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 [MSG] Die Beobachter

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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 28 Feb 2012, 11:50

Eine Gruppe Kinder hatte die Karawane der Skizz als erste entdeckt und liefen diesen neugierig entgegen. Darims jüngste Tochter hingegen, die zu dieser gruppe gehörte lief zum Zelt ihres Vaters um ihn zu holen. Neugierig geworden trat Darim den näher gekommenen Rattenmenschen entgegen. Interessiert betrachtete er die Krabbler und versuchte freundlich zu lächeln.
"Seid gegrüsst. Ich bin Darim vom Clan der Schattenpirscher."

Emrys hatte die Skizz in seinem Land natürlich auch bemerkt und nun beobachtete er das erste zusammentreffen der beiden Völker."Vielleicht brauche ich ja keine Botschafter zu ihnen zu senden, wenn sie schon von alleine kommen," sprach er zu sich selber.
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 28 Feb 2012, 14:53

Lumiander verschwand in einem grellen Aufblitzen, das Wehegrim auf höchst menschliche Art die Augen zusammen kneifen ließ, dann jedoch war der Gott des Todes wieder allein. Beinahe augenblicklich begann seine Spähre wieder zu zerfließen, die Grotte, das Boot, die Hecklaterne lösten sich auf, einzig der Fluss blieb. Wehegrim ließ sich in Gedanken versunken von diesem treiben. Die Informationen, die der neue Beobachter ihm offenbart hatte waren höchst interessant. Nicht, dass es das erste mal gewesen wäre, dass Wehegrim so etwas erlebt hätte. Gewissermaßen folgte es sogar einem altbekannten Muster. Ein neuer Beobachter trat auf, jung, ehrgeizig. Suchte sich ein Volk. Und strebte dann danach, dieses zu Größe, zu Dominaz zu bringen. Krieg war da ein beliebtes Mittel um dieses Ziel zu erreichen. Allzu oft bedeutete er jedoch auch das vorzeitige Ende der Ambitionen des jungen Gottes und seines Volkes. Nun, Wehegrim sollte es recht sein. Denn ganz gleich, was er dem Gott des Lichts in scheinbar desinteressierter Manier vorgemacht hatte, ein Krieg kam ihm durchaus recht. Natürlich liebte er die Macht, die all die Seelen in seiner Obhut ihm gaben. Wer, der noch bei klarem Verstand war, hätte Macht schon abgelehnt, wenn sie derart bereitwillig zu ihm kam? Wehegrim war kein Heiliger! Beileibe nicht! Macht war das, wonach alle strebten. Und der Krieg versprach ihm Macht. Ganz gleich wie er ausgehen würde, er wäre der, der am meisten davon profitierte, wenn die Völker kämpften und starben! Doch das musste Lumiander nicht wissen. Denn so sehr sie beide den Krieg anstrebten, ihre Ziele unterschieden sich doch gewaltig. Lumiander wollte Macht für sein Volk. Eine schnelle, saubere Ausbreitung ihres Einflussbereichs, ein kurzer Krieg, in dem sein Volk möglichst wenig Blut zahlte und möglichst viel Land und Einfluss gewann, das musste ihm vorschweben. Wehegrim hingegen hatte viel mehr Interesse an einem langen und möglichst weitreichenden Konflikt, einem Kampf, der so viele Völker wie möglich einband und in möglichst viele möglichst blutige Schlachten trieb. Natürlich würde er nicht zulassen dürfen, dass die anderen Völker sich gemeinsam gegen den neu auftretenden Aggressor stellten und Lumianders Kriegszügen rasch den Riegel vorschoben. Aber ebenso musste er verhindern, dass der Gott des Lichtes zu rasch den Sieg errang. Er würde sorgsam abwägen müssen, auf welchen Schlachtfeldern die Unvergänglichen auflaufen sollten und auf welcher Seite sie dabei stehen würden. Und er würde dafür sorgen müssen, dass sie stets rechtzeitig vor Ort waren. Es war an der Zeit, Kontakt zu seinen Steinen auf dem Spielfeld der Lebenden aufzunehmen...
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 29 Feb 2012, 16:41

Plötzlich angespannt runzelte Anxa seine weiche Stirn. Anstatt auf und ab zu gehen blieb er stehen, und nur noch sein Schwanz bewegte sich langsam auf und ab. Ein Bündnis wollte Emrys? Das passte Anxa eigentlich nicht besonders gut in den Kram. Er schloss ungern Bündnisse. So etwas verhärtete nur Machtblöcke, die daraufhin nicht mehr viel miteinander zu tun zu haben begannen, die nicht mehr miteinander sprechen, so etwas führte in den Krieg.
"Nein, Emrys, ich möchte kein Bündnis schließen. Nicht jetzt. Deine Leute sind mir willkommen. Sie können gerne durch mein Land wandern, sie können sich auch gerne hier aufhalten, solange sie nichts kaputtmachen. Und wenn jemand deine Leute angreift werde ich sie hier wohl auch beschützen. Aber ein Bündnis? Nein."
Mit einer weit hochgezogenen Augebraue sah Anxa dem Feuerfürsten direkt an. Wie der wohl auf die Ablehnung reagieren würde? Ach, immerhin würde sein Volk im Wald sein dürfen. Das musste reichen.
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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 29 Feb 2012, 16:52

Emrys blickte zu Anxa und lächelte leicht. " Nun ich dachte an eine art Handelsbündnis. Aber wenn du kein bündnis mit meinem Volk schliessen möchtest, ist das deine Sache. Aber ich bin froh das du meinem Volk erlaubst in deinen Wald zu kommen." Leicht neigte er seinen Kopf vor dem anderen Gott. "Ich werde nun in meine Sphäre zurückkehren. Es war nett, mit dir zu plaudern."
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Fr 02 März 2012, 23:43

Gedankenverloren ließ Phidas sich in die unzähligen Decken zurückfallen und schloss für einen Moment die Augen. Ihm gefiel es, wie sich die Mandal entwickelten, auch wenn ihm die langfristigen Folgen bekannt waren und einen leichten Stich der Trauer versetzten, aber es war ein notwendiges Übel, um als Gott zu überleben. Sein Volk erholte sich langsam von den Wunden der Vergangenheit und ihr Glaube war kräftig, womit auch er, der Traumweber, kräftiger und lebendiger wurde. Ihre Städte begannen in den letzten Generationen wieder zu wachsen und die alten Ruinen wichen endlich den neuen Bauten, dabei war es noch nicht lange her, als er ihnen in ihren Träumen das erste Mal erschienen war und sein Flüstern erklingen lassen hat. Anders als die meisten Götter, hatte Phidas nämlich noch nie ein Volk erschaffen, sonderen eignete sie sich an - immer wenn ihre Not groß war und sie sich in Träumereien zu verlieren begannen.

Er strickte ein Netz aus Versprechungen um die Verzweifelten und Träumenden, fern vom Reich ihrer Götter und deren Schutz. Ungehört und ungesehen von ihren Augen und Ohren und so war es auch bei den Mandal eine langsame aber unaufhaltbare Entwicklung gewesen, bis sie ihren alten, siechenden Gott, welcher nicht in der Lage war, sie aus ihrer Not zu befreien, vergaßen und ihm, dem Traumweber ihre Tempel bauten und Gesänge widmeten. Doch auch sie würden irgentwann immer seltener Zuflucht in seinen Reich suchen - wenn es zum träumen keinen Grund mehr gäbe und sie zufrieden wären. Er musste dieses verhindern, oder sich langsam nach einen neuen Volk und Wirt umsehen und seine Versprechungen erklingen lassen, bis sie sich mehr und mehr in seinem Reich verlieren würden. Das Mädchen als nächstes Orakel könnte es ihm jedoch mit seinem Ehrgeiz leicht machen, die Mandal wieder in Schranken zu weisen und an ihre Grenzen zu trieben, um sie wieder mit Versprechungen an sich binden zu lassen.

Mit einem Lächeln wandte Phidas sich um und ließ sich in sein Reich fallen, um innerhalb von Sekunden in hunderten Träumen in hunderten Gestalten zu erscheinen. Vielen legte er neue Gedanken und Worte in den Mund, andere ließ er von seinen Flüstern verleiten und manchmal erlaubte er sich mit dem einen oder anderen Besucher seines Reiches auch einen Spaß und nahm Einfluss auf dem Verlauf seiner Vorstellungen, achtete jedoch darauf, große Sorgfalt falten zu lassen. Die anderen Beobachte beschränkten sich zwar üblicherweise auf die reale Welt und waren mit dem Wesen seines Reiches nicht vertraut, doch könnte es ihnen doch auffallen, wenn sich unter ihren Volk zuviele durch sonderbare Veränderungen bemerkbar machen würden.

Seine Macht war ein schleichendes Gift.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 04 März 2012, 00:50

Zurück in seiner eigenen Sphäre liess sich Lumiander wieder in seinen goldenen Thron fallen. Das lief wirklich nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Er hatte seine Existenz enthüllt und dabei keinen Verbündeten gewonnen. Was wenn Wehegrim seine Pläne nun herum erzählte? Das wäre schlecht. Das würde ihn behindern. Aber nun konnte er es nicht mehr ändern, sondern nur darauf vertrauen, dass Wehegrim auf ihn hörte. Aber er würde den Angriff nun antreiben müssen. Und er brauchte immer noch einen Verbündeten. Wer blieb noch? Seine zweite Wahl war der Gott des Wahnsinns im Norden des Jankargebirges. Wenn er ihn dazu bringen konnte. Einen Krieg gegen den Gott des Gleichgewichts zu beginnen, würde das einiges an Aufmerksamkeit im Norden binden. Und vielleicht würden sich die Untoten Wehegrims auch in Bewegung setzen. Aber sollte er sich wirklich gleich wieder enthüllen. Nein, es war zu gefährlich. Besser, er wartete noch ein wenig...

Die drei Rockreiter liessen nicht von der Fledermaus ab und lieferten sich mit ihr eine wilde Verfolgungsjagd über den Himmel, wobei sie nicht davon abliessen, immer wieder Pfeile auszusenden. Die wilde Jagd ging sogar noch in den Wolken weiter, doch der Reiter der Fledermaus schaffte es irgendwie, allen Angriffen zu entgehen. Als sie schliesslich am Grund der Wolken ankamen, drehten die Rock ab und liessen die Fledermaus Fledermaus sein. Unter die Wolken trauten sie sich noch nicht.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 04 März 2012, 11:09

Wenn Razz Mel‘ino richtig verstand, dann hatte ihr Volk bis jetzt noch nie Kontakt zur Oberfläche oder anderen Völkern gehabt. Dann war dieses Zusammentreffen hier ihr aller erstes. Jetzt konnte er nachvollziehen, warum die Kor’Drakka sie angestarrt und bejubelt hatten. Und diese Magneten… Die Ausführungen Mel’Inos schienen eindeutig die Steine zu beschreiben, die man immer wieder in den Tunneln und Mienen fand. Er war sich sicher, dass man für das Prinzip von Anziehung und Abstoßung technische Anwendungen finden konnte. Aber ihm gingen bereits weitere Fragen durch den Kopf, doch er wollte auch Mel’Ino einmal die Gelegenheit geben, ihm selbst Fragen zu stellen. Sicher hatte auch sie diverse Fragen über die Skizz. „Ich habe euch bereits mit Fragen gelöchert, Mel’Ino. Aber ich bin doch sicher nicht der einzige mit Fragen. Was geht euch durch den Kopf?“

Irgendwie hatte Wizzil es tatsächlich geschafft, den drei Reitern zu entkommen. Wie genau wollte er gar nicht wissen, aber wer auch immer diese Typen gewesen waren, sie schienen überhaupt nicht gut auf Fremde zu sprechen zu sein. Das war natürlich ihr gutes Recht, aber einen unbewaffneten Kundschafter anzugreifen war ja eigentlich schon fast so etwas wie eine Kriegserklärung, oder? Aber vielleicht wollten sie auch einfach nur in Ruhe gelassen werden. Man würde ein Auge auf dieses Volk halten müssen, wer wusste schon, zu was sie fähig waren? Doch seltsam war eher, warum sie so abrupt umgekehrt waren, als sie die Wolkenschicht durchbrochen hatten. Als wäre es so etwas wie eine Grenze, die sie nicht überschritten. Wie auch immer, er musste sofort zur Ratsversammlung und berichten. Er wusste, wo er war und wo er hinfliegen musste, trotz der Tatsache, dass die Nacht bereits hereingebrochen war. Im schwachen Mondschein konnte er die Landschaft sogar besser sehen als am Tag, an dem er die geschwärzte Fliegerbrille zum Schutz seiner Augen tragen musste. Wer nicht an das grelle Licht der Sonne gewöhnt war, konnte schnell erblinden. So war es den ersten Kundschaftern ergangen, als sie vor langer Zeit das erste Mal an die Oberfläche gekommen waren. Aber Händler, die viel an der Oberfläche verkehrten, gewöhnten sich an das Sonnenlicht, doch sie büßten dafür die gute Nachtsicht ihres Volkes ein. Aber das machte oft nichts, denn an der Oberfläche hielten sich die Völker an einen Tag-Nacht-Rhythmus, den es unter der Erde nicht gab. In den Städten war immer etwas los, man war wach, wenn man wollte. Es gab keine Sonne, die den Tagesablauf bestimmte.

Ozzi war schon seit Jahren als Händler an der Oberfläche aktiv und besaß gute Kontakte zu einigen Händlern in Mystra, er sprach die Gemeinsprache der Oberfläche flüssig und fast akzentfrei, aber wenn er sprach, klang alles leicht quiekend vor allem die harten Buchstaben wie T, P und K gingen ihm schwer über die Lippen. Der braun-schwarz gemusterte Skizz führte diese Karawane an, die auch eine Diplomatische Mission hatte: Kontakt mit dem Savannenvolk der Chetharer aufzunehmen und sich um eine freundlich Beziehung zu bemühen sowie den Austausch von Wissen. Und natürlich auch Waren. Auch wenn er nicht wusste warum, aber der Anblick der Katzenmenschen, die ihn um zwei Köpfe überragten, machte ihn irgendwie nervös. „Seid gegrüßt, Darim vom Clan der Schattenpirscher. Mein Name ist Ozzi und ich bin hier, um im Namen meines Volkes, der Skizz, als Botschafter zu fungieren. Mein Volk lebt in den Tiefen der Berge im Südosten.“ Er drehte sich kurz um und deutete auf die Richtung, aus der sie gekommen waren und wo man tagsüber ansatzweise die Berge entdecken konnte. Aber die Sicht über die Savanne war meist gut und man konnte weit über das relativ flache Land sehen. Er wandte sich wieder dem Chetharer zu. „Wir sind stets auf der Suche nach Wissen und deshalb sind wir hier. Wir wollen mit euch handeln, Waren und Wissen.“
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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 04 März 2012, 15:16

Darim blickte den Skizz, der sich als Ozzi vorstellte, freundlich an."Ich werde euch zu den Clanmüttern bringen. Sie werden die Verhandlungen führen. Den Frauen gebührt Respekt und Höflichkeit, denn sie sind die Hüterinnen des Lebens und des Feuers. Wenn ihr dies missachtet, dann werden wir euch fortschicken. Habt ihr das verstanden? Wenn ihr wünscht, werde ich dabei sein, wenn ihr mit meiner Mutter und den anderen Führerinnen sprecht. Aber dies ist die Ausnahme, da ihr unsere Gebräuche noch nicht kennt." Beim Zelt sah Darim seinen Sohn stehen. "Castiel, geh zu deiner Großmutter und den anderen Clanführerinnen. Sag ihnen wir haben einen Botschafter der Skizz zu besuch. Er möchte mit uns Handel treiben." Der Jüngere nickte und lief los, um Darims auftrag auszufüllen. Dann blickte er wieder zu Ozzi. "Folgt mir doch auf den Versammlungsplatz.
Dort sind Feuer zum Wärmen und Lebensmittel, um euren Hunger und Durst zu stillen."
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 04 März 2012, 15:56

In der Nacht ihres Todes hatte sich niemand um Yavas Leichnam gekümmert. Niemand außer dem Feuer. Wie hätte sich auch jemand um sie kümmern sollen, stand doch der ganze Schrein in Flammen. Die Lohen hatten zuerst ihr Kleid verzehrt, dann ihr Fleisch und schlie´ßich den ganzen Tempel der toten Priesterin. Der Tod hatte sie schnell ereilt. Während dem Gebet. Eine schwielige Hand auf ihrem Mund, eine kalte Klinge zwischen den Rippen. Ein kurzes, letztes Aufbäumen, dann war sie leblos zu Boden gesackt. Und dort hatten sie dann die Flammen gefunden. Sie hatten alles ausgelöscht, was sie je ausgemacht hatte, ihren Leib, ihren Tempel, ihren Gott. Sie hatten nichts als geschwärzte Knochen zurück gelassen. Die Schwärze war nie mehr von ihr gewichen. Selbst als der Seelenpfeifer ihre toten Gebeine wieder aus dem Erdreich geholt, als er sie zu seinem Orakel gemacht hatte war sie finster wie Kohle geblieben. Die Farbe ihrer Knochen war Yavas einziges Andenken an ihr früheres Leben. An den Moment ihres Todes.

Die Unvergänglichen zeigten selten irgendwelche Gefühlsregungen, doch als die leeren Augenhöhlen des Orakels Yava, die zuvor stumm am Boden gesessen hatte, mit einem mal von einem unirdischen Glühen erfüllten wandte sich mehr als ein Knochenkopf neugierig zu ihr um. Für gewöhnlich fühlten die Unvergänglichen wenig, doch das hier war ein besonderes Zeichen. Das Zeichen ihres Gottes. Ein Zeichen, dem selbst sie sich nicht entziehen konnten, etwas, das ihrer untoten Existenz für einige Herzschläge wieder etwas menschliches gab. Doch das Flackern hielt nicht lange an. Das Glühen erlosch und mit ihm die Regung in den Gestalten der Unvergänglichen. Yava hingegen erhob sich nun von der kalten, nackten Erde, wie in Trance kam sie auf die Beine. Zielstrebig durchquerte sie das Heerlager der Spielsteine Wehegrims bis sie vor Syntra, dem Herr dieses Heeres stand. "Mein König!", sprach sie ihn an ohne auf eine Aufforderung seinerseits zu warten, "Wir werden nach Süden ziehen."

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 04 März 2012, 21:42

Mit langsamen Schritten wanderte Vesanus zwischen seinen Monolithen hin und her, während sein Blick von Monolithen zu Monolithen wanderte. Ein ungutes Gefühl beschlich ihm, als würde sich bald etwas verändern oder als würde etwas in den Schatten lauern und darauf warten zu zu schlagen. Doch was konnte es sein? Vielleicht war es auch nur seine Paranoia und er musste sich keine Sorgen machen. Er schüttelte leicht den Kopf und versuchte diese Gedanken zu vertreiben, einzig allein die Monolithen schienen unverändert mit ihm zu sprechen. So richtete Vesanus seinen Blick wieder auf seine Kinder und bekam so mit das sich eine weiter Gruppe von den Vecors auf den Weg gemacht hatte, doch anders als die letzte Gruppe waren diese reine Plünderer und hatten auch kein anderes Ziel im Sinne.

Ardor saß auf einen magischen Konstrukt welches einer riesigen Spinne glich und betrachtete seine Untergebenen. Er trug eine Robe aus Rußgeschwärzten Stoff und hatte keine sichtbare Waffe bei sich. Doch in der Hierarchie der Vecors stand er an der Spitze und galt als einer der mächtigsten Hohepriester. Mit Hilfe seiner Magie hatte er sechs Spinnenartige Konstrukte erschaffen, welche Groß genug waren um bis zu 10 Leute zu tragen. Doch so lange diese Spinnen existierten banden sie seine Macht komplett, so das er sich mit Hilfe seiner Magie nicht wehren konnte. So saß Ardor alleine auf seiner Spinne, während die anderen fünf Spinnen einen Kreis um die seinige bildeten. Rund um seine Spinnen marschierten seinen Vecors in Richtung Wald und dort würden sie mit ihren Plünderungen beginnen. Natürlich erwartete er nicht wirklich große Beute in den Wald zu machen, außer einige Pflanzen, Fleisch und Holz. Doch von dort aus könnten sie weiter ziehen und hoffen irgendwann Siedlungen zu erreichen und dort Beute zu machen. Im Grunde ging es Ardor jedoch nicht darum etwas zu erbeuten, er wollte nur die Angst und den Tod zu seinen Gegner bringen, welche sich irgendwo auf dieser Welt versteckten und er würde diese Welt in Brand setzen um sie zu finden. „Los ihr Maden!“, schrie Ardor und begann finster zu lächeln, während er glaubte bereits die Schreie seiner Opfer zu hören, „Beeilt euch gefälligst!“
Seine Spinnen legten etwas Tempo zu und drohten die Vecors vor ihnen zu überrennen, doch diese legten kurz darauf selbst Tempo zu. Man konnte jedoch hören wie sie sich beschwerten und Ardor verfluchten, wenn sie nicht so rennen müssten dann hätte wohl der eine oder andere versucht gegen Ardor vor zu gehen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   So 04 März 2012, 23:26

Interessiert verfolgte Adanos die Route der Vecors. Seine eigenen Kinder waren nicht glücklich darüber gewesen, dass diese sich in ihre unmittelbare Nähe begeben würden, doch keiner zweifelte seinen Entschluss an, auch wenn viele ihn vermutlich nicht verstanden. Selbst ein Teil von ihm war sich nicht sicher, ob diese Entscheidung die richtige war, aber jetzt würde er nichts mehr daran ändern. Sein Blick wanderte von den marschierenden Wesen zu den Ausläufern des Sumpfs, an denen sich die erste Reihe von Seldarin versammelt hatte, alle mit Waffen in ihren Händen, um bei einem eventuellen Angriff sofort zurückschlagen zu können. 
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 05 März 2012, 12:43

Gute Frage. Bis jetzt hatte Mel'Ino nicht wirklich darüber nachgedacht, was für Auswirkung die Entdeckung, dass sie hier unten nicht alleine waren, haben könnte. Ob die Kor'Drakka wirklich dafür bereit waren sich den Oberflächenbewohnern zu eröffnen. Ob die Oberflächenbewohner dafür bereit waren. Ob sie vergessen hatten, was die dunklen Kor'Drakka ihnen angetan hatten? Mellysae hatte ihnen aufgetragen, die Oberfläche zu kolonisieren, friedlich. Im Moment aber war Mel'Ino ziemlich verdattert. Was sollte sie fragen? Sie hatte kein Interesse an Technik und verstand auch nichts davon.
"Wie lebt ihr? Ihr habt unsere Dörfer gesehen und unsere Stadt seht ihr gleich. Baut ihr ähnlich? Wie ist eure Regierung aufgebaut? Habt ihr auch einen Rat oder vielleicht einen Monarchen? Welchen Gott verehrt ihr? Tut mir leid, wenn das zuviele Fragen sind."

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 05 März 2012, 19:50

„Habt Dank, Darim, wir nehmen beide Angebote an. Wir kennen eure Bräuche und Regeln nicht, aber wir werden uns an sie halten.“ Ozzi wies eine der Karawanenwachen an, die Höhlenkrabbler an einem der Savannenbäume anzubinden. Nicht, dass die zahmen Spinnen ausbrechen oder angreifen würden, wenn man das nicht tat. Aber es würde die Chetharer sicher beunruhigen, wenn die überskizzgroßen Spinnen frei in der Gegend herumstanden. Anschließend folgten die fünf Skizz dem Gepardenmenschen zum großen Versammlungsplatz, der hell erleuchtet und von weiteren Chetharern bevölkert war.

Jetzt hatte Razz die Kor’Drakka aber überrascht, jedenfalls schien es ihm so. Damit hatte sie nicht gerechnet, er erlaubte sich ein kurzes Grinsen. „Nun, die Skizz haben nicht wirklich eine einheitliche Bauweise. Unsere Architektur passt sich der Umgebung an. Ich komme aus der größten Stadt, Kattlor. Sie ist einzigartig, so wie jede unserer zehn Städte. Kattlor ist im Grunde ein riesiger Stalagmit inmitten einer noch größeren Höhle. An Ihm entlang windet sich wie bei einer Schraube eine breite besiedelte Ebene. Darauf stehen zum einen Häuser aus Pilzholz, zum anderen sind auch kleinere Wohnhäuser direkt in den Stalagmiten geschlagen. Dagegen ist Tafur wie ein einziger Wasserfall. Sie ist direkt in einen großen Fluss hinein gebaut, Kanäle versorgen die einzelnen Häuser und dutzende Stufen bilden einzelne Stadtteile. Dort sind die meisten Häuser aus Stein gefertigt, da das Holz durch die hohe Luftfeuchtigkeit anfangen würde zu sich zu zersetzen. Unsere Regierung besteht aus der großen Ratsversammlung. Jede der zehn Städte wählt einen Vertreter, der die Stadt dann im Ratsgebäude von Kattlor repräsentiert. Und der Gott, den wir verehren, heißt Zark. Der Erleuchter, der uns aus der Dunkelheit führte. Er erhob uns über die Tiere, gab uns Verstand. Er ist der Gott des Fortschritts und jeder Fortschritt, den wir erzielen, ist wie ein Dankesgebet. Deshalb ist jeder Skizz bestrebt, das Wissen unseres Volkes zu mehren, zu vertiefen und zu verfeinern. Deshalb sehe ich auch so viel Potenzial in euren Lichtkristallen. Ihr scheint nicht gerade eine Forscherin zu sein. Vermutlich seht ihr eure Kristalle als etwas an, das einfach da ist. Um das sich andere kümmern. Es ist alltäglich und nichts Besonderes für euch. Aber wir sorgen für Licht, indem wir leuchtende Moose züchten. Diese Moose brauchen Zeit um zu wachsen und müssen gegossen und geschnitten werden, ansonsten wuchern sie alles zu. Ihr hängt einen dieser Kristalle auf und müsst ihn vielleicht einmal auswechseln, aber der Aufwand ist viel geringer. Auch könnte man damit viel gezielter Licht erzeugen, in Maschinen beispielsweise.“ Hoffentlich hatte er sie mit diesem Wortschwall nicht gleich erschlagen, aber wo sie nun mal gefragt hatte, verdiente sie auch Antworten.
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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mo 05 März 2012, 23:12

Die Chetarer, die sich auf dem Versammlungsplatz aufhielten, blickten neugierig zu den Rattenmenschen. Darim gab ihnen einen Wink, sich zu verstreuen. Dies taten sie dann nach und nach und feierten woanders weiter. Nach einer Weile erschien Castiel mit Asha und Kadar, der seine Frau ein wenig stützte. Ein wenig später kam auch Said, der Aneesha zu der Gruppe führte. Ehrerbietig verneigten sich die Jungen Männer dann vor den Clanmüttern und verließen den Versammlungsplatz.
Etwa fünf Minuten nach Aneesha kam dann auch die dritte Führerin hinzu. Die Frauen setzten sich auf einen Stapel Kissen und blickten zu den Rattenmenschen. "Setzt euch. Esst und trinkt und sagt uns, was euch zu uns führt." Wandte sich Asha an Ozzi. Darim blickte zu seiner Mutter und neigte ehrfürchtig den Kopf. "Mutter, dieser Skizz nannte mir den Namen Ozzi." Dann blickte er zu Ozzi."Dies ist meine Mutter Asha. Die ehrwürdige Clanmutter des Clans der Schattenpirscher," dann deutete er auf Aneesha," Dies ist Aneesha vom Clan der Blutpirscher und diese Dame hier ist Derana vom Clan der Mondpirscher. Sie sind die ältesten der Clans und sind berechtigt ihre Clans zu führen." Dann wandte er sich an die Frauen. "Ich habe den Skizz angeboten, den Verhandlungen beizuwohnen, da sie unsere Sitten und Gebräuche noch nicht kennen." Asha nickte ihrem Sohn zu."Als mein Sohn bist du dazu berechtigt, auch wenn du ein Mann bist und nur einer der Bewahrer." Es schien eine Art rituelle Antwort darzustellen, da Darim nur leicht dazu nickte und sich etwas weiter ebenfalls auf ein Kissen setzte. Asha wandte sich dann zu Ozzi und lächelte ihn freundlich an."Ihr dürft frei sprechen, Ozzi vom Clan der Skizz. Was ist euer Begehr." Dann nahm sie etwas von dem Essen, das inzwischen auf Tellern vor den Frauen und den Gästen serviert worden war.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 06 März 2012, 22:40

Der Skizz wunderte sich über diese seltsamen Rituale, aber wie hieß es doch? Andere Völker, andere Sitten. Dies waren also die Führerinnen der Chetharer – es schien nur drei große Clans zu geben, die von den Ältesten Frauen geführt wurden. Nicht gerade demokratisch, weder im Hinblick auf die Männer, noch auf die Jüngeren, aber es schien einigermaßen zu funktionieren. Außerdem hatten diese Frauen unzählige Jahre lang Erfahrung gesammelt und Frauen schienen bei den Chetharern eine wichtigere Rolle innezuhaben als die Männer. Aber das war ihre Sache, nicht seine. Während seine Begleiter sich etwas zu Essen griffen, begann Ozzi zu sprechen. „Verehrte Clanmütter, es ist mir eine Ehre, von euch empfangen zu werden. Ich wurde von meinem Volk… oder auch meinem Clan, wenn man so will… zu euch geschickt, um diplomatische Beziehungen mit euch aufzunehmen. Unsere Clanführer sind sehr interessiert daran, mit euren Clans Handel zu betreiben. Wir sind sicher, dass dies uns alle weiterbringt. Mein Volk hat es sich zum Ziel gesetzt, sein Wissen zu mehren. Deshalb bieten wir unser Wissen zum Tausch an. Ich weiß nicht, über welche Technologien ihr verfügt, doch ich bin mir sicher, dass wir zu Übereinkünften kommen können. Aber wir wollen natürlich auch Waren mit euch handeln. Ich kenne mich in eurem Land nicht aus, deshalb kann ich nicht sagen, über welche Ressourcen ihr verfügt. Aber wir leben im Süden…“ Er deutete Richtung Süden, wo tagsüber die Ausläufer der Berge erkennbar sein müssten. „Im Inneren der Berge. Dort sind unsere Rohstoffe begrenzt und deshalb sind wir auf der Suche nach willigen Handelspartnern. Auch stellt sich mir eine Frage: Betreibt ihr hier Bergbau? Wenn ja, sind wir bereit, euch Rohstoffe im Tausch für Werkzeuge und Maschinen anzubieten.“ Es war ja nicht so, dass die Skizz Hunger leiden würden oder dass es ihnen an etwas mangelte, aber einfache Rohstoffe wie Holz waren im Berginneren eben weniger vorhanden als auf der Oberfläche. Auch konnte unter der Erde nur wenig angebaut werden, die Auswahl an Nahrungsmitteln war eher bescheiden.

Der Anblick der größten Stadt der chamianischen Halbinsel war überwältigend. Der hellbraune Skizz hatte zwar schon die eine oder andere Stadt der Luchsmenschen von außen gesehen, aber er war hauptsächlich den Beschreibungen der Bauern gefolgt und diese hatten ihn schließlich nach Chamian geführt – Die Hauptstadt ganz am Ende der Landzunge. Auch wenn sein Krabbler immer misstrauisch beäugt worden war – Bauern hatten es als Monster bezeichnet und am Stadttor hatte er ihn auf Befehl der Wache in einem Stall außerhalb der Stadt unterbringen müssen – war er dennoch gut vorangekommen. Binnen weniger Wochen hatte er die Hauptstadt erreicht. Nun war Rezzel hier und kam aus dem Staunen nicht heraus. Städte wie Kattlor waren beeindruckend, wenn überall gewerkelt wurde. Aber hier wurde nicht getüftelt, hier wurde perfektioniert. Künstler fertigten Meisterwerke an und die Gebäude glichen Blumenwiesen, so bunt waren die Bilder darauf. Es war wunderschön, doch es erfüllte keinen praktischen Zweck, das ging seinem Wesen entgegen. Das alles war Kunst, Perfektion. Die Skizz strebten immer nach Fortschritt, Schönheit oder Vollkommenheit waren dem Wissen und der Technologie untergeordnet. Künstler gab es sehr wenige unter den Skizz und selbst diese waren mehr damit beschäftigt damit, sich neue Methoden auszudenken als tatsächlich etwas zu schaffen. Aber alle kamen über die Runden. Aber das war kein Vergleich zur Pracht in Chamian. Doch inmitten all des Staunens fiel ihm ein, dass er ja keine Ahnung hatte, wo der Sitz der Regierung der Katzenmenschen war. Es musste hier in der Stadt sein, aber wo genau? Er hatte keine Ahnung! Er wandte sich um und hielt nach einer Wache Ausschau. Am Straßenrand konnte er eine ausmachen, zielstrebig lief er auf sie zu. Als einziger Rattenmensch inmitten all der Katzen fiel er natürlich auf wie ein bunter Hund, doch das ignorierte er bereits gekonnt. Er trat auf die Wache zu und sprach sie in der Gemeinsprache an: „Seid gegrüßt. Ich bin auf der Suche nach dem Regierungsgebäude. Wo kann ich es finden?“ Er wusste ja nicht einmal, ob sie so etwas wie eine Ratsversammlung, einen König oder was auch immer hatten.
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Mali
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Di 06 März 2012, 23:59

Asha lauschte aufmerksam den Worten des Skizz und nickte dann leicht. "Wie ihr sicher auf eurer Reise sehen konntet, gibt es zwar Bäume in unserem Land aber es sind nicht viele und reicht gerade so. Bergbau betreiben wir nicht. Wir sind Wanderer. Wie unser Gott Emrys. Wir sammeln, was das Land uns an Nahrung bietet und jagen hier und da ein oder zwei Tiere zum Essen. Wir treiben unsere Herden durch das Land und aus der Wolle unserer Ziegen stellen wir Stoffe her. Wenn wir jagen, verwenden wir alles von unserer Beute. Die Felle um Leder oder Bettzeugs herzustellen, die Sehnen und Knochen und das Gedärm. Wir fertigen Teller und Trinkbecher, wasser und Kochsäcke aus jenen teilen. Aber wir beschweren uns nicht. Wenn Emrys wollte das wir sesshaft werden, dann hätte er es uns längst mitgeteilt oder uns in ein Land geführt, in dem dies möglich ist. Aber wir sind zufrieden mit unserem Leben." Dann blickte sie zu den Spinnen. "Eure Tiere interessieren mich. Sie könnten es den älteren leichter machen, mit ihrem Volk zu reisen." Leicht kratzte sie sich an ihrem Ohr."Wie lange wollt ihr bei uns verweilen? Morgen finden die Feiern der Verbindungen statt. Mein Enkel Castiel wird daran teilnehmen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr bei uns bleiben."
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 07 März 2012, 11:47

Odium stand vor seinen Anhängern und betrachtete den Sumpf vor sich und auch die Schlangenwesen die sich dort versammelt hatten. Er spürte wie seine Vecors unruhig wurden und ihre Waffen gezogen hatten, schließlich befiel ihm auch eine Unruhe. Der Hohepriester hatte seine Leute hier her geführt damit sie eine neue Heimat hier errichten konnten, doch dazu durfte es erst einmal nicht zum Kampf mit den Seldarin kommen. Es kam ihm jedoch auch ein anderer Gedanke, sollten sie in der Lage sein hier eine Stadt zu errichten, dann musste er auch befürchten das andere Hohepriester ihm hier angriffen und seine Stadt für sich beanspruchen. Vielleicht war das bisher der Grund warum es keine weitere Stadt der Vecors gab.
Schnellt schüttelte Odium seine finsteren Gedanken ab und betrachtete wieder die Seldarin, bevor er auf sie zu ging und seine Vecors ihm folgten.
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 07 März 2012, 13:16

"Ich komme nicht umhin, Gemeinsamkeiten zu bemerken", stellte Mel'Ino fest: "Mellysae führte uns aus der Dunkelheit, gab uns einen Funken vom Feuer des Verstehens und erlöste uns aus unserem tierischen Zustand. Mir scheint, wir sind uns recht ähnlich." Und dann auch wieder nicht. Immerhin sahen die Kor'Drakka nicht grade aus wie Ratten. Während das Boot durch den Fluss rauschte, dachte Mel'Ino einen Moment lang nach. Inzwischen drang außer dem Licht der Laternen an Bug und Heck ihres Gefährts noch weiteres Licht in den Tunnel. Plötzlich verschwand die Decke, blieb hinter ihnen zurück und den Insassen eröffnete sich der Blick auf eine Höhle, an deren Wänden und Decke wabenartige Häuser hingen. Mel'Ino achtete nicht weiter darauf. Sie war den Anblick der Außenbezirke des Weltherzens gewohnt. Erneut schloss sich ein Tunnel über dem Kanal. Fenster huschten in rasender Eile vorbei.
"Die Kristalle zu züchten ist ein recht langwieriger Prozess, aber ich verstehe, welche Neuerung sie für Euch darstellen können. Vermutlich wird der Rat Euch gleich einladen, mit Ihm zu sprechen. Soll ich währenddessen für Euch mit dem Meister der Handwerkerkaste sprechen? Er könnte Euch vermutlich besser erklären, was Ihr tun müsstet, um die Kristalle selbst herzustellen. Und er kann Euch einen Rundgang durch den Schmiedebezirk geben."
Licht flutete den Kanal als die Fenster in den Seitenwänden größer wurden. Schließlich erweitere sich der Kanal zu einer Halle gewaltigen Ausmaßes. Rubinwachen säumten den Kanalrand, mit ihren Waffen in der Hand. Wie ein Kor'Drakka hoben sie die Waffen und schlugen sie gegen ihr Schild. Einmal, zweimal. Der Klang dröhnte durch die Halle. An den Eingängen zum Wasserbezirk, wie die Halle genannt wurde, sah Mel'Ino neugierige Kor'Drakka, die durch die Eingänge spähten, aber von den Rubinwachen zurückgehalten wurden.
Das Boot verlangsamte in dem breiten, ruhigen Gewässer seine Fahrt zusehendes. In den Rand des Sees waren kleine Mulden eingeschlagen. An einer dieser standen zwei in Roben gekleidete Erdsänger, um deren Hände sichtbar grünliche Magie leuchtete. Das Boot machte einen Ruck und bewegte sich auf die Mulde zu. Sanft setzte das Boot in seinem Ankerplatz auf. Zwei Rubine näherten sich dem Boot. Einer der beiden, ein Mann, hochgewachsen, muskelbepackt, mit Schwert und Schild bewaffnet und in ein wahres Monstrum an Panzerung verpackt, salutierte vor Mel'Ino, der grade aus dem Boot geholfen wurde. Die andere, eine Frau, schlank, drahtig, weniger gut gepanzert wie ihr männlicher Gegenpart und mit einem Kristallbogen bewaffnet, bleckte nur die Zähne, was sowohl Drohung als auch Begrüßung sein konnte.
"Der Rat erwartet die Abgesandten der Skizz. Wir sind gekommen, um sie zum Herz zu geleiten", sprach der Mann mit befehlsgewohnter Stimme. Mel'Ino verbeugte sich vor dem Kor'Drakka und wandte sich an die Skizz: "Das ist General Kor'Mystral. Die Frau an seiner Seite ist Jazz'Korian, Ladygeneral der Kristallschützen. Sie werden Euch zum Herzen geleiten. Ich bin dort nicht erlaubt. Der Anführer der Saphire wird meine Pflichten übernehmen. Es... hat mich gefreut, Razz von den Skizz. Mögen deine Gedanken erleuchtet und der Stein unter dir sicher sein."

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 07 März 2012, 16:47

Wieder schwebten die weissagenden Spielsteine im finsteren Nichts der Sphäre des Todesgotts über ihrem nicht existenten Spielfeld. Der helle Stein aus dem sie geschnitzt waren gab ein schummriges Leuchten von sich während die Steine wie in Trance ihrem Tanz folgten, doch Wehegrim beachtete sie gar nicht. Ein anderes Artefakt hielt seine Aufmerksamkeit gefangen: eine große, flache Schale aus poliertem Silber. Sie schien in der Dunkelheit vor dem Seelenpfeifer zu schweben, ohne Sockel, ohne Unterlage. Dennoch hatte Wehegrim sich auf sie gestützt. Die roten Handschuhe umklammerten den Rand der Schale, sein Oberkörper war weit über diese gebeugt. Die Schale war sein Fenster zu Welt der Sterblichen. In ihrer funkelnden Oberfläche spiegelte sich nicht sein eigenes Antlitz, vielmehr blickte er direkt durch diese hindurch, hinab auf die Erde. Er beobachtete die Unvergänglichen, seine Spielsteine dort unten. Sie marschierten. In langen Reihen zog sich ihr Heer durch die Faulsümpfe, langsam, doch unbeirrbar nach Süden trottend. Gut. Gut! Alles lief nach Plan. Die Unvergänglichen würden vorbereitet sein sobald der Gott des Lichtes sich mit seinem Volk in den Kampf stürzte. Es würde ein Gemetzel geben. Einen Krieg, wie es noch keinen zuvor gegeben hatte! Wenn er denn nur dafür sorgte. Es lag Wehegrim fern, selbst zu agieren. Doch er liebte es, im Hintergrund zu Strippen zu ziehen. Ganz gleich ob er Lumiander die Hand zum Pakt verweigert hatte, er konnte dem Herabgestiegenen dennoch von großem Nutzen sein. Und er würde es. Denn je länger er darüber nachdachte, desto mehr kam er zu dem Schluss, dass er das tun müsste. Die wenigsten Völker der Welt hatten Streit miteinander, im Gegenteil. Vielfach pflegten sie gute Beziehungen, trieben Handel und Austausch von Gedankengut. Der Schluss war naheliegend, dass sie im Falle eines Krieges zusammen stehen würden. Für die Eroberungsgelüste des jungen Beobachters würde das ein rasches Ende bedeuten. Gegen all diese Götter würde er nicht bestehen können. Der Krieg wäre rasch und mit wenigen Opfern vorbei, ein Ausgang, der Wehegrim sehr verdrießen würde. Nein, er würde handeln. Er würde sicher stellen, dass Lumiander nicht auf einen geschlossenen Block unverbrüchlich treuer Verbündeter treffen würde. Auch die Wahl, wo er beginnen sollte anzusetzen, war nicht schwer. Dort, wo es ihm am leichtesten fallen würde. Es gab einen weiteren Gott, dem nicht am Untergang Lumianders gelegen sein konnte: Adanos, dem Gott des Ausgleichs. Es wäre gerade zu seine Pflicht, Lumiander beizustehen.
Wehegrims Sphäre verzerrte sich und schien sich schließlich komplett aufzulösen als der Gott aus dieser verschwand. Denn einen Herzschlag später befand er sich in vollkommener Dunkelheit, die nicht einmal vom Fluss der Seelen erhellt wurde. In der Dunkelheit vor Adanos' Sphäre. Wehegrim gab jedoch kein Zeichen von sich. Er wartete. Der andere würde seine Präsenz auch so bemerken...

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 07 März 2012, 17:09

Enttäuschung und bestätigte Erwartungen hielten sich die Waage. Er hatte ja schon zuvor ein paar kleine Lager gesehen - aus der Ferne, ein Mal sogar aus der Nähe – und was er nun erfuhr, bestätigte Ozzis Beobachtungen. Die Chetharer waren technisch auf einem viel niedrigeren Stand als die Skizz. Sie waren Sammler und Jäger, die von der Hand in den Mund lebten – jedenfalls fast. Aber wenn man schon kein Wissen von ihnen erlangen konnte, konnte man es ja mit ihnen teilen. Auch wenn sie nicht wirklich über Rohstoffe verfügten, schienen sie doch an den Höhlenkrabblern interessiert. Und vielleicht konnte man ja wenigstens Nutztiere austauschen, Spinnen gegen Ziegen. „Wir bleiben natürlich liebend gerne bis zum Ende der Feiern hier. Was die Krabbler betrifft: Wir könnten euch unterweisen, wie man sie reitet. Die Zucht ist nicht so einfach, denn sie wachsen im Dunkeln auf und gewöhnen sich erst nach etwa einem Jahr an das Licht der Oberfläche. Aber wir könnten einen Tausch vereinbaren: Wir bieten unsere Spinnen im Austausch für eine kleine Herde eurer Ziegen an.“ Er meinte natürlich nicht die fünf Spinnen, die sie gerade dabeihatten, denn wenn die Chetharer kaum Waren zum Tausch hatten, mussten sie ja ihre Waren, mit denen die Reittiere beladen waren, wieder zurückbringen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 07 März 2012, 20:44

Die Frauen blickten sich an, dann steckten sie die Köpfe zusammen und wisperten miteinander. Nach ein paar minuten wandte sich dann Aneesha an die Skizz. "Es fällt uns schwer uns von einigen Ziegen zu trennen aber wir sind uns einig das eure Tiere uns viel bringen werden. Jahr für Jahr müssen die Alten und Kranken zurückgelassen werden, wenn sie nicht mehr mit dem Clan ziehen können. Wir sind bereit mit euch diesen Handel einzugehen. Sagt uns wieviele ziegen ihr für eure Tiere haben möchtet und wann ihr uns beliefern könnt. Denn ihr müsst wissen wir lagern nur 2 Monate an diesem Ort und dann verstreuen wir uns wieder. Was Asha nicht erwähnt hat ist, das die Mondpirscher noch Salz zum Handeln anzubieten haben, da sie in der Wüste das Salz ernten." Abwartend blickten die Frauen zu den Skizz.
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Mi 07 März 2012, 20:57

„Ein Rundgang durch den Schmiedebezirk? Wie könnte ich das ablehnen!“ Die Gelegenheit mit einem Meister der Kristalle sprechen zu können durfte er sich nicht entgehen lassen, vielleicht kam sie nicht so schnell wieder. Als sie schließlich am Ende der Flussfahrt angekommen waren, konnte Razz zum ersten Mal in seinem Leben einen Magier einen Zauber weben sehen. Das Glühen umspielte die Hände der beiden Kor’Drakka und versetzte die drei Skizz in atemloses Staunen. Auch die beiden gepanzerten Erscheinungen, die auf sie zukamen, waren beeindruckend. Sie hatten offenbar hohe Positionen im Militär der Kor’Drakka inne, jedenfalls klang General wichtig. Er hatte sich nie für das Militär interessiert, dementsprechend fiel seine Begrüßung der beiden aus. „Seid gegrüßt.“ Während die anderen beiden Skizz sich den respektvoll vor den Generälen verneigten, nickte Razz ihnen nur zu. Dagegen verbeugte er sich Mel’ino. „Es war mir eine Ehre, an deiner Seite hierherzukommen. Ich danke dir für alles.“ Dass er sie mittlerweile duzte, bemerkte er gar nicht. „Mögen auch deine Gedanken erleuchtet und der Stein unter dir sicher sein. Ich hoffe, unsere Wege kreuzen sich erneut.“ Er hatte bereits einiges an Sympathie für die engagierte Diplomatin entwickelt. Wer wusste schon, wie der erste Kontakt verlaufen wäre, hätten sie keinen Diplomaten, sondern einen Trupp Soldaten getroffen. „Also gut, dann machen wir uns auf zum Zetrum!“
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Lias
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Do 08 März 2012, 09:28

Keiner der beiden Generäle schien die Sprache der Skizz zu sprechen. Jedenfalls bedeutete der Mann den Skizz zu folgen, während beide stumm blieben. Die beiden nebeneinander gehen zu sehen, war unterhaltsam. Kor'Mystral bewegte sich wie ein Rhinozeros. Es war ein Wunder, dass keine Funken aufstoben, wo immer er auftrat. Jazz'Korian hingegen bewegte sich wie ein Tiger. Ihre Bewegungen flossen ineinander. Der General bedeutete einer Gruppe Rubine die Skizz in die Mitte zu nehmen. Die Kor'Drakka warfen den Besuchern zwar neugierige Blicke zu, taten aber ihre Pflichten und marschierten entschlossen in zwei Reihen neben den Skizz her. Die Gruppe durchschrat den größten Eingang zum Wasserbezirk und fand sich auf einer Brücke wieder. Breit genug, um selbst zwanzig Mann nebeneinander Platz zu bieten, wirkte die Brücke ziemlich leer. Rubinwachen blockierten die Aufgänge, an denen Kor'Drakka einen Blick zu erhaschen versuchten.
Die Aussicht war überwältigend. Weit über ihnen bohrten sich Brücken und Häuser, die fast zu schweben schienen durch die Luft. Alles war aus weißem Marmor gehauen, der allerdings an manchen Stellen verrußt war. Im Mittelteil der Brücke war der Boden durch etwas durchsichtiges ersetzt worden, auf dem man trotzdem gehen konnte. Weit unten waren schwarze Häuser zu erkennen. Außerdem war da das gefährlich heiß aussehende Licht flüssiger Magma, die dort unten floss. Rauch stieg aus einer ganzen Menge der schwarzen Häuser auf und der Klang von Hammer auf Metall drang empor. Vor ihnen, in der Mitte der gewaltigen Kaverne, die die Stadt beherbergte ragte ein Turm hervor, auf den alle Wege zuführten. Weitere Rubinwachen bildeten ein Spalier vor dem Eingang des Turmes und schlugen ihre Waffen gegen ihre Schilde als die Skizz vorbeikamen.
Im Turm fehlte das Rauschen und Raunen, das in der Stadt das gängige Hintergrundgeräusch war, völlig. Hier herrschte kühle Stille. Dafür empfingen einige der Würdenträger der Stadt die Abgesandschaft. Eine Diamant, ein Saphir und ein Smaragd. Alle drei verbeugten sich, bevor der Saphir sich an die Skizz wandte.
"Seid uns willkommen. Eure Ankunft wird im Rat schon sehnlichst erwartet. Soweit ich das Mel'Inos Nachrichten entnehmen konnte, habt Ihr das Recht für die Skizz zu sprechen und in ihrem Namen zu handeln?"

"Und ich sage dir, wir sind noch nicht bereit dafür", ertönte es aus der Dunkelheit. Der Addressat winkte ab: "Mellysae würde uns nicht nach dort oben schicken, wenn wir es nicht wären. Hör auf mit deiner Schwarzmalerei. Ich teile deine Besorgnis zwar, aber aus anderem Grund. Solche Wesen sollen unsere Vorboten sein? Mit so etwas sollen wir handeln? Du hast die anderen Völker gesehen. Die Skizz sind... Ratten. Ungeziefer, das man tilgen sollte."
Jemand drittes mischte sich ein: "Wenn die Kor'Drakka mit den Oberflächenbewohnern handeln, wer sagt uns dann, dass sie sich nicht dafür entscheiden, dort oben zu bleiben. Ist ein Kor'Drakka, der nicht mehr dem Weltenherz dient, überhaupt noch ein richtiger Kor'Drakka?"
"Ich bin kein Geistlicher, aber wenn wir nach dort oben gehen, werden wir vernichtet! Es ist grade einmal einhundert Jahre her, dass wir sie noch ausgeraubt haben!"
"Das mag sein, aber wir können die Skizz nicht einfach verschwinden lassen. Die ganze Stadt hat sie gesehen. Sie würden nicht verstehen."
"Ja, das war ein kluger Schachzug vonseiten Mel'Inos. Sie hat die Skizz in Sicherheit gebracht, bevor wir sie erreichen konnten. An die Skizz können wir nicht mehr heran."
"Nicht auf diese Art und Weise, aber vielleicht auf eine andere? Im Rat?"
"Du weißt genau, dass der Rat uneins ist. Wir werden keine Mehrheit bekommen. Im Moment bekommen wir für nichts eine Mehrheit."
Jemand seufzte. "Und genau das lähmt uns. Der Körper funktioniert, aber das Hirn weiß nicht ein noch aus."
"Warten wir die Ratssitzung ab. Sie ist dort nicht erlaubt. Wenigstens bleibt uns das erspart."

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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Do 08 März 2012, 21:34

Bevor Emrys ging drehte sich Anxa noch einmal nach ihm um, hielt ihn kurz mit einer Geste zurück.
"Gegen Handel spricht nichts", sagte er, wieder entspannter, "aber dazu braucht es kein Abkommen. Mein Volk handelt immer gerne. Mit jedem. Von daher müsst ihr euch nicht um ein Bündnis bemühen. Eure Leute sind willkommen. Und ihr auch."
Mit diesen Worten verabschiedete der Affenfürst seinen Gast. Als Emrys schon gegangen war drehte er sich wieder weg, sah über die große Holzplattform, die seine Sphäre bildete. Seine Miene war nicht weniger nachdenklich geworden. Warum waren die Chataren überhaupt unterwegs? Waren sie nicht eigentlich fest ihn ihre Steppe im Norden integriert?
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BeitragThema: Re: [MSG] Die Beobachter   Do 08 März 2012, 22:17

Die Militäreskorte kam Razz nicht nur unnötig vor, sondern er störte sich auch an der hohen Stellung, die das Militär bei den Kor’Drakka innezuhaben schien. Natürlich verfügten auch die Skizz über einen Militärapparat, aber der war zu Verteidigung des Gebirges zuständig und war mehr ein notwendiges Übel als etwas, das er für wichtig hielt. Aber bis jetzt hatten diese Soldaten nie mehr als wilde Tiere bekämpfen müssen und die eine oder andere Banditengruppe, die ihre Lager an den Ausläufern der Berge errichtet hatten. Auch beruhte die militärische Macht der Skizz viel mehr auf fortschrittlicher Waffentechnologie als auf Truppenstärke. Es bedurfte einer Handvoll Skizz, um eine Balliste zu betätigen, die explosive Pfeile verschoss. Es bedurfte nur eines Fledermausreiters, um ein paar Brandbomben auf die Gegner regnen zu lassen. Vom Anblick der Höhen und Tiefen über und unter der Brücke überwältigt bewunderte Razz auch den durchsichtigen Werkstoff, auf dem sie gerade liefen. Dort unten musste der Schmiedebezirk sein, es erinnerte ihn sofort an die Magmaströme, von denen sie sich das Geheimnis des Feuers vor Urzeiten angeeignet hatten. Vor ihnen ragte ein großer Turm in die Höhe, in dem sie von drei weiteren Kor’Drakka empfangen wurden. Dies musste also der Rat sein. Als die Räte sich verbeugten, taten die drei Skizz es ihnen gleich. Das Recht, für sein Volk zu sprechen und in dessen Namen zu handeln hatte Razz offiziell natürlich nicht, aber außer ihm wusste das ja keiner der hier anwesenden. Seine Begleiter hatten ihn bis jetzt nicht infrage gestellt und sein Bruder war der Abgesandte von Kattlor, er konnte sich also schon einiges erlauben. Auch wenn die Kor’Drakka vielleicht anders sehen würden, wüssten sie davon. „In der Tat, das haben wir.“

Salz – das war etwas, das sich zu handeln lohnte. Es verfeinerte das Essen wie nur wenig andere Gewürze und in den Tiefen der Erde war es nicht vorhanden. Das Meer im Osten war voll mit Salz, aber die meisten Skizz trauten dem Wasser nicht wirklich. Natürlich war es lebensnotwendig, aber man musste ja nicht unbedingt viel mit ihm zu tun haben. Die Frage, die sich Ozzi nun stellte, war folgende: Was konnte er für einen Höhlenkrabbler verlangen? Wie viele Ziegen war eine der Spinnen wert? Die Ziegen schienen eine der wichtigsten Nahrungsquellen der Chetharer zu sein. Allerdings konnte eine Spinne das Leben eines Chetharers eindeutig verlängern. Das war durchaus auch etwas wert. „Nun, wir bieten zwei Spinnen für drei Ziegen an, so viele Spinnen, wie ihr benötigt. Und wir haben unsere fünf Reittiere, die wir dabei haben, beladen mit Waren, die wir zum Tausch gegen Salz anbieten. Wir haben Werkzeuge geladen, Messer, Äxte, Pilze, Moose…“
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[MSG] Die Beobachter
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