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 GQ - [Die MSG]

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Grim
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 03 Jul 2013, 20:13

Bis zum Brunnen war der Söldner, Tristan, ihnen gefolgt. Nun jedoch, da die schlimmste Notlage gestillt war, brauchte es nicht viele Anreize um ihn aus der Gruppe zu entfernen. Aldred konnte es dem Mann nicht verübeln, dass er von dannen ging. Sie mochten Tage gemeinsam in der undurchdringlichen Schwärze der Gewundenen Untiefen verbracht haben, doch Tristan hatte währenddessen nicht wirklich in die Gruppe gefunden. War ein Fremder geblieben. Und es war nur zu verständlich. Er hatte nicht erlebt, was sie gemeinsam erlebt hatten. Die Überfällle der Schwarzen auf die Dörfer. Der zum Leben erwachte Elementar bei den Ruinen des Bauernhauses. Das Eingreifen der Göttin, das sie aus der Höhle gerettet hatte. Er konnte nicht verstehen, was sie tun mussten, warum sie es tun mussten. Allein die Not hatte ihn zu ihnen gezwungen. Nun, da die Not vorüber war, ging er wieder seiner eigenen Wege. Das war die Art seines Standes. Aldred betrachtete seinen Abschied betrübt, aber unternahm keinerlei Anstalten, Tristan aufzuhalten. Es hätte nichts gebracht.
"Wir können zum Hafen schauen", wandte er sich stattdessen an den verbliebenen Rest der Gruppe, "Uns umsehen, ob dort ein Schiff liegt, dass in unsere Richtung ausläuft. Das uns an Bord lässt. Und was der Preis dafür sein wird."

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Dreyri
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 05 Jul 2013, 12:52

Es war allerdings nicht in Tristans Sinne, die Truppe endgültig zu verlassen. Dazu waren sie ihm zu wertvoll. Nicht, dass er jetzt wahnsinnig viele Gefühle für sie entwickelt hatte. Er hatte sich nicht mal wirklich wie ein Teil von ihnen gefühlt.
Doch falls die Leute, die ihm an den Kragen wollten, irgendwie herauskriegten, wo er gelandet war, so würde er den Schutz dieser Gruppe sicherlich gut gebrauchen können.
"Fahrt nicht zu bald", rief er deswegen. "Ich will mitkommen!" Dann hob er die Hand zum Gruss und war auch schon bei den Damen angekommen.
Bald darauf war er verschwunden.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 15 Jul 2013, 00:03

Geralt hatte nicht vor, gleich wieder aufzubrechen, da brauchte sich Tristan erst einmal keine Sorgen zu machen. Er war zäh, jung und ausdauernd, aber nach der Tortur der Höhlen hatte er mehr als nur das Bedürfnis danach, sich einmal richtig auszuruhen, so lange zu schlafen, wie es ihm passte, und gut zu essen. Falls das noch in seine schmale Geldbörse passte.
Er trank lange und gierig am Brunnen, während die Anderen noch darüber redeten, wann sie aufbrechen würden. Geralt war überhaupt nicht danach irgendwohin aufzubrechen. Er wusste, er fühlte, dass sie weitermussten, dass noch etwas auf ihn wartete. Aber das, was er für Vernunft hielt, gewann gerade die Oberhand und überdeckte die Stimme des Schicksals. "Ich suche ein Gasthaus."
Dabei sah er die Mitglieder der Gruppe nacheinander an, rasch, nur an Finn blieb sein Blick etwas länger hängen, gewann kurz einen bittenden Ausdruck. Dann ging er die Straße hinab, langsam wie ein Alter, ließ den Blick über die Häuserfronten wandern, suchte nach dem Schild eines einladenden Gasthofs. Für eine Nacht würde sein Geld reichen.
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Grim
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 23 Jul 2013, 23:34

Die Gruppe begann auseinander zu brechen. So sehr Amun'Raak auch drängen mochte, dass sie keine Zeit zu verlieren hatten, in jenem Zustand, in dem sie alle sich nach den Tagen in der lichtlosen Tiefe befanden, konnten sie keine Disziplin mehr aufbringen. Sie waren keine Soldaten, die darauf gedrillt waren, zu tun was man ihnen sagte. Sie hatten Bedürfnisse: etwas zu Essen in den knurrenden Magen, ein halbwegs bequemes Bett, die Gesellschaft von käuflichen Frauen. Und ehe sie diese nicht befriedigt hatten würde mit der kleinen Truppe nichts mehr anzufangen sein. Sie alle hatten mehr erlebt, als gut für sie war. Sie waren mit ihren Kräften am Ende. Zum Helden musste man geboren sein. Amun mochte von der Sorge um seine Heimat zu Durchhaltevermögen und Leidensfähigkeit angetrieben werden, aber dem Rest fehlte dies. Aldred selbst hätte wohl nicht anders als Tristan oder Geralt gehandelt, hätte er denn ein konkretes Ziel gehabt. Doch in seinem Fall äußerte sich die Erschöpfung vor allem in einer Taubheit des Geistes, die ihn wenig fühlen oder auch nur wollen ließ. Er fühlte die Müdigkeit, die Schwäche in seinen Gliedern, aber er hätte nicht sagen können, wonach er sich nun gesehnt hätte, um diese Qual zu lindern. Natürlich, nach der Berührung seiner Göttin, dem großen Ziel seiner Reise. Aber dieses Ziel war so fern wie eh und je. Ihm, dem Sucher, dem Wanderer, hatte diese Stadt nicht viel zu bieten. Da konnte er ebenso Amuns drängenden Aufforderungen folgen. Es war leichter, als eine eigene Entscheidung zu treffen.
"Ich gehe mit Amun'Raak zum Hafen", verkündete er dem verbliebenen Grüppchen, "Wer möchte, der kann uns begleiten... der Rest kann sich... etwas zu Essen suchen. Oder eine Schlafstätte. Oder so. Wir... wir..." Er brach ab, unschlüssig, was er sagen wollte. Er verzichtete schließlich darauf und folgte dem bereits ungeduldig in Richtung des Hafens drängenden Avior. Erst, als sie bereits auf dem Weg waren, ging ihm auf, dass sie nicht vereinbart hatten, wie sie sich wieder finden wollten.

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Vicati
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 24 Jul 2013, 01:53

Nachdem sie alle getrunken hatte, begann die Gruppe sich aufzulösen. Erst Tristan, dann Geralt und nun gingen auch Amun und Aldred davon, um nach dem Hafen zu suchen. Verunsichert blickte Finn von Geralt, der sich langsam zu entfernen begann zu dem Schmied und dem Vogelmenschen. Er zögerte, doch dann schlang er seine Arme um seine Tasche und hastete in Richtung Geralt davon.
"I... ich gehe auch ei... ein Gasthaus suchen!", stotterte er noch, dann war er schon weg von der Gruppe. Er musste sich beeilen, um den Waldläufer noch aufholen zu können, doch zum Glück schien dieser es nicht eilig zu haben und Finn konnte schnell aufschliessen.
"I... ich komme auch mit", sagte er und rang sich schnell ein Lächeln ab. "Warst du schonmal in E'jin, Geralt? Weisst du, wo hier Gasthäuser sind?"
Finn selbst hatte einige Ideen, wo sie Gasthäuser finden konnten. Da E'jin eigentlich das Ziel seiner Reise gewesen wäre, hatte er einige Karten dazu studiert. Er hatte eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie die Stadt aufgebaut war, aber er hatte keine Ahnung, wo sie sich gerade befanden. Und es war nicht unwahrscheinlich, dass sich inzwischen eine Menge verändert hatte, die neuste Karte, die er gesehen hatte, war vor... fünfzig Jahren gezeichnet worden. Aber das wichtigste Gebäude, die Akademie der Magier, würde bestimmt noch an der gleichen Stelle stehen, wie vor fünfzig Jahren und auch die wichtigsten Gebäude hatten sich hoffentlich nciht geändert. Wenn er etwas wiedererkannte, würde er sich orientieren können, da war er sich sicher.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 28 Jul 2013, 02:05

"Lange her."
Geralt lächelte, als er Finn neben sich sah. Er hatte schon befürchtet, sich alleine eine Bleibe suchen zu müssen. Es gefiel ihm, einen Gefährten zu haben, zumindest vorerst, solange er dessen noch nicht überdrüssig war. Irgendwann würde er wieder alleine sein wollen, würde er genug von Gesellschaft und Unterhaltung haben. Aber noch nicht.
"Ich weiß nicht … Aber die haben diese Schilder."
Er zeigte auf ein großes Holzschild, das vor einem schmutzigen, etwas schiefen Fachwerkhaus hing. Ein Rabe war darauf zu sehen – oder vielleicht auch ein Hahn, die Farben waren ausgeblichen und der Maler war wohl vor der Arbeit schon unter dem Schild eingekehrt. Er ging an dem Haus vorbei. Er kannte solche Gasthäuser, und er musste nicht einen Betrunkenen herausstolpern sehen um zu wissen, was für Szenen drinnen warteten.
Er ging auch an einem anderen vorbei, einem mit Glaserkern und gepflegter Holzvertäfelung. Er musste es nicht betreten, um zu wissen, dass er nicht willkommen war. Auch hier wusste er, was ihn erwarten würde.
Einige hundert Meter und einige Gassen weiter fand Geralt, was er suchte. Eine Taverne, in der Leute wie er einen Platz finden konnten – gastfreundlich genug für jemanden seiner Erscheinung und zivilisiert genug für jemanden seiner Gestalt. Ein roter Fuchs leuchtete auf dem Schild über der Tür, und das Scharnier einer flackernden Öllaterne quietschte leise im Wind. Ein beinahe willkommen heißender Anblick.
Leise schob Geralt die Tür auf und verschwand im dämmrig beleuchteten Innenraum. Einige Tische waren besetzt, aber es war ruhig; eine kleine Gruppe ernst aussehender Männer unterhielt sich an einem Tisch, einige andere aßen oder tranken schweigend. Stumm setzte sich Geralt an einen freien Tisch, nachdem er einladend den Stuhl ihm gegenüber für Finn zurückgezogen hatte.
"Ist's hier in Ordnung?"
Er fragte ein wenig spät, waren sie doch schon im Gasthaus, aber Geralt war es nicht gewohnt, für andere mitzudenken.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 29 Jul 2013, 20:02

Während die Gruppe stückweise kleiner wurde und die einzelnen Gefährten nach und nach in verschiedene Richtungen verschwanden, blieb Kazeel stehen, unschlüssig, was er tun sollte. Bis ihm einfiel, daß eine so große Stadt wie diese durchaus einen Tempel der Reija aufweisen mochte.
So machte er sich auf die Suche nach einem solchen Tempel. Doch die Stadt war groß und unübersichtlich, so daß er sich schnell hoffnungslos verlaufen hatte. In seiner Not fragte er die umherstreifenden Leute, welche ihn mit verhaltener Neugier betrachteten, wenn sie an ihm vorüber zogen. Die Reaktionen waren nicht sehr positiv: manche bedachten ihn lediglich mit unfreundlichen Blicken oder Worten, ehe sie ihm die kalte Schulter zeigten und sich davon machten. Andere beschimpften ihn unflätig, und einer drohte ihm sogar mit Gewalt, falls er sich nicht schnellstens davon machen sollte.
Bestürzt darüber, daß die Boten von Reija und Yragona in dieser Stadt so wenig Ansehen zu genießen schienen, zog er von dannen. Und dann hatte er doch noch Glück. Ein in ein braunes Gewand gehüllter junger Mann kam ihm entgegen und sprach ihn an.
"Ihr seid hier in einer schlechten Gegend, Bewahrer," sagte der Mann freundlich. "Euresgleichen ist hier nicht sehr gern gesehen. Habt Ihr Euch verlaufen?"
"Das habe ich tatsächlich," antwortete der Grindyl, erleichtert darüber, endlich jemanden zu treffen, mit dem man sich unterhalten konnte. "Diese Stadt ist so groß, und ich kenne mich hier nicht aus. Sagt, guter Mann, könnt Ihr mir den Weg zum Tempel der Reija weisen?"
"Es soll mir eine Freude sein," sagte der Mann ernsthaft. "Bitte folgt mir."
Der junge Mann, der sich als Elias vorstellte, führte Kazeel zielsicher durch das Labyrinth aus niedrigen heruntergekommenen Häusern und schmalen Gassen. Kazeel betrachtete Elias' Kleidung, vermutend, es hier mit einem Novizen der Kirche zu tun zu haben. Doch er konnte nichts entdecken, das diesen Verdacht untermauerte. Elias schien einfach nur ein hilfsbereiter gläubiger Mensch zu sein. Schließlich erreichten sie ein anderes Stadtviertel, das schon vertrauenerweckender wirkte als jenes, das sie gerade hinter sich hatten. Nach einigen weiteren Minuten erreichten sie einen gepflasterten Platz, dessen gegenüberliegende Seite von einem wuchtigen Gebäude aus grauem Stein eingenommen wurde.
"Dies ist der Tempel der Reija, Bewahrer," sagte Elias und wies auf das Gebäude. Kazeel betrachtete es genauer. Es wirkte alles andere als imposant, doch wenn man aus dem Schreinkloster der Reija kam, gab es nun mal nur noch wenig, das einen beeindrucken konnte. Für die Menschen in dieser Stadt mochte dieses Bauwerk tatsächlich ehrfurchtgebietend wirken. Allerdings wirkte es auch etwas heruntergekommen, zudem konnte Kazeel kaum Menschen nahe des Tempels sehen. Möglicherweise hatte Reija in dieser Stadt tatsächlich nicht sehr viele Anhänger.
Kazeel wandte sich Elias zu und verbeugte sich leicht vor ihm. "Habt Dank, Elias, Ihr habt mir sehr geholfen. Leider kann ich Euch für Eure Freundlichkeit nichts geben als den Segen der Göttinnen."
"Das allein ist der Belohnung mehr als genug," erwiderte Elias erfreut und verbeugte sich ebenfalls. "Ich muß nun gehen. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege eines Tages erneut. Wandelt stets in Licht und Schatten, Bewahrer."
"Wandelt stets in Licht und Schatten," wiederholte Kazeel, der erfreut darüber war, daß Elias mit den gebräuchlichen Grußformeln der Grindyl vertraut war. Dann trennten sich ihre Wege. Elias verließ den Platz, Kazeel dagegen überquerte ihn und strebte den massiven Tempeltoren entgegen.
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Grim
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 30 Jul 2013, 18:15

Aldred war nicht zum ersten mal in E'jin. Nicht einmal zum ersten mal in diesem Leben, seinem neuen Leben. Dem Leben nach der Vision. Von hier aus hatte ihn damals das Luftschiff in den Norden gebracht, in die Letzte Stadt. Von hier aus war nach dem großen Bruch seines Lebens gestartet um seiner Vision zu folgen. Seiner Göttin. Der Anblick des Hafen der großen Luftschifferstadt riss die alten Wunden im Herz des Schmieds wieder auf. Deutlich konnte er wieder spüren, was er damals empfunden hatte. Das Drängen, das Sehnen, das Verlangen. Das Feuer, das heiß und mächtig in seiner Brust loderte. Es war nie vollends erloschen. Es brannte noch immer in ihm. Aber die Jahre der erfolglosen Suche hatten ihm an Stärke genommen. Aus den lodernden Flammen war Glut geworden, unscheinbar glimmend, bedeckt unter einem Mantel aus Asche, aber in ihren Inneren heißer als die Flammen es je hätten sein können. Er war stärker geworden, reifer. Die an Wahnsinn grenzende Sehnsucht der ersten Monate war etwas anderem gewichen. Entschlossenheit. Aldred wusste sehr wohl, dass er keinen Frieden finden würde, ehe er der Göttin seiner Träume begegnete. Aber die Unrast trieb ihn nicht mehr an den Rand der Verzweiflung. Er hatte sich mit ihr arrangiert. Hier jedoch, im Luftschifferhafen von E'jin, wo er den Bruch zwischen den beiden Leben damals vollzogen hatte, loderten die Flammen von Wahn und Sehnsucht wieder in ihm auf. Sie schmerzten. Und was er damals als guten Schmerz empfunden hatte, das quälte ihn nun. Es kostete ihn Mühe, sich Amun gegenüber nichts anmerken zu lassen. Doch er folgte dem entschlossen voran eilenden Vogelmenschen nur widerstrebend.
"Wir sollten den Hafenmeister aufsuchen!", schlug er vor als der Avior bereits zielstrebig die nächsten, an den hohen Piers vertäuten Schiffe ins Auge nahm. Aldred legte ihm eine seiner prankenartigen Hände auf die Schulter. Er konnte fühlen, wie Amun'Raak am liebsten auf das erstbeste Luftschiff zugestürmt wäre und den Kapitän so lange bedrängt hätte, bis dieser zustimmte, noch heute Abend in Richtung der Wolkenberge auszulaufen. Aber ein solches Unterfangen konnte nie und nimmer von Erfolg gekrönt sein. Es würde sie allenfalls in den Kerker bringen. "Ist das klügste. Der hat Listen über alle Schiffe hier und weiß, wann und wohin sie auslaufen. Wird schneller gehen, als jeden Kapitän einzeln abzuklappern", versuchte Aldred ihn zu überzeugen. Und tatsächlich, der Avior lenkte ein, ließ sich von ihm zu dem ausladenden, den Platz dominierenden Gebäude der Hafenmeisterei führen.
Es dauerte nicht lange, bis Aldred und Amun'Raak jemanden fanden, der ihnen Auskunft geben konnte. Zweifellos war es nicht der Hafenmeister selbst, dafür wirkte der junge Mann mit dem zauseligen Kinnbart entschieden zu jung, aber dem Gebahren nach bekleidete er ein wichtiges Amt, war vielleicht einer der Gehilfen des Meisters. Für den Schnösel, für den Aldred ihn zuerst gehalten hatte, gab er sich erstaunlich hilfsbereit. Ein Wichtigtuer, ohne Zweifel, der mit seinemm fundierten Wissen über alles, was in diesem Hafen vor sich ging, mit Leidenschaft prahlte, aber ein gutmütiger Wichtigtuer. Jedenfalls war das der Eindruck, den der Schmied gewann. Die Wolkenberge, so belehrte der junge Mann sie, wurden in letzter Zeit nur noch selten angelaufen. Zu unsicher sei die Reise geworden, zu unkalkulierbar die Winde zu dieser Jahreszeit und ganz besonders in diesem Jahr. Die beiden lauschten den Worten mit zunehmend grimmigen Mienen. Eines der Schiffe im Hafen jedoch, so endete der Gehilfe, habe vor in dieser Woche die Fahrt in die Berge zu wagen. Die Donnerjäger, so war der Name. Sie läge am hinteresten der Piers vor Anker. Ein Funken Hoffnung keimte wieder in Aldreds Brust auf und auch dem Avior war die Freude darüber anzusehen. Sie bedankten sich und verließen die Hafenmeisterei wieder.
"Wir werden es uns ansehen müssen", befand Aldred, dessen Optimismus nicht weit gereicht hatte, "Mal sehen, was es für ein Schiff ist. Und ob es uns an Bord nimmt. Werden es wohl darauf anlegen müssen. Alternativen scheinen wir ja nicht viele zu haben..."

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Vicati
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 02 Aug 2013, 12:09

Finn nickte auf Geralts Antwort hin und folgte ihm einfach. Er hielt kurz bei den beiden Gasthäusern an, die sie passierten, beim ersten, weil es ihn an die Tavernen in der Letzten Stadt erinnerte und beim zweiten, um einen Glaserker zu bewundern. Beide Male musste er sich beeilen, um nicht den Anschluss an den Waldläufer zu verlieren, dem diese beiden Häuser scheinbar nicht zusagten. Das dritte Gasthaus betrat er schliesslich. Auch hier blieb Finn kurz draussen stehen, diesmal, um den kunstvoll geschnitzten Fuchs, unter dem in schwarzen Lettern Der Rote Fuchs stand, zu betrachten. Wie seltsam, dass dieser rot gefärbt war. Finn hatte schon Schneefüchse gesehen, so weiss, dass man sie oft übersah. Einige Stadtwächter hatten welche aufgezogen und darauf trainiert, anzuschlagen, sobald sich Lyarden der Mauer näherten, und sich dann im Schnee zu verstecken. Aber ein roter Fuchs wäre doch viel zu auffällig. Finn zuckte mit den Schultern und tat es als künstlerische Freiheit ab. Dann bemerkte er erst, dass Geralt schon im Inneren verschwunden war und folgte ihm schnell.
Staunend sah Finn sich im Schankraum um. Es war sauber. Und deutlich heller als die Tavernen in der Letzten Stadt. Und leerer. Die Ruhe, die hier drin herrschte, überraschte Finn ziemlich. Wie lange würde es wohl dauern, bis einer der Männer am Tisch dort drüben einen Stuhl quer durch den Raum schmiss? Eigentlich wollte er es gar nicht wissen. Schnell eilte er Geralt nach und setzte sich an den Tisch. Noch einmal warf er einen Blick durch den Schankraum, doch es war immer noch ruhig. Seltsam.
"Ja, sicher", antwortete er auf Geralts Frage und lächelte vorsichtig. "Es ist... ruhig hier. Müssen wir uns jetzt nicht irgendwo melden, für ein Zimmer?"
Finn wusste nicht, wie das hier eigentlich funktionierte. Er hatte noch nie jemanden gesehen, der in einer Taverne in der Letzten Stadt übernachten wollte. Allerdings war die Stadt kein besonders interessanter Reiseort, insofern war das nicht verwunderlich. Geralt wusste bestimmt, wie man ein Zimmer bekam.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 06 Aug 2013, 00:14

"Natürlich … Aber …"
Der Schankwirt kam an ihren Tisch, ein breitschultriger Glatzkopf, dessen ruhige Bewegungen nicht über seine keulengroßen Fäuste hinwegtäuschen konnten. Geralt meinte außerdem einen gewissen Takt in seinen Bewegungen zu erkennen, diese kraftvolle Art, die man bei ehemaligen Soldaten sah, die viele Jahre eine Rüstung getragen hatten.
In jedem Fall war sein Gesichtsausdruck freundlich. Ob, weil er ein geselliger Mensch war, oder weil ihm seine neuen Gäste gefielen?
"Essen und Bier, bitte. Und ein Zimmer."
Geralt kramte drei bronzene Münzen aus seinem Geldbeutel, ein angemessener Preis für Essen und Herberge, und legte sie auf die Bohlen des Tischs. Ohne zu Zögern strich der Mann die Münzen ein und nickte beiden Jungen zu. Keine drei Minuten vergingen, ehe er mit zwei Schüsseln Suppe und zwei Messinghumpen wiederkam. Geralt wollte sich bedanken, aber ehe er sich dazu durchringen konnte war der Mann schon wieder fort, brachte ein Tablett voller Humpen an einen anderen Tisch.
Das Bier war dünn, aber nicht schlecht, die Suppe war voller Brotkrumen und schien sogar ein wenig Fleisch zu enthalten. Geralt war froh mit seiner Wahl. Er löffelte ein wenig, trank einen Schluck und sah dann Finn an. Er wusste, dass es die richtige Gelegenheit für ein Gespräch war. Dazu, eines anzufangen, konnte er sich deswegen aber noch lange nicht entschließen.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 06 Aug 2013, 22:56

Die Donnerjäger war nicht eben das, was man vertrauenserweckend nennen würde. Weder war sie sonderlich groß, noch wirkte sie, als sei sie in sonderlich gutem Zustand. Eine Schaluppe, ein herunter gekommener Kutter aus altem, grauem Holz und ausgeblichener Leinwand. Hätten sie die freie Auswahl gehabt, Aldreds Wahl wäre wohl nur ganz zuletzt auf dieses Schiff gefallen. Aber die Wahl hatten sie eben nicht. Dieses Schiff oder keines, so sah es aus. Mit wenig verhohlener Skepsis näherten Aldred und Amun sich dem am Ende der Piers vor Anker liegenden Luftschiff. Niemand machte Anstalten, ihnen den Weg zu verstellen. Unschlüssig blieb der Schmied am Ende der Planke, die auf Deck führte, stehen. Die Donnerjäger schien unbeladen, denn sie lag so hoch, dass man vom Kai aus nicht hinauf sehen konnte.
"Ho!", rief Aldred grüßend hinauf, "Jemand an Bord?"
Es dauerte eine Weile, dann erschien ein Junge an der Bordwand. Er mochte vielleicht fünfzehn oder sechzehn Jahre als sein, ein Deckjunge mit strubbeligem Haar und ungewaschenem Gesicht. Neugierig blickte er hinab, wer diesen Lärm veranstaltete.
Aldred hob grüßend die Hand, zu dem Jungen aufblickend. "Ist der Kapitän an Bord?", verlangte er zu wissen. Der Junge nickte.
"Kannst du ihn holen?", hakte der Schmied nach, den Eindruck gewinnend, es nicht mit dem hellsten Licht am Himmel zu tun zu haben. Wieder ein Nicken. Dann aber, nach einem Herzschlag des Zögerns, wandte der Bengel sich ab und verschwand. Aldred und Amun'Raak warteten am Ende der Planke.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 08 Aug 2013, 00:31

Schlussendlich machte sich Finns lange unterdrückter Hunger doch bemerkbar, als die Suppenschale vor ihm auf dem Tisch stand. Hastig griff er nach dem Löffel und begann, die Suppe in sich hineinzulöffeln. Sie war recht wässrig, aber die Brotkrumen und die wenigen Stückchen Fleisch darin glichen das gut aus, vor allem da sich ein hungriger Mensch nicht gross um Kochkünste scherte. Es dauerte nicht lange, bis er die Hälfte ausgelöffelt hatte, doch dann zwang Finn sich dazu, den Löffel zur Seite zu legen, schliesslich wollte er vor Geralt nicht gierig erscheinen. Vorsichtig hob er den Bierhumpen hoch und nippte darin. Sofort verzog er das Gesicht, stellte das Gefäss wieder auf den Tisch und schob es ein Stück weit von sich weg. Im Gegensatz zu seinem Hunger hatte er seinen Durst schon mit Sahins Schlauch und dem Wasser aus dem Brunnen stillen können, so dass er darauf verzichtete, das Bier zu trinken. Er mochte den Geschmack überhaupt nicht, er hatte sich immer von den Betrunkenen aus den Tavernen in der Letzten Stadt ferngehalten und jetzt wusste er auch, wieso sie so unangenehm rochen. Stattdessen wandte er sich Geralt zu, der ihn auffällig anblickte. Plötzlich fühlte Finn sich schuldig, weil der Waldläufer ohne zu Zögern das Essen für ihn bezahlt hatte. Wahrscheinlich erwartete er jetzt von ihm, dass er ihm etwas zurückgab. Hastig griff er nach seiner Tasche und steckte auf der Suche nach seinem Geldbeutel seinen ganzen Arm hinein.
"Ich... du musst mir das... Zimmer natürlich nicht bezahlen, ich ha... habe noch einige Münzen übrig", stammelte er, während er suchte. "U.. und schliesslich ist es meine... meine Schuld, dass wir fast al... alle in den Gewundenen Untiefen gestorben wären, da ka... kann ich das nicht von dir verlangen..."
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 08 Aug 2013, 20:36

Der Kapitän der Donnerjäger war ein schlanker Mann. Er war hoch gewachsen, der eher etwas drahtigere Typ mit einem markanten, leicht spitz zulaufenden Kinn. Ausserdem schien er noch relativ jung zu sein. Sicherlich kaum älter als dreissig war er und seine eng beieinander stehenden Augen waren dunkel und hatten einen stechenden Blick.
Das schwarze Haar war glatt und vermutlich etwas länger als schulterlang. Man konnte es nicht so gut einschätzen, weil er sie am Hinterkopf zusammengebunden hatte. Einige wenige Strähnen hatten sich aus der Frisur gelöst und hingen lose hinab.
Seine Kleidung wirkte relativ frisch und war bestehend aus einer weiten Hose, einem offenen Hemd und einem offenen leichten Mantel darüber. Dazu noch ein paar Gurte, die eine oder andere Waffe, Schuhe trug er keine, was man gut sehen konnte, als er den beiden Männern gegenüber stand. Er blieb dabei vorerst auf dem Schiff.
Der Junge, der ihn geholt hatte, ging dann wieder.
"Der Kapitän steht vor euch", meinte der Kerl und lächelte leicht.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 09 Aug 2013, 03:17

Geralt widersprach nicht, wartete, bis Finn einige Münzen aus seinem Beutel gekramt und auf den Tisch gelegt hatte. Er nahm sich eine und ließ den Rest liegen. Drei ließ sich nicht besonders gut durch zwei teilen, und er kannte den Wert vieler der Münzen nicht. Da bezahlte er lieber mehr als die Hälfte. Still aß er weiter ohne daran zu denken sich zu bedanken, immerhin war es ganz natürlich, sich die Kosten zu teilen.
Beim dritten Löffel ließ er sich allerdings noch einmal Finns Worte durch den Kopf gehen. Was hatte er da gesagt? Hatte Finn etwa dafür gesorgt, dass sie in den Höhlen gelandet waren? Aber er hatte doch im Portal etwas … anderes gesehen …
"Warum … deine Schuld?"
Geralt blickte zu seinem Gegenüber auf und runzelte beim Nachdenken die Stirn. Hatten nicht die Schwarzen sie verfolgt, waren ihnen knapp auf den Fersen gewesen? War es da nicht eine gute Sache, wenn Finn sie an einen anderen Ort gebracht hatte? Die Macht des jungen Magiers erstaunte Geralt wieder einmal. Zwischen seinen spektakulären Einlagen wirkte er so unscheinbar …
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 09 Aug 2013, 09:21

Nach einiger Zeit verließ Kazeel den Tempel wieder. Er war nicht sehr lange dort drin geblieben, aber in dieser Zeit hatte er etwas erstaunliches erfahren. Unter anderem, daß Yragonas Pläne oft seltsame Wege einzuschlagen schienen. Doch vielleicht kam ihm das auch nur so vor. Immerhin war Yragona eine Göttin - sie hatte den nötigen Überblick, der Kazeel fehlte. Verwirrt schüttelte er den Kopf. Es war jetzt unwichtig. Er mußte Finn finden, und zwar so schnell wie möglich. Diese Sache mußte beendet sein, bevor die Gruppe ihren Weg mit dem Luftschiff fortsetzen würde.
Kazeel spürte ein leises Bedauern darüber, daß er sie nicht würde begleiten konnte, doch vermutlich war es besser so. Er fühlte sich noch nicht dazu bereit, auf ein solch ungeheures Abenteuer zu gehen. Vermutlich waren es die anderen aber auch nicht viel mehr als er. Kazeel hob seinen Stab; es würde vermutlich nicht allzu leicht werden, Finn in dieser großen Stadt zu finden, doch mit seiner Magie würde er es schon schaffen. Der junge Bewahrer rezitierte einen Zauber und dachte dabei intensiv an den jungen Menschen. Er schloß die Augen, und als er sie einen Moment später wieder öffnete, wußte er, wohin er gehen mußte. Der Zauber wies ihm die Richtung zu seinem Ziel - den genauen Weg dorthin würde er jedoch selbst finden müssen. Schnell, um keine Zeit mehr zu verlieren, machte er sich auf den Weg.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 09 Aug 2013, 20:12

Eines musste man dem Kapitän zugute halten: er erweckte einen besseren Eindruck als sein Schiff. In seiner Vorstellung war Aldred von einem alten, windgegerbten, schmerbäuchigen Haudegen mit speckiger Kleidung und schlechten Manieren ausgegangen. Eben einem Mann, der zu dem herunter gekommenen Eindruck der Donnerjäger passte. Der hochgewachsene, junge Mann war insofern eine positive Überraschung.
"Man hat uns mitgeteilt, ihr würdet in den nächsten Tagen in die Wolkenberge auslaufen", ergriff Aldred das Wort, "Wir benötigen Passage für acht Leute in diese Gegend. Könnt ihr uns an Bord nehmen?"

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 09 Aug 2013, 22:24

Daraufhin rieb er sich das Kinn und musterte die beiden noch einmal genau.
Ein Avior. Avior brachten Glück, besonders, wenn es in Gegenden wie diesen heimtückischen Berge ging. Langsam begann der Mann sich eine Zigarette zu drehen, während er die beiden nach wie vor musterte.
"Das ist korrekt. Die Wolkenberge sind unser Ziel ... und acht Personen sind eine Menge. Seid Ihr in der Lage, eine solche Fahrt zu bezahlen?"
Wirklich wohlhabend sahen beide nicht aus.

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Grim
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Fr 09 Aug 2013, 23:13

Bezahlen? Nun, es war wohl unvermeidlich, dass das Gespräch sich früher oder später diesem Thema zuwenden würde. Diesem unangenehmen Thema, das Aldred am liebsten komplett vermieden hätte. Denn selbstverständlich konnten sie nicht bezahlen. Nicht jetzt, in jedem Fall. Was sie noch an Münzen hatten würde kaum ausreichen um die Nacht in der Stadt zu verbringen. Aber das konnten sie dem Kapitän nicht so einfach auf die Nase bin. Sie mussten diese Passage um jeden Fall bekommen! Aldres spürte, wie ihm der Schweiß auf die Stirn trat. Wenn er noch länger zögerte, dann wäre das dem Kapitän zweifellos Antwort genug. Aber einfach zu lügen würde sie nicht weiter bringen. Der Mann konnte die Bezahlung einfach im Voraus verlangen. Sollten sie sich auf die Göttinnen berufen? Auf ihren Auftrag zum Wohle Ruhtas? Ja, es wäre wohl...
"Bin ein Fernauge der Avior, heh!", ergriff jedoch Amun'Raak das Wort ehe der Schmied einen Entschluss fassen konnte, "Hat Gewicht unter den Avior, mein Wort. Werde ein gutes Wort für euch bei den Windsprechern einlegen. Sollt euren Lohn bekommen, heh."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 10 Aug 2013, 07:13

Der Kapitän runzelte die Stirn und schwieg wieder eine Weile. Er schien ein Mann zu sein, der lange nachdachte, bevor er antwortete.
Was könnte so wichtig sein, dass diese Leute von den Avior bezahlt werden sollte? Acht Leute ohne Geld brauchten eine Überfahrt zu den Wolkenbergen.
Er war zwar schon immer ein neugieriger Mensch gewesen, hatte jedoch immer gewusst, wann er seine Neugierde im Zaum halten musste. So beschloss er erst einmal, seine Zigarette mit ein paar gemurmelten Worten und einer kurzen Geste anzuzünden, ehe er sich den Nasenrücken rieb.
"Da unser Ziel ohnehin das Selbe ist, denke ich, wird sich euer Transport organisieren lassen. Allerdings nur, wenn ich, bis ich das Geld habe, einen Pfand erhalte."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 10 Aug 2013, 17:26

"Weil... was, wenn wir keinen Ausweg gefunden hätten? Dann waren wir alle gestorben und es wäre meine Schuld gewesen, weil ich uns nach dort unten gebracht habe", antwortete Finn. "Ich... ich habe gelesen, dass man aus den Gewundenen Untiefen eigentlich nie entkommen kann, wir hatten sehr viel... Glück."
Nach dem er das gesagt hatte, wandte auch er sich wieder seiner Suppe zu und hoffte, dass Geralt nicht näher auf das Thema eingehen würde. Da fiel ihm wieder ein, dass sie den Waldläufer verloren hatten und erst wieder an der ersten Wegkreuzung zu ihnen gestossen war. Aber Finn hatte gelesen, dass man jemanden, den in den dunklen Gängen der Gewundenen Untiefen verloren hatte, nie wieder finden konnte. Andererseits hiess es auch, dass man nie wieder daraus entkommen konnte. 
Inzwischen hatte Finn seine Schüssel fast leer gelöffelt. Alle Fleischstückchen und Brotkrumen hatte er herausgefischt und es befand sich nur noch ein Rest der dünnen Suppe darin. Er legte den Löffel zur Seite, hob das Gefäss mit beiden Händen an den Mund und leerte auch noch diesen Rest. Dann stellte er die Schüssel zur Seite und blickte Geralt an.
"Wie... wie hast du uns eigentlich wiedergefunden? Da unten, mein ich?"
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 10 Aug 2013, 17:37

Mit kaum zu verfehlender Erleichterung nahm Aldred die Antwort des Kapitäns auf. Sie schienen es mit einem unkomplizierten, pragmatischen Mann zu tun zu haben, einem, der nicht Bedenken und Formalitäten den Vorrang gab wo er im Grunde ohnehin nichts verlieren konnte. Und ein Pfand, das sollte das geringste Problem sein.
"Ich bin Schmied. Wenn ihr das wünscht, dann begebe ich mich in euren Gewahrsam bis ihr das Geld erhalten habt", bot Aldred kurzerhand an, "Ich versichere euch, ich kann im Notfall abarbeiten, was ihr für die Passage veranschlagt. Schmiede finden überall Arbeit." Er tat einen Schritt auf den Mann zu, streckte ihm die Hand entgegen. "Was sagt ihr? Sind wir im Geschäft?"

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 11 Aug 2013, 15:11

Er musterte den Mann noch einmal und nickte, ehe er einschlug.
"Gut. Ich denke, damit kann ich leben."
Sein Händedruck war fest. "Wenn ihr schweres Gepäck habt, solltet ihr es so früh wie möglich bringen, damit wir es sicher verstauen können."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 12 Aug 2013, 02:00

"Gefunden … Nicht gefunden. Ich war ganz nahe. Musste nur geradeaus gehen."
Geralt hatte inzwischen auch aufgegessen und saß mit beiden Ellenbogen auf den Tisch aufgestützt da, die Hände um den Bierkrug geschlossen. Er dachte konzentriert nach, was genau da eigentlich passiert war. Da war das Portal gewesen, und dann war er einfach nur noch den Gang entlanggegangen. Da fiel ihm das Zeichen wieder ein, das für ihn geleuchtet hatte, das Mal, das plötzlich auf seiner Haut erschienen war, direkt am linken Ellenbogen. Unauffällig legte Geralt den linken Arm auf den Tisch und schob den Ärmel nach oben. Es war beinahe unsichtbar in der dämmrigen Umgebung, aber ganz leicht sah er die Umrisse der verschlungenen Rune, die sich um seinen Arm wand.
"Ich hatte Hilfe … glaube ich. Komm mit."
Wie plötzlich unbehaglich geworden trank der junge Waldläufer rasch sein Bier aus und stand auf. Rasch ging er die Stiege aus rauchgeschwärztem, knarrendem Holz hinauf, orientierte sich kurz in dem schmalen, fensterlosen Korridor, wählte dann eine der schweren Türen, die noch unverriegelt war, und setzte sich drinnen auf das breite Bett. Die Strohmatratze gab nicht allzu sehr nach, ein willkommenes Zeichen, dass sie halbwegs regelmäßig gestopft wurde.
Als die Tür wieder hinter ihnen verschlossen war herrschte im Zimmer beinahe völlige Dunkelheit; nur durch das kleine Fenster aus dickem Buntglas fiel noch ein wenig Licht.
"Ich glaube … vielleicht hat mir eine Göttin geholfen."
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 12 Aug 2013, 17:33

Gepäck – weder schweres noch leichtes – hatten sie nicht, abgesehen von dem, was ein jeder von ihnen am Leib trug und so in die Gewundenen Tiefen hatte retten können. Unabhängig davon versicherte Aldred dem Kapitän dennoch, dass sie am nächsten Morgen zeitig anwesend sein würden. Es lag schließlich auch in ihrem eigenen Interesse, so rasch wie möglich auslaufen zu können. Sie verabschiedeten sich von dem Kapitän und verließen die Piers.
"Werden jetzt nur zusehen müssen, dass wir die anderen wieder finden...", wandte Aldred sich an Amun'Raak, seine Befürchtungen vom Hinweg wieder hervor rufend und ansprechend, "Beten wir, dass die Göttinnen uns lenken. Diese Stadt ist groß. Sie könnten sich überall verstreut haben. Und wir haben vergessen, einen Treffpunkt mit ihnen auszumachen..."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 12 Aug 2013, 23:55

Mit weit aufgerissenen Augen betrachtete Finn das verschlungene Zeichen das sich um Geralts Ellbogen wand. Er konnte keine Formen darin erkennen, aber er hatte das Gefühl, kurz die Formen von Blättern, Bäumen und Bergen zu erkennen, doch als er sich darauf konzentrierte wollte, waren da nur die verschlungenen Linien. Bevor er nachfragen konnte, was es war, schob Geralt den Ärmel wieder zurück und sagte, er soll ihm folgen. Während sie nach oben gingen, dachte er über das Zeichen nach. Er hatte so etwas noch nie gesehen... ausser bei Nicole!
"Nicole!", rief er seinen Einfall aufgeregt heraus, kaum war die Tür des Zimmers geschlossen, wobei er vollkommen ignorierte, was Geralt sagte. Sofort schlug Finn sich die Hand vor den Mund und sah sich erschrocken um. Doch wahrscheinlich war um diese Zeit sonst niemand mehr auf den Zimmern, also zog er die Hand wieder weg und sprach im Flüsterton weiter. "Es sieht ein wenig aus wie... wie das Zeichen, das Nicole auf der Brust hatte, nach... nachdem sie uns aus dieser Höhle weggebracht hatte. Und... und Nicole war doch die menschliche Gestalt einer Göttin..."
Erstaunt sah Finn Geralt an. Konnte das bedeuten... aber Geralt hatte überhaupt nichts Weibliches an sich! Er war ein Waldläufer, mit den Regeln des Wildnis aufgewachsen und immer etwas anders als normale Menschen... zumindest waren die Jungen in den Wälder in den Abenteuerbüchern, die Finn so sehr mochte, immer so beschrieben worden.
"Geralt...", fragte Finn und trat vorsichtshalber einen Schritt zurück. "Bist du etwa auch die menschliche Gestalt einer Göttin?"
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