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 Herz von Ranequia - MSG

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Nanoteh
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BeitragThema: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 14:50

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Graukranz, Stadthalter Cranus Eximas Quartiere:

Stadthalter Cranus Exima hielt seine Arme hinter dem Rücken verschränkt, während er seinem Schreiber einfach vorsprach was jener aufzuschreiben hatte. Der ältere Mann mit dem kurz geschnittenen weißen Bart, den kurzen Haaren und den müde wirkenden grauen Augen, ging dabei in seiner edlen roten Tunika mehrfach im Kreis.
"...und so bitten wir die hohen Götter unseres Landes, sich im Ratssaal zu Graukranz einzufinden, der Kaiser selbst hofft auf Neuigkeiten über das Herz und wie in Zukunft damit verfahren werden soll. Hochachtungsvoll, Cranus Exima... Stadthalter zu Graukranz.", beendete er seine Worte, worauf der Schreiber die letzten Zeilen ebenfalls zu Papier brachte.
"Gut... Mallus? Vervielfältigen sie die Briefe, versiegeln sie die Papiere und schicken sie die Boten umgehend los.", befahl er dem Schreiber, welcher umgehend von dem Schreiberpult aufstand. "Sehr wohl...", gab er von sich, bevor er verschwand.
So begab sich Cranus auf den Balkon seiner Unterkunft und blickte auf die Stadt unter sich hinaus... Der Sommer in Graukranz war wie jedes Jahr sehr angenehm...
Hoffentlich würde es nicht all zu lange dauern, bis die Briefe ihr Ziel erreichen würden... der Kaiser selbst saß ihm damit im Nacken. Zudem blieb die Frage offen, ob alle Götter überhaupt der Bitte und Einladung nachkommen würden... es würde ihn nicht wundern, wenn es manchen einfach egal wäre. In diesem Falle könnte der Stadthalter nicht viel tun.
Vorerst würden sich die Boten auf den Weg machen, in jede der Hauptstädte und Reiche der Götter Raneqs... manche von ihnen werden schwierig aufzufinden sein... Doch Cranus vertraute in die Fähigkeiten seiner Agenten.
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Sternenvogel
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 15:40

Es war definitiv die richtige Entscheidung, diese Köchin zu "segnen". Seit sie eine Shera-Berührte war, hatte Viola das Gefühl, kochte sie noch besser. Zufrieden stopfte sie sich gerade mit gesüßtem Hirsebrei voll, während sie ein paar Zentimeter über dem Boden schwebend auf einer Decke saß und den Blick über die anderen Köstlichkeiten schweifen ließ. Honigbällchen, karamellisierte Kumanüsse, gezuckerte Teigtaschen mit Apfelfüllung... Nur Rosinenkuchen konnte sie nicht entdecken. Enttäuscht ließ sie die Hirsebreischale sinken und überlegt, nach der Köchin zu rufen. Dann jedoch beschloss sie, das sie heute mal keinen Rosinenkuchen essen würde. Dann würde er am nächsten Tag nur umso besser schmecken!
Ihre stille Mahlzeit wurde unterbrochen, als eine Klingel ankündigte, das jemand ihre Gemächer betreten wollte. Genervt "erhob" sie sich, wodurch sie jetzt stehend schwebte und zog an einem Faden, der an der Wand endete, wodurch die Tür entriegelt wurde. Ein Diener kam herrein und ging vor ihr auf die Knie, den Blick gesenkt.
"Erhabene Shera. Ein Bote des Kaiserreichs bittet, Euch eine Nachricht überbringen zu dürfen. Soll ich ihn fortschicken, bis Ihr bereit seid, ihn zu empfangen?"
Die Göttin verzog das Gesicht zu einer Fratze. Was zur Hölle wollte der Kaiser von ihr? Sie hoffte, das er einen guten Grund hatte, ihre Mahlzeit beenden zu lassen.
"Ich werde ihn jetzt empfangen. Geleite ihn in das Silberzimmer", meinte Viola, die sich in eine, ihrer Meinung nach erhabene, Haltung gebracht hatte, lächelnd. Der Diener erhob und verneigte sich, den Blick noch immer gesenkt, bevor er, weiter in der Verneigung, rückwärts das Zimmer verließ. Dann wandte sich Viola ihrem Umkleidezimmer zu. Einen Boten musste man gebührend empfangen. Nach kurzer überlegung wählte sie ein rosafarbenes Seidenkleid, das sie wie eine richtige Prinzessin aussehen ließ. In ihre Haare ließ sie sich von einer Zofe, die ihr Zimmer direkt neben dem Ankleideraum hatte, eine gleichfarbige Schleife binden. Dann ging sie in das Silberzimmer.
Viola liebte das Silberzimmer. Von ihren privaten Gemächern einmal abgesehen war dies ihr liebster raum im marmornen Tempelschloss von Westerforst. Wo immer es möglich war, war Silber berarbeitet worden: An den Fensterrahmen, die Türknaufe, Zierteller an der Wand, selbst in die Wandteppiche war Silber eingewebt worden. Mancheiner würde wohl meinen, das es zu viel Silber in diesem Zimmer war, doch Viola liebte gerade die Menge. Das Goldzimmer hingegen, das diesem weitestgehend identisch war, war ihrer Meinung nach zu protzig. Gold eignete sich einfach nicht als Raumzierde.
Der Bote wartete bereits auf sie. Er verneigte sich erführchtig, bevor er ihr eine Schriftrolle reichte. Kurz überflog sie die Schriftrolle und zog dann die Stirn kraus. Dann sah sie den Boten an.
"Du bist entlassen. Ich mache mich sofort auf den Weg zur Festung."
Der Bote verneigte sich abermals, bevor er das Zimmer verließ. Viola stöhnte genervt. Einen Moment lang überlegte sie, ob sie nicht einfach hier bleiben sollte. Damals hatte man ihre Meinung nicht hören wollen, warum sollte es dieses Mal anders sein? Dennoch, sie hatte gesagt, sie würde kommen, dann würde sie es auch tun. Zumal sie dort auch Zurana und Kaze treffen würde. Ihr kam spontan die glorreiche Idee, wiedermal eine Teeparty abzuhalten. Die letzte war bereits ein paar Wochen her. Fröhlich lief sie hinunter in die Küche, wo die Köche und Köchinnen sofort in die Knie gingen. Rasch gab die kindliche Göttin den Auftrag, eine Teeparty für den nächsten Tag vorzubereiten. Sie würde in ihrem Privaten Rosenzimmer stattfinden. Dann machte sie sich auf den Weg zur Festung Graukranz. Was nicht lange dauerte, wenn man den Teleport beachtete. So kam es, das sie nur wenige Momente später in der Festung stand, neugierig darauf, wer denn schon alles da wäre. Und ob ihre Freunde tatsächlich ebenfalls kämen.

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Nanoteh
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 17:04

Mit einem Summen saß Zurana an ihrem Schreibtisch welcher aus schwarzem Obsidian geschliffen worden war, die Embleme des Skarabäus in die Standsäulen gearbeitet. Nachdenkend stupste sie mit dem Ende des Schreibwerkzeuges aus Ebenholz gegen ihre Lippen, bevor sie erneut einen Geistesblitz zu haben schien und weiter schrieb.
"Es war das Mark von Akelos... Siebter der Erwachten, Sehender ohne Augen... die er sich einst aus dem Fleische riss...", flüsterte sie und schrieb weiter an den Zeilen, dem nun fünfzehnten Band der Aschenchronik. Einem wirren und makaberen Werk, unverständlich für Außenstehende...
Schließlich pochte es laut an der Tür zu ihrer Obsidiankaverne, Zuranas persönlichen Räumlichkeiten an der Spitze Kalthafens, welche mit feinen Platten aus dem schwarzen Vulkanglas ausgelegt waren. Das Tor wurde schließlich von zwei Skarabäen-Wachen von draußen geöffnet und die einzige Person welche Zutritt hatte betrat den Raum.
Sie begab sich direkt zu dem Schreibtisch an welchem Zurana saß und blieb schließlich mit Abstand stehen...
"Shiori... wie schön dich zu sehen...", sprach die Göttin der Asche lediglich, bevor sie ihr Schreibwerkzeug weg legte und aufblickte. Bei ihr stand ihre persönliche Hofmagierin und Hohepriesterin, Shiori Camora... eine junge Frau mit kunstvoll geflochtenem, dunkelbraunem Haar und einem der traditionellen Gewändern in den Farben des Hauses der Asche. "Wie auch euch meine Herrin. Ein Bote übergab diesen Brief für euch...", erklärte sie und legte den Umschlag mit dem Siegel des Kaiserreiches auf ihren Schreibtisch.
Wortlos brach Zurana das Wachssiegel, zog das gefaltete Papier hervor und begann zu lesen...
"Sieh an... das Kaiserreich ruft nach uns... Shiori? Hören wir den Ruf?", fragte sie schließlich und las noch einmal über die Zeilen. "Vielleicht wäre es zu empfehlen...", antwortete ihre Hofmagierin lediglich.
"Dann folgen wir... Du achtest währenddessen auf alles, meine Liebe?", auf diese Frage nickte Shiori lediglich und neigte ihr Haupt ein wenig. "Natürlich, Herrin."
Die Aschengöttin stand von ihrem Platz auf, drehte sich kurz vor ihrem Spiegel, hielt es aber nicht für nötig sich noch weiter her zu richten, sorgte sie doch täglich dafür ein perfektes Auftreten zu haben.
Sie war gespannt... gespannt einige der anderen Götter wieder zu sehen, es war viel Zeit vergangen... so viel Zeit....
So begab sich Zurana hinab in den Hohetempel, die gewaltige Halle in welcher sich auch die hohe Bücherei befand, die düsteren Geräusche und Gesänge der Erwachten erfüllten die Halle.
Hinter dem Altar selbst, war der Stein im Sockel einer Statue zu ihren Ehren eingearbeitet, der Stein welcher es ihr ermöglichte andere Orte auf Raneq zu besuchen.
So stand sie davor, schloss kurz ihre Augen und als sie jene wieder öffnete, stand sie in einem Schrein der Hochburg von Graukranz. Sie war lange nicht mehr in der kaiserlichen Hauptstadt gewesen... so viel Zeit...
So verließ sie den Schrein und wurde sogleich von einem Sterblichen empfangen. "Ah... ihr müsst Zurana sein, Herrin zu Staubtal. Mein Name ist Mallus Sirola, Schreiber und Kammerdiener des Stadthalters Cranus Exima. Es ist mir eine Freude.", stellte er sich vor und verneigte sich.
"Wie auch mir...", erwiderte Zurana, war aber viel mehr damit beschäftigt sich ein wenig um zu sehen. Es war ihr zu hell... ungewohnt... der weiße Stein war schrecklich anzusehen!
"Bitte folgt mir... ich geleite euch in den Saal des Rates", mit diesen Worten begaben sie sich in einen Rundgang, welcher sie schließlich zu einer großen Doppeltür führte an welcher zwei kaiserliche Palastwachen standen.
Die Wachen öffneten sogleich die Tore und sie gelangten in den großen Ratssaal. Erneut verzog die Göttin der Asche das Gesicht... Hell... viel zu hell!
Große Fenster welche viel Licht in den Raum ließen, ein riesiger runder Teppich aus blauem Stoff auf welchem eine große Tafel stand. In dessen Mitte auf einem Sockel, befand sich eine aus Messing gearbeitete Karte von Raneq. Die edlen Stühle mit blauem Samt überzogen... an der Decke eine riesige Malerei im Stile des Kaiserreiches, mit kleinen Engeln...
Am liebsten hätte Zurana begonnen zu würgen...
Da erblickte sie in dem Saal ein kleines aber bekanntest Gesicht... Shera... Vorsorglich kniete die Göttin der Asche sich ab, falls die kleine Göttin von Westerforst sie anspringen würde... oder um zumindest etwas mehr auf Augenhöhe mit ihr zu sein.


Zuletzt von Nanoteh am Mi 01 Jul 2015, 01:22 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 18:00

Die Glocken schlugen alle genau gleichzeitig. Schön rhythmisch, perfekt aufeinander abgestimmt. Genau so, wie es sich gehörte.
Nartuuk stand an einem der symmetrisch perfekt angeordneten Fenster und blickte auf seine Stadt hinab. Der Wind wehte wie immer in solcher Höhe und obwohl es Sommer war, war es hier oben frisch und kühl.
Hach, was tat man als Gott, wenn man weder schlafen noch essen musste? Wenn man alles erreicht hatte, was ein Sterblicher in seinem Leben erreichen konnte? Der Gott konnte wohl von Glück reden, konnte er sich gut damit beschäftigen, seinen Untertanen beim emsigen Arbeiten zuzusehen.
Leider war es nicht möglich, die Menschen davon zu überzeugen, genau im Gleichtakt zu gehen und sich ein wenig geordneter auf der Strasse zu verhalten. Aber hach, darüber konnte er hinwegsehen. Auch wenn es in der Seele schmerzte.
Als die Glocken alle verklungen waren, wandte er sich vom Fenster ab und schritt durch den grossen Raum, wo er sich zur Zeit aufhielt. Gerade als er in der Mitte angekommen war, betätigte jemand von aussen das Glockenspiel, das ihn jeweils darauf aufmerksam machen sollte, dass jemand eintreten wollte. Die aus Metall und Gold gefertigte Tür schwang wie von Geisterhand auf und der Gott sah einen jungen Burschen eintreten.
"Eure Herrlichkeit", beeilte er sich zu sagen. "Ein Bote hat dies für Euch abgegeben. Es sei dringend."
"Ohje, das passt mir aber überhaupt nicht in meinen Zeitplan", seufzte der Gott, obwohl er gerade ja eigentlich eher in Langeweile denn totaler Geschäftigkeit schwelgte.
Er liess sich die Rolle überreichen. Mit spitzen Fingern nahm er sie entgegen und hielt sie von sich weg, als wäre sie irgendein totes, stinkendes Tier.
"Uh, das Siegel ist ja nicht mittig. Welcher unfähige Vollidiot hat das versiegelt?! Empörend!"
Der Bursche wagte nicht, etwas zu sagen. Er wusste es ja auch nicht.
Nach einigen weiteren empörten Ausrufen überwand sich Nartuuk und brach das Siegel, um festzustellen, dass der Schreiber nicht einmal dazu in der Lage gewesen war, ganz exakt gerade zu schreiben.
"Der Kaiser?!", entfuhr es ihm. "Der Kaiser hat solch ungeschickte Schreiberlinge! Pfui!"
Und oh nein. Das hiess wohl, dass da alle seine Gleichgesinnten auftreten würden. Diese Chaoten, diese Barbaren! Aber naja, nicht jeder konnte so perfekt sein wie er. Er musste etwas nachsichtiger sein.
"Vielen Dank. Du kannst gehen", wies er den Burschen an.
Dann wandte er sich dem Schrank zu, wo seine Gewänder und Kleider aufbewahrt wurden. Wie sollte er gehen? Hmmm ...
Als er sich entschieden hatte, benötigte er etwa drei Anläufe, bis er mit der Symmetrie der Kleidung zufrieden war. Dann durchschritt er drei weitere Räumlichkeiten, bis er zu der Standuhr kam, wo der Stein eingearbeitet war.
Kurze Zeit später fand er sich wieder in einem Schrein. Einem aussergewöhnlich chaotischen Schrein. Zumindest für seine Augen. Er beeilte sich da raus zu kommen und liess sich von einem Menschen zum Saal bringen.
Es schien, als wäre er nicht der Erste.

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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 18:42

Asura trat gerade aus seiner Hütte, als der Bote des Kaisers das Dojo erreichte.
Das Holzhaus stand auf einer Anhöhe in den Wäldern des Yuuka-Gebirges, unscheinbare vier Wände aus Holz und Lehm. Sicher war es nicht, was man von einem Gott erwartete, doch Asura bevorzugte Schlichtheit und praktischen Nutzen vor Prunk und der Demonstration von Macht. Zudem hatte er von dem kleinen Hügel aus einen hervorragenden Blick auf das kleine Dorf Asuren, welches in den letzten achtzig Jahren um sein Dojo herum entstanden war. Mehrere Monate der Entbehrungen und Einsamkeit lagen hinter ihm, wie so oft hatte er den Frühling weit weg von Zuhause vebracht um sein Training in aller Ruhe und fern von neugierigen Augen abzuhalten. Niemand bis auf Göttin Shera wusste, wo er sich sein Heim erbaut hatte, selbst der Statthalter des Kaisers ließ Nachrichten, wenn nötig, an den Leiter des Dojos überbringen um Asura zu erreichen.

Wenige Stunden später klopfte es plötzlich an seiner Tür, ein schnelles, kurzes Klopfen, das nur von einer einzigen Person stammen konnte - oder weniger einer Person, als von einem Tier. Als der Eremit die Tür öffnete, flatterte ein kleiner Falke hinein, mit einer Nachricht die ihm an's Bein gebunden worden war. "Riku, mein alter Freund. Na, mein Kleiner? Sieht wohl so aus, als hätte Takaru wiedermal ein Problem. Was ist es diesmal?" Er nahm dem Vogel den Brief vorsichtig ab und deutete lächelnd auf einen kleinen Korb mit getrocknetem Fleisch auf seinem Fensterbrett. "Eure Mahlzeit, Herr der Vögel." Während sich der Falke augenblicklich über das Fressen hermachte, entrollte Asura die Nachricht, setzte sich auf einen alten, knarrenden Holzstuhl und begann zu lesen.

"Ein Treffen?"


Zuletzt von Damn Kudder am Do 16 Okt 2014, 12:23 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 19:07

Sanel sass gerade vor einer frischen Tasse Tee und wartete darauf, dass dieser fertig gezogen hatte, als es an die Tür seiner einfachen Behausung klopfte. Mit einem schweren Seufzen erhob er sich und mit nackten Füssen und schleifendem Gang begab er sich zu der Eingangstür, um sie zu öffnen. Er hatte nicht sehr oft Besuch und wenn er welchen hatte, dann war es meistens kein all zu schöner. So war er doch sehr erstaunt, als ein Mann in hellblauer Robe mit dem Wappen des Kaiserreiches da stand und ihn feierlich begrüsste. Zumindest solange, bis ihm auf einmal die Stimme versagte und er sich entsetzt an die Kehle fasste.
"Oh.. Entschuldigt, das war keine Absicht", sagte Sanel sofort und pflückte ihm vorsichtig die Pergamentrolle aus der Hand, bedacht darauf, ihn nicht zu berühren.
"Ihr solltet jetzt lieber gehen. Dennoch vielen Dank."
Der Mann nickte und hastig und schon war er wieder davon, in Richtung des örtlichen Schreines. Sanel sah ihm nach und das Missgeschick tat ihm schrecklich leid, auch wenn er sich sicher war, dass die Stimme schon zurückkommen würde mit der Zeit. Es war so schönes Wetter, so ein schöner, lebendiger Tag. Und unter seinen Füssen begann das Gras schon, seine satte Farbe zu verlieren und zu welken. Es war so frustrierend.
Er ging zurück in sein Haus, leicht geduckt, dass die Flügel nicht an den Türrahmen schlugen, und schloss die Tür hinter sich. Das ganze Haus war grau und wirkte leer. Einige Dinge, die er zu oft berührt hatte, hatten sogar nicht nur an Farbe, sondern auch an Material verloren und wirkten wie Glas, durchschillernd und nichtig. Es war ein bedrückender Anblick und dennoch war es sein Zuhause, ein Ort, der früher einmal voller Schönheit und Leben gewesen war. Zumindest, soweit er sich noch erinnern konnte und nicht schon alles verblasst war.
Als er an den Tisch zurückkehrte und einen Schluck vom Tee nahm, verzog er unmerklich das Gesicht. Er hatte weder die frischen Kräuter vom Dorfmarkt noch das Wasser direkt berührt und trotzdem hatte sich das Getränk dem Rest des Heimes angepasst und der eigentlich so schöne Geschmack war gewichen, liess nur noch eine viel zu zarte, bittere Note übrig. Nicht essen und trinken, weil man es nicht benötigte, das war das seine. Aber nicht essen und trinken, weil man es nicht geniessen konnte, das war etwas ganz anderes. Er stellte die Tasse ab und widmete sich dem Pergament.
Es war eine Einladung für einen Rat. Anscheinend waren sie alle eingeladen. Das gab es nicht so oft und das war eigentlich auch gut so, seiner Meinung nach. Früher oder später wurde es immer unschön, wenn zu viel Götter aufeinander trafen. Dabei hatten sie einst so ein gutes Team gebildet.
Noch während seine Finger über die Zeilen strichen, begann die Tinte sich langsam vom Papier abzuheben und zu verschwinden, sich einfach aufzulösen. Es sah eigentlich sogar ganz hübsch aus, aber es war alles andere als vorteilhaft. Es war ein Glück, dass er ein relativ schneller Leser war.
Na ja. Dann hiess es wohl, den alten Gefährten wieder einmal Hallo zu sagen. Vielleicht tat es ihm auch ganz gut, eine kleine Reise zu machen.

Es ging nicht lange, bis Sanel bei dem kleinen Dorfschrein stand. Der Weg war kein langer und der Schrein auch kein grosser. Dennoch war er sehr hübsch, man konnte die spirituelle Energie richtig spüren und der Wind zog an den Säulen vorbei und rauschte durch die Federn, während die Blätter über einem rauschten. Da, wo der Kiesweg zum Eingang führte, war oben kunstvoll der Stein angebracht, der den kleinen Tempel zu dem machte, was heute sein eigentlicher Nutzen war, denn zum Beten und Entspannen kamen nur wenig je her. Und das, obwohl er bei einer jeden der Säulen eine kleine, aber schöne Statue hingestellt hatte. Gemeinsam stellten sie die Gottheiten dar, die durch das Herz geboren worden waren, ihn eingeschlossen. Er hatte niemanden vergessen, egal, wie die sie sich damals getrennt hatten, es wäre einfach nicht richtig gewesen. Und trotzdem, gebetet wurde selten. Wieso sollte man auch bei einem Schrein beten, wenn man auch direkt zu der Gottheit gehen konnte und sie einen auch viel eher hören würde, als wenn man zu einem Stein sprach. Wieso vor allem sollte man beten, wenn die meisten von ihnen nicht an den Gebeten interessiert waren und sich lieber um ihren eigenen Prunk kümmerten? Oder es gar nicht erst in ihrer Macht stand, die Wünsche der Leute zu erfüllen. Sie waren Götter, aber sie waren alles andere als allmächtig.
Er trat in die Mitte des Schreines, wo die Linien im Stein sich trafen und ein Symbol für das ewige Leben und die Göttlichkeit des Schreines bildeten. Der Stein, der für die Teleportationskräfte des Schreines sorgte, aktivierte sich und erst umfing ihn vom Boden aus helles Licht, ehe er auch schon an einem ganz anderen Ort sich wiederfand. Ach, das Licht war so schön. Es war nur immer viel zu schnell weg.
Er wurde auch hier sehr freundlich empfangen, jedoch hielt er diesmal lieber Abstand, als er sich in die Konferenzhalle geleiten liess. Einige andere Götter waren schon da, er konnte es gut spüren. Aber noch lange nicht alle und es war auch fragwürdig, ob sie überhaupt alle erscheinen würden. Einige hatte man immerhin schon so lange nicht mehr gesehen, dass man sie schon fast als eine blasse Erinnerung hätte vergessen können.
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 21:57

Es war langweilig, die erste zu sein, die eintraf... Man musste so lange warten, bis wer auftauchte. Daher ließ Viola in ihren Händen einfach eine mit Honig überzogene Waffel erscheinen. Sie schmeckte nicht so gut wie die ihrer privaten Köchin, war aber dennoch köstlich. Und das Kauen und anschließende Hände ablecken half gegen die Langeweile. Sie hatte gerade den meisten Honig von den Fingern geschleckt, als endlich die ersten anderen Götter eintrafen - allen vorran Die Göttin der Asche.
Nur weniges verschaffte Viola noch ein derart fröhliches Lächeln wie der Anblick der Freundin. Sie riss die Hände auseinander und lief mit einem freudigen "Zurana!" auf die Göttin zu. Sie umarmte sie mit noch immer klebrigen Fingern, was darin endete, das die Haare der Aschegöttin an den Händen des Mädchens klebten. Viola ließ sich davon jedoch nicht stören und strahlte ihre Freundin fröhlich an.

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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 22:26

"Warte! Deine Hände sind ja ganz klebrig...", gab die Göttin der Asche von sich und versuchte mit ihrem Kopf etwas Abstand zu erlangen, damit Shera ihr nicht die Haare ausrupfte. "Kaiserlicher? Wasser für die Hände... in einer Schale...", gab sie an einen der Hofdiener weiter welche sich in dem Ratssaal um ihr Wohl kümmern sollten. Er neigte das Haupt und verschwand schließlich...
"Genascht hast du... ja... ich sehe es dir an.", meinte die Aschengöttin mit einem freudigen Grinsen. Sie war froh, dass die kleine Göttin der Freude sich hier befand... "Waschen wir deine Fingerchen...", mit diesen Worten stand Zurana auf und trug sie liebevoll einfach zu dem großen Tisch des Ratssaales hinüber wo ein anderer Hofdiener auch bereits eine Schale mit klarem Wasser abstellte. Behutsam setzte sie Shera auf der Kante des Tisches wieder ab, dabei blickte sie sich kurz um... Sie blickte flüchtig zu Nartuuk und Sanel... ehemalige Gefährten waren sie... doch sie hatten seit langem nichts mehr miteinander zu tun gehabt. So nickte sie den beiden Göttern lediglich kurz zu, bevor sie sich wieder Shera widmete.
"Was sie wohl von uns wollen...? Klebriges Ding... Ist das Honig...?", fragte sie, während sie der kleinen Göttin half sich die Hände zu waschen.


Zuletzt von Nanoteh am Mi 15 Okt 2014, 23:17 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 22:33

Oh Kinder. Mit Kindern war Unordnung vorprogrammiert. Und diese kleine Göre war das schlimmste Kind von allen Kindern die es gab!
Nartuuk versuchte nicht allzu offensichtlich die Nase bei ihrem Anblick zu rümpfen. Stattdessen verschränkte er die Arme hinter dem Rücken und musterte die äusserst gewöhnungsbedürftige Einrichtung.
Aber da er ja ein höflicher Genosse war, lächelte er sowohl die Aschenbraut wie auch den Engel freundlich an.
"Seid gegrüsst, werte Mitherrlichkeiten."

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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 22:40

"Jaha", antwortete sie fröhlich. "Honig ist lecker. Vielleicht sollte ich mal Rosinenkuchen mit Honig versuchen. Magst du Honig, Zurana?" Wenn man Viola gerade so sah konnte man sich gut verstellen, warum sie sich Göttin der Freude nannte. Sie hatte ausnahmsweise mal einen ihrer eher kindlichen, freundlichen Tage. Doch das würde sich wohl spätestens dann ändern, wenn die Sitzung begann und sie sich langweilen würde. Sie hasste Diplomatie, darum überließ sie das auch dem König von Westerforst. Doch ihrer aktuellen Laune verdanke Zurana es wohl, das sie sich derart von der älteren Göttin bemuttern ließ. Vielleicht lag es aber auch an der Sympathie, die sie für die Frau hegte.
Als Nartuuk eintrat und die Anwesenden begrüßte, legte sich der Blick ihrer strahlenden Augen auf den Gott, bevor sie mit einem knappen "Hallo" antwortete.

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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 22:42

Die unbeschwerte Kindlichkeit der jüngsten Göttin brachte für einen kurzen Moment ein schwaches Lächeln auf Sanels Gesicht. Leider eben nur für einen kurzen. Es war ja schön, dass sie trotz allem weiterhin ein sorgenloses Kind sein durfte und auch Zurana schien munter in der Laune zu sein. Aber irgenwie füllte paradoxerweise auch genau dieser Anblick ihn selbst mit einer unglaublichen Leere.
Nartuuk grüsste und so hob er schlaff die Hand in seine Richtung zum Gegengruss.
"Nartuuk. Zurana. Shera. Es ist lange her", sagte er und es klang beinahe, als würde er da noch mehr anfügen wollen, jedoch kam nichts mehr nach. Was hätte er denn auch sagen sollen. Stattdessen setzte er sich an einen der äussersten Plätze des Tisches und zog die Flügel näher um sich, weil ihm irgendwie kalt war. Ausserdem wollte er den Tisch mit der Karte nicht anfassen und noch versehentlich etwas kaputt machen.
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 22:58

Dieser Bote war gar nicht glücklich. Die Berge der Morgenröte waren selbst im Winter unangenehm heiß. Es war jene Art von Hitze, die sich sofort jeglicher Feuchtigkeit bemächtigt und gnadenlos ausrottet. Die Zunge klebte ihm schon seit einiger Zeit am Gaumen und die Wasserschläuche waren leer. Aber umdrehen kam nicht in Frage. Er hatte seine Befehle. Trotzdem wäre es schön gewesen, wenn die Zisternen am Rande des Pfades häufiger gewesen wären. Vermutlich musste man schon dafür dankbar sein. Der Bote schickte ein kurzes Gebet an Asura, dessen Schreine den Pfad zierten.
Man musste schon einer ganz bestimmten Rasse angehören, um hier leben zu wollen. Der Bote wusste natürlich, dass Pfad zur Schmiede eine Art Prüfung darstellen sollte, aber es wäre trotzdem schön, wenn dieser Gott leichter zu erreichen wäre. Und noch viel schöner wäre es, wenn die Blasen in den Lavaströmen rechts und links nicht ständig explodieren würden, um den gesamten Pfad mit brennenden Lavatropfen zu überziehen.

Von hier unten konnte man die Schmiede schon sehen. Oder wenigstens konnte man die Eingangshalle sehen. Der Bote war schon einmal hier gewesen und wusste, wie groß die Lavaschmiede war. Der Bote seufzte und machte sich an die grob zweihundert Meter Aufstieg, über schmale Brücken, direkt über Lavaströmen. Mehrfach rutschte der Mensch auf dem weichen Tuffstein weg, zum Glück reichte der Schwung nie, um ihn von dem Pfad zu treiben. Der Eingang zu der Schmiedehalle war schon beeindruckend. Auch hier gab es Lavaströme, aber diese waren in Bahnen gelenkt. Flackernde Öllampen erhellten die Halle. Es war nicht schwer herauszufinden, ob der Gott anwesend war. Lautes Hämmern dröhnte durch die Hallen, regelmäßig. Der Bote betrat die eigentlich Lavaschmiede und wappnete sich für die Mauer aus Hitze, die ihn erschlagen würde. Trotzdem drückte es ihm alle Feuchtigkeit aus der Kehle und er war schlagartig wieder trocken. Der Schmied unterbrach seine Arbeit nicht, aber der Bote hatte trotzdem das Gefühl, dass man ihn bemerkt hatte. Der Schmied beendet seine Arbeit und holte eine Pfeife hervor, die er mit ein wenig Zunder aus einer nahestehenden Kohlenpfanne anzündete.
"Ich habe eine Nachricht des Kaiserreichs für sie."

Eine Nachricht des Kaisers, wie? Womit hatte er diese seltene Ehre verdient? Der Kaiser hatte sich bis jetzt nicht dazu bewegen lassen etwas von Gizo haben zu wollen. Er war eine Art weißer Wal für Gizo. Vielleicht würde der alte Miesepeter endlich einknicken? Mit verrußten Fingern griff Gizo nach dem Brief und zerstörte das Siegel mit einem schwieligen Finger. Die Götter wurden einberufen. Es ging wieder einmal um das Herz. Gizo stieß einen Seufzer aus. Einige seiner alten Kameraden wollte er gar nicht mehr sehen.
Der Goblin steckte den Brief in eine Tasche seiner Schmiedeschürze.
"Du kommst alleine zurück?"
"Ja, Herr. Mit Eurer Erlaubnis, bediene ich mich an den Vorräten."
"Mach nur. Ich habe ohnehin keine Verwendung dafür."
Gizo ließ den Boten stehen, der sich eilig in Richtung Vorratskammer aufmachte. Das Ziel des Gottes hingegen war jener kreisrunde Raum, in dem Schreine aller Götter standen. Er mochte einige der anderen vielleicht nicht, aber Kunden waren nunmal Kunden. Es brauchte nur einen Moment des Schwindels und Gizo erschien vor seinem Schrein. Die anderen fand er im Ratssaal, in den ihn ein beflissener Diener geleitete. Zu seiner Freude erblickte er sowohl Viola als auch Nartuuk.
"Guten...Abend? Verflucht, wie lange habe ich eigentlich an diesem blöden Schwert gearbeitet? Hoffe aber, es geht euch gut, hm? Nartuuk, ich habe den neuesten Zusatz zu deiner Armee gesehen. Wirklich beeindruckende Arbeit."

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Nanoteh
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 23:26

Die Göttin der Asche schüttelte auf die Frage von Shera lediglich das Haupt. "Zu süß...", antwortete sie schließlich, ließ von den nun nicht mehr klebrigen Händen der kleinen Göttin ab und nickte Sanel ein weiteres mal zu. Richtig... lange her... es war viel Zeit verstrichen, Zeit welche Zurana oft selbst nicht wirklich wahrgenommen hatte. "Wer uns wohl noch aller besuchen wird...?", fragte sie an Shera gewandt, doch eigentlich fragte sie sich dies eher selbst.
Dann erschien in dem Ratssaal jemand, mit dem sie nicht wirklich gerechnet hatte... als wäre ihre Frage eine Art Stichwort gewesen... Gizo... der Goblingott und legendäre Schmied...
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Grim
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 23:29

Der Drache hatte den Blick zum Boden gerichtet. Er flog hoch – so hoch, wie die steilen, schroffen, sich einander zuneigenden Wände der Schlucht ihm dies gestatteten, doch seinen adlergleichen Augen entging nichts. Mit der erhabenen Majestät einer Kreatur, die nichts und niemanden zu fürchten braucht suchte er die Talsohle nach Beute ab, die er reissen, verschlingen, verzehren konnte. Der Drache war ein beeindruckender Anblick. Er war ein erwachsenes Männchen, zwar nicht älter als einhundert Jahre – etwas, das bei seiner Rasse, die nie zu wachsen aufhörte, leicht an der Größe abzuschätzen war – aber von der schmalen Schnauze bis zum von Hornzacken gekämmten Schwanz nicht weniger als neun Schritt lang. Sein von matten, dunkelvioletten Schuppen bedeckter Leib war schlank und drahtig gebaut, die Gliedmaßen, wenngleich im Flug angezogen, lang und spindelartig, allerdings mit tückischen Krallen bestückt. Einzig sein Brustkorb, der die Muskulatur der gewaltigen Schwingen trug, war bauchig wie ein Fass. Seine Schwingen, weit gespannt um die warme Thermik voll aufzufangen, maßen nicht weniger als vierzehn Schritt von Spitze zu Spitze. Der Kopf der Kreatur schließlich, reptilisch-dreieckig geformt, die grellgelben Augen tief unter massigen Hornbrauen verborgen, die Stirn von einem Dornenkranz gekrönt, schien beinahe ausschließlich aus gewaltigen Kiefern voll nadelspitzer Zähne zu bestehen. Ganz ohne Zweifel war der Drache der König dieser Berge, ihr unangefochtener Monarch. Selbst gefürchtete Räuber – Adler, Wölfe, Bären – mussten ihn fürchten, er selbst jedoch konnte sich jederzeit in perfekter Sicherheit wiegen. Wer hätte es auch wagen sollen, ihn anzugreifen. Ganz zu schweigen von der schieren Möglichkeit. Nein, er musste nicht vorsichtig sein. Er konnte in Seelenruhe seine Bahn durch den Canyon – seinen Canyon! – ziehen und mit dem gierigen Blick eines Räubers den Boden absuchen.
Auf einem Felsüberhang am Rand des Canyons, hunderte Schritt über der Talsohle, lauerte, verborgen zwischen Geröll und zähem Gestrüpp, das sich mit dürren Wurzeln in den Fels krallte, der Wildgeist. Er hatte Tage lang gelauert. Hatte verharrt, beobachtet, hatte Fährten verfolgt, die Gewohnheiten seiner Beute studiert. Er hasste es zu warten, musste mit Mühe den Drang, los zu schlagen unterdrücken, aber seine tierischen Instinkte, gewaltig gestärkt durch wochenlanges einsames Wandern in der Wildnis, rieten ihm, den passenden Augenblick abzuwarten. Er hatte nur eine Chance. Und nun war er bereit. Sein Körper – Muskeln und Sehnen, kein einziges überschüssiges Gramm Fett – war zum zerreissen angespannt. Seine Augen, schärfer als die jedes Adlers, hatten seine Beute schon vor geraumer Zeit ausgemacht wie sie näher kam, majestätisch gegen das Licht der aufgehenden Sonne, selbstsicher eben jene Routen patroullierend, der sie Tag für Tag folgte. Seine Lefzen waren zu einem grausamen Grinsen gebleckt, das eine Vielzahl scharfer, spitzer Zähne entblößte. Gleich wäre es soweit! Der Wildgeist war der unangefochtene König aller Jäger. Er jagte und tötete wonach auch immer ihm der Sinn stand. Er kannte keine Furcht. Je mächtiger sein Gegner war, desto größer der Reiz der Jagd. Er jagte nicht für Fleisch, nicht um sich einer Bedrohung zu entledigen. Er jagte für den Kitzel. Das Kribbeln. Die Anspannung. In eben jenem Moment verspürte er, wie dieses einzigartige Gefühl seinen breiten Rücken herab lief. Er hätte ein wohliges Knurren ausgestoßen, doch das wäre einem lauernden Jäger schlecht bekommen. Ein Jäger verharrte regungslos bis er zuschlug. Der eine, perfekte Augenblick, er rückte näher. War nur noch Herzschläge entfernt. Die Vorfreude des Wildgeists, der fühlte, dass seine Beute ihm nun nicht mehr entkommen konnte, steigerte sich ins Unermessliche. Gleich würde er losschlagen. Adrenalin würde seinen Körper fluten, würde Kraft in seine Arme jagen und seine Sinne bis zum Bersten schärfen. Doch noch war da nur der wohlige Kitzel des Jagdfiebers. Sein Herz schlug schnell, aber gleichmäßig. Er kostete das Gefühl bis zum letzten Augenblick aus. Seine Beute war jetzt ganz nah. Ein herrliches Exemplar. Ein König in seinem eigenen Reich. Aber selbst Könige mussten sich dem Wildgeist beugen, dem Gott der Jagd.
Der Wildgeist sprang ab. Lautlos, beinahe, nur ein paar Kiesel lösten sich unter seinem festen Tritt, kullerten den Fels hinab. Mit mächtigem Schwung drückte der Wildgeist sich vom Fels ab, stürzte geradewegs in die Tiefe. Kein Laut kam über seine Lippen. Wind pfiff an ihm vorbei, zerrte an seinem Körper, der schneller und schneller hinab fiel. Unter ihm glitt der Drache. Der Augenblick des Absprungs war perfekt gewählt. Einen Herzschlag vor dem Aufprall öffnete der Wildgeist den Rachen, ließ ein furchtbares, animalisches Brüllen ertönen. Doch für den Drachen war es zu spät. Mit beiden Beinen landete der Wildgeist auf seinem Rücken. Seine Füße fanden Halt hinter den Ansätzen der Flügel. Seine Hände, beide um den massigen Schaft des Speers der Jagd geschlungen, brachten die Spitze der Waffe dem Schwung des Sturzes und göttlicher Kraft hinab. Die gottgeschmiedete Spitze durchschlug mühelos die dicken Drachenschuppen, drang eine Spanne tief in das Fleisch der Kreatur. Und wurde dort gestoppt. Ob von Knochen oder schlichtweg verkantet konnte der Wildgeist nicht sagen, aber innerhalb des kürzesten Augenblicks erkannte er, dass sein Schlag misslungen war, der Versuch, den Drachen mit einem einzigen Stoß zu töten gescheitert.
Doch der Wildgeist hatte keine Zeit, sich darüber zu ärgern. Der Todesstoß war misslungen, jetzt musste er kämpfen. Er ließ sich auf die Knie herab um besseren Halt auf dem Rücken der aufbrüllenden, unter seinem Gewicht absackenden Bestie zu finden, löste eine Hand vom Schaft des Speers und griff nach dem beinernen Zackenkamm, der das Rückgrat entlang lief. Er fand Halt. Der Drache schlug nun heftig mit den Flügeln, versuchte den Kopf zu wenden, doch den Wildgeist auf seinem Rücken konnte er nicht erreichen. Erneut zuckte der Speer der Jagd nach vorn, bohrte sich in den Hals des Drachen, riss eine blutige Spur durch die weiche Unterseite als er wieder austrat. Ein Zucken lief durch den Drachenleib, das Schlagen der Flügel wurde hastiger, panischer. Er versuchte eine Rolle, suchte den Angreifer auf seinem Rücken abzuschütteln, in die Tiefe zu stürzen, doch der Wildgeist presste seine Schenkel eisern gegen die schuppigen Flanken, bewahrte den Griff. In weitem Bogen schwang der Speer aus, biss sich in die dünne, empfindliche Membran des rechten Flügels. Mit einem einzigen, gewaltigen Streich riss die schwertartige Klinge der Waffe sie in Fetzen. Augenblicklich verlor der Drache jegliche Kontrolle über seinen Sturz. Er geriet ins Trudeln, verlor rascher und rascher an Höhe. Bedrohlich näherte sich der Boden der Schlucht. Doch vom zweifellos tödlichen Aufprall würde der Wildgeist sich seinen Triumph nicht stehlen lassen. Seine Linke löste sich vom Rücken, griff um die Schulter des Drachen. Mit gewaltigem Schwung zog er sich über diese hinweg, landete auf dem Bauch des nun in Rückenlage stürzenden Reptils. Die Spitze des Speers, nun weit vorn am Schaft gegriffen, bohrte sich in die Brust, traf wohl die Lunge, nicht jedoch das Herz. Verzweifelt spie der Drache Feuer, doch zielte weit zu hoch. Der Wildgeist jedoch reagierte rasch. Diesmal zielte er auf die entblößte Kehle des Drachen. Die Beine halb um die Brust, halb um den Flügel des Drachen geschlungen fasste er den Speer der Jagd mit beiden Händen und stieß zu. Seine Spitze bohrte sich mühelos in den Schädel. Die Gegenwehr des Drachen erstarb einen Herzschlag bevor der Körper des toten Königs des Schlucht gemeinsam mit seinem Bezwinger in einer gigantischen Staubwolke auf dem Grund der Schlucht aufschlug.

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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 23:35

Mit Gizo fand sich wenigstens einer jener ein, die Nartuuks Vorliebe für Metalle und Gold und ähnlichem teilte.
"Gizo! Schön dich zu sehen. Und ja, ist es nicht wundervoll? Alle Zahnräder sind perfekt, aber wirklich perfekt angeordnet. Alles symmetrisch, nichts kann verkanten, es läuft alles reibungslos wie ein perfektes Uhrwerk", bestätigte er die Aussage des Schmieds.
"Wirklich ein Stück auf das ich wahrlich stolz bin."
Er lächelte und hielt dem Schmied die Hand entgegen.
"Und wie ergeht es dir auf deinem glühenden Berg?"

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Lias
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Mi 15 Okt 2014, 23:53

Gizos Miene wurde mürrisch, auch wenn sich seine Unzufriedenheit nicht auf die anderen Götter bezog. Der schwere Schmiedehammer fiel mit dem Kopf nach unten auf den Boden, wo er eine Delle hinterließ. Gizo machte eine wegwerfende Handbewegung mit der Pfeife, die eine Rauchschwade durch den Raum sandte.
"Mein letzter Lehrling hat aufgegeben. Der unzuverlässige Nichtsnutz. Aber davon ab ergeht es mir ganz gut. Ich habe noch eine Ader Titanium gefunden. Das verwendest du doch gerne für deine feineren Zahnräder."
Eine weitere Rauchschwade gesellte sich zu der ersten als Gizo einen Zug an der Pfeife nahm und den Rauch wieder ausstieß. Es war viel einfacher sich in Fachsimpeleien mit Nartuuk zu ergehen als mit einigen der anderen Götter zu reden.
"Und Lord Felion hat das Schwert, das ich für ihn geschmiedet habe, zurückgehen lassen. Es sei ihm nicht gut genug." Der Goblin grinste dabei schief. "Aber er ist jetzt tot. Sein Schwert ist im Duell zerbrochen und sein Gegner, Lord Soundso von Hassenichgesehn, hat ihm die Brust gespalten. Mit meinem Schwert wäre das nicht passiert."
Mit dem Mundstück der Pfeife deutete Gizo auf Nartuuk.
"Aber genug von meiner langweiligen Arbeit. Wie ergeht es dir, mit dieser ganzen Verehrungssache?"

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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Do 16 Okt 2014, 00:16

Zum wiederholten Male an diesem Tag verfluchte der Bote sein Pech. Das Pech, ausgerechnet diesem speziellen Gott eine Nachricht überbringen zu müssen. Warum hatte man ihm nicht die Göttin Zurana zugeteilt? Oder Sanel oder Nartuuk? Es wäre so viel einfacher und bequemer gewesen. Diese Götter residierten in prächtigen Palästen, einfach zu erreichen und schon von weitem sichtbar. Warum nicht einer von ihnen? Warum hatte man ihm die Nachricht für Tharodyn, den Herrn der Prüfungen, zugeteilt?
Es war nicht einmal so schlimm gewesen, erst den Gerüchten zu folgen, die den Weg zu einem sagenhaften Schatz wiesen. Auch der unbequeme Weg dorthin war noch zu bewältigen gewesen. An den grausamen Orks hatte sich der Bote irgendwie vorbei schleichen können, und auch der schmale Pfad, der an den Stromschnellen vorbei führte, war keine unüberwindbare Hürde gewesen, ebenso der Baumstamm, der als Brücke über die eine tiefe Schlucht diente.
Aber nun sollte er auch noch diese steile Felswand hinauf klettern? Er konnte nicht einmal das obere Ende sehen! Ein Fehltritt, und er würde in den Tod stürzen! Wie sollte er dieses Hindernis bewältigen? Eine halbe Stunde lang stand er bereits hier und erwog, ob ihm die bedingungslose Erfüllung seiner Pflicht es wert war, womöglich den Tod zu finden. Und vor allem, ob sein Herr das von ihm verlangen würde.
"Ich nehme an, du hast nicht vor, heute noch dort hinauf zu klettern, nicht wahr?"
Der Bote fuhr herum, als er die Stimme hinter sich hörte, und griff instinktiv nach seinem Schwert. Schnell zog er die Hand wieder zurück, als er die Gestalt erkannte, die dort hoch aufgerichtet und mit vor der Brust verschränkten Armen stand. Das Gesicht konnte er nicht sehen, denn es war vollständig im Schatten der Kapuze verborgen.
"F... Fürst Tharodyn!" sprach der Bote den Herrn der Prüfungen an, nachdem er sich von seinem Schrecken erholt hatte. Er trat ein paar Schritte vor und kniete dann vor dem Gott nieder, der das regungslos zur Kenntnis nahm.
"Ich dachte mir schon, daß du etwas von mir willst, Sterblicher," sprach der Gott im Plauderton, "denn die Gefahren, die du auf dich genommen hast, waren keine geringen, und wie ein Kämpfer siehst du nicht aus. Um ehrlich zu sein, hatte ich gehofft, du würdest dieses Hindernis auch noch nehmen... erst danach wäre es wirklich gefährlich geworden." Der Gott zuckte mit den Schultern und beschied dem verwirrten Boten, sich zu erheben. "Aber auch so war es recht amüsant." Er sagte nichts weiter, und der Bote trat unsicher vor, die Schriftrolle hervor ziehend.
Tharodyn nahm sie schweigend entgegen, rollte sie aus und studierte sie eine Zeitlang. Dann rollte er sie wieder zusammen und steckte sie weg. Er ließ etwas hören, das ein Seufzen sein mochte. "Kehre zurück zu deinem Herrn, Sterblicher. Ich werde der Einladung folgen."
Und damit drehte er sich um und ließ den Boten einfach stehen. Nach etwa einem Dutzend Schritte wandte er sich noch einmal halb um. "Dort drüben, zwischen den großen Felsen, befindet sich ein Pfad, der dich wieder sicher nach unten bringt." Dann machte er ein paar weitere Schritte und löste sich in einer Wolke schwarzer Schatten auf.
Seufzend machte sich der Bote auf und schritt zu der angegebenen Stelle hinüber. Da war er wohl noch mal glimpflich davongekommen. Wenn er an die Erzählungen dachte, was seinem Vorgänger passiert war, als der Tharodyn eine Nachricht überbracht hatte...

Die Reaktion des Herrn der Prüfungen beim Anblick des Ratssaals war der der Aschengöttin nicht unähnlich; vielleicht sogar noch etwas heftiger, denn derartiger Prunk schreckte ihn ebenfalls ab.
Niemand hatte ihn willkommen geheißen, denn Tharodyn haßte formelle Empfänge und suchte sie möglichst zu vermeiden. Das war nicht weiter schwer, denn Sterbliche waren so leicht zu täuschen. Nicht einer von ihnen hatte ihn auf dem Weg hierher bemerkt.
Die anderen Götter freilich bemerkten ihn sofort, denn sie konnte er nicht täuschen. Es waren bereits einige von ihnen anwesend, jedoch nicht alle.
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Do 16 Okt 2014, 11:12

Als der Schmied eintrat, wirkte Sanel sogleich alles andere als angetan und seine Finger krampfen sich in die braunen Flügel. Das lag weniger daran, dass er etwas gegen den Goblin gehabt hätte, sondern vielmehr daran, dass der einen so starken Stoff rauchte. Das war so unglaublich ungesund und auch wenn der Goblin als Gott keinen Schaden davontrug, so konnte sich Sanel richtig einbilden, wie die Stoffe mit dem Rauch in die Luft übergingen und alles zerklebten und einen unglaublich unangenehmen, brennenden Geruch verbreiteten, selbst wenn er davon gar nichts riechen oder spüren konnte. Als der Herr dann auch noch seinen Hammer in eine der perfekt polierten Marmorplatten schlug, zuckte Sanel so sehr zusammen, dass er sich einige Federn ausriss. Er versuchte lieber in eine andere Ecke zu blicken und entdeckte, wie sich der Meister der Prüfungen näherte, worauf sich seine Laune endgültig am Grund befand.
Tharodyn war einer dieser Personen, die er einfach nicht verstehen konnte. Natürlich, für seine Fähigkeiten konnte er nichts, niemand von ihnen hatte sie sich ausgesucht. Aber während auch viele von ihnen leichtsinnig und oft zum Leidwesen anderer handelten mit den ihnen gegebenen Möglichkeiten, so war er wohl tatsächlich der Meister darin. Sich eine Freude am Leid anderer zu machen, sich das sogar zur Lebensaufgabe machen, das ging einfach gegen Sanels Prinzipien und so war er auf diesen Mann alles andere als gut zu sprechen. Sie waren ausgezogen, um der Welt und ihren Bewohnern zu helfen, nicht, um sie in neue Gefahren und in Tharodyns Fall auch oft in den Tod zu stürzen.


Zuletzt von SageCape am Do 16 Okt 2014, 20:43 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Do 16 Okt 2014, 11:52

"Du, Zurana?"
Viola zupfte mit noch feuchten Fingern an der Kleidung der Aschegöttin, als diese ihre Aufmerksamkeit auf die anderen Anwesenden lenkte. Die Kindgöttin hasste es, wenn ihre Gesprächspartner sich mit etwas anderem beschäftigten, als mit ihrer eigenen Herrlichkeit.
"Du magst ja lieber herzhafte Dinge, oder? Vielleicht sollte ich für dich einen herzhaften Kuchen backen lassen. Du könntest dann morgen zu einer Teeparty kommen und ihn probieren."
Einladung ausgesprochen: Abgehakt. Viola grinste. Lief ja wie am Schnürrchen. Wenn jetzt noch Kaze kommen würde, dann wäre der Tag annähernd perfekt.

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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Do 16 Okt 2014, 12:21

Wenig später stieß ein weiterer Gott zu den bereits anwesenden. Mit tief im Gesicht sitzender Kapuze und keiner Geste des Grußes betrat Asura den Saal, auch er bekam keinen formellen Empfang, und das war ihm gerade recht. Einige seiner ehemaligen Mitstreiter sonnten sich seinem Empfinden nach viel zu sehr im Ruhm ihrer Göttlichkeit oder nutzten Sterbliche für ihre Zwecke aus, allen voran der Herr der Prüfungen. Schon jetzt lag spürbar Spannung in der Luft, doch Asura dachte nicht daran, einen Streit zu provozieren. Nur eine Person konnte ihm zeitweilig ein Lächeln entlocken und als er Shera erblickte, warf er die Kapuze zurück, ging ein paar Schritte auf sie zu und grinste für einen Moment.


Zuletzt von Damn Kudder am Do 16 Okt 2014, 13:40 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Do 16 Okt 2014, 13:18

Die Göttin der Asche blickte weiterhin zur Seite zum Eingang des Ratssaales, eine weitere Person traf ein... und hätte sie nicht spüren können, dass es sich um einen weiteren Unsterblichen handelte...? War das Tharodyn...?
Schließlich zog Shera ihre Aufmerksamkeit wieder auf sich, als sie an Zuranas Kleidung zupfte. Teeparty... dies war schon wieder eine Weile her gewesen. Doch schließlich nickte sie und strich der kleinen Göttin durch das Haar. "Eine Freude, wie immer.", meinte sie mit einem Schmunzeln.
Von der Seite her näherte sich ihnen eine Person und erst als er seine Kapuze zurück streifte, erkannte auch Zurana um wen es sich handelte. Anerkennend nickte sie Asura zu...
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Do 16 Okt 2014, 19:01

Das Herz des Drachen hatte etwa den Umfang einer Melone. Einer kleinen Melone zwar, aber doch signifikant größer als etwa der Kopf eines Menschen. Ein beeindruckendes Stück Fleisch. Größer, zweifelsohne, als Golnyr erwartet hatte. Aber ihm sollte es gleich sein. Er aß es trotzdem. Das Herz der Beute gebührte dem, der den Todesstoß ausgeführt hatte, das war uralte Tradition der Wydall und in dieser Tradition war der Mann, der einmal Golnyr werden sollte, erzogen worden. Er hatte nur noch schemenhafte Erinnerungen an dieses vorherige Leben, aber manche Dinge hatten sich tief in sein Gedächtnis gebrannt. So tief, dass er sie als naturgegebene Tatsachen anerkannte, die es nicht zu hinterfragen galt. Das Herz musste gegessen werden. Im Herz ruhte die Stärke eines jeden Lebewesens. Es nicht zu essen hätte geheißen, die Beute zu schmähen. Indem er es aß zollte er der toten Kreatur Respekt. Die Kraft des Drachen würde auf ihn übergehen, so glaubten die Wydall. Der Drache war stark gewesen. Ein König in seinem eigenen Reich. Und er hatte tapfer gekämpft. Golnyr konnte ihn nicht entehren. Also aß er das Herz. Roh. Ein heißer, zäher Klumpen hellroten Fleischs. Er aß es Bissen für Bissen, arbeitete sich Stück für Stück hindurch. Es bereitete ihm wenig Mühe. Wydall besaßen Raubtiergebisse, lange Eckzähne, scharfe Schneidezähne. In Golnyrs Fall hatten sich diese Charakteristika mit der Verwandlung nur noch verstärkt. Es würde nicht lange dauern, bis er damit fertig war.
Als die Männer der Wilden Schar – sie waren zu viert und wenngleich auch Jägerinnen sich dem Wildgeist verschrieben hatten, so bestand diese Gruppe tatsächlich ausschließlich aus Männern – ihn fanden war nicht mehr als eine Handvoll Fleisch mehr übrig. Der Gott der Jagd saß auf dem Leichnam des toten Drachen. Der Aufprall auf den Grund der Schlucht hatte den einst mächtigen Leib völlig zerschmettert, wohl jeden Knochen darin gebrochen, sodass die Gliedmaßen in grotesken Winkeln abstanden. Golnyr freilich hatte es nichts getan. Er hatte seinen Fall mit der Macht Ranequias gebremst und war sicher und unversehrt gelandet. Einen schaurigen Anblick bot er dennoch: sein Bart, seine nackte Brust, die Arme und der lederne Rock waren über und über mit Drachenblut besudelt, Zeugnisse des Kampfs, aber mehr noch des anschließenden Rituals, indem er den Brustkorb der Bestie aufgebrochen und ihr Herz heraus gerissen hatte.
Etwas animalisches lag in Golnyrs Blick, ebenso wie in seiner Haltung und so näherten sich die Jäger der Schar nur langsam, vorsichtig. Keiner richtete ein Wort an ihren Meister. Schweigend umringten sie ihn, harrten aus, bis er sein grausiges Mahl beendet hatte. Golnyr ließ sie nicht aus den Augen, warf ihnen eben jene drohenden Blicke zu, mit denen ein Löwe eine Schar Geier bedacht hätte, die in seiner Nähe harrten um sich an seiner Beute gütlich zu tun, sobald er ihrer überdrüssig wurde. Langsam jedoch schwanden die aggressiven Instinkte, schwand die Bestie, die sich in Golnyrs Verstand breit gemacht hatte. Der Wildgeist machte dem Meister der Schar Platz.
"Ihr habt mich gefunden, Freunde", ergriff er schließlich das Wort.
"Wir haben den Sturz des Drachens beobachtet, Meister", antwortete einer der Jäger, ein drahtiger, hochgewachsener Mann, dessen goldblondes Haar ihm offen bis zum Steiß fiel. Wie sein Gott trug auch er nichts weiter als Stiefel und Kilt.
"Gut, Feldren. Wenn ihr hier seid, dann helft mir, das Biest zu zerlegen", entschied Golnyr, "Nehmt den Kopf, die Klauen und alle guten Fleischstücke mit. Den Rest lasst den Wölfen und Krähen. Bedient euch an den besten Stücken. Die Trophähen sollen einen Schrein verzieren. Das übrige Fleisch bringen wir der nächsten Siedlung."
"Das wäre Ferndorn, Meister", antwortete der als Feldren Angesprochene, "Etwa einen Tagesmarsch für einen Menschen. Wir schaffen es in einem Halben."
Golnyrs Antwort bestand aus einem stummen Nicken. Für die Jäger war damit das Zeichen gegeben, sich an ihre Arbeit zu machen. Mit wuchtigen Messern in Händen machten sie sich daran, den Drachen systematisch auszunehmen. Der Gott der Jagd selbst beteiligte sich jedoch nicht daran. Stattdessen begab er sich ein paar Schritte von dem Kadaver fort um niemandem im Weg umzugehen und begann, sich notdürftig zu säubern. Nach einer Weile rief er nach Feldren. Der Mann folgte seinem Befehl sofort, legte seine Klinge beiseite und trat auf seinen Gott zu. Feldren Kurgail entstammte der Linie der Könige von Skarnien, wenngleich nicht der des derzeitigen Herrschers. Er war ein jüngerer Vetter des Monarchen und in der Thronfolge so weit abgeschlagen, dass es wohl nie dazu gekommen wäre, dass er mehr geworden wäre als ein einfacher Edelmann. Stattdessen diente er nun dem Gott der Jagd.
"Du kommst direkt aus Skarnien, Feldren", eröffnete Golnyr, "Was gibt es Neues von dort. Was ist in den Wochen meiner Abwesenheit geschehen."
"Wenig, Meister", gab der Jäger zur Antwort, "Der König rüstet noch immer für seine Kampagne gegen die Dr'kala, aber es wird noch dauern, ehe die Truppen sich in Marsch setzen. In Tannhall hat der Fürst befohlen, den Wald weiter zu roden um neue Felder zu schaffen. Und es gibt Gerüchte, dass nahe Firngard eine neue Kultstätte zu euren Ehren angelegt werden soll. Die größte im Königreich, heißt es."
"Irgendetwas von außerhalb?", halte Golnyr nach, nachdem er alle diese Meldungen mit stummem Nicken abgenommen hatte.
"Nichts, Meister", antwortete der Vertraute, "Aber ich bin seit fünf Tagen in der Wildnis. Wer kann ahnen, ob sich zwischenzeitlich noch weiteres ereignet hat?"
"Wir werden es in Ferndorn erfahren", mutmaßte Golnyr, "Sag den Männern, sie sollen sich beeilen. Ich möchte aufbrechen. Mein Werk hier ist getan."

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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Do 16 Okt 2014, 20:19

„Eine miserable Idee.“
„Wirklich miserabel. Ihr werden wahrscheinlich nicht einmal nahe genug rankommen, dass Ihr mit ihm sprechen könntet, bevor Ihr euch im Inneren einer Wand oder etwas Ähnlichem wiederfindet. Und wenn doch, wird er euch sowieso ignorieren und irgendwann korrigieren. Nein, es ist eine miserable Idee.“
„Aber…“, versuchte der Bote, der sich langsam von der Schar Priester, die wie Geier, die auf den Tod ihrer Beute warteten, um ihn herumstanden.
„Kein aber, es wird nicht gehen. Selbst wenn wir ihm den Brief übergeben könnten, aber wir sind nicht sicher, ob er überhaupt lesen kann.“
„Was keiner von uns wagen würde. Wir würden herausstechen.“
„Herausstechen ist eine miserable Idee.“
„Absolut miserabel.“
„Aber er ist ein Gott!“, rief der Bote schliesslich wütend aus. „Er muss doch irgendwie mit euch kommunizieren können.“
„Natürlich.“
„Ohne Zweifel.“
„Unser Gott kommuniziert mit uns.“
„Er spricht wahr, wenn er den spricht.“
„Und er enthüllt, was sein soll.“
„Er ist unser Gott, wahrlich.“
Die Bewegungen der Priester konnten als Nicken interpretiert werden, konnte aber genauso gut ein Kopfschütteln sein, die momentan grünen Stoffgewänder verbargen alles. Die Verzweiflung des Boten zeichnete sich deutlich auf seinem Gesicht ab. Er war über den halben Kontinent gereist und obwohl Transporte in die Stromfalen zahlreich waren, gab es weiter südlich eine Barriere aus Schnee und Eis, die von Turms Einfluss unberührt geblieben war und ein Hindernis für Reisende darstellte, die mit dem Gebiet unvertraut war. Er hatte die schnellste Passage gewählt, doch kürzlicher Schneefall hatte diesen blockiert und der Bote war gezwungen gewesen einen grossen Umweg zu machen. Ganz zu schweigen davon, dass er dann noch gezwungen war, das ganze Land zu durchqueren, um den wandernden Gott zu finden. Die Pilgerer hatten ihm nur zu gerne den Weg gewiesen, aber sie waren schmerzhaft langsam gewesen. Er hatte viel Zeit verloren und befürchtete, dass Turm sowieso bereits zu spät zum Treffen kommen würde. Und nun wollten dieser verfluchte Schwarm Priester ihn davon abhalten, seine kaiserliche Pflicht endlich zu erfüllen!
„Ich bin auf kaiserlichen Befehl hier und verlange, den Gott Turm sofort zu sehen! Bringt mich zu ihm!“, rief er schliesslich aus, als sein letzter Geduldfaden riss. Sofort bereute er den Ausbruch. Die Priester plusterten sich in ihren grünen Kleidersäcken auf und begann, durcheinander zu schreien.
„Frevel!“
„… ungläubiger…“
„...werft ihn...“
„Aasfresser!“
„...in die Tiefen...“
„...kein Respekt...“
„Kaiserreich kann...“
„...göttlicher Zorn...“
„...unendliche Schlucht...“
„...Tod und...“
„...ewige Verdammnis...“
„...Die Flammen...“
„...herausreissen und den...“
Der Bote bemerkte, wie er versuchte, sich so klein wie möglich zu machen, doch es gab kein Entkommen vor den unsichtbaren Augen der Priester. Ihr Gezeter und Geschrei wurde nur noch lauter, bis schliesslich einer mit einer Hand – oder einem Arm, da die Hand in einem weiten Ärmel verborgen war – auf ihn deutete. Die anderen Priester verstummten und folgten dem Beispiel hastig, ein Anblick, der deutlich fruchteinflössender war, als der Lynchmob, nachdem sie vor wenigen Sekunden ausgesehen haben.
„Du wirst keine Nachricht an Turm überbringen!“, sprach der erste Priester, der mit dem Arm gedeutet hatte.
„Genau!“
„Gut gesprochen!“
„Gib’s ihm!“
Eine seltsame Pause entstand, dann räusperte sich ein Priester auf der linken Seite.
„Und du wirst Stromfalen verlassen und nie mehr zurückkehren. Wir verbannen dich.“
Weitere Zustimmungsrufe aus der ganzen Runde.
„Du hast versagt, Kaiserlicher Bote! Geh und stell dich deiner Scham!“
„Richtig!“
„Nimm die Beine in die Hand!“
„Hop hop!“
„…glimpflich davongekommen!“
Ein Korridor öffnete sich in der Menge hinter ihm und der Bote gab auf. Er machte sich schleunigst daran, von dieser Bande Wahnsinniger wegzukommen, den kaiserlichen Brief immer noch in der Tasche. Er würde wohl unüberreicht bleiben. Die Priester starrten ihm noch länger hinterher und machten sich dann daran, ihrem Gott nachzueilen, da dieser schon ein Stück weitergegangen war.
Turm war ignorant gegenüber dem Tumult hinter ihm geblieben. Sein Kopf schwenkte langsam hin und her, wobei er immer einen Moment ganz links verharrte, um den Turmberg zu betrachten. Wie ganz von selbst verwandelte sich der Boden unter seinen Füssen in eine Strasse aus leuchtendem Kristall und rechts von ihm tauchten schwebende Kugeln aus dem Nichts aus. Neugierig betrachtete er das Gras, rechts vor ihm, das in seinen Augen wie schwarze Tentakel aussehen, die immer wieder geometrische Formen bildeten. Einen Moment später bestanden sie auch in der Realität. Und Turm wanderte achtlos an ihnen vorbei, seine Augen schon wieder auf etwas anderes fixiert, das nur er sehen konnte.
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Do 16 Okt 2014, 21:25

Zuranas Antwort löste bei dem Mädchen ein freudiges Strahlen aus. Als sie dem Blick der älteren Freundin jedoch folgte, weiteten sich ihre Augen und ihr Lächeln erreichte eine unvergleichbare Fröhlichkeit.
"Kaze!", rief sie durch den gesammten Raum, bevor sie aufsprang und auf den Eremiten zurannte, um im nächsten Moment um den Hals zu fallen. Sie wusste, das er sich nun Asura nannte, doch bestand sie hartnäckig darauf, ihn weiter Kaze zu nennen. Immerhin behielt Viola ihren Geburtsnamen ebenfalls, auch wenn die Sterblichen - und manche der Götter - es vorzogen, sie Shera zu nennen. Nun kuschelte sie sich an den Mann, denn sie wie einen Bruder liebte und war froh, das Zurana ihre klebrigen Hände gewaschen hatte.

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Nanoteh
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BeitragThema: Re: Herz von Ranequia - MSG   Fr 17 Okt 2014, 00:02

Zurana schmunzelte als Shera von der Tischkante hopste und in Richtung des Gottes der Insel Jiitsuno stürmte, seinen Namen vor Freude rufend... So nutzte Zurana diese Pause, die kleine Göttin nicht um sich zu haben, um sich einen Stuhl zu suchen und sich an den großen Tisch des Ratssaales zu setzen.
Just in jenem Moment, gefolgt von einem seiner Schreiber, betrat ein älterer Mann in einer weißen Tunika und einem dunklen blauen Überwurftuch den Saal.
"Ich grüße euch, Unsterbliche! Mein Name ist Cranus Exima, Stadthalter von Graukranz und direkter Abgesandter des Kaisers. Ich danke, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind. Bitte, nehmt doch Platz...", sprach der Stadthalter während er sich dem großen Tisch näherte.
"Es liegt mir nicht euer so sehr zu überfallen, doch der Kaiser möchte auf den neuesten Stand gebracht werden. Vielleicht ahnt der ein oder andere bereits worum es geht...?", fragte Exima in die Runde, während sich sein Schreiber setzte und seine Unterlagen ausbreitete, er selbst an der Tafel des Rates jedoch stehen blieb.
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