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 [Fanfiction] ... aus Stahl und Licht

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Grim
The Reaper
Grim

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[Fanfiction] ... aus Stahl und Licht Empty
BeitragThema: [Fanfiction] ... aus Stahl und Licht   [Fanfiction] ... aus Stahl und Licht EmptyDo 15 März 2012, 23:23

Ordal Grashalm blickte der Adjutantin hinterher und musste sich sehr Mühe geben, kein lüsternes Grinsen zu zeigen. Was für hübsche Bäckchen! Eigentlich musste man da doch mal beherzt zukneifen. Ordal bemerkte, wie seine Finger zitterten. Die Zurückhaltung kostete ihn einiges an Willenskraft. Es war das frivole, lebensfrohe Erbe seiner Mutter, dass ihm da zu schaffen machte. Aber das war einfach nicht mit seiner Position verbinden! Ein Kreuzfahrertribun konnte nicht so einfach einer hübschen Draenei-Adjutantin in den Po kneifen. Nicht vor all den Leuten! Das konnte sich ein angetrunkener Marine erlauben. Aber nicht er. Die Schmach, die er durch solch ein Verhalten über den Orden bringen würde! Ordal wusste sehr genau, dass seine Beförderung in den Rang eines Tribunen nicht unumstritten gewesen war. Dafür war er zu unkonventionell. Seine Methoden, ja, sein ganzer Lebenswandel war höchst umstritten. Aber er würde den Teufel tun und sich ändern! Er war schließlich Ordal Grashalm, der Held von Raénne, der Befreier von Corona Secundus, der Schlächter von Octinium Sol! Er trug mehr Orden an der breiten Brust als irgendein anderer Bruder des Ordens. Er war ein Mann aus Stahl und Licht! Vor allem aus Stahl!
Aber das hier, das war etwas, wofür er einfach nicht geschaffen war. Zeremonien! Mit fahrigen Fingern nestelte er die Brusttasche seiner Galauniform auf, zog eine Zigarette aus dem Notfallpäckchen, dass er immer dort verstaut hielt. Es war die vorletzte. Aber Hauptsache es war noch eine da! Er brauchte das jetzt. Rasch entzündete er den Glimmstängel und führte ihn hastig an die Lippen, sog gierig daran. Heiß schoss der Qualm in seine Lungen hinab, erfüllte die Brust von innen heraus mit Wärme. Fast augenblicklich spürte Ordal, wie das Nikotin ins Blut ging. Ah! Das war besser. Viel besser! Das Zittern flaute ab. Und die hübsche junge Draenei verschwand durch die Seitentür der Kapelle. Ordal warf noch einen letzten verstohlenen Blick in ihre Richtung, dann war sie aus seinem Blickfeld. Er hatte der Versuchung widerstanden. Wieder einmal einen inneren Dämon besiegt. Und jeder besiegte Dämon war gut. Besiegte Dämonen mehrten den Ruhm des Ordens. Und natürlich auch seinen persönlichen Ruhm. Innerlich klopfte Ordal sich selbst auf die Schulter. Gut gemacht! Und was die junge Draenei anging... um die konnte er sich später immer noch kümmern. Würde nicht schwer sein, sie wieder zu finden, hier, in der Ordensfestung. Oh, sie würde sehen, dass er nicht nur im Feld den Hammer zu schwingen wusste. Dass seine größte Auszeichnung nicht von seiner Brust baumelte...
„Kreuzfahrertribun Ordal Grashalm!" Unmerklich zuckte Ordal zusammen als die Stimme des Kaplans unmittelbar vor ihm erklang. Er war so sehr in Gedanken gewesen, dass er ihn gar nicht bemerkt hatte. Nun, dachte er bei sich, das konnte bei Zwergen eben mal vor kommen. Die übersah man schon leicht. Es war sein Glück, dass der Kaplan den starr auf die gegenüber liegende Wand gerichteten Blick wohl als militärische Haltung interpretierte, nicht als Abwesenheit des Geists des Tribuns. So würdevoll wie eine gesteifte Galauniform das zuließ ging Ordal auf ein Knie herab, neigte respektvoll den Kopf. Der Zigarettenstummel aus seinem Mundwinkel wanderte dabei unauffällig in die behandschuhte Pranke und wurde dort zu Tabakkrümeln zerrieben, die sich sicher rasch im scharlachroten Teppich der Kapelle festtreten würden. Eine handtellergroße, goldene Scheibe schwebte in Ordals Blickfeld. Ah, da war sie ja! Seine Medaille! Seine Auszeichnung. Schick, schick! Funkelndes Gold. Er konnte spüren, wie die Hände des Kaplans das purpurne Band sorgsam in seinen Nacken legten. Sah den knappen Wink des Zwerges, der ihm bedeutete wieder aufzustehen. Ordal erhob sich ohne jede Hast, nahm Haltung an. Als der Kaplan zum nächsten Kreuzfahrer in der Reihe weiter schritt warf er einen unauffälligen Blick an sich herab. Oh ja, die Medaille ließ ihn großartig aussehen. Wie den jungen Gott, der er ja war. Es müsste schon mit Hexerei zugehen, wenn ihn die hübsche kleine Draenei mit dem knackigen Po so von der Bettkante schubsen würde...

Ein trommelfellzerfetzendes Heulen riss Ordal aus dem Schlaf. Beim Licht, das war nicht sein normaler Wecker! Es dauerte einige Augenblicke bis er registrierte, dass der Ton von seinem Handgelenk ausging. Von dort, wo er sein Com-Implantat unter der Haut trug. Ein neuronaler Befehl brachte die Sirene zum verstummen, doch Ordal war nun selbstverständlich wach. So wach, wie man nur sein konnte. Er saß aufrecht im Bett. Buchstäblich. Erst jetzt fiel ihm auf, dass das auch nicht sein Bett war. Geschweige denn sein Zimmer. Es war dunkel hier drin, lediglich durch ein paar dünne Schlitze der Jalousien fiel ein wenig Licht. Genug, dass er erkennen konnte, dass das nicht sein Zimmer war, aber zu wenig um sich zu orientieren. Ein weicher, warmer Arm legte sich um Ordals nackte Hüfte und mit einem mal war die Erinnerung wieder da. Natürlich! Die kleine Draenei von gestern Abend. Sie hatten sich entschieden auf ihr Zimmer zu gehen, weil es näher war als seines. Der Nebel in seinem Kopf lichtete sich. Es fühlte sich seltsam leer an, dort oben. Kein Kater. Die stoffwechselamplifizierenden Nanobots hatten den Vodka, den er sich am Vorabend in nicht zu geringem Maße selbst gegönnt hatte während er das bezaubernde Objekt seiner Begierde abgefüllt hatte, längst abgebaut, aber so ganz ohne Nebenwirkungen ging es dann eben doch nicht. Angestrengt versuchte Ordal sich zu erinnern, wo hier der Lichtschalter war. Er fand schließlich einen an der Wand direkt neben dem Bett als seine Augen sich zusehends an die Fast-Dunkelheit des Zimmers gewöhnten. Kühles, irgendwie unwirkliches Kristalllicht flutete das Zimmer. Draenei - das wusste er - mochten das, doch was diesen speziellen Punkt anging kam Ordal eindeutig eher nach seinem Vater.
„Was... issn...?", klang es nuschelnd aus den Kissen empor. Verschlafen und auch eindeutig belastet durch die Nachwirkungen des Alkohols. Nanobots gab es nicht für jeden. Erst recht nicht für Nicht-Kombattanten. Sie hatte es zweifellos schlechter getroffen als er. Beim Licht, wenn er sich nur an ihren Namen erinnern würde!
„Alarm! Ich muss los! Sorry...", erklärte Ordal knapp. Emotionslos. Ernst, beinahe. Alarm! Kampf! Heilige Vergeltung! Das war höher als alles andere. Das war es, wofür Ordal Grashalm lebte. Er war Kreuzfahrer aus Überzeugung. Er war die Faust des Heiligen Lichts! „Wo ist meine Hose?" Ein wenig ungelenk stolperte er aus dem Bett, riss dabei die Decke halb mit sich. Ganz unfreiwillig blieb sein Blick auf ihrem nackten, blauen Po hängen. Augenblicklich schoss ihm das Blut in die Lendengegend. Verdammt! Es wäre wirklich eine Schande jetzt zu gehen ohne noch einmal schön... Nein, verdammt! Er musste sich zusammen reißen. Alarm hieß, dass er sich keinen Aufschub leisten durfte. Er war ein Kreuzfahrer, er hatte Disziplin. Aber Lust hätte er schon auch noch gehabt. Beim Licht, den Ständer würde er nicht mehr so leicht los werden...

Kreuzfahrer waren die absolute Elite des Paktmilitärs. Das war eine unbestrittene Tatsache und das war etwas, was man einem Kreuzfahrer auch sofort ansah. Schon allein an seiner Ausrüstung. Die Armorstation hatte Ordal in einen wahren Berg aus silbrig-hellem Stahl verwandelt und was nach außen hübsch aussah, das hatte es in diesem Fall auch in sich. Fordragon Mark VI-Panzer, die neueste Version. Kreuzfahrerausführung. Von sowas konnten selbst die ausgemachten Nahkampfspezialisten beim NMC nur träumen. Nicht, dass Ordal die Panzerung wirklich nötig gehabt hätte! Er war auch ohne Waffen tödlich, dass hatte er mehr als einmal bewiesen. Er hatte mit bloßen Händen Dämonen zerrissen. Taurisches Blut in seinen Adern! Es wäre untertrieben gewesen zu behaupten, dass Ordal stolz auf seine Abstammung war. Aber da war mehr in ihm als nur das Blut seines Vaters. Licht! Der Glaube war seine mächtigste Waffe. Er war ein Diener des Heiligen Lichts. Er konnte Dämonen allein mit der Macht seines Glaubens zu Asche verbrennen. Er war die Reinkarnation der göttlichen Kraft! Ein Mann aus Stahl und Licht. Vor allem aus Stahl!
„Tribun!" Eine tiefe Stimme schallte durch die Rüstkammer zu Ordal hinüber. Ein gepanzerter Arm, der seinem eigenen im Umfang um nichts nachstand erhob sich über die gerüsteten Köpfe der versammelten Kreuzfahrer. Ordal folgte dem Wink, bahnte sich seinen Weg durch die Menge. Man machte ihm bereitwillig Platz.
„Da seid ihr ja, Tribun!" Die gepanzerte Hand, die ihm zuvor noch gewunken hatte, fuhr in militärisch scharfer Geste an die tiefgrüne Schläfe ihres Besitzers. Kastellan Ghorkul Deathtooth hatte seinen Helm noch nicht aufgesetzt, er hielt ihn lose unter dem linken Arm. „Dann können wir ja ausrücken, Tribun. Hatte schon fast befürchtet, sie hätten den Alarm überhört..." Der Orc legte den Kopf in den Nacken, legte eine Hand als Trichter an seinen Mund. „Kompanie: Abmarsch!", brüllte er und die Kreuzfahrer setzten sich in Bewegung.
„Ich war... nicht in meinem Quartier", rechtfertigte sich Ordal und schritt neben seinem Stellvertreter her während dieser sich den Helm über den kahlen, grünen Schädel zog, „Was ist überhaupt passiert?"
„Legionsangriff auf Ultora, völlig überraschend", berichtete der Kastellan. Ultora war der Primärmond der Welt Kaire, einer der Welten unter dem Protektorat des Ordens. Es gab nur eine einzige Ansiedlung dort, doch diese war aufgrund der Militärindustrieanlagen dort von außerordentlicher Bedeutung für die Kreuzfahrer.
„Lagebericht?"
„Sie haben einen Carrier reingeschickt und Portalschiffe nach unten geschickt, mitten in die Stadt. Und jetzt strömen sie in Wellen aus ihren Portalen. Die planetaren Verteidigungskräfte sind vollkommen überfordert..."
Die Nachrichten des Kastellans schockten Ordal nicht wirklich. So etwas hatte er bereits vermutet. Wegen Bagatellen wurde keine ganze Kreuzfaherkompanie mobilisiert. Er nahm die Nachricht mit stoischer Gelassenheit auf. Dennoch konnte er sich einer langsam aufsteigenden Besorgnis nicht erwehren. „Wie kann das sein? Was ist mit unserer Orbitalabwehr?"
„Oh, der Carrier wurde zerstört, Tribun. Hat es keine fünf Minuten lang gemacht. Aber da war das Unheil schon angerichtet. Das ist eine völlig neue Taktik, die sie da zeigen. Suizid-Carrier, wenn sie mich fragen. Ging ihnen nur darum, die Portalschiffe abzusetzen. Die wussten genau, dass der Carrier nicht mehr raus kommt..."
Ordals Verunsicherung wuchs. „Das macht doch keinen Sinn, Kastellan!", erwiderte er barsch, „Wenn der Carrier hinüber ist, dann können die Portale überhaupt nicht so lange durchhalten. Die Dinger brauchen eine Schaltzentrale, die den Mist koordiniert."
„Weiß ich, Tribun. Unsere Analytikabteilung ist auch schon dahinter. Wir vermuten, dass sie die Schaltzentrale des Carriers gleich mit abgeworfen haben. Irgendeines der gelandeten Portalschiffe hält die ganze Invasion online..."
„Also ist das unser Ziel?" Es war offensichtlich, dennoch sprach Ordal seine Schlussfolgerung aus.
„Das ist unser Ziel", bestätigte der Orc.

Der Orden verließ sich nicht auf Schlachtkreuzer und Phasensprünge, auf Landungsshuttles und Abwurfkapseln. Das waren Methoden für das NMC, das große Mengen an Truppen transportieren musste. Für die Kreuzfahrer gab es einen wesentlich direkteren Weg: Portale! Trotz der - berechtigten! - allgemeinen Abneigung des Ordens gegenüber allem Arkanem hatte man sich diese Methodik zu eigen gemacht. Als technische Variante, selbstverständlich. Niemand wollte riskieren, dass ein verderbter Arkanist, ein potentieller Dämonologe in einer Ordensfestung herum spazierte.
Ordal durchschritt die flirrende Sphäre des Portals an der Spitze seiner Kreuzfahrer. Die Portalkammer der Festung verschwamm um ihn herum, löste sich zu gleißenden Strömen von Licht auf und für einen Moment war der Tribun in der Schwebe zwischen den Welten gefangen. Dann kippte die Realität um ihn herum erneut und er fand sich in einer trist-grauen Fabrikhalle wieder. Sie war menschenleer, jedoch liefen die Maschinen nichtsdestotrotz unentwegt, laut, dröhnend. Jedoch nicht laut genug, dass Ordal nicht auch den Lärm der Sturmgewehre draußen auf der Straße gehört hätte.
Mit einem mal erfüllte ihn eine tiefe innere Ruhe. Wärme glomm in seiner Brust auf und breitete sich rasch von dort aus. Hinter dem Visier seines Helms verzogen sich seine Lippen zu einem breiten Grinsen als die Ruhe in ein von der Wärme angeheiztes Gefühl der schier unbändigen Vorfreude umschlug. Beim Licht, das war super! Das war doch letztendlich das einzig Wahre! Hier konnte er wieder wirklich er selbst sein. Er würde das Licht über die Feinde des Paktes bringen! Langsam wandte er sich zum Portal um, aus dem Kreuzfahrer um Kreuzfahrer hervor trat um sich ihm anzuschließen. „Jungs!", rief er enthusiastisch in den Funk. Der mächtige Pulshammer war wie von selbst in seine Hände gewandert. „Jetzt gibt's Action!" Er richtete den Blick wieder nach vorne. Und lief los. Da war ein Fenster vor ihm, hoch, schmal. Ein Fassadenfenster. Ordals Grinsen wurde noch ein wenig breiter. Das Blut seines Vaters rauschte in seinen Adern, es stieg ihm in den Kopf. Ja! Ordal sprang! Die Rüstung verlieh ihm zusätzliche Masse, zusätzliche Wucht. Klirren. Ein Regen aus im Sonnenlicht funkelnden Glassplittern. Sie fielen zu Boden und er mitten ihnen, aus dem ersten Stock. Drei, vier Meter weit trug der Impuls ihn durch die Luft, hinab zur Straße. Mitten in die vorrückende Front der Teufelswachen. Die Dämonen hatten keine Chance. Sie schafften es kaum noch die Köpfe umzuwenden, da traf sie der Tod von oben.
Ordal wollte etwas rufen, dass in die Richtung 'Für das Heilige Licht!' Ging. Es wurde ein inbrünstiges „Eure Ärsche sollen brennen!" Dann war er unter ihnen. Sein gepanzertes Knie drückte einen Brustkorb ein als er den Sturz abfederte, wieder in die Höhe schnellte. Blut platzte hervor wo die zerschmetterten Rippen durch die gräuliche Dämonenhaut stießen. Ordal achtete nicht darauf. Er hatte bereits mit dem Hammer ausgeholt, ließ ihn in weitem Bogen in der Horizontalen schwingen. Eine schwer gepanzerte Teufelswache mit einer Gatling-Kanone in Händen konnte nicht mehr ausweichen. Der Hammerkopf stanzte sich mühelos durch die Brustpanzerung des Dämonen, dann löste sich der Puls. Wie eine Puppe wurde der Legionär durch die Luft geschleudert, schmetterte auf der gegenüberliegenden Straßenseite gegen eine Hauswand.
Endlich begannen nun Kugeln zu fliegen, widerlich grünlich schimmernde Felprojektile aus schwarzem Stahl, doch sie erreichten Ordal nicht. Sie vergingen ehe sie den Tribunen erreichte. Das Heilige Licht hatte ihn ganz und gar erfüllt. Es ging in Wellen von seinem Herzen aus, gleißende Sphären in warmem weiß. Sie trieben die Dämonen zurück, verbrannten jene, die die Nerven besaßen ihren Mann zu stehen und sich nicht zur Flucht wanden. Ordal lachte schallend auf. Sinnlos! Kein Zweck! Niemand würde der reinigenden Flamme entkommen. Er und die Jungs würden diesen Abschaum bis zum letzten Mann nieder machen. Hinter ihm kamen weitere Kreuzfahrer durch die Fenster der Fabrikhalle, gingen wie ein Stahlregen zwischen den fliehenden Dämonen nieder. „Für das Licht!", brüllte Ordal, riss den von schwarzem Blut besudelten Hammer in die Luft und setzte ihnen nach, stürzte sich in das rechtschaffene Gemetzel. Das Blut rauschte in seinem Schädel, brauste donnernd in seinen Ohren, spülte jeden klaren Gedanken hinfort. Wie in Trance gab Ordal sich dem heiligen Rausch hin. Sein Hammer riss einer Teufelswache von hinten den Kopf von den Schultern, ein brutaler Schulterstoß riss eine weitere zu Boden. Sein eiserner Stiefel fuhr donnernd herab, zermalmte Helm und Schädel gleichermaßen. Ganz in seiner Nähe sah er den Kastellan Deathtooth wie er einen Exorzismus in den Rücken eines Dämonen sprach. Einen Moment lang glühte der Legionär in strahlendem Licht auf, dann brach er zusammen. Noch ehe er den Boden erreichte war nur noch Asche von ihm übrig. Ordal gab ein zufriedenes Keuchen von sich, doch innerlich jubilierte er. Ja, so musste es sein! Tod! Feuer! Licht! Sein Herz raste, seine Lungen hämmerten in seiner Brust. Er spürte die Anstrengung, doch es war gut. Er war der Bote des heiligen Lichts! Er brachte Verderben über die Üblen! Die Anstrengung war süß wenn sie dem Guten diente, der Schmerz war köstlich wenn er zum Schutz der Rechtschaffenen empfangen wurde. Ordal trank die Anstrengung, den Schmerz wie jungen, süßen Wein. Er labte sich daran. Dies war seine Bestimmung! Er war die lodernde Klinge der Gerechtigkeit. Und er schlug zu!

Die Front der Fordragon-Kampfrüstung war großflächig besudelt vom schwarzen und grünen Lebenssaft der erschlagenen Dämonen. Zäh und klebrig rann das felverseuchte Blut an dem geweihten Stahl herab. Ordal jedoch fühlte sich großartig. Er war außer Atem, er hatte ein paar üble Schläge einstecken müssen, die ihm mit Sicherheit noch erbärmlich schmerzende blaue Flecke beschweren würden und irgendwo auf Höhe der Hüfte hatte eine verirrte Kugel seine Panzerung durchschlagen und sich ins Fleisch gebohrt. Aber sie hatten eine ganze Kompanie der Legion zurück in den Nether geschickt. Sie hatten keinen am Leben gelassen, hatten jeden einzelnen zerschmettert. Es war ein glorreicher Sieg, wenngleich nur ein erster Schritt auf ihrem Weg, diese Invasion zurück zu schlagen.
„Verluste, Kastellan?", wandte er sich an Deathtooth als dieser zu ihm aufschloss. Natürlich hätte Ordal sich auch selbst die Vitaldaten seiner Kompanie einblenden lassen können, doch er bevorzugte diesen eher traditionellen Weg. Kastellan Deathtooth war in gewisser Weise die Graue Eminenz hinter Ordals Kreuzfahrern. Er organisierte, dirigierte, er holte Informationen ein und entwarf die Schlachtpläne. Ordal selbst hingegen führte die Männer in die Schlacht und leitete sie durch sein Beispiel zu Heldentaten im Namen des Lichts an.
„Keine, Tribun", erstattete der Orc Meldung, „Sie waren nicht auf unser Eintreffen vorbereitet und sind praktisch sofort ungeordnet geflohen. Für Gegenwehr war da keine Zeit mehr, da war unser Glück. Ein paar Männer haben leichtere Blessuren davon getragen, aber alle sind noch einsatzbereit."
Ordal nickte, zufrieden. Das war gut. Sehr gut. Ein vielversprechender Anfang. Er machte sich daran, sich wieder an die Spitze der Kompanie zu setzen, da hielt ihn die breite Hand des Kastellans auf seiner Schulter zurück. „Tribun, die PVK-Aufklärer haben das Koordinationszentrum der Portalschiffe ausfindig gemacht. Etwa eineinhalb Kilometer von hier weiter in Richtung Nordnordwest."
Ordal musste nicht lange nachdenken. Es war offensichtlich, dass es nur eine einzige Option gab, wie sie hier vorgehen konnten. Die Gelegenheit war einfach zu günstig. Noch hatten sie das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. „Wir gehen rein und schalten es aus. Unverzüglich. Im Laufschritt, Jungs! Das wird unser morgendlicher Dauerlauf!"

Die Kompanie machte etwa elfhundert Meter in weniger als fünf Minuten gut bis sie schließlich auf Widerstand traf. Eine hastig zusammen geschusterte Barrikade, größtenteils aus ausgebrannten Fahrzeugen errichtet, blockierte die Hauptstraße, die Ordal die Kreuzfahrer hatte hinunter rennen lassen. Schwere Geschütze und großkalibrige Waffen eröffneten aus der Deckung das Feuer, peitschten Garbe um Garbe felgrün glimmender Kugeln in die Reihe der Ordenskrieger. Binnen eines Augenblicks kam der Vormarsch ins Stocken. Überall warfen sich Kreuzfahrer auf den Boden oder suchten an den Hauswänden zu beiden Straßenseiten spärliche Deckung.. Vereinzelt erwiderten sie den Beschuss. Dieses mal, das war unübersehbar, mussten sie Verluste hinnehmen.
Ordals Hochstimmung schwand im selben Maß wie der Vormarsch seiner Krieger an Tempo verlor. Die hell lodernde Freude wich grimmigem, finsterem Zorn, der ihm die Hitze in den Kopf schießen und alle klaren Gedanken ersticken ließ. Er wollte dort vor stürmen, wollte dieses Bollwerk aus rußbeschmiertem Alteisen mit seinen bloßen Händen in Stücke reißen und den Tod der gefallenen Brüder rächen. Nur mit Mühe konnten seine Ratio und sein Überlebenswillen die überbordenden Emotionen niederhalten und ihn in seiner Deckung hinter dem Betonsockel einer Verkehrsampel verharren lassen. Dass er eigentlich als Kommandant eine Entscheidung zu fällen hatte kam ihm gar nicht in den Sinn. Zu sehr vernebelte der Hass seinen Verstand.
Plötzlich war die Luft erfüllt von einem ohrenbetäubenden, schrillen Sirren, das selbst die Schalldämpfer der Marinehelme nicht auf ein erträgliches Maß dimmen konnten. Für Ordal war es dennoch ein Segen, denn die unerwartete Ablenkung ließ ihn den gerechten Zorn endgültig zurück zu schlagen. Verwirrt blickte er zum Himmel, suchte die Quelle des Lärms und staunte nicht schlecht, als zwei Val'kyr-Kampfbomber unmittelbar über seinen Kopf hinweg zogen. Raketen schlugen in die improvisierten Befestigungen der Legionäre ein, rissen Breschen so groß wie ein kleiner Kampfpanzer in die Barrikade und ließen die Bedienmannschaften der Geschütze in hohem Bogen durch die Luft fliegen. Ordal wusste nicht wie, aber plötzlich stand er wieder auf den Beinen. Musste wohl aufgesprungen sein. Adrenalin brandete durch seine Adern und vermischte sich nun durch die unerwartete Wende der Geschehnisse mit einem ordentlichen Schuss Dopamin.
„Jetzt, Brüder und Schwestern! Für das Licht!", brüllte er und stürmte mit erhobenem Hammer voraus. Das ihn erwartende Gegenfeuer war erbärmlich. Er schaltete zwei noch schießende Teufelswachen mit seiner Stormhammer-Pistole aus, dann war er heran und stürmte die rauchenden Blechtrümmer hinauf. Der Kopf des Pulshammers erstrahlte in gleißendem Licht als er die Macht seines Glaubens in die Waffe leitete. „Sagt Hallo zum Schmerz!", brüllte er grimmig als er sein Siegel richtete und einen Zornhetzer in einem Lichtpuls zerplatzen ließ und dessen stinkende Eingeweide großflächig über dessen Kameraden verteilte. Eine Teufelswache, die nicht schnell genug zu ihrer Felklinge greifen konnte, schleuderte der Hammer wie eine Puppe durch die Luft. Zu seiner Linken hörte er ein ätherisches Flirren und warf sich ohne groß nachzudenken zur anderen Seite. Eine unheilvoll grün leuchtende Energieaxt schlug dort, wo er eben noch gestanden hatte, in die Wrackteile der Barrikade. Ordal beantwortete den Angriff mit einem Hammerschlag aus dem Handgelenk. Mit Mühe gelang es seinem Gegner, dieser auszuweichen, nicht jedoch mehr dem Lichtblitz, den Ordal hinterher sandte. Die haut des Dämons warf Blasen wo die heilige Energie in getroffen hatte und platzte qualmend und unter den erbärmlichen Schreien des Getroffenen auf. Ordal beendete das Jaulen mit einem weiteren Hammerschlag. Als er sich nach weiteren Gegnern umsah erkannte er, dass auch der Rest der Kreuzfahrer inzwischen die Barrikaden erklommen und unter deren Verteidigern aufgeräumt hatten. Hier und da verpasste einer der Männer noch einem Legionär den Gnadenstoß, dann erstarben die Kampfhandlungen. Von dem schier unaufhaltsamen Bollwerk, dass sie fast in die Knie gezwungen hätte, war nichts mehr als kokelnder Metallschrott, verbrannte und heftig verstümmelte Leichen und eine alles überziehende, rasch trocknende Schicht stinkenden Dämonenbluts geblieben.
Vor dem Tribun und seinen Männern erstreckte sich nun ein weiter, freier Platz, der wohl einst einen essentiellen Teil des Stadtzentrums dargestellt hatte. Nun war das Pflaster aufgerissen und geborsten und eine unförmige Pyramide aus schwarzem Teufelsstahl reckte sich aus den zersplitterten Pflastersteinen empor. Das Portalschiff! Doch der Weg dorthin würde alles andere als ein Spaziergang werden. Der Platz wimmelte nur so vor Dämonen. Sie hatten sich in regelrechten Nestern hinter einem mächtigen Springbrunnen und der Statue eines Ordenshelden, dessen Name Ordal im Moment nicht einfiel, verschanzt und weitere Trupps bemühten sich, jede halbwegs nennenswerte Deckung auf dem Platz - seien es Parkbänke oder auch nur öffentliche Mülleimer - zu besetzen. Alles in allem schätzte Ordal ihre Zahl auf nicht weniger als zweitausend Mann. Und das Portal verschaffte ihnen beständigen Nachschub. Er selbst hatte noch etwa einhundertzwanzig Mann unter seinem Kommando. Das klang nach einem ausgeglichenen Kräfteverhältnis.
„Deathtooth!", wandte er sich an seinen Stellvertreter, der sich gerade über einen verwundeten Kreuzfahrer gebeugt und die Hände auf einen brutalen Schnitt in dessen Brust gelegt hatte. Licht sickerte in dicken, honigartigen Tropfen in die Wunde hinab und heilte die zerstörte Lunge. „Teilen sie die Männer in zwei gleichmäßige Gruppen und nehmen sie ihre Stellungen..." Er wies zuerst auf den Springbrunnen, dann auf die Statue, in deren Schatten eben eine Haubitze in Stellung gebracht wurde. „... hoch. Ich übertrage ihnen die Säuberung dieses Platzes. Ich nehme zwanzig Mann mit mir und breche durch die Mitte zum Portal durch um es zu schließen."
Der Kastellan hob den Kopf, blickte zu Ordal auf. Schwieg. Schien nachzudenken. „Möge das Licht mit ihnen sein, Tribun", sagte er schließlich bloß.
„Und mit ihnen, Kastellan", erwiderte Ordal und wandte sich dann ab. „Ihr da!", rief er eine Gruppe der erfahrensten Veteranen des Ordens zu sich, „Ihr kommt mit mir. Wir bringen es zu Ende!"

Ordals Plan verzichtete auf jegliche Subtilität. Der Tribun vertraute auf die Schlagkraft seiner Truppe und die Ablenkung durch die beiden größeren Angriffsgruppen. Er ließ seinen Sturmtrupp in den schwächsten Punkt der feindlichen Verteidigung stoßen, bahnte sich den Weg zu ihrem Ziel mit brachialer Gewalt. Die Wichtel, Sukkubi, vereinzelten Teufelswachen in ihrem Weg hatten ihnen wenig entgegen zu setzen. Mit chirurgischer Präzision schnitt sich Ordals Trupp durch die Reihen der Legionäre auf das Schiff zu, das wie ein fetter, schwarzer Tumor in der Mitte der Dämonenhorde saß. Ohne große Mühe gelangten der Tribun und seine Garde bis auf etwa achtzig Meter an das Schiff heran, dann nahm die Dichte des Kugelhagels zu. Die Legion musste sich der Gefahr durch den Sturmtrupp bewusst geworden sein. Ordal schnaubte grimmig. So kurz vor dem Ziel würde er sich nicht aufhalten lassen! Ihn brachten sie mit ihren Sturmgewehren nicht zu Boden! „Das Licht ist unser Schild!", stieß er hervor, die Stimme von heiligem Zorn erfüllt. Sein Glaube war unerschütterlich. Er bildete ein Bollwerk um ihn, hüllte ihn in warmes Strahlen. Kugeln prallten an ihm ab wie von einer Wand, zurück geschleudert von der schieren Macht seines Glaubens. Nichts konnte ihn mehr aufhalten. Er war ein Mann aus Stahl und Licht. Er war das Schwert des Glaubens! „Vorwärts, zum Schiff!", kommandierte er und stürmte voran, warf sich mitten in den Sturm aus Stahl, den die Geschütze der Legion entfachten. Weitere Kreuzfahrer hüllten sich in ihre Gottesschilde, folgten ihm ebenso unerschütterlich, unverwundbar, unaufhaltsam. Wie eine Wand aus Licht preschten sie vorwärts, eine Woge der Vergeltung, die über die Verdorbenen hinein brach. Die Dämonen wichen zurück, geblendet vom Gleißen der Schilde, doch ihre eigene Masse wurde ihnen zum Verhängnis. Wie Racheengel kamen die Kreuzfahrer über sie. Ordal achtete nicht darauf, wohin er schlug. Immer und immer wieder ließ er den Hammer hernieder fahren und jedes mal wenn er ihn erneut hob troff schwarzes Blut vom Kopf der Waffe. Salven geheiligter Kugeln fegten links und rechts von ihm durch das Dämonenmeer, goldenes Licht erstrahlte wo Kreuzfahrer die Geschöpfe des Nethers durch die bloße Kraft ihres Glaubens in Flammen aufgehen ließen. Und dann waren sie durchgebrochen. Unmittelbar vor Ordal lag das Tor ins innere des Schiffs, weit geöffnet wie der gierige, schwarze Rachen einer monströsen Kreatur des Bösen. Natürlich konnte ihn dies nicht schrecken. In Form gegossener Stahl und finstere Magie, die Furcht in den Herzen der Schwachen wecken sollte. Nichts, was ihn hätte beunruhigen können. Er schlug ein Weihezeichen in die Luft, sandte die Macht des Lichts gegen den Eingang. Leuchtend legte sie sich über den Rahmen der Tür, umspannte ihn mit einem dünnen Netz, das alles Böse vertilgen würde, das ihn berühren sollte. Unerschrocken trat er ins Innere. Das Kommandoschiff glich jenen Legionsvehikeln, die er bereits zur Genüge kennen gelernt hatte. Dunkle Wände, grüne Felleitstränge, Kabel, Röhren an den Decken. Geradezu enttäuschend unauffällig! Es gab nur einen Gang, der tiefer ins Innere führte. Zum Portal, wie Ordal vermutete. Von dort gelangten weitere Dämonen aus dem Nether. Er verfiel in zügigen Trab. Sie würden sich beeilen müssen. Es würde nicht lange dauern, bis die Legion etwas Großes hierher beschworen hatte. Und das würde sie tun. Sie konnte nicht zulassen, dass sie dieses Schiff verlor. Der Schlüssel zum Sieg lag hier drin, in diesen dunklen, kalten, feldurchzogenen Wänden. Zum Greifen nah. Ordal wusste, dass er die Invasion nun mit ein paar knappen Handgriffen beenden konnte. Er würde nicht versagen!
Zwei schwer gerüstete Sukkubi mit kurzen Splitterkanonen hielten vor einer verschlossenen Tür Wache. Sie eröffneten augenblicklich das Feuer auf die näher kommenden Kreuzfahrer, schleuderten diesen mit jedem Schuss Dutzende nadelspitzer Metalldornen entgegen. Einer der verbliebenen Veteranen des Trupps schuf eine Lichbarriere, die die Geschosse verglühen ließ. Doch die Sukkubi versuchten gar nicht erst, die heran nahende Übermacht aufzuhalten. Unter kontinuierlichem Feuer zogen sie sich durch die Tür zurück. Ordal verschwendete keine Zeit, setzte ihnen persönlich nach. Eine geheiligte Geste schlug eine der Dämoninnen in Ketten aus Licht, die Sturmgewehre der Kreuzfahrer gaben ihr den Rest. Ordal folgte der verbliebenen Wächterin an der Spitze seines Trupps durch die Tür und fand sich im Portalraum des Schiffes wieder. Er erstarrte auf der Schwelle. Vielleicht ein Dutzend weitere dieser merkwürdig gut gerüsteten Sukkubi hatten dort Stellung bezogen, doch sie waren es nicht, die seine Aufmerksamkeit bannten. Diese richtete sich auf jenen, der unzweifelhaft ihr Anführer war: ein leibhaftiger Schreckenslord, ein hoher Dämon der Legion. Nicht weniger als vier Schritt hoch erhob er sich vor dem schillernden Bogen des Portals in der Mitte des Raums.
„Ah, Tribun, wie ich sehe erweist ihr mir die Ehre, persönlich bei mir vorstellig zu werden", ergriff der Schreckenslord das Wort, „Ihr habt dort draußen tapfer gekämpft und ich habe mich schon gefragt, wie weit ihr es schaffen würdet. Um so mehr freut es mich natürlich, dass ihr bis zu mir durchgekommen seid. Vielleicht sollten wir uns - der Wahrung der Form halber - einander vorstellen bevor wir zu jenem unausweichlichen blutigen Teil des Tages kommen, wegen dem ihr unzweifelhaft hier seid. Ich bin Verdantis von den Nathrezim und wie ist euer Name, Tribun?"
„Schieb dir deine Förmlichkeiten sonst wo hin, Abschaum! Du musst nicht wissen, wer dir dein Rückgrat aus dem Leib reißt!", erwiderte Ordal zornig und ging in Kampfhaltung. Aus schmalen Augenschlitzen sah er, wie der Dämon sich ebenfalls bereit machte. Die Sukkubi pressten ihre Splitterkanonen gegen die schlanken Schultern.
„Drei Mann hoch zum Kontrollraum und das Portal überladen!", kommandierte Ordal kalt über die gesicherte Funkfrequenz des Sturmtrupps, „Der Rest kümmert sich mit mir um diese Ausgeburten der Schatten!" Für einen Augenblick herrschte angespanntes Abwarten als keine Seite den ersten Schritt wagen wollte. Schließlich erwies sich Ordals Geduldsfaden als der kürzeste. Es wäre Frevel gewesen, diese Abscheulichkeiten auch nur einen Herzschlag länger als irgend nötig auf diesem Mond zu dulden. Und - verdammt noch mal! - er wollte Blut sehen! Abrupt schoss seine Linke mit der Stormhammer in die Höhe, doch anstatt auf den Schreckenslord zielte er auf die ihm am nächsten stehende Sukkubus. Die Dämonin wurde völlig überrumpelt und schaffte es nicht mehr in Deckung zu springen. Zwei großkalibrige Pistolenkugeln rissen ihren Schädel in Stücke. Augenblicklich fiel die Starre von allen anderen im Raum ab. Als wäre es ein Zeichen gewesen eröffneten beide Seiten das Feuer. Die Sukkubi waren in der Überzahl, doch ihre Zahl schmolz innerhalb der ersten Herzschläge unter den unerbittlichen der Kreuzfahrer um die Hälfte.
Ordal kümmerte sich nicht weiter um die niederen Dämonen. Er hatte es auf den Schreckenslord höchstselbst abgesehen. Im Tumult des beidseitigen Kugelhagels warf er sich ohne Rücksicht auf Leib und Leben vorwärts. Der Hammer zuckte zur Hüfte des Nathrezim hinauf, so vollgepumpt mit Licht dass er wie eine kleine Sonne strahlte. Der Tribun wusste genau, dass nicht einmal ein Dämon vom Format eines Archimonde einen solchen Angriff hätte aufhalten können - zu stark brannte das Feuer des Glaubens in ihm. Ordal hatte all seinen Durst nach Vergeltung in diesen Schlag gelegt. Und im Moment als die Waffe auf den Leib des Schreckenslords traf zerbarst dieser in einen Schauer tiefschwarzer Schattensplitter. Ordal wollte bereits in Jubel ausbrechen, doch blieb ihm dieser im wahrsten Sinne des Wortes im Halse stecken als die Schattensplitter durch den Raum zischten und Verdantis sich unmittelbar im Rücken eines Kreuzfahrers erneut materialisierte. Eine Phasenklinge prangte nun an seinem Arm und der Schreckenslord zögerte nicht, sie quer durch die Brust des Paladins zu manifestieren. Blut schoss in einer breiten Fontäne aus der Wunde des Mannes, der kaum, dass die Klinge wieder in der Phase verschwunden war, leblos zu Boden sackte. Ein Veteran mit schwerer Minigun eröffnete den Beschuss auf den Nathrezim, doch abermals löste dieser sich in Splitter auf ehe die Geschosse ihn trafen. Wirkungslos hagelten sie gegen die dahinter befindliche Wand. Ordal konnte währenddessen wenig mehr tun als zuzusehen. Der Schreckenslord war schnell und er war unglaublich gerissen. All seine Tapferkeit, all sein Geschick im Kampf und all sein rechtschaffener Zorn nutzten dem Tribunen nichts wenn sein Gegner sich entschied, nicht nach den Regeln zu spielen.
Ein weiterer Kreuzfahrer fiel unter der Verdantis' Klinge, ein dritter konnte sich nur durch einen beherzten Sprung in Sicherheit bringen und noch immer wollte Ordal keine probate Taktik gegen diesen verschlagenen Dämon einfallen. Wie betäubt stand er in der Mitte des Raums, nahe am Portal und musste mit ansehen wie seine Männer abgeschlachtet wurden. Er konnte nicht angreifen, er konnte nicht einmal die Kräfte des Lichts zum Einsatz bringen. Der Nathrezim war einfach zu schnell.
Doch noch hatte das Heilige Licht seine treuesten Verfechter nicht im Stich gelassen. „Portal wird überladen!", meldete sich plötzlich einer der Kreuzfahrer, die Ordal zuvor in den Kontrollraum geschickt hatte, über Funk und einen Moment später begannen die bläulichen Energiebahnen, die aus der Portalkonstruktion flossen, sich ins Violette zu verfärben. Auch der Schreckenslord musste es bemerkt haben, denn er hielt mitten in seinem Angriff inne und zerstob erneut in Tausende schattenhafter Splitter. Diesmal jedoch erahnte Ordal bereits zuvor, wo Verdantis wieder erscheinen würde. Er hechtete auf die schmale Treppe zum Kontrollraum zu und erreichte deren Fuß im selben Moment als der Nathrezim sich auf der untersten Stufe materialisierte. Ordal tat das, was er am besten konnte: er drosch zu. Brutal, ungezielt, aber rascher als selbst ein Schreckenslord reagieren konnte. Der Hammerschlag, den der Tribun hoch über seinen Kopf geführt hatte, schmetterte frontal gegen die Verdantis' Brust und riss diesen glatt von den behuften Füßen, schleuderte ihn durch den halben Raum und ließ ihn weiter auf das Portal zu schlittern, dessen Energiezufuhr bereits gefährlich ins Rot umschlug.
Ordal setzte augenblicklich nach. Im Laufen feuerte er seine Stormhammer auf den gestürzten Dämonenfürsten ab und weitere Kugeln hagelten nieder als die abgestellten Kreuzfahrer aus dem Kontrollraum nun ebenfalls in den Kampf eingriffen. Die letzten Meter legte Ordal im Sprung zurück, holte noch in der Luft mit dem Hammer aus. Verdantis blieb nichts anderes übrig als seine Phasenklinge zu materialisieren um den Schlag abzulenken, durch für diese Art der Auseinandersetzung war die schlanke Waffe nicht konstruiert. Kreischend barst Metall, splitterte, verteilte sich in Dutzenden Bruchstücken durch den Raum. Voll grimmiger Genugtuung holte Ordal zum Todesstoß aus, da traf ihn etwas mitten ins Gesicht. Nachtschwarze Flügel aus - wie es schien - zerrinnender Dunkelheit umflatterten seinen Kopf und ein infernalisches Gekreische ertönte. Für einen Moment blind und taub taumelte er zurück. Vage registrierte er die Funksprüche in seinem Helm. „Tribun! Wir müssen raus hier! Das Ding fliegt gleich in die Luft." Ihr Sinn jedoch blieb hinter der Mauer aus Kampfeslust und Fanatismus zurück. Für Ordal war in diesem Moment klar, dass weder er noch Verdantis diesen Raum verlassen würde solange der andere nicht in seinem eigenen Blut lag. Mit der Macht seiner Wut und seines Glaubens begann Ordal, gegen den Irritationszauber des Schreckenslords anzukämpfen. Strahlendes Licht schoss aus seinen Augen, brannte sich durch die magischen Fledermäuse und ließ deren Arkankraft in sich zusammen brechen. Gerade noch rechtzeitig erlangte Ordal seine freie Sicht zurück um zu erkennen, wie Verdantis, der wieder auf die Beine gekommen war, sich eine Splitterkanone griff und auf ihn anlegte. Reflexartig drosch er mit dem Hammer gegen den Lauf der Waffe, lenkte den Schuss im letzten Moment um, sodass die Splitter, die ihn sonst wohl glatt durchbohrt hätten, harmlos in die Luft schossen. Mit einem weiteren Hieb trieb er den Nathrezim weiter zurück zum Portal, dessen ungesund rötliche Energien sich in eben diesem Moment zu klären begannen, an Farbe verloren aber dafür gewaltig an Intensität gewannen bis sie im gleißenden Weiß einer Supernova erstrahlten. Erschrocken wandte Verdantis den Kopf zu dem Schauspiel hinter sich. Ordal reagierte geistesgegenwärtiger und beschwor erneut den undurchdringlichen Schild des Glaubens um sich herum. Einen Herzschlag später explodierte der Portalgenerator und zerriss große Teile des Kommandoschiffs.

Langsam klangen die tanzenden Sterne vor Ordals Augen und das hohe, beständige Pfeifton in seinen Ohren ab. Der Gottesschild hatte ihn vor der Wucht der Detonation bewahrt, doch gegen Licht und Schall war er nicht geschaffen. Der Tribun blinzelte. Seine Umgebung nahm wieder Konturen an. Der Portalraum war nicht wieder zu erkennen. Ein Flügel des Generators war vollständig aus seiner Verankerung gerissen worden und hatte den halben Raum durchquert. Etwas sehr Unansehnliches und auf widerliche Art organisch wirkendes schaute unter den Trümmern hervor. Der Größe nach konnte es sich um nichts anderes als die Überreste von Verdantis handeln. Als Ordals Sicht sich weiter klärte bemerkte er, dass er sein Urteil revidieren musste. Der Schreckenslord lag nicht völlig unter dem Portalflügel begraben. Etwa die Hälfte seines Oberkörpers lag noch ganz in der Nähe der Stelle, an der er eben noch gestanden hatte. Die Stahltrümmer mussten wie eine Klinge durch den Raum geschossen sein und den Dämonen glatt zerteilt haben. Blut und Eingeweide in sehr unschönen Farben - Ordal glaubte einen Lungenflügel zu erkennen - besudelten den Boden rings um die Überreste des einstigen Anführers der Invasionsstreitkräfte.
Alle Anspannung fiel nun von Ordal ab. Es war vorüber! Sie hatten gewonnen. Zufriedenheit breitete sich in seiner Brust aus, wie die Wärme eines Feuers wenn man aus frostiger Kälte kommend eine geheizte Bude betrat. Der Gottesschild flackerte und brach in sich zusammen. Er hatte unglaublichen Kräften standhalten müssen und war nun am Ende. Ohne jede Hast erhob Ordal sich und wandte sich zum Ausgang des Portalschiffs, als plötzlich ein süffisantes Kichern in seinem Rücken erklang. Abrupt wandte er sich um, spähte nach der Quelle des Geräuschs. Aus den Schatten hinter dem noch erhaltenen Portalflügel - jenem Teil des Raumes, der nur wenig Schaden abbekommen hatte - löste sich eine Gestalt. Es war eine der Sukkubi des Schreckenslords, wie Ordal verwundert feststellte. Er hatte nicht angenommen, dass eine von ihnen das Gefecht mit seinen Kreuzfahrern überlebt hatte. Sie hatte ihren Helm abgenommen und ließ die Splitterkanone locker zu Boden deuten. Ein ruchloses Lächeln umspielte ihre sinnlichen, tiefroten Lippen. Mit einem mal wurde Ordal sich bewusst, dass er ganz allein mit dieser Dämonin war. Nicht, dass er sich nicht zugetraut hätte, mit einer einzelnen Sukkubus spielend fertig zu werden. Doch ihr völliger Mangel an Furcht befremdete ihn.
„Na, Crusader-Boy, wie wär's mit uns zwei Hübschen?", sprach die Sukkubus in an, langsam dabei auf ihn zu schlendernd. Der gierige Blick ihrer Augen war ein mehr als eindeutiges Angebot. Nicht, dass die ruchlosen Verführungskünste der Sukkubi bei irgendeinem Kreuzfahrer auch nur den Hauch einer Wirkung hätten entfalten können. Ordal grinste breit hinter dem Visier seines Helms.
„Sorry, Süße...", erwiderte er und versuchte dabei so etwas wie den Klang von Bedauern in seine Stimme zu legen, „...aber ich fürchte, da muss ich dir dein Herz brechen." Unvermittelt schoss seine Linke nach vorne, packte die Sukkubus so brutal an der Schulter, dass der Knochen knackte, zog sie heran. Ordal war deutlich mehr als einen Kopf größer als sie und nicht weniger als dreimal so breit. Gegen seine brutale Kraft hatte sie keine Chance. Sie schaffte es nicht einmal mehr erschrocken auszusehen, da fuhr die Rechte von oben auf sie herab, grub sich glatt in ihren Brustkorb. Rippen splitterten, dann schloss die Faust sich um ihr schlagendes Herz, riss es ihr aus dem Leib. „Da!", donnerte Ordals Stimme auf sie hinab als er ihr das Organ vor Augen hielt und es dann einfach zerquetschte. „Gebrochen!"
Mit fassungslosem Ausdruck sank die Sukkubus zu Boden. „Ich... hätte dir... den Abgang... versüßt", hauchte sie, dann brach das Licht ihrer Augen.
„Abgang! Aber auch nur in deinen Träumen!", höhnte Ordal ungeachtet dessen und blickte verächtlich auf den gebrochenen Leib hinunter. Erst da viel ihm auf, dass einige nadelförmige Metallstifte auf Bauchhöhe aus seiner Panzerung ragten. All das Adrenalin in seinem Körper musste den Schmerz des Treffers ganz unterdrückt haben. Er hatte ihn nicht einmal bemerkt. „Dachtest du etwa, eine Handvoll Splitter bringt jemanden wie MICH um? Ha!" Er wollte sich abwenden, umdrehen, hinaus gehen aus den Trümmern des Kommandoschiffs, doch mit einem mal gehorchten seine Beine nicht mehr seinem Willen.
„Was zum...?" Beim Licht, er spürte sie nicht einmal mehr. Da war keinerlei Gefühl mehr. Panik stieg in Ordal auf. Was war das für ein Zauber? Er versuchte sich mit Gewalt zu drehen, doch alles was die heftigen Rucke seines Oberkörpers bewirkten war, dass er das Gleichgewicht verlor und hilflos vornüber kippte. Hart schlug er auf den Boden der einstigen Portalkammer, landete im Blut des zerfetzten Schreckenslords. Taubheit stieg nun auch in seine Fingerspitzen, kroch die Arme empor. Da endlich kam auch die Erkenntnis: Gift! Die Nadeln aus der Splitterkanone der Sukkubus mussten vergiftet gewesen sein. Verzweifelt versuchte Ordal einen Zauber zu sprechen, der das Gift aus seinem Körper trieb, doch er konnte seine Arme nicht mehr bewegen, konnte die notwendigen Gesten nicht ausführen. Die Taubheit kroch höher und höher...

... und plötzlich war er von reinem, strahlend weißem Licht umhüllt, dass ihn ganz umfasste. Er spürte gar nichts mehr. Da war nur noch das Licht. Es war wunderschön. War das der Tod? War er eben ins Heilige Licht eingegangen? Wenn dieses wunderschöne Licht, dieses Gefühl der Schwebe das Ende war, dann hatte es sich gelohnt dafür zu kämpfen. Doch was war das? Schon schwächte das Licht sich wieder ab und ein Gesicht schob sich in Ordals Blickfeld. Es war der ziemlich hässliche Kopf eines Orcs. Deathtooth.
„Oh scheiße, Tribun! Ich bin zu spät gekommen!", ertönte das Jaulen des Kastellans das so bestürzt klang, als würde er sich am liebsten augenblicklich eine Klippe herab werfen, „Ich hätte das Gift bannen können! Ich habe es jetzt auch gebannt. Aber es ist zu spät. Es hat euer Nervensystem, hat das gesamte Rückgrat zerfressen. Was ist das für ein höllisches Dämonenzeug, dass sie auf ihre Waffen schmieren?"
„Kastellan!", erklang nun eine zweite Stimme, deren Ursprung Ordal nicht erkennen konnte, „Der Sarkophagus für den Tribun, den sie angefordert haben, ist jetzt hier..."
„Seid unbesorgt, Tribun Grashalm!", erklang nun abermals die erstickte Stille des Orcs und als Deathtooth sich über ihn beugte erkannte Ordal verwundert, dass eine einzelne Träne die Wange des Kastellans herab lief, „Euer Kreuzzug gegen das Böse in diesem Universum ist noch nicht zu Ende. Sie mögen euren Körper zerstört haben, aber der Orden gibt euch die Chance weiter zu kämpfen. Ihr werdet unsere mächtigste Waffe in den kommenden Kreuzzügen sein. Die Faust des Heiligen Lichts. Verzagt nicht, Tribun! Es ist noch nicht zu Ende! Euer Weg hat gerade erst angefangen...!"

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BeitragThema: Re: [Fanfiction] ... aus Stahl und Licht   [Fanfiction] ... aus Stahl und Licht EmptyDo 15 März 2012, 23:41

Metal Bawks... -.- Alter. Das ist sowas von Ordalungefällig.
Edit: Ansonsten gefällts mir.
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BeitragThema: Re: [Fanfiction] ... aus Stahl und Licht   [Fanfiction] ... aus Stahl und Licht EmptyDo 15 März 2012, 23:56

Kommen wir mal zu nichtsubjektiven Kritikpunkten:
Ich mag die Ordalhaftigkeit dieser Geschichte. Sie ist sehr ordalig. Wenn auch nicht prinzipiell ordalgefällig. Was mir nicht ganz einleuchtet, ist, warum man ihm nicht einfach ein bionisches Rückgrat verpassen kann, oder gleich: Warum seine Nanos das Gift nicht gekontert haben. Denn das tun Nanos.
Ausserdem hatten wir uns schon geeinigt, dass Metal Bawks keine Option ist. Zumindest hatte ich mich da recht klar gemacht. Dann eher tot und die Kreuzfahrerin ist schwanger von ihm. Harr. Aber darüber reden wir mal im Chat.
Edit: Wäre bereit den Tod zu verhandeln wenn er ein Babby gemacht hat und in den Heiligenkanon der Kirche des heiligen Lichts eingeht.
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