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 [MSG] Black Tides

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Syari

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 14 Jul 2013, 19:49

Jade konnte sich ein kurzes, flüchtiges Lächeln nicht verkneifen, als Sico ihr einen Kuss auf die Stirn gab, auch wenn sie sich albern dabei vorkam, wie ein kleines Kind. Andererseits war es eine süße Geste gewesen, dachte sie sich, als sie sich vorsichtig auf den Weg machte um zu den Hütten zu gelangen. Süß, genau das, was zu einem Piraten doch nicht passen sollte. Piraten waren nicht süß, Piraten waren gefährlich, harte Kerle. Sico war zweifelsohne auch ein harter Kerl, der es noch dazu schaffte in einer schwierigen Situation wie dieser, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich zusammenzureißen.
Langsam schlich Jade sich durch den Wald. Noch immer drangen die Klagelaute der Wilden an ihr Ohr. Mit jedem Schritt, den sie auf das Dorf zumachte, wurde der Gesang lauter, eindringlicher. Am liebsten hätte sie sich wohl die Ohren zugehalten, wären ihre Hände nicht voll gewesen. In der einen Hand waren die Bündel aus den getrockneten Kletterpflanzen und in der anderen der Dolch. Im Zweifelsfall musste sie sich ja verteidigen können, auch wenn nur der Dolch als Waffe da sehr wenig erschien. Hatte der Gegner einen Säbel, da würde sie schon Probleme bekommen, außerdem war da noch ihr Arm, der brannte, als würde ein Feuer darin lodern. Doch immerhin hielt sie das Adrenalin der Nervosität wach, fit. Sie wusste, dass sie einiges an Blut verloren hatte, zu viel um noch einen Langstreckenlauf machen zu können, aber genug um im Zweifelsfall schnell wegrennen zu können, um sich zu verstecken.
Schließlich hatte sie die Hütten erreicht. Ihr Herz klopfte heftig in ihrer Brust, doch Jade blieb ruhig. Sie musste sich konzentrieren, es hing jetzt alles von ihr und Sico ab. Das Positive war, wenn sie es versaute, dann gab es wohl nicht viele Zeugen, die ihren Fehler herumposaunen konnten. Das schlimme an der ganzen Sache war, dass es nicht viele Zeugen geben würde, die ihren Fehler herumposaunen konnten. Das brauchte es aber auch gar nicht geben, würde sie es vermasseln würde sie sich ihr Leben lang – wenn es denn noch ein langes Leben werden würde, Vorwürfe machen.
Noch einmal schaute sie sich um, während sie sich mit dem Rücken an die Lehmhütte lehnte. Die glatte Fläche fühlte sich warm in ihrem Rücken an, von der Sonne beheizt. Hoffentlich war das Strohdach gut von der Sonne getrocknet. Keiner von den Wilden war zu sehen, zu hören waren sie allerdings nun penetrant laut. Mit jedem Herzschlag schienen die Trommeln lauter zu werden, schneller. Jades Atem ging flacher. Hastig zog sie den Feuerstein aus der Tasche. Die Kühle des Steins beruhigte sie ein wenig. Kühl, ruhig, tot, ruhig. Sie brauchte die Ruhe jetzt. Unweigerlich klemmte Jade sich kurz die Bündel Zweige unter den Arm und fasste sich an ihren Anhänger. Er war warm, er war immer warm, von ihrer eigenen Körperwärme aufgewärmt. Sofort fühlte sie sich selbstsicherer, ruhiger. Sie wusste, dass sie es schaffen konnte, sie konnte diese Hütten anstecken und sie konnte die Crew befreien. Sie wusste es einfach, sie wusste nicht woher, aber sie wusste es.
In ihrer Hand hielt sie immer noch den Feuerstein. Sie brauchte noch etwas zum Funken erzeugen, hatte aber unterwegs nicht nach einem Stein Ausschau gehalten. Aber das brauchte sie auch nicht, ihr Dolch würde es ohne Zweifel auch tun. Sie legte das Büschel auf den Boden und begann Funken zu erzeugen. Immer wieder sah sie sich dabei prüfend um, ob die Geräusche nicht jemanden von den Wilden aufmerksam gemacht hatten, der besonders gute Ohren besaß. Aber niemand kam. Dafür setzte sich ein Funken auf dem zusammengebunden Büschel an Kletterpflanzen fest. Jade hob es auf und pustete vorsichtig Luft darauf um das Feuer anzufachen.
Nach ein paar Sekunden brannte das Büschel lichterloh und Jade beeilte sich auch das zweite noch anzustecken. Dann hielt sie es an das Dach der Hütte, gegen die sie noch gerade gelehnt hatte. Kurz darauf roch sie den Qualm,. Die Hütte hatte Feuer gefangen, zumindest ein bisschen. Sie schmiss das Büschel ganz aufs Dach, um sicherzugehen, dass es auch wirklich abbrannte und rannte dann geduckt zur nächsten Hütte. Ihre Hand wurde schon warm, das Bündel brannte und sie sollte aufpassen, dass nicht einer ihrer Verbände auch noch anfing zu brennen.

Keine Minute später hatten sich die Dächer beider Hütten entzündet. Beißender schwarzer Qualm stieg von ihnen auf, Qualm, den auch die Wilden in ihrer Trauer keinesfalls übersehen konnten. Auch der Gestank war ekelerregend. An einigesn Stellen war das Dach noch feucht gewesen, weshalb nun nur umso mehr Rauch emporstieg. Gut für sie, befand Jade, während sie sich blindlings ein Stück in den Wald schlug, der ganze Rauch ließ die Sache noch dramatischer aussehen.
Der Gesang verstummte, auch das Trommeln ebbte ab und machte anderen Geräuschen Platz. Weniger rhythmischen Geräuschen. Schreie ertönten. Wilde Schreie, panische Schreie.
Schritte wurden laut, hier und da, kreuz und quer.
Jade fürchtete sich nun doch ein bisschen, sie war schon dabei einen weiten Bogen ums Dorf zu schlagen, doch die Wilden schienen so planlos vorzugehen, dass sie schon den Weg von zweien gekreuzt hatte, die sie wohl nur nicht bemerkt hatten, weil sie so angsterfüllt waren und nicht auf ihre Umgebung geachtet hatten.
Hoffentlich hatte Sico es geschafft auch seine Hütten anzuzünden, aber selbst wenn nicht. Allein ihre zwei schienen schon ein heilloses Chaos verursacht zu haben. Hauptsache niemand achtete mehr auf die Geiseln im Käfig. Aber warum sollten sie? Die verbrannten höchstens und das sollte die Wilden nun wirklich nicht stören.
Jade lief geradewegs auf die Lichtung, es war nicht nötig sich hintenrum anzuschleichen. Niemand hatte Augen für sie. Nicht einmal der Wilde, der sie gerade noch überholt hatte. Er schien etwas zu tragen, einen Eimer Wasser vielleicht. Auf jeden Fall ein Behältnis, aus dem Flüssigkeit tropfte.
„Bin da“, keuchte Jade außer Atem. Sie war den halben Weg gerannt um keine Zeit zu verlieren, doch auf der zweiten Hälfte war ihr die Luft ausgegangen. Das Blut fehlte. Sie fühlte sich zu leicht und irgendwie schwindelig im Kopf, verdrängte aber fürs erste diese Gefühle.
„Ist Sico schon da, oder soll ich versuchen das Schloss so zu knacken?“
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Shoggoth

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mo 15 Jul 2013, 00:46

Zu den Hütten vorzudringen war relativ einfach gewesen. Diese Wilden waren damit beschäftigt um ihre Toten zu trauern und ums Feuer zu tanzen. Wären diese Idioten ein wenig zivilisierter gewesen dann hätte ich mich nie so leicht um sie herumschleichen können. Ich blieb natürlich wachsam, alle Vorsicht fahren lassen war nie eine gute Idee.
Jade hatte es anscheinend auch geschafft, denn ich konnte, kurz nachdem ich angekommen war, eine schmale Rauchspur von dort aus wahrnehmen wo sie die Häuser anzünden sollte.Nachdem also das geklärt war begann auch ich meine Bündel zu entzünden.
Ich nahm das Stück Stahl und einen Feuerstein aus meiner Zunderbüchse und schlug einige Male kräftig Funken. Es begann ein wenig zu brennen und, mit ein wenig Nachhilfe, hatte ich eine ansehnliche Flamme geschaffen. Damit entzündete ich auch das zweite Bündel und hielt beide gegen das strohgedeckte Dach der Lehmhütte, hinter der ich Stellung bezogen hatte. Das Dach fing relativ gut Feuer, also warf ich das Bündel einfach kurzerhand darauf. Irgendwie würde sich das Feuer schon ausbreiten.
Ähnlich verfuhr ich mit dem zweiten Haus, ich musste mich dabei nicht einmal sonderlich verstecken, denn auf der anderen Seite des Dorfes hatte man das Feuer schon bemerkt und die ganzen Wilden waren völlig aufgeschreckt und durcheinander.
So zog ich mich in den Wald zurück und betrachtete mein und Jades Werk. Die vier Dächer brannten wirklich nicht schlecht und wenn wir Glück hatten, dann würde das Feuer auf die angrenzenden Gebäude überspringen. Das würde das Chaos perfekt machen.
Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen als ich zurück zu dem Käfig trottete. Ich beeilte mich nicht sehr, diese Wilden waren schließlich erst einmal beschäftigt. Ich konnte sehen wie sie völlig verschreckt herum rannten und versuchten die Flammen zu löschen. Einige liefen zum nahegelegenen Fluss um mit irgendwelchen Gefäßen Wasser zu sammeln. Aber ohne eine organisierte Wasserkette würde das wohl eher weniger von Erfolg gekrönt werden.
Ich spielte mit dem Gedanken noch einen von ihnen umzunieten, vielleicht hatte ja jemand die Schlüssel zum Käfig. Oder es war derjenige der Jade verletzt hat. Es würde im Moment sowieso niemand bemerken. Aber nein, wir sollten uns nicht erwischen lassen, da ist kein Platz für Albereien. Wir hatten klare Anweisung vom Kapitän bekommen und die kommt vor meinem privatem Vergnügen.
Weil ich mich nicht sonderlich beeilte konnte ich Jade schon vor mir am Käfig sehen. Wahrscheinlich hatte sie sich ziemlich beeilt. Was ich auch hätte tun sollen, aber was solls? Ich bin so schnell gegangen wie ging. Obwohl, nein, ich bin so schnell gegangen wie ich Lust drauf hatte. Auch egal.
Als ich am Käfig angekommen war holte ich meinen Dietrich hervor. „Melde mich zurück.“ Ich ging zum Schloss und kniete mich davor hin. „Machen wir uns an die Arbeit. Jade, kannst du ihnen schon einmal bei den Fesseln behelfen?“
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mo 15 Jul 2013, 23:09

Gefesselt war ohnehin nur ein Teil der Crew gewesen – scheinbar der, der sich ergeben hatte, anstatt mit Giftpfeilen ausgeschaltet zu werden; warum einen Mann noch fesseln, wenn er schlaff wie ein toter Fisch ist und man ihn ohnehin in einen Käfig wirft? – und mit Jades Messern hatten sie den Großteil der Gefesselten ohnehin bereits von den Stricken befreit. Sofern das eben möglich gewesen war, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Nun jedoch gab es keinen Grund mehr für Heimlichkeit und Zurückhaltung. Nun zählte Schnelligkeit! Und entsprechend hatten sie auch keine Zeit, das Schloss zu knacken. Harold hielt noch immer Jades Säbel in Händen.
"Aus dem Weg, Mister Musi!", kommandierte er, sprang auf die Beine – so elegant, wie das nach der Paralyse eben möglich war – und nahm ganz unbewusst Fechthaltung ein, wie er es in seiner Jugend gelernt hatte. Mit der Linken hielt er Balance, die Rechte zuckte herab. Es hatte Zeiten gegeben, da hatte Harold sich schon sicherer gefühlt als in seinem jetzigen Zustand – benommen, der Kreislauf am Boden und nur noch ein einziges Auge – aber ein unbewegliches Ziel würde er allemal noch treffen. Wuchtig biss der Stahl in die Stricke, zerriss Faser um Faser. Zweimal, dreimal, viermal schlug der Kapitän zu, dann gab das dicke Tau, das den Käfig geschlossen hielt, nach. Anschließend reichte ein einziger gezielter Tritt und der Weg in die Freiheit stand offen.
"Bringt Mr. Masao und alle anderen, die es hart erwischt hat, auf die Beine!", ordnete Harold an. Er gab sich keine Mühe, die Stimme zu senken. Das Feuer – was für ein wundervolles, tosendes, loderndes Inferno! – und die Hektik im Dorf übertönten alles. "Und dann in den Dschungel!"

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mi 17 Jul 2013, 19:05

Der Captain hatte den Käfig allein aufbekommen, auch wenn er teilweise etwas wackelig auf den Beinen wirkte dabei. Aber immerhin, so wie Jade es gesehen hatte, war er ja auch von einem Giftpfeil getroffen worden, da durfte man schon einmal etwas wackelig auf den Beinen sein. Sie selbst fühlte sich ja auch nicht besser, im Gegenteil. Ihr war schwindelig und sie fühlte sich seltsam leicht. Nicht an Körpergewicht leicht sondern an Flüssigkeit.
Halt suchend drehte sie sich im Kreis, während ihr Blick verschwamm, schwarze Punkte vernebelten die Sicht, tanzten vor ihren Augen, als wollten sie sie verspotten. Jetzt, wo die gröbste Gefahr gebannt war. Schließlich griff sie, eher ungeplant als gezielt, nach dem Käfig und bekam eine Strebe zu fassen, an der sie sich so fest klammerte, wie es ihr eben nur möglich war.
Jade versuchte ruhig ein und aus zu atmen und ihren Kreislauf unter Kontrolle zu bekommen, doch ihr Körper hatte mit dem Blutverlust zu kämpfen. Noch immer sickerte aus den Schnitten in ihrem Arm und Handgelenken das Blut, wenn auch durch die improvisierten Bandagen langsamer als es wohl sonst der Fall gewesen wäre.
Kalter Schweiß stand ihr auf der Stirn, während sie sich schwankend versuchte irgendwie auf den Beinen zu halten. Unter den schwarzen Flecken versuchte sie die verschiedenen Gesichter der Crewmitglieder ausfindig zu machen und hoffte, dass einer bemerkte, wie viele Probleme sie derzeit damit hatte, sich auf den Beinen zu halten, aber dem war nicht so. Kein Wunder, es gab in der Crew sicherlich noch viele andere, die geschlaucht waren. Allerdings ging in Jades Kopf doch noch ein Gedanke herum. Sie wollte nicht zurück bleiben. Nicht, nach all dem.
„Sico?“, brachte sie schließlich unter größter Anstrengung hervor, während sie bemerkte, wie ihre Beine einknicken wollten. Wenn ihr jemand helfen würde, dann doch wohl er.
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Porphyrion
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mi 17 Jul 2013, 19:28

Im einen Moment noch angeschossen und ein Opfer für unbekannte Götter, im anderen kurz davor, wieder ein freier Mann zu sein. Gut, gut. Bones hatte die Pfeile noch rausbekommen, und es ging im den Verhältnissen entsprechend gut. Die Wunden in seinem Rücken brannten wie die Hölle, aber er konnte sich bewegen, und die Augen waren auch noch im Kopf und nicht bei irgendwelchen Wilden auf dem Teller ... oder Bananenblatt. Er stieg aus dem Käfig, blickte auf das brennende Dorf. Noch hatte sie keiner bemerkt. Das war auch gut so.
"Hat irgendwer gesehen, wo sie unsere Waffen hingebracht haben? Ich geh ohne Säbel und Parierdolch nirgendwohin. Die Pistole kann ich mir schenken, aber der Dschungel ist abartig. Xianhua, du siehst echt scheisse aus. Brauchst du Hilfe?"
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mi 17 Jul 2013, 19:47

Brauchte sie Hilfe? Auf jeden Fall, sie konnte sich ja kaum noch so auf den Beinen halten und hätte sie nicht ihre Käfigstrebe, dann würde sie mit Sicherheit irgendwo auf dem Boden liegen, ohnmächtig oder zumindest kurz davor, mit zusammengebrochenem Kreislauf. Aber wollte sie das auch zugeben? Eher nicht, dazu war sie dann doch zu stolz. Andererseits hatte jemand schon bemerkt, dass es ihr nicht gut ging. Wahrscheinlich war das auch nicht sonderlich schwer zu erkennen, wenn sie so aussah, wie sie sich fühlte, dann war sie wohl kreidebleich und am zittern ohne Ende. Hoffentlich sah sie nicht ganz so schlimm aus.
Bis sie verstanden hatte, dass Masao sie angesprochen hatte, war allerdings ein bisschen Zeit vergangen. Sekunden, oder auch eine Minute. Es war ja schwer gewesen zu hören, was er gesagt hatte und dann auch noch zu begreifen, dass sie mit Xianhua gemeint gewesen war. So hieß sie doch gar nicht, nicht richtig zumindest.
„Jade“, presste sie deshalb mühsam hervor. Vielleicht nicht die beste Idee den ersten Maat direkt einmal zu verbessern, andererseits würde sich der Name sonst noch so einbürgern und Jade hatte so gar nicht daran gedacht, was sie da tat. Sie versuchte ja nur stehen zu bleiben.
„Hilfe…jaa…“, machte sie schließlich lahm. Die Worte wollten ihr nicht so recht von der Zunge, noch immer wurde die restliche Konzentration davon beansprucht, bei Bewusstsein und auf den Beinen zu bleiben.
„Schwindelig….schlecht…Blut..verlust“, versuchte sie ihre Situation kurz zu erklären. Ihr Magen rebellierte in der Tat, aber sie hatte einfach nichts gegessen, was sie wieder erbrechen könnte.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mi 17 Jul 2013, 19:57

Nachdem sich die Sache mit dem Käfig in Wohlgefallen aufgelöst hatte dachte ich schon wir könnten schnell von hier verschwinden. Je länger wir hier blieben umso höher ist die Chance dass uns diese Wilden erwischten und zum Abendbrot verputzten. Als ich mich ein wenig umguckte um zu sehen wer von der Crew von aufrecht stehen konnte fiel mir sofort die erste auf die es von den Beinen holen würde. Jade sah wirklich nicht gut aus. Sie war ja vorhin schon bleich, aber ganz so wackelig war sie nicht.
Sie brachte noch meinen Namen heraus, sah aber wirklich nicht gesund. Schnell ging ich an ihre Seite, als auch schon Masao auf ihren Zustand aufmerksam machte. Wenig taktvoll, aber angemessen beschreibend.
Sie brachte als Erwiderung eine Satzfetzen heraus, kaum mehr als irgendein Gestottere. So würde das nichts werden, sie stand doch kaum noch auf den Beinen. Ohne mich um eventuelle Einwände ihrerseits zu kümmern legte ich mir ihren Arm um die Schulter und stütze sie so.
Ich hoffte sie konnte noch ein kleines Stück laufen, ansonsten würde ich sie tragen müssen. Und wir mussten schnell weg. So eine Scheiße.
„Ich denke ihr geht’s blendend, junge Leute von heute, immer am simulieren... “ sagte ich noch kurz, mit einem mehr als gequält wirkenden Lächeln im Gesicht.
„Das passt schon, wir müssen erstmal machen dass wir wegkommen oder wir landen allesamt auf der Speisekarte!“ Wegkommen hatte natürlich oberste Priorität, was bringt es mir Jade jetzt zu verarzten? Dann war die ganze Aktion hier für die Katz. Sie musste noch ein Stück durchhalten. Bis dahin durfte ich erst einmal keinen Gedanken daran verschwenden was eventuell mit ihr passieren könnte.
Ich wandte mich an Jade und schaute in ihr Gesicht. Ich sprach leise, aber eindringlich.„Schaffst du noch ein Stück? Nicht schlappmachen, bitte, wir müssen hier raus.“
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mi 17 Jul 2013, 20:28

Sico war da. Jade war erleichtert, konnte das aber kaum zeigen, da sie zu sehr damit beschäftigt war, nicht anzufangen zu würgen und bei der Verlagerung ihres Gleichgewichts nicht umzufallen. Sico hatte sie nämlich dadurch, dass er ihr sie stützte, ein Stück von dem Käfig weggezerrt und sie damit einer wirklich wichtigen Stütze beraubt. Dennoch war es tröstlich ihn dabei zu haben. Er würde sie schon nicht zurücklassen.
Er wollte, dass sie noch weiter lief. Verständlich. Die Wilden waren immer noch da. Beschäftigt zwar, aber dennoch anwesend. Die Gefahr war noch nicht gänzlich gebannt. Nein, wirklich sicher waren sie erst, wenn sie in der Zacke angekommen waren.
Also musste Jade laufen. Irgendwie.
„Laufen….jaaa“, machte sie leise, fast mit tonloser Stimme. Probeweise konzentrierte sie sich darauf, einen Schritt nach vorne zu machen, sackte allerdings sofort zur Seite Weg, als sie sich selbst auch noch eine Stütze klaute. Sicherlich, Sico hielt sie noch fest, aber hätte er es nicht getan, würde sie nicht mehr stehen. Ihr Gleichgewichtssinn hatte sich irgendwie verabschiedet.
Sie wollte es sich aber nicht eingestehen, dass sie kaum mehr laufen konnte und versuchte es gleich noch einmal, Fuß heben und…ihre Beine knickten ein.
„Laufen….geht….schon“, machte sie dennoch, sie war kein Schwächling und würde jetzt nicht anfangen, sich wie einer zu benehmen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mi 17 Jul 2013, 20:49

Natürlich, ich konnte praktisch sehen wie sie gleich einen Marathon gewann. „Erzähl nichts und versuch nicht mir was vorzumachen.“ Ich klang vielleicht ein wenig ruppig, aber ich konnte gerade nicht auf Umgangsformen achten. Die Situation war mehr als ungünstig. Dann würde ich sie eben tragen müssen, auch gut. Laufend kommen wir jedenfalls nicht voran.
Ohne viel Federlesens hob ich sie auf meine Arme. Glücklicherweise war sie nicht sonderlich schwer, kein Wunder, sie war schließlich erst sechzehn. Und nach der langen Zeit in der ich harte Arbeit auf See leisten musste würde es mich schwer wundern wenn mich so ein Fliegengewicht behindern würde.
Vielleicht fühlte sie sich etwas in ihrem Stolz verletzt, aber darauf konnte ich nun wirklich keine Rücksicht nehmen. Wir mussten weg und wenn sie nicht laufen konnte dann musste es eben anders gehen. Sie würde schon nicht lebensmüde genug sein um sich gegen diese Behandlung zu wehren.
Nun hieß es Abmarsch, wir wollten ja nicht den ganzen Tag vertrödeln.
„Halt dich einfach gut fest, dann wird das schon.“ sagte ich ihr mit einem, hoffentlich aufmunterndem, Lächeln auf den Lippen.
Dann hieß es jetzt wohl hinter dem Kapitän her. So schnell weg hier wie nur irgend möglich. Sie würden sicher nach uns suchen nachdem sie das Feuer eingedämmt hatten. Da sollten wir lieber einiges an Land zwischen diese Wilden und uns legen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mi 17 Jul 2013, 23:32

"Keine Zeit um uns zu bewaffnen, Mr. Masao!", widersprach Harold seinem Ersten Maat knapp, "Wir verschwinden sofort im Dschungel, ohne Umschweife. Können uns später Spieße schnitzen, wenn es sein muss. Und jetzt mir nach!" Keine weitere Widerrede abwartend schlug er sich ins Unterholz, geradewegs die Richtung wählend, die sie in direkter Linie von dem Dorf entfernte. Fürs erste galt es, Distanz zwischen sie und die Wilden zu bringen. Aber später, später würden sie sich orientieren müssen. Würden einen Anhaltspunkt brauchen, wo sie sich befanden. Der Strand! Sie würden zum Strand müssen. In offenes Gelände. Einen Überblick gewinnen. Dann erst konnten sie einen sinnvollen Weg einschlagen. Noch nicht zurück zur Zacke, freilich. Kapitän Harforts Schatz wartete noch immer dort draußen auf sie...

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Do 18 Jul 2013, 17:50

Masao knurrte unzufrieden, aber er sah die Logik in Whintons Worten. Seine Waffen so zurückzulassen war so gar nicht sein Stil Aber gut, besser als das Leben zu verlieren. Er half den Anderen aus dem Käfig und hielt sich neben Harfort. Der Dschungel würde, nachdem die Hütten abgebrannt waren, nur so von Niggern wimmeln. Riskant, riskant...
Sie kamen mäßig voran. Ohne Macheten war es schwierig, durch das Unterholz zu kommen. Und die Mücken waren unerträglich. Aber es musste sein. Wo Whinton sie wohl hinführte?
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   So 21 Jul 2013, 20:38

Sie kam sich albern dabei vor. Wie ein kleines Kind wurde sie hier durch die Gegend getragen. Das sollte nicht so sein. Sie sollte ihren verdammten Körper unter Kontrolle bekommen und alleine laufen. Stattdessen halste sie Sico ein zusätzliches Gewicht auf, auf dass er mit Sicherheit auch besser verzichten konnte.
Am liebsten hätte sie sich dagegen gewehrt, dass sie getragen wurde, sich aus seinem Griff gewandt und wäre nur aus Trotz den ganzen Weg alleine gelaufen. Das hätte sie wahrscheinlich sogar getan, wenn sie nicht ganz sicher gewusst hätte, dass sie auf jeden Fall so auf der Schnauze landen würde, sie hatte nichts mehr zum Festklammern, sie liefen ja schon und sie würde nur die ganze Crew aufhalten, wenn sie jetzt einfach auf stur machen würde. Dennoch kränkte es ihren Stolz sich vor der ganzen Crew durch die Gegend tragen zu lassen. Sie war ja nicht faul.
Nicht faul, nur noch immer damit beschäftigt die schwarzen Punkte zu verdrängen. Sie wusste nicht genau, ob sie noch blutete und wie schlimm die Verletzungen waren, aber sie konnte nur hoffen, dass sie bald eine Pause machten und jemand sich das angucken würde. Es fühlte sich nämlich nicht gesund an, es brannte. Der kalte Schweiß brannte wie Feuer in den Wunden, doch genau das war das, was ihr im Moment dabei half, nicht das Bewusstsein zu verlieren. Sie hatte mal gehört, dass das gefährlich war.
„Tut mir Leid!“, murmelte sie Sico leise zu, „Bei der nächsten Rast muss sich jemand meinen Arm angucken. Da ist einiges an Blut verloren gegangen!“
Nur so zur Sicherheit wollte sie lieber direkt einmal sagen, was genau ihr Problem war, jetzt, wo sie noch ansprechbar war.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Di 23 Jul 2013, 22:38

Harold war sich bewusst, dass sie so rasch wie möglich Abstand zwischen sich und das Dorf bringen mussten. Und je mehr Abstand, desto besser! Im Moment mochten die Wilden noch beschäftigt sein zu retten, was es zu retten gab und ihre Flucht vielleicht gar nicht bemerkt haben. Aber das war nur eine Frage der Zeit. Und es konnte keine Zweifel daran geben, dass die Verfolgung stattfinden würde. So einfach würde man sie nicht ziehen lassen. Es würde auch kaum eine große Kunst werden, ihren Spuren zu folgen. Und sollten sie eingeholt werden, dann konnten sie sich auch gleich selbst die Kehlen aufschneiden. Sie waren nur noch zu siebt – sechs Mann hatten sie im Gefecht mit den Wilden verloren – drei davon waren vermutlich nicht in der Lage zu kämpfen und selbst für den Rest hatten sie nicht genug Waffen. Auf einen Kampf konnten sie es nicht ankommen lassen. Alles, was ihnen helfen konnte, war hier und jetzt genug Vorsprung heraus zu holen, dass die Verfolger irgendwann aufgeben würden. Also mussten sie weiter, immer weiter. Tiefer in den Dschungel. Aber sie kamen langsam voran. Keiner von ihnen war wirklich bei Kräften und die Verletzten hielten sie zusätzlich auf. Irgendwann blieb Harold nichts anderes mehr übrig, als anhalten zu lassen, wollte er nicht riskieren, dass ihm einer der Verbliebenen mitten auf dem Weg zusammen brach.
"Rast!", kommandierte er, selbst ebenfalls außer Atem, "Fünf Minuten, keinen Augenblick länger. Nutzt die Zeit für das Notwendigste."

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 27 Jul 2013, 21:16

Fünf Minuten würden wohl kaum ausreichen um Jade vernünftig zu verarzten, aber vielleicht reichte es um sie wieder auf die Beine zu stellen. Was gerade nicht schlecht wäre. Schließlich mussten wir voran kommen, da können wir es uns nicht leisten irgend wen durch die Gegend zu tragen. Außerdem forderte das zusätzliche Gewicht von ihr seinen Tribut. Ich war ganz schön aus der Puste und würde mich sicher noch über Rückenschmerzen freuen dürfen. Aber gut, ich hatte mir es so ausgesucht.
Langsam ließ ich Jade nun wieder auf ihre Füße, hielt sie aber weiterhin fest, damit sie mir nicht gleich umkippt. Sie schien den Transport ganz gut weggesteckt zu haben. Klar, sie war etwas durchgeschüttelt worden und die Wunde an ihrem Arm ist sicher nicht besser geworden, aber wenigstens war sie noch bei Bewusstsein. Trotzdem sollte sich dringend jemand um sie kümmern.
Ich wandte mich an Jade. „Wie schaut's aus?“ fragte ich sie. „Kommst du langsam wieder auf die Beine oder muss sich Bones um dich kümmern?“ Ich versuchte es mit meinem üblichen netten Lächeln, aber wirklich gelingen wollte es mir nicht. Was gäbe ich jetzt nicht für etwas zu trinken. Die Nerven beruhigen, das wäre jetzt bitter nötig. Obwohl, bevor wir diese Wilden nicht definitiv abgehängt hatten sollten wir uns wohl lieber nicht beruhigen.
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Mi 31 Jul 2013, 10:13

Jade war noch immer schwindelig, es wurde langsam besser, aber es war noch lange nicht wieder alles gut. So blieb ihr nichts anderes übrig, als sich so fest sie konnte an Sicos Arm festzukrallen, nur zur Sicherheit, nur, falls der Boden sich noch mehr bewegte, als ohnehin schon und nur für den Fall, dass ihre Knie sich wieder in Grashalme verwandelten, die kein Gewicht tragen konnten.
„Es geht schon irgendwie!“, erklärte sie mühsam, auch wenn offensichtlich war, dass sie log. Noch immer standen ihr Schweißperlen auf der Stirn, obwohl ihr doch so kalt war, dass sie glaubte, es müsste gleich anfangen zu schneien. Ihr Gesicht hatte eine ungesund blasse Farbe angenommen, doch Jade wollte sich nicht weiter durch die Gegend tragen lassen. Das verletzte ihren Stolz. Sie war Pirat. Sie hatte gefälligst laufen zu können.
„Ich glaube, das Laufen schaffe ich auch!“, lächelte sie Sico leicht an und hoffte innerlich, dass ihre Worte stimmen würden, dass sie wirklich laufen konnte. Es war ja nicht so schwer, einen Fuß vor den anderen setzen und immer schön den anderen hinterherdackeln, da konnte nicht so viel passieren. Im Zweifelsfall konnte sie Sico ja noch als Stütze missbrauchen, die Hauptsache war ja, dass er sie nicht auch noch tragen musste. Zusätzliches Gewicht war immer anstrengend und sie hatte kein Interesse daran, das zusätzliche Gewicht zu sein
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Sa 03 Aug 2013, 00:04

"Weiter! Keine Zeit zu verlieren!", verkündete Harold nach einer wie allen schien viel zu kurzen Verschnaufpause erbarmungslos. Einige hatten sich hingesetzt, den Rücken gegen die hohen Dschungelbäume gelehnt und kamen nur umso schwerer wieder auf die Beine, andere, die auf den Beinen geblieben waren, wirkten mehr, als bereuten sie es, sich nicht doch wenigstens ein paar Minuten auf dem Hintern gegönnt zu haben. Harold selbst hatte die Zeit genutzt um vom nächstbesten Baum einen halbwegs geeigneten Ast abzuhauen und ihm mit Jades Säbel eine Spitze zu schnitzen. Ihm war wohl bewusst, dass er den Stahl damit ruinierte, aber im Moment wäre Jade kaum in der Lage, ihn dafür zu rügen und sie brauchten Waffen!
"Hier!", rief er Masao zu und warf dem verwundeten Ersten Maat den notdürftig gefertigten Spieß zu. Es war keine wirkliche Waffe, aber es würde ausreichen, um mit ausreichend Kraft einen Mann zu durchbohren. Mehr konnten sie im Moment nicht verlangen. Ohne einen wirklichen Plan, wohin sie überhaupt unterwegs waren, führte Harold den Trupp weiter. Wo sie waren, wo sie sich hin bewegten war unmöglich abzusehen. Um sie herum war nichts als nächtlicher Urwald. Alles, was ihnen blieb, war sich an der Abschüssigkeit des Geländes zu orientieren. Wenn sie immer bergab gingen, dann würden sie irgendwann ans Meer gelangen müssen.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Do 08 Aug 2013, 21:11

Sie kamen langsamer vorwärts als sie hätten vorwärts kommen sollen. Verwundet und schwach wie sie waren, rutschte dauernd einer aus oder man war einfach völlig erledigt.
Es stellte sich heraus, dass der Wald verwirrend und tückisch war. Wege endeten abrupt an Abhängen, Löcher unter dem Laub wurden zu gefährlichen Fallen.
So war es für alle wohl eine einzige Erleichterung, als sich der Busch endlich lichtete und unter ihren Füssen heller Sand statt Erde und Gehölz zu fühlen war.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 09 Aug 2013, 21:40

Masao fühlte sich, gelinde gesagt. scheisse. Bones hatte die Pfeilspitzen entfernt, aber seine Wunden waren immer noch offen. Da musste eine Menge Alkohol drauf! Er knurrte. Als sie endlich den Strand erreichten, hätte er jubeln können. Wobei er die Rückkehr nach Hause immer noch fürchtete. Da drohten ihm bestimmt einige Peitschenhiebe seitens Whinton...
"Und jetzt, Captain? Wo hat Harfort sein Gold vergraben?", er packte den Speer fester, auf den er sich gestützt hatte. Götter, er war kurz vorm Zusammenbruch! Da hatte er sich mal wieder überschätzt. Aber der kleinen Yan wan wasauchimmer ging es nicht besser. Es ging ihnen beinahe allen scheisse. Und in dem Zustand wollten sie einen Schatz bergen? Wahnwitz!
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Grim
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Fr 09 Aug 2013, 23:34

Der Moment, an dem Harold aus dem Dickicht auf den Strand hinaus stolperte, war der selbe, in dem am Horizont, weit im Osten, die Sonne aufging, ein grell oranger Streifen Lichts, der sich aus den Wellen schob und den nächtlich-schwarzen Himmel in feurig-warmes Licht tauchte. Die Schritte des Kapitäns im weichen Sand waren unsicher, schwankend, torkelnd beinahe, als bereite es ihm Mühe, sich auf dem unsicheren Untergrund auf den Beinen zu halten. Obwohl er weitestgehend unverletzt war, war er doch mit den Kräften am Ende. Die Flucht hatte an seinen Reserven gezehrt, noch immer hatte er die Nachwirkungen des Gifts nicht völlig abgeschüttelt und seine leere Augenhöhle brannte höllisch. Gegen das Licht der aufgehenden Sonne anblinzelnd blickte Harold den Strand hinauf und hinunter, versuchte sich zu orientieren. Wo waren sie hier? Gab es hier irgendetwas, das ihm bekannt vorkam? Ja, dort hinten! Die Bergrücken waren ganz nah. Aber das hieß doch, dass der Zufall sie an eben der richtigen Steller aus dem Dschungel heraus geführt hatte!
"Da lang!", verkündete Harold und fuchtelte mit dem geliehenen Säbel schwach den Strand hinunter, "Es ist nicht weit von hier! Kommt!"

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Di 13 Aug 2013, 17:05

Es hatte wohl eine Ewigkeit gedauert, eine Ewigkeit voll tanzender Sterne und Punkte. An mehr erinnerte Jade nicht, mehr war nicht in ihrem Kopf gewesen, mehr hatte sie kaum gesehen. Tanzende Sterne und schwarze Punkte, die sie immer wieder fast zu Fall brachten, weil sie sich nicht auf den Boden konzentrieren konnte.
In ihrem Kopf hallte ihre innere Stimme. „Einen Fuß vor den anderen, rechts, links, rechts, links, einen Fuß vor den anderen“, ein Mantra, von dem sie glaubte, es nicht mehr loswerden zu können, bis in alle Ewigkeit mit diesen Wörtern im Kopf herumlaufen zu müssen.
Wobei, wirklich gelaufen war sie den Weg über nicht, zumindest nicht allein. Sico hatte sie stützen müssen, so wackelig waren ihre Beine gewesen, aber immerhin, sie hatten sie getragen. Bis hierher. Bis zum Strand.
Irgendwo war sie stolz auf sich, dass sie es geschafft hatte und durchgehalten hatte, aber das war nur ein so kleiner Teil, der von dem großen Teil, der wütend war, weil sie es nicht unbeschadet und fit aus der ganzen Situation herausgeschafft hatte. Ihr Vater wäre wohl enttäuscht gewesen, sie so zu sehen. So kaputt und zerschnitten. Er hätte geglaubt sie hätte etwas falsch gemacht und das glaubte Jade auch. Sie war nicht präzise genug gewesen, nicht schnell genug, nicht stark genug.
Hätte sie die Falle von Anfang an bemerkt wäre es nicht so weit gekommen.
Der Captain war es schließlich, der sie aus den Gedanken riss.
„Da lang!“, rief er laut und Jade schaute instinktiv hoch, folgte seinem Ausgetreckten Arm, der die Richtung angab, „Es ist nicht weit von hier! Kommt!“
Diese Worte waren es wohl, die in Jade noch einmal den Ehrgeiz weckten. Sie ließ Sicos Arm los, der bis dato doch ihr Anker gewesen war, ihre Stütze. Wackelig auf den Beinen stolperte sie dem Captain hinterher, durch den weißen Sand. Ihre Zehen versanken darin, es kitzelte unter ihren Füßen. Feucht war der Sand, feucht und kalt von der Nacht und vom Regen am vergangenen Tag. Wenn heute die Sonne scheinen würde, wäre es innerhalb von ein paar Stunden angenehm warm hier am Strand. Ein Tag, an dem man faulenzen konnte, mit Rum am Lagerfeuer sitzen und Geschichten erzählen konnte. Aber dafür würde heute keine Zeit bleiben.
Whinton hatte Recht gehabt. Es war nicht mehr weit gewesen. Ein paar hundert Meter vielleicht, keine all zu lange Strecke war es gewesen, bis er abrupt stehen geblieben war.
Jade, der immer noch die Punkte und Sterne vor den Augen tanzten, war erst einmal in ihn hineingelaufen.
„Tschuldigung“, murmelte sie leise, während sie voll und ganz damit beschäftigt war, ihr Gleichgewicht nach diesem Aufprall wieder zu finden, bekam aber immerhin noch mit einem Ohr mit, dass jetzt jemand nach dem Schatz graben müsste. Das sollten die wenigen unbeschadeten und unverletzten Männer übernehmen, oder die, deren Verletzungen nicht all zu schlimm waren.
Jade ging davon aus, dass sie damit nicht gemeint war und ließ sich erleichtert in den Sand plumpsen. Es kümmerte sie wenig, dass er ganz kalt war, war sie ja auch. Furchtbar kalt war ihr sogar. Wahrscheinlich sollte sie die Augen nicht zumachen, dachte sie, doch ihre Lider waren so unglaublich schwer und die Dunkelheit strahlte eine so angenehme Wärme aus, dass sie es trotzdem tat.
Eine Weile drangen noch Geräusche zu ihr herüber, gedämpft durch eine Nebelwand. Geschnaufe der Männer, die Gruben, eine Schaufel, die auf Holz stieg und ein triumphierender Ausruf des Captains, dann herrschte absolute Stille und Schwärze.
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Dreyri
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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Di 13 Aug 2013, 21:12

Irgendwie war es erleichternd. Ein Lichtblick nach all den Ereignissen der letzten paar Stunden.
Sie hatten den Schatz, etwas Gutes war geschehen.
Miguel meldete sich freiwillig zum Schleppen der Beute. Das konnte er, schleppen war zwar schwer, doch es ging. Es dauerte noch eine gefühlte Ewigkeit, bis sie wieder am Hafen waren und endlich zurück auf dem Schiff waren, wo sie sich anständig um die Verletzten kümmern konnten.
Einen Mann verloren sie unterwegs, weil er vergiftet worden war.

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BeitragThema: Re: [MSG] Black Tides   Do 15 Aug 2013, 14:35

Es war kein Leichtes gewesen, den Schatz zu bergen. Den Großteil ihrer Ausrüstung hatten sie bei dem Zusammenstoß mit den Eingeborenen verloren und Harfort hatte die Truhe mit seinem Gold nicht einfach unter einer dünnen Schicht Sand verscharrt. Sie lag tief in der kalten, feuchten Erde und Wurzelwerk hatte sich im Lauf der Jahre durch diese gezogen. Mit nichts weiter als Stöcken und ihren bloßen Händen war es eine unseelige Plackerei, den Schatz freizulegen, insbesondere in ihrem abgerissenen Zustand. Es kostete sie den größten Teil des Vormittags. Aber irgendwann waren sie auf eisenbeschlagenes Holz gestoßen, ein Kästchen, anderthalb auf eine auf eine Elle vielleicht. Den Schlüssel hatte Harold auf der Tide gelassen, aber es war nicht nötig, es zu öffnen um sich zu vergewissern, dass es bis zum Deckel mit Goldmünzen gefüllt war. Sein Gewicht sprach Bände.
Den gehobenen Schatz zurück zur Zacke zu befördern war beinahe noch mühseliger als seine Bergung. Sie hielten sich am Strand, doch stets in der Deckung des Waldrandes, allzeit auf der Hut vor Verfolgern. Einmal entdeckten sie am Horizont ein Segel, das die Küste hinab fuhr und Harold ließ sie Deckung suchen bis es wieder verschwunden war. Nicht allein die Eingeborenen stellten in ihrem Zustand eine Gefahr für sie dar. Doch trotz der üblen Befürchtungen, die allzeit wie ein düsteres Omen über der Gruppe hingen, gelangten sie nach weiteren anderthalb Tagen des Fußmarschs unbehelligt an die Zacke. Die Rückkehr in die Zivilisation war eine Erlösung, das Wiedersehen mit dem zurück gebliebenen Teil der Crew herzlich, aber kurz. Ruhe war es, die sie alle in diesem Moment am dringendsten nötig hatten und so gingen die nächsten Tage vor allem damit ins Land, dass sie alle die Strapazen des Dschungels zu überwinden und sich von ihren Wunden zu erholen versuchten.

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