldred und Neythani schnell heran, um ihm beizustehen, doch schienen sie ebenso mit ihren Ängsten zu kämpfen wie mit diesen untoten Gegnern. Trevin ging es da nicht viel besser; er hatte zwar schon viele lebende Gegner bekämpft, aber noch keinen, der nach seinem Tod wieder aufgestanden wäre!
Die Skelettkrieger verteilten sich auf die neu hinzu gekommenen Widersacher, so daß jeder von ihnen einen der lebenden angriff. Trevin wich anfangs nur zurück und wehrte ein paar Schwerthiebe ab; als er seinen Schock halbwegs überwunden hatte, ging er mehr in die Offensive.
Doch wie er befürchtet hatte, konnte er gegen seinen Feind kaum etwas ausrichten. Er fand kaum Stellen am Körper seines Gegners, die anzugreifen einen durchschlagenden Erfolg versprochen hätten. Vor Hieben gegen den Brustkorb schreckte er zurück; es war ihm vor Jahren schon einmal passiert, daß seine Klinge im Brustkorb eines Feindes steckengeblieben war, und diesen hier würde das nicht davon abhalten, ihn weiter zu bedrängen.
Einer Eingebung folgend parierte er den nächsten Hieb seines Gegners und brachte sich dann mit einem Ausfallschritt an dessen Seite. Seine Schattenklingen erschienen an seinem Handgelenk, und mit einer schnellen Bewegung ließ er sie durch den knöchernen Leib des Skelettkriegers hindurch gleiten. Es geschah... nichts. Die Waffe schien keinerlei Auswirkung auf diese Art Feind zu haben.
Mit einem leise gemurmelten Fluch brachte sich Trevin schnell außer Reichweite und entging so dem Konterschlag des Untoten. Hoffentlich hatten Aldred und Neythani etwas mehr Erfolg mit ihren Gegnern...
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 18 Apr 2015, 13:47

Neythani betrachtete die Skelette unschlüssig. Anders als das Geistermädchen waren diese hier nicht harmlos. Ihr fell sträubte sich. Zum glück hatte sie die lange Hellebarde gegen ein einfaches Schwert getauscht gehabt, auch wenn sie damit weniger gut zurecht kommen würde. Doch es war nicht so schwer und unhandlich. Das Skelett kam näher und Neythani wehrte die Schläge ab. Sie versuchte, dem Skelett die Arme zu zerschlagen, doch es war ein ziemliches hin und her. Ein zweimal traf sie die Knochen des Skelettes, doch es passierte nichts. So blieb ihr nichts anderes übrig als die Schläge zu parieren.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 18 Apr 2015, 18:14

Einer der untoten Krieger kam auf Aldred zu und das Bedürfnis, einfach seine Waffen fallen zu lassen und vor dieser grauenhaften, widernatürlichen Kreatur zu fliehen, wuchs. Ohne auch nur darüber nachzudenken wich Aldred ein paar Schritte zurück, Schweiß auf der Stirn, die Hände zitternd. Doch dann fiel sein Blick auf Neythani. Auch die Katzenfrau wurde bedrängt und nachdem sie ihre wuchtige Hellebarde, mit der sie wohl kurzen Prozess mit dem Skelett gemacht hätte, gegen eine leichtere Klinge ausgetauscht hatte, wirkte sie nicht, als könnte sie ihren Gegner rasch überwältigen. Wenn er nun laufen würde, dann sähe sich Neythani zwei Skeletten gegenüber. Sie hätte keine Chance, würde elendig zugrunde gehen. Nein, er musste seine Angst überwinden. Er musste kämpfen!
Mit einem Schrei, der mehr der Angst denn Zorn entsprang, stürzte Aldred vorwärts, den Hammer über dem Kopf erhoben. Das Gewicht der Waffe – schwerer als ein Schwert und selbst schwerer als sein alter Schmiedehammer – gab ihm zumindest einen Funken Zuversicht. Der Skelettkrieger parierte Aldreds hohen Hieb mühelos mit seiner Klinge, doch Furcht und Sorge trieben den Schmied vorwärts. Er drosch mit der Schildkante zu, erwischte ein paar Rippen, die befriedigend knackten, als der stählerne Rand sie traf. Noch ehe der Untote zum Konter ansetzen konnte setzte Aldred nach, riss seine Waffe frei, ging mit dem Schild zwischen seinen Körper und die rostige Klinge und schlug über die Deckung des Skeletts hinweg gegen dessen Schädel. Der alte Knochen bot dem Hammer keinen nennenswerten Widerstand. Bruchstücke stoben in alle Richtungen davon, der Kiefer wurde durch den Aufschlag vom Hals gerissen. Und dann fiel der Untote einfach in sich zusammen.
Der Funke der Zuversicht in Aldreds Brust begann zu wachsen. Sie mochten furchterregend sein, aber sie starben wie die Lebenden. Man konnte sie besiegen! Seine Furcht nun ein wenig besser unter Kontrolle drang er auf Neythanis Gegner ein.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 19 Apr 2015, 13:00

Durch ständiges aus- und zurückweichen hatten sich Trevin und sein Gegner ein Stück von den anderen entfernt. Außer ein paar einzelnen zersplitterten Knochen hatte der Dieb bislang nichts erreichen können. Als er sah, wie einer der Skelettkrieger unter den Hieben von Aldreds Hammer buchstäblich in sich zusammen fiel, schöpfte er Zuversicht und wurde mutiger.
Er parierte einen Schlag, tänzelte an seinem Gegner vorbei und führte einen kräftigen Schlag gegen dessen Kopf. Der riß gerade noch rechtzeitig seinen Schild hoch und wehrte die Klinge ab. Einen leise gemurmelten Fluch auf den Lippen brachte sich Trevin mit einer Ausweichrolle außer Reichweite seines Gegners. Sofort war er wieder auf den Füßen und erwartete dessen nächsten Angriff. Dabei sah er aus den Augenwinkeln, wie Aldred nun Neythani zu Hilfe eilte. Wenn er diesen Gegner ähnlich schnell zu Fall brachte wie seinen ersten, würde der Kampf wohl nicht mehr lange dauern.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 19 Apr 2015, 21:29

So gut wie möglich versuchte sie, das Skelett fern zu halten. Es kam ihr immer näher und näher und brachte sie in Bedrängnis.
Doch dann sah sie, wie Aldred von hinten auf das Skelett zugestürmt kam und ihm rechts und links die Keule um die nicht vorhandenen Ohren knallte. Dankbar lächelte sie den schmied an. Nun war nur noch ein Skelett übrig, das beharkt werden musste.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 19 Apr 2015, 21:39

Von zwei Seiten bedrängt und in die Zange genommen hatte das Skelett wenig Chancen, zu bestehen. Wie schon den ersten Untoten erledigte Aldred auch diesen Wiedergänger schnell und brutal. Mit Neythanis Hilfe, die ihm die Deckung des Kriegers öffnete, landete er in rascher Folge einen Hieb gegen die Hüfte, einen weiteren gegen die Schulter des Waffenarms und schließlich gegen den ungeschützten Kopf. Jeder Treffer ließ Knochen bersten und splittern und das Skelett mehr und mehr in sich zusammen sacken. Schmerz schien es nicht zu verspüren, aber die Einschränkungen, die die Wunden verursachten, waren die selben, die auch einem Lebenden widerfahren wären. Der Schlag gegen den Schädel erlöste den Untoten schließlich von seinem Dasein. Vor Anstrengung schnaufend – der Kampf mit der wuchtigen Waffe begann inzwischen selbst von Aldred seinen Tribut zu fordern – fuhr der Schmied herum um seinem letzten bedrängten Gefährten beizustehen.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 21 Apr 2015, 17:00

Sobald Amun'Raak und Eve ihr Gespräch beendet hatten - es war nicht so, als ob Zeckker genug höflich gewesen wäre, sie nicht zu unterbrechen. Aber alles praktisch vorzubereiten und sich noch Gedanken darüber zu machen, was er davon für sich selbst abzweigen konnte, dauerte halt schon einige Momente -, trat der Junge ohne Schuhe zu dem Vogelmann hin und nahm so gut wie möglich mit dem vorhandenen Material dessen Masse ab. Vor allem die Flügel waren ja schon wichtig zum Einberechnen. Dann setzte er sich an die Arbeit, während die anderen weiter ihren individuellen Plänen nachgingen und ein bisschen etwas tranken. Die Hose war relativ rasch angepasst und mit einem schicken, zum neuen Saum passenden Band als Gurt für Amun zur Verfügung gestellt. Das Hemd dauerte länger und brauchte noch ein paar kurze Zwischen-Anprobier-Tests, bis es sass. Aber als Zeckker nach einer knappen Stunde alles wieder verräumte an restlichem Material, sah Amun aus wie neu. Na ja, das Gesicht sah immer noch mitgenommen aus und die Kleidung war halt so nahe an königlich, wie es mit dem Geld und Material in der Zeit möglich gewesen war. Aber Zeckker war ziemlich zufrieden mit sich. Vor allem musste er selbst nun nicht mehr diese blöde Robe tragen. Er würde sie zwar noch behalten, weil der Stoff schon sehr schick war. Aber sicher nicht in dieser Form.
"Und nun, Meister Raak? Tempel der Reija war der Plan, wenn ich mich nicht irre?", fragte Zeckker den Vogel. Er nahm einfach mal an, dass Raak der Familienname war so aus den Gesprächen heraus.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 21 Apr 2015, 19:35

"Allerdings. Verwahr das hier auf. Tristan, Euch überlasse ich den Bogen und den Köcher. Ihr wisst damit mehr anzufangen als die Lady oder Zeckker nehme ich an", befahl Amun und übergab Zeckker seine Tasche, aus der er die goldene Maske des Sturmkönigs hervor holte. Mit einem Wink bedeutete er dem Rest der Gruppe nachzufolgen, bevor er den Weg in Richtung des Tempels der Reija antrat.
Die beiden Wachen vor dem Tempel versperrten ihm mit Hellebarden den Weg. Amun legte eine Hand aufs Herz und hob die andere in die Höhe.
"Atmet tief, fliegt hoch. Man hat mir zugetragen, dass Euer Orden ein paar Störenfriede gefangen genommen hat. Meisterin Eve war so freundlich mir den Weg zu zeigen. Es liegt mir sehr viel daran, der Bestrafung dieser beiden Verbrecher persönlich beizuwohnen."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 22 Apr 2015, 23:15

Trevin führte sein Schwert mittlerweile mit der linken Hand, da er so unvorsichtig gewesen war, einen besonders kräftigen Angriff mit seiner Klinge parieren zu wollen. Es war nicht so schlimm, denn die Waffen, die er normalerweise linkshändig führte, waren in diesem Kampf ohnehin nicht zu gebrauchen; zwar war seine linke nicht so geübt im Umgang mit dem Schwert, doch das zeigte gegen diesen Gegner ohnehin kaum Wirkung, weshalb er es nur zur Abwehr verwendete.
Als er nun feststellte, daß Aldred nahte, ging er in die Offensive und bedrängte das Skelett mit einer Reihe wuchtiger Hiebe. Auch wenn er ihm damit keinen Schaden zufügen konnte, gelang es ihm, den Gegner damit abzulenken, so daß Aldred leichtes Spiel hatte. Kurz darauf war auch der letzte der Knochenkrieger besiegt.
"Gut gekämpft," sagte Trevin, während er sein Schwert wegsteckte und das verstauchte rechte Handgelenk mit der linken Hand massierte. "Seid ihr alle in Ordnung?"

Die Wächter sahen einander unschlüssig an, was nicht einmal nur an der ungewöhnlichen Bitte lag, sondern vielmehr daran, daß keiner von ihnen ein solches Wesen bisher gesehen hatte. Unter anderen Umständen hätten sie seine Bitte nicht einmal beachtet, doch sie erkannten Eve und wußten, daß sie in der Gunst der Hohepriesterin stand. Sie beschlossen schließlich, einen Boten zu ihr zu senden, auf daß sie die Bitte des Vogelmanns prüfen möge.
"Wartet hier!" wurde Amun von einem der Wächter beschieden, und der Mann gab die Nachricht weiter.
Ein Bote eilte zu den Gemächern der Hohepriesterin, mußte jedoch feststellen, daß diese eine Weile zuvor mit einer Eskorte in Richtung der heiligen Gruft aufgebrochen war, und auch, daß die besagten Gefangenen ohnehin schon längst nicht mehr im Tempel der Reija weilten. Er kehrte mit der Nachricht zum Eingangsbereich des Tempels zurück, wo man die Gruppe immerhin in den großen Altarraum vorgelassen hatte, denn der war jedermann zugänglich.
"Es tut mir leid, Fremder," sprach einer der Priester Amun an, "aber wie es scheint, befinden sich die Gefangenen nicht mehr im Tempel, ebensowenig wie die Hohepriesterin, die über deren Schicksal bestimmt."
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 23 Apr 2015, 08:18

Körperlich war Aldred unversehrt, doch ob alles in Ordnung war? Oh nein, nichts war in Ordnung! "Was war das?", fragte er Trevin keuchend, "Welche unheilige Magie erweckt die Toten und lässt sie wieder auf Erden wandeln?" Der Schock saß ihm noch immer tief in den Knochen. Und auch die wiedererweckten Skelette vernichtet zu haben tat dem ganzen keinen Abbruch. Etwas Übles war hier im Werk, daran hatte Aldred spätestens jetzt keine Zweifel mehr. Etwas ebenso Übles wie die Schwarze Heerschar. Nur, dass das hier nicht einmal vor der Ruhe der Toten Halt zu machen schien.

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