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 Himmelsarchen

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BeitragThema: Himmelsarchen   Himmelsarchen EmptyFr 21 März 2014, 23:13

Dies ist eine Geschichte, deren Idee ich hatte, als ich durch die Stadt lief und ein Album (Invincible) von "Two Steps From Hell" auf meinen MP3-Player hörte. Der ein oder andere kennt das vielleicht.
Ich weiß nicht, wie die Idee kan, irgendwann sah ich es plastisch vor meinen Augen, hörte, fühlte, roch...
Naja, im Grunde kommen mir immer so die Ideen, egal ob es beim schreiben, sitzen, langweilen, recherchieren oder dem Erstellen von komplexen Exceltabellen... Die pure Übermacht an Ideen, die habe ist gewaltig. Tatsächlich gehen viele Ideen unter und verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Andere ähneln einen Stück Treibholz, tauchen immer wieder auf und gehen unter, aber jedesmal haben sie sich verändert.
Dann gibt es noch die, die wie ein Sternenfunkeln in der Stadt sind (Blöde Analogie, aber ich hoffe ihr wisst was ich meine):Es ist ein kleines Funkeln, durch richtige Umstände und Eindrücke entsteht ein "Blackout", bei dem ich meine Umwelt komplett ausblende, meistens ist das nur eine Millisekunde, aber dabei entsteht ein Eindruck einer Welt, der mich förmlich überwältigt.
Dies ist bisher fünfmal passiert... und die Geschichte hat sich aus einer dieser Eindrücke entwickelt.

EDIT: Jede Woche ein neuer Abschnitt/Kapitel. Dafür sind die auch laaaaang...

Viel Spaß!
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Ich bin ein Aufsteiger. So nennt man bei uns die Kinder, die bei Geburt das Mal, ein Tattoo in Dreiecksform, bekommen. Dieses befindet sich im Nacken und wird von den königlichen Gesandten gestochen.
Die Aufsteiger werden alle ab dem Alter von 14 Jahren erlaubt, in die Himmelsarchen zu steigen.
Die Himmelsarchen besuchen alle acht Jahre unser Königreich. Es ist zwar klein, aber bevölkerungsreich und gehört zu den militärisch bedeutesamsten der Region.
Dieses Königreich hatte als erstes im weiten Tal Lichtwaffen, deren Materialien es mit den Bergen erhandelt. Und es besaß ebenfalls die größte Luftschiff- und Spionenflotte im weiten Tal.

Besaß.


Angefangen hat es an einem Spätsommertag. Ich und mein Bruder spielten auf den Mittelberg, an dessen Süden Media, unser Königreich, anlag. Der Mittelberg ist ein eher ungewöhnlicher Berg, wurde er doch mit der Höhe immer steiler, bis er in einer Felsnadel endete.
Das weite Tal war an drei Seiten von einer hohen Gebirgskette umgeben, die man am Horizont ausmachen konnte. Im Südwesten öffnet sich das weite Tal zum Meer und eine Landzunge reicht dort weit hinaus.
Der Mittelberg befand sich ziemlich genau in der Mitte des weiten Tals. Ich war 16 und es stand in zwei Jahren der Besuch der Himmelsarchen an. Unser Königreich gehörte zu dem glücklicheren in unserem Tal, nur zwei weitere bekamen Besuch von den Himmelsarchen, und die auch nur alle 16 Jahre.
Weit im Westen und im Osten soll es gar Königreiche geben, die einmal im Jahr Besuch bekamen.
Doch unser Königreich Media wusste schon, was es wirklich mit den Aufsteigern auf sich hatte und wollte sich rächen. Und an diesen Tag unternahmen sie etwas.

Ich und mein Bruder hatten unsere eigene Hütte am Berghang gebaut. Unser eigentliches Zuhause war ein Bauerndorf, aber unsere Familie war recht erfolgreich, sie stand dem Dorf vor.
Und sie konnte es sich leisten zwei Söhne für eine Zeit lang am Berg rumspielen zu lassen. Dies rettete uns das Leben.
Es war Abend und genossen den Sonnenuntergang, als aus den Wolken im Norden auf einmal Luftschiffe in hoher Geschwindigkeit in Richtung Media unterwegs.
"Leichte Aufklärer, schnell. Diese sind mit ungewöhnlichen Waffen ausgestattet... und die Wappen fehlen."
Mein Bruder war ein Militärfanatiker - er will dem Media-Militär beitreten, wenn er alt genug ist. Dies und ich als Aufsteiger - dies waren die Gründe für unsere Freiheiten. Mein Bruder war ein Naturtalent. In Schach kann er jeden schlagen und ein Talentsucher des Militärs hat ihn auch schon rekrutiert.

Die Schiffe verloren wir aus den Augen, als auf einmal die großen Lichtkanonen der Stadt feuerten - in die Richtung, aus der die Aufklärer kamen. Von den Lichtwaffen hörte man nur den Knall der Luft, das Leuchten der Waffe - und die Wirkung am Ziel.
Die Wolken flogen auseinander, Explosionen in den Wolken zeigten, dass sie nicht ins Blinde geschossen haben. Aus den Wolken stieß eine Himmelsarche hervor. Und sie feuerte.
Es knallte. Und die Dörfer und Felder dort unten standen in Flammen. Ich und mein Bruder waren von Horror umhüllt, wir mussten mitansehen, wie unsere Heimat zur Asche brannte.
Es knallte noch einmal. Ein weiter Riss öffnete sich am Boden der Himmelsarche - und Menschen fielen mit den Trümmern in die brennende Erde.
Dann feuerte das Schiff wieder - die Dörfer und Wälder im Osten erleuchteten den Himmel.

Noch ein Knallen von der Stadt - die Triebwerke der Arche glühten und fielen aus, die Arche verlor massiv an Höhe.

Dann ein vierfaches Knallen - die Stadt, ihre Umgebung und der Berghang - alles brannte.

Das Schiff, unfähig sich in der Luft zu halten, brach seitlich nach unten aus und stürzte über uns in den Hang, dabei rutschte er ein gutes Stück hinunter, an uns vorbei in die Tiefe, bis der Hang zu flach wurde. Die dabei hinunterstürzenden Trümmer und Gesteinsbrocken rissen zwar unsere Hütte mit, aber wir starrten noch auf die Zerstörung in unserer Heimat, bewegungslos. Und als hätten die Götter kein Erbarmen mit uns, verschonten sie uns von den Gesteinsbrocken.
Und überließen uns die Grauen zu entdecken, die im Schiff lauerten.

Mit neun Donnerschlägen wurde ein Königreich ausgelöscht.
Mit neun Donnerschlägen wurde eine Arche vom Himmel geholt.

Mit neun Donnerschlägen wurde die Wahrheit enthüllt.
Und neun Donnerschläge markieren den Anfang einer Revolution.


Es dauerte, bis wir uns bewegen konnten, es war tiefe Nacht und die Stadt und die Wälder brannten noch immer. Ich stand auf und sah nach der Arche, die unsere Heimat ausgelöscht hat.
"Gehen wir." Meine ersten Worte seit dem Auftauchen der Arche. Mein Bruder nickte und folgte mir.
Der Abstieg war schwierig, da viele Pfade verschüttet waren und ein großer Teil des Hanges von der Arche mitgerissen wurde.
Nach einer Stunde jedoch waren wir etwas über der Arche und fanden bald eine Tür. Während wir die Tür aufstemmten, haben wir gesehen, dass die meisten Antriebe anscheinend intakt waren.
Innendrin war es beunruhigend ruhig. Kabelführungen in der Decke waren aufgesprengt, Kabel hingen im Raum, teilweise gerissen, und Schutt lag überall.
Es gab kaum Licht, die meisten Lampen waren zerbrochen - und schon die paar, die leuchteten, bedeuteten für uns Luxus.
Nach einer Weile kamen wir in eine Halle, wo sich Geröll angehäuft hat, dort wo der Bauch des Schiffes aufgeschossen wurde. Es war eine ganze Stadt.
Und überall Leichen. Den ehemaligen Bewohnern ist eine Flüssigkeit aus den Ohren geflossen. Jede einzelne sah so aus. Rot leuchtendes Notlicht machte es jedoch schwer, zu bestimmen, ob es Blut war.

Was mir jedoch ins Auge fiel: Keiner dieser wohlgekleideten Toten hatte das Zeichen der Aufsteiger im Nacken. Ich sagte nichts und ging weiter.
"Warum hat der König einen solchen Angriff befohlen?"
Ich war schon zum gehen gewandt, doch blieb ich stehen. Mein Bruder untersuchte noch ein paar andere Leichen.
"Ich weiß es nicht, aber vermutlich haben sie die Arche von den anderen weggelockt."
Er kniete über eine Leiche und untersuchte die Sachen.
"Die Leute hier sind durch den Unterdruck gestorben.
Wenn der König gewusst hätte, dass das Königreich deswegen ausgelöscht würde, hätte er es dann getan?"
Im Falle eines Unterdrucks in einen Raum verstecken. Ich konnte mich noch an die Worte erinnern.
"Hätten die Erhabenen nicht schon nach der ersten Attacke alles gegeben, hätten sie geahnt das die Arche fallen würde? Solche Fragen sind sinnlos. Ein Königreich und eine Arche haben sich gegenseitig ausgelöscht, das ist alles, was ist."
Ich ging zu etwas, das aussah wie ein Laden, alle Fenster waren herausgesprengt und ich ging durch eines rein. Weißes Licht sprang an und ich konnte alles sehen. Alles tote Erhabene im Vorraum. Doch im Hinterraum dann sah ich das Grauen.
"Hey, was ist?" Mit den Worten trat mein Bruder hinter mir. Und sah es.

Angekettete Leichen. Auch sie bluteten aus den Ohren, Doch waren durch den Unterdruck noch Schorfwunden aufgeplatzt und zahlreiche Narben waren zu erkennen. Sie alle hatten kaum mehr als einen Lendenschurz, Selbst die Frauen.
Und alle hatten das Dreieck im Nacken.


Wir fanden danach schnell einige Tote, die wie Wachen aussahen und wir nahmen ihre Waffen. Dann durchquerten wir eine Luftschleuse und suchten den Weg zur Brücke. Auch hier waren überall Leichen. Nur schienen diese durch den Absturz gestorben zu sein. Auch waren hier deutlich weniger Trümmer.
Dann waren wir auf der Brücke. Der Kapitänsstuhl war leer und alle Konsolen flimmerten. Unter einer solchen fanden wir einen Überlebenden.
Wir legten ihn hin und da wachte er auf. Er sah uns an und sagte "ahh..."

"Wir... haben eine Gruppe Angreifer verfolgt, wir wussten nicht zu wem sie gehörten, also... verfolgten wir sie."
Der Mann hatte sich unterhalb des Brustkorbs die Wirbelsäule verletzt und hatte auch einige andere Prellungen und Brüche. Lediglich sein linker Arm schien unversehrt.
"Schon... früh ahnten wir... das Midea dahinterstecken musste, weil nur... dieser König... hat sich gegen uns aufgelehnt. Schließlich hatte er... die Leiche seines Sohnes zurückverlangt..."
Ich und mein Bruder saßen schweigend da. Dieser Mann war im Delirium, er starb und sprach vor sich hin.
"Wir... sind Sklavenhalter... So viele gebrochene Hoffnungen... Doch kaum kamen wir an, da... schlug ein Schlag gegen unsere Arche... Diese Bastarde... haben... so gute...
Wir schießen einen Warnschuss... sie... entlüften die Wohnbereiche... wir schießen... sie auf die Antriebe... wir..."
Gegen Ende wurde er immer leiser, ich verstand ihn kaum. Dann murmelte er vor sich hin, bis seine Atmung anhielt.

Ich und mein Bruder saßen auf der Brücke. Ich wollte weinen, aber es fühlte sich so an, als ob das Feuer über mein Zuhause die Tränen und Gedanken mitgenommen hat, in meinen Kopf sah ich nur, wie der Donner mein Zu Hause auslöscht. Immer und immer wieder. Meinen Bruder ging es genauso: Er saß da, mit einen stumpfen, leeren Blick.
Irgendwann fasste er sich zusammen und stellte eine laute Frage.
"Was nun?"
Darauf fiel mir nur eine Antwort ein.
"Rache."
Da fing ich mich wieder. Meine Gedanken liefen wieder. Ich ging zu den Konsolen und blickte durch. Tatsächlich gehörte zur Grundausbildung unseres Königreiches der Umgang mit Konsolen.
Auch wenn diese etwas anders waren, fand ich mich schnell hinein. So wie es aussah, war es möglich die Arche zu zweit zu fliegen, auch wenn es anstrengend werden würde.


Am Morgengrauen erhob sich die ramponierte Arche und verschwand über die östlichen Berge.


Zuletzt von Warliner am Fr 28 März 2014, 21:49 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Himmelsarchen   Himmelsarchen EmptyFr 28 März 2014, 21:47

Kapitel 2

Wir versteckten uns im großen Dschungel für einige Tage. Schwer zu sagen wie viele, unter den großen Bäumen, wegen denen der Dschungel "groß" genant wir, gab es kein Sonnenlicht.
Stattdessen gab es künstliches Licht, Fluoreszenz. Alles war in grün getaucht. Doch der Ursprung des Waldes ist vielen ein Mysterium und doch ein bekanntes Geheimnis.

Vor vielen Jahren gab es ein Reich, dass die ganze Welt beherrschte. Es war gigantisch und durch den Handel mit anderen Reichen entstand bei denen ein Goldenes Zeitalter.
Das alte Reich war praktisch eine einzige Stadt, die sich über einen halben Kontinent erstreckte. Die schiere Größe machte es mächtig.
Die größten Wissenschaftler der Zeit forschten an den zahlreichen Akademien, eine Neuerung jagte die nächste. Bauwerke von großartiger Schönheit wurden gebaut und die Künste erlebten eine Blüte, die ihresgleichen sucht.
Magier, oder Elementbeeinflusser, wie sie sich eigentlich nannten, schufen magische Kreaturen, die in ihrer Komplexität und auch Einzigartigkeit dieses Reich noch bunter machten.
Kurzum: Es war ein wunderbares Reich, alle liebten es. Oder taten so als ob. Tatsächlich waren nahezu alle anderen Königreiche, Republiken und Staaten substantiell abhängig.
Vor 800 Jahren dann öffneten sie Parks, sie rissen Viertel ihres gigantischen Stadtstaates ein und pflanzten Setzlinge ein, die schon bald so hoch waren wie die meisten Gebäude dort. Die heutigen großen Bäume.
Viele begrüßten dies, verbesserte dies doch massiv die Luftqualität der Stadt.
Doch schon bald fiel auf, was das Reich zu vertuschen versuchte: Menschen verschwanden. Erst wenige, bei denen die Richter einige ausgeschlachtete Leichen fanden und die keine Spuren auf einen möglichen Täter führten. Dann viele, bis ganze Viertel leer waren und als Leichenhallen dienten.
Diese Schreckensnachrichten erreichten die nahen Königreiche und diese sendeten ausgebildete Richter und auch Armeen zur Unterstützung, als die Nachrichten sogar Hilfsbitten enthielten.
Doch kurz nachdem diese Armeen ausgesandt wurden, kehrten diese meisten wieder zurück, als sie die äußeren Bezirke leer vorfanden. Nur wenige Truppen gingen weiter.
Diese stießen auf viel Zerstörung, Spuren von Straßenschlachten und Flussbetten voll mit verkrustetem Blut. Aber keine einzige Leiche.
Je näher sie den inneren Bezirken kamen, umso größer wurden die Zerstörungen. Ganze Viertel sahen wie von einem Erdbeben zerstört aus, es gab sogar einige große Brände, die sich durch die verlassene Stadt brannten.
Als sie jedoch den inneren Bezirken immer näher kamen, erkannten sie, das dort eine Gebirgsformation stand, eine, die es nicht geben sollte. Kurz vor den Bergen schließlich sahen sie dass hier die Feuer gestartet sind: auf etlichen Kilometern stand kein Stein auf dem anderen und dort, wo die Palaststadt beginnen sollte, erhoben sich verbrannte Berge.
Die Berge ketten sich wie eine Perlenkette in einen perfekten Kreis um einen Berg in einem schwarzen Tal, der sich dort befand, wo der zentrale Palast stehen sollte. Ein Berg, der flach anstieg und schließlich in einer Spitze endete. Die Entdecker nannten ihn Mittelberg.

Danach tauchten die Himmelsarchen auf. Die Nachricht vom Ende der Existenz des großen Reiches hatte überall schwere Wirtschaftskrisen verursacht, sogar Bürgerkriege brachen aus. Sie kamen, kauften und handelten. Und nahmen jedes Mal einige junge Menschen mit, vor allem solche mit einem Talent zu Elementbeeinflussung. Dies sorgte für eine stabile Situation in den meisten Königreichen. Und Elementbeeinflussung wurde von den meisten Königreichen als illegal eingestuft, auf Anliegen der Erhabenen der Archen selbstverständlich.
Vielen erschienen sie als Götter, die zur Hilfe kamen und nun, 800 Jahre nach dem Untergang des großen Reiches, ihre Aufgabe als erledigt betrachten würden.

Das weite Tal wurde vor 750 Jahren besiedelt, als einige Königreiche aufgrund der überraschenden Expansion des großen Dschungels ihre eigentlichen Gebiete aufgeben mussten und langfristige Umsiedlungen in das Tal veranlassten.
Heute nimmt der Dschungel mit seinen gigantischen Bäumen ganze Dreiviertel des Kontinents ein. Sieben Königreiche sind in das weite Tal gewandert, Zehn weitere sahen keine andere Möglichkeit, als ihre Souveränität aufzugeben und sich in die nördlichen Königreiche einzugliedern.
Somit war der Kontinent in drei Teile aufgeteilt: Der kalte Norden, das weite Tal und der große Dschungel.
Die Bauwerke des alten Reiches existieren immer noch, einige ragen sogar weit über Blätterdächer des Dschungels hinaus und trotzen seit 800 Jahren dem Wetter.


Wir haben die Arche auf einer geraden Anhebung gelandet, vermutlich war dies früher ein Marktplatz. Über eine Lichtung sind wir unter die Bäume gekommen.
Nun, am ersten Abend nach der Archenkaperung, saßen wir auf der Arche und betrachteten die wenigen nahe der Berge verbliebenen Ruinen.
"Wir sind die Erben Medias."
Ich sah meinen Bruder von der Seite an.
"Was willst du damit sagen?"
Er lachte. Zum ersten Mal diesen Tag.
"Wir sind die höchsten Staatsmänner unseres Königreiches, wir vertreten die Interessen unserer Einwohner."
"Sind ja nicht mehr viele."
Wir schwiegen und sahen den Kreaturen des Dschungels zu, wie sie sich gegenseitig gebarten und um Weibschen kämpften.
"Was haben sich der Adel und der König gedacht, als sie die Arche angriffen?"
Ich überlegte.
"Das... hat, denke ich, mit dem Tod seines Sohnes zu tun."
Er nickte.
"Es ist merkwürdig. Die Beerdigungszeremonie fand ohne die Erhabenen statt, obwohl sie eine außerordentliche Landung machten. Und die Gerüchte..."
"Letztes Jahr war der reguläre Besuch, und sie haben mich nicht eingeladen. Und ich hatte mich so gefreut..."
"Ich glaube, das war schon seit der Beerdigung in der Planung. Es würde alles passen, die Militäraufstockungen, die Handlungen der anderen Königreiche...
I-...
I-Ich wüsste nicht, was ich tun sollte, wärst du letztes Jahr auf die Arche gegangen."
Ich starrte auf die Kreaturen, die eine Art Riesenaffen mit vier Armen war.
Der eine, braun, muskelbepackt und einen Schlägel, der Menschen erschlagen könnte, warf sich einen Schwarzen unter, der ihn in allen Punkten übertraf. Nur um ihn dann, als der Schwarze dann den Rücken umdrehte, mit einer schweren Steinplatte den Schädel einschlug. Immer und immer wieder, bis es rotes Blut und weiße Gehirnmasse spritze.
Dass die Viecher etwa zehn Meter groß waren, die Steinplatte mindestens eine Tonne wiegen musste und diese Affen sich nicht von der Arche beeindrucken ließen und so nah waren, dass wir den metallischen Geruch des Blutes riechen konnten, machte die Situation surreal.
"Der Schlauere gewinnt."
"Aber er wird selten beliebt sein, wenn er nicht in der Lage ist, die anderen zu überzeugen."
Der Affe verkroch sich und man hörte deutlich die Vergnügungsgeräusche.
"Unsere Heimat existiert nicht mehr, keiner weiß, dass wir leben. Ganz zu schweigen davon, dass niemand mehr lebt, den wir kennen."
Wir schwiegen eine ganze Weile. Sahen uns das leuchtende Blätterdach an. Faulenzten.
Wie wir es immer auf dem Berg getan haben.
Ich musste dabei an die klaren Nächte denken, wenn das grüne Leuchten des Dschungels über die Berge strahlte.
"Wir werden Könige."
Mein Bruder schreckte aus den Gedanken auf.
"Was?"
"Wir werden Könige. Wir sind die letzten des Geschlechts Medias, die einzigen Überlebenden."
"Hah! Ich bin Month und du bist Inpu. Zusammen..."
Mein Bruder lachte laut, aber ich vervollständigte den Satz.
"...zusammen mit Ammit holen, führen und richten wir die Sünder." Ich näherte mich seinem Gesicht, sein Lächeln erstarb. "Die, die lügen, die uns betrügen und schaden wollen, werden von Ammit verschlungen."
"Du meinst es ernst. Also ich Month, du Inpu, aber wer Ammit?"
Mit dem Zeigefinger zeigte ich nach unten. Er brauchte einen Moment, um zu verstehen, aber dann lächelte er.

Ich genoss das Licht des Waldes und betrachtete die Ruinen. Viel war nicht übrig: Einige schiefe Gebäude, einige Hügel, die mal Schutt waren und Erde, die zu fest ist, als dass dort was wachsen kann.
Die innere Dschungelvegetation musste gigantisch sein, denn hier konnten bequem zwei Archen übereinander durchfliegen. Aber nahe den Bergen war die Erde noch zu hart.
Ich ging hinein.

Die darauffolgende Zeit räumten wir den Militärteil. Ich räumte Leichen und Schutt weg und Month versuchte die Konsolen zum Laufen zu bringen. Den Zivilbereich rührte ich erstmal nicht an. Zu viele Leichen, zu viele Schäden, zu viel Gefahr.
Ich fand ein Hangar mit etlichen Fliegern, die durch den Absturz Schäden aufwiesen, aber anscheinend war nichts zu kaputt. Ich fand es sogar Klasse.
Dann fand ich die Lichtkanonen: Klein, gelenkig, konnten in der Luft fast jedes Bodenziel treffen und stark.
Da musste ich wieder an meine Heimat denken. Ich setzte mich an eine dieser Kanonen und weinte still vor mich hin.

Die Tage vergingen ohne dass wir was merkten. Wir schlafen, wenn wir müde und essen, wenn wir hungrig sind. So schliefen wir siebenmal, hatten inzwischen das Schiff einigermaßen benutzbar gemacht und gönnten gerade eine Pause, als im Kontrollraum ein Lautsprecher losquäkte.
"ZZZ... -ier die Zyklonstürmer, wir... ZZZ... -deerlaubnis, zur Untersuchung außerordentlicher Ereignisse."
Month drehte ein wenig an ein paar Knöpfen und die Störungen verschwanden.
"Zyklonreiter, hier Geodin. Außerordentliche Landeerlaubnis erlassen. Die Bestätigung und eine Anfrage des zuständigen Ministers liegen mir vor. Soll ich die Anfrage vorlesen?"
Geodin war eines der bedeutenderen Königreiche im weitem Tal. Dort sollte regulär in drei Jahren die nächste Arche landen.
"Geodin, hier Zyklonstürmer. Gerne"
"Zyklonstürmer, die Anfrage lautet 'Finden sie die Himmelsarche, die grundlos Media niederbrannte.'"
Dann herrschte Funkstille. Und ich musste lachen.
"Perfekt."
"Wie 'Perfekt'?"
"Die Königreiche wissen genau, das die Arche nur auf einen Angriff reagiert hat. Und wollen uns wissen lassen, dass dem so ist. Und das sie die Erhabenen in die Irre führen werden."
"Wieso sollten die wissen, dass keine Erhabenen an Bord sind?"
"Diese hätten noch vermutlich die anderen Wälder und den gesamten Mittelberg in Brand gesetzt."
Month sah mich nachdenklich an. "Stimmt, die waren nicht gerade zimperlich, als sie angegriffen wurden."
Ich nickte.
"Wenn die Arche weg ist, werden die uns anfunken."


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Eins vorweg: ich habe mir verdammt viele Gedanken gemacht.
Siehe die Namen. Month heißt nicht Monat. Es ist tatsächlich der Name einer Gottheit, einer altägyptischen.

Month ist der Gott des Krieges und der Waffen und hat einen Falkenkopf. Falkenkopf? Da klingelts doch, ne? Sonnengott Ra (oder auch Re) und Horus, Sohn des Osiris, hatten doch auch einen. Stimmt - Ra und Month waren sogar eine Zeit lang der selbe Gott (Month-Re).

Angebissen? Hier sind die anderen beiden:

Inpu ist ein anderer Name für Anubis, den Schakalköpfigen Gott, als dieser noch ein Kronprinz war. Als Osiris zerstückelt wurde (eine Familienfehde, kennt man in jeder Mytologie) sammelte Inpu die Stücke seines Leibes zusammen mit Isis und führte die Mumifizierung Osiris ein. Dadurch schaffte er es Osiris wiederzubeleben. Dann wurde Osiris zum Gott des Totenreiches.
Seitdem hat er die liebevolle Aufgabe zur Befolgung der Totenriten. Und hat zudem hübsche Nebenjobs wie Leiten der Wägung des Herzens beim Totengerichts, zusammen mit dem Gott Thot. Dazu mehr bei Ammit.

Ammit. Krokodilskopf, Vorderteil eines Löwen und Hinterteil eines Nilpferdes. Einer meiner Lieblinge der ägytischen Mythologie. Wird auch als "Gefährtin Osiris" beschrieben. Wenn ein Toter als Seele irgendwann den Weg zum Toten- oder Jenseitsgericht gefunden hat, musste er ein Bekenntnis vor jeden der 42 Richter ablegen. Vor jeden, Inklusive Monolg, was er nicht getan hat. Dann wurde sein Herz gewogen, gegen die Feder des Maat (Tochter des Re, wurde mit einer Feder als Kopfschmuck gezeichnet). Bestand der Tote die Probe des "Negativen Schuldbekenntnisses" nicht (also Verneinung der Taten), wurde das Herz von Ammit gefressen - und die Seele war dazu verdammt ziellos herumzuirren, ohne Chance in das Totenreich zu gelangen.

Eine Totenfresserin, ein Gott, der den Weg der Toten bewacht und ein Kriegsgott... hätte ich nicht schon von Vornherein etwas über die Mythologie Altägytens gewusst, wär das oben nicht möglich gewesen. Jeden dieser Götter habe ich schon im Vornherein gekannt (Freaky!).
Tja... warum der Dschungel... Ich wollte alte Ruinen, Biolumineszenz im großen Stil und große Bäume... Merkwürdige Kreaturen sind der Bonus - und ich habe eine hübsche Hintergrundgeschichte zum weiten Tal. Und verdammt viel Wald. Ich meine, wenn die schon Riesengorillas mit vier Armen erschaffen können, können die doch auch Bäume erschaffen, die schneller wachsen, als man Juhu sagen kann.

Ich hoffe euch gefällt es und bis nächste Woche. Bis dann.
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BeitragThema: Re: Himmelsarchen   Himmelsarchen EmptyFr 04 Apr 2014, 22:52

Irgendwann, 17 weitere Schlafenszeiten später, kam eine Meldung durch den Funk.
"An die Blitzreiter: Sie sind nach Geodin eingeladen. Die Zyklonstürmer ist abgezogen und der Hafen somit frei."
Bis dahin haben wir weiter aufgeräumt und ich bin auf dem Energiekern gestoßen. Was ich dort gesehen habe... Nein. Hier ist kein Platz dafür.
Ich verdrang, was ich gesehen habe, aber der Anblick verfolgte mich in meinen Träumen.

Wir saßen wieder auf der Brücke, spielten ein Kartenspiel, dass wir gefunden haben. Wir sahen uns an.
Month hatte deutliche Zweifel im Gesicht.
"Können wir denen trauen?"
"Ich denke nicht hundertprozentig. Wenn sie uns mit Gewalt begegnen, können wir noch immer eine Kanone aktivieren und die Stadt in Brand setzen.
Aber wir haben keine Wahl. Die Arche muss repariert werden. Wie sollen wir den dem Namen Ammit Ehre machen, wenn die Arche schon beim einfachen Flug höchste Konzentration abverlangt?"
Mir gefiel es genauso wenig wie Month, aber wir hatten uns auf dieses Spiel eingelassen, als wir die Arche betreten haben.
Bald hob sich die Arche von dem alten Platz und schwebte über dem Boden durch den Dschungel, bis sie eine Lichtung fand, die groß genug war und sich aus der Sichtweite der Dschungelkreaturen entfernte.
Darauf hin stimmten die Kreaturen ihren üblichen Gesang an, den die Arche unterbrochen hat.


Die Antriebe ächzten, als wir aufstiegen. Wir befürchteten, dass sie mitten in der Luft zerbrach. Doch schließlich erreichten wir die Gipfel der Steilberge und flogen über sie in das weite Tal.
Wie schön doch die Aussicht war. Am fernen Horizont erhob sich die andere Seite des Gebirges und war kaum vom Blau des Himmels zu unterscheiden. Die Ebene wurde von dem Mittelberg beherrscht, der schwarz und steil über das Tal ragt.
Fast direkt unter uns lag die Stadt Geodin. Anzumerken ist, dass alle sieben Königreiche des weiten Tals recht klein sind. Keines zählte über 15.000 Einwohner. Die größten sind die Zwei am Meer liegenden Königreiche, wo jedoch der Adel durch Patrizier und Gilden ersetzt wurde. Die Häfen waren groß, bildeten einen wichtigen Knotenpunkt auf der Route zu Gheledo, dem südlichen Kontinent und Norask, wie die Königreiche im kalten Norden allgemein genannt werden. Auch auf der West-Ost-Route gab es viele Handelsreisende, diesen jedoch war es mehr ein angenehmer Zwischenstop als notwendiger Zwischenhalt.
Zählte man die nicht-dauerhaften Einwohner und die Illegalen mit, zählten diese beiden Königreiche, Illun und Khodara, etwa 40.000 Einwohner.
Media hatte 7000 Einwohner. Es herrschte der König mit einer bürgerlichen Oberschicht. Die Bedeutung unserer alten Heimat lag in der Landhandelsroute, die zu den drei Bergstaaten, Geodin, Rhogad und Terron, führt.
Diese zählten jeweils etwa 10.000 Einwohner. Bergarbeiter hauptsächlich. Hier jedoch herrschte das Volk. Zwei, Rhogad und Terron, waren vollständige Republiken, deren Königshäuser als Gesicht des Staates arbeiteten.
Geodin jedoch war eine parlamentarische Monarchie. Ein Staat, wo der König die meisten Rechte abgetreten hat. Ursprünglich wollte der König wie in den anderen Bergstaaten die Macht komplett abgeben, aber das Volk stimmte in einer Versammlung ab, dass der König die Armee befehligen soll. Eine Geste, war doch im weiten Tal keineswegs mit marodierenden Banden zu rechnen.
Mag sein, dass das Volk an einer romantischen Vorstellung hängt (der König hob die Hand und die Armee setzte sich in Bewegung... oder so) oder das Militär in einer festen Hand, die nicht alle paar Jahre wechselte, wissen wollte.

Dann gab es Fanaris.
Als vor 750 Jahren die Königreiche (damals noch alle richtige Königreiche, deshalb nennt man sie heute noch so) ihren Exilmarsch antraten, versuchten die Adligen vorne im Zug zu sein, um so wenig Staub wie möglich abzubekommen. Zwar zogen sie alle zur gleichen Zeit, aber jedes Königreich über eine andere Straße zum weiten Tal, wo ein Tunnel von rhogadischen Pionieren in 40 Jahren erbaut wurde. Und überall ritt der Adel an der Spitze des Zuges.
Es ist nicht überliefert, was passierte, aber anscheinend wurde der Zug von Media von wilden Kreaturen angegriffen. Viele Adlige starben, die Überlebenden von ihnen flohen in den Dschungel. Die anderen, Bauern, Arbeiter, Geschäftsleute, blieben beim Zug. Auch sie hatten die Kreaturen gesehen, aber sie spürten, das sie im Zug sicher waren. Dieses Band der Verbundenheit hat bis heute Media durchzogen.
Auch bei den anderen Königreichen gab es ähnliche Vorfälle, wo die Adelskaste ausgelöscht wurde. Im rhogadischen Zug wurde der Adel ausgelöscht, weil sie riesige Feuer entzündet hatten.
Man hörte sie bis Mitternacht feiern, dann Krachen und Schreie und dann...
Am nächsten Morgen keine Spur von den Adelsleuten, bis auf ein paar Holztrümmer und Stoffreste.
Übrigens bewacht Rhogad noch heute den versiegelten Tunnel zum Dschungel.

Fanaris war ein stolzes Königreich gewesen zählte über 50.000 Einwohner und besaß große Reichtümer. Sie waren die ersten die in dem Exil zogen - und als letzte ankamen. Als sie von den rhogadischen Tunnelpionieren gesichtet wurden, waren es nur 4500 Menschen und viele davon verletzt.
Sie, die losgezogen sind mit ganzen Kilometern an Wagen voll mit Nahrung, Saat und Schätzen, Die, die eine Armee besaßen, das die anderen sechs Königreiche überwerfen würde, diese Menschen kamen mit weniger als einen Zehntel ihrer ursprünglichen Größe, keine einzigen Wagen und nur mit dem, was sie am Leib trugen, im weiten Tal an.
Es wurde zum Symbol, welche Gefahren im Dschungel lauerten, der noch so jung war. Deshalb versiegelten dann die rhogadischen Pioniere und Ingeneure den Tunnel im Norden mit einem gigantischen Tor.
Das neue Fanaris zog sich im Westen des Tales zurück und bildeten einen sonderbaren Kreis. Geradezu fanatisch bauten sie ihren Staat neu auf. Innerhalb von 5 Jahren hatten sie ihre größten Siedlungen fertig und verbaten allen Anderen den Zutritt. Selbst die Archen machten ein Bogen um das Gebiet.
Kurz darauf leuchteten ihre Städte in der dunklen Nacht und waren im ganzen Tal zu sehen.
Einmal die Woche machten sie dies, seit 745 Jahren und jedes Mal, als ich es sah, dachte ich mir, es wäre ein Schrei: 'Wir sind hier, wir haben überlebt. Wir haben dem Schicksal getrotzt.'

Als wir über die Berge kamen, sahen wir dies und all die Geschichten zu den Entwicklungen unserer sieben Königreiche fielen mir ein.
So war ich in Gedanken versunken, während wir uns der Geodinischen Landestelle näherten.


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Diesmal etwas kürzer - Nur 2 Word-Seiten! (Die beiden vorherigen sind jeweils 4 Seiten lang)

Jaa... falls ihr die Zahlen irgenwie krumm findet und sie nicht passen... meldet euch.
Bisher noch nicht viel Steampunk... einige Ansätze, aber ich habe bisher nicht viel in dem Thema geschrieben. Während ich mich in Fantasy und SciFI sofort einklinke, muss ich mich bei Steampunk in jede Geschichte einarbeiten.
Ich hoffe ihr genießt es und wünsch euch ein schönes Wochenende.
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BeitragThema: Re: Himmelsarchen   Himmelsarchen EmptySa 12 Apr 2014, 02:44

Ich hatte in den Räumen, die Ich und Month aufgeräumt haben, einigermaßen gute Kleidung gefunden. Ich riss die Abzeichen und andere Aufsticker ab und zog es an.
Es war ein einfaches weißes, aber gut gewebtes und festes Leinenhemd, eine Hose aus fester Baumwolle dunkelblau wie das tiefe Meer und weiße Lederschuhe. Dazu noch eine weiße Jacke, dessen Stoff wie Filz aussah, sich aber wie Leder anfühlte. Zum Glück war dies alles in meiner Größe.
Dies war nur ein Provisorium, mir schwebte schon etwas anderes vor, etwas bedrohlicheres als neutrales Weiß. Aber die Jacke gefiel mir, ich habe  das Abzeichen auf der linken Seite der vorsichtig genug entfernt, sodass kaum eine Spur von den Nahtlöchern zu sehen war.

Die Landung war das schwerste am Flug: Ohne Autopilot, nur Zugriff auf zwei Drittel der Antriebe und zwei Mann, Jungen, dieses riesige Chaos zu steuern, sowie eine Landefassung, die kaum einen Zentimeter Spielraum gibt...
Vermutlich hörte man es in der ganzen Stadt.
Als wir schließlich gelandet waren, fielen die  Konsolen ganz aus. Tja, wäre das im Dschungel passiert, hätten wir festgesessen.
Auch das Tor zur Steinbrücke mussten wir erst manipulieren, die gesamte Mechanik der Arche war beschädigt oder unversorgt.
Dann schnitt Month schließlich die Hydraulikkabel durch und das Tor öffnete sich nach außen. Mit einem lauten Knall landete es, nicht perfekt, in der vorgesehenen Bodendelle.
Uns erwartete der König.



"Also, was habt ihr vor? Ich meine, ihr seid noch nicht volljährig."
Er war zwar König, aber er kann einem schon gewaltig auf die Nerven gehen. Er hatte die ganze Zeit nur Fragen gestellt, während Ich und mein Bruder auf Klappstühlen ihm gegenübersaßen. Wir waren auf der Steinbrücke und Leute mit Atemmasken trugen Leinensäcke mit Wachsüberzug hin- und her. Leicht und leer in die Arche rein, schwer und zugeschnürt raus.
Es sind lediglich ganze 13 Tage im Dschungel gewesen. Vorletzte Nacht sind die Richter der Erhabenen abgezogen, ohne eine Spur gefunden zu haben. Sie hatten nur ein zerstörtes Königreich, eine verschwundene Arche, eine vermutliche Absturzstelle und keiner im Tal hatte etwas gesehen. Sie sind herumgereist und haben alle Königreiche im weitem Tal besucht, außer Fanaris.
Keiner wusste warum, aber alle Boten der Erhabenen wurden in Fanaris nahezu sofort gelyncht. Bisher gab es keine Erklärung warum, aber ich musste daran denken, was ihnen vor 750 Jahren passiert ist. Außer reich und bevölkerungsreich war es damals zudem äußerst bewandert in Elementarbeeinflussung und ein Großteil der Bevölkerung wurde als fähig zur Elementarbeeinflussung gezählt.
"Wissen sie, König Herog, warum die Königreiche des weitem Tals in den letzten 750 Jahren nur schwach gewachsen sind und wir und seitdem nur fast verdoppelt haben?" Ich wartete die Antwort nicht ab, "Die Reise hierher habe die Leute verbunden. Diese starke Verbindung hat alle Monarchien fast komplett beendet, das Volk herrscht.
Doch in all diesen Jahren hat sich diese Verbundenheit kaum gelöst. Schließlich sind all unsere Vorfahren durch das versiegelte Tor gegangen. Und nun wurde ein ganzes Königreich vernichtet, bis auf zwei Bauernjungen.
Und ihr, ihr ernennt uns zu den offiziellen Trägern des Geschlechts Medias. Ohne mit der Wimper zu zucken. Wir haben beschlossen, die Arche als Reparation für die Schäden an Media zu nehmen.
Sie trägt nun dem Namen Ammit."
Die Sonne verschwand im Westen und Fackeln wurden aufgestellt. Noch immer wurden weitere volle Säcke durch die Gegend getragen.
"Politisch richtig gesagt: Die Reparation bringt die Toten nicht zurück. Ehrlich: Wir werden jeden Erhabenen richten, danach, ob er zu uns die Wahrheit sagt oder nicht. Wir werden die Archenfäller sein."
Ich stand auf und ging zum König. Ich stand vor ihm und reichte meine rechte Hand.
"Doch dazu brauchen wir die Hilfe des weiten Tals. Unabkömmlich."
Ich wartete auf eine Antwort, als die Trompeten bei dem Stadttor losgingen. Jemand verlange nachts Eintritt.

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Soo... Jetzt erst Samstag eine Fortsetzung. Mein Vater hatte Geburtstag (49 Jahre jung[ ja ich bin 21, meine Eltern wollten es früh hinter sich haben]) und... vorsichtig gesagt: Mein Alk-Pegel ist über Normal-Null und alles beginnt so langsam zu drehen.
Eigentlich trinke ich nicht so viel, aber die Gesellschaft war gut und... naja ich liebe Cola-Rum. Oder Rum pur. Oder... jedenfalls hochprozentig.
Ich... ähh... ich habe vergessen, was ich noch schreiben wollte, aber sei’s drum. Dies ist alles heute etwas "kürzer", ist alles... mit abschweifenden Gedanken geschrieben.

Viel Spaß und bis nächste Woche.
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BeitragThema: Re: Himmelsarchen   Himmelsarchen EmptySa 19 Apr 2014, 00:25

Es war überraschend:

Eine fanarische Eskorte war den Weg vom isolierten Königreich hier hergekommen. Sie wussten genau, wann sie kommen mussten.
Wir waren beim Empfang anwesend. In dem Audienzraum (richtige Schlösser gab es keins, Geodin hatte für den König ein großes Anwesen errichtet, wo zudem die Tagungen des Volksparlaments gehalten werden) empfingen wir die Fanarianer. Sie trugen schwere, dunkle Farbe im Gesicht, zwar unterschiedliche Farben, aber alle sehr dunkel.
Der Anführer, dunkelblau und schwarz-grau war sein Gesicht angemalt, trat hervor. Wie seine Mitreisenden trug er ein langes Gewand, dass von den breiten Schulterpolstern herunterfiel und bis auf die Hände verbarg. Und diese war bei allen in Handschuhen. Das Muster dieser Gewänder entsprach denen auf ihren Gesichtern.
Ich und Month standen seitlich bei ein paar Ministern, die kurzfristig geweckt worden sind. Sie waren zu müde, um sich für zwei Jungen zu interessieren, die bei einem wichtigen Empfang zugegen waren.

Der Anführer deutete eine Verbeugung an, seine fünf Begleiter machten eine vollständige Verbeugung. "König von Geodin. Wir sind Gesandte von Fanaris, dem Isolierten Königreich des Prophetismus."
Das waren Neuigkeiten und selbst die Wachen im Raum lauschten genau den Worten dieses Mannes.
"Wir sind gereist, um dem Überlebenden des Königreiches Media unsere Unterstützung anzubieten."
So stand er da, leicht vorgebeugt und wartetet auf eine Antwort.

Der König lehnte sich vor.
"Nun den... Inpu, Month. Tretet vor."
Die Gesandten zuckten bei den Namen zusammen. Die Minister sahen uns ungläubig an. Dann traten ich und mein Bruder vor.  Der Anführer in Blau-Grau wechselte seine Position, sodass er zur Linken des Königs stand und wir beide zu seiner Rechten.
Der Blau-Graue verbeugte sich vor uns, deutlich tiefer als vor dem König.
"Seid gegrüßt, junge Herrschaften. Ich sehe mit bloßem Auge, das ihr wahrlich eine schwere Last tragt." Er erhob seinen Kopf und sah mir direkt in die Augen. Als unsere Blicke trafen, fing mein Herz an zu pochen.
"Besonders ihr, 'Inpu'. Befreit euch doch von dieser Bürde, berichtet uns allen, was ihr gesehen habt."
Ich stand da und wusste nicht was zu sagen. Ich meine, dass die Fanarianer von Mysterien umgeben waren, war klar.
Aber dieser Mann hatte etwas, das ich nicht greifen konnte. Also fing an zu reden.


Als ich den Hangar erkundet hatte, bin ich tiefer gegangen, dabei stieß ich auf Lager und Quartiere, doch dann kam ich zu einen Hochsicherheitsbereich. Durch Strommangel und Schäden waren alle Sicherheitsvorkehrungen inaktiv. Im Inneren waren Kontrollräume und überall Tote. Irgendwas musste auch gebrannt haben, die Luft roch nach verbranntem Fleisch und anderen Stoffen.
Schließlich fand ich eine große Tür, die nur schwer zu öffnen war. Diese führt zum Energiekern des Schiffes. Nach kurzer Zeit öffnete sich das Tor ein Stück und ich kam rein.

Innen drin schwebte eine große rote Kugel, dessen Inneren mit sich bewegenden Schatten gefüllt schien. Umgeben war es mit verschiedenen Stahlringen, die eine Art rote Aura ableiteten. Und es schrie. Tausend Stimmen drangen in meinen Kopf als ich reinkam, fast unterbewusst bekam ich nur noch mit, was sich abspielte.
In einen weiten Kreis standen vier Stahlkäfige, mannshoch und in drei von ihnen war eine Sklavenleiche. Der Schatten sprang aus der Kugel und gleichzeitig wurde das Schreien in meinen Kopf noch lauter. Ich wand mich vor Schmerzen am Boden. Der Schatten griff nach einer der Käfige und zog sie mit einen Ruck durch die geschlossene Käfigtür.
Blut spritze und die Leichenteile wurden mit einem Schlurpen von der Kugel aufgesaugt. Da wurde mir klar, das die Farbe des Raumes nicht nur vom Licht der Kugel rot war.
Das Schreien verstummte zu einem Flüstern. Ich setzte mich auf und sah den Energiekern an. Ohne Schatten sah er aus wie ein gigantischer von innen leuchtender Rubin. Der Schatten selbst schlängelte sich aus dem oberen Pol der Kugel.
Ich kroch langsam zurück, als der Schatten mich bemerkte. Binnen Sekunden war sein Gesicht nur Millimeter von meins entfernt. Im Gleichen Moment spürte ich die schwere Tür im Rücken.
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BeitragThema: Re: Himmelsarchen   Himmelsarchen EmptySa 03 Mai 2014, 13:06

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Ohayō.

Wieder mal nach langer Zeit ein Lebenszeichen von mir an das Forum. (Mein Browser ist schon gar nicht mehr hier eingeloggt, solange war ich weg Shocked )
Ich habe einiges zu tun, daher heute nur ein kurzer Post.

Der Umzug auf dem anderen PC steht endlich kurz bevor, gekauft isser schon. Muss nur noch kommen.

Klausuren erfolgreich bewältigt... und es werden noch mehr kommen.  Rolling Eyes 

Meine Großmutter ist bald auch aus dem Krankenhaus raus und auch sonst läuft alles irgendwie gut.

Die Phase hat mir auch geholfen, ich sprudele wieder nur so Ideen raus (ohne das ich es merkte, hatte ich ein 'kleines' Ideenproblem).
Ich habe zudem einige andere Stories von mir angesehen und gedacht: Hey, die kann ich doch auch fortsetzen.
Wobei die jetzige Zahl an Stories, die ich allein schreibe, 14 Stück zählt... dabei noch zwei Projekte mit zwei Freunden, die wir einfachso fortschreiben...

Wenn ihr interessiert seid, zwei davon sind One Stories und Himmelsarchen.
Die Namen der Projekte findet ihr in der Signatur... Bei Interesse einfach melden.

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"Ich habe dieses Leid satt. 800 Jahre immer dieselben überheblichen Gesichter, deren Schicksale sind so klein... Aber du... dein Schicksal ist anders. Ich rieche Feuer, ein starkes Feuer, das die Welt verändern soll.
Diese geschundenen Körper kann ich nicht mehr ertragen."
Ich saß da und zitterte vor Angst, während dieser Schatten kichern zu schien, während er sprach.
"W-... was willst du?"
"Junger Mann, weißt du, das das Zeichen in deinen Nacken ein Beweis dafür ist, das du ein Elementbeeinflusser bist?"
"ich... bin was?"
"Ein Elementbeeinflusser. Ein vorbestimmter König des großen Palastes sogar." Der Schatten kicherte. "Ich sehe den großen Dschungel brennen und die Schrecken der Vergangenheit offen liegen... Ja so ist es... Junger Mann. Wir sehen uns noch."
Da verschwand er in der Kugel - und ich ging weg aus dieser Kammer.


Im Saal war es ruhig.
"Das hat dieser Schatten gesagt, das dein Schicksal nach Feuer riecht?"
"Ja, das hat er gesagt."
"Dann wird es Zeit zu erzählen, was vor 750 Jahren geschah, als das Königreich von Fanaris sich auf dem Weg zum weitem Tal machte."
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BeitragThema: Re: Himmelsarchen   Himmelsarchen EmptyFr 23 Mai 2014, 13:13

"Es war keine einfache Reise. Wir waren viele. Auch bei uns fuhr der Adel an der Spitze und zudem führten wir zahlreiche Schätze und andere Sachen mit. Wir kamen durch zahlreiche Ruinen, Gebäude des verlassenen Imperiums, die noch heute aus dem Dschungel ragen.
Schon da war deutlich, das der Dschungel den Raum nahm. Je weiter meine Vorfahren kamen, umso häufiger waren die mächtigen Straßen durch Wurzel oder ganze Bäume gesprengt.
Dies verzögerte das Fortkommen.

Am Anfang der zweiten Woche begannen die Angriffe und unsere Vorfahren kämpften regelrechte Schlachten gegen die hinterlassenen Monster des Großen Imperiums.
Die Schlachten wurden rasch geschlagen und wir hatten wenig Zeit verloren. Von den zerstörten Wagen waren meistens nur Schätze betroffen.
Die Kreaturen waren nicht das Problem.

Das wahre Problem, das unsere Karawane zerstörte, war der Absturz einer Himmelsarche.

Es war in der dritten Woche, als wir beobachteten, wie zwei Himmelsarchen sich in der Luft umkreisten und immer wieder Lichtkanonen aufeinander aubfeuerten.
Das Donnern war von weit schon zu hören gewesen.
Schließlich gelang es dem einen Schiff, den anderen Schaden hinzuzufügen und setzte mit weiteren Schüssen nach. Das beschädigte Schiff stürzte mit Flammen und Rauch ab, keine 200 Meter von der Straße in ein Gebäudeblock.
Der damalige König hielt die Karawane. Er und zwei Trupps gingen nach Überlebende des Absturzes suchen. Sie kamen nie wieder.


----------------------------------------------

Mahlzeit!

Ich sitze hier zu Hause, erkrankt, und huste mir die Seele aus dem Leib. Meine Ideen sprudeln trotzdem.

Tja, mein Kopf ist nun endlich klar und die Lesezeichen im Browser sind nun endlich übertragen. Daher: ab jetzt wird jetzt wieder einmal die Woche was geschrieben.

Bis nächste Woche!
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BeitragThema: Re: Himmelsarchen   Himmelsarchen EmptyDi 24 Jun 2014, 01:00

Danach schickten wir weitere Trupps, immer wieder. irgendwann brach dann dieses Ungeheuer über die verbliebene Karawane.
Danach wachten die verbliebenen Vorfahren auf - sie alle waren im Geiste verbunden. Wir wissen um das Geheimnis der Archen und des Untergang des alten Imperiums."
Er hielt inne.
Seine Erzählung war interessant, aber ich merkte, wie die Müdigkeit nun in meine Knochen drang.
Bevor der Schlaf mich komplett übermannte, stellte ich ihn noch eine Frage.
"Was sind die Archen?"
"Die Bewohner der Archen sind die verbliebenen Adeligen des alten Imperiums, sie haben um zu überleben und zu herrschen haben sie ihr König, ihr Volk und ihre Hemat getötet, verknechtet und zerstört."
Auf einmal war die Schwere in meinen Knochen verschwunden.
"Die sieben Königreiche... haben keinen Adel mehr."
Alle im Audienzsaal merkten auf.
"Das stimmt. Du hast den Kern des Schiffs gesehen, oder? Das ist, was vom Volk der alten Imperium übrig ist.
Wir wurden dazu bestimmt, von den ehemaligen Bewohnern dieses Ortes, gegen die Archen aufzusteigen und ihrer Herrschaft ein Ende zu setzen."
Einer der Politiker im Saal, ein Vertreter von Illun, sprach sich aus.
"Haben die Archen nicht Kriege unterbunden und für Frieden gesorgt?"
"Gewissermaßen schon. schließlich haben sie jeden einzelnen, der sich gegen sie stellte, bis auf das letzte Kind niedergemetzelt. Bei potentiellen Feinden lassen sie die Regierung stürzen oder Schlüsselpersonen umbringen. Und wem es zu gut geht, der wird sich in der Situation finden, plötzlich die Hilfe der Archen zu holen."
Schweigen im Saal. In einigen Gesichtern durchaus Wut.
Schließlich der müde König. Bisher hat er alles wortlos verfolgt, aber schließlich sagte er etwas.
"Woher wisst ihr dies und könnt ihr es beweisen?"
Der Fanarier antwortete sofort.
"Die Kerne der Schiffe redeten mit uns. Sie erzählten uns von den Taten der alten Adligen, dieser Himmelsherrscher. Wir wissen, was sie taten mit jeden einzelnen unserer Landsleute getan haben. Warum? Sie waren in der Lage Elementarbeeiflussung auszuüben.
Was dem Beweis angeht, das ich die Wahrheit sage, warten wir einfach auf einen Boten."
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