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 Die MSG [Irrwege]

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Lady Dye

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BeitragThema: Die MSG [Irrwege]   Mo 08 Aug 2016, 21:59

Es ist gerade Morgens. Wir befinden uns in einem Empfangszimmer des Schlosses von Esther.

______________________

Gilbert seufzte leise, als er Raws Bedenken hörte. Sofort blieb er stehen und wandte sich dem gutaussehendem Halbdämon zu. Viele hielten sein gutes Aussehen für eine Falle, aber Gilbert sah darin keine Hinterhältigkeit. Man lockte den Gegner durch sein Aussehen in eine Falle? Und wenn schon, Raw war ja auch kein Feind.
"Raw, es ist die Anordnung meines Vaters. Ich kann da nichts machen. Und nebenbei bin ich auch dafür, dass wir etwas tun müssen. So kann es nicht weitergehen. Irgendwann bricht eine Massenpanik aus und dann könnte noch viel Schlimmeres passieren, als das jetzt schon der Fall ist."
Raw verdrehte leicht die Augen. Zu oft hatte er schon mit der Sturheit des Prinzen gekämpft und jedes Mal hatte er verloren. Deshalb regte er sich darüber auch schon gar nicht mehr auf. Trotzdem aber war es doch seine Pflicht, Gilbert zu beschützen. "Gil, du bist dabei in Gefahr. Was ist, wenn dir etwas passiert?", fragte Raw nach und wirkte doch tatsächlich etwas besorgt. Er war übrigens auch der Einzige, der Gilbert so nennen durfte.
Gilbert schmunzelte bei dem Anblick seiner Leibwache. "Dann bist du doch da, um mich zu beschützen. Komm schon, lass uns gehen. Vater wartet nicht ewig." Gilbert drehte sich um und wollte gerade losgehen, als Raw ihn am Handgelenk packte und somit stoppte.
"Ich bitte dich, Gilbert. Lass mich gehen, aber du solltest hier in Sicherheit bleiben."
Gilbert drehte sich sofort um und sah seinem Leibwächter in die Augen. "Niemals!", entgegnete er entschieden und schon fast etwas zu laut. "Du verstehst da gerade etwas falsch." Mit diesen Worten befreite er sich mit einem kurzen Ruck aus dem Griff seiner Leibwache. "Du bist mein Leibwächter. Du musst bei mir bleiben. Also kannst du da nicht ohne mich mitgehen." Nach einer kurzen Bedenkpause fragte Gilbert noch hinterher: "Traust du denen nicht?"
Raw ging ein paar Schritte weiter, blieb aber wieder stehen. "Ich vertraue niemandem dein Leben an", sagte er und ging einfach weiter, ohne Gilbert auch nur anzusehen.
"Dann sind wir uns doch einig", flüsterte Gilbert erfreut und lief Raw nach.
Am Empfangszimmer angekommen, begegneten sie Gilberts Vater. Er war in seinem üblichen blauen Gewand gekleidet, trug nicht einmal seine Krone. Die trug er einfach viel zu selten, als dass er sie jetzt tragen würde. Seine blauen Augen ruhten auf Gilberts Leibwächter, der sich sofort verbeugte.
Ohne einen Ton zu sagen öffnete er nun die Tür zum Empfangssaal und trat ein. Gilbert folgte ihm. Raw zögerte kurz, ging seinem Schützling dann aber nach, direkt in die Mitte des Raumes. Gilbert betrachtete kurz die Gruppe. Es war eine wild zusammen gewürfelte Gruppe. Unterschiedlicher konnte man kaum sein. Gilbert hatte sich etwas erkundigt, aber manche Informationen hatten sich entweder widerlegt oder waren unbrauchbar. Daher wusste er nicht alles über diese Leute, aber er vertraute darauf, wenn sein Vater meinte, dass sie die richtige Wahl waren.
Gilberts Vater schaute in die Runde, sagte erst einmal kein Wort. Schließlich brach er die Ruhe innerhalb einer Minute. "Ich grüße euch. Ich brauche die Situation, in der sich Esther zur Zeit befindet, nicht unbedingt erklären. Ich denke, ihr wisst alle, worum es geht."
Er schaute erneut in die Runde und blieb dieses Mal stumm.
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Shoggoth

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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Mo 08 Aug 2016, 23:49

Es war schon eine Weile her seitdem ich das letzte Mal eine solche Strecke zurückgelegt hatte. Von meiner Residenz aus brauchte ich selbst zu Pferde fast eine Woche um die Hauptstadt Esthers zu erreichen. Außerdem war es bald wieder soweit...
Mein Spiegelbild schaute mich grimmig an. Während der Reise war ich nicht gewillt gewesen mein Aussehen anzupassen, also hatte ich nun den Preis zu zahlen. Mein Bart war inzwischen zerzaust und die Haare eigentlich zu lang, aber daran konnte ich jetzt nichts ändern.
Das Wasser welches man mir in dieser Unterkunft zur Verfügung stellte war angenehm warm und sauber. Mit ein wenig Überwindung wusch ich meinen Körper mit dem Wasser aus der Waschschale. Ich hätte auch um ein Bad beten können, aber.... es behagte mir einfach nicht.
Die Gestalt im Spiegel griff nach dem Rasiermesser und begann das Gestrüpp unter ihrem Kinn zu entfernen. Wenigstens für diesen Morgen würde ich respektabel aussehen müssen. Vergebene Liebesmüh möchte man meinen, doch es war eins dieser Rituale die das zurückhielten was ich nicht sein wollte. Deswegen wirkten meine Fingernägel auch so als würde ich sie jeden Tag stutzen und feilen. Was ich auch tat, denn je näher der Vollmond rückte, desto schwieriger konnte es werden Handschuhe zu tragen ohne Löcher vorne hineinzustechen.
Als ich zufrieden mit meinem Anblick war packte ich meine Ausrüstung aus. Obwohl ich sie nicht mehr benutzt hatte kümmerte ich mich gut um sie. Die Kette war geölt und fühlte sich geschmeidig an wie eh und je und das Leder war, von einigen Schönheitsfehlern und Kratzern abgesehen, auch noch im selben Zustand wie damals als ich es das erste Mal in den Händen hielt.
Es war eine Maßanfertigung die mich eine ganze Stange Geld gekostet hatte, aber dafür hielt sie was sie verprach. Zumindest bis jetzt.
Nachdem ich meine Rüstung und Waffen angelegt hatte machte ich mich auf den Weg in den Schankraum. Es war eine gute Taverne in einem netten Viertel. Was bedeutete das es nicht ganz so sehr nach billigem Fusel stank und die Schnapsleichen vor dem nächsten Morgen unauffällig aus dem Haus geleitet wurden.
Ich ließ mir einen Kanten Brot geben und warf dem pummeligen Mann hinter der Theke ein paar Münzen zu. Das Essen schien zwar bei den Gästen gut anzukommen, aber nicht alle konnten wahrnehmen was ich aus der Küche roch, deswegen verzichtete ich auf eine warme Mahlzeit. Dem Brot vertraute ich aber so weit, daran konnte man nun auch nicht so viel falsch machen.
Kauend ging ich die Straße hinunter, auf den Palast des Königs zu. Die Stadt war... sauber. Für eine Großstadt sogar etwas zu sauber. Damit ist nicht unbedingt die wirkliche Reinheit gemeint, sondern eher der Umstand das ich kaum Bettler, Halsabschneider und andere Störenfriede zu Gesicht bekam. Vielleicht lag es auch daran, dass ich in einem recht guten Viertel untergekommen bin. Aber wie ich meine schien sich Esther einem gewissen Wohlstand zu erfreuen. Vermutlich durch die unverschämten Preise für Getreide, diese Raffzähne.
Der Geruch einer Stadt war dabei trotzdem einmal wieder anstrengend. In der Luft vermischte sich alles, eine Kakophonie aus Gewürzen, Fleisch, Fisch, Mensch, Tier und sonstigem lag in der Luft. Aber der widerlichste Geruch entspringt den Schlachthäusern und Hospitälern der Stadt. Blut, Urin und andere Körperflüssigkeiten sprachen einige meiner Sinne an die ich zurückhalten musste nicht loszuspringen und zu fressen. Ich spuckte aus und versuchte möglichst flach zu atmen.

Der Palast war ein doch recht eindrucksvolles Gebäude. Aber es war eben für einen Engel errichtet, da konnte etwas erwartet werden.
Auch im Inneren erkannte man sofort welche Person hier residieren musste. Aber wenigstens hatte der König Geschmack bewiesen und prahlte nicht mit dem Wohlstand. Geschickt waren einige Kunstwerke und verzierte Wandvorhänge platziert. Keine riesigen Statuen oder Putten in jeder Wandnische. Sehr viel … nahbarer als mancher Adlige. Die Innenarchitektur spielte nun aber erst einmal eine untergeordnete Rolle.
Ein adrett gekleideter junger Mann hieß mich willkommen und geleitete mich in die Empfangshalle. Auch hier war darauf verzichtet worden den Besucher mit schierem Prunk einzuschüchtern, was eine nette Geste war. Der Mann hatte mir mitgeteilt das ich nun einen Moment zu warten hatte, bis alle Gäste versammelt waren, dann würde auch der König zu uns sprechen.
Ohne ihm weiter Beachtung zu schenken schnupperte ich im Raum umher. Es waren schon Personen anwesend und auch der Palast war gefüllt mit Menschen. Jeder einzelne mit seiner persönlichen Duftnote, mal stärker, mal schwächer. Wobei natürlich auch die anderen Wesen herausstachen, jedes Lebewesen hatte seinen charakteristischen Geruch.
Die Gruppe die sich in der Empfangshalle bildete wirkte recht... bunt. Ich hatte mehr Krieger in Plattenrüstung erwartet, denn ich war von der Wehrhaftigkeit der Anwesenden nicht unbedingt überzeugt. Schließlich ging es hier nicht um einen Ausflug.
Als sich die Tore öffneten und der König hineintrat. Folgen taten ihm, wenn mich meine politischen Kenntnisse nicht im Stich ließen, von seinem Sohn und jemanden der mir unbekannt war. Die letzte Person im Bunde ließ sich an ihrem Geruch sofort identifizieren. Ich hatte schließlich Jagd auf alle möglichen Monster gemacht und Dämonen fielen auch darunter. Aber die Note war sehr leicht und irgendwie... verwaschen. Naja, womit sich der König umgab war seine Sache.
Ich verbeugte mich so weit es der Anlass, sowie mein eigener Stand, gebat. Der König schien kein Freund der vielen Worte zu sein und nach einer recht langen Stille überraschten seine Worte nicht. Die Lage war Ernst, da fehlte wohl die Zeit zum schönreden und Plaudern.
Der König schwieg und ließ seinen Blick über uns fahren. „Krieg.“ Das kurze Wort schoss hinaus und klang fast wie ein Bellen. „Die Geschichte scheint sich wiederholen zu wollen? Aber da wir keine Armee sind, scheint noch nicht alle Hoffnung verloren. Was ist es, das wir finden müssen, damit uns das Schicksal eines weiteren Einfalls der Schatten verschont bleibt?“ Denn da dies offensichtlich keine Söldnertruppe im klassischen Sinne war, mussten wir als wohl als Aufklärer fundieren. Nur was sollte das bringen? Gab es einen Plan, eine Möglichkeit die Dämonen aufzuhalten bevor sie entstehen? Der Engel musste irgendetwas wissen, sonst war das hier ein Suizidkommando.
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Mali
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 09 Aug 2016, 12:58

Allorion war schon eine lange zeit fort aus seinem Elternhaus. Seine Heimat hatte er auch schon vor 200 jahren verlassen. Als Junger Mann, im Alter von 50 Jahren, hatte er sein Augenlicht verloren. Dies geschah während eines kampfes zwischen ihm und seinen älteren Brüdern. Seine Mutter, eine Hofdame der Hausherrin, besorgte ihm eine Blumenfeesklavin, die ihm sein augenlicht ersetzen sollte, und förderte seine Erziehung , damit er eine gewisse chance hatte, trotz allem sein leben zu leben. 50 Jahre später schickte ihm die Hausherrin fort, seine Ausbildung war noch nicht ganz abgeschlossen, doch der Hausherr gab ihm eine Empfehlung mit, so das er bei Verbündeten unterkommen und dort seine Ausbildung beenden konnte. Dort lernte er seine Magie zu kontrollieren und auch den Schwertkampf und andere dinge wurden ihm dort nahegebracht. Er lernte auch seine Blindheit auszugleichen. Seine anderen sinne wurden schärfer, Geruch, Geräusche sowie die Vibration des Bodens nutzte er für sich. Bald brauchte er auch eigentlich nicht mehr die hilfe der Quirligen Blumenfee, doch er behielt sie bei sich. Hier draussen würde sie vermutlich nicht überleben. Vor kurzem erhielt er schließlich die Botschaft, das der Herrscher von Esther seine Anwesenheit bei einer besonderen Aufgabe wünschte. Seine Fähigkeiten waren von nöten. Zum glück hatte der Herrscher darauf verzichtet, ihm eine schriftliche Botschaft zu senden. Es war weitbekannt, das er diese eh nicht hätte lesen können. Also hatte er den palast betreten. Durch seine schuhe hindurch spürte er nicht viel von dem boden. Vibrationen nahm er kaum wahr. Normalerweise lief er oft barfuß herum, um diese gegebenheiten für sich auszunutzen. Doch er konnte anwesende Personen riechen und hören. Tiffa war bemerkenswert ruhig auf seiner Schulter. Staunend betrachtete die Blumenfee die inneneinrichtung. Sie konnte einen mann in dem Audienzsaal sehen, der anscheinend ebenfalls geladen war. "Ihr müsst gleich stehenbleiben, Mylord. Ihr stosst sonst mit jemandem zusammen." Allorion schmunzelte leicht. "Ich weiss, Tiffa. Ich kann ihn riechen und hören," erwiederte er und blieb dann stehen und wandte sein Gesicht in die Richtung des anderen. Für diesen Anlass trug er seine Silbergraue Kampfrobe ohne die panzerung am Oberkörper.
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Redeyes
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 09 Aug 2016, 19:21

Nane befand sich schon ein Weilchen im Empfangsraum und hatte es sich dort auf einer Steinbank mehr oder wenig gemütlich gemacht. Ihr Erscheinungsbild war nicht gerade das, was man bei einem Treffen mit dem König erwarten würde. Die junge Quarani war staubig und erschöpft, doch was hätte sie machen sollen. Der Bote des Königs war aufgehalten worden, sodass die Nachricht viel zu spät in Kasu angekommen war.
Dann hatten Toyo und Tama noch kurz vor Nane's abreise nach ihr verlangt und ihr ein Geschenk für den König mitgegeben. Daraufhin wollte der Dorfrat sich dieser Geste anschliessen, was ihre Abreise nochmals verzögert hatte. Das alles hatte schliesslich dazu geführt das Nane, trotz Dauerflug, erst vor einer guten halben Stunde angekommen war. Bis dann noch alle Formalitäten mit der Palastwache geklärt waren, blieb ihr keine Zeit mehr sich zu Waschen und auf Nane's schwarzem Fell und Chitin konnte man den Schmutz nun recht gut erkennen.
Natürlich erhob sich Nane sofort und verbeugte sich kurz, als der König mitsamt seinem Sohn und einem Leibwächter den Empfangsraum betrat, doch versuchte sie sich ein wenig im Hintergrund zu halten. Nane war sichtlich nervös und begann mit ihren sekundären Armen unauffällig ihr Fell etwas zu säubern. Nicht das es gross was gebracht hätte, doch Nane musste einfach ein bisschen was tun, um sich zu beruhigen. Sie war sich sowieso nicht sicher, warum man ausgerechnet sie gesandt hatte. Ihre Schwester war ihrer Meinung nach eine bessere Späherin als sie selbst und die beste Kämpferin im Dorf war ganz klar Helia.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 09 Aug 2016, 20:04

Interessant wie der Palast jetzt aussah. Nicht mehr so pompös wie früher. Ekenzi hatte doch zu eher ... ausschweifender Dekoration geneigt. Zumindest wenn "den Palast mit goldenden Abblidern seiner Selbst schmücken" ausschweifend war...
Ich näherte mich mit der notwendigen Ruhe und Selbstsicherheit, die mir auch in diesen Hallen zustand, dem Empfangssaal. Selbstverständlich hatte ich meinen Ring noch aktiviert, schließlich wollte ich keine armen Bediensteten erschrecken... gut, ehrlich gesagt kümmerte mich das Schicksal irgendeines Dieners eher wenig, aber es war doch ganz praktisch, wenn niemand voller Terror durch die Gänge rannte....
Wenige Sekunde, nach dem ich das Empfangszimmer betretten hatte, öffnete sich die Tür auf der anderen Seite und der König betrat zusammen mit dem Kronprinz und Halbdämon Leibwächter den Raum. Ich tat es dem König nach und musterte den vermeintlichen Rest der Expedition. Ziemlich zusammengewürfelte Gruppe. Und wirklich fähig sahen sie ja auch nicht aus. Allesamt nicht außergewöhnlich, mit Ausnahme der beiden Kriegerinnen. Ja, sie glichen sich wie ein Ei dem anderem – vermutlich waren die beiden Zwillinge – und ja, ihre Kleidung war in diesen Breiten ungewöhnlich, aber das war es nicht was mich verwunderte... die beiden strahlten eine riesige Menge Energie aus, Energie, welche normalerweise nur von Geistern abgesondert wurde. Andererseits wirkte die beiden Damen nicht wirklich als wären sie von den Toten wiedergekehrt... fazinierend, diese Beiden musste ich auf jeden Fall weiterbeobachten!

Aber bevor ich weitere Untersuchungen anstellen konnte, erhob der König nun doch das Wort. Beinahe hätte ich mit den Augen gerollt – wenn ich noch welche gehabt hätte. Selbstverständlich wussten wir, was um was es ging. Zumindest die Intelligenteren von uns. Was vermutlich eine Gruppe von weniger als vier Personen beinhaltete, inklusive mir. Nun ja, zumindest konnte man an den weniger wichtigen Teilnehmer, die Veränderungen, die der Schatten auf sie haben würde, untersuchen. Zum Beispiel an diesem haarigem Kerl. Der schien äußerst "scharfsinnig" herausgefunden zu haben, dass die Rückkehr des Schattens keine gute Sache war. Schlaues Bürschchen.
Aber gut, erst mal abwarten, was der König zu sagen hatte.
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Nanoteh
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 09 Aug 2016, 20:14

Schön hatte es die Obrigkeit hier in diesen mittelländischen Gegenden... Wenn sie zurück dachte, es war ein vollkommen anderer Stil als in Shunshen. Hach, wie gerne würde sie irgendwann in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren, wie sehr sich die Halbinsel wohl verändert hatte? So unglaublich viel Zeit war verstrichen...
Rin war etwas abgelenkt von der schönen Einrichtung des Empfangssaales, sie schaute sich die Bilder und die kunstvolle Architektur nur zu gerne an. Die Zwillinge hielten sich schon lange in diesen Landen auf, ihre Fähigkeiten hatten ihnen zahlreiche Beschäftigungen geboten. Hier gab es immer und überall irgendein Problem, offenbar hatten sie sich damit einen Namen gemacht... irgendwie. Wären sie sonst hier gewesen?
Ihre Schwester Rei tangierte das alles nur sehr peripher, jene stand mit verschränkten Armen einfach nur da und hatte aus den Augenwinkeln Eindrücke über die Sterblichen gesammelt. Es war erstaunlich was diese Gegenden alles an Wesen und Kulturen hervorbrachten... Rei war sich nicht sicher ob sie das beunruhigen sollte, anmerken lassen würde sie sich nichts. Sie wollte wissen worum genau es ging, wobei... eigentlich war es ihr im Grunde egal, ihr wurde eine Möglichkeit geboten im ehrenvollen Kampf von ihrer Waffe Gebrauch zu machen? Nur zu gerne kam sie dem entgegen.


Zuletzt von Nanoteh am Di 09 Aug 2016, 21:43 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 09 Aug 2016, 20:34

Gilberts Vater, Lucius, räusperte sich kurz. "Noch würde ich es nicht als Krieg erkennen. Noch haben sie nicht die nötige Stärke, um in die Königreiche einzufallen." Er schaute zu seinem Sohn, dann wieder in die Runde.
"Ich habe euch rufen lassen, weil ich von euren Fähigkeiten überzeugt bin. Es gibt einige Berichte über euch. Sicher entsprechen nicht alle der Wahrheit und vielleicht verbindet ihr auch nichts mit dem Königreich Esther." Was sollte das? Gilbert blickte seinen Vater an, denn der redete gerade so, als wöllte er deren Hilfe gar nicht.
"Ich möchte euch bitten, in die verlassenen Länder zu ziehen. In der letzten Schlacht hatte sich dieser König der Dämonen - wie er sich so nennt - ein Schloss dort gebaut. Wir konnten es damals vor dreißig Jahren vernichten, aber ich denke, dass er es mit Magie wieder hat aufleben lassen. Das ist euer Auftrag. Ihr sollt herausfinden, was die Dämonen vorhaben, wie viele sie sind und wann sie zu alter Stärke zurückfinden."
Er machte wieder eine kurze Pause. "Ich will nicht, dass ihr gegen sie kämpft, aber ich wäre durchaus erfreut, wenn ihr es schaffen würdet, sie etwas zu schwächen. Wir haben fähige Krieger, aber wir brauchen Zeit, damit wir Königreiche uns wieder zusammenschließen können."
Er sah zu Gilbert, seinem Sohn. "Ich werde euch meinen Sohn und seinen Leibwächter zur Seite stellen. Gilbert ist mindestens genauso sehr in der bekannten Welt umhergereist wie ihr. Raw, sein Leibwächter, beherrscht die Sprache der Dämonen. Die beiden werden euch sicher eine Hilfe sein."
Man musste wissen, dass nur Dämonen die Dämonensprache verstanden. Egal, wie oft man sie übte, man verstand sie ganz einfach nicht. Man gedachte, dieses Problem mit Magie zu lösen, aber auch das hatte nicht funktioniert. Bis heute kannte man das Geheimnis dieser Sprache nicht und auch nicht den Grund, weshalb nur Dämonen diese Sprache verstanden. Allein der Engel der Finsternis konnte diese Sprache noch verstehen.
Gilbert seufzte leicht. Nun wusste auch jeder, dass Raw ein Dämon war. Sie hatten es sicher schon bemerkt, aber man musste es doch nicht so auffällig machen. Gilbert wusste, dass sein Vater das mit Absicht getan hatte. Selbst er vertraute Raw nicht und wollte allen zeigen, woran sie bei ihm waren.
"Gilbert wird euch nachher den Plan erklären. Er hat die sicherste Route herausgesucht zum Schloss der Dämonen. Dabei hoffen wir, dass es sich wieder am gleichen Platz befindet", meinte der König. "Ihr habt sicher Fragen?", fragte der König schließlich und ließ ein leichtes Lächeln aufblitzen, was er aber sofort wieder verschwinden ließ.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 09 Aug 2016, 22:09

Rei war die Erste welche das Schweigen brach und offenbar eine Frage äußern wollte... "Das ist alles andere als ein einfacher Botengang... wie sieht es mit einer Entlohnung aus?", fragte sie kalt, die Arme immer noch vor der Brust. In jenem Moment drehte sich auch bereits Rin um, ging zu ihrem Zwilling und legte ihr kurz die Linke auf die Schulter. Hach Rei... es gab wohl nichts und niemandem vor dem sie nennenswerten Respekt aufbrachte. Aber dies war eben ihre Art... Die Frage war aber durchaus berechtigt, die Zwillinge waren Shunshen und nicht der Regierung hier in diesem Land verpflichtet. "Bitte verzeiht... bei allem Respekt mein Herr, aber was meine Schwester eigentlich sagen wollte, wir sind keine Bürger dieses Reiches. Aufgrund dieses außergewöhnlichen Umstandes den ihr sicherlich versteht, würden wir darum bitten zu erfahren, ob uns bei entsprechenden Gefahren eine faire Entlohnung gestattet werden könnte?", fragte Rin weit diplomatischer angehend als es ihre Schwester getan hatte.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 09 Aug 2016, 23:33

Dreist wäre ein noch recht freundliches Wort für das Verhalten der beiden, sich doch verdammt ähnlich sehenden, Schönheiten die ein Teil dieser illustren Gruppe waren. Nicht einmal einen Knicks hatte ich von ihnen gesehen. Das man sich so etwas gefallen ließ...tss. Außerdem war noch etwas anderes komisch an ihnen. Diese Klamotten und der Akzent waren mir nicht bekannt. Ähnliche Kleidungsstile waren mir über den Weg gelaufen, aber eine Region konnte ich nicht zuordnen. Es war doch ein besonderer Schnitt. Vielleicht gerade die neueste Mode irgendwo im Osten, hier aber eigentlich nicht verbreitet.
Und dann war da noch... ich schnupperte. Doch bevor ich den Finger auf das legen konnte was mich an den beiden aufdringlichen Damen störte, bohrte sich mir ein Gestank in die Nase. Er war übel, sehr übel. Vergleichbar mit dem Geräusch das eine Harfenseite macht, wenn man ein rostiges Sägeblatt über sie zieht. Es war der Gestank von Fäulnis und dahinrottendem Fleisch.
Nach einigen angewiderten Zügen konnte ich die Quelle dieser nasalen Beleidigung ausmachen. Ein dicklicher Mann, den man hinter dem Tresen eines Schlachthofes erwarten würde, strömte diese Pestwolke aus. Irritiert blickte ich ihn an. Er war kein Bediensteter, aber sicher auch keiner meiner Mitstreiter hier, oder? Außerdem ließ der Geruch darauf schließen, dass dieser Mann sehr krank war. Eigentlich zu krank um überhaupt noch auf den Beinen zu sein. Solche Gerüche kannte ich von Bettlern oder Veteranen deren Wunden nicht versorgt wurden. Denn manchmal verfaulte Fleisch unter einem Verband, dann konnte ein Bein oder Arm komplett absterben ohne das der Mensch dabei Schmerzen litt, denn in diesen Gliedmaßen war kein Gefühl mehr. Es war ziemlich widerlich und nur noch eine Amputation konnte dabei helfen.
Nur stand der Mann auf beiden Beinen und die Arme schienen auch gesund zu sein. Jemand der in einem solchen Zustand der Verwesung ist, sollte sich eigentlich wie ein Krüppel verhalten. Das konnte man schließlich nicht einfach ignorieren. Wenn die Ansprache hier vorbei war, dann würde ich dem Mann einen Besuch beim Medicus nahelegen. Denn egal wie wenig ihn diese Sache zu stören schien, solch ein Geruch kann kein lebendes Wesen absondern ohne bald ins Gras zu beißen.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Mi 10 Aug 2016, 19:17

Als der König anfing, zu ihnen zu sprechen, wandte Allorion sein Gesicht in seine Richtung.
Seine Augen waren hinter einer schwarzen Binde verborgen, da er niemandem die Narben zumuten wollte. Er schämte sich zwar nicht für seine Blindheit, doch er wurde früher oft genug fortgejagt, sobald irgendwelche Leute seine Weissen, mit narben umgebenden Augen gesehen hatten.
Eine Frau fragte den König wegen der Bezahlung. Das war auch das, was ihn interessierte.
Es war zwar nicht so, das er welches brauchte, er hatte genug Geld. Er besaß ein eigenes Haus, einen Koch, der ihn gut versorgte, eine Haushälterin, einen Pagen und eine Bademagd. Diese wollten alle Geld von ihm, das essen und der Wein kosteten Geld. Seine Kleidung und seine Stiefel kosteten Geld.
Der Schmied wollte geld, wenn seine Waffen repariert werden mussten. Sogar der Stallbursche wollte Geld für die versorgung seines pferdes. "Werter König, ihr habt uns rufen lassen, damit wir eine Aufgabe für euch erledigen. Dies scheint trotz allem eine Gefährliche aufgabe. Deshalb gebe ich der jungen Dame recht, das ihr uns dafür bezahlt. Wir sind keiner eurer Untertanen, die verpflichtet sind, ihren Arsch für euch in Gefahr zu bringen. Es gibt Leute, die Geld brauchen, und es gibt leute, die gern für Geld arbeiten. Aber nur wenige, die mit Geld im Arsch geboren wurden," sprach er nun zum König.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Mi 10 Aug 2016, 21:39

Uns sollte der Kronprinz samt Leibwache mitgeschickt werden? War diese Mission so etwas wie eine Bewährungsprobe für den Prinzen? Oder wurden die Beiden eher mit uns gesandt, damit sie unsere illustre Runde im Auge behalten konnten? Nun ja, wie auch immer, mir sollte es gleich sein. Ich bezweifelte dass sich der Prinz, wie hieß er noch gleich - Garen, Gilard oder Gilbert war es gewesen, meine ich - oder sein Schoßtier mir gefährlich werden konnten. Zumindest nicht, wenn ich bei einer Konfrontation einigermaßen umsichtig vorgehen würde... Anderseits gab es auch für mich keinen Grund, mich mit den Zweien anzulegen. Wir hatten vermutlich sowieso die gleichen Ziele, den Schatten vernichten oder verdrängen und das Leben aller, oder sagen wir lieber fast aller, Einwohner der Königreiche zu verbessern.
Als dann die Rotgewandete der beiden fremden, seltsamen Damen nach einer Belohnung fragte – um diesen Begriff etwas zu dehnen – musste ich verächtlich schnauben. Die Welt stand vorraussichtlich gerade – wieder einmal – am Rande der Vernichtung, dies war die Ruhe vor dem Sturm und sie verlange eine Belohnung? Ja, es war durchaus legitim eine Gegenleistung für solch gefährliche Dienste zu erwarten, aber der Ton des Rotauges gefiel mir überhaupt nicht. Außedem sprach man so etwas doch nicht einfach an! Ihre Schwester, die Frau in blau, versuchte schnell die Forderung ihrer Begleiterin zu relativieren. So war dass schon deutlich besser. Ich war in manchen Punkten kein Unterstützer Lucius'es, zum Beispiel war er, meiner Meinung nach, einfach zu nett für einen Monarchen. Andererseis, bisher hatte sein Regierungsstil ja Früchte getragen. Nun gut, mal sehen wie es in Einhundert oder Zweihundert Jährchen aussah... Andere Eigenschaften des Wasserengels, zum Beispiel seine Ausgeglichenheit und der Umstand, das in ihm nicht mal ein Funke Eigennutz steckte, gefielen mir.
Aber der Engel verdiente in jedem Fall Respekt, schließlich hatte der Mann, zusammen mit seinen "Geschwistern", die Welt gerettet! Und das war gerade erst, wie viel, Fünzig? Jahre her, also nicht so lang, dass die Sterblichen sich nicht mehr darin erinnern könnten.... Es gab sogar welche, die den Untergang des Schattens noch erlebt hatten!

Plötzlich fiel mir auf, das der haarige Idiot mich anstaarte. Hatte ich irgendetwas auffälliges gemacht? Ich stand hier doch nur und... verdammt, atmen.Es machte die Sterblichen immer so nervös, wenn jemand nicht atmete. Ich begann also zu atmen... einatmen, zwanzig Sekunden warten, dann ausatmen. Sichtbar, wenn auch nicht unbedingt hörbar, damit der Idiot es auch mitbekam. Oder war das grüne Farbe in seinem Gesicht? So sehr stank ich doch nicht, die meisten Leuten fiel der Modergeruch erst auf, wenn ich mich weiter näherte... Nicht mal der Elf schien es bemerkt zu haben und dieser war anscheindend blind, also vermutlich mit einem feinerem Geruchssinn ausgestattet. Nun ja, ich hatte sowieso vor, meine Verkleidung noch im Palast abzulegen, zumindest kurz. Die Leute sollten wissen mit wem sie zusammen arbeiten würden. Außerdem juckte die Illusionsmagie schrecklich am ganzem Körper. So wie... wie was eigentlich? Ich kannte dieses Gefühl sonst tatsächlich nicht, einer der Vorteile untot zu sein.

Als der Elf sich schließlich auch zu Wort meldete und ebenfalls Geld verlangte, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich begann zu kichern, aber nach weniger Herzschlägen schlug dies in lauthalses Gelächter um. Es dauerte vermutlich ungefähr eine halbe Minute bis ich mich wieder gefangen hatte. "Das kommt davon, wenn man ein ewiger Gutmensch ist, Lucius. Eure Untertanen nehmen euch einfach nicht mehr Ernst. Hättet ihr die Köpfe solch unverschähmten Personen " - ich deutete auf den Elfen und die beiden Schwestern "vor euren Toren aufgespießt, würde soetwas jetzt nicht passieren. Ich hatte euch doch damals gesagt, ihr seit zu nett für einen König!" dabei klang ich immer noch etwas erheitert. Mich amüsierte eher das ich Recht gehabt hatte und dieser Vorfall ausgerechnet in meinem Beisein passieren musste, als die Art wie die anderen mit dem Monarchen sprachen. Über diese Art des Umgang war ich.... nicht erfreut, um es schonend auszudrücken. Kurz überlegte ich, ob ich dem König anbieten sollte, die Angelegenheit zu "klären", aber dann erschien mir dies doch zu unpassend. Erstens würde es kein gutes Licht auf unsere weitere Zusammenarbeit werfen, wenn ich Teile der Gruppe umbrachte. Zweitens würde ich durch diese Handlung die - anscheinend schon geringe - Authorität des Engels weiter untergraben, etwas was ich tatsächlich nicht wollte. Ich mochte Lucius und wünschte mir, dass er noch eine lange Amtszeit vor sich haben würde. Aber manchmal war der Gute doch etwas realitätsfern...
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Mi 10 Aug 2016, 22:07

Gilbert verkrampfte kurz seine rechte Hand, als er die unverschämten Forderungen der Mädchen und dieses Elfen spürte. Kannten die so etwas wie Respekt? Anscheinend nicht. Als der junge Wasserengel schließlich die Worte eines merkwürdigen Mannes hörte, sah er seinen Vater wieder an. Die beiden kannten sich also? Merkwürdig war nur, dass sein Vater keinerlei Regung zeigte. Er zeigte keinen Zorn, keine Wut, keine Trauer über solch unwichtige Belange, kein einziges Gefühl.
"Seht mein Königreich an", bat Lucius, schloss kurz seine Augen und öffnete sie dann wieder. "Glaubt ihr, dass ich euch nicht bezahlen kann? Ich weiß, dass es für den ein oder anderen unter euch sicher etwas Wichtigeres gibt, als Geld. Ich werde euch eure Wünsche erfüllen, sobald diese Aufgabe erledigt ist. Auf der Reise werdet ihr durch meinen Sohn finanziell verpflegt sein. Um die Reise braucht ihr keine Sorgen zu machen. Auch danach wird für die Erfüllung eurer Wünsche gesorgt."
Er blickte nun den merkwürdigen Mann, der ihn zu kennen schien. "Ihr habt sicher alle verschiedene Vorstellungen von einer harmonischen Welt, von einer friedlichen Welt. Viele denken, dass die Ausrottung der Dämonen alle Probleme lösen würde. Ich denke nicht so. Ich denke nicht, dass unbedingt alle Dämonen schlecht sind."
Raw spürte, wie Lucius unterbewusst auf ihn anspielte, weshalb er ein kurzes Seufzen von sich gab.
"Wir kämpfen sicher alle für eine friedliche Welt, aber bevor es nicht bewiesen ist, dass sie uns wirklich angreifen wollen, wird keinem Dämon Schaden zugefügt."
Gilbert schaute zu Raw hinüber, der seinen Blick erwiderte. "Alles gut?", flüsterte er. Raw nickte leicht auf die Frage hin. "Nimm es nicht persönlich." Raw erlebte dies doch schon seit Jahren. Für ihn war das schon Normalität geworden. Also störte er sich auch nicht daran.
"Wenn es keine Fragen mehr zur Bezahlung gibt, dann würde ich meinen Sohn und seinen Leibwächter euch überlassen. Ihn könnt ihr alles fragen, was es mit dieser Reise auf sich hat." Er wandte sich nun wieder seinem Sohn zu. "Sei so gut und kümmer dich um unsere Gäste." Gilbert erwiderte die Geste mit einem Nicken und einem leichten Lächeln.
"Nun denn, wir werden uns vor der Abreise noch einmal sehen. Bis dahin gehört euch dieser Empfangssaal. Ihr entscheidet selbst den Zeitpunkt eurer Abreise, es droht noch keine akute Gefahr."
Er verbeugte sich vor den Gästen. "Wenn ihr nun keine weiteren Anliegen mehr habt, würde ich dann gehen." Eigentlich war dies auch ein Wink mit dem Zaunspfahl. Mal schauen, wer noch etwas zu sagen hatte.
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Redeyes
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Mi 10 Aug 2016, 22:34

Nane blickte zu Gilbert und seiner dämonischen Leibwache und musterte beide nochmals genauer. Es hatte sie überrascht das ausgerechnet ein Dämon die Leibwache des Prinzen war, aber auch, wie freimütig der König dies ausgesprochen hatte. Nane hatte zwar gespürt, das Raw mit der Finsternis verbunden war, doch hätte der König nichts gesagt, hätte es wohl eine ganze Weile gedauert, bis sie dahintergekommen wäre. Vielleicht war auch das die Absicht des Königs gewesen, um eben eine solche Situation zu verhindern, was dem Vertrauen innerhalb der Gruppe wohl geschadet hätte. Jedenfalls war dies wiedermal ein gutes Beispiel, das es auch unter den Dämonen einige gab, welche das Herz am rechten Fleck hatten. Das war zwar selten, aber es gab sie.
Als der König schliesslich geendet hatte und noch wissen wollte, ob es noch offene Fragen gab, wollte Nane sich bereits melden, und wie ein Schulkind die Hand heben, unterbrach ihre Bewegung jedoch gleich wieder. Die Geschenke hatten nun wirklich nichts mit der Aufgabe zu tun, die konnte sie dem König auch noch nachher überreichen. Dann ergriff eine der beiden exotisch gekleideten Fremden das Wort und Nane musste husten als sie den ziemlich frechen und respektlosen Ton vernahm, ihr Zwilling versuchte dann zwar die Situation zu retten, doch gleich darauf doppelte der Dunkelelf nach. Nane wusste nicht so recht, was sie davon halten sollte, klar fand sie den Ton respektlos, aber sie hatte nicht viel Erfahrung mit Söldnern, vielleicht war das für die normaler Umgangston. Dennoch fand sie den Vorschlag des hochgewachsenen älteren Mannes, die Köpfe der Dreien vor dem Schloss aufzuspiessen auch viel zu übertrieben. Nane musterte den Mann nun ebenfalls genauer, doch da sie keinen Grund hatte die Illusion anzuzweifeln, war es ihr auch nicht möglich sie zu durchschauen.
Dann ergriff der König erneut das Wort. Er reagierte sehr Gelassen, verlor keine Sekunde lang die Fassung. Nane vermutete einfach mal, das der König nicht das erste Mal mit solchen Umgangsformen konfrontiert gewesen war. Als er dann schliesslich im Begriff war zu gehen, sah Nane ihre Gelegenheit gekommen und schlängelte sich geschickt zwischen den Anwesenden hindurch nach vorne. "Verzeiht Eure Hoheit," nun da sie direkt vor dem König stand, blieben Nane die Worte beinahe im Halse stecken. Nervös begann sie wieder ungewollt, ihr Fell zu säubern und glatt zu streichen. "Ich.. ähm.. ich hätte noch ein Anliegen, allerdings hat es nichts mit dem Auftrag zu tun..." die junge Quarani wurde immer nervöser und leiser. "Ich.. ich meine wir... ähm... man hat mich darum gebeten... Ich soll Euch, im namen meines Dorfes ein Geschenk überreichen und.. nun ja.. ich dachte, das wäre eine gute Gelegenheit..."
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Do 11 Aug 2016, 01:05

Das war einer dieser Momente... Rin erkannte in dem leeren Blick von Rei sofort was in ihr vor ging... es hatte absolut nichts Gutes zu bedeuten. Zumindest für Rin war die Sache damit erledigt, sie begaben sich nicht in große Gefahr nur um dann vermutlich vergessen zu werden.
Rei sollte sich nicht geirrt haben, schon kam Regung in ihre Schwester. Sie rotierte einmal kurz mit der Schulter, entfernte sich so von Rin und drehte sich mit in die Hüfte gestemmten Armen zu dem Kerl der vorhin noch tatsächlich vorgeschlagen hatten ihre Köpfe vor der Stadt zu pfählen. "Untertanen...? Hör mal zu du aufgeblasenes Arschloch... Wie eben gesagt wurde, wir sind nicht einmal Bürger dieses Landes und sicherlich keine Untertanen. Weißt du was mit Möchtegernhelden passiert? Sie werden am Ende gerne vergessen... vorausgesetzt man überlebt. Also klären wir lieber gleich was geklärt werden muss. Wir sind hier weil man etwas von UNS wollte, nicht umgekehrt. Also mischt euch mit euren ungewaschenen Fingern nicht in unsere Interessen ein.", brach es dann aus Rei heraus. Ihr ruhigerer Zwilling stand nur im Hintergrund, beobachtete mit vor der Brust verschränkten Armen die Szenerie.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Do 11 Aug 2016, 21:33

Und wieder einmal schaffte es die.. direktere der beiden jungen Damen meine Aufmerksamkeit zu erregen. Diesmal hielt sich sogar ihre Anstandsdame zurück, was zu einer wahren Tirade gegenüber dem stinkendem Mann führte.
Zugegeben, er hatte sich nicht besonders diplomatisch ausgedrückt und seine Standpunkte waren etwas altmodisch, aber offensichtlich gehörte dieser Mann der besseren Schicht an. Niemand anderes würde mit einem König so vertraut sprechen. Natürlich konnte man bei solchen Personen auch den ein oder anderen Fauxpas durchgehen lassen, sicher kein Grund so ausfallend zu werden wie die junge Dame es hier gerade tat.
Ich ignorierte diesen Streit aber erst einmal. Es war nicht mein Bier, außerdem wollte ich einen gewisse Distanz zwischen mir und dem fauligen Gestank bringen. Irgendwie atmete der Mann auch ungesund... könnte sein ganzer Brustkorb wurmzerfressen sein? Ich schüttelte mich bei dieser Vorstellung.
Zielstrebig steuerte ich stattdessen auf den Prinzen und seinen Wachhund zu. Es gab einige offene Fragen die er zu beantworten offensichtlich beauftragt ist. Sein Vater war sicher ein gütiger Regent, aber etwas... weich. Kein Dämon würde von mir verschont bleiben nur weil ihre königliche Hoheit den Gedanken an Gewalt nicht ertragen kann.
In gebührendem Abstand vom Prinzen, den ich einerseits aus Höflichkeit, andererseits aufgrund der Tatsache einer wenig freundlich aussehender Leibwache einhielt, blieb ich stehen und verbeugte mich kurz.
„Eure Hoheit?“ fragte ich höflich um seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken „Belva von und zu Glavulk der Name. Ich entschuldige mich, falls diese Frage ungebührlich erscheinen mag, aber als euer Vater davon sprach, dass ihr uns auf der Reise mit eurer Anwesenheit erfreut, so darf ich doch davon ausgehen, dass ihr uns vor dem Übergang in die Schattenlande wieder verlasst, richtig?“ Ich räusperte mich und fuhr fort „Ich möchte euch nicht zu nahe treten, aber ihr seid noch jung. Niemand kann für die Sicherheit dieser Unternehmung sorgen und während...“ ich zögerte „... die meisten hier bereit wären ihr Leben für den Fortbestand des Friedens zu geben, so ist eures doch zu kostbar dieses Risiko einzugehen.“
Ich war kein großer Freund dieser höfischen Umgangsformen, aber allein schon um dem Rest dieser Gruppe hier zu zeigen was Respekt bedeutet tat ich mein Bestes um höflich zu umschreiben das wir für diesen Auftrag Kämpfer von Kaliber brauchten und nicht den Prinzen der sich in Papas Palast ein farbenfrohes Bild der Welt gemalt hat. Natürlich bin ich auch ernsthaft besorgt um sein Wohlergehen was es nur noch schlimmer macht. Die Welt war grausam und ich konnte nicht davon ausgehen, dass der behütete Sohn dies in vollen Umfang begriff. Selbst wenn sein Leibwächter noch so mächtig war, das war einfach keine gute Idee.
Wenn ich schon sah wie dastanden. Solche Kleidung konnte nur in einem Palast getragen werden, Schutz vor den Elementen oder wirklichen Angreifern bot sie sicher nicht. Nicht einmal einen Schwertgurt trug der junge Prinz... Dafür rochen die beiden angenehm sauber, jedenfalls wenn man die Note Dämon bei seinem Beschützer übersah. Hielten die beiden überhaupt eine Woche ohne Vollbad durch? Ich hatte meine Zweifel.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Do 11 Aug 2016, 21:57

Allorion schnaubte. Das war ja wohl die Höhe. Die Frau, die er vorher schon gehört hatte, griff den Mann verbal an, der dafür war, sie köpfen zu lassen. Allorion fiel ein süßlicher Verwesungsgeruch auf und dieser schien von dem Mann auszugehen, der so vertreut mit dem König gesprochen hatte. Er selber kannte den König nur vom gelegentlichen sehen, wenn er mal einen auftrag erhalten hatte.
"Mein Herr ist noch sehr respektvoll gewesen. Ihr wisst gar nicht, wie er ist, wenn er jemanden Respektlos behandelt," fiel Tiffa nun mit ein, in richtung des nach tod stinkenden mannes.
"Ich kann für mich selber sprechen, Tiffa," wandte Allorion sich an die Blumenelfe.
Dann wandte er sich an den Prinzen. "Verzeiht, falls dies schon zur sprache kam, aber wann werden wir aufbrechen? Wenn wir noch zeit haben, würde ich noch meine Ausrüstung holen gehen, die ich brauche."
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Fr 12 Aug 2016, 12:31

Gilberts Vater wandte sich der Quarani zu und lächelte freundlich. Er fand sie recht niedlich, so wie sich vor ihm gab. "Ist schon in Ordnung, du kannst ruhig frei sprechen." Lucius lockerte sich etwas. "Wegen diesem Geschenk, das du erwähntest... Wäre es in Ordnung, wenn du mir nachher davon erzählst? Oder magst du nun mit nach draußen auf den Flur kommen?"
In einer freundlichen Geste drehte er sich um und deutete auf die Tür. "Was meinst du?"

Inzwischen hatte Gilbert nicht mehr auf seinen Vater geachtet, denn ein Mann stand vor ihm, der ihn seltsam ansprach. Okay, er war ein Prinz und sollte höflichst behandelt werden, aber dennoch verwunderte ihn seine Wortwahl sehr. Raw hatte schon seine Hand an seinen Gürtel in Richtung der Messer bewegt. Gilbert griff nach hinten, ohne seinen Blick von dem des Mannes abzuwenden und umfasste Raws Handgelenk, um ihn von diesem Vorhaben abzubringen.
Raw war mehr als nur fürsorglich. Wer mir zu nahe kam, wurde erst gebeten, von mir wegzutreten. Wenn derjenige das nicht tat, half Raw mit Gewalt nach. Er traute einfach niemandem. Vielleicht lag das an der Tatsache, dass auch ihm niemand traute.
Gilbert fuhr ein leichtes Schmunzeln durch sein Gesicht. "Mein Name ist Gilbert. Freut mich, Sie kennen zu lernen. Ich werde euch auf der ganzen Reise begleiten. Ohne mich wird Raw euch nicht begleiten und er wird euch sehr hilfreich in den Schattenlanden sein, allein, weil er ein Halbdämon ist."
Raw hatte inzwischen seine Hand wieder sinken lassen, weshalb Gilbert es ihm gleichtat. "Vielleicht denkt Ihr, dass ich ein verzogener Prinz bin, der sich nicht wehren kann. In diesem Falle liegen Sie sehr falsch. Ich bin der Sohn des Wasserengels, wenn auch einer Elfe. Ich kann mich sehr gut verteidigen und nebenbei habe ich noch meinen Leibwächter. Wenn Ihr glaubt, dass man mich nur mitschickt, weil ich ein Prinz sei und dazu noch einen herausragenden Leibwächter habe, liegt Ihr falsch."
Gilbert lächelte leicht. "Um mein Wohl ist also bestens gesorgt."
Er wandte sich nun Allorion zu, der ihn etwas gefragt hatte, schaute dafür etwas an dem Mann vor mir vorbei. "Sicher, holt Eure Ausrüstung noch. Nur die Ruhe!" Gilbert wandte sich nun wieder dem Mann vor ihm zu. "Mein Leben ist nicht so wertvoll, wie es scheint. Mein Vater kann jederzeit ein neues Kind zeugen. Noch irgendwelche Anliegen?" Raw sah seinen Schützling erschrocken an, als dieser die Wertschätzung seines Lebens so herunter setzte. Er wusste, woran das lag. Gilbert bezeichnete sich stets selbst als schwach, weil er seine Magie nicht einsetzen konnte und weil er ständig Energie benötigte, um seinen Energiemangel in den Griff zu bekommen.
"Hoheit!", meinte Raw deshalb sauer.
Gilbert drehte sich zu ihm um, lächelte dabei wieder und wandte sich erneut dem Mann vor ihm zu. Den Streit zwischen dem Mädchen und diesem anderen Mann hatte er bisher noch gar nicht mitbekommen, weil seine Aufmerksamkeit diesem Werwolf galt.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Fr 12 Aug 2016, 14:53

Ich hob eine Augenbraue fragend, aber beließ es dabei. Der junge Prinz hatte ja eine gesunde Einstellung zum Leben. Da war seine Wache schon ganz richtig zusammengezuckt. Generell sah der Mann neben dem Prinz nicht besonders entspannt aus. Eigentlich eine willkommene Einstellung für eine Leidgarde, aber das sein Herr ihn davon abbringen musste sein Messer zu ziehen war schon etwas extrem. Gut, es gab einige Leute die dir erst dann vertrauten wenn ihre Hand auf dem Schwertknauf ruhte, denn erst dann konnte man sicher sein, dass der Gegenüber keinen Quatsch anstellen würde. Außerdem war ein Dämon, Gewalt lag ihm wohl im Blut.
„Es tut mir Leid, eure Hoheit, wenn ich eure Ehre verletzt haben sollte.“ begann ich, wobei ich mir nicht sicher war das meine Worte ihn wirklich verärgert hatten. „ Natürlich ist mir die Macht eures Vaters bekannt. Und auch ihr habt ja schon durch Wort und Tat auf euch aufmerksam gemacht.“ Ich schaute hinüber zu seiner Wache „Doch muss ich eurem Diener zustimmen, euer Leben ist nicht austauschbar und ich würde eurem Vater gerne die Trauer ersparen falls euch etwas zustoßen sollte. Denn ich habe Familie verloren und weiß was ein solcher Schicksalsschlag mit einem Mann machen kann.“ Natürlich lag mein Fall ein wenig... anders, aber das Prinzip war dasselbe, dachte ich.
„Wenn ihr aber Vertrauen in eure Fähigkeiten und diese Aufgabe habt, dann werde ich nicht an euch zweifeln.“ zwar war ich noch ein wenig skeptisch, schließlich ging es nicht nur darum ihm zu glauben, sondern ihm im Zweifel mein Leben anzuvertrauen. Was sich bei dieser Gruppe noch als problematisch herausstellen könnte.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Fr 12 Aug 2016, 19:39

Ich lauschte aufmerksam den Worten des Königs. Typisch Lucius, ewiger Gutmensch. Aber er hielt an seiner Meinung fest. Manchmal fragte ich mich, wie er es schaffte, so positiv zu bleiben. Um ehrlich zu sein, ich beneidete für seine Ausgeglichenheit, seine Geduld und auch seine Fähigkeit in jedem Wesen das Gute zu sehen. Nach hunderten von Jahren, in denen ich immer wieder beobachtet hatte, wie gute Menschen von der Macht korumpiert wurden und wie selbst Familienmitglieder sich untereinander grauenhafte Dinge antun konnten, konnte ich diesen Optimismus, vielleicht war es auch Naivität, nicht mehr aufbringen...
Da seine Worte vernünftig und gut durchdacht waren, selbst wenn sie nicht meine Meinung wiederspiegelten, verneigte ich mich leicht vor dem König um ihm zu verstehen zu geben, dass ich seine Worte verstanden hatte. Nicht das ich vorhatte, alle Dämonen auszulöschen. Zumindest nicht zwingend. Ich hatte schließlich auch nicht geplant alle Goblins zu vernichten. Das würde auch zu viel Zeit brauchen, ich konnte mit meiner Zeit besseres anfangen. Außerdem würde so ein Genozid nichts besser machen. Anstatt dass Dämonen Tod und Verwüstung stifteten, würde es dann andere tun. Im Zweifelsfall die unterschiedlichen Wesen untereinander. Wenn man auf etwas bauen konnte, dann dass das Böse nie verschwinden würde, es schien einfach in der Natur der Sache zu liegen.

Die ... Äußerung der rotgewandeten Frau riß mich aus meinen eher philisophischen Gedanken. Mein erster Impuls war es, der jungen Dame eine Lektion in Sachen Respekt zu lehren, aber dann besann ich mich eines Besseren. Lucius hätte es nicht gefallen, eventuell würde er sogar eingreifen um soetwas zu verhindern. Außerdem war es respektlos gegenüber dem Wasserengel, schließlich wusste ich doch genau, dass ich dann gegen seine Wünsche und Pläne handelte. Außerdem würde diese Reaktion nicht den Zusammenhalt innerhalb unserer kleinen Reisegruppe verbessern, etwas was wir im vermutlich eher früher als später brauchen würden. Vor allem bei diesen Reisegefährten... vorallem die Quanari machte auf mich den Eindruck, als ob sie in einem Kampf keine große Hilfe sein würde. Dämonen mit Bolzen zu pieken, war nicht unbedingt effektiv, außerdem wirkte die Insektenartige nicht gerade erfahren in... irgendetwas beliebigem. Vielleicht konnte sie als Späherin dienen, aber auch da hatte ich so meine Zweifel. Innerlich seuftze ich. Warum musste ich immer mit Idioten zusammenarbeiten?
Mit der Antwort auf Rotauges Tirade ließ ich mir ein bisschen Zeit, bevor ich die Stimme erhob: "Habt ihr überhaupt eine Ahnung bei wem ihr gerade zu Gast seid? Dieser Mann " - ich machte eine Kopfbewegung in Richtung des Königs - " hat vor nicht allzulanger Zeit die Welt gerettet! Ohne ihn würden wir hier nicht stehen und uns über einfachste Ettikette unterhalten. Ihr, wir alle verdanken ihm und den anderen Engeln unser Leben, unsere gesamte weitere Existenz! Es wird doch nicht zuviel verlangt sein, etwas Respekt zu zeigen?! Lucius mag es vielleicht nicht interessieren, wenn ihr ihn so anredet, aber andere schon. Seinen Sohn, die Könige der benachbarten Reiche, die Bürger dieses Reiches, vermutlich der gesamte Adel. Und mich. Falls ihr euch tatsächlich unbeliebt machen wollt und dadurch die einzige Chance, die ihr haben werdet, um an der Rettung dieses Reiches teilzuhaben, verspielen wollt, macht ruhig so weiter. Ich bin sicher, in der Leibwache des Königs sind einige fähige Schwertkämpfer, die dafür töten würden, eurer Platz einzunehmen. Ihr seid ersetztbar. Außerdem bezweifle ich, dass ihr in den fünf Königreichen noch ehrbare Arbeit findet, wenn euer Verhalten bekannt werden sollte. Vielleicht solltet ihr in Zukunft eure Schwester reden lassen, sie scheint zumindest verstanden zu haben was Respekt bedeutet." Ich stoppte kurz, um mich zu sammeln und um zu sehen ob meine Antwort auf das Mädchen irgendeinen Effekt hatte. Bevor sie jedoch reagieren konnte, redete ich weiter, diesmal allerdings in einem weniger harschem Ton. "Ich verstehe, dass ihr euch Sorgen macht, euch würde am Ende der verdiente Ruhm oder die angemessene Menge Gold vorenthalten werden. Aber wenn ihr wüsstet mit wem ihr hier redet, würdet ihr dies nicht in Frage stellen. Ich bezweilfe, dass der König auch nur in der Lage ist, euch anzulügen. Aber seid versichert, ich werde dafür Sorge tragen, dass eure Rolle, die eurer Schwester und die aller anderen Mitglieder unserer Expedition nicht vergessen wird."
Dass man meinen letzten Satz auch als Drohung aufgefassen konnte und dass ich auch keine Skrupel hatte, diese wahr zumachen, falls es nötig werden sollte, verschwieg ich.
Die Behauptung der Feeensklavin ihr Herr wäre gerade respektvoll gewesen - eine Aussage, die zeigte dass Elfen doch nicht so zivilisiert waren, wie sie immer behaupteten - ignorierte ich einfach.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Fr 12 Aug 2016, 22:26

Rei wollte noch einmal Luft holen und etwas auf diese Ansprache erwidern, es war ihr egal was er alles vollbracht hatte... sie hatte gelernt, dass es noch weit andere Dinge außerhalb dieser Welt gab... Der Mann sprach dann aber weiter, daraufhin legte Rei erst einmal den Kopf schief und überlegte es sich dann anders... Die letzten Worte dieses Mannes, so mit Nachdruck gesprochen... Die Shunshen stieß die Luft aus und drehte sich dann mit verschränkten Armen etwas weg.
Rin schüttelte lediglich den Kopf ein wenig, es wäre nur noch weiter eskaliert sich ihrer Schwester in den Weg zu stellen... Rei mochte zwar so wenig lebendig sein wie sie selbst, dennoch war sie selbst nach so vielen Jahren ein Heißblut ohne ihr bekannten Vergleich.
Am Ende lag es an Rin ihre Würde etwas zu opfern, sie ging zu dem Mann mit dem sich Rei eben noch ein kurzes Wortgefecht geliefert hatte, legte die Arme an die Seite an und neigte dann ihren Oberkörper zu einer Verbeugung. "Bitte entschuldigt meine Schwester, sie ist etwas... überambitioniert? Sagt man das so in diesem Land? Ich hoffe jedoch ihr fühlt euch nicht zu sehr gekränkt, daher biete ich euch gerne diese Entschuldigung an. Ich danke euch zudem für eure Worte... es lag große Ehre darin. Mein Name ist Rin Taira... meine Schwester Rei habt ihr ja bereits... kennen gelernt.", stellte sie sich vor, hielt dabei den Oberkörper und den Blick gesenkt, eine der höchsten Gesten der Höflichkeit aus dem Land aus dem sie ursprünglich kamen. Erst wenn ihr Gegenüber sich darauf einließ, würde sie jene Haltung auflösen... oder es ablehnte. Dies lag nicht in ihrem Ermessen.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Sa 13 Aug 2016, 00:20

Nane schien sichtlich erleichtert, als der König freundlich reagierte und als er ihr Anbot ihn zu begleiten, nahm sie dieses Angebot nickend und dankbar an. Falls sie nun doch noch etwas Peinliches tat, würde es nun wenigstens nicht die ganze Gruppe mitbekommen. Ausserdem ging es die Gruppe ja eigentlich nicht wirklich was an, was ihr Dorf dem König zu schenken gedachte.
Nane begleitete König Lucius nach draussen und kaum hatten Sie den Empfangsraum verlassen, begann die junge Quarani hastig in ihren vielen Taschen zu wühlen. Nane schien nun definitiv entspanter zu sein, nun da nicht mehr so viele Augen auf ihr ruhen konnten. "Nun Kasu ist zwar kein kleines Dorf mehr, doch von einer Stadt sind wir auch noch weit entfernt. Als jedoch Euer Bote eintraf, wurden wir von den Wächtern der Quelle gerufen und Sie baten mich, Euch ein Geschenk zu überbringen. Und nun ja, als der Dorfrat das erfuhr, wollten sie Euch ebenfalls ein Geschenk zukommen lassen."
Nane förderte aus ihren vielen Taschen ein Glas mit goldgelbem Honig und eine Flasche mit Met zutage. "Ein Glas von unserem besten Honig und eine Flasche mit daraus hergestelltem Met. Uns ist bewusst, dass diese Waren für Euch sicherlich nichts Besonderes sind und Ihr Euch sicherlich sogar bessere Ware kaufen könnt, aber nun ja... seht es bitte als symbolische Geste unseres Dorfes. Wir sind Euch wirklich dankbar, nicht nur wegen den Truppen, die unser Dorf sicherer machen, sondern auch dass Ihr uns nicht gleich mit hohen Steuern belastet oder uns einen Adligen Lehnsherren vor die Nase gesetzt habt, als wir uns Eurem Königreich angeschlossen haben. Ihr gebt unserem Dorf und seinen Bewohnern genug zeit, damit wir uns an diese neue Situation gewöhnen können."
Doch damit war Nane noch nicht fertig, sie schien immer noch etwas zu suchen und kurz darauf förderte sie eine relativ grosse Phiole mit klarem Wasser zutage. "Und dies ist das Geschenk unserer Quellenwächter. Ich glaube, es ist etwas Wasser aus der heissen Quelle, welche die beiden bewachen, aber Sie meinten das Ihr, als der Engel des Wassers, damit sicherlich etwas anzufangen wisst." Nane kratzte sich verlegen am Kopf, während sie in den anderen Händen jeweils eines der Geschenke hielt, unsicher welches sie dem König als Erstes überreichen sollte. Dabei bemerkte sie, das die Phiole mit dem Quellwasser immer noch angenehm warm war, obwohl sein inhalt eigentlich schon längst hätte erkaltet sein müssen.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   So 14 Aug 2016, 07:49

Lucius verließ mit der jungen Quarani den Empfangssaal und begleitete sie ein Stück weiter, damit sie auch niemand aus dem Empfangssaal hören konnte. Er war recht erstaunt von den Worten der jungen Quarani. "Ihr hattet Probleme, weil ihr Wesen der Schatten seid, oder?" Lucius lächelte wieder. "Ich würde niemandem einen Lehnsherren vor die Nase setzen, wenn er das nicht will. Sicher können die Lehnsherren sich ihre Städte und Dörfer selbst aussuchen, aber wenn die Bewohner dagegen sind, können sie sich dieses Gebiet eben nicht aussuchen. Bei euch hatte ich von vornherein das Gefühl, dass ihr keinen der Fürsten in eurer Nähe haben wollt. Ich bin sehr erstaunt, wie gut sich Kasu entwickelt hat. Ihr habt wirklich sehr gute Arbeit geleistet."
Als er den Honig und den Met betrachtete, musste er schmunzeln. Über die Worte der jungen Quarani aber wurde sein Gesichtsausdruck verwirrt. "Ich habe gehört, dass euer Honig und auch euer Met etwas ganz Spezielles an sich haben soll. Bisher bin ich leider noch nicht in den Genuss dieser Dinge gekommen. Daher freue ich mich über die Geschenke." Er freute sich wirklich darüber, denn er wollte das von den Quarani schon lange einmal probieren.
Bei dem Quellwasser weiteten sich kurz seine Augen. "Das ist von den Wächtern eurer Quelle?", fragte er noch einmal zur Sicherheit nach. "Wisst Ihr, was dieses Quellwasser kann? Es ist ganz spezielles Wasser, dass die Heilerfähigkeiten eines Heilers so weit erhöht, dass er selbst einen sterbenden Menschen heilen kann. Es ist so extrem selten und man macht es uns als Geschenk? Es ist nebenbei auch noch sehr hilfreich gegen die Dämonen. Damals im Kampf gegen den Dämonenkönig haben wir auch etwas von diesem Quellwasser genutzt."
Er streckte seine Hand nach dem Quellwasser aus. "Darf ich es nehmen?", fragte er höflich nach. Er wollte das Quellwasser nicht für sich. Er wusste schon, wie man es einsetzen könnte und wo es am meisten gebraucht wird.

Gilbert sah diesen Belva lächelnd an. "Ihr habt mich nicht verletzt. Viele denken, dass ich schwach sei, aber so ist es nicht. Es ist aber gut, wenn man so unterschätzt wird." Wegen diesem Austausch... Gilbert seufzte bei diesem Gedanken. "Wisst Ihr, ich bin austauschbar, denn ich habe etwas ganz Entscheidendes nicht, was ich eigentlich bräuchte. Sicher wäre mein Vater vielleicht traurig und auch meine Mutter, aber in einer solchen Situation müssen auch Opfer gebracht werden. Es ist ja nicht so, als suchten meine Eltern nach einem Thronfolger. Immerhin ist mein Vater unsterblich, solange er keines gewalttätigen Todes stirbt."
Inzwischen fiel ihm der Streit zweier Gruppenmitglieder auf. Der Mann davon schien doch Lucius gekannt zu haben und das Mädchen... Nun ja, er empfand sie als sehr impulsiv. Sie schienen aber ihren Streit schon beigelegt zu haben. Jedenfalls ging die Schwester des impulsiven Mädchens zwischen die beiden.
Gilbert sah nun Belva wieder an. "Darf ich Sie Belva nennen?", fragte er und nach einer kleinen Pause meinte er noch: "Auf eine gute Zusammenarbeit, Belva." Gilbert lächelte ihm nun freundlich zu, während Raw anscheinend noch immer nicht von diesem Mann überzeugt war.
Gilbert verstand nur noch nicht, welche Worte und Taten dieser Belva gemeint hatte. Immerhin hatte Gilbert in seinem Leben noch nicht allzu viel erreicht. Das empfand er jedenfalls so. Sicher, er kannte alle fünf Königreiche, alle deren Herrscher und ihre Familien. Er konnte einige Sprachen sprechen und hatte auch viele Völker studiert. Er hatte schon einige Dörfer von bösen Orks mit Raw befreit und auch einige Goblins schon vertrieben, wenn sie jemanden angriffen, aber aus seiner Sicht war das alles noch nicht gut genug.
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   So 14 Aug 2016, 10:55

Allorion verließ den Palast und kehrte in sein Haus zurück. Sein Page half ihm dabei, seine Rüstung anzulegen. Diese bestand aus einem Silbernen Brustharnisch, silbernen Arm und Beinschienen und einen auf seine Bedürfnisse angepassten Helm, den er aber erst anziehen würde, wenn es los ging.
An seinem Gürtel hingen seine zwei besonderen schwerter, die gut in der Hand lagen und zu seinem Kampfstil passten. Dann ließ er sein Pferd aus dem Stall holen und ritt damit zum palast zurück.
Das Pferd hatte eine spezielle satteltasche, die mit proviant, Wasser, verbänden und anderen sachen befüllt waren. Als er den palast wieder betrat, war die gruppe immer noch dort und unterhielt sich.
Ruhig trat er auf Gilbert zu und verneigte sich. Tiffa flog ein stück über Allorions Kopf, so weit die kette es zuließ und machte einen leichten Knicks. Nachdem Allorion sich wieder aufgerichtet hatte, nahm Tiffa auf seiner schulter platz. "Euer Hoheit, ich bin zurück gekehrt. Mein name ist Allorion Lavall, aus dem ersten Haus der Lavall aus der männlichen Linie. Und die Blumenfee auf meiner schulter heisst Tiffabell, ich nenne sie aber meist nur Tiffa. Sie ersetzt mir mein augenlicht und kann noch einige andere kleinigkeiten."
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Mo 15 Aug 2016, 23:46

"Natürlich könnt Ihr es nehmen, es ist ein Geschenk und gehört Euch." Nane war ein wenig verwirrt, sie hatte es einfach für normales Wasser aus der Quelle gehalten, doch was König Lucius da erzählte, klang geradezu nach einem magischen Trank. Nane viel es schwer das alles zu glauben, doch der König würde sie sicherlich nicht belügen, warum sollte Er auch. "Ich... ich hätte nie gedacht das dass Wasser aus der Quelle einige derartige kraft besitzt... aber nun ergibt es zumindest einen Sinn, das gleich zwei Drachen die Quelle bewachen. Toyo und Tama haben also nicht übertrieben, als sie mir sagten, dass Ihr etwas damit anfangen könnt."

Nane war froh und erleichtert das die Geschenke beim König so gut angekommen waren, natürlich überstrahlte das Quellwasser die anderen beiden etwas, aber das war in den Augen von Nane nicht wirklich schlimm. "War es so offensichtlich das ich mit den Schatten verbunden bin? Verzeiht die Frage, aber.. nun ja, Ihr habt es sehr schnell herausgefunden, normalerweise dauert es eine ganze weile." Eigentlich hätte es Nane nicht wirklich wundern sollen, immerhin stand sie einem Engel gegenüber. "Ihr habt den Dämonenkönig erwähnt... es gibt viele Gerüchte über ihn... besonders jetzt, da die Schatten stärker werden... er soll die ersten Schattenwespen erschaffen haben... oder das er Wesen, die mit den Schatten verbunden sind, beeinflussen und kontrollieren kann... stimmt das?"
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BeitragThema: Re: Die MSG [Irrwege]   Di 16 Aug 2016, 21:37

Die blaugewandte Dame zeigte, dass wie schon zuvor, dass sie die Zivilisiertere der beiden außergewöhnlichen Damen war. Irgendwoher kam mir ganzes Auftreten bekannt vor, es schien einer Kultur zu ähneln, von der ich gelesen hatte.... wenn ich nur noch wüsste, welche dies gewesen war! Nun, fest stand auf jeden Fall das Rin und Rei nicht aus der Gegend stammten. Abgesehen von der seltsamen Kleidung und dem ... ungewöhnlichem Benehmen konnte man diesen Umstand auch an den Namen erkennen. Welche Eltern nannten ihre Schwestern denn bitte Rin und Rei? Vor allem wenn es Zwillinge waren, das war ja quasi eine Einladung zum Verwechseln...
Aber viel mehr als die Heimat der Taira Schwestern interessierte mich, warum sie diese merkwürdige Energie ausstrahlten. Die Energie suggerierte, dass ich gerade mit Geistern sprach, aber alle anderen typischen Merkmale für Geister fehlten. Vielleicht waren die Zwei ja besessen? Aber nur ein sehr mächtiger Geist würde so eine Aura verbreiten. Zusätzlich müssten Rot- und Blauauge dann von oben bis unten mit Ectoplasma gefüllt sein und dass nur, weil ihr Körper diese Belastung beeindruckenderweise bisher überstanden hatte. Also auch eher unwahrscheinlich. Aber egal ob sie Geister waren oder von welchen besessen wurden, ich müsste dann zumindest in der Lage sein, deren gedankliche Präsenz zu erspüren auch wenn ich keinen Geist dieser Machtfülle ohne entsprechendes Ritual hoffen konnte zu kontrollieren.

Ich konzentrierte mich und streckte einen geistigen Fühler in Rins Richtung. Recht schnell spürte ich eine Präsenz. Ja, sie wirkte geisterhaft... aber irgendwie schwach. Und schien die zierliche Kämpferin ( zumindest nahm ich an, die Frau war wenigstens dazu gut, mit dem Schwert herumzufuchteln, welches sie trug ) zu ummanteln. Kurios. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Auch hatte diese Präsenz keine eigene gedankliche Entsprechung, es war viel mehr pure Astralenergie, welche die Frau wie eine zweite Haut umgab. Das erklärte zumindest die merkwürdige Aura, die von den beiden ausging. Mit dem Geist des Mädchens konnte ich allerdings nicht viel anfangen, es glich zumindest einem lebendem Geist, nichts was ich mit meinen Künsten in irgendeiner Weise beeinflussen konnte.
Als Nekromant konnte ich zwar untote Präsenzen wahrnehmen und auch beeinflussen, im Extremfall sogar steuern, aber bei lebenden Geistern konnte ich nur feststellen, dass sich dort etwas befand. Es war zu vergleichen mit einer Wand aus konzentrierter Schwärze. Ein weiterer Nachteil dieser Fähigkeit war, dass ich um sie zu benutzen in einen tranceartigen Zustand übergehen musste und nichts weiter von meiner Umgebung mitbekam.
Nach dem meine geistige Betrachtung der Taira Schwestern abgeschlossen war, schüttelte ich meine  Trance ab und schenkte meiner Umwelt wieder Beachtung. Vermutlich waren nur einige Sekunden vergangen, aber das konnte ich nicht mit Sicherheit sagen. Feststand, dass Blauauge immer noch vor mir stand und sich verbeugte.

"Im Anbetracht unserer zukünftigen Zusammenarbeit und dem Umstand, dass euch die Sitten dieses Königreiches anscheinend fremd sind, will ich nicht so sein. Ich nehme eure Entschuldigung an. Was meinen Namen angeht, müsst ihr euch noch einen Moment gedulden, ich würde es bevorzugen, mich nur einmal angemessen vorzustellen." Ich sah kurz in die Runde und überprüfte ob alle Beteiligten der Expedition anwesend waren. Die Quanri fehlte anscheinend, sonst schienen alle, inklusive der Elf mit seinem fliegendem Anhängsel, im Saal zu sein. Sei es drum, die würde schon noch auftauchen. Das Gespräch mit Lucius konnte nun auch nicht allzu lange dauern...
Ich erhob die Stimme und versuchte die Aufmerksamkeit aller Anwesenden im Raum auf mich zu lenken. "Eure Hoheit, meine Herrschaften. Würde es euch etwas ausmachen, sich kurz zu versammeln? Ich denke es ist angebracht, dass wir uns untereinander vorstellen, wenn wir zusammen in die Schattenlande reisen wollen..."

Nach dem es mir gelungen war, alle Aufmerksamkeit auf mich zu fokusieren und sich alle soweit genähert hatten, dass sie mich verstehen konnten ohne dass ich meine Stimme über das übliche Maß hinaus erheben musste, begann ich. "Lasst mich beginnen: ich bin Erzmagnos Melnarak, spezialisiert auf Totenbeschwörung. Zusätzlich bin ich auch ein Meister in der elementaren Lehre des Feuers. Ich habe seine Majestät und seine Geschwister, wenn man die verehrten Hochwürden denn so nennen will, beim dem Kampf gegen den Schatten unterstützt. Leider kann ich nicht behaupten in dieser Angelegenheit eine bedeutende Rolle gespielt zu haben, aber dies ist ein Umstand, den ich diesmal zu ändern gedenke. Auf gute Zusammenarbeit."
Ich war mir zwar nicht sicher, ob eine gute Zusammenarbeit mit der Versammlung an Trotteln und Minderbemittelten möglich war, aber ein paar Höflichkeitsfloskeln hatten noch nie geschadet. Zwar hielt ich unter normalen Umständen kein Blatt vor den Mund, aber wenn das Schicksal der Welt tatsächlich von dieser Gruppe abhing, konnte ich auch mal gute Miene zu bösem Spiel machen.

Einer Eingebung folgend, sprach ich die versammelten Personen noch einmal an: "Oh, und noch etwas was es über mich zu wissen gibt:" mit diesen Worten drehte ich den silbernen Täuschungsring entgegen dem Uhrzeigersinn, was meine Illusionsgestalt dazu brachte, sich in Luft aufzulösen. Die Luft um micht herum flackerte kurz und anschließend stand an der Stelle des dicklichen, älteren Mannes ein angefaulter Leichnam, welcher offensichtlich nur durch Magie zusammengehalten wurde. Trotz der über den Kopf gezogenen Kapuze konnten meine Zuhörer einen guten Blick auf mein Gesicht, was eher einem Totenschädel glich, erhaschen.
"...ich bin etwas älter als es vorhin den Anschein hatte."
Ich bemühte mich eine möglichst wenigst einschüchternde Haltung einzunehmen, erschuf aber im selben Augenblick mit einer kurzen Handbewegung eine verhältnissmäßig schwache magische Barriere, die zumindest die erste gewaltätige Reaktion auf meine wahre Gestalt abfangen sollte. Man konnte ja nie wissen, wie die Lebenden auf die erhabene todlose Form reagierten....
Die blauen, leuchtenden Punkte in meinen, ansonsten leeren Augenhöhlen, fokusierten den Leibwächter des Prinzen, da ich ihn für die größste Bedrohung im Raum hielt.
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