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 Projekt Overclock - MSG

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Nanoteh
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BeitragThema: Projekt Overclock - MSG   Fr 09 Sep 2016, 15:38


Semira-Station, Sektor-001, Montag 11. April 2576, 08:55: Doktor Sterling stand hinter seiner versammelten Mannschaft, sie hatten den Kontrollraum vollständig besetzt. In seiner Rechten hielt er eine Tasse mit schwarzem Kaffee, seine Kollegen und Kolleginen bereiteten sich soweit auf alles vor. Vor ihnen erstreckten sich zahlreiche Bildschirme, alle würden sie Heute aber wohl nicht brauchen. Mit der Linken fuhr sich der leitende Wissenschaftler kurz durch den weißen Bart, Heute würde quasi die Hauptphase beginnen... ob er nervös war? Eher kaum, er war schon zu alt und hatte in seinem Leben bereits so viele Tests und Durchbrüche erlebt. Das Projekt "Overclock" war wohl mitunter aber das Aufwändigste und auch Teuerste... er selbst würde das Ende des Projekts wohl nicht mehr erleben, bis zu seinem Ruhestand war es vergleichsweise nicht mehr all zu lange. Er hatte nicht das erste mal mit Klonen zu tun, mit solch teuren Klonen aber schon... irgendwo verwunderte ihn daher die völlig andere Herangehensweise nicht. Vor genau einer Woche hatten sie den Exemplaren ein gewisses Grundwissen aufgespielt, sie aus den Becken geholt und über den Tag Schritt für Schritt auf die Aufwachphase vorbereitet. Ethische Bedenken? Nun, Sterling hatte seine noch der Jugend anhaftende Naivität vor langer Zeit bereits abgelegt und selbst hier hätte er damit wohl kaum Probleme gehabt. Die Subjekte wussten sehr genau wo sie waren, wer sie waren und in etwa worum es ging... man hatte keines der Exemplare belogen, noch etwas was langfristige Loyalität garantieren sollte. So ersparte man sich zumindest auch das Dilemma ob es eine Mutter oder einen Vater gab... natürlich, die Subjekte waren noch sehr jung, es ließ sich noch nicht genau sagen wie sich dies in Zukunft einpendeln würde, man hielt sich zumindest sehr zuversichtlich.
Die gesamte letzte Woche über hatte man sehr behutsam damit verbracht die Subjekte einzugewöhnen, eventuelle Fragen zu beantworten, nebst zahlreichen medizinischen Untersuchungen. Man hatte den Exemplaren in gewissen Mengen Antidepressiva verabreicht, es soll die Eingewöhnung drastisch erleichtern. "Schaltet nur noch auf die Behandlungsräume um, die Vertreter der entsprechenden Projektteams sollen dann mit ihren Aufzeichnungen beginnen.", sprach der alte Doktor und senkte seine Nase erneut in den Becher mit dampfendem Kaffee. Die letzten Untersuchungen liefen jetzt an, reine Routine... anschließend würde es langsam losgehen. Das inszenierte Klassenzimmer für die Subjekte war vorbereitet worden. Die nächsten Jahre würden lang werden...





Mina verstaute ihr Mobilgerät in der rechten Tasche ihres weißen Laborkittels, rückte sich noch einmal die Brille zurecht und schaute einmal kurz auf das Datenpad in ihrer Hand hinab. Sie war auf dem Weg den Gang hinunter, dabei freute sie sich bereits darauf die Kleine sehen zu dürfen...
Doktor Cross selbst hatte keine Kinder, dafür hatte es wohl nie die passende Zeit gegeben. Kaum zu glauben, dass es erst eine Woche her war, in jener kurzen Zeit hatte sie sich bereits derartig an die Kleine gewöhnt. Sie war als ihre Erzieherin innerhalb der Omikron-Einheit ausgesucht worden, dabei hatte sie am Anfang nicht einmal gewusst wie sie mit ihr umgehen sollte. Die erste Woche hatten sie bereits viel Zeit miteinander verbracht, Mina hatte ihr klassische Kinderbücher gebracht, ihr vorgelesen... es war ein eigenartig erwärmendes Gefühl, die Anhänglichkeit des Kindes tat dabei ihr übriges. Es war erstaunlich schnell klares Vertrauen aufgebaut worden...

Nias Füße baumelten frei in der Luft, dabei schaute sie sich etwas in dem Untersuchungszimmer um, bewegte sich jedoch selbst nicht vom Fleck. Sie wartete sitzend auf der Liege darauf, dass etwas passierte, nebenbei hielt sie ihren langen roten Zopf in den Händen und drückte darauf herum. Sie war irgendwie erneut erstaunt darüber wie lang und schwer ihr Haarzopf eigentlich war, außerdem ließ er sich nur mit den Händen nicht besonders gut biegen... Etwas nervös war sie ja schon, Mina hatte erzählt, dass sie Heute andere Kinder so ähnlich wie sie kennen lernen würde. Darauf war sie gespannt... ob es darunter jemanden gab der mit ihr befreundet sein wollen würde? Vielleicht andere Mädchen in ihrer Größe?
Nia erschreckte sich ein wenig und warf ihren Zopf zur Seite als die Schiebetür sich öffnete, sie beruhigte sich jedoch gleich wieder als sie sah, dass es Mina war. Sie wusste, dass Mina nicht ihre echter Mutter war, ihnen war deutlich genug erklärt worden, dass es so eine Person für sie nicht gab. Mina hatte ihr auch nochmal in anderen Worten und im Detail versucht zu erklären woher Nia eigentlich kam... es war... verwirrend gewesen. "Wie geht es meiner Kleinen? Brav wie immer wie ich sehe?", fragte Doktor Cross und setzte sich neben Nia auf die Liege. "Ein bisschen aufgeregt... Heute sehe ich auch die Anderen, oder?", fragte sie und schaute zu ihrer Ersatzmutter empor. "Ja, ganz bald. Versprochen. Ich untersuche dich noch einmal gründlich, dann ziehen wir dich um und dann begleite ich dich. Okay?"
Da Mina sie offenbar auch später nicht alleine lassen würde, das beruhigte Nia sehr... sie nickte und legte dann wieder ein zuversichtlicheres Lächeln auf.
Was dann folgte war eine der vielen Untersuchungen die sie schon einmal gehabt hatte, ihre Brust wurde abgehört, es folgten eine Bewegungs- und Dehntests, ihr Mundraum wurde genau untersucht, Abstriche genommen... Am Ende nahm Doktor Cross die Rechte von Nia in ihre Hände, Mina hielt dabei eine Nadel in der Hand. Mehr aus einem Reflex heraus zog Nia ihre Hand weg, sie war die letzte Woche schon so oft gepiekst worden... hatte ihr Blut abgenommen und Infusionen verabreicht... sie mochte keine Nadeln. "Nia Schatz, ich steche dich damit nicht, versprochen. Siehst du? Die Spitze ist viel zu stumpf, ich möchte nur über leichten Druck an einigen Stellen deiner Hand ein paar Reflexe testen.", erklärte ihr Mina mit sanfter Stimme.
Misstrauisch beäugte Nia die Nadel noch eine Weile, bevor sie dann langsam und etwas zögerlich ihre rechte Hand wieder ihrer Erzieherin hinhielt. Mina war sehr lieb zu ihr gewesen bist jetzt... und hatte auch die Wahrheit gesagt. Die Berührungen ziepten vielleicht ein kleines bisschen, taten aber überhaupt nicht weh.
Nia bemerkte es zwar nicht, Doktor Cross aber sehr deutlich... als sie gewisse Zonen an der Hand mit der Nadel unter Druck setzte, zuckte der lange Zopf eigenständig etwas hin und her... Nias Trace-Verbindung welche mit den motorischen Teilen ihres Gehirns verbunden war. Noch konnte sie es nicht selbst steuern, es musste erst noch vollständig auswachsen, jedoch schienen die ersten Nervenverbindungen stabil zu sein.
Mina fühlte sich bei dem Anblick kurz etwas unwohl... der Gedanke daran, dass dieses kleine Mädchen welches sie bereits sehr schätzte im Grunde jetzt schon mit einer extrem tödlichen Waffe körperlich verbunden war, es hinterließ ein seltsames Gefühl in ihr...


Zuletzt von Nanoteh am Sa 10 Sep 2016, 08:13 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Redeyes
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Sa 10 Sep 2016, 00:04

Iona hatte die Augen geschlossen und summte innerlich eine kleine simple Melodie, welche ihr schon die ganze Woche nicht mehr aus dem Kopf ging. Es waren noch einige Scans nötig, bevor das Treffen mit den anderen Kindern stattfand. Die Untersuchungen waren etwas unangenehm gewesen, aber nichts was Iona in den letzten Wochen nicht schon öfters mitgemacht hatte. Die Scans hingegen mochte sie, es war entspannend einfach in der Nährflüssigkeit zu schwimmen und nichts zu tun. Iona hatte dann immer das Gefühl zu schweben, wenn sie in ihrem Zuchttank war. Das Wort selbst klang zwar nicht so schön, doch Iona fühlte sich hier wohl, vermutlich weil sie ihr ganzes bisherige Leben darin verbracht hatte.
Ein sanftes Klopfen brachte ihre Gedanken weg von der Melodie und sie öffnete die Augen. Dr. Natasha Sisko hatte eine Hand auf die Glasscheibe des Tanks gelegt und blickte Iona mit einem leichten lächeln an. Iona hatte inzwischen Übung darin, durch die Nährflüssigkeit hindurch die verschwommenen Gesichter und Gesten der Forscher zu erkennen. Natasha war diejenige Forscherin, welche die Aufgabe hatte sich um Iona zu kümmern. Im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen war Natasha relativ jung, vermutlich einer der gründe, warum man sie mit der Betreuung beauftragt hatte. Die Forscherin gab Iona ein Zeichen, das sie nun den Tank verlassen konnte. Iona nickte und kurz darauf konnte sie auch schon spüren, wie die Nährflüssigkeit langsam aus dem Tank abgelassen wurde.
Kurz darauf stand Iona wieder auf ihren Beinen und hustete heftig um die letzten Reste der Nährflüssigkeit, welche sie im Tank mit Sauerstoff versorgt hatte, aus ihren Lungen zu kriegen. Das war der einzige Nachteil bei der ganzen Sache, doch schlimm war es nicht, nur etwas unangenehm. Natasha hatte ein Tuch über ihrem Arm getragen, welches sie nun Iona reichte, damit sie sich abtrocknen konnte, auch wenn die Nährflüssigkeit ausserhalb des Tanks relativ schnell verdampfte oder vom Körper absorbiert wurde. "Danke Doc. Und wie geht es mir?" Dr. Sisko hatte Iona praktisch schon von Anfang an das per-du angeboten, doch Iona hatte immer noch mühe, sie mit Natasha anzusprechen und neigte deshalb eher zum Begriff Doc, vor allem wenn noch andere Leute anwesend waren. Dr. Sisko hatte sich zwar immer gut um Iona gekümmert und hatte ihr geholfen wo, und wie sie nur konnte, doch der Gedanke, das dies im Grunde nur ihr Job war, ging Iona nie ganz aus dem Hinterkopf, was das Verhältnis immer ein wenig trübte.
"Nun laut den Untersuchungsergebnissen sollte es dir ganz gut gehen, medizinisch gesehen, aber die Frage ist doch, wie fühlst du dich Iona?" Die angesprochene zuckte kurz mit den Schultern. "Ich weis nicht so recht, also schlecht fühle ich mich nicht, nur... es ist irgendwie schwer zu beschreiben. Eigentlich sollte ich doch aufgeregt und nervös sein... meine heute ist doch der Tag, wo ich die anderen treffe... aber ich bin ganz ruhig." Dr. Sisko lächelte. "Nun das könnte an den Medikamenten liegen, die wir dir gegeben haben. Immerhin musstest du in der letzten Wochen sehr viel verarbeiten. Und dazu kommt noch deine genetische Veranlagung, die dir dabei hilft, auch in stressigen Situationen cool zu bleiben.  Aber keine Sorge, ich bin mir sicher das alles kommt noch wenn wir auf dem Weg zum Klassenzimmer sind."
Sie fuhr Iona sanft durch die Haare, wobei sich knapp ein halbes Dutzend ebenjener lösten, und an der Hand der Forscherin hängen blieb, Iona bemerkte dies jedoch nicht. "Und sonst, irgendwelche Beschwerden, nachdem wir gestern ein wenig geübt hatten, Schindelanfälle, Übelkeit, Migräne oder so was?" "Nein bisher nicht, auch kein dumpfes Pochen oder so was in der art... nur diese Melodie geht mir nicht mehr aus dem Kopf." Natasha nickte und lächelte, danach führte sie Iona in ein Nebenzimmer, wo bereits einige Kleider für Iona bereitlagen. Die junge Klonfrau tat sich etwas schwer mit Kleidung, bisher war sie sich die weissen, nachthemdähnlichen Patientenkittel gewohnt, doch eigentlich hätte ihr klar sein müssen, dass man sie für das Treffen nicht in einen solchen stecken würde.
Dr. Sisko beobachtete mit einem lächeln, wie Iona sich anzog und sich ein bisschen mit den Kleidern schwertat. "Wenn du dich weiter so gut entwickelst, müssen wir dir wohl noch einen Badeanzug für die Tankuntersuchungen besorgen." "Wieso?" Iona blickte Natasha fragend an. "Das ganze Team hat mich doch sowieso schon nackt gesehen, da kommt es jetzt auch nicht mehr drauf an." "Scham haben wir bei deiner Ausbildung wohl vergessen was?" "Nö, ich weis schon was das ist, aber zum einen bin ich eine lebende Waffe und kein Mensch und zum anderen kennt mich das ganze Team ja schon, seit ich noch ein Zellhaufen im Reagenzglas war, da müssen wir jetzt doch nicht plötzlich kompliziert werden oder?"
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Sa 10 Sep 2016, 00:43

Für Jayden war es ein recht normaler Morgen. Sein Betreuer hatte ihn geweckt, er bekam etwas zu essen und dann kamen die Ärzte und Wissenschaftler, um ihn zu untersuchen.
Sie waren recht zufrieden. Seine Augen waren recht gut geheilt und auch die Stelle, wo sie seinen Schädel geöffnet hatten, sah in Ordnung aus. In Kürze würde er die anderen Kinder sehen. Wie viele es waren, wusste er nicht, aber es war etwas anderes, etwas neues, nicht nur die Ärzte, Wissenschaftler oder John, sein "Vater". John kümmerte sich schon recht lange um ihn. Es störte ihn auch nicht, wenn der Junge Papa zu ihm sagte. Doch dies tat Jayden jetzt auch nur noch, wenn er und John alleine waren. "Bist du Fertig, Jay?" fragte John den Jungen. "Ja, papa. Wir können," antwortete Jayden fröhlich. Der Pfleger führte seinen Schützling zu dem Raum, in dem die Kinder sich treffen sollten. Gleich war es soweit.
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Sa 10 Sep 2016, 15:00

Dr. Nathan West streckte die Hand nach dem Türschalter aus, hielt aber noch einmal inne, und atmete tief durch. Er wußte, daß hinter dieser Tür ein Junge mit dem Körper eines 8-jährigen auf ihn wartete, den man ihm anvertraut hatte.
Nathan konnte nicht besonders gut mit Kindern, doch das war nicht der Grund für sein Zögern. In seiner Familie gab es mehrere Kinder, mit denen er hin und wieder Kontakt hatte. Aber jedes davon war auf natürliche Weise zur Welt gekommen... keines stammte aus der Retorte, so wie Russell. Dieses Wissen hatte es ihm von Anfang an nicht leicht gemacht.
Dennoch gab er sich nun einen Ruck und öffnete die Tür. Das Kind saß, nur mit grünen Shorts bekleidet, auf einer Liege und sah auf seine Füße herab, die den Boden nicht ganz erreichten. Als es den Arzt eintreten hörte, sah es auf.
Nur mit Mühe hielt Nathan dem durchdringenden Blick des Knaben stand. "Na, wie geht's, Kumpel?" grüßte er locker, aber er hatte das Gefühl, daß seine Stimme dabei sachte vibrierte. Er erinnerte sich an seine erste Begegnung mit dem Jungen; daran, wie der ihn schüchtern gefragt hatte, ob er sein Vater sei. Einen Moment lang war Nathan versucht, ja zu sagen, doch dann hatte er den Kopf geschüttelt. Was brachte es, das Kind zu belügen, irgendwann würde er es ohnehin herausfinden. Tatsächlich hatte er Russell dann über seine Herkunft informiert... seine Abstammung, wenn man so wollte.
Er war nicht sicher, ob der Junge auch wirklich alles verstanden hatte; sicher, der kleine war intelligent, aber konnte ein Kind in diesem Alter eine solche Enthüllung denn voll verarbeiten? War es denn wirklich in der Lage zu begreifen, daß es herangezüchtet worden war, nur um als Soldat auf einem Schlachtfeld dienen zu können?
Jedenfalls hatte Nathan von Beginn an gar nicht versucht, eine tiefere Bindung zu Russell einzugehen; er hatte sich eher als Mentor gegeben, oder auch als Coach, wenn man so wollte.
"Ganz gut... schätze ich," erwiderte der Junge mit leiser Stimme.
"Schön zu hören. Nicht schlimm, wenn ich mich genauer davon überzeuge, oder?" meinte Nathan in beiläufigem Ton und führte ein paar allgemeine Tests durch, um den Gesundheitszustand des Jungen zu prüfen. Der ließ die Untersuchung geduldig über sich ergehen, wie auch schon alle anderen davor.
"Sieht alles gut aus," stellte der Mediziner schließlich fest und richtete sich auf. "Also dann, mach dich mal fertig." Er deutete auf einen Stapel einfacher Freizeitkleidung, wie sie Kinder in diesem Alter üblicherweise trugen.
Russell ließ sich von der Liege fallen und griff nach den Kleidern, um sie anzuziehen. Die Sachen paßten perfekt, der kleine sah nun genauso aus wie jedes andere Kind auch. Wie jedes natürliche Kind. Der Gedanke versetzte Nathan einen Stich ins Herz.
"Freust du dich schon auf die anderen Kinder?" Er versuchte zu lächeln.
"Ja, ich denke schon... Ja, tu ich," antwortete der Junge ernst.
"Okay, dann komm mal mit!" forderte Nathan ihn auf und ging voraus. Und wünschte sich dabei sehnlichst, seinen Schützling endlich einmal lachen zu sehen. Vielleicht würde er sich dadurch auch selbst besser fühlen.
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Sa 10 Sep 2016, 20:18

"Was sagen die Testergebnisse?"
Dr. Silver, führende Leiterin des Sigma Projekts betrachtete das Ergebnis ihrer Arbeiten, das auf den Spitznamen "Mara" hörte, durch eine Glasscheibe hindurch. Das Mädchen saß auf einem Stuhl, in der Hand einen Minicom mit einigen Aufgaben, die sofort ausgewertet werden konnten. Ihr Assistent beugte sich gerade über den Bildschirm, auf dem eben diese Auswertung zu sehen war.
"Nicht ganz so gut, wie erwartet, aber vermutlich liegt das daran, dass auch sie aufgeregt ist. Wir hätte ihr sagen sollen, dass es Routinetest sind."
Dr. Silver nickte, bevor sie sich an die dritte Person im Raum wandte. Robert Willows war ausgewählt worden, um das Projekt persönlich zu betreuen. Seine Vorgeschichte als Pädagoge hatte ihn geradezu prädestiniert dazu.
"Mr. Willows, würden sie Mara dann fertig machen?"
"Gerne, Dr. Silver." Mit diesen Worten verließ Robert den Überwachungsraum und betrat das Zimmer von Mara. Das Mädchen hob den Kopf und sah ihn mit neugierigem Blick an.
"Habe ich bestanden, Robert? Sind sie zufrieden?"
Eine einfache Frage, die ihm einen Schauer über den Rücken jagte. So wissend und gleichzeitig so unschuldig. War es wirklich richtig, was sie taten? Verdammt, er tat es schon wieder. Es war nicht an ihm über richtig oder falsch zu entscheiden. Am Ende diente doch sowieso alles einem höheren Zweck. Und Mara war schließlich nur für diesen Zweck geschaffen worden.
"Es ist alles in Ordnung, Mara. Komm, es ist bald soweit." Er reichte dem Mädchen die Hand. Diese legte den Minicom zur Seite und ergriff sie. Lächelnd folgte sie ihm. Sie war gespannt auf die anderen Kinder. Waren sie ihr ähnlich? Oder doch völlig anders? Es würde sicher Spaß machen, sich mit ihnen auszutauschen und zusammen zu lernen.

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Nanoteh
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Mo 12 Sep 2016, 12:09

Nia hielt sich an der Hand ihrer Erzieherin, Ziel war anscheinend ein eigenes Klassenzimmer wo sie die nächste Zeit zur Schule gehen sollte... zusammen mit anderen Kindern so ähnlich wie sie. Sie hatte Mina gefragt was sie denn in einer Schule lernte, es hatte sie schon etwas nervös gemacht. Anscheinend würden sie viel über Geschichte lernen, nebenher lesen und später auch wie man mit Computern umging. Während sie den Gang entlang gingen, da schaute Nia längere Zeit zu Mina hoch... eher aus den Augenwinkeln schaute die Professorin immer wieder zu ihr herab, bevor sie dann mit einem Lächeln kurz stehen blieb. Ihre Rechte wanderte kurz in die Seitentasche ihres weißen Kittels, bevor sie einen bunten, in durchsichtige Folie eingepackten Lolipop hervor holte. Dabei bekam Nia ganz glitzernde Augen... Sie erinnerte sich wie verängstigt Nia war als man sie aufgeweckt hatte. Mina war die erste Person die sie je erblickt hatte und um sie aus der dunklen Ecke zu locken, hatte die Doktorin ihr ebenfalls eine Süßigkeit jener Art ganz sachte und ruhig entgegen gehalten... "Aber nicht während dem Unterricht, ja? Hier.", gab Mina von sich und reichte ihr den Stiel des Lolis. "Dankeee.", entgegnete ihr Nia und steckte die Süßigkeit derweil in die Seitentasche des schwarzen Kapuzenpullovers ein, welchen sie über dem einheitlich weißen Anzug des Projektes trug. Den Pulli hatte sie von einem Arzt des Omikron Projektes geschenkt bekommen, anscheinend hatte es einmal seiner Tochter gehört... aber er hatte gesagt sie wäre dafür schon zu groß.
Herzklopfen hatte die deutliche Vorherrschaft in Nias Brust als sie den Klassenraum erreichten, Mina öffnete kurz darauf die automatische Tür per Tastendruck. Als sie den Raum betraten, da blieb Nia direkt hinter ihrer Erziehierin, hielt sich an ihrem weißen Kittel fest und dicht an ihrem Rücken... sie lugte vorsichtig an ihr vorbei. Sie war sehr aufgeregt...
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Grim
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Mo 12 Sep 2016, 21:19

Benett bemerkte die Wissenschaftler schon, als sie noch auf den Gängen vor seinem Appartment waren. Er hörte ihre Schritte. Die Türen waren zu, aber obwohl sie mit ihren Gummilippen fest und ohne Spalt abschlossen, konnte man doch durch sie durch hören, wenn man nur genau genug hin horchte. Sie waren zu zweit, das konnte Benett ganz gut heraus hören. Und Doktor Forlorn war eine von ihnen. Die anderen Schritte waren schwerer, ein großer Mann. Vermutlich Doktor Thorslund. Doktor Forlorn kommen zu hören freute Benett. Sie war soetwas wie seine Mutter, wenngleich er natürlich keine richtige Mutter hatte. Und wenngleich Doktor Forlorn vom Alter her eher seine Großmutter hätte sein können. Sie hatte ihm beigebracht, dass der offizielle Fachausdruck 'Bezugsperson' lautete, aber es war einfacher, von ihr als 'Mama' zu denken und sie hatte ihm angeboten, dass er sie nennen konnte, wie immer er wollte, 'Mama' oder 'Oma' oder auch bei ihrem Vornamen. Aber 'Mama' traf es doch am besten. Mit Doktor Thorslund war es freilich etwas anderes. Wenn Doktor Forlorn Benetts Mutter war, dann war Doktor Thorslund der gestrenge Patriarch der Familie, der Großvater, der seinen Enkeln stets wohlwollend, aber doch distanziert gegenüber stand, der ihnen ein Geschenk machte, wenn sie eine gute Leistung erbracht hatten, aber traurig und ein wenig enttäuscht über den Rand seiner Hornbrille blickte, wenn ein Enkel sich daneben benahm. Dabei war Doktor Thorslund kaum älter als vierzig Jahre, viel jünger als Doktor Forlorn. Aber er war der Projektleiter von Team Kappa und es fiel Benett schwer, ihn zu mögen. Und gleichzeitig wollte er ihn nicht enttäuschen. Er wollte diese Anerkennung, dieses wohlwollende Nicken, einfach, weil es verdient werden musste, weil es keine Selbstverständlichkeit war, sondern ein Lohn. Ein Zeichen dafür, dass er etwas wirklich gut gemacht hatte.
Benett wollte Dinge gut machen. Er wollte gut sein. Und er gab sich alle Mühe. Wann immer man ihm die Zeit dazu ließ, dann übte er, trainierte er. Um besser zu werden. Nicht, weil ihm die Wissenschaftler gesagt hatten, dass er trainieren sollte. Sondern weil er selbst den Ehrgeiz dazu hatte. Als Doktor Forlorn und Doktor Thorslund zu seinen Zimmern kamen hing Benett gerade an der Kletterwand, gute sechs Meter über dem Boden. Und er war nicht gesichert. Doktor Thorslund hatte sich zu ihm hinunter gebeugt, ihn eindringlich über den Rand seiner Hornbrille hinweg angesehen und mit ernster Stimme gesagt, dass er sich zum Klettern immer sichern müsse, als sie ihm die Kletterwand das erste mal gezeigt hatten. Aber Benett mochte das Sicherungsseil nicht. Es behinderte ihn nur. Und er hatte es nicht nötig, das hatte er sehr schnell heraus gefunden. Er war auch so sicher. Er stürzte nicht ab. Wenn es etwas gab, das er konnte, dann war es Klettern. Und im Notfall lag unten ja immer noch die Weichbodenmatte, die seinen Sturz auffangen würde. Also verzichtete Benett darauf, sich zu sichern, solange niemand von den Wissenschaftlern dabei war. Und doch wollte er nicht von Doktor Thorslund oder seiner Mutter erwischt werden, wie er ungesichert kletterte. Sie hatten es ihm verboten. Und er wollte nicht, dass sie ihn tadelten. Also machte er sich so rasch, wie er konnte, an den Abstieg. Nicht, dass das etwas bringen würde. In jeder Ecke von Benetts Sportzimmer hing eine Kamera. Sie waren klein und versteckt, nicht größer als ein Käfer, aber wenn man genau genug hinschaute, dann sah man sie sofort, auch von unten. Natürlich wussten die Wissenschaftler also, dass er ungesichert kletterte, dessen war Benett sich voll und ganz bewusst. Aber es machte doch einen Unterschied, ob sie es nur wussten, oder ob sie ihn erwischten. Also beeilte er sich, hinunter zu kommen, sprang die letzten zwei Meter und rollte sich auf der Matte ab, so wie Dao es ihm gezeigt hatte.
Elegant kam er in einer fließenden Bewegung wieder auf die Beine und machte sich daran, seine Klettergurte – die ohne das Sicherungsseil natürlich nutzlos waren, aber man hatte Benett beigebracht, sie immer anzulegen bevor er kletterte und er fühlte sich schlecht, wenn er es nicht tat – abzulegen und sprang gerade in dem Moment von der Matte, als die Türe sich öffnete, stramm wie ein kleiner Soldat.
"Hallo Benett", grüßte Doktor Thorslund und Doktor Forlorn trat an ihn heran um ihm sein Haar zu zerstrubbeln. Er versuchte, sich hinaus zu winden, war aber nicht schnell genug. Es war ihm unangenehm, wenn sie das vor anderen Leuten machte. Zärtlichkeiten ließ er nur zu, wenn sie alleine waren.
"Hallo Doktor", erwiderte er den Gruß, wandte den Blick dann aber wieder seiner Mutter zu, "Seid ihr da, um mich zu den anderen Kindern zu bringen?"
"Gleich, Benett", antwortete sie, "Nachdem wir deine Untersuchungen für heute gemacht haben. Du bist doch ein braver Junge und lässt uns schnell die Tests machen, oder?"

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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Di 13 Sep 2016, 00:32

Äußerlich wirkte Mara gefasst, als sie hinter Robert her durch die Gänge ging. Es würde Unterricht geben, hatte er erzählt. Mit anderen Kindern zusammen. Kindern wie sie. Sie war nicht alleine. Mit einer Mischung aus Freude und Unsicherheit im Herzen erreichten sie und ihr Ziehvater schließlich das, was Robert als "Klassenzimmer" bezeichnete. Er lächelte, als sie eintraten, doch wirkte etwas enttäuscht, dass noch niemand da war. Auch Mara war enttäuscht. Dennoch setzte sie sich auf einen der Plätze - in der ersten Reihe -, während Robert sich neben sie stellte, die Arme verschränkt. Er war nervös. Wie würde Mara auf die anderen reagieren? Und die anderen auf Mara?
Das Mädchen saß ruhig auf seinem Platz, den Stuhl so gestellt, dass sie die Tür im Auge hatte und es dauerte nicht lange, bis die Tür tatsächlich aufging und eine Frau eintrat. Gefolgt von einem anderen Mädchen, das schüchtern hinter der Frau hervorlugte.
"Guten Tag", begrüßte Robert die Frau, ein zuckendes Lächeln im Gesicht, bevor er auffordernd zu Mara sah.
"Hallo", grüßte das Mädchen, nun, da sie unbekannten Personen gegenübersaß etwas eingeschüchtert. Ihr Blick musterte die Frau und wanderte dann zu dem Mädchen hinter ihr. Unsicher sah sie zu Robert, der bekräftigend nickte, dann stand Mara auf und ging vorsichtig auf das fremde Kind zu, hielt ihr die Hand hin. "Ich bin Mara." Sie lächelte schüchtern.

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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Di 13 Sep 2016, 11:58

Mina ging einen Schritt zur Seite und legte ihre Hand auf das tief rote Haar ihres Schützlings, ein wenig hilflos schaute Nia zuerst zu ihr hoch, dann wieder zu dem anderen Mädchen. Sie hieß anscheinend Mara... Mara war aber irgendwie ganz anders als sie. Nia hatte irgendwie gedacht, dass die andere Kinder ihr sehr ähnlich waren ja beinahe schon identisch, offenbar hatte sie sich geirrt. Mara hatte dunkleres, etwas kürzeres Haar und auch keinen so extrem langen Zopf wie Nia.
Da das andere Mädchen ganz offen auf sie zu ging, da fühlte sich Nia schon etwas aus ihrem Schneckenhaus gezogen... es nahm ihr sichtlich die Angst, dennoch wirkte sie noch etwas zögerlich. "N... Nia.", sprach sie leise, ein wenig über ihre eigene Zunge stolpernd zu beginn. Die ihr entgegen gehaltene Hand schaute sie etwas verwirrt einfach nur an, sie wusste nicht was diese Geste zu bedeuten hatte. "Erwachsene Leute geben sich gegenseitig die Hand, Nia.", flüsterte ihr Mina ins Ohr, welche es offenbar bemerkt und neben ihr in die Hocke gegangen war.
Schließlich ergriff sie die Hand von Mara, etwas seltsam war es aber schon... dennoch erwiderte sie dann das Lächeln etwas stärker. "Nia? Ich muss jetzt gehen, okay? Vertrag dich gut und spiel schön mit den anderen.", erklärte ihre Erzieherin wobei Nia kurz zu ihr schaute und dann nickte. Die Andere schien nett zu sein, zudem die Erste in ihrem Alter die sie traf. "Ich hab vorher noch nie ein anderes Mädchen in meinem Alter getroffen. Sag mal... wollen wir vielleicht irgendwie Freunde werden?", fragte sie und griff in die Seitentasche ihres Pullis, holte den bunten Lolipop hervor welchen ihr Mina geschenkt hatte und hielt ihn Mara hin. "Magst du...?"
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Di 13 Sep 2016, 14:34

Freunde werden? Die Frage überraschte Mara. Durften sie Freunde haben? Unsicher sah sie zu Robert, der im Gegensatz zu Nias Begleiterin noch geblieben war. Scheinbar wollte er die Kinder nicht völlig alleine lassen. Doch ihr Ziehvater sah Mara unbeeindruckt an. Sie sollte wohl selbst entscheiden. Die zweite Frage ihrer neuen Bekanntschaft zog ihre Aufmerksamkeit dann wieder auf eben jene. Noch immer überrascht starrte Mara den Loli an, bevor sie zögerlich danach griff.
"Danke..." Sie sah den Lutscher noch kurz an, bevor sie dann Nia anlächelte. "Ja, es wäre schön, eine Freundin zu haben."
Etwas verlegen lächelte das Mädchen.

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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Di 13 Sep 2016, 15:47

Dr. Sisko hatte recht gehabt, nun da sie das Labor verlassen hatten und sie zusammen auf dem Weg zum Klassenzimmer waren, wurde Iona doch nervös. Zum Glück wusste Iona nicht, wie weit es war, sonst wäre es wohl nur noch schlimmer geworden. Natasha blieb das ganze natürlich nicht verborgen und sie lächelte. Im ersten Moment wollte sie Iona durch die Haare wuscheln, um sie etwas zu beruhigen, entschied sich aber im letzten Moment doch dagegen. Stattdessen legte sie Iona die Hand auf die Schulter. "Ganz ruhig meine Kleine, das kriegst du schon hin."
Als sie das Klassenzimmer erreichten, konnten sie aus der Entfernung sehen, dass gerade jemand die Türe durchschritten hatte und sich diese hinter der Person wieder schloss. Iona hatte aus der Entfernung gesehen, dass die Person ein Erwachsener gewesen war, also jemand wie Natasha, der ein anderes Kind ins Klassenzimmer gebracht hatte, oder sie hatten vielleicht so etwas wie einen Lehrer. "Scheint so als wären wir nicht die Ersten was?" Iona wollte etwas sagen, brachte aber keinen Ton heraus und nickte deswegen nur.
An der Türe angekommen öffnete Natasha diese ebenfalls und deutete Iona mit sanftem Druck auf die Schulter an, vorauszugehen. Iona blickte sich ganz kurz um, doch ausser dem Erwachsenen und den beiden anderen Kindern direkt im Sichtfeld des Eingangbereichs war niemand zu sehen. Iona hatte das Gefühl, als könnte man das Pochen ihres Herzen noch im Nachbarraum hören. Der andere Erwachsene war vermutlich auch eine Begleitperson, wie Natasha. Doch ihre Aufmerksamkeit lag Primär auf den anderen beiden Kindern.
Waren das die anderen beiden Kinder, obwohl der Begriff Kinder aus ihrer Sicht irgendwie nicht ganz passte, schliesslich wusste sie ja, was sie war und mit den anderen beiden würde es wohl ähnlich sein. War es zufall, dass die beiden anderen Kinder auch Mädchen waren? Irgendwie hatte Iona erwartet, dass man ihnen ebenfalls auf irgendeine Art ansehen konnte, das sie Klone waren, doch die beiden sahen ganz normal aus, zumindest nach dem ihr eingepflanzten Wissen.
Natasha war aufgefallen, das Iona kein Wort herausbrachte und wollte versuchen, ihrem Schützling einen kleinen Schups zu geben. "Guten Morgen Euch allen." Nun, da die Aufmerksamkeit, zumindest kurz, bei ihnen Lag, war Iona natürlich im Zugzwang, doch mehr als ein schüchternes Winken und ein verlegenes "H--lo..." bekam Iona im ersten Moment nicht hinaus.
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Di 13 Sep 2016, 22:23

Die Untersuchungen waren im Lauf der letzten Woche zur Routine für Benett geworden. Sie waren unangenehm, sicher, vor allem, wenn ihm Blut abgenommen wurde. Aber sie gehörten zu seinem normalen Tagesablauf dazu. Sie hatten es, so lange er sich erinnern konnte. Was zugegebenermaßen nicht allzu lange war. Nur eben bis zu dem Zeitpunkt, an dem man ihn aus dem Tank geholt hatte. Nicht, dass da gar keine Erinnerungen an die Zeit zuvor waren. Aber eben nichts definiertes. Es war bisweilen schwierig, damit klar zu kommen, dass da irgendetwas zuvor war, dass Benett nicht verstand. Irgendwie wirkte es falsch, doch der Junge hätte das Gefühl nicht in Worte fassen können.
Benett blieb tapfer, folg- und duldsam und ließ die medizinischen Tests so stoisch über sich ergehen, wie ein Achtjähriger das eben kann. Er wollte schließlich niemanden enttäuschen. Und zumindest waren sie nichts Unbekanntes für ihn. Als es dann aber zu den anderen Kindern gehen sollte – zumal in einem ihm völlig unbekannten Teil der Anlage – da machte sich doch die Unsicherheit in Benett breit. Es war schwer, sich vorzustellen, was ihn erwartete. Und nachdem Doktor Thorslund sich nach den Tests verabschiedet hatte, hatte Benett diesmal auch keine Scham, die Hand seiner Mutter zu ergreifen. Es war gut, sie dabei zu haben. Es gab ihm ein Gefühl von Geborgenheit. Aber bevor sie das Klassenzimmer betraten und er die anderen traf, würde er die Hand seiner Mama los lassen, nahm er sich fest vor. Was sollten die anderen sonst von ihm denken? Er war schließlich schon ein großer Junge! Er hatte keine Angst, allein zu sein!
"Da wären wir", stellte Dr. Forlorn schließlich fest, vor einer Türe stehen bleibend. Augenblicklich ließ Benett ihre Hand los. Dr. Forlorn lächelte und lächelte noch ein wenig breiter, als der Junge stramm Haltung annahm. Mit schlanken Fingern tippte sie einen Türcode ein und die Flügel verschwanden geräuschlos zu beiden Seiten in den Wänden. Vor ihnen öffnete sich ein Raum, groß, hell, freundlich. Und mit mehr Personen darin, als Benett je auf einem Fleck gesehen hatte. Sicher, er kannte das ganze Kappa-Team und das waren mehr als fünf Leute. Aber für gewöhnlich waren nie mehr als ein oder zwei Erwachsene um ihn herum. Hier waren es zwei Erwachsene – seine Mama nicht mitgezählt – und die drei Kinder. Alles Mädchen, wie Benett feststellte, nicht, ohne eine zumindest latente Enttäuschung. Nicht, dass er etwas gegen Mädchen hatte. Aber sie waren alle deutlich kleiner als er, auch wenn er wusste, dass sie genauso alt waren, wie er. Und so dünn! Es fiel ihm schwer, sie sich auch nur an der Kletterwand vorzustellen. Ob man mit denen etwas anfangen konnte?
Während Benett noch zögerte, die anderen unschlüssig musterte und sich nicht sicher war, ob sie denn so gute Freunde abgeben würden, spürte er jedoch plötzlich einen sanften Stoß seiner Mutter im Rücken. Das riss ihn aus seiner Starre. Richtig! Er sollte da rein gehen, etwas sagen. Wie kam das denn sonst rüber, wenn er neben seiner Mutter stehen blieb und sich nicht hinein traute?
Hastig trippelte er in den Raum, hob ein wenig unsicher die Hand und winkte in die Runde. War das richtig so? Machte man das so, wenn man ein großer Junge war? "Hallo, ich bin Benett", stellte er sich den anderen vor.

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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Di 13 Sep 2016, 22:56

Als John sich mit seinem Schützling dem Klassenzimmer näherte, sah er , das Doctor Forlorn ebenfalls schon dort war. Vor ihr stand Benett, den John ein zweimal zu gesicht bekommen hatte. Ruhig trat er mit Jayden näher und ließ den beiden zeit, den Raum zu betreten. "Guten Tag, Doktor Forlorn," grüsste John freundlich.
Jayden lugte an der Ärztin vorbei, sah den Rücken des anderen Jungen vor ihm, und ein paar Mädchen die bereits schon im Raum waren. Das konnte ja heiter werden..
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Mi 14 Sep 2016, 10:56

"Toll! Weißt du ich bekomme immer wieder so leckere Sachen ab und zu zugesteckt, wir können sie ab jetzt gerne teilen, okay?", unterbreitete sie Mara den Vorschlag, als sie die Rechte des anderen Mädchens mit ihren beiden Händen umschloss. Mina war bereits gegangen, aber wie sie eben Mara kennen gelernt hatte, das förderte den Mut und die Lebhaftigkeit in Nia... Beinahe zur selben Zeit öffnete sich erneut die Tür und es wurde offenbar noch eine neue Bekanntschaft zu ihnen gebracht. Es war ein weiteres Mädchen... Das verwunderte sie im ersten Moment etwas, waren sie etwa hier eine Art reine Mädchenklasse oder so? Die Neue stellte sich nicht vor, nur ein gebrochenes "Hallo" was eben zu einem "H-lo" geworden war. Die Haare waren dunkel und wesentlich länger als jene von Mara, am interessantesten an ihr war jedoch die ungewöhnliche Farben der Augen. So etwas hatte sie noch nie gesehen, auch nicht an den Erwachsenen... Konnte man das etwa beliebig verändern oder so? Wie abgefahren wäre das?! Noch bevor sie sich mit dem anderen Mädchen bekannt machen konnten, da schien es auch schon weiteren Zuwachs zu geben.
Die Theorie, nämlich ob es sich um eine Mädchenklasse handelte oder nicht, wurde zerstreut als nach und nach zwei weitere Kinder hinzu kamen, beide waren ganz klar Jungs.
Der erste hieß Benett... er war ein ganzes Stück größer als sie und auch sichtlich kräftiger. Mit Leichtigkeit hätte er sie wohl tragen können! So wie in dem Buch mit dem Prinzen welches ihr Mina... Moment, was für einen Unsinn dachte sie sich da gerade zusammen? Sie schaute an Benett vorbei, der andere Junge hielt sich noch im Hintergrund verschwand beinahe schon hinter Benett. "Hey Ben... das ist Mara, ich bin Nia und... wer sie ist wollten wir eigentlich gerade herausfinden.", meinte Nia und schaute in die Richtung des dritten Mädchens im Raum.
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Mi 14 Sep 2016, 15:40

"M..m mein Name ist Iona." Dass sie nervös war, war nicht zu übersehen, auch wenn sich Iona gerade selbst fragte, warum eigentlich. Dass die Forscher höflich waren, hatte sie sich immer damit erklärt, dass sie ja ihren Job machten und dafür bezahlt wurden. Doch die anderen Kinder wurden ja nicht irgendwie bezahlt, es zwang sie also nicht wirklich etwas dazu, ihr gegenüber freundlich zu sein. Insgeheim hatte Iona wohl befürchtet, wegen ihrer Haut- und Augenfarbe auf Ablehnung zu stossen.
Klar kuckten die anderen Kinder und auch die Erwachsenen erst einmal, doch negativ geäussert hatte sich deswegen noch niemand. Deshalb legte sich die Nervosität von Iona ein wenig. "Freut mich euch kennenzulernen." Iona musterte ebenfalls die beiden Neuankömmlinge, diesmal Jungs, doch ihre Aufmerksamkeit wanderte relativ schnell zurück zu Nia. Besonders die langen roten Haare fand Iona schön und sie hoffte, dass sie Nia nicht auch irgendwann ausfallen würden. Iona war noch gar nicht so weit gekommen, um Überlegungen bezüglich der Gruppenzusammenstellung anzustellen. Sie fragte sich eher, wie viele Kinder es schlussendlich sein würden.
Sie wollte gerade Natasha fragen, als ihr auffiel, dass ein paar Bezugspersonen der anderen Kinder sich wieder aus dem Klassenzimmer zurückgezogen hatten. Würde Natasha also auch bald wieder gehen. Die Forscherin hatte den Blick von Iona bemerkt und anscheinend richtig gedeutet, denn sie ging in die Hocke und blickte ihren Schützling an. "Ich werde mich auch zurückziehen Iona, aber ich bin mir sicher, du kommst zurecht."
Sie kramte in ihrer Tasche und förderte eine Packung mit Traubenzuckerquadern zutage, welche sie Iona in die Hand drückte. "Hier meine Kleine, falls dir unwohl oder schwindlig wird." Sie blickte sich kurz um und förderte dann mit einem lächeln eine zweite Packung aus den untiefen ihrer Kitteltasche zutage. "Und die hier kannst du ja mit deinen neuen Freunden teilen." Iona nickte und wirkte zögerlich, doch dann umarmte sie Natasha plötzlich, "Danke." Auch wenn Iona nicht sicher war, ob Natasha nur freundlich zu ihr war, weil es ihre Aufgabe war, oder weil sie sie wirklich mochte, im Moment war sie froh über ihr kleines Geschenk und das wollte sie auch zeigen.
Natasha lächelte und gab Iona einen Kuss auf die Wange. "Du schaffst das schon meine Kleine, ich hol dich dann später wieder ab." Danach erhob sie sich wieder, winkte den anderen nochmals zum Abschied und verlies das Klassenzimmer. Iona wirkte ein bisschen verwirrt und fuhr mit ihrer Hand über ihre Wange, an der stelle, wo sie von Natasha den Kuss bekommen hatte.
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Mi 14 Sep 2016, 21:26

Etwas verlegen nickte das Mädchen nur auf den Vorschlag ihrer neuen Freundin. Während Nia richtig aufzublühen schien, wurde Mara immer zurückhaltender. Warum waren sie plötzlich so viele? Und alle so anders als sie selbst. Eine Hand auf ihrer Schulter lies sie sich wieder beruhigen. Robert. Den Loli noch in der Hand folgte sie Nia dann ein Stück auf die Anderen zu, beobachtete die anderen. Iona schien auch verunsichert. Irgendwie verständlich. Sie lebten noch gar nicht so lange und wurden jetzt mit so vielen Eindrücken geflutet. Aber Nias Anwesenheit gab Mara ein wenig Sicherheit. Und im Zweifel war da ja noch Robert, der auf sie aufpassen würde.

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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Mi 14 Sep 2016, 23:50

Erneut hob Benett die Hand zum Gruß, als das Mädchen, das sich selbst Nia nannte, die anderen vorstellte, winkte. Und kam sich seltsam dabei vor. Als er den Raum betreten hatte, hatte es ganz natürlich auf ihn gewirkt. Rein gehen, sich vorstellen, freundlich sein. Aber da standen sie nun. Und wussten nicht so recht weiter. Was wurde jetzt von ihnen erwartet. Sich miteinander anfreunden, das hatten Mutter und Doktor Thorslund gesagt. Dazu sollten sie sich treffen. Aber wie freundete man sich an? Benett hatte nie zuvor soetwas wie Freunde besessen, noch hatte er je bei den Erwachsenen gesehen, wie sie neue Leute kennen lernten. Woher hätte er es wissen sollen. Klettern lernen, das war eine ganz andere Sache. Das war ganz natürlich. Sich anfreunden, das war ganz anders. Viel schwerer zu verstehen.
"Dann seid ihr also auch alle... so wie ich?", fragte er in die Runde, mehr, um überhaupt etwas zu sagen, denn aus wirklichem Interesse. Er wusste ja, dass sie das waren. Das hatte Doktor Thorslund ihm erklärt. "Klone, meine ich. Auch erst vor ein paar Tagen aufgewacht und aus den Tanks geholt?"

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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Do 15 Sep 2016, 08:32

Iona also... sie war irgendwie wieder ganz anders als zum Beispiel Mara, nicht nur optisch. Auf die Frage des Jungen hin, da scheute Nia wieder zu ihm... "Also wenn du damit meinst ob niemand hier richtige Eltern hat, dann ja. Aber... Tanks? Was ist das...?", fragte Nia ein wenig verwirrt. Sie erinnerte sich auf einer Art Untersuchungstisch zum ersten mal aufgewacht zu sein.
Das Mädchen griff derweil an ihrer Schulter vorbei, bekam den langen Zopf zu packen und legte ihn sich über die Schulter um das Gewicht etwas besser zu verteilen. Warum war das Ding nur so schwer...?! Es zog ihr ja beinahe schon den Kopf nach Hinten weg. Klar, der Zopf reichte ihr bis zu den Kniekehlen und war sehr fest... aber das war doch nur ihr eigenes Haar? So schwer sollte sich das doch eigentlich nicht anfühlen? Sie würde Mina mal fragen warum das so war...
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Do 15 Sep 2016, 17:36

Schon von weitem konnten sie Stimmengewirr aus dem Klassenraum hören; es schienen bereits einige andere da zu sein.
"Sieht fast so aus, als wären schon alle versammelt," stellte Nathan fest, und Russell unterdrückte ein Seufzen. Nathan hatte ihn ja unbedingt noch einmal untersuchen müssen! Dabei hatte der Junge ihm doch gesagt, daß er sich gut fühle. Aber der Erwachsene mußte sich ja immer selbst überzeugen, und dann wunderte er sich vermutlich noch, warum sie zu spät kamen. Doch er sagte nichts davon.
Als er sich der Tür näherte und die Kinderstimmen darin hörte, führten Neugierde und Angst in seinem Inneren einen heftigen Ringkampf aus, und letztere schien die Oberhand zu erringen, denn der Junge blieb stehen. Nathan warf ihm einen fragenden Blick zu; Russell antwortete mit einem hilflosen Schulterzucken.
Kopfschüttelnd griff der Mann zu und schob seinen kleinen Schützling kurzerhand beherzt durch die Tür in den Klassenraum hinein.
"Hey... nicht!" protestierte der überraschte Junge, der nicht wirklich damit gerechnet hatte, derart ins kalte Wasser geworfen zu werden.
Schnell erfaßte er die bereits anwesenden Personen: zwei Jungen und drei Mädchen, allesamt etwa in seinem Alter, und auch die Blicke, die dem Neuankömmling entgegengeworfen wurden.
"Ähm..." machte er unsicher und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Dann holte er den Arm hervor und hob ihn, um ihnen halbherzig zu zu winken. "Hi... ich bin Russell... und ihr?"
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Do 15 Sep 2016, 19:06

Für einen Moment stutzte Benett. Wenn Nia so wie er war, warum wusste sie dann nicht, wie sie heran gewachsen war? Ihm hätten die Wissenschaftler den Tank gezeigt, irgendwann am zweiten oder dritten Tag, nachdem sie ihn aufgeweckt hatten. Als sie ihm erklärt hatten, was er war. Warum sie nicht seine wirklichen Eltern waren. Es musste am zweiten Tag gewesen sein. Aber warum hatten sie das bei Nia nicht gemacht? Hatte sie sich nie gefragt, wo sie her gekommen war, wenn sie keine Eltern hatte?
"Nicht so wichtig...", nuschelte er zur Antwort, völlig damit überfordert, jemandem, der noch nie von den Tanks gehört hatte, einen solchen zu erklären. Der willkommene Ausweg aus diesem unangenehmen Gespräch bot sich ihm in just diesem Moment in Form eines anderen Jungen, der sich zu ihnen gesellte. Russel. "Hey! Ich bin Benett", stellte Benett sich dem Jungen direkt als erster vor. Es war gut, andere Jungs hier zu sehen. Und nicht allein unter lauter Mädchen zu sein.

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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Do 15 Sep 2016, 19:41

Nun waren sie bereits drei Jungs. Jayden hatte es mittlerweile auch geschafft, in den Klassenraum hereinzugelangen. John hatte sich von ihm verabschieden und nun stand Jayden alleine da. "Hallo, " begrüsste er freundlich die anderen. "Mein name ist Jayden," stellte er sich vor und lächelte.
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Sa 17 Sep 2016, 14:43

Nia machte dann doch etwas größere Augen. Ihre anfängliche Überraschung, dass sie hier etwa nur aus Mädchen bestehen würden, war bereits wieder abgeflaut. Es war noch ein dritter Junge dabei... Das waren also Benett, Russel und Jayden... Drei Mädchen, drei Jungs. Irgendwie seltsam passend...
Sie waren eben erst damit fertig geworden sich gerade so namentlich untereinander bekannt zu machen, da betrat eine ältere Dame den Raum. Sie trug im Gegensatz zu den ganzen Ärzten und Wissenschaftlern keinen Kittel sondern eigentlich völlig normal wirkende Kleidung. Ihr braunes Haar wies bereits einen deutlichen grauen Ansatz vor, ansonsten wirkten ihre Gesichtszüge freundlich, deutlich sah man die Lachfalten. In ihren Händen ruhte ein Stapel Mappen und Bücher, sechs Mappen, sechs Bücher, darauf eine kleine Plastikkiste mit von dort aus undefinierbaren Inhalten... Als jene Person eingetroffen war, da machten sich alle Betreuer der Kinder daran den kleinen Klassenraum zu verlassen, kurz darauf waren sie alleine mit der älteren Dame. Jene ging zu dem großen Schreibtisch und legte erst einmal die ganzen Sachen ab, bevor sie einen Arm darauf ablegte und sich zu den Kindern drehte. "Hallo liebe Kinder, mein Name ist Professor June Monell. Ich bin eure Lehrerin für die nächste Zeit in allen Themen die wir durchnehmen werden. Also, ich weiß, dass das alles sehr neu für euch ist... wurdet einfach so in diesen fremden Klassenraum geschleppt zu Anderen in eurem Alter die ihr nicht kennt, aber ich verspreche euch mit der Zeit wird das alles besser, ihr gewöhnt euch ein und ich bin sicher wir werden gut miteinander auskommen. Bitte nennt mich stets Professor Monell, wenn ihr Fragen habt hebt ihr die Hand, ebenso wenn ihr Antworten geben wollt. Jetzt sucht euch erst einmal einen Platz der euch gefällt und dann fangen wir in aller Ruhe an.", erklärte ihnen ihre neue Lehrerin.
Es gab nur zwei Reihen mit Pulten und Stühlen, drei ganz vorne und nochmal drei in der zweiten Reihe... Trotzdem suchte sich Nia den Platz ganz vorne links, dabei zögerte sie nicht lange, zog Mara an der Hand schon regelrecht mit sich und zwang sie quasi dazu in der Mitte neben ihr zu sitzen.
Die nächste halbe Stunde erklärte ihnen Professor Monell woher sie kam, was sie bis jetzt alles gemacht hatte und dabei erfuhren sie auch, dass sie absolut nicht die ersten Kinder waren welche sie unterrichtete. Anscheinend handelte es sich bei ihr um eine renommierte Lehrkraft welche ihr ganzes Leben schon unterrichtet hatte, sie wollte es sich ihren Worten nach nicht entgehen lassen diese kleinere Gruppe voller außergewöhnlicher Kinder ebenfalls zu lehren. Nia selbst hatte ein Funkeln in den Augen, als ihnen die Professorin beinahe schon zu mitreißen erklärte was sie die nächste Zeit gemeinsam alles lernen würden... Schwerpunkt war offenbar die Geschichte der Erde, dessen Geographie und auch noch zahlreiche Ausflüge in das Reich verschiedenster technologischer Meilensteine. Zusammen mit der ausschweifenden Gestik und der fesselnden Art wie June erzählen konnte, da musste das ja zwingend interessant werden... zumindest glaubte Nia gerade felsenfest daran.
"So... genug von mir und was uns erwartet. Fangen wir erst einmal mit den Basics an, ich kenne euch ja noch weniger als ihr euch untereinander.", meinte die Professorin und schaute dann von ihrem Schreibtisch aus erst einmal zu Mara. "Kannst und möchtest du denn etwas über dich erzählen? Soweit ich weiß, wisst ihr Lieben ja bereits woher ihr kommt und wozu man euch aus einem langen Schlaf geweckt hat. Möchtest du uns sagen was man Besonderes für dich vorgesehen hat?", fragte sie das Mädchen.
Besonderes...? Nia verstand nicht ganz was damit gemeint war, etwas fragend aber gespannt darauf was sie sagen würde, schaute sie zu Mara.
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Sa 17 Sep 2016, 14:57

Lernen. Mara freute sich riesig darauf. Und Professor Monell wirkte wie eine sehr gute Lehrerin. Das Mädchen war sich sicher, dass die beste Zeit ihres Lebens nun vor ihr lag. Doch als Professor Monell sie so unerwartet ansah und ihr eine Frage stellte, verschlug es ihr den Atem. Verlegen senkte sie den Blick.
"Man hat mir gesagt, ich bin sehr intelligent und kann Dinge schneller lernen als Andere... Denken und verstehen ist meine Aufgabe."
Sie wurde etwas rot und wagte es nicht, den Kopf zu heben. Hoffentlich hatte sie die richtige Antwort gegeben?

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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Sa 17 Sep 2016, 15:15

Hohe Intelligenz und schneller lernen...? Das konnte man so machen? Von Anfang an? Nia war schon ziemlich beeindruckt, zumindest wusste sie jetzt mit wem sie in Zukunft lernen würde wenn sie es brauchte. "Du bist Mara, oder? Ja, ich hab da schon ein bisschen etwas gelesen. Mara... schön. Aber bei deinen Fähigkeiten antwortest du trotzdem immer erst wenn du gefragt wirst, ja?", entgegnete ihr die Professorin freundlich und zwinkerte ihr zu.
Ihr Blick wanderte dann zu Benett. "Du musst Benett sein, richtig? Du bist ja schon ganz schön kräftig für dein Alter! Möchtest du mir denn erzählen wie es dazu kommt? Ich habe gehört du bist ein großartiger Kletterer.", sprach sie den Jungen an, dabei drehte sich Nia in seine Richtung. Klettern...?
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BeitragThema: Re: Projekt Overclock - MSG   Sa 17 Sep 2016, 19:51

Instinktiv verlangte es Russell nach einem Sitzplatz, von dem aus er jede Person im Raum im Blickfeld haben konnte, ohne sich großartig zu bewegen, daher entschied er sich für den linken Platz in der hinteren Reihe. Hätten seine 'Eltern' in diesem Moment zugesehen, wären sie vermutlich erfreut gewesen.
Er ließ seinen Blick kurze Zeit zwischen seinen neuen Kameraden hin und her schweifen, dann fixierte er jedoch Professor Monell und lauschte aufmerksam jedem ihrer Worte. Diese erfüllten ihn jedoch mit Verwirrung - von welchen Besonderheiten redete die Frau denn da? Russell wußte nicht recht, was er darauf antworten sollte, wenn sie ihm denn dieselbe Frage stellen würde.
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