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 GQ - [Die MSG]

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Grim
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 12 Sep 2018, 23:03

Aldred schüttelte den Kopf, doch es war eine kraftlose, unentschlossene Geste. "Die Schwarze Heerschar ist noch immer hier", gab er zu bedenken, "Wenn wir uns aufteilen, bringen sie uns einen nach dem anderen zur Strecke. Gemeinsam sind wir viel weniger verwundbar." Doch er bezweifelte, dass seine Worte Evelynn überzeugen würden, dass sie sie überhaupt erreichten. Zumal er keinen besseren Vorschlag hatte. Denn war er es nicht selbst gewesen, der darauf hingewiesen hatte, wie knapp ihre Zeit doch war.
Er gab sich einen Ruck, forderte dann noch einmal, was Evelynn mal um mal verweigert hatte, wenngleich es so naheliegend schien. "Betet zu Reija, Auserwählte!", drängte er, "Bittet die Göttin, dass sie uns ihr Licht schickt und uns den richtigen Weg weist. Reija kann uns aus dieser Finsternis führen!"

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Ena
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 12 Sep 2018, 23:14

"Falls dieser Wanderer die Wahrheit sagt, ist Reija vielleicht bereits zu schwach, um uns zu helfen", gab Vathra mit einem Blick auf die Gänge zu bedenken, die sich vor ihnen abspalteten. Sich aufteilen barg Risiken mit sich - alleine schon, dass sie sich nicht mehr erreichen konnten, wenn einer von ihnen schnell Hilfe brauchte. Aber hatten sie eine große Wahl? Waren sie nicht am Ende sowieso in der Falle, egal, wofür sie sich entschieden? "Wenn wir unter Zeitdruck stehen, wie Ihr sagtet, und nicht genug übrig bleibt, dass wir jeden der Gänge untersuchen, wie kommunizieren wir miteinander?" Vathra griff fester nach ihrem Speer, streckte die Hand mit der Fackel aus, damit sie jemand greifen konnte, der sie brauchte. "Ich bin bereit, auf Euch zu hören, Evelynn. Darin bin ich gut. Aber wir brauchen eine Absicherung."

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Sternenvogel
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 16 Sep 2018, 21:10

Nachdenklich sah Evelyn die Gänge an. Einen Moment hatte sie tatsächlich überlegt, Hilfe der Göttin, der wahren Göttin Zyn, zu erbitten. Sie hatte in der Vergangenheit schon den Segen der Göttin erbeten. Doch es war keine Zeit zu beten, auf ein Zeichen zu warten...
"Wir könnten Klopfgeräusche geben und sofort umkehren, wenn wir die Anderen nicht mehr hören können", schlug sie vor, schüttelte dann aber den Kopf. "Das würde aber eventuelle Gefahren vor uns alarmieren. Wenn jemand von euch ein Seil hat.. Ein sehr langes Seil.. Könnte man dieses als Signal nutzen. Habt ihr Ideen?"
Sie sah fragend zu den Anderen.
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Ena
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 17 Sep 2018, 12:22

"Was wir tun können...", sagte Vathra, Authorität in der Stimme mitschwingend, ebenso wie die Erfahrung, die sie durch die Arbeit in den labyrinthisch-dunklen Gängen in Yragonas Schrein hatte, und verzog dabei leicht das Gesicht. Es widerstrebte ihr im Inneren, etwas verlauten zu lassen, das nach Anweisungen klang. Ein Überbleibsel der Konditionierung, welche alle Elfen im Laufe ihres Lebens erhielten. "... ist aufhören, hier stehen zu bleiben. Wenn die Göttin Euch davor gerettet hat, auf dem Boden zu zerschellen, dann vermag sie vielleicht, uns auch auf diesem Weg zu unterstützen. Je länger wir warten, desto mehr rinnt uns die Zeit davon." Die Elfe zeigte mit der Spitze des Speeres auf den linken Gang, vor dem sie gerade stand. "Aldred, begleitet Ihr mich? Euer Schild und euer Hammer ergänzen meinen Bogen." Sie lächelte ein schiefes Grinsen, das ihren herrischen Umgangston etwas entkräften sollte und diese im wahrsten Sinne des Wortes düstere Situation etwas auflockern sollte. "Ich gebe auf Euch Acht."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 18 Sep 2018, 18:33

Es war nicht die Anweisung, auf die Aldred gehofft hatte. Keine Eingebung der Auserwählten. Die wirkte verzagt, unsicher und was sie an Vorschlägen brachte, erschien ihm mehr als unpraktikabel. Aber auch wenn sie von Vathra kam: es war eine Anweisung. Und er folgte ihr nur zu bereitwillig. Alles war besser, als hier weiter unschlüssig herum zu stehen. Also hob er seinen Schild und trat ohne weiter zu zögern in den besagten Gang zu ihrer Linken. Besser, sie erkundeten zumindest diesen Gang und sollte er sich als der Falsche heraus stellen, dann konnten sie noch immer umkehren. Es gab ihm ein gutes Gefühl, etwas zu tun. Und es war beruhigend, eine Kameradin mit einem Pfeil auf der Sehne in seinem Rücken zu wissen.
Der Gang war niedrig und schmal. So schmal, dass zwei Leute nur mit Mühe aneinander vorbei gepasst hätten und es einem entschlossenen Mann mit einem guten Schild ein Leichtes gewesen wäre, ihn zu versperren. Aldred folgte ihm zielstrebig, so rasch, wie es das ihm folgende Licht der Fackel eben zu ließ. Zwanzig Schritt, dreißig, vierzig. Um eine Biegung, eine weitere, eine kurze Treppe hinauf. Und mit einem mal fand er sich in einer kleinen kreisrunden Kammer wieder. Eine Säule erhob sich in ihrer Mitte, hinauf zu einer Decke, so hoch, dass der Schein ihrer Fackel sie nicht enthüllen konnte. Spiegel aus schwarzem Glas umgaben sie ganzheitlich, Spiegel, wie sie ihnen bereits zuvor begegnet waren.
Doch als Aldred einen Blick hinein warf, da tat sich nicht das stürmische Tal vor seinen Augen auf. Doch da war die Frau aus seinen Träumen, zierlich, bleich, allzeit den Wind im Haar. Topan, die Herrin der Winde. Sie kniete in der Finsternis, den Kopf gesenkt, die Hände gebunden mit Fesseln aus purer Dunkelheit. Und da war eine weitere Gestalt: hochgewachsen, in Roben gehüllt. Aldred konnte kein Gesicht erkennen, denn eine Maske in Form eines Totenschädels verbarg die Züge der Gestalt, doch unweigerlich musste er an den Mann aus dem Altarraum denken, den der alte Tempelhüter 'den Wanderer' genannt hatte. Hilflos sah er mit an, wie der Wanderer eine Klinge aus dem weiten Ärmel seiner Robe zog, einen Dolch aus eben der selben Dunkelheit, die auch die Hände der Göttin band. Entschlossen trat die Gestalt auf Topan zu, der Dolch blitzte nicht auf, als er ihn hob, sondern schien vielmehr sämtliches verbliebenes Licht aus der Vision zu ziehen. Als die Klinge niederfuhr gab Aldred einen erstickten Schrei von sich und stolperte hilflos rückwärts. Vor seinen Augen war das Bild seiner Göttin in tausend Teile zersprungen.

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Mali
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 19 Sep 2018, 22:26

Neythani war der gruppe die ganze zeit stumm gefolgt und sah sich immer wieder um. Der Fremde hatte sie ziemlich erschreckt, als er diese schwarzen hervorgezaubert hat und sie dann alle in der Tiefe gelandet sind. Jetzt standen sie vor einem Tunnel. Aldred und Vathra waren gerade hereingegangen. Müssig blickte sie in einen anderen gang , der recht dunkel war. Dann hörte sie den schrei..
Erschrocken sah sie in den anderen Gang. Es sah so aus als würde Aldred zu ihnen zurück laufen. "Aldred, ist alles in ordnung?", rief sie ihm zu.
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Sternenvogel
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Do 20 Sep 2018, 22:27

"Amun, komm mit mir", befahl Evelyn dann, als Aldred und Vathra sich gemeinsam in einen Tunnel aufmachte. "Neythani, du begleitest Gjarn." Sie musterte den Priester kurz. Würde er sich verteidigen können? Sie bezweifelte es. Er hatte geschwiegen, seit sie den Wanderer erblickt hatten und Schock und Angst hatten sich scheinbar dauerhaft in seinem Gesicht sesshaft gemacht.
Doch sich darüber Gedanken zu machen war nicht zielführend, also brach Eve in den ihr am nächsten liegenden Gang auf. Nach kurzer Zeit knickte dieser im spärlichen Schein einer neuen Fackel nach rechts ab und schien alle Geräusche, die von hinter ihnen kamen, zu verschlucken. Was dazu führte, dass die Priesteirn den Schrei des Kriegers nicht hörte. Stattdessen trat sie selbst in eine Kammer, die... nichts zu beinhalten schien. Irritiert blieb sie stehen und sah sich noch einmal um. Eine Sackgasse? Oder doch eine Falle?
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mi 26 Sep 2018, 17:49

Aldred stolperte halb in Vathra hinein, die dicht hinter ihm gefolgt war, fing sich dann jedoch wieder, bewahrte das Gleichgewicht. Das Grauen dagegen konnte er nicht abschütteln. Etwas in seinem Kopf sagte ihm, dass es nur ein Trugbild war, ein Phantom, gesandt um ihn zu quälen, dass das, was die Säule ihm zeigte, ebenso wenig Realität war wie die Sehnsuchtsbilder, die sie in der Säulenhalle zu Gesicht bekommen hatten. Doch es änderte wenig an dem Schrecken. Zu eindrücklich, zu echt wirkten die Bilder auf der Säule. Zu präsent war die Furcht, dass sie, wenngleich sie nicht Realität waren, so doch Realität werden konnten, sollten sie versagen.
Das Verlangen zu Fliehen niederkämpfend tat Aldred einen Schritt nach vorne, trat erneut in den Raum – und musste erneut in den finsteren Spiegel vor ihm starren. Schwarze Nebel lichteten sich und zeigten ihm erneut das Bild seiner Göttin. An eisernen Ketten um die Handgelenke hing ihr Körper von einer nicht zu erahnenden Decke, nackt und bloß und überströmt von Blut, wie Schlachtvieh, dass zum Ausbluten aufgehangen wurde. Erneut war da der schwarzgewandete Wanderer. Die blutige Klinge in Händen trat er auf die geschundene Göttin zu, setzte zu einem Schnitt an, der ihr den Bauch öffnen würde. Wie ein geschlachtetes Schwein! Aldred merkte, dass ihm stumme Tränen unkontrolliert die Wangen herab liefen, dass seine Lippen zu beben begonnen hatte und ein Wimmern langsam seine Kehle hinauf stieg.
Einen unartikulierten Schrei ausstoßend tat er das, was selbst das niederste Tier tat, wenn es sich einer Gefahr gegenüber sah, vor der es nicht flüchten konnte: er sprang nach vorne, in den Raum hinein, den Hammer aus den Kavernen unter Kilath fest in der Rechten. Mit animalischer Wucht schmetterte der massive Kopf der Waffe in den Spiegel und diesmal war es keine Illusion, die Aldred tausende Splitter in alle Richtungen fliegen sah. Sie prasselten gegen seine Brustplatte, prallten gegen seine Beine, einer flog durch sein Gesicht und hinterließ einen blutenden Schnitt auf Aldreds bärtiger Wange. Er merkte es nicht einmal.
Ein unirdischer Schrei erklang plötzlich aus den Überresten der Säule, dunkle Schemen schossen hervor und mit einem mal begann die Kammer zu beben. Staub rieselte von der Decke und Risse taten sich in den Wänden auf, ganz als wäre der Ganze Tempel ein verwundetes Tier, dass sich in Schmerzen wand. "Oh, das war nicht gut!", fluchte Aldred, sich gleichzeitig seine Schuld eingestehend, "Wir sollten zusehen, dass wir hier fort kommen. Da drüben ist eine Tür!" Er blinzelte sich die Tränen aus den Augen, wies auf einen Torbogen am anderen Ende der Kammer und hastete, ohne Vathras Reaktion abzuwarten durch den Regen aus Staub und Putz, der in der bebenden Kammer nieder ging.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 02 Okt 2018, 23:44

"Aldred...!"
Vathra reagierte auf die sich überschlagenden Ereignisse mit einem tonlosem Ausruf, der genauso gut ein erstauntes Aufatmen sein konnte. Gerade noch hielt sie den Mann davon ab, zurück in den Gang zu stolpern, da schien er neuen Mut zu fassen und sich einer Gefahr entgegenzustellen, die viel mächtiger war als die schwarzen Heerscharen, die hier noch irgendwo auf sie lauerten. Aldred kämpfte mit sich selbst, einem Teil von sich, das er in der schwarzen Säule sah. Vathra konnte nicht wissen, was sich seinen tränenerfüllten Augen dort darbot, doch ihre eigene Vision war klar genug, um Irrtümer aller Art auszuschließen. Auf dem Feld der Asche fegten die Reiter des Übels über ihr Volk hinweg, schlachteten Zivilisten und Priester des Yragona-Tempels ab, als wären sie nichts weiter als ein kleiner Schlussgedanke beim Vorbeireiten. Sie sah sich selbst, die Klingen und Augen blitzend, ganz Mut und Entschlossenheit und der Körper eine Wunde, die dem Tode nur deshalb trotzte, weil von ihr erwartet wurde, ihr Grab auf den Leichen ihrer Feinde zu suchen. Tapfer stellte sie sich ihren Widersachern entgegen, doch war sie allein. Im Strom der Heerschar war sie nicht mehr als ein einzelnes Papierschiffchen, das verzweifelt versuchte, gegen die Flut anzuschwimmen. Und dann, als die entscheidene Klinge auf sie herniederfuhr und sie einen einsamen Tod inmitten von tausend Gefallenen sterben lassen wollte, zersplitterte die Welt in Scherben. Ihr Blick verlagerte sich, und sie sah den Mann, der brüllend den Hammer schwang, der die Vision zerstörte und den Bann damit ebenso brach wie die Stütze des Raumes. Nur einen kurzen Moment zögerte die Elfe, dann fasste sie sich ein Herz und eilte hinter Aldred her, schloss durch ihren leichten, springenden Gang schnell zu ihm auf und packte ihn am Oberarm, sich durch den Torbogen rettend wie ein paar Landarbeiter, das ein plötzlicher Regenschauer unvorbereitet erwischt hatte. "Aldred", wiederholte sie, den Schutt betrachtend, der auf einer Seite an ihnen herabregnete und dann das Gesicht des Mannes, die Stirn gerunzelt. Eine ihrer Hände hob sich seiner Wange entgegen, um sich den Schnitt genauer anzusehen. Sie selbst sah blass aus, und die Hand, welche die Fackel hielt, zitterte. Es brannte ihr auf der Zunge zu fragen, was der Andere gesehen hatte, doch stattdessen senkte sie die Hand wieder, bevor sie auf der rauen Wange Aldreds aufkommen konnte, und ihr Körper wandte sich dem neuen Ausgang zu. "Wenn du das nächste Mal in einen Blutrausch zu verfallen gedenkst, wäre ich über eine Vorwarnung dankbar."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Sa 06 Okt 2018, 12:35

Aldred stolperte vorwärts durch die Dunkelheit, ziellos, blind, nicht vom Mangel an Licht oder dem Staub, der dicht und schwer aus dem Trümmerfeld aufstieg, sondern vielmehr geblendet von den Bildern, die noch immer vor seinen Augen tanzten. Erst Vathras Hand auf seinem Arm ließ ihn innehalten, sich umwenden. Im unsteten Licht der Fackel war ihr Gesicht unmöglich zu lesen. War es Sorge, die dort stand? Oder doch kalter, unterdrückter Zorn. Seine Miene dagegen war in diesem Moment ein offenes Buch aus Schmerz und Wut.
"Was weißt du schon von...?!", spie er ihr hasserfüllt auf ihren Vorwurf hin entgegen, hielt jedoch mitten im Satz inne. Nein. Vathra hatte nicht gesehen, was er gesehen hatte. Sie konnte nicht wissen, was ihn dazu getrieben hatte, zu tun, was er getan hatte. Diese Spiegel, die Bilder waren nur in seinem Kopf. Für sie musste es tatsächlich wirken, als wäre er verrückt geworden. Und vielleicht hatte sie recht damit. War es nicht Wahnsinn, sich von einer Illusion derart durcheinander bringen zu lassen?
"Verzeih!", fuhr er fort, wieder Ruhe in seine Stimme zwingend. Er lehnte sich an die Wand des Tunnels, sank langsam daran hinab. Seine ganze, massige Statur schien in sich zusammen zu fallen. "Das war dumm von mir. Ich hätte das nicht tun sollen. Ich... habe mich gehen lassen." Er hob den Blick, suchte den seines Gegenübers und in seinen tränenfeuchten Augen stand nun ehrliche Furcht. "Ich bin nicht stark", erklärte er, "Ich bin kein Auserwählter. Nur ein einfacher Mann. Ich bin nur noch hier, weil ich Glück hatte. Ich bin eine Belastung für euch. Ich weiß das. Aber wir sind alle nun hier. Und wir kommen nur wieder raus, wenn wir einander helfen. Einander stützen. Ich brauche jemanden, der mich führt. Ich habe versucht, stark zu sein. Für die Göttinnen. Für die Gruppe. Aber das hier ist zu viel für mich. Ich kann nicht mehr."

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 07 Okt 2018, 01:13

Für einen langen Moment war da nur der Schein der Fackel, flackernd auf die seltsam glatten Wände geworfen, der sich in dem Tunnel bewegte. Vathras blaue Augen trafen auf die Gleichfarbigen Aldreds, seine Worte des Zweifelns und der Resignation seltsam hallend in dieser dünnen Kammer, die auf ihrer einen Seite unpassierbar eingestürzt war und auf ihrer anderen in unbekannte Finsternis führte.
Der Blick der Elfe glitt über die Gestalt, die auf dem Boden gesunken war, als hätte die Last auf seinen Schultern endlich ihren Tribut gefordert. Sie sah seine Augen, die Farbe des Ozeans und des Himmels, Farbe der Unendlichkeit und der Möglichkeiten, doch jetzt stumpf. Tränen schimmerten über eine Dunkelheit darin hinweg, die viel tiefer, viel trauriger war als das, was in der Schwärze vor ihnen liegen mochte. Die gebrochene Nase, die eingefallenen Augen, die Narben im Gesicht und die grauen Strähnen in den Haaren, all das drang mit einem Male auf Vathra ein. Ein einfacher Mann? Wie konnte ein Mann einfach sein, dessen Gesicht eine Landkarte war, auf der sie jede Schlacht, jedes Hindernis lesen konnte, das sich ihm mit Klauen und Waffen in den Weg gestellt hatte? Nichts an ihm war einfach. Elfen waren einfach. Sie wurden geboren und sie wandelten auf ihrem vorherbestimmtem Pfad, bis sie sich wieder in den Lebensfluss des Planeten einspeisten. Aber Aldred war nicht einfach. Er folgte keinem geradlinigem Pfad. Die Schwielen auf seinen Händen, die steifen, schmutzverkrusteten Finger und der entschlossene, aber müde Tritt verrieten, dass er für jeden Schritt gekämpft hatte. Er verbrachte sein Leben damit, in Fußstapfen zu wandeln, die zu groß für ihn schienen.
All das sah Vathra in einem Moment, in dem die Entgültigkeit seiner Worte den Gang füllte. Und sie schüttelte den Kopf, eine Bewegung, die sowohl ihre Rückkehr in die Realität als auch die Verneinung alles von Aldred Gesagten darstellen sollte. Die Elfe steckte die Fackel in den Trümmerhaufen neben sich, so dass sie ihr rotes Flackerlicht auf ihre Gesichter warf und ging, sich auf ihren Speer stützend, vor Aldred in die Hocke. Im Gegensatz zum Anblick ihres Gefährten war ihr eigenes Gesicht vollkommen makellos. Aber in ihren Augen lag ein Ausdruck von Trauer, eine Art tiefes Mitleid, das vielleicht eine Mutter spürt, wenn sie ihr Kind dabei beobachtet, wie es sich selbst unglücklich macht. Vielleicht gab es gar keinen Vergleich für das Gefühl eines jahrhundertealten Wesens, das auf einen Menschen blickt und sich ebenso vollkommen fremd und ebenbürtig fühlt.
"Diese Teile von dir, die zerbrochen sind, beschädigt wurden", begann die Elfe mit ruhiger Stimme zu sprechen, stockend, als traute sich ihre Zunge noch nicht ganz auf den Pfad zu wandeln, den sie soeben anstrebte. Ihre Augen fuhren noch einmal über die sichtbaren Narben in seinem Gesicht, die Ausgebranntheit, die so tief in seinen Knochen zu sitzen schien, dass sie ihn ausmachte. Der frische Schnitt auf seiner Wange. "Sieh sie nicht als Belastung. Stattdessen sieh, wie sie mit den Erfahrungen und Erkenntnissen gefüllt werden, die du durch den Schaden gesammelt hast. Du siehst einen einfachen, von Schwäche gezeichneten Mann. Ich sehe deine Entschlossenheit, deine Stärke." Vathra zeigte auf ihr eigenes Gesicht, ununterscheidbar von dem zahlloser anderer Elfen und kaum dazu fähig, Emotionen über die blanke Leinwand der Perfektion tanzen zu lassen. Vorsichtig streckte sie die Finger nach der Wulst der Narbe aus, die sich über seine Nase bis unter sein Auge zog, bis die Spitzen sie fast berührten. "Diese Dinge durchziehen dich, wie Goldadern einen Fels. Du bist nicht am Ende, nicht zerstört. Du bist ein Mensch so voll an Stärke. Du bist aus dem gemacht, aus dem Schwerter und Diamanten sind." Vathra stockte, richtete sich langsam auf, sich auf ihren Speer stützend, als würde sie das Gewicht ihrer Worte am eigenem Leib spüren. Vielleicht tat sie das. Vielleicht sagte sie ihm gerade etwas, das sie selbst nach ihrer Vision hören musste. Die Elfe streckte ihm ihre freie Hand entgegen, um ihn wieder auf die Beine zu ziehen - sofern er dies zulassen würde. Das war nicht ihre Entscheidung.
"Du bist ein Überlebender, Aldred, und ich salutiere vor dir. Für alles, was du durchgemacht haben musst, um soweit zu kommen. Ich salutiere vor dir, weil du deine Göttin stolz machst, so stolz ... Es ist mir einerlei, ob sie dich auserwählt hat oder nicht. Ich wähle dich jetzt in diesem Moment als meinen Gefährten in diesen dunklen, zermürbenden Kampf. Bitte, nimm meine Hand und schreite noch ein klein wenig länger an meiner Seite." Ihre Speerspitze wies in die Schwärze. "Was ist schon ein Schritt mehr im Dunkel, auf der Suche nach Licht?"

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   So 07 Okt 2018, 13:44

"Weiter geht es hier nicht", verkündete Amun das offensichtliche. Der Avior warf einen kurzen Blick nach oben, aber die Decke war ziemlich eindeutig zu sehen. Also ging es auch nicht nach oben, was eigentlich seine Lieblingsrichtung war. Den Speer fest umklammert drehte sich Amun um und spähte mit weit aufgerissenen Augen in den Gang hinter ihnen. Vielleicht hatte man sie hierher geführt, um sie in die Ecke treiben zu können. Das sah den Landgehern und ihren Gebäuden ähnlich! Die waren immer so gebaut, dass sich ein Avior darin nicht wohl fühlte. Zu wenig Öffnungen und zu wenig sichtbarer Himmel. Wer baute zum Beispiel eine Kathedrale unter die Erde? Sowas war doch bescheuert.
"Wir sollten zurück gehen", murmelte Amun und machte zwei Schritte in den Gang hinein. Vor ihm wurde eine Gestalt sichtbar, die eine Fackel hielt. Der Avior erschrak, aber es konnte keiner der dunklen Heerschar sein. Die brauchten keine Fackeln. Die Gestalt drehte den Kopf in seine Richtung. Es war Evelyn! Der Kopf des Avior zuckte herum. Hinter ihm stand ebenfalls Evelyn. Das war eine Evelyn zu viel. Mit einem Aufschrei stürzte er sich auf die Evelyn vor ihm. Das konnte nicht die richtige sein! Die richtige hatte er grade hinter sich stehen lassen! Die Umgebung nahm einen vertrauten Blauton an als er Magie in seine Bewegungen fließen ließ und beschleunigte.
"Stirb, du Saboteur!"

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 08 Okt 2018, 19:58

Erschrocken wich Evelyn einen Schritt zurück, als sie plötzlich einen mittlerweile vertrauten Avior sah, der... sie angriff?
Auf den Schritt zurück folgte ein Ausweichschritt zur Seite, die Hellebarde fing den Schlag, der ihrem Schritt mit unnatürlicher Schnelligkeit gefolgt war, ab, bevor sie mit dem stumpfen Ende versuchte, Amun zu Fall zu bringen, indem sie eines ihrer Beine weg zu ziehen suchte. Erst danach fiel ihr ein, dass dies bei einem Avior wohl nicht sehr erfolgreich sein würde.
Dem Versuch - ob erfolgreich oder nicht - folgte ein weiterer Schritt zurück, die Spitze richtete sich auf den Vogelmenschen.
"Was ist in dich gefahren, Amun?", erklang ihre Stimme mit einer Mischung aus Empörung, Sorge, Überraschung und Misstrauen.
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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Mo 08 Okt 2018, 22:56

Ein Schauer lief Aldreds Rücken hinab, nicht kalt, sondern energetisierend, kribbelnd und das schwarze, drückende Gefühl der Enge in seiner Brust wandelte sich in etwas um, das langsam zu glühen zu beginnen schien, wie Kohle in der Esse unter dem Strom des Blasebalgs. Obgleich ihm zum Weinen zumute war konnte er nicht verhindern, dass Vathras Worte ihm ein schiefes Lächeln auf die Züge zeichneten. Sie berührten etwas in seinem Innersten, etwas, von dem er nicht gewusst hatte, dass es noch dort war. Nicht, dass er ihr zugestimmt hätte. Ganz gleich was sie sagte, er konnte keine Stärke in sich erkennen.
Stärke! Man unterstellte sie ihm so leicht, weil sein Körper kräftig war. Man hielt ihn für unzerstörbar, weil er all diese Narben auf der Haut trug. Er selbst wusste es besser. Stärke war mehr als Körperkraft, als Zähigkeit. Stärke war Sicherheit, Instinkt, Furchtlosigkeit. Er besaß nichts davon. Er war ein zielloser Wanderer, der einem Bild folgend ohne Richtung um die Welt zog, von einer Misere in die nächste stolperte. Er war ein ungebildeter Narr, der nichts von all Göttern und Zauberei verstand und all die Dinge, die ihnen widerfuhren von ihnen allen am wenigsten zu verstehen vermochte. Er war eine leere Hülle, die sich nur deshalb unerschütterlich den Klingen und Speeren der Heerschar entgegen warf, weil sie akzeptiert hatte, dass diese Aufgabe ihr Leben kosten musste.
Und trotz alledem konnte Aldred sich eines wohligen Gefühls nicht erwehren. Vathra glaubte all diese Dinge dennoch in ihm zu sehen. Und er war niemand, der je jemandem etwas vorgespielt hatte. Er hatte sein Herz stets auf der Zunge getragen. Warum also sah Vathra diese Stärke in ihm? Sie war eine Elfe, uralt nach Maßstäben der Menschen, so viel weiser, so viel erfahrener, als er es je werden würde. War da vielleicht doch mehr in ihm, als er selbst noch zu erkennen vermochte? War er es vielleicht, der sich hier hatte blenden lassen? Der sich der Verzweiflung ergeben und sich selbst verleugnet hatte? Unwillentlich traten ihm Bilder ihrer Reise in den Sinn. Wie er für seine Gefährten eingestanden hatte. Wie er ihre niedergestreckten Körper in Sicherheit geschleppt hatte. Wie er widerwillig, aber doch schicksalsergeben in die Rolle des Anführers geschlüpft war. Es schien unendlich her zu sein, fast, als stammten die Bilder aus einem anderen Leben. Aber war er nicht doch noch immer der selbe Mann? Vielleicht hatte er all das verloren. Aber wenn er diesem Pfad weiter folgte, dann konnte er es auch wieder finden.
Aldred ergriff Vathras Hand, ließ sich zurück auf die Füße helfen. "Ich bin nicht der Gefährte, den ihr verdient habt, Vathra. Den jeder von euch verdient hätte", erklärte er, die Tränen fort blinzelnd und seiner bebenden Stimme wieder einen Hauch von Stahl verleihend, "Aber ich bin der Gefährte, den ihr habt. Das Mindeste, was ich tun kann, ist, euch nicht allein zu lassen. Ich weiß nicht, ob ich stark genug bin, diesem Dunkel zu trotzen. Aber ich muss es versuchen." Und ohne einen Blick zurück auf die verschüttete Kammer schritt er hinaus in den finsteren Tunnel.

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BeitragThema: Re: GQ - [Die MSG]   Di 09 Okt 2018, 16:51

Nachdem sie von Aldred keine antwort erhalten hatte, begann sie nun ihrerseits einen der Tunnel, in dem keiner drin war, zu erforschen. Der Priester des Tempels folgte ihr etwas unsicher, da sie selber keine fackel mitgenommen hatte. Irgendwann vernahm sie eine stimme in ihrem Kopf.."Warum wandelst du hier in diesem dunklen Tunnel herum? Du solltest bei deinem eigenen Volk sein. Zusammen mit deinem Sohn."
Neythani schüttelte den Kopf. "Ich bin eine Auserwählte. Die Göttinnen brauchen mich,
und die anderen brauchen mich ebenso," antwortete sie. Der Priester sah sie verwundert an. Immer tiefer ging sie in den Tunnel herein und konnte die Stimmen der anderen vernehmen. Sie schienen ebenfalls mit irgendwem zu reden, aber was genau konnte sie nicht verstehen. Nach einer Weile erreichte sie einen Hellen Raum.
Dort würde sie warten.
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