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 Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium

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Vicati
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BeitragThema: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Fr 25 Mai 2012, 23:37

Nicht nur die Steuerbehörde von New Jericho erfreute sich an einem vor kurzem eröffneten Sanatorium, auch unzähligen nun wieder glückliche und heile Kunden schwören auf die luxuriöse Einrichtung im Norden von Northridge, direkt an einem langen, weissen Privatstrand. Doch was ist es, was diese Klink – Sternhimmel-Sanatorium genannt - so erfolgreich macht, abgesehen von einer unerhört grossen Menge Geld und ebenso unerhört hohen Preisen? Ist es der unverschämt schöne Strand oder der riesigen Garten rund um die Gebäude des Sanatoriums? Ist es das gute Essen oder die geschmackvolle Einrichtung inklusive einiger Bilder, die man in verschiedenen Museen rund um die Welt und auch in New Jericho vermisst? Oder sind es vielleicht die Hände der Wellnessangestellten und die Worte der verschiedenen Psychologen, die den Patienten au s jedem psychischen Loch heraushelfen und die jede Genesung umso schneller voranschreiten lassen?
Der Grund liegt nicht in einem dieser Dinge, auch wenn sie bestimmt helfen. Der Grund für den Erfolg der Klink liegt tief unter ihr. Denn die Besitzer des Sternenhimmel-Sanatoriums sind nicht etwa irgendwelche Gutmenschen mit zu viel Geld, hinter diesem Komplex stecken einige Wissenschaftler, die vor kaum drei Monaten noch für die Regierung gearbeitet haben und zwar in einem streng geheimen Sektor der Area 54. Dort wurden verschiedene paranormale Experimente durch- und ausgeführt. Bis vor drei Monaten eben. Denn seit dann fehlt von den meisten Experimenten jede Spur und auch von den verantwortlichen Forschern sind nur noch wenige geblieben. Stattdessen befinden sich die Experimente nun unterhalb des Sanatoriums. Während Area 54 tobt und nach seinen abtrünnigen Mitarbeiter sucht, lachen sich die Forscher ins Fäustchen und forschen fröhlich an ihren Projekten weiter, doch diesmal, um die Ergebnisse gewinnbringend in die eigene Tasche zu vermarkten.
Natürlich braucht man für jedes Experiment auch entsprechende Versuchskaninchen. Dank des Sanatoriums über ihrem Kopf mangelt es an solchen nicht und immer mal wieder kommt es zu einem tragischen Tod unter den Patienten, doch das vergibt man einer Institution mit einer solch hohen Erfolgsquote ganz gerne. Und natürlich sind die Wissenschaftler neuen Experimenten nicht gerade abgeneigt. Besonders die Katastrophe am Museum mit allerlei Gestalten mit absonderlichen Kräften und einer abschliessenden, gewaltigen Explosion hatte ihr Interesse geweckt und deshalb haben sie in scheinbarer Grosszügigkeit folgende Nachricht ausgegeben:

„Nach der Katastrophe bei der Neueröffnung eines Museums von New Jericho kam es zu einer Reihe unglaublicher Zwischenfälle mit unzähligen Verletzten sowohl physischer, als auch psychischer Natur. Das Sternenhimmel-Sanatorium bietet für all diese Leute einen Platz an, damit sie in Ruhe und Frieden genesen können. Kostenlos möchten wir auch die Hilfe unserer Angestellten und unseres Hauses anbieten, um ihre Wunden zu heilen. Wenn ihr Zustand es zulässt: Kommen Sie zu uns.“

Dieses Angebot löste natürlich einen Ansturm auf das Sanatorium aus, denn nicht nur Betroffene und Angehörige von Betroffenen, die ihre geschädigten Verwandten in Sicherheit wissen wollten, sondern auch von Leuten, die einfach mal ein wenig Luxusferien machen wollten. Das war den Wissenschaftler eigentlich alles recht, solange sie nur ein paar Testobjekte bekamen, die sie wollten.

Albert Hummer war immer ein guter Mann gewesen. Er hatte immer auf seine Eltern gehört, er hatte gute Noten in der Schule, hart und ehrlich gearbeitet und sich sein eigenes kleines Fotogeschäft in der Stadt aufgebaut. In der Stadt war er bekannt, weil er lange im Stadtrat gewesen war. Seiner Frau, mit der er vierzig Jahre verheiratet war, war er immer treu gewesen. Sie hatten zusammen einen wunderbaren Sohn, der gerade eine Reise quer durch Europa machte. Beide mochten sie Kunst. Und deshalb waren sie bei der Museumsneueröffnung dabei gewesen. Und nun war seine Frau tot und er trug am ganzen Körper Brandwunden. Deshalb hatte er sich auch in diese Klink einweisen lassen. Er hatte gehört, hier könnten sie ihm helfen. Und er wollte seinen Sohn nicht auch in so ein Loch ziehen, wenn er von seiner Reise zurückkam. Deshalb hatte er ihn auch nicht informieren lassen.
Tatsächlich hatte Albert die Aufmerksamkeit der Betreiber des Sanatoriums auf sich gezogen. Sie liessen ihn gegen Abend holen und brachten ihn mit dem Versprechen für eine besondere, experimentelle Behandlung hinab in ihre Laboratorien.
„Mister Hummer, erinnern sie sich, was mit Ihnen geschehen ist?“, fragte einer der Wissenschaftler. Albert sah nicht viel von ihm. Weisser Kittel, spiegelnde Brille. Namenlos. Ohne den Blick wirklich auf den anderen zu richten, hob er den Kopf und begann leise und zögerlich zu sprechen.
„Ich war im Museum. Mit Martha. Dann der Jung. Ein kleiner Junge. Er ist gestürzt und ich hab ihn aus den Augen verloren. Und plötzlich hat er Lava gespuckt. Martha geriet hinein. Ich versuchte sie rauszuziehen…“
Der entstellt Mann blickte auf seine Hände hinab, auf die Brandwunden, die seinen ganzen Körper entstellte und dann hob er sie und begann zu weinen. Der Mann im Kittel nickte einem seiner Kollegen zu und dieser trat heran und injizierte Albert irgendetwas aus einer Spritze. Er spürte, wie sich etwas an seinen Händen veränderte. Erstaunt blickte er auf die Haut, die langsam heller wurde und erstaunt und erfreut zugleich beobachtete er, wie die Narben sich zurückbildeten.
„Was zum…“
„Wie wir Ihnen sagten, ein Experiment. Aber bitte erzählen Sie uns mehr über diesen Jungen. Die Wirkung muss sich entfalten, bevor wir Ihnen noch eine Spritze geben können. Wie sah dieser Feuerspucker aus?“
Die Tränen, die kurzzeitig versiegt waren, kehrten wieder in Alberts Augen zurück. Dennoch begann er wieder leise zu sprechen.
„Er war klein. Wuschelige, braune Haare. Und er trug ein grün...“
Ein plötzliches Husten und ein heftiger Krampf im Magen liessen ihn verstummen. Schnell nahmen die Schmerzen am ganzen Körper zu. Albert fiel vom Stuhl und begann herumzuschreien. Die beiden Männer betrachteten ihn nur mit gleichgültiger Miene. Schliesslich endeten die Schreie. Das Leben hatte den Mann verlassen, aber sein ganzer Körper war geheilt, keine einzige Verbrennung war mehr zu sehen.
„Experiment PX-901, erfolgreich, allerdings müssen noch Nebenwirkungen ausgemerzt werden. Und schade, dass wir nicht mehr über diesen Jungen erfahren haben. Jemand soll den Körper wegschaffen und eine Pressenachricht vorbeireiten.“
Der Mann verliess den Raum, während sich sein Mitarbeiter daran machte, seine Anweisungen auszuführen.

Zwei Tage nachdem die Einladung es Sanatoriums bekannt wurde, las man in der Zeitung vom bedauerlichen Selbstmord des ehemaligen Stadtrates Albert Hummer, der sich aus Trauer über den Tod seiner Frau das Leben genommen hatte. Was wirklich geschehen war, blieb unter dem Sternenhimmel-Sanatorium verborgen. Doch bald sollte es zu Tage gefördert werden.
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Basol
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mo 28 Mai 2012, 11:29

Pascal ging, einem Schatten gleich, durch die Straßen. Er war schon man nächsten Morgen aus dem Krankenhaus entlassen worden, schließlich war seine Schulterverletzung für einen guten Teil der Menschen nicht mal ein Grund, überhaupt ein Krankenaus aufzusuchen. Dennoch war er in den nächsten Tagen zu Hause geblieben und hatte kaum das Haus verlassen. Auch bei der Schule hatte er sich für die nächste Woche krankgemeldet. Als Begründung hatte er angegeben: Tramatisierung wegen Anwesenheit bei der Museumskatastrophe.
Lacsap hatte ihn seit dem Vorfall schlimmer den je gequält und der Hass des zweiten Ichs hatte sich seit seiner kurzen Freiheit weiter ins Unermessliche gesteigert.
Doch Pascal wusste bereits, was er in den nächsten Tagen tun wollte. Er wollte sich eine Kur im Sternenhimmel-Sanatoriums nehmen. Er hatte bereits von dieser großartigen Klinik gehört, auf die ganz viele Leute abfuhren. Er hatte dringend diese Art von Erholung nötig. Gewiss würde es extrem teuer werden, doch seine tote Mutter hatte ihm ein bescheidenes Vermögen vermacht. Nicht so viel, dass man ihn als 'reich' bezeichnen konnte, aber dennoch ein wenig. Er war eigentlich fast schon überzeugt davon, dass dieses Geld im Sanatorium gut investiert war. Vielleicht konnte man ihm dort sogar mit seinem Lacsap-Problem helfen. Er hatte sich entschieden: Die nächste Woche würde er dort verbringen.

Auf der Spitze eines Wolkenkratzers saß eine kleine Gestalt in Ritterrüstung und war in eine Zeitung vertieft, während er den Wind in seiner unmittelbaren Umgebung zum Stillstand gebracht hatte, damit der Stapel Zeitungen, der neben ihm stand, nicht weggeweht wurde.
Joey war einfach in nem Zeitschriftenladen erschienen und hatte die Zeitungen geschnappt, bevor der Verkäufer, der vor Schreck wie gelähmt war, hatte reagieren können. Dann hatte Joey ihm ein paar Geldscheine dagelassen und war wieder verduftet, so schnell, wie er gekommen war.
Und nun verschlang Scoreman alles an Wissenswertem, was es zu den jüngsten Ereignissen zu erfahren gab. Er wusste auch schon den Namen der Kreatur, die ihnen an jenem Tag wahrscheinlich allen das Leben gerettet hatte. Infernal. Der Typ ja trotz seines fürchterlichen Aussehens recht vernünftig zu sein. Den musste er unbedingt kennenlernen. Vielleicht wusste der ja was über Brian Fox...
Joey musste aufhören, immer nur an Fox zu denken. Er wusste nicht mal, ob er den überhaupt je finden würde.
Jedenfalls hatte auch er von dem Sanatorium gehört, das gegenwärtig die Katastrophe ausnutzte und ein Bombengeschäft machte. Vielleicht konnte er mehr Informationen einholen, wenn er einige der dortigen Patienten befragte, das würde ihm Informationen aus erster Hand liefern. Er wollte wissen, wer dieses Verbrechen gegen das Museum begangen hatte und wieso. Er wollte diese Bastarde zur Strecke bringen! Die Bastarde, die einen Traum von einem Museum in einen wahren Albtraum verwandelt hatten. Die Typen mussten zur Rechenschaft gezogen werden.
Vielleicht sollte er sich wirklich mal in diesem Sanatorium erkundigen. Vielleicht erfuhr er ja was von den Patienten dort...
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Fellknäuel
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mo 28 Mai 2012, 22:20

Obwohl es heute - im Gegensatz zu den vergangenen Tagen - relativ kühl war, sah sich Max nicht genötigt, seine übliche Garderobe zu wechseln. Shorts und T-Shirt, dazu Sandalen - das mußte reichen. Er wurde ohnehin kaum noch krank, seitdem diese Substanz seinen Körper verändert hatte, von daher war es im Prinzip sogar egal, ob er überhaupt etwas am Leib trug. Er hätte vermutlich auch bei einem Regensturm nackt vor die Tür gehen können, und er hätte sich trotzdem nicht erkältet. Da spätestens die Cops aber seine Erscheinung bemängelt hätten (ganz zu schweigen von seinem Schamgefühl), ließ er es bleiben und zog es vor, bekleidet nach draußen zu gehen.
Die vergleichsweise niedrigen Temperaturen hielten Max auch nicht von einem Ausflug in die Eisdiele ab. Gerade hatte er das Geschäft - ganz in der Nähe seines Wohnhauses - erreicht und drehte sich zu seinem Begleiter um. Er mußte sich nicht um ihn sorgen, der kam gut allein zurecht, und das trotz seiner Behinderung. Worüber sich Max Sorgen machte, war auch nicht das körperliche Wohl seines Freundes. Er seufzte leise. Eigentlich hätte er überglücklich sein müssen, denn an dem Tag dieses Vorfalls hatte sich sein innigster Wunsch erfüllt. Trotzdem konnte sich Max nicht angemessen darüber freuen, denn der Preis war einfach zu hoch gewesen. Er versuchte aber immer, sich nichts anmerken zu lassen.
"Na, alles klar?" fragte er deshalb betont lässig, als Cekay zu ihm aufschloß.
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Lias
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mo 28 Mai 2012, 22:55

Angenehm bitter. Das umschrieb sowohl den Mochito, den Lucia grade genoss, als auch die Geschehenisse der letzten Tage. Bitter deshalb, weil Lucia sich von Infernal hatte überrumpeln lassen und angenehm, weil sie trotzdem ihr Geld bekommen hatten. Mit einem Klatschen schaltete Lucia den Whirlpool eine Stufe höher. Die Technologie erkannte genau die Abstände zwischen den beiden Klatschern und führte einen dementsprechenden Befehl aus. Das war angenehm. Und derzeit brauchte Lucia angenehme Sachen. Wie zum Beispiel Whirlpool und Mochito. Entscheidender Vorteil Besitzer eines Apartments im Obergeschoss zu sein war die Möglichkeit einer Dachveranda. Diese spezielle verfügte von Liegestuhl über Whirlpool, Minibar mit Kühlschrank bis zu Schiebedach über alles, was einem das Leben schöner machen konnte. Zudem stand das Haus in einem ruhigeren Teil New Jerichos, weswegen kaum Straßenlärm bis nach oben drang.
Lucia seufzte. Vermutlich sollte sie demnächst aus dem Pool steigen, aber im Moment fehlte schlichtweg der Wille. Wieso hatte Infernal das Museum gerettet? Nur um ihr eins auszuwischen? Unwahrscheinlich. Um sich selbst als großen Helden darzustellen. Angesichts der Art und Weise, wie Menschen Nightmares behandelten, ebenso unwahrscheinlich. Was sollte die ganze Aktion also? Wo steckte das Geld? Wenn man das Geld gefunden hatte, war der Rest nur eine Frage der Zeit. Lucia nippte an dem Mochito.
"... Sternenhimmel-Sanatorium. Unbeschwertes Leben." Widerlich, wie diese Opportunisten direkt auf den Zug aufsprangen. Verpassten wirklich keine Gelegenheit. Andererseits hatte Lucia nicht übel Lust dem Sanatorium mal einen Besuch abzustatten. Ein paar Bahnen schwimmen und eine Massage, vielleicht? Ja, das wäre schon ganz schön.

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Mali
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 30 Mai 2012, 22:12

Ianto hatte versucht sich mit der Ausbildung abzulenken, doch nachts hatte er öfters Alpträume von einem Lava spukenden Jungen. Hin und wieder traf er sich mit Leon und versuchte sich mit diesem zu unterhalten, doch auch dies brachte nicht viel.
Also ließ er sich erstmal krankschreiben, wegen Traumatiesierung. Als er von dem Sternenhimmel Sanatorium hörte, wusste er das er einen Ausweg gefunden hatte. Dort konnte er sich entspannen.
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Maekswell

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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Do 31 Mai 2012, 01:18

Leon lag auf seiner Couch, sanfte Klänge von White Chapel in den Ohren und massierte sich mit einer Hand am Nasenrücken. Die letzte Zeit war enorm anstrengend gewesen, etliche Polizei- und Psychologenbesuche, bohrende, nervende Fragen bei beiden. Aber rückblickend war alles gut gelaufen. Die Staatsgewalt hatte, zwar Zähne knirschend, aber dann dennoch jeden Brocken fiktiver Wahrheit geschluckt, den er aufgetischt hatte. Sogar die Geschichte mit der Entführung hatte man ihm abgekauft, wohingegen der Bericht von Mr. Winston über einen Eis schießenden Klon ohne Fragen hingenommen wurde. Dieser hatte ihm auch einen Psychologen wärmstens empfohlen und um keinen Verdacht zu erregen, willigte Leon ein. Schon nach wenigen Tagen bescheinigte man ihm einen stabilen Zustand, er habe die Entführung erstaunlich gut verkraftet. Nun ja, so schlimm war sie auch nicht gewesen. Und so kam er, nach einem Nerven aufreibenden Lügenspiel, dass auch ganz böse nach hinten hätte losgehen können, mit einem Schrecken davon. Jedoch bedeutete das nicht, das er die Ereignisse im Museum vergessen hatte, irgendetwas war da mächtig faul gewesen. Nach den Geschehnissen traf er sich ab und zu mit Ianto, dann sprachen sie über den besagten Tag, aber auch über Alltägliches, es schien sogar ein bisschen Normalität einzukehren. Leider galt das wohl nicht für Ianto, ständig wurde er von Alpträumen geplagt und sah bei ihren Treffen häufig unausgeschlafen aus. Leon hingegen Träumte nur selten und wenn, nicht davon.
Langsam setzte er sich auf, griff einen Brief vom Tisch vor sich und überflog ihn zum wiederholten Mal. Es war ein Empfehlungsschreiben mit anschließender Überweisung an das Sternenhimmel-Sanatorium, einer luxuriösen Heilanstalt für körperliches und seelisches Wohl. Eigentlich hatte er überhaupt keine Lust, weiter ab zu matten, lieber wollte er den ganzen Trubel hinter sich lassen und wieder in sein altes Leben schlüpfen, sofern das möglich war, nach der Erkenntnis, dass da draußen wer weiß wie viele ähnlich begabte Leute herumliefen. Und ob ihm das Vergessen in einer Heilanstalt besser gelang, als sich wieder in Arbeit zu stürzen, das bezweifelte Leon stark. Heute würde er noch ungehindert herumspazieren können, ab morgen Nachmittag würde er dann wohl auf dem Gelände des Sanatoriums sein.
"Also auf", sagte er zu sich selbst und schwang sich auf die Beine. Ein wenig gedankenverloren packte er seinen Rucksack mit der Standartbestückung, auch wenn er vieles davon jetzt nicht brauchen würde, seinen Laptop samt Kabel, eine volle Wasserflasche, ein paar Zettel mit nicht mehr nach zu vollziehenden Notizen, zwei, drei Stifte. So genau wusste er auch nicht, warum er das alles mit sich herumschleppte, doch ohne Rucksack mit dem beruhigenden Gewicht fühlte er sich irgendwie nackig.
Während er sich im Flur ein Cap aufsetzte, die Tür öffnete und seinen Schlüssel vom Haken nahm, überlegte er, wo er überhaupt hin wollte. Er entschied sich, erst einmal bei John im Eiscafe vorbei zu schauen, ein bisschen Gesellschaft und zwangloses Geschwätz würde er ab morgen sowieso vermissen.
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Vicati
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Sa 02 Jun 2012, 01:42

Leise kichernd betrachtete Rima die Leichen und liess die restlichen Messer weider in ihrem Ärmel verschwinden. Es war viel einfacher gewesen als gedacht. Sie hatte nicht erwartet, dass die Basis des Anführers der grössten Verbrecherorganisation in New Jericho so schlecht verteidigt war. Sie sie entschieden hatte, dass sie jetzt einmal mit einem grossen Fisch spielen wollte, hatte sie das Gebäude beobachtet und heute Nacht hatte sie den Einstieg gewagt. Es war wirklich erstaunlich, wie wenige und wie schlecht ausgebildete Wache es hier gab. Die Überwachungskameras standen auch an ungünstigen Stellen und liessen sich einfach umgehen. Bereits nach einer Stunde stand sie vor der Tür des Büros ihres Zieles. Wäre hätte das gedacht!
Leise drückte das Clownmädchen die Tür auf. Dahinter lag nicht direkt das Büro, sondern noch ein Vorraum. Cromwell musste in dem geräumigen Büro sein: Ein langes Messer rutschte in ihre Hand und aus dem anderen Ärmel erschien ein Ballon, den sie nur mit einer Hand zu einem Hund verknotete, der nun vor ihr herschwebte. Wenn Cromwell ähnlich ausgebildet war wie seine Wache, würde das ein leichtes Spiel werden.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Sa 02 Jun 2012, 19:01

Alan Cromwell sah nicht einmal von seinen Unterlagen auf, als sich die Tür zu seinem erstaunlich spartanisch eingerichteten Büro öffnete und etwas eintrat, das wie eine höllische Version eines Clowns aussah.
"Na, hast du dich verlaufen, kleines Ding?" fragte er in beiläufigem Tonfall, während er eine Akte studierte. "Der Personal-Kindergarten ist in der 75. Etage, weißt du?"
Nach ein paar weiteren Sekunden sah er doch auf und musterte sie kurz ohne einen Anflug von Überraschung. Er sah beinahe so aus, als fühlte er sich in einem Verdacht bestätigt. "Du bist also die Clown-Mörderin, die schon einige Leute des Syndikats ermordet hat. Diesmal hast du dir aber den falschen ausgesucht, weißt du? Ich bin ein paar Nummern zu groß für dich."
Er sah wieder auf seine Akte und las weiter darin.
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Vicati
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   So 03 Jun 2012, 20:16

Verdattert blieb Rima für einen Moment stehen und starrte Cromwell mit ihren Untertelleraugen an. Er nahm sie gar nicht ernst! Wie konnte er... sie hatte schon eine Menge von seinen Leuten getötet und er reagierte so!? Das war doch einfach... ein Witz! Und das durfte nicht sein, schliesslich war sie hier für die Witze zuständig, schliesslich lief sie im Clownskostüm herum!
Als sich das Ballontierchen von hinten auf Cromwell stürzte, was der Moment der Verdatterung vorbei und Rima schleuderte ihr Messer nach dem Mann.
"Noch nie den Witz von 'Hochmut kommt vor dem Fall gehört?", fragte sie und hüpfte dann nach oben, nur um mit einem langen Speer voraus kichernd auf Cromwell zu zustürzen.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mo 04 Jun 2012, 00:03

Nun sah Cromwell wieder zu ihr auf, und ein beunruhigend listiges Lächeln lag auf seinem Gesicht. Das Ballontierchen hinter ihm zerplatzte urplötzlich in dutzende kleiner Fetzen, und das Messer blieb etwa einen halben Meter vor seinem Ziel ruckartig in der Luft stehen, ohne sich weiter zu rühren.

Am drastischsten verhielt sich jedoch der Speer, denn der blieb ebenfalls stehen, nur um dann mit hoher Geschwindigkeit zum Boden hinabzustürzen - wobei er Rima mit sich zog.
"Doch, dieses Sprichwort kenne ich," sagte Cromwell mit dezent amüsierter Stimme. "Ich schätze, du kennst es nun ebenfalls, nicht wahr, Kleine?"
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mo 04 Jun 2012, 01:52

Lustlos folgte Cekay seinem Freund, wobei er immer wieder von vorbeigehenden Passanten leicht angerempelt wurde. Er selbst befand sich in einer sehr komischen Gefühlslage. Eigentlich freute er sich darüber, viel Zeit mit Max verbringen zu können, aber seit den Vorfällen im Museum fühlte er sich innerlich ausgebrannt, sodass er seine Anwesenheit nicht richtig genießen konnte. Viel zu oft musste er an seine Pflegeeltern denken. Erst als Max ihn ansprach, fiel ihm wieder ein, wo sie waren und er sah in seine Richtung. "Klar, was sollte schon sein?" meinte er mit vorgetäuschter Fröhlichkeit, bevor sein Lächeln eine Sekunde später in sich zusammenfiel und er scheufzte. "Wem mach ich eigentlich was vor...es ist nichts in Ordnung." Noch während er redete, kamen wieder Erinnerungen an die Oberfläche.

Hastig blätterte er nach der Telefonnummer von Cekays Eltern, doch noch ehe er sie gefunden hatte, klingelte es plötzlich an der Tür. Seine Mutter? Nein, die hatte einen Schlüssel. Er legte das Telefonbuch aufgeschlagen auf die Kommode und ging dann zur Wohnungstür, um zu öffnen.
Draußen standen zwei Cops, die ihn ernst ansahen und ihm eine Frage stellten. Max bekam im ersten Moment nicht mit, was sie ihn fragten. Er bemerkte die beiden nur am Rande, wie etwas, das neben etwas anderem, wichtigerem zur Bedeutungslosigkeit verblaßte. Und dieses andere war Cekay, der mit ihnen zusammen vor der Wohnungstür der Kazeltys stand.
Um den blinden Jungen kümmerte sich gerade die Polizistin, während ihr Kollege Max ansah. "Ist Eileen Kazelty zu Hause?" wollte er von ihm wissen. "Wir müssen mit ihr reden."
"Willst du lieber im Wagen warten?" fragte seine Kollegin Cekay mitfühlend, der leicht den Kopf schüttelte. "Es...es geht schon." murmelte er.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 06 Jun 2012, 20:25

Im letzten Moment liess Rima los, so dass sie nicht den Speer in den Magen gerammt bekam, sondern nur auf den Boden knallte. Das konnte doch nicht sein! Der Mann hatte keinerlei Besonderheit gezeigt, wie konnte er sie jetzt so einfach aufhalten und enthüllte dabei noch solche besondere Kräfte: Doch an einen Rückzug dachte das Clownsmädchen nicht, sie war hier und nicht bereit, aufzugeben. Erneut zog sie mehrere Messer aus dem Ärmel, die sie teilweise nah dem Mann warf und sich mit zweien in der Hand mit vollem Schwung auf ihn stürzte. Den kriegte sie schon dran!
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Basol
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 06 Jun 2012, 22:18

Schließlich kam Pascal im Sanatorium an. Da klappte ihm der Mund auf. Das war ja prächtig!
"Schöne Gärten zum Niederbrennen, nicht wahr?", höhnte Lacsap. "Und glaub mir, ich krieg dich noch zum Ausrasten, das kannst du mir glauben, mein Lieber..."
Nein, das würde er nicht schaffen! Hier würde man ihm helfen, das war ganz sicher!
"Kann ich Ihnen helfen, mein Herr?", fragte ein in Smoking gekleideter Angestellter.
"Mein Name ist Pascal Meyer.", erwiederte der Junge. "Ich habe mir ein Zimmer bei Ihnen für eine Woche genommen und würde es gerne beziehen..."
"Okay, Sie bekommen Zimmer 242.", sagte der Mann. "Folgen Sie mir zur Rezeption."
"Gibt es denn hier so viele Zimmer?", fragte Pascal interessiert.
"Natürlich." ,sagte der Angestellte. "Wir sind immerhin eines der größten Einrichtungen des Landes."
"Ich würde diesen Pinguin abfackeln.", knurrte Lacsap, als sie bei der Rezeption ankamen und der Junge den Schlüssel entgegennahm.
"Wenn Sie etwas brauchen, drücken Sie einfach den Knopf, dann wird jemand zu Ihnen kommen.", sagte freundliche Mann.
"Danke sehr.", erwiederte Pascsal und begab sich in sein Zimmer. Er dachte nichts, während Lacsap ihn weiter malträtierte. Aber er war guter Dinge, dieses Monster unter Kontrolle zu halten.
Schließlich räumte er sein Zimmer ein, bezog sein Bett und warf sich auf Dieses. Gedankenverloren wiegte er den Schüssel in der Hand, der langsam schmolz... Scheiße! Sofort ließ er ihn wieder seine alte Form annehmen, hoffentlich hatte er ihn genauso hinbekommen, wie er vorher gewesen war! Was hatte er sich nur gedacht? Er durfte nicht leichtfertig mit seinen Kräften umgehen, schließlich mussten die hier noch dringender geheim gehalten werden als sonst wo. Immerhin wollte er keine Massenpanik in einer Erholungseinrichtung verursachen, davon hatte weder er noch der Rest der Gäste war.
"Aber ich hab was davon... Würfe meine Langeweile zerstören...", brummelte Lacsap angefressen.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 06 Jun 2012, 22:44

Mit dem Geräusch einer zufrieden schnurrenden Katze schwebte der schwarze Porsche die Einfahrt zum Sanatorium herauf. Bei diesem Gefährt versprach sich einer der bereitstehenden Diener anscheinend ein großzügiges Trinkgeld, weswegen er sich beeilte die Tür des Porsche zu öffnen. Ein langes Bein streckte sich aus der Türe. Lucia erhob sich vom Ledersitz wie die Venus aus der Muschel. Nur, dass die Venus keine kleine Sonnenbrille getragen hatte. Auch Stöckelschuhe waren ihr vermutlich fremd gewesen. Lucia warf einen kritischen Blick auf das Gebäude. Sah edel aus. Blieb nur zu hoffen, dass sie nicht einem genialen Marketinggag aufgesessen war. Aber auch das Intereuer entpuppte sich als Traum in Marmor. Lucias Schuhe klackten leise als sie zur Rezeption ging und dem Portier ein bezauberndes Lächeln schenkte und ihn über die Gläser der Brille ansah.
"Lucia del Fuego. Ich hatte wegen eines Zimmers angerufen."
"Einen Moment bitte. Del Fuego... Zimmer: 243. Hier sind ihre Schlüssel."
"Vielen Dank."
Tatsächlich ging Lucias Zimmer nach hinten raus. Der Balkon war mit ein paar Möbeln ausgestattet und mit Pflanzen verziert. Unten glitzerte ein gewaltiger Pool im Sonnenlicht und warf hübsche Reflektionen an die Hauswand. Der sah schonmal ziemlich einladend aus. Wahrscheinlich würde sie später noch ein paar Bahnen ziehen.

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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 06 Jun 2012, 22:55

Ein Mann mit weissem Mantel notierte sowohl die Ankunft des Jungen wie auch die der Frau im Porsche. Meyer und del Fuego. Ersterer hatte als Grund ein Trauma durch die Geschehnisse im New Jericho Museum angegeben und war deshalb kostenlos hier. Aber eigentlich machten er einen gefassten Eindruck. Als er den Jungen genauer betrachtete, runzelte er die Stirn. Die dürftige Beschreibung, die sie von unten erhalten hatten, passte auf diesen Jungen. Das würde weiterer Abklärungen bedürfen. Die Frau war zur Erholung hier. Sah auch so aus, als hätte sie Geld und keine Probleme. Für sie musste er ein Wellnessprogramm organisieren, um sie für die Experimente zu überprüfen. Für den Jungen musst er einen Termin bei einem Psychologen ausmachen, damit sie seinen Verdacht überprüfen konnten. Der Mann stopfte seine Notizen in eine Seitentasche und eilte davon, um seine Aufgaben zu erledigen.

Kaum hatten Sich Pascal und Lucia in ihren Zimmer eingerichtet, klopfte es und eine junge Angestellte gab beiden einen Brief mit Informationen über die entsprechenden Angebote am Nachmittag ab.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 06 Jun 2012, 23:04

Natürlich gehörte er in psychologische Behandlung, immerhin war er gespalten in ein seelisches Wrack und einen geisteskranken Psychopathen. Und so überraschte ihn der Brief, den er erhalten hatte, überhaupt nicht. Sicher wollten sie übers Trauma sprechen. Und er würde ihnen erzählen, was für eine Bewandnis es mit seiner multiplen Persönlichkeitsstörung hatte - natürlich würde er seine Feuerkräfte verschweigen.
"Das wirst du nicht!", tobte Lacsap. "Du wirst niemandem, NIEMANDEM erzählen, wer ich bin, kapiert? Die sperren dich für den Rest deines Lebens in die Geschlossene!"
"Gut.", entgegenete Pascal widerspenstig. "Dann gehöre ich in die Geschlossene!"
"Ich werde ausbrechen!", fauchte Lacsap. "Und den ganzen Laden abfackeln! Ich warne dich."
"Tja...", lächelte Pascal traurig. "...würdest du das nicht sowieso? Du würdest doch die ganze Welt zerstören, wenn du dazu in der Lage wärst, oder?"
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 06 Jun 2012, 23:08

"Ähm... nein, Sir, meine Mutter ist noch nicht zuhause," antwortete Max unsicher, nachdem er sich von seiner Überraschung erholt hatte. "Was... ist denn passiert?" Er redete zwar mit dem Cop, sah dabei aber ständig Cekay an. In ihm brodelte es. Cekay mit zwei Polizeibeamten vor seiner Tür - das konnte nichts gutes bedeuten. In Max keimte ein schrecklicher Verdacht.
"Cekay... was ist los?"


Die Messer, die Rima geworfen hatte, teilten allesamt das Schicksal des ersten, und blieben in der Luft stehen. Rima selbst jagte auf Cromwell zu und stieß plötzlich ins Leere, als der Mann ihr direkt in die Augen sah und dann verschwand. Einfach so.
Im nächsten Moment wurde sie unsanft im Genick gepackt und brutal zurück gerissen. Cromwell stand hinter ihr und hielt sie mit einer Hand am Nacken fest.
"Das ist also die ach so gefährliche Clowns-Mörderin!" höhnte er. "Wollen doch mal sehen, ob das Vögelchen auch fliegen kann!"
Und damit holte er aus und schleuderte sie quer durch den Raum und weit durch das offene Fenster hinaus.
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Vicati
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 06 Jun 2012, 23:15

Sie hatte mit allem gerechnet. Dass er sie einfach wegschleuder würde, dass er ihr einen Feuerball entgegen schleuderte, aber nicht, dass Cromwell sich einfach in Nichts auflöste. Dann wurde sie auch schon im Nacken gepackt und davon geschludert, direkt auf das offene Fenster zu. Zuerst war sie verdutzt, dann wurde sie panisch. Sie musste den Fall auffangen! Der Regenschirm! Sie konzentrierte sich, um diesen aus ihrem Ärmel zu ziehen und das hätte sie auch geschafft, wäre sie nicht auf halbem weg gegen einen Fahnenmast geknallt, der ihre Konzentration durch einen pochenden Schmerz ersetzte. So blieb ihr nur ein kurzer Moment Zeit, um einen gellenden Schrei los zu lassen, der abrupt und mit einem hässlichen Geräusch abbrach. Die Putzleute des Cromwell Towers kümmerten sich am nächsten Morgen um den Blutfleck auf dem Platz, obwohl sie die Leiche des Mädchens nicht aufspüren konnten.
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Lias
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Mi 06 Jun 2012, 23:42

Mit nackten und hochgelegten Füßen auf einen Schemel gepflanzt und ausgestreckt blätterte sich Lucia durch die Angebotsliste. Massagen: Check. Schwimmen: Check. Psychiatrische Behandlung? Ja, klar. Und als nächstes Mitglied der Wohlfahrt werden und anfangen kleine Deckchen zu stricken. Diskothek und Ballsaal: Check. Das Etablissement wurde für gut befunden. Für einen Moment stellte sich Lucia sich selbst in Toga und mit einem Lorbeerkranz auf dem Kopf vor, wie sie gnädigerweise dem Gladiatoren das Leben schenkte, während im Hintergrund das Publikum raste. Danach griff sie nach dem Hörer.
"Del Fuego, Zimmer 243. Ich hätte gerne für morgen einen Termin bei ihrem Massagesalon. Wäre das möglich?"

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Maekswell

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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Do 07 Jun 2012, 01:28

Am nächsten Morgen machte sich Leon, bepackt mit den nötigen Sachen für eine Woche Wellness, auf den Weg zum Sanatorium. Er wurde zwar erst am Nachmittag erwartet, doch da er eh nach Northridge musste, wollte er vorher noch bei seinen Eltern vorbei schauen.
Nachdem er seine Wohnung in einen Zustand versetzt hatte, in dem man sie eine Woche allein lassen konnte, verließ er durch die Lobby das Apartmentgebäude und trat hinaus in strahlenden Sonnenschein. Fast zu hell reflektierten Fenster und spiegelnde Oberflächen das Sonnenlicht und Leon setzte sich mit zusammengekniffenen Augen in Bewegung.

Einen entspannten Vormittag mit seinen Eltern und einem üppigen Mittagsmahl später verließ er das kleine Grundstück seiner Eltern in Richtung Klinikum. Keine zehn Minuten später schlenderte Leon an der üppig bepflanzten aber sehr gepflegten Geländebegrenzung entlang.
Meine Herren, ganz schön schick, staunte er innerlich. Durch einen großen Torbogen ging er auf einem der Zubringerwege auf ein Gebäude zu, wurde jedoch auf halben Wege von einem Mitarbeiter der Einrichtung angesprochen.
"Guten Tag, kann ich Ihnen vielleicht behilflich sein?" fragte er, mit einer unbestimmt gruseligen Art des Eifers, wie man ihn häufiger bei jungem, engagierten Pflegepersonal antrifft. Leon musste innerlich lachen, als ihm Bilder von verschiedenen schlechten bis nie und nimmer zu empfehlenden Horrorfilmen über Kliniken und Psychatrien in den Kopf schossen.
"Hallo, ja vielleicht schon", antwortete Leon, "Ich bin gerade angekommen und habe hier für eine Woche ein Zimmer, aber keine Ahnung, wo ich mich anmelden muss."
"Dann folgen Sie mir bitte, ich bringe sie zur Rezeption", gab der Kittelträger zurück und stakste Leon voraus.
Eifrig, Eifrig, schmunzelte er in sich hinein.
Wenig später erreichten sie die Empfangshalle, Leon meldete sich an und bekam das Zimmer 247. Während er von dem Sanatorist, wie er die in weißen Kitteln Herumwuselnden kurzer Hand getauft hatte, zu seinen Räumlichkeiten geführt wurde, sponn er weiterhin Geschichten über gruselige Gänge und blutverschmierte OP-Säle, was jedoch schwer fiel, das Interieur, das Mobiliar, die Decken, der Boden, einfach alles war luxuriös, keine Ähnlichkeiten mit Horrorszenarien. Sie bogen ein letztes Mal in einen anderen, geräumigen Gang ein, als sein Vordermann vor einer Tür stehen blieb.
"Da wären wir", sagte er, während er die Tür aufschloss, den Schlüssel abzog und ihn an Leon übergab, "Weitere Informationen über Angebote und Empfehlungen erhalten sie in Kürze von uns."
Mit einem kurzen Nicken schloss er ab und verschwand in einen der Gänge.
Zimmer 247. Absolut zufriedenstellend, ein Balkon nach hinten raus, ein riesiges Bett und ein kurzer Blick ins Bad lies auch keine Wünsche offen.
Als alle Sachen in Schränken oder besseren Positionen verstaut , das Zimmer soweit hergerichtet und die Balkonzone gemütlich gemacht war, lies sich Leon auf einer der bequemen Liegen nieder.
Kaum das er darüber nachdachte, ob er jetzt ein bisschen dösen sollte, sackte er in ein Nickerchen weg.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Do 07 Jun 2012, 16:47

Ianto blickte aus dem Fenster des Autos seines Vaters, während sie auf dem Weg zu dem Sanatorium waren. Sein Vater blickte ihn besorgt an. "Mach dir keine Sorgen, Ianto. Ich komme schon zurecht. Erhol du dich erstmal und dann sehen wir weiter."
Ianto nickte. Dann hielt das Auto vor dem Gebäude und Ianto blickte sich neugierig um. Sein Vater öffnete den Kofferraum und Ianto nahm den Koffer heraus. "Bis nächste Woche, Dad." Kurz winkte er, dann ging er in das Gebäude hinein. Drinnen sah es genauso komfortabel aus wie draußen und der junge Waliser kam nicht aus dem Staunen heraus. Als er an der Anmeldung ankam, stellte er seinen Koffer ab. "Kann ich ihnen helfen, Sir?" fragte der Mann vor ihm und Ianto lächelte leicht. "Mein name ist Jones. Ianto Jones. Ich habe ein Zimmer für eine Woche bei ihnen gebucht." Der Mann tippte auf seinem Computer herum und nickte leicht. "Mr. Jones. Sie bekommen das Zimmer 249. Hier ist ihr Schlüssel." Ianto bedankte sich und nahm den Schlüssel entgegen. Suchend wanderte er in die angegeben Richtung und fand schliesslich sein Zimmer.Ein Bett, ein großzügig eingerichtetes Bad und ein Balkon. Zufrieden stellte er seinen Koffer neben das Bett und setzte sich erstmal auf den Balkon um sich zu entspannen.
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Fr 08 Jun 2012, 15:06

Der Polizis warf seiner Kollegin einen kurzen, fragenden Blick zu, den diese mit einem Nicken beantwortete. "Nun...es gab einen Unfall im neueröffneten Museum. Und Cekay..." "Cekay muss eine Weile irgendwo unterkommen." unterbrach ihn seine Partnerin. "Wenn deine Mutter nach Hause kommt, soll sie sich bitte mit uns in Verbindung setzen, da noch einige Formalitäten geklärt werden müssen. Kannst du ihr das ausrichten?" Sie schenkte Max ein breites Lächeln, bevor sie sich leicht zu ihm vor beugte. "Pass gut auf ihn auf. Er dürft ziemlich fertig sein gerade." Sie nickte ihrem Kollegen zu und beide gingen zu ihrem Auto zurück. Cekay stand einige Sekunden nur zitternd und weinen da, bevor er fast in Max Arme stolperte. "Max...es...es ist schon wieder geschehen..."
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Fr 08 Jun 2012, 16:02

"Was soll das heißen, Arschloch?! Hast du die Informationen oder nicht?" fauchte Zack den schmierigen Kerl an, der ihm gegenüber stand.
"Ganz cool bleiben, okay, Kleiner?" gab der Mann zurück. "Oder du kannst den Deal vergessen! Ich hab die Infos, aber das ist ne echt heiße - die hat natürlich ihren Preis..."
"Schön, was für ne Information ist es," fragte Zack, der sich wieder ein wenig beruhigt hatte.
"Den Namen eines der Wissenschaftler, die damals in Area 54 an diesem Geheimprojekt beteiligt waren... und seinen momentanen Aufenthaltsort!" brachte der V-Mann triumphierend hervor. "Das dürfte dir doch ne größere Summe wert sein, oder?"
"Nun sag schon, wieviel!" fuhr Zack ihn an.
"Hundert Riesen," sagte der Kerl und verschränkte lässig die Arme vor der Brust. Zack sah ihn ungerührt an, dann verschränkte er seinerseits die Arme vor der Brust. "Ich hab's auf die sanfte Tour versucht, richtig, Linus? Er ist ganz allein dran schuld, was jetzt passiert!"
Der V-Mann ging in Kampfhaltung, doch das half ihm auch nichts gegen Zacks Gedankenattacke, die ihn schreiend zusammenbrechen ließ. Keuchend und die Hände gegen die Schläfen pressend kauerte er am Boden, während Zack in Ruhe sein Gedächtnis nach den gewünschten Informationen durchsuchte.
"Professor Duncan Shepard also..." murmelte Zack vor sich hin. "War an mehreren Geheimprojekten in Area 54 beteiligt, u. a. auch an Project Ghost... Sternenhimmel-Sanatorium? Und was tut er da?"
Zack durchsuchte den Geist des V-Manns noch ein wenig, aber diese eine Information fand er nicht. Schließlich entließ er den Mann aus seinem Griff, worauf er wimmernd zusammenbrach.
"Auf jeden Fall schönen Dank für die Information, du Pfeife!" sagte Zack grinsend und wollte sich abwenden, doch dann hielt er inne. "Was meinst du?" Einige Sekunden Stille, dann preßte er die Lippen zusammen. "Du bist zu weich, kleiner Bruder!" sagte er düster und zog einen kleinen Behälter aus der Tasche, der aussah wie ein Schmuckkästchen. Er warf ihn dem armseligen Objekt vor die Füße. "Bitte! Fünfzig Riesen. Mein Bruder meint, du hast sie dir verdient." Er grinste höhnisch. "Nicht alles auf einmal ausgeben, ja?"
Dann entfernte er sich endgültig.

Okay, ich werd's ihr ausrichten," sagte Max zum Abschied, aber er konnte nur Cekay ansehen. Sein Anblick brach ihm schier das Herz, und er merkte, wie ihm die Tränen kamen. Verdammt, warum? Er war doch glücklich mit seiner Familie! Warum muß es schon wieder passieren? dachte er, wütend und traurig zugleich.
"Na komm schon, Cekay," sagte er leise, als er ihn tröstend in die Arme nahm. "Gehen wir mal rein, okay?"
Max führte das weinende Bündel in seinen Armen in die Wohnung hinein und in die Küche, wo er ihn zur Couch führte, auf die sie sich setzten. "Bleib erst mal hier sitzen, ja? Brauchst du etwas? Was zu essen oder zu trinken?"
Alles nur wegen diesem Vorfall im Museum. Er haßte diese Stadt. Er haßte sie aus vollem Herzen.
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Vicati
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Sa 09 Jun 2012, 17:56

Am anderen Ende der Leitung hörte man ein kurzes Blättern und ein gemurmeltes "del Fuego...", dann schien die Frau gefunden zu haben, was sie suchte.
"Miss del Fuego? Kommen Sie einfach jeder Zeit in unsere Wellnessabteilung. Ihnen wurde ein persönlicher Masseur zugeteilt, fragen sie nach Herrn Santos. Morgen wird er nur für sie da sein."

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Lias
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BeitragThema: Re: Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium   Sa 09 Jun 2012, 18:04

Ein Bett sollte nicht so weich sein. Lucia hatte das Gefuehl, das Moebel wolle sie fressen. Mit Haut und Haaren, um sie in das Futter einzuspeichern, fuer schlechte Zeiten. Dementsprechend ueberraschend war es, dass sie sich am naechsten Morgen doch ziemlich erfrischt fuehlte. Die innere Batterie war wieder aufgeladen. Nach einer Dusche, die ein Uebriges tat, warf sich Lucia ein paar leichte Sommerklamotten ueber, ein vom Hotel gestiftetes Handtuch dazu und nahm den Aufzug nach unten. Gefraessige Stille ertoente aus dem Bereich des Fruestuecksbuffets. Lucia ignorierte den reichlich gedeckten Tisch und stapfte stattdessen mit bepantoffelten Fuessen in Richtung Wellnessbereich. Eine freundliche junge Dame, sie konnte nicht aelter sein als Lucia selbst, empfing sie dort.
"Willkommen im Wellnessbereich, wie kann ich Ihnen helfen?"
"Del Fuego. Man hatte mir zugesichert, dass ein Masseur auf mich wartet. Herr Santos?"

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Ep. 2: Das Sternenhimmel-Sanatorium
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