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 Evolution

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Fellknäuel
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BeitragThema: Evolution   Do 17 Jul 2014, 16:11

Im Jahr 2018, irgendwo im Herzen Amerikas

Es war tiefste Nacht, und obwohl der Mond die Szenerie nur spärlich beleuchtete, hetzte die kleine Gestalt so schnell sie nur konnte den zerklüfteten Berghang hinauf. Sie hatte keine Wahl, denn sie wurde verfolgt. Die Gestalt stolperte und stürzte auf ein Knie. Stöhnend rappelte sie sich wieder auf.
Es war ein Junge, vielleicht zwölf oder dreizehn Jahre alt, und er rannte sofort weiter, denn sein Leben war in ernsthafter Gefahr. Er wußte, daß seine Verfolger Gewehre dabei hatten, denn er hatte die Schüsse gehört.
Mitten in der Nacht waren sie auf der elterlichen Farm aufgetaucht, mit keinem anderen Ziel als dem, ihn zu töten. Sein Dad hatte die Kerle abgelenkt und ihm so ein paar wertvolle Minuten verschafft, die er zur Flucht benötigte. Er hoffte, daß es seinen Eltern gut ging, aber im Moment mußte er sich um sein eigenes Wohl sorgen.

Der Junge blieb total erschöpft stehen und stützte sich mit einem ausgestreckten Arm gegen einen einsamen Baumstamm. Er glaubte, ein leises Rauschen am Himmel zu hören, und sah nach oben, doch, ohne etwas zu entdecken. Vermutlich war es nur das Rauschen in seinen Ohren gewesen, das er gehört hatte.
In seinem Rücken hörte er Stimmen und duckte sich hastig unter dem Lichtkegel eines Scheinwerfers hinweg. Zu spät, sie hatten ihn gesehen! Obwohl er fast völlig am Ende war, rannte er weiter, weg von diesen bösen Männern, die ihn jagten. Und das nur, weil er anders war als die anderen Menschen. Es war nicht einmal ein halbes Jahr her, daß er diese besonderen Fähigkeiten entdeckt hatte. Jene Fähigkeiten, die es ihm ermöglichten, den Boden um sich herum zu erspüren und Dinge oder auch Menschen darauf zu bewegen. Er war ganz begeistert von diesen Kräften gewesen und hatte die Sorgen seiner Eltern einfach ignoriert. Was war er nur für ein Idiot gewesen, nicht auf sie zu hören!

Er erreichte eine kleine Schlucht und hetzte auf eine Brücke zu, die sie überspannte. Als er auf der anderen Seite war, konnte er die grellen Lichter von Scheinwerfern sehen. Sie waren ihm dicht auf den Fersen! Er rannte schnell weiter, und wieder stolperte er und stürzte der Länge nach hin. Verzweifelt rappelte er sich auf und sah hinter sich die Männer die Brücke überqueren. Aber da war noch etwas anderes...
Für einen Moment hatte er das Gefühl, hinter seinen Häschern eine weitere Gestalt auftauchen zu sehen, die sich aus dem Dunkel der Nacht schälte. Dann verschwand sie wieder - und mit ihr die Brücke unter den Füßen der Männer. Schreiend vor Schrecken und Angst stürzten sie in die Tiefe.
Fassungslos starrte der Junge zur Schlucht zurück, nicht verstehend, was da gerade passiert war. Doch dann sah er weitere Lichter von der Seite heran kommen. Da waren noch mehr von ihnen! Hastig kam er auf die Füße und rannte weiter. Er erreichte einen schmalen Fluß, von dem er wußte, daß er sich einige hundert Meter weiter in einem Wasserfall in einen kleinen See mündete. Er und seine Freunde badeten dort gern. Im Augenblick war ihm jedoch nicht nach baden zumute. Glücklicherweise war an dieser Stelle eine Furt, die er rasch durchwatete.

Der Fluß war noch nicht einmal außer Sichtweite, als er bereits seine Verfolger auftauchen sah. Es waren drei Männer, und sie feuerten ihm ungezielte Schüsse hinterher. Hastig brachte sich der Junge hinter einem niedrigen Felsen in Sicherheit.
Die Männer machten sich daran, die Furt zu durchqueren, und der Junge wollte schnell weiter rennen. Da hörte er in seinem Rücken ein knisterndes Krachen und fuhr herum. Für einen Moment war das gesamte Flußwasser in seinem Blickfeld von bläulichen Blitzen bedeckt, die die Männer einhüllten und wie gefällte Baumstämme zu Boden sacken ließen. Die Angst des Jungen wuchs noch weiter und verlieh ihm neue Kräfte. So schnell er nur konnte, rannte er weiter, einem gewundenen Weg folgend den Hang hinauf. Er merkte erst, daß er in eine Sackgasse gelaufen war, als er das eiserne Geländer sah, das die Aussichtsplattform, auf welche ihn der Weg geführt hatte, an mehreren Seiten begrenzte. Von hier oben hatte man einen großartigen Ausblick auf die Ebene unten und die Stadt darauf - doch das half ihm gerade überhaupt nicht weiter.

"Hast dir ganz schön Zeit gelassen," sagte eine Männerstimme an der Seite, und der Junge sah einen Mann mit einem Gewehr auf einem etwa mannshohen Felsen sitzen. Die Waffe war direkt auf ihn gerichtet. "War wohl ne gute Idee, daß ich mich hier auf die Lauer gelegt habe, was?" Der Mann lachte dreckig.
Eine weitere Gestalt tauchte wie aus dem Nichts neben ihm auf, und der Mann fuhr ungläubig zu ihr herum. Bevor er mehr tun konnte, hatte die Gestalt ihn bereits am Kragen gepackt und verpaßte ihm mit der anderen Hand einen Fausthieb ins Gesicht, der ihn rückwärts taumeln und den Felsen herunter stürzen ließ. Der Mann stürzte schwer auf den an dieser Stelle gepflasterten Boden und blieb reglos liegen, fast direkt vor den Füßen des erstaunten Jungen, der bereits geglaubt hatte, gleich sterben zu müssen. Er hob seinen Blick, hinauf zu der Gestalt auf dem Felsen, die gerade herunter kletterte.

"Keine Sorge, du bist jetzt in Sicherheit," sagte der junge Mann. In diesem Moment stürmte jedoch ein weiterer bewaffneter Mann auf die Aussichtsplattform.
"Da wär ich mir nicht so sicher, dreckige Mutantenbrut!" schrie er zornig und ließ seinen Gewehrlauf zwischen den beiden anderen hin und her wandern. "Okay, welchen von euch soll ich zuerst umlegen?" knurrte er.
"Krümm dem kleinen auch nur ein Haar, und ich verspreche dir, ich reiß dir deine Eingeweide mit bloßen Händen raus!" rief der ältere drohend.
"Na, das will ich doch mal sehen, Abschaum!" bellte der Mann und richtete sein Gewehr auf den jüngeren. Als der den Gewehrlauf auf sich gerichtet und den Finger am Abzug sah, dachte er nicht länger nach - er handelte einfach. Das Bein des Mannes schien sich plötzlich selbständig zu machen. Es ruckte zur Seite, und sein Besitzer schrie überrascht auf, mühsam um sein Gleichgewicht kämpfend. Auf diese Weise bewegte er sich zum Geländer hin, und plötzlich erschien der ältere Junge direkt neben ihm, packte ihn an einem Oberschenkel und am Genick, zerrte ihn hoch und warf ihn mit aller Kraft über das Geländer. Schreiend stürzte der Mann mit dem Gewehr in die Tiefe.
Nun versagte dem Jungen der Körper endgültig den Dienst, er kippte zur Seite, und Schwärze senkte sich über ihn.

Mit ein paar schnellen Schritten war er bei dem Jungen und kniete neben ihm nieder, hob einen der schlaffen Arme hoch, um den Puls zu fühlen.
"Was ist mit ihm, Jumper?" fragte eine vertraute Stimme in seinem Rücken.
"Nichts... er ist nur ohnmächtig. Die ganze Aufregung muß zuviel für ihn gewesen sein."
"Bah... Schwächling!" sagte eine dritte Person, die gerade die Plattform betrat.
"Sei ein bißchen nachsichtiger, Megavolt," sagte Jumper spöttisch. "Nicht jeder hat soviel Power wie du."
"Was glaubt ihr, wie er das gemacht hat?" fragte der andere, der nachdenklich auf den bewußtlosen Jungen herab sah.
"Keine Ahnung, Phantom... Telekinese vielleicht?"
"Telekinese wäre klasse," sagte Megavolt, "so einen haben wir noch nicht. Ich wüßte ein paar richtig lästige Arbeiten, die er dann übernehmen könnte."
Jumper ging nicht darauf ein, sondern griff nach seinem Funkgerät und schaltete es ein. "Hier Jumper. Hörst du mich, Mindbreaker?"
"Laut und deutlich," sagte jemand aus dem Lautsprecher. "Wie ist euer Status?"
"Wir haben den Jungen. Er ist weggetreten, scheint aber sonst okay zu sein. Kannst du noch irgendwelche Ordensspinner ausmachen?"
"Keine, die bei Bewußtsein wären, ihr habt sie alle ausgeschaltet. Kommt zurück zum Flugzeug, damit wir evakuieren können."
"Geht klar, wir sind gleich bei dir." Er schaltete das Funkgerät ab und steckte es weg. Dann griff er mit einer Hand nach dem Jungen und streckte die andere seinen Kameraden entgegen. Die traten neben ihn, Phantom griff nach seiner Hand, und Megavolt berührte ihn an der Schulter. Einen Moment später waren alle vier verschwunden, zurück blieb einzig und allein der verletzte Mann, den Jumper von dem Felsen herunter befördert hatte.
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Fellknäuel
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BeitragThema: Re: Evolution   Do 17 Jul 2014, 16:11

Helles Sonnenlicht, das zu den Fenstern herein fiel, weckte ihn, und er öffnete blinzelnd die Augen. So hell wie es draußen schon war, mußte es wohl mindestens Mittagszeit sein - hatte er denn so lange geschlafen? Wieso hatte ihn Mum nicht geweckt? Er rieb sich den Schlaf aus den Augen, und dann erst realisierte er richtig, daß er nicht in seinem eigenen Bett aufgewacht war.
Ungläubig sah er sich in dem Raum um, der wie ein Krankenzimmer in einer Arztpraxis aussah. Oder einem Krankenhaus... Und dann fiel ihm alles wieder ein, die Geschehnisse der letzten Nacht... hatten ihn seine Retter zum Arzt gebracht? Aber er war doch gar nicht verletzt gewesen?
Die Tür öffnete sich, und ein kräftig wirkender junger Mann, vielleicht drei oder vier Jahre älter als er, trat ein und riß ihn aus seinen Überlegungen.

"Oh, toll, du bist aufgewacht," sagte der andere mit dem auffällig roten Bürstenhaarschnitt lächelnd. "Wie fühlst du dich?"
"Ähm... ga... ganz gut... glaub ich," sagte der Junge in dem Bett zögerlich. "Aber wer...?"
"Mein Name ist Jason," sagte der andere und trat ans Bett heran, dem Jungen eine Hand entgegenstreckend. "Kannst mich aber auch Jaze nennen. Und wie heißt du?"
"Ich heiße Max," antwortete der jüngere und ergriff zögernd die ausgestreckte Hand. Du liebe Zeit, hatte der einen kräftigen Händedruck! Und seine Stimme kam ihm bekannt vor. "Bist du der von letzter Nacht?"
"Gut erkannt," bestätigte Jaze. "Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, schätze ich."
"Da... danke für die Rettung... aber wo sind meine Eltern, geht es ihnen gut?"
"Soweit ich weiß, geht es ihnen gut, ja." Jaze zögerte kurz, ehe er weiter sprach. "Wir hielten es aber für besser, dich nicht wieder zu ihnen zu bringen."
Max riß erschrocken die Augen auf. "Was?! Aber... wo bin ich dann hier?"

"Du bist hier in der Zuflucht," erklärte Jaze. "Ein Ort, an dem sich Menschen wie wir sicher fühlen können. Vielleicht hast du schon mal davon gehört."
Max schlug die dünne Bettdecke zurück und sprang aus dem Bett, mit nichts weiter als einer Unterhose am Leib. Er hechtete zum Fenster und sah nach draußen. Sein Blick fiel auf einen weitläufigen parkähnlichen Hof hinab, der an drei Seiten von Gebäuden und an der vierten von einer Mauer eingegrenzt wurde. Er war fast vollständig von Rasen bedeckt, der in der Mitte von einem breiten Weg und zwischendrin von ein paar kleineren Fußwegen getrennt wurde. Und da waren eine Menge Kinder und Jugendliche, die in kleinen Gruppen beeinander standen und redeten oder durch den Park tobten.
"Wa... was ist das für ein Ort?" stammelte Max, und als er sich wieder zu Jaze herum drehte, war er fast weiß im Gesicht.
"Du bist hier in der Schule für begabte Kinder und Jugendliche," erklärte Jaze. "Oder auch Mutanten, falls dir dieses Wort mehr sagt. Die meisten von uns nennen sie aber einfach 'die Zuflucht'."
"Mutanten?" wiederholte Max, und er hatte das Gefühl, seine Beine würden jeden Moment unter ihm nachgeben. Jaze trat schnell zu ihm und stützte ihn und führte ihn zurück zum Bett. Er setzte sich neben ihn und legte sanft einen Arm um seine Schultern.
"Menschen, deren DNA so mutiert sind, daß sie übermenschliche Kräfte entwickelt haben. Menschen wie wir. Ich weiß, daß das hart für dich sein muß, aber es gibt leider unglaublich viele kranke Spinner auf dieser Welt, die uns tot sehen wollen. Ein paar von ihnen hast du ja letzte Nacht gesehen."
Max nickte schwach.
"Die Gefahr, daß die wieder Jagd auf dich machen, war einfach zu groß, es wäre zu gefährlich gewesen, dich einfach nach Hause zu bringen und zu hoffen, daß nichts passieren würde, verstehst du?"
"Ja... glaub schon..." erwiderte Max monoton. Es war ihm anzusehen, daß er einfach nur zurück nach Hause wollte.

"Hey, weißt du was? Ich zeig dir mal die Typen, die letzte Nacht noch mit dabei waren!" Jaze stand auf und zog Max sanft hinter sich her, zum Fenster. Er deutete auf den Park hinunter, auf einen Pavillon, in dem eine kleine Gruppe junger Männer saß und redete. Max folgte seinem ausgestreckten Finger.
"Da, das sind die Jungs. Siehst du den großen, kräftigen da? Das ist Russell, Codename 'Megavolt'."
"Megavolt? Kann der Blitze schleudern oder was?"
"Genau das - der hat genug Power in seinem Körper, daß er einen ausgewachsenen Elefantenbullen von den Füßen holen könnte. Und glaub mir, die Viecher stecken ordentlich was weg!" Er grinste breit. "Er ist aber auch bei Stromausfällen verdammt nützlich, wenn der Fernseher ausfällt."
"Wow..." Max erinnerte sich an die Männer im Fluß und an die Blitze, die sie gefällt hatten. Das war also Megavolt gewesen, der ihm da geholfen hatte. "Und wer ist der da?" fragte er und deutete auf einen eher kleinen Typen mit ziemlich blasser Haut, der neben Russell saß.
"Oh, das ist Phil, sein Codename ist 'Phantom'. Er hat die Fähigkeit, seinen Körper zu..." er suchte nach dem richtigen Wort "...zu entstofflichen, ihn durchlässig zu machen. Als würde er zum Geist werden. Und das kann er auch mit allem, was er berührt, anstellen! Wahnsinn, oder?"
"Heftig," murmelte Max und dachte an die Brücke, die sich unter den Füßen zweier seiner Verfolger aufgelöst hatte, als sie gerade die Schlucht überquert hatten. Jaze deutete nun auf den dritten im Bunde, einen großen, aber schmal gebauten Blondschopf, der eine ziemlich merkwürdig  aussehende Sonnenbrille trug. Er schien auch merklich älter zu sein als die anderen beiden; er war sicher mindestens Mitte zwanzig.
"Und der Typ da ist Corey Anderson, sein Codename ist 'Mindbreaker'. Er hat die Schule schon abgeschlossen, arbeitet aber hier. Meist als Squadleader bei Außenmissionen. Corey ist der stärkste Telepath, den ich je getroffen habe."
"Telepathie?" Max horchte auf. "Du meinst, er kann... Gedanken lesen?"
"Genau das! Aber er kann es nicht richtig kontrollieren, deshalb muß er ständig diese komische Brille tragen. Das ist ein Gerät, das seine Kräfte eindämmt. Ohne es würde er ständig die Gedanken von allen Menschen in einem Umkreis von 3 Meilen hören! Er hat mir mal gesagt, es wäre ungefähr so, als würdest du mit 300 Leuten in einem Raum sitzen, die andauernd auf dich einbrüllen... keine angenehme Vorstellung, oder?"
"Nein, klingt nicht so toll." Max schauderte bei dem Gedanken.
"Er kann Gedanken aber nicht nur lesen, sondern Menschen anhand ihrer 'Gedankenmuster', wie er es nennt, aufspüren, also ihre Richtung bestimmen. Deshalb konnten wir dich und deine Verfolger letzte Nacht auch so schnell aufspüren."

Max sah zu Jaze auf, und er erinnerte sich, wie der ältere letzte Nacht zweimal völlig überraschend an einem Ort aufgetaucht war. "Und was ist deine Fähigkeit?"
"Dachte mir schon, daß du danach fragen würdest," lachte Jaze. "Also, mein Codename lautet 'Jumper', und ich bin ein Teleporter. Das heißt, ich kann meinen Körper von einem Moment zum anderen an eine andere Position versetzen."
"Echt, einfach so?" Max machte große Augen. Das war ja noch phantastischer als die Kräfte der anderen drei zusammen! "Überallhin?"
"Nein, das natürlich nicht. Ich muß den Ort sehen können, an den ich teleportiere. Und es geht nur etwa 40 oder 50 Meter weit. Außer, ich teleportiere mich zu einem Leuchtfeuer zurück."
"Ein... Leuchtfeuer?"
"So nennen wir es. Ich kann mir einen Ort einprägen... quasi einen geistigen Anker werfen, wenn du so willst. Zu diesem Ort kann ich jederzeit zurückkehren, solange er nicht weiter als ein paar Meilen entfernt ist. Und ich kann andere mitnehmen, wenn ich sie berühre."
"Irre," flüsterte Max. "Könntest du... mich vielleicht auch mal mitnehmen?"
"Klar doch, Max!" sagte Jaze grinsend. Er verstummte, als er einen lauten, anhaltenden Klingelton vom Flur draußen hörte. "Oh... aber jetzt sehe ich besser zu, daß ich in meinen Klassenraum zurück komme. Pause aus, du verstehst?"
Er legte dem jüngeren eine Hand auf die Schulter. "Es wird gleich jemand zu dir kommen. Bis später, Max. Sobald der Unterricht beendet ist, sehe ich wieder nach dir, okay?"
Max nickte schwach, und Jaze lächelte ihm aufmunternd zu.
"Also dann, halt die Ohren steif, ja? Alles wird gut!"
Und dann verließ er das Zimmer, Max allein zurücklassend. Und so fühlte sich der Junge jetzt auch - allein und von allen verlassen. An einem Ort, weit weg von seinem Zuhause, und den er so schnell wohl nicht mehr verlassen konnte. Er sah aus dem Fenster auf den Hof hinunter, der sich nun rasch zu leeren begann.
Er schleppte sich zu seinem Bett zurück, ließ sich darauf sinken und ließ seinen Tränen freien Lauf.


Zuletzt von Fellknäuel am Di 22 Jul 2014, 20:29 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Evolution   Do 17 Jul 2014, 16:12

Bereits im letzten Jahrhundert waren vereinzelt Mutanten aufgetaucht, Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten; doch sie waren zu selten und hielten sich in der Regel verborgen, so daß sie keine größere Aufmerksamkeit auf sich zogen.
Erst um das Jahr 2016 herum, als sich ihre Zahl sprunghaft vervielfachte, gerieten sie weltweit in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Reaktionen auf diese Übermenschen waren gespalten; viele akzeptierten sie, doch noch mehr lehnten sie ab und begegneten ihnen mit Angst oder gar Haß. Gruppen bildeten sich, die Mutanten verfolgten, und selbsternannte Prediger hetzten die Menschen gegen diese Gefahr für die Menschlichkeit, wie sie sie nannten, auf. Schließlich bildete sich sogar eine Art Terrororganisation, der Orden der Reinheit. Diese selbsternannten Verteidiger der nicht-mutierten Menschen riefen weltweit zur Jagd auf die Mutanten auf, und selbst die von den Regierungen erlassenen Gesetze zum Schutz der Mutanten hielten diese Fanatiker nicht von ihrem Tun ab.
Viele Mutanten fielen ihren gnadenlosen Hetzjagden zum Opfer, doch dann zeigte sich ein Lichtstreif am Horizont: ein Wissenschaftler, selbst Mutant, hatte an der Ostküste der USA eine Schule für Begabte errichtet, einen Zufluchtsort für junge Mutanten, der sogar dem Orden widerstehen konnte. Diese Schule erhielt rasch regen Zulauf aus allen Teilen der Welt, und innerhalb der Mauern der Schule und der Grenzen der nahen Stadt konnten die jungen Mutanten tatsächlich so etwas wie ein normales Leben führen.

Doch sie werden nach wie vor vom Orden verfolgt und vom Rest der Welt mißtrauisch beäugt. Die meisten Mutanten (inklusive der Schulleitung) wollen nichts weiter, als trotz ihrer Andersartigkeit von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Manche halten sich jedoch nicht für anders, sondern für besser, gar den nächsten Schritt in der menschlichen Evolution. Und einige wenige halten alle normalen Menschen für minderwertig und sind der Meinung, sie allein hätten ein Recht auf diese Welt. Letztgenannte leben größtenteils außerhalb der Schule, über die ganze Welt verstreut.
Sie agieren meist allein oder in kleinen Gruppen, und viele von ihnen warten nur darauf, daß sich ein Mutant erhebt, um sie zu vereinen und in den Kampf gegen die nicht mutierten Menschen zu führen.
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Fellknäuel
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BeitragThema: Re: Evolution   Do 17 Jul 2014, 16:12

Sodala, nachdem kürzlich Vicati eine Superhelden-MSG geschrieben hat, bin nun ich wieder mal dran (ich hatte sowas ja auch noch nie...)! Cool
Wobei es hier eigentlich nicht wirklich um Superhelden geht, sondern um junge Menschen mit übernatürlichen Kräften und ihre Außenseiterrolle in der Gesellschaft. An einer Schule für ebensolche Menschen.
Quasi ein 'Yeyes meets Heroes'.
Oder noch naheliegender - etwas X-Men-artiges.

Zentraler Schauplatz ist dabei die Schule für begabte Kinder und Jugendliche nahe der an der Ostküste gelegenen fiktiven US-Metropole New Heaven, die weltweit die beste Lebensqualität für Mutanten bietet (heißt, sie können hier auf die Straße gehen, ohne sofort von jemandem bespuckt zu werden).
Der Fokus wird aber weniger auf dem Schulalltag als vielmehr auf den Außenmissionen liegen, auf die die Mutanten regelmäßig geschickt werden. Bei diesen Missionen geht es oft darum, neuen Mutantennachwuchs aus verschiedenen Teilen der Welt zu rekrutieren bzw. vor den Ordensmitgliedern zu retten. Da es dabei durchaus rauh zugehen kann, sollte das Mindestalter der Chars bei 16 liegen, denn Kinder werden nicht auf gefährliche Missionen geschickt.

Natürlich sind aber auch Chars unter 16 möglich, denn abseits der Missionen plane ich schon auch sowas wie eine durchgehende Handlung, in die früher oder später alle Mutanten mit reingezogen werden. Außerdem gibt's ja noch erwähnten Schulalltag und vielleicht mal die eine oder andere potentiell ungefährliche Mission.

Spielbar sind aber auch ältere Charaktere, die irgendwelche Arbeiten an der Schule ausführen, z. B. als Squadleader bei den Außenmissionen. Theoretisch dürften auch Charaktere außerhalb der Zuflucht möglich sein, was aber u. U. schwierig werden könnte, da besagte Zuflucht wie gesagt der Haupthandlungsort ist.

Zu den Mutationen der Charaktere: die können sehr verschieden ausfallen. Diverse Superkräfte sind ebenso drin wie rein passiv wirkende Fähigkeiten (etwa Superstärke, Supergeschwindigkeit usw.). Es müssen nicht mal Fähigkeiten sein, die dem Char herausragende Kampfstärke verleihen, denn auch 'schwache' Chars profitieren bei den Außenmissionen von vielfältigem technischen Equipment wie Kinetik-Armschützern, die die Schlagraft verbessern, oder Elektroschockwaffen zur Selbstverteidigung. Zudem ist das Training in diversen Kampfkünsten ein Pflichtfach im Lehrplan.
Das Stärkeniveau soll dabei allgemein schwächer und nicht mehr so abgehoben ausfallen als bei MSGs wie NJSD oder SRO - ein Mutant ist hier nicht zwangsläufig dasselbe wie eine laufende Spezialeffekte-Fabrik.

Tja, mir fällt gerade nix wesentliches mehr ein, was ich noch schreiben könnte, aber das will nix heißen... also wenn ihr Fragen habt, stellt sie.

EDIT 1: zur Beschränkung von spielbaren Charakteren: ganz einfach - spielt nur soviele Chars, wie ihr schafft. Wer nicht mehr als einen schafft, schreibt halt nur einen, aber wer locker deren fünf stemmen kann, darf natürlich auch fünf Chars spielen. Sie sollten halt nicht die ganze Zeit nur miteinander rumhängen und ihr eigenes Ding drehen.
Und wenn eine Situation einen NPC erfordert, kann der natürlich instant eingebracht werden.

EDIT 2: Natürlich ist es schön anzusehen, wenn eine MSG mit langen Posts glänzt, aber mal ehrlich: das kann tierisch aufhalten! Und manchmal gibt es halt einfach nicht viel zu schreiben. Also wenn euch zu einer Situation nicht viel einfällt, dann schreibt eben, was ihr könnt (und wenn es im Extremfall nur ein Einzeiler wird). Mit Drei- bis Fünfzeilern bin ich schon zufrieden. Besser so, als wenn ihr gar nicht schreibt, weil ihr zu große Ansprüche an euch selber stellt. Wink


Zuletzt von Fellknäuel am Do 17 Jul 2014, 18:11 bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Evolution   Do 17 Jul 2014, 16:18

Da kommt gleich meine zweite Allergie bei den Wörtern "Superkräfte" und "Superhelden". Klare Absage von mir.
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BeitragThema: Re: Evolution   Do 17 Jul 2014, 16:21

yeah xman... Jumper hast du sicher nach Nightcrawler erstellt, Caleb prof X, und bei xman gabs auch nen mädel, das durch wände gehen konnte ^^
Wär wohl dabei, klingt jedenfalls cool.
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BeitragThema: Re: Evolution   Do 17 Jul 2014, 16:26

Duh. Dabei.
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BeitragThema: Re: Evolution   Do 17 Jul 2014, 16:44

Das spricht mich übel an! Dabei!
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BeitragThema: Re: Evolution   Do 17 Jul 2014, 17:20

Bin dabei, sobald mir ein Char einfällt, da ich, wie erwähnt, schon eine ähnliche Idee hatte.
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BeitragThema: Re: Evolution   Do 17 Jul 2014, 18:25

Ich war ja lang nicht aktiv hier, weil ich einfach keine Lust auf noch mehr Daily Drama hatte, aber.. Mutanten rks.. Mutanten. Mutanten |D
Du hattest mich bei Mutanten. Auch wenn ich jetzt erst mal Steckis lesen und überlegen muss, werden ja schon viele Sachen abgedeckt sein :'D
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BeitragThema: Re: Evolution   Do 17 Jul 2014, 18:32

Wie ich Drey schon im Chat versichert habe, spricht nichts dagegen, wenn mehrere Mutanten über ähnliche oder auch gleiche Begabungen verfügen. Immerhin leben an dieser Schule ein paar hundert Schüler... da ist es kaum möglich, daß wirklich jeder eine absolut individuelle Kraft besitzt. Wink
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BeitragThema: Re: Evolution   Fr 18 Jul 2014, 07:29

Hier ich...ich will mitmachen..als vic letztens im Chat sagte, dass du ne superhelden msg machen willst hab ich mich schon gefreut....dürfte ich Ki wieder auspacken? Ich würde sie natürlich anpassen und so, aber ich würd sie schon echt gerne wieder rausholen. Einen anderen Char würde ich mir auch noch ausdenken, damit ich zumindest einen neuen Charakter in die Runde werfe ^^
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BeitragThema: Re: Evolution   Fr 18 Jul 2014, 11:42

Klar kannst du Ki wieder auspacken, wüßte nicht, was dagegen spräche. Cool
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BeitragThema: Re: Evolution   Fr 18 Jul 2014, 15:25

Da meld ich doch auch mal interesse an, muss mir deine Vorgeschichte noch in Ruhe durchlesen und mal schauen ob mir ein stimmiger Char einfällt
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Grim
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BeitragThema: Re: Evolution   Sa 19 Jul 2014, 00:34

Meh... Kiddies mit Superkräften... sorry, aber das ist einfach nicht mein Ding.

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BeitragThema: Re: Evolution   Mo 21 Jul 2014, 23:47

*von Wall-of Text erschlagen werd*
erst ma durchlesen und dann ma sehen, wenn ja immer wieder neue Mutanten in die Schule geholt werden, dann is ein späterer einstieg ja problemlos möglich...
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Porphyrion
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BeitragThema: Re: Evolution   Mi 23 Jul 2014, 19:30

War schon bei Yeyes nicht dabei. Das reizt mich auch nicht, auch wenn ich die Xmen mag.
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